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Stolpersteine
Man kommt aus dem Staunen derzeit nicht mehr heraus. Zuerst vergeigt der Bürgermeister die Besetzung der Stadtmarketingstelle zum 1. September.
Nun der nächste Eklat: Dr. Sylvina Zander teilte im BSKA mit, dass der Künstler Gunter Demnig am 28. September in Oldesloe einen Stolperstein setzen wird. Die Aktion war im Vorfeld von der Verwaltung ausgearbeitet worden und vom Bürgermeister genehmigt. Zur Erinnerung: Die Stolpersteine sind in den Gehweg eingelassene Betonsteine mit individuell beschrifteter Messingplatte an der Oberseite. Mit den Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie befinden sich vor den letzten frei gewählten Wohnorten der NS-Opfer.
Über 22.000 Steine sind inzwischen in Deutschland und anderen Ländern verlegt. Das Projekt ist unumstritten. Das Opfer, um das es in Oldesloe geht, Hans Wöltje, ist gut erforscht, Fakten liegen vor. Es gibt eine Broschüre im Kreisarchiv von Johannes Spallek: Vergessene Opfer des NS-Regimes in Bad Oldesloe. Fallstudie zu Hans Wöltje.
Wer erwartet hätte, dass Frau Dr. Zander für ihr Bemühen und die Organisation gestern Dank und Anerkennung erntet, täuschte sich. Mit Entsetzen erlebten Gäste, SPD und Grüne die Ablehnung des Projektes durch die CDU. Auch die SPD kritisiert den Alleingang des Bürgermeisters. Aber bei aller berechtigter Kritik am Verfahren steht die Sache im Vordergrund. Eine kleingeistige Ausladung des Künstlers zum jetzigen Zeitpunkt beschädigt die Sache und vor allem das Opfer.
Die Ausschussvorsitzende Angela Fehrmann verstieg sich zu dem Satz: Wir werden das Projekt canceln. Sie hat gute Chancen. Ihr Fraktionsvorsitzender Horst Möller ist derzeit gleichzeitig stellvertretender Bürgermeister und Tassilo von Bary in Urlaub.
Die neue Marketing-Besetzung wird alle Hände voll zu tun haben, diesen Imageschaden wieder gut zu machen.





