Braucht Bad Oldesloe eine Baumschutzsatzung?

- Alter Baumbestand, hier am Nordrand des Steinfelder Redders, ist nicht nur aus ökologischen Gründen – Bindung von Kohlendioxyd, Produktion von Sauerstoff und als Wohnstatt zahlreicher Tiere – wichtig, sondern auch ästhetisch ein Genuss und Gewinn. Foto: STRUNK

- Im Februar fielen etliche Alleebäume an der B 75 am Steinfelder Redder der Säge zum Opfer. Begründung: Sicherheitsaspekte erforderten die Verbreiterung der Bundesstraße. *Foto: JW
Lübecker Nachrichten vom 30. März 2008
Braucht Bad Oldesloe eine Baumschutzsatzung?
VON JOACHIM STRUNK
BAD OLDESLOE – Der jüngst erkorene Slogan zum Stadtumbau West, „Neues gestalten – Altes erhalten“, hat es auch den Stormarner Naturfreunden angetan. Vor allem der zweite Teil. „Wir appellieren an die Stadtverordneten,
zum Schutz alter Bäume wieder eine Baumschutzsatzung (BSS) zu schaffen. Alte Bäume sind schön und nützlich für das Klima“, sagt Dr. Klaus Klingner, Vorsitzender der Ortsgruppe Stormarn.
Die Naturfreunde wüssten, dass viele Grundeigentümer ihre Bäume pflegten und beschützten. Jedoch: „Manche – wie die derzeit Verantwortlichen der Stadt Bad Oldesloe – sehen Bäume als Hindernis für ihre Absichten“, erläutert Klingner. Und Gerold Rahmann, Fraktionschef der Grünen Bad Oldesloe, ergänzt: „Bäume sind wehrlos und benötigen unseren Schutz. Ein Baum braucht Jahrzehnte, um uns Gutes zu tun: Klimaschutz, Sauerstoff und Lebensraum für Vögel, Fledermäuse, Eichhörnchen und viele Insekten.“ Dagegen brauche es nur fünf Minuten, um ihn zu fällen und umzubringen.
Die Sozialdemokraten sehen in einer Baumschutzsatzung zwar kein Allheilmittel, doch immerhin eine „gute Grundlage für mehr Baumbewusstsein“. Maria Herrmann von der SPD meint: „Solange Bäume vor allem als Gefahrenbäume und Störfaktor angesehen und immer mehr auf ,Straßenbegleitgrün‘ reduziert werden, ist ein ökologisch verantwortlicher Umgang bei der Pflege und dem Schutz der Stadtbäume nicht zu erwarten.“ Daher wolle man im Falle eines Erfolges bei der Kommunalwahl im Mai 2008 eine „praxisorientierte und bürgerfreundliche Baumschutzsatzung erlassen“.
Für die Christ- und Freidemokraten ist das alles kein Diskussionsthema. Karl-Reinhold Wurch, Fraktionsvorsitzender der FDP, erklärt: „Die Aufhebung der Baumschutzsatzung hat sich bewährt. Der Bürger kann eigenverantwortlich entscheiden, ob ein Baum gefällt wird oder nicht.“ Damit einhergehend sei Bürokratie in der Stadtverwaltung abgebaut worden. „Und die Mitglieder des Umweltausschusses müssen sich nicht mit jedem einzelnen Baum beschäftigen. Das spart ebenfalls Zeit und Geld“, fügt sein Kollege bei der CDU, Horst Möller, hinzu.
Ein unverantwortliches Handeln seitens der Bürger, geschweige denn ein Kahlschlag, sei nirgendwo in der Stadt festgestellt worden. Zudem gewähre auch das Landesnaturschutzgesetz alten Bäumen das Recht auf (Weiter-) Leben. Zur besseren Transparenz plant die Stadt laut Möller demnächst eine Auflistung aller Baumfällungen und -anpflanzungen der vergangenen drei Jahre im Internet.
In Bad Oldesloe wurde 1986 erstmals eine Baumschutzsatzung erlassen – gemeinsam von Rot-Grün. 18 Jahre hatte sie Bestand, bis sie Ende 2004 mit den Stimmen von CDU und FDP wieder aufgehoben wurde. In der BSS-Ära wurden 537 Anträge zum Fällen von insgesamt 1231 Bäumen gestellt. Dabei stimmte die Verwaltung 464 Bürger-Anträgen zu, 73 wurden abgelehnt. Bei den erteilten Genehmigungen wurde jeweils die Anpflanzung eines Ersatzbaumes gefordert. Die Stadt Bad Oldesloe pflanzte selbst in acht Jahren 1090 großkronige Bäume neu an, zudem wurde im Stadtgebiet auf elf Hektar neu aufgeforstet. 
Mensa-Essen, Radwege und Parkgebühren
Stormarner Tageblatt vom 29. März 2008
Mensa-Essen, Radwege und Parkgebühren
Die Oldesloer SPD hat ihr Programm für die Kommunalwahl vorgestellt. Der Wunsch, gemeinsam zu gestalten, Soziales und Umwelt bilden die Schwerpunkte.
Bad Oldesloe/ol
– Das Programm der SPD, mit dem sie in die Kommunalwahl zieht, steht. Oder doch nicht? Eines ist Fraktions-Chef Hagen von Massenbach fast noch wichtiger als inhaltliche Fragen: „Das ist eine Momentaufnahme, kein Dogma.“ Nichts, was innerhalb einer gewissen Frist abgearbeitet sein muss – ein Seitenhieb in Richtung CDU, die sich in jüngster Zeit etwa beim Wanderweg im Westen anhören muss, ihn nur durchzusetzen, weil er vor Jahren mal ins Wahlprogramm geschrieben worden war.
Das jetzt vorgelegte Programm sei das Ergebnis zahlreicher Gespräche. „Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“ hat sich die SPD auf die Fahne geschrieben und versucht, das umzusetzen. Bürger konnten sich schriftlich an die Partei wenden oder am Stand in der Innenstadt den Kontakt suchen. Breiteste Grundlage waren Besuche bei Vereinen, Verbänden und Organisationen: Von der DLRG über die Oase bis hin zu „Haus und Grund“ oder der Oldesloer Bühne. „Wir sind da nicht mit der großen Wunschtüte hingegangen so nach dem Motto ‚Wir erfüllen euch das wenn ihr uns nur wählt‘“, stellt von Massenbach klar. Die SPD sieht sich in der Rolle des „Mitdenkers“. Fazit des Fraktionsvorsitzenden nach dieser „Tour d’ Oldesloe“: „Wir brauchen oftmals gar keine teuren Gutachten, sondern müssen nur unseren Leuten vor Ort Gehör schenken.“
Das Thema Soziales steht bei der SPD naturgemäß ganz oben. Schülern muss die Teilnahme am Mensa-Essen ermöglicht werden – das dürfe nicht am Einkommen der Eltern scheitern. Stellen für Sozialpädagogen sollen geschaffen werden. Aber, so von Massenbach: „Es darf nicht sein, dass die Schulsozialpädagogik am Schulzaun aufhört und dann die Stadtjugendpflege zuständig ist.“ Verzahnung nach Bargteheider Muster sei wichtig. „Angemessen sanieren“, lautet das Schlagwort beim Hallenbad, kein Luxus-, sondern ein Wohlfühlbad sei gewollt.
Die Innenstadt nimmt im Programm breiten Raum ein, wird an den unterschiedlichsten Stellen erwähnt. Barrierefreiheit ist ganz wichtig. Aber auch der Erhalt alter Bausubstanz. Die Belebung des Kulturhofs, eine Bühne mit regelmäßigen Aktivitäten auf der Hude und ein deutliches Ja zu Parkgebühren. Dr. Tamara Thiesen: „Die Attraktivität einer Innenstadt hängt nicht von den Parkgebühren ab, sondern vom Angebot.“ Als Beispiel führt sie die Hüxstraße in Lübeck an. Sie sei ein gutes Beispiel für ein gelungenes Stadtentwicklungskonzept – auch ohne kostenlose Parkplätze. „Da können wir auch hin“, ist sie überzeugt.
Die SPD setzt auf öffentlichen Nahverkehr, Anruf-Sammeltaxi und Fahrräder als Alternative zum motorisierten Individualverkehr. Dementsprechend soll das Radwegenetz konsequent ausgebaut und saniert werden. An der Salinen- sowie der Grabauer Straße müsse dringend etwas passieren. Gespräche mit den Schulen zur Schulwegsicherung seien ebenfalls wichtig. Kostenlose Nutzung von Fahrradboxen am Bahnhof steht weit vorne im Forderungskatalog.
Im politischen Alltagsgeschäft setzt die SPD auf mehr Bürgerbeteiligung. Dafür sei es notwendig, dass Tagesordnungspunkte verständlich sind und öffentlich beraten würden. Hagen von Massenbach: „Beim Amtsgericht hätte ich mir ein deutliches Signal gewünscht und nicht, dass sich jemand im Geheimen ein Denkmal entwickelt.“ Andreas Olbertz Das komplette Wahlprogramm der SPD kann unter www.spd-badoldesloe.de herunter geladen werden.
Nur zehn Kinder für die KGS ?
Stormarner Tageblatt vom 29. März 2008
Nur zehn Kinder für die KGS ?
Bad Oldesloe /ol
– Das ist eine empfindliche Niederlage. Hildegard Pontow, Rektorin der Klaus-Groth-Schule, hatte gerackert und gekämpft, um der KGS eine Zukunft als Grund- und Regionalschule zu sichern. Immer wieder hatte sie ihr Konzept erläutert und verteidigt – und damit am Ende auch die größten Skeptiker überzeugt. Dass die KGS als Regionalschule beantragt und genehmigt wurde, ist ihr Verdienst.
Aber jetzt das: Bei der Stadtverordnetenversammlung fragte die Grüne Heike Uhlenbrook ob es stimme, dass es dort lediglich zehn Anmeldungen gebe. Bürgermeister Tassilo von Bary bestätigte die Zahl. Damit ist die Zukunft der KGS ungewiss, denn für eine Regionalschule wären mindestens 45 Anmeldungen notwendig gewesen. „Wir müssen jetzt abwarten, wie sich die Genehmigungsbehörde verhält“, erklärte gestern Hauptamtsleiter Malte Schaarmann auf Nachfrage. Die Tatsache, dass es in der Kreisstadt drei Gemeinschaftsschule gibt, habe zu einer deutlichen Entspannung an der IGS geführt. 104 Plätze stehen dort zur Verfügung, es habe, so Schaarmann, „nicht sehr viel mehr“ Anmeldungen gegeben. Er geht davon aus, dass die Nachfrage nach Gemeinschaftsschulplätzen in der Stadt weitgehend gedeckt werden könne – wenn auch eventuell nicht immer an der Schule der ersten Wahl.
Überrascht zeigte er sich von den Anmeldungen an der Theodor-Mommsen-Schule. 180 Kinder sollen ab nächstem Schuljahr das Gymnasium besuchen. Gemeinschaftsschuldebatte und G8-Kontroverse zum Trotz sind das nochmals deutlich mehr Anmeldungen als zuvor. Vergangenes Jahr standen 163 Kinder auf der Liste. Auffällig sei die hohe Zahl der Anmeldungen aus dem Reinfelder Bereich. Womit das zusammenhängen könnte, wollte Schaarmann nicht spekulieren.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 29. März 2008
Gegen Ratten, Senioren, Kinder und Laster
Gift und anderer Ätzkram
Andreas Olbertz und Volker Stolten
Der Wiesenweg ist schon dicht, als nächstes kommt die Schlossstraße dran und Fernziel ist wohl die Sperrung der Autobahn für den Durchgangsverkehr. Einige Nütschauer sind mit Elan dabei, wenn es darum geht, vor ihrer Haustür für Ruhe zu sorgen. Jetzt gibt es sogar Unterstützung vom Bundestagsabgeordneten Gero Storjohann. Der ist zwar nicht zuständig, aber er will sich bei Landrat Plöger dafür stark machen, dass ein neues Schild entworfen wird. Extra für die Polterbrücke. Na super. Glaubt allen ernstes jemand, dass das hilft? Als ob da nicht schon genug Schilder stehen würden, die eindeutig sind. Machen wir den Schilderwald nur noch undurchsichtiger, damit auch der letzte die Peilung verliert. Nun argumentieren die Nützschauer, die Brummikapitäne würden von ihren Navis geleitet. Na also, noch ein Grund mehr, kein weiteres Schild aufzustellen. Würde eh nicht beachtet werden, weil die nur auf HansHans hören.
Keine Frage: Laster haben auf dem Sträßchen nichts zu suchen! Aber wie viele Fahren denn da überhaupt? Zahlen gibt es bislang jedenfalls nicht. Vielleicht sollte man damit mal anfangen. Und dann gillt immer noch der alte Slogan: Parkende Autos sind die beste Verkehrsberuhigung. Ein ausrangierter Anhänger strategisch gut geparkt und kein Lkw kommt mehr vorbei. Schon hat sich das Thema von alleine erledigt.
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Am 15. März war Deadline, dann hat es sich erst mal für eine Weile ausgeknattert. Es darf nur noch in Ausnahmefällen gefällt werden. Aber am 14. März haben die Bauhofmitarbeiter noch mal zugeschlagen: Dort, wo der West-Wanderweg hin soll, wurde schnell noch geschnippelt. Der Beschluss für den umstrittenen Weg wurde zwar erst am 18. März gefasst, aber dann wäre es zu spät gewesen. „Knickpflege“ nennt sich das offiziell. Warum dann auch am gegenüberliegenden Wald geschnippelt wurde, bleibt allerdings offen. Das heißt, wenn man ehrlich ist, so offen ist das gar nicht: Es sollen Fakten geschaffen werden, damit nur ja niemand nach der Wahl den Weg unter Umständen doch noch verhindern kann.
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Angriff ist die beste Verteidigung: Nach diesem Motto hatte die Stadt Bargteheide agiert und per Verordnung mobil gemacht, um gegen das Ratten-Pack vorzugehen. Die Nager-Bekämpfungsmission vom 12. bis 19. März war gut gemeint. Doch einige der mit vor den „Köder-Karren“ gespannten Bürger haben es wohl zu gut gemeint. Sogar an Spielplätzen wurde das Giftfutter ausgelegt – an Spielplätzen!! Da muss man sich dann schon an den Kopf fassen und fragen, ob nicht der Eine oder Andere angesichts der Nager-Invasion „weiße Mäuse“ gesehen oder einen Blackout gehabt hat. Oder war es gar eine gewollte, eine bewusste Attacke? Das würde die ganze Sache auf die Spitze treiben. Ein unverantwortliches Vorgehen, das letztlich in einem Vergiftungsfall gipfelte, bleibt es allemal: Ein Vierbeiner hatte ein vermeintliches Leckerli zu sich genommen und musste beim Tierarzt wieder aufgepäppelt werden. Glück hatten auch zwei Kleinkinder. Um ein Haar hätten sie sich die bunten Köder-Kügelchen in den Mund gestopft. Nur ihre Mutter verhinderte Schlimmeres. Wo leben wir eigentlich?
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Trittau schon wieder. Mehr Stunk, mehr Egoismus, mehr Neinsagerei geht kaum noch. Diesmal ist es eine geplante Altenwohnanlage, gegen die sich der Zorn der Nachbarn richtet. Angeblich werfe sie Schatten und die alten Leutchen würden die Nachbarn ausspionieren können. Unser Karikaturist Zeichner Götz Wiedenroth hat sich so seine Gedanken gemacht.
Lesermeinung
Stormarner Tageblatt vom 27. März 2008
Lesermeinung
CDU-Idee unsinnig
Zu: „Das Ende der Elternbeteiligung“, Stormarner Tageblatt, 17. März 2008
Dass Reisen bildet, wussten wir schon lange. Was für ein Glück, dass unser Landesvater nach Indien gereist ist. Aus sicherer Entfernung hat er seine CDU informiert, dass er zum Nachdenken kam (!), und er seine Meinung zur Elternbeteiligung an der Schülerbeförderung revidieren möchte. Dass wir Eltern/Elternvertreter nicht nur mitdenken, sondern besseren Durchblick haben, haben wir schon oft bewiesen. Wir erinnern an das Treffen auf Einladung des „Stormarner Tageblatts“, bevor der Antrag zur Elternbeteiligung von der CDU im Kreistag gestellt wurde.
Da saßen wir, Elternvertreter der Oldesloer Schulen und die Herren der CDU-Kreisfraktion an einem Tisch. Nachdem uns die Idee der CDU, die Eltern an den Fahrtkosten zu beteiligen, vorgestellt wurde, haben wir, Herbert Heesch (damaliger Elternbeiratsvorsitzender an der Schule am Masurenweg) und ich (damals Elternbeiratsvorsitzende an der IGS) sofort reagiert und den Herren einfache Fragen gestellt – wie zum Beispiel: Welchen Verwaltungsaufwand und welche Kosten verursacht das Einziehen der Gelder von den Eltern? – Wer soll dies tun? Die Gemeinden, die Verwaltung der Stadt Bad Oldesloe, die Schulen selbst? – Was ist mit den Eltern, die mehrere Kinder haben? Müssen die für jedes Kind den gleichen Beitrag entrichten oder wird dies gestaffelt? – Was ist mit den Eltern die arbeitslos sind oder von Sozialhilfe leben? Wer zahlt deren Anteil: das Sozial- oder das Jugendamt?
Auf keine der Fragen bekamen wir eine Antwort – schlimmer noch: Wir Elternvertreter mussten feststellen, dass die CDU sich darüber gar keine Gedanken gemacht hatte.
Sie hatten noch genug Zeit, dies zu diskutieren und zu überdenken. Aber nein, sie haben den Antrag gestellt und mit ihrer Mehrheit durchbekommen.
Wir Elternvertreter waren von Anfang an der Meinung, dass die Idee der CDU unsinnig ist. Die CDU wäre in der Zukunft gut beraten zum Thema Schulen und Kinder, die Eltern mitarbeiten und mitentscheiden zu lassen. Auf uns Elternvertreter ist immer Verlass, wir benutzen unseren gesunden Menschenverstand und lassen Weitsicht walten.
HALINA WALTZ HERBERT HEESCH
Bad Oldesloe
Einstimmig für längere Laufzeit
Stormarner Tageblatt vom 27. März 2008
Einstimmig für längere Laufzeit
Manchmal ist die Laufzeit eines Vertrages wichtiger, als die darin enthaltenen finanziellen Regelungen – darauf wies Ingo Loeding im Sozialausschuss hin.
Bad Oldesloe/ol
– Ingo Loeding, der Geschäftsführer des Kinderschutzbundes, hat gekämpft, und er hat gewonnen. Jetzt sage nochmal jemand, die CDU würde sich Sachargumenten verschließen und mit ihrer absoluten Mehrheit gnadenlos alles ablehnen, was ihr nicht passt.
Der Vertrag zwischen der Stadt und dem Kinderschutzbund war nach zwölf Jahren abgelaufen. Alle sind sich einig, dass die gute Zusammenarbeit fortgesetzt werden soll. Die Stadt wollte die Zuschüsse nicht kürzen, der Kinderschutzbund forderte nicht mehr Geld – da schien doch alles eine reine Formalie.
Aber der Teufel steckt im Detail: Die Verwaltung hatte der Politik einen Vertragsentwurf vorgelegt, der zwar laut Papier unbefristet sein sollte, aber tatsächlich eine Kündigungsfrist von sechs oder zwölf Monaten gehabt hätte. An sich ja nichts Schlechtes, aber so eine Vereinbarung kann Probleme aufwerfen. „Es geht uns nicht um die finanzielle Sicherheit“, betonte Loeding: „Ein langfristiger Vertrag hat für uns einen hohen ideellen Wert, der uns baren Nutzen bei der Einwerbung von Drittfinanziers bringt.“ Ingo Loeding sprach Klartext: „Die Aktion Mensch erwartet bei Projekten, die sie fördern soll, eine mindestens zehnjährige Vertragslaufzeit.“ Der Blaue Elefant in Oldesloe sei an seine Kapazitätsgrenzen gekommen beziehungsweise habe sie sogar überschritten. Der Kinderschutzbund trägt sich mit dem Gedanken, ein zweites Objekt in Bad Oldesloe zu eröffnen. Dafür seien Verhandlungen mit dem Kreis erforderlich. Wenn der Kinderschutzbund dabei einen Vertrag vorweisen könne, der eben über zwölf oder mehr Jahre laufe, würde das die Verhandlungsposition deutlich verbessern.
Drittmittel klingt nach einer Spende hier und ein paar Euros dort. Das Haus sei mal mit einem Etat von 160 000 Euro gestartet. Der aktuelle Haushalt belaufe sich auf knapp 530 000 Euro – bei gleichbleibenden städtischen Zuschüssen, verdeutlichte der Geschäftsführer. In den vergangenen Jahren habe der Kinderschutzbund 20 000 Euro investiert, die neue Familienhebamme soll nach Oldesloe kommen und das Kinderhaus zwei neue Busse erhalten. Die Stadt Bargteheide habe unlängst einen Vertrag mit einer Laufzeit von 15 Jahren abgeschlossen. Sollte der Kinderschutzbund nicht wie vereinbart seine Leistungen erbringen, könne der Vertrag selbstverständlich jederzeit gekündigt werden.
SPD-Vertreter Jens-Pieter Friese signalisierte sofort Zustimmung, auch die Liberale Anita Klahn. Sie machte auf den Vorteil für die Stadt aufmerksam: „Wir brauchen das Angebot im Blauen Elefanten dringend. Ein langfristiger Vertrag gibt auch der Stadt Sicherheit.“
Unruhe auf der CDU-Bank: Ausschuss-Vorsitzender Dr. Otto Fickel wollte einen langjährigen Vertrag, aber über die finanziellen Inhalte solle jedes Jahr neu befunden werden. Aber das ist juristisch nicht möglich. Christoph Ritzke regte an – wie vorgeschlagen– einen Vertrag mit jährlicher Kündigungsfrist abzuschließen, dem Verein aber bei Bedarf eine Bescheinigung auszustellen, dass eigentlich eine längere Laufzeit gemeint sei – auch nicht machbar. Birgit Reichardt-Mewes gab sich schließlich einen Ruck: „Wir haben eigentlich eine andere Meinung, aber wenn Sie das so deutlich sagen, wollen wir dem Kinderschutzbund auch keine Steine in den Weg legen.“
Einstimmig wurde ein Vertrag mit zehnjähriger Laufzeit befürwortet.
Andreas Olbertz
Oldesloer CDU beschließt umstrittenen Wanderweg
Hamburger Abendblatt vom 26. März 2008
Oldesloer CDU beschließt umstrittenen Wanderweg
BAD OLDESLOE -
Kritiker nennen ihn "schwachsinnig" oder etwas zurückhaltender "überflüssig". Doch Oldesloes CDU-Fraktion besteht auf dem Stückchen Wanderweg im Westen der Stadt. Gegen die Stimmen von SPD, Grünen und FDP hat die Mehrheitsfrak-tion den Bau beschlossen. 24 000 Euro kostet es, die weniger als 300 Meter lange Lücke im Wanderwegenetz der Kreisstadt zu schließen. Der Weg soll von den Neubaugebieten eine Verbindung (westlich der Helene-Stöcker-Straße und nördlich der Straße Schierblicken) zur Wolkenweher Dorfstraße und von dort dann weiter zu Trave und Brenner Moor bieten. Eine Treppe an der Wolkenweher Dorfstraße verteuert den Bau. Wenige Meter neben der nun geplanten Trasse gibt es schon einen Trampelpfad - und zwar ohne die für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer beschwerliche Treppe.
cv
Knappe Mehrheit für Wanderweg

- Vor dem Beschluss und vor der Schutzfrist ließen Bauhofmitarbeiter noch schnell die Kettensägen knattern
Stormarner Tageblatt vom 26. März 2008
Knappe Mehrheit für Wanderweg
Weil gleich drei Mitglieder fehlten, wurde es für die CDU in Sachen West-Wandereg in der Stadtverordnetenversammlung unerwartet eng.
Bad Oldesloe/ol
– Das war knapp. CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller hing am Handy – vermutlich, um noch weitere Stadtverordnete herbei zu telefonieren. Während die SPD komplett angetreten war, die FDP ebenfalls, klafften in den CDU-Reihen deutliche Lücken. Wenn Mitglieder fehlen, ist selbst eine absolute Mehrheit kein Garant dafür, dass man seine Anträge durch bekommt – zumal, wenn absolut niemand in den anderen Fraktionen die Notwendikeit erkennen kann.
Diese Erfahrung musste die CDU bereits im Februar vergangenen Jahres machen. Auch da stand „ihr“ Wanderweg zur Wolkenweher Dorfstraße bereits zur Diskussion – und fiel durch. Knapp zwar, weil Stimmengleichheit als Ablehnung zählt, aber immerhin.
Im Juli hatten die Christdemokraten dann ihre Mehrheit zusammen. Dass der Weg noch immer nicht gebaut ist, liegt an planerischen „Problemen“. Wie sich nämlich zwischenzeitlich heraus stelle, gab es für das betroffene Gebiet überhaupt keinen gültigen Bebauungsplan. Also musste erst wieder in das aufwändige Verfahren mit Auslegung und Bürgerbeteiligung eingestiegen werden. Das zog sich halt hin.
Aber jetzt sollte es endlich passieren: Der B-Plan 94B würde Rechtskraft erlangen. Und da der Wanderweg in die Pläne eingezeichnet worden ist, weil die Haushaltsmittel in diesem Jahr bereit stehen – mittlerweile belaufen sich die Kostenschätzungen auf stolze 24 000 Euro – könnte der quasi wegweisende Beschluss also gefasst werden.
Eigentlich hat die CDU mit 15 Abgeordneten ja einen satten Drei-Punkte-Vorsprung. Aber wenn gleich drei Leute fehlen, ist der futsch. Da auf „Oppositionsseite“ Gerold Rahmann beruflich verhindert war, reichte es dann doch wieder ganz knapp.
Da das Thema mittlerweile lange genug in den Gremien diskutiert worden ist, hätte auf eine Debatte eigentlich verzichtet werden können. Aber Hans-Hermann Roden von der SPD ließ es sich natürlich nicht nehmen, nochmals genüsslich auf die Kosten hinzuweisen: „Da werden 24 000 Euro zum Fenster hinaus geworfen. “ Die einzige Rechtfertigung für diesen Weg sei, dass „er mal im CDU-Wahlprogramm gestanden habe.“
Das rief natürlich Rainer Fehrmann von der CDU auf den Plan. Im Westen sei „das 20-Fache an Wanderwegen relativ willkürlich festgelegt worden.“ Auf einem nutzlosen Weg mehr kommt es dann wohl nicht an. Von Umweltschützern wird kritisiert, es habe im Zuge der West-Planung seinerzeit eine Absprache gegeben, keine Wanderwege in Richtung Brenner Moor zu führen. Das dementiert Fehrmann ganz entschieden: „Gäbe es eine Vereinbarung, wäre es doch ein Leichtes, die auf den Tisch zu legen.“ Eine Vereinbarung gibt es wohl nicht, aber doch eine klare Formulierung im Grünordnungsplan. Dort heißt es: „Der Wanderweg an der nordwestlichen Talnierdung wird im Westen an den Knick 10 herangeführt. Von hier aus verläuft der Wanderweg nach Süden bis an die Grabauer Straße.“ Genau das Gegenteil dessen, was jetzt beschlossen worden ist.
Recht hat der Christdemokrat allerdings mit seiner Kritik an der Kostenexplosion: „Ursprünglich hätte das Wegstück nichts gekostet.“ Der Erschließungsträger wäre dafür aufgekommen. Dann standen 12 bis 15 000 Euro im Raum. Aktuell sind es 24 000 – wenn gebaut wird, kommt bestimmt noch der eine oder andere Euro dazu. Fehrmann kritisiert: „Die SPD wollte 60 000 Euro für Wanderwege im Haushalt haben – ohne zu wissen wofür.“
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 22. März 2008
Von ausgetrampelten Wegen und neuer Software
Misstöne und Wollebällchen
Rolf Blase, Andreas Olbertz
„Wo ein Trampelpfad ist, fehlt ein Weg!“ Den Spruch hat Kay Gladigau gern benutzt als er noch politisch aktiv war. Jetzt bekommt er einen Weg. Allerdings nicht dort, wo der Trampelpfad vom Westen zur Wolkenweher Dorfstraße verläuft, sondern einige Meter weiter. Fast alle Parteien hielten den Pfad für die beste Lösung, nur die CDU nicht. Die wollte den Weg lieber vor Gladigaus Haustür haben, und lässt sich das 24 000 Euro kosten: Ein vergessener Bebauungsplan muss Rechtskraft erlangen, eine Bürgerbeteiligung ist vorgeschrieben. Die Begründungen zur Abwägung der Bedenken sind Beweise exzellenter Formulierungskunst. Man kann auch sagen, dass meisterlich verschleiert wird. So kam der Hinweis, dass nach Landesbauordnung jedes Bauwerk barrierefrei sein muss. Erwiderung von Planer Peter Scharlibbe: Das werde „nach Möglichkeit berücksichtigt“. Die Stadt Bad Oldesloe werde die „Sinnhaftigkeit einer barrierefreien Erschließung“ entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und Möglichkeiten in Betracht ziehen. Im Klartext: Da kommt eine Treppe hin, weil gar nichts anderes geht. Noch ein Beispiel? Der Kreis befürchtet durch den Weg eine „nachhaltige Beeinträchtigung“ des geschützten Knicks und fordert einen drei Meter breiten Schutzstreifen. „Wird berücksichtigt“, „ökologisch ausgerichtete Planung“ antwortet die Stadt, und schiebt hinterher, dass auch Folgekosten und die Örtlichkeit Berücksichtigung finden müssen. Was will uns das sagen? Wenn es zu teuer wird oder kein Platz für einen Schutzsaum ist, lassen wir ihn weg.
[] [] [] Der Grüne Gerold Rahmann war der schnellste. Kaum eine Stunde nach Ende der Info-Runde zum Stadtumbau trudelte seine Pressemitteilung ein – ein einziger Verriss. „Es fehlte bloß noch, dass erst einmal alle Teilnehmer sich gegenseitig Wollebällchen zuwerfen, um ihre symbolische Verbindung zu zeigen.“ Köstlich der Mann. Obwohl, wenn er kritisiert, dass einer der Planer ständig an seinem Macbook mit der Präsentation gespielt habe und sich das nicht gehöre, muss schon die Frage erlaubt sein, ob es sich gehört, demonstrativ in der ersten Reihe zu sitzen und seine Missachtung durch Zeitunglesen kund zu tun. Bürgermeister Tassilo von Bary war es offensichtlich ganz lieb so. Nach der Veranstaltung kam er zu Rahmann, tätschelte ihm den Kopf und säuselte: „Brav“. Er hatte wohl befürchtet, dass der Grüne wie schon bei der internen Runde mit vernichtender Kritik glänzen würde.
[] [] []
Hoppala, was haben wir denn da gehört? Eben noch streng geheim unter Ausschluss der Öffentlichkeit die neusten Details im Hauptausschuss diskutiert, plaudert Planer Matthias Baum doch tatsächlich ganz zwanglos vor hunderten Zuhörern von den Plänen, aus dem Amtsgericht eine Kulturstätte zu machen. Geheimisverrat! Nicht auszudenken, wenn das Projekt jetzt die Trave runter geht. Da wird sich mancher Kommunalpolitiker gedacht haben: „Wenn ich das gewesen wäre, hätte der Bürgermeister mir bestimmt eine Klage angehängt.“
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Wenn das Finanzamt Stormarn einen neuen Chef erhält und der Staatssekretär in ihn sein Amt einführt, dürfen auch launige Sprüche die offizielle Veranstaltung auflockern. Spontanes, lautes Lachen gehört normalerweise nicht dazu. Genau das gab es aber in Bad Oldesloe, als den Mitarbeitern Henning Schreiner vorgestellt wurde. Nicht dass jemand über den neuen Chef gelacht hätte, die Beamten ließen mit dem Gelächter nur ihren Frust raus. Die Äußerung des Staatssekretärs, dass mit der neuen Steuersoftware EOSS eine Vereinfachung versucht worden sei, löste bei denen, die damit arbeiten müssen, fast schon gehässiges Lachen aus. Da waren staatstragende Worte des Mitgefühls angebracht. Ja, man habe ein gut abgestimmtes Programm gehabt, aber immerhin habe die Übernahme der Daten geklappt. Jetzt müsse man damit klarkommen, auch wenn er wisse, dass die Mitarbeiter damit Last hätten, aber es diene nun Mal der Standardisierung in Deutschland. Schöner Trost: Nicht nur in Schleswig-Holstein, auch in anderen Bundesländern kämpfen Finanzamts-Mitarbeiter mit den Unzulänglichkeiten einer viel gepriesenen Software. Die kommt übrigens aus Bayern. Und da tickt je einiges anders.
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Böse Menschen haben keine Lieder? Falsch, sagt die Junge Union. Mit den Linken singen wir nicht, vor allem nicht mit dem, der das System abschaffen will. Und so wurde es nichts mit der Idee des Kreisjugendrings, mit den Stormarner Jungpolitikern einen Rap für Erstwähler aufzunehmen. Die Politik ist raus, der Vorstand singt allein und selbst. Hoffentlich ist die Aufnahme nicht so geworden, wie sie unser Karikaturist Görtz Wiedenroth gezeichnet hat.
Zoff um Vertrag
Stormarner Tageblatt vom 22. März 2008
Zoff um Vertrag
Von wegen große Einigung mit Reethänder Tom Hiss. In der Stadtverordnetenversammlung krachte es jetzt gewaltig, weil kein Vertrag vorlag.
Bad Oldesloe/st
– Das riecht nach einem faustdicken Eklat. Wer gedacht hatte, das Thema Hiss-Reet hätte sich nach den ganze Querelen im Vorfeld erledigt, sah sich getäuscht. Hinter den Kulissen hat es bei der Stadtverordnetenversammlung jetzt doch gekracht.
Zur Vorgeschichte: Reethändler Tom Hiss möchte auf seinem Gelände am alten Lockschuppen erweitern. Dafür müssen Pläne geändert und ein Vertrag abgeschlossen werden. Das ist alles unstrittig. Die Stadt möchte aber im gleichen Atemzug einen Wanderweg Richtung Innenstadt anlegen. Der Weg würde über das Fimengelände führen.
Darüber und über die Frage, ob die Nutzung des Industriegleises auf dem Gelände kostenlos gestattet werden muss, waren Unternehmer und Stadt in Streit geraten (wir berichteten). Rainer Fehrmann (CDU) hatte sich eingeschaltet und vermittelt. Ergebnis: Die Stadt kauft ein Stück Land, damit der Wanderweg gebaut werden kann.
Die Stadtverordneten fielen jetzt aus allen Wolken, als Bürgermeister Tassilo von Bary ihnen hinter verschlossenen Türen mitteilte, es gebe keinen Vertrag, sondern nur eine per Handschlag besiegelte Vereinbarung.
Es war der FDP-Abgeordnete und Notar Karl-Reinhold Wurch, der bereits vor vier Wochen auf die Bedeutung eines rechtssicheren Vertrages hingewiesen hatte – und diesmal habe wieder keiner vorgelegen. Augenzeugen berichten, der Jurist sei vor Wut „fast geplatzt. So habe ich ihn in all den Jahren noch nicht erlebt“. Bei FDP, SPD und Grünen war die Empörung groß. Wurch: „Wir hatten nur Absichtserklärungen. Wenn sich alles dran halten, okay, aber wenn nicht ...“
Andere Abgeodnete drückten sich weniger diplomatisch aus: „Schlampige Arbeit“, „Wir sind alle maßlos sauer auf die Verwaltung.“ Ein Politiker brachte es auf den Nenner: „Wenn Hiss seine Baugenehmigung hat und es sich dann anders überlegt, war’s das mit unserem Weg.“ Eigentlich wollten viele deshalb mit Nein stimmen. Wurch: „Wir haben mit der Enthaltung dokumentiert, dass wir für Gewerbeansiedlung sind.“
Auch Vermittler Fehrmann hätte sich einen Vertrag gewünscht. „Aber als ehrenamtlicher Politiker muss ich der Verwaltung glauben, dass die Kopplung der beiden Themen – B-Plan und Wanderweg – nach juristischer Prüfung nicht zulässig ist“, sagt er und „Ich sehe zurzeit keinen Grund, am Zustandekommen des Vertrags zu Zweifeln.“
Andreas Olbertz
Lesermeinung: Bayerische Verhältnisse
Stormarner Tageblatt vom 20. März 2008
Lesermeinung
Bayerische Verhältnisse in Bad Oldesloe?
Zu: „Westweg auf den Weg gebracht“, Stormarner Tageblatt, 12. März
Früher hatte man der CDU ökonomischen Sachverstand nachgesagt, aber das ist längst Vergangenheit. Anders kann ich mir die Verschwendung von 24 000 Euro für einen „Trampelpfad in der Pampa“ nicht erklären. Gibt es nicht sinnvollere Projekte in Bad Oldesloe, bei denen man mit weniger Geld mehr erreichen könnte? So wird die Ausstattung von Schulen und Kindergärten als Standortfaktor für junge Familien immer wichtiger und hier steht Bad Oldesloe im Wettbewerb mit anderen Gemeinden. Schließlich geht es darum, einkommensstarke Familien als Steuerzahler nach Bad Oldesloe zu locken. So etwas nennt man Investition oder volkstümlich „Mit der Wurst nach dem Schinken werfen“. Für die Verschwendung von Steuermitteln durch die CDU gibt es für mich nur eine Erklärung: Edmund Stoiber hat sich zum Abschied aus der Politik den Transrapid gegönnt und die Oldesloer CDU nun „Fehrmanns Freizeit Pfad“. Ob die Oldesloer CDU schon jetzt mit einer Abwahl im Mai rechnet und sich ein Denkmal setzen muss? Lars Cornehl
Stadtumbau: 43 Slogans, aber keine Visionen
Stormarner Tageblatt vom 20. März 2008
Stadtumbau: 43 Slogans, aber keine Visionen
– Das war sie also, die große öffentliche Auftaktveranstaltung zum Stadtumbaum.
Der öffentliche Startschuss für den Stadtumbau ist gefallen. Etliche Zuhörer kamen in die Festhalle, um sich zu informieren und zu diskutieren. Es gelang allerdings nicht, echte Aufbruchstimmung zu erzeugen.
Bad Oldesloe/ol
– Das war sie also, die große öffentliche Auftaktveranstaltung zum Stadtumbau: Experten, die von der Stadt nur wenig Ahnung haben, eine Präsentation, auf der man kaum etwas erkennen konnte, ungeordnete gelbe Kärtchen auf einer grauen Stellwand und altbekannte Anregungen von Bürgern.
Dabei hatte es ja vielversprechend angefangen. Die Festhalle war in der Tat gut gefüllt. Offensichtlich haben die zahlreichen Hochglanzplakate Wirkung gezeigt. Im Vorfeld hatte die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt – dafür waren immerhin 43 Slogans im Rathaus eingegangen. Im Saal standen Schautafeln, an denen sich die Bürger informieren konnten. Ausgerechnet das Planungsbüro für das hoch umstrittene Sport-Entwicklungskonzept hatte keine Zeit, sich zu beteiligen.
Bürgermeister Tassilo von Bary hob in seiner Begrüßung die Bedeutung des Projekts hervor. Es gehe um eine „ganzheitliche Strategie, die ein lebens- und liebenswertes Bad Oldesloe möglich mache“. Er ermunterte alle Oldesloer, „sich aktiv mit Ideen, Wissen und Anregungen einzubringen.“ Der demographische Wandel war ein oft strapazierter Begriff, den natürlich auch der Verwaltungs-Chef nicht aus ließ – ob er damit jemanden hinterm Ofen hervorlocken kann, ist mehr als fraglich.
„Visionen und Handeln können Veränderungen bewirken“, gab Chefplaner Matthias Baum als Devise aus. Visionär war an dem Abend aber leider nichts und gehandelt wird beim ISEK auch nicht. Wie Baum, darlegte, gehe es vielmehr darum, „Realisierungs-Chancen und Finanzierbarkeit darzulegen“. In diesem Zusammenhang seien „Dialog, Partizipation und Integration stärker gefragt als Planung.“ Es bedarf nicht viel Phantasie sich auszumalen, was das im Klartext bedeutet: Schön, dass wir mal wieder darüber geredet haben.
Und dann hatten die Bürger das Wort. „Am Kurpark muss dringend was gemacht werden“, kam als einer der ersten Einwände. „Stimmt gar nicht, da sind wir doch schon seit Jahren dabei“, entgegnete eine Frau, die offensichtlich in der Kurpark AG mitwirkt. Und Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster erklärte, dass der Hauptweg noch in diesem Jahr erneuert werden soll. Da ahnt man doch schon, wie ein Thema mal wieder in der Bedeutungslosigkeit versinken wird.
Kaufhausbetreiber Michael Hähnchen fordert dringend eine Attraktivierung der Fußgängerzone. Nicht in fünf oder zehn Jahren müsse etwas passieren, sondern sofort, sonst sei es zu spät. Als einziger an diesem Abend erhielt er Applaus – für die Forderung, weniger Parkgebühren zu verlangen und weniger Knöllchen zu schreiben. Auch ihm kann geholfen werden, schließlich ist die Attraktivierung der Innenstadt längst beschlossene Sache.
„Ich vermisse Kultur“, merkte der Grüne Uwe Stephenson an und erntete damit zustimmendes Nicken von den zahlreich anwesenden Kulturschaffenden. Dr. Tamara Tiesen von der SPD vermisste in den Ausführungen den Schwerpunkt „Erhalt stadtbildprägender Gebäude“. Das sei doch selbstverständlich und müsse nicht aufgeführt werden, wurde ihr geantwortet. Dann waren da auch noch Leute wie die TIK-Vorsitzende Ulrike Tyrell oder Gerd-Günter Finck vom Fit-Verein, die darauf hinwiesen, dass es bereits seit Jahren fertige Konzepte gebe. An der Umsetzung hapere es allerdings. Arbeitsgruppen zu den Themen Wohnen und Soziales, Wirtschaft udn Handel, Umwelt und Verkehr sowie Freizeit und Sport wurden ins Leben gerufen. Sie werden ab Juni tagen. Andreas Olbertz
Standpunkt
Fehlstart
Andreas Olbertz
Was war das denn? Sollte das der große Auftakt gewesen sein? Der schwungvolle Start zum Umbau der Stadt? Der Beginn, Oldesloe fit für die Zukunft zu machen? Wenn es das ernsthaft gewesen sein soll, muss einem Angst und Bange werden.
Um an die vier Millionen Euro Zuschüsse heran zu kommen, ist ein integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) Voraussetzung. Daran sollen die Bürger mitarbeiten. Da liegt die Krux. Denn wer die große Ruck-Rede erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Statt Visionen zu skizzieren oder mit provokanten Thesen Widerspruch zu provozieren, wurde nur im altbekannten Mist vergangener Jahrzehnte gestochert. Mehr als eine Einwohnerversammlung, bei der man dem Bürgermeister mal seine Wehwehchen mitteilt, war das nicht. Alles schon tausend mal an die Wand gepinnt und genau so oft in die Schublade gepackt.
Schade, dass dieser Abend nicht genutzt wurde, um die breite Masse zu begeistern und sie in die Arbeitskreise zu holen. Stattdessen bleibt der Eindruck, dass lediglich ein Pflichttermin abgehakt werden musste. Je weniger Bürgerbeteiligung, desto besser.
Holpriger Projekt-Auftakt

- Objekt der Planungen ist die südliche Innenstadt, die Kurpark-Region und das Gebiet um den Bahnhof herum, also auch südöstlich der Gleise (15, 16, 28).
Lübecker Nachrichten vom 20. März 2008
Holpriger Projekt-Auftakt
Das Interesse der Oldesloer Bürger war groß. Allerdings: Die Präsentation der Informationsveranstaltung zum Stadtumbau West fanden viele unprofessionell.
Bei großen öffentlichen Veranstaltungen gibt es immer wieder begeisterte Teilnehmer und unzufriedene Kritiker. So auch beim Info-Abend der Stadt Bad Oldesloe zum "Stadtumbau West" am Dienstagabend in der Festhalle an der Olivet-Allee.
"Die mit hohen Erwartungen verbundene Veranstaltung war schlecht vorbereitet, schlecht durchgeführt und hat wenig gebracht", nörgelte Gerold Rahmann, Fraktionsvorsitzender der Oldesloer Grünen. Fest machte er das an "wenig bürgerfreundlichen" einleitenden Worten, einer "völlig überfrachteten und nicht lesbaren Präsentation" sowie einer unvorbereiteten und nicht zielführenden Diskussion.
Zumindest erwartete die Zuschauer erst mal das geballte personifizierte Fachwissen, aufgereiht an drei langen Tischen vor der Saalbühne. Daran saßen neben Bürgermeister Tassilo von Bary mehrere Verwaltungsmitarbeiter, Vertreter der "Lenkungsgruppe" für das Stadtumbau-Projekt sowie fünf Experten diverser Planungsbüros, eine Moderatorin sowie die "hauseigene" Planerin Angela Haußer.
Zwar wurde den mehr als 200 interessierten Zuhörern ausführlich erklärt, um was es bei diesem "Stadtumbau West"-Projekt geht, nämlich um die Attraktivierung und Neugestaltung der "südlichen Innenstadt" von Bad Oldesloe (Karte links). Doch schuldig blieb die Moderatorin Annette Quast die Information, dass es sich um eine Gesamtinvestition von sechs Millionen Euro (je ein Drittel der Summe kommen von Bund, Land und Stadt) handelt. Erst später klärte Kämmerin Mandy Treetzen darüber auf, dass das Geld ausschließlich für dieses Projekt und nicht etwa für die Renovierung des Hallenbades eingesetzt werden kann.
Die Diskussion nach dem etwas lang geratenen theoretischen "Vorwort" entwickelte sich rege. Die Oldesloer machten eifrig Gebrauch vom Rederecht und lieferten eine Menge Stichworte: Zustand der Fußgängerzone, Leerstände, Gebäudesanierung oder Konzepte für ältere Menschen. Dabei offenbarte sich, dass die Planer kaum Bescheid wussten über die Vielzahl an Voruntersuchungen in der Vergangenheit. Was Maria Herrmann von der SPD zu der Bemerkung veranlasste: "Es gibt eine sehr gute Stadtentwicklungsplanung, 2004 fortgeschrieben. Eigentlich ist alles vorhanden. Wir brauchen keine weiteren Gutachten. Wir brauchen endlich praktische Lösungsvorschläge." Dem pflichtete Gerold Rahmann bei: "Die 150 000 Euro für die externen Planer wären bei den Akteuren aus der Stadt besser investiert worden - schließlich haben diese viel und kostenlos die Grundlagen erarbeitet."
Diese harsche Kritik wollte Siegfried Wobig von der CDU nicht verstehen: "Von der Beteiligung war die Veranstaltung ein Erfolg. Gerade bei Planungsfragen bin ich andere Atmosphären gewohnt, da geht es oft hart zur Sache und es wird polemisch. Das war hier nicht der Fall." Für den erfahrenen Stadtverordneten war es ein harmonischer Informationsabend, auf der eine gute Grundlage erarbeitet wurde. Gleicher Meinung war Karl-Reinhold Wurch von der FDP: "Es war eine lebhafte Veranstaltung, die vielleicht professioneller hätte gestaltet werden können. Aber man hat gehört, wo die Leute der Schuh drückt."
Von Joachim Strunk, LN
„Streit“ nur um den letzten Listenplatz
Stormarner Tageblatt vom 18. März 2008
„Streit“ nur um den letzten Listenplatz
Keine Gegenkandidaten, keine Diskussionen – die Kandidatenaufstellung bei der Oldesloer SPD verlief einmütig.
Bad Oldesloe / o l Na wenn die SPD sonst keine Sorgen hat. Bei der Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten kabbelten sich Friedrich-Carl Wodarz und Dr. Jürgen Lange doch tatsächlich darum, wer von beiden denn nun den letzten Listenplatz haben dürfe. Der parteilose Lange unterlag dem ehemaligen Landtagsabgeordneten und Ortsvereinsvorsitzenden. Er wurden auf Platz 26 „hochgereicht“. Immer noch ein Platz, mit dem er nach dem 25. Mai ziemlich sicher nicht in die Stadtverordnetenversammlung einzieht.
Auf den vorderen Rängen sieht es natürlich ganz anders aus. Da tummeln sich die, die was bewegen wollen, die, die durchweg jetzt schon dabei sind. Hagen von Massenbach führt die Liste an. Klar, der ist Fraktionsvorsitzender, der bekommt den Spitzenplatz. Ihm folgt Maria Herrmann, stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Mit ihrer Nominierung, erläuterte Evelyn Claaß Fraktionsvorsitzende im Ruhestand, würdige die Kandidatenfindungskommission ihren unermüdlichen Einsatz für die Fraktion. Etliche der folgenden Plätze seien bewusst im Wechsel mit Mann und Frau besetzt worden. So folgt auf Platz drei Hans-Hermann Roden – der frisch gekürte Parteivorsitzende. Die Stadtverordnete Rosi Behrend kandidiert auf Platz vier.
Zwei Experten für den sozialen Bereich finden sich auf den Plätzen fünf und sechs: Jens-Pieter Friese und Birgit Weißmann. Björn Wahnfried tritt in die Fußstapfen von Haushaltsexperte Dieter Knoll, der zieht sich aus der Politik zurück. Dr. Tamara Thiesen ist bereits stellvertretendes Mitglied im Planungsausschuss. Sie engagiert sich vor allem im Stadtumbau West. Jürgen Voigt auf Platz neun – „nur“ muss man wohl sagen. Vor fünf Jahren sahen ihn die Parteifreunde noch auf Platz zwei, hoben ihn nach der Wahl sogar auf den Schild des Fraktions-Chefs. Zwischenzeitlich hat ihn allerdings Hagen von Massenbach auf dem Posten abgelöst. Jürgen Schneider wurde auf Platz zehn gesetzt. Er hat über die Hallenbadinitiative von der CDU zur SPD gefunden.
Die weiteren Positionen belegen: Stefan Eskierski, Halina Waltz, die ehemalige IGS-Elternbeiratsvorsitzende, Sven Seligmann, ein „Politikrückkehrer“, Hajo Krage von den Jusos und Christian P. Schlichte, der Kulturbeauftragte der Partei.
Auf den hinteren Plätzen rangieren mit Matina Kock (19), Dieter Knoll (20) und Ulla Riewerts (27) die „Aussteiger“ – eigentlich wollen sie nicht mehr kandidieren, aber aus Solidarität ließen sie sich doch noch mal aufstellen. Die Liste muss ja voll werden.
Diskussionen um Listenplätze oder Wahlbezirke blieben aus. Die Wahlkreise wurden einstimmig vergeben. Bei den Listenkandidaten erhielten nur drei Bewerber nicht die volle Stimmenzahl.
Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach zeigte sich mit dem Ergebnis zufrieden: „Die Mannschaft ergänzt sich gegenseitig hervorragend. Jede Position trägt einen wichtigen Teil zur gemeinsamen Gestaltung Bad Oldesloes bei.“ Er hob besonders den hohen Anteil parteiloser Kandidaten hervor.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 15. März 2008
Nicht nur Politik ist reine Glückssache
Im Rausch der Vorwahlzeit
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Man muss nicht nur nach Hessen und Berlin schauen, auch Stormarn bot in dieser Woche mehrere Lehrstunden in Sachen Demokratie. Dass einige Politiker dafür eine 180-Grad-Wendung vollziehen mussten und ihre Überzeugungen gleich an der Graderobe mit abgaben, kann man ihnen zugute halten, man kann sie auch dafür kritisieren. Großhansdorf: Die Christdemokraten haben den Weg für eine Gemeinschaftsschule freigemacht. Leicht ist ihnen das nicht gefallen, nach dem überwältigenden Elternvotum hatte sie wenige Wochen vor der Kommunalwahl aber keine andere Chance. Immerhin: Gekämpft haben die Großhansdorfer Christdemokraten für ihre Überzeugung. Die Landes-CDU hat ihr Wahlkampfversprechen, das dreigliedrige Schulsystem zu erhalten, wesentlich leichter aufgegeben. Aber in Kiel ging es ja auch um mehr.
Von der Schule zum Schulbus: Auch dort war es die CDU, die eine 30-prozentige Elternbeteiligung gesetzlich festschrieb. Und dann nach Widerstand in Carstensens Heimat in Form des Ministerpräsidenten umfiel. Nun müssen die Eltern nicht mehr zahlen, und die Stormarner Christdemokraten, die die Eltern schon vor der Gesetzesänderung zur Kasse gebeten hatten, sind sogar grundsätzlich bereit, den Eltern das bereits gezahlte Geld zurückzugeben. Davor gewarnt hatte übrigens ein Sozialdemokrat: Landrat Klaus Plöger nannte den Aufwand einen Verwaltungs-Wahnsinn.
Und es war ebenfalls Plöger, der davor gewarnt hatte, 60 000 Euro einen zusätzlichen Gelenkbus auf der Linie 917 aus dem Handgelenk zu genehmigen. In den Fraktionen hatten die Kreispolitiker ihren Vorwahl-Rausch dann offenbar ausgeschlafen und kassierten den Beschlussvorschlag des Verkehrsausschusses wieder ein. Ohne große Proteste der Eltern übrigens: Denen ist mit einem Gelenkbus im Tausch vorerst geholfen, und den zusätzlichen soll es geben, wenn keine anderen Lösungen möglich sind.
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Politiker und Beamte sind auch nur Menschen. Wie wäre es sonst möglich gewesen, dass die Stadt Bargteheide auf Antrag der CDU illegales Glücksspiel genehmigte? Also solches wird nach dem neuen Staatsvertrag nämlich ein Pokerabend eingestuft, wie ihn die CDU anbot. Für das Gesetz, das sich gegen Glücksspiele im Internet richtet haben gestandene Politiker nur das Wort „Schwachsinn“ übrig. Und wenn es wirklich ernst gemeint ist, müssten Staatsanwaltschaft und Polizei auch beim nächsten Kniffelabend der Feuerwehr auflaufen. Richtige Politik ist manchmal auch nicht mehr als Glücksache.
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Der Verein „Feste Grundschulzeiten“ ist eine Elterninitiative. Viele Honorarkräfte im Ganztagsschulbetrieb haben ihre Verträge nicht mit Schulen oder der Stadt, sondern mit Elternvereinen. Und trotzdem dürfen die Eltern bei der künftigen Ausgestaltung der Oldesloer Ganztagsschulen nicht mitmachen: Sie sind zum Workshop der Stadt nicht nur nicht eingeladen worden, ihre Teilnahme wurde sogar ausdrücklich untersagt. Eine schallende Ohrfeige für alle ehrenamtlich engagierten Eltern. Das ist schon schlimm genug. Dass es aber in allen Fraktionen Politiker gibt, die das richtig finden und argumentieren: „Wir müssen so etwas doch auch mal unter uns diskutieren können, ohne taktisches Wahlkampfgeplänkel“ ist ein Armutszeugnis. Da hilft es auch nichts, dass Bürgermeister Tassilo von Bary verspricht, bei zukünftigen Runden zu diesem Thema würden selbstverständlich auch Eltern, Lehrer und Schüler eingeladen. Haben wir nicht schon genug Erfahrungen mit Themen, die lange im stillen Kämmerlein ausgemauschelt wurden, für die dann aber noch eine Bürgerbeteiligung kommen soll? Als ein Beispiel sei hier mal kurz die Umgestaltung der Fußgängerzone erwähnt.
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Brezelämter eine Erfindung der Stormarner Presse. Mitnichten! Es war die Jungen Union Stormarn, die damit in Oktober 2006 an die Öffentlichkeit ging. Vorsitzender Malte Steckmeister damals: „Wir befürchten, Brezelämter sind keine Zukunftsmodelle.“ Damit war auch klar, dass der Begriff keine positiven Assoziationen wecken sollte. Minister Ralf Stegner (SPD) gebrauchte ihn dann genauso bei seinem Redaktionsbesuch beim Stormarner Tageblatt im Juni 2007, als er betonte, dass ein Brezelamt wohl kaum besser sei als zwei Kragenämter. Schon wieder so ein Wort! Aber auch das bildlich logisch: Die Gemeinden legen sich wie ein Kragen um die Stadt. Und in der Sprache kann aus zwei Kragen auch problemlos eine Brezel werden.
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Keine Schränke, keine Computer, nicht einmal Tische, um Arbeiten zu korrigieren – die Lehrer an Oldesloer Schulen wollen besser behandelt werden. Dass die Gewerkschaft GEW ausgerechnet jetzt ihre Forderungen erhebt, hat zwei Gründe: Ganztagsschule, Freistunden zwischendurch und Nachmittagsunterricht führen dazu, dass die Lehrer länger in den Schulen sind. Und das heimische Arbeitszimmer können sie auch nicht mehr von der Steuer absetzen. Doch muss dafür nun die Stadt einspringen? Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary lehnt das mit Blick auf den städtischen Haushalt entschieden ab. Irgendetwas wird man sich an den Schulen trotzdemetwas einfallen lassen müssen. Dass es so wird, wie unser Karikaturist Götz Wiedenroth Studienrat Klawuttke träumen lässt, ist aber nicht wirklich wahrscheinlich . . .
Workshop ohne Eltern ? Die SPD sagt ab
Stormarner Tageblatt vom 13. März 2008
Workshop ohne Eltern ? Die SPD sagt ab
Planungen für Ganztags-Schulbetrieb in Bad Odesloe nur in einem internen Zirkel vorgesehen
Bad Oldesloe/ol
– Die Stadt hat am Sonnabend zu einem Workshop eingeladen. Sechs Stunden lang soll Politikern, Verwaltungsmitarbeitern und Schulleitern die Gelegenheit gegeben werden, „an der weiteren Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für die Ganztagsschulen in Bad Oldesloe aktiv mitzuwirken“, so der vielversprechende Text in der Einladung. Die SPD hatte dafür drei Teilnehmer angemeldet: Birgit Weißmann und Jens-Pieter Friese, die bereits im Sozialausschuss engagiert sind, sowie Halina Waltz, ehemalige Schulelternbeiratsvorsitzende der IGS, die für die SPD bei der Kommunalwahl kandidiert. Völlig überraschend haben die jetzt ihre Teilnahme abgesagt. Jens-Peter Friese zu den Gründen: „Die Eltern bilden einen wichtigen Pfeiler der Planung, die gehören einfach dazu. Ohne Eltern braucht man sich gar nicht zusammen zu setzen.“ Bei diesem Termin sind Elternvertreter aber nicht erwünscht. Mindestens an einer Schule hatte die Rektorin die Einladung weiter gereicht. Daraufhin hatte sich eine Elternvertreterin angemeldet. Sie hat gestern von der Verwaltung eine Absage erhalten. Die SPD nimmt das zum Anlass ihrerseits den Termin zu canceln. Friese: „An diesem Wochenende ballt sich eh alles. Wir werden stattdessen an der Zukunftswerkstatt der Oase teilnehmen.“
Der „Oldesloer Schulrat“, in dem die Umsetzung des Schulgesetzes beraten worden war, sei ein gutes Beispiel dafür, wie wichtig es sei, Eltern in Entscheidungsprozesse einzubinden. „Die Zusammenarbeit dort hat hervorragend geklappt. Ohne die Eltern hätten wir ein anderes Ergebnis bekommen“, lobt Friese. Der SPD-Sprecher hält den Workshop für wichtig, den Termin aber für unglücklich gewählt: „Egal wie die Wahl ausgehen wird, danach werden die Gremien neu besetzt. Ich bin mir nicht sicher, ob da ein Termin vorher noch Sinn macht.“
Das sehen die Vertreter der anderen Parteien nicht so. Anita Klahn von der FDP: „Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, dann bitte keine große Runde, sonst bekommen wir nichts über den Tisch.“ Die Einladung sei Mitte Januar gekommen. Aus dem Verteiler gehe ganz klar hervor, dass die Schulleiter und sonst niemand von Schulseite eingeladen worden sei. „Die SPD nimmt sich die Chance, die Weichen mitzustellen“, bedauert Klahn. Sie gibt zu bedenken: „Wenn beispielsweise die Schulelternbeiratsvorsitzenden eingeladen worden wären, hätten die vorher an ihren Schulen Meinungen abfragen müssen.“
Ähnlich sieht das Dr. Otto Fickel: „Ich habe fest vor, da hin zu gehen. So etwas in kleinen Runden zu besprechen, ist ein ganz normales Verfahren und kein Grund auszuscheren. Das stört den wichtigen Prozess bloß.“
Bürgermeister Tassilo von Bary argumentiert mit Formalien: „Zum Kreis des Schulträgers gehören die hauptamtliche Verwaltung, die ehrenamtliche Selbstverwaltung und die Schulleiter. Keine Elternvertreter, keine Schülervertreter und auch keine Lehrergewerkschaften.“ Die sollen bei weiteren Terminen selbstverständlich beteiligt werden. Jetzt könnten deshalb einzelne Elternvertreter nicht zugelassen werden.
SPD verweigert Workshop-Teilnahme
Lübecker Nachrichten vom 13. März 2008
SPD verweigert Workshop-Teilnahme
BAD OLDESLOE – Oldesloes SPD hat die Teilnahme an einem internen Workshop zur Offenen Ganztagsschule für Schulleiter, haupt- und ehrenamtliche Verwaltung/Politik am Sonnabend abgesagt.
Der Grund: Eltern dürfen nicht daran teilnehmen. ln
Großreinemachen in Oldesloe
Stormarner Tageblatt vom 13. März 2008
Großreinemachen in Oldesloe
Wieder Aktionstag „Unser sauberes Schleswig-Holstein
Bad Oldesloe/st
– An diesem Sonnabend findet landesweit der Aktionstag „Unser sauberes Schleswig-Holstein“ statt. Bad Oldesloe hatte Vereine und Verbände sowie alle Bürger aufgerufen, sich am Einsammeln von Abfällen im Stadtgebiet zu beteiligen. In den Jahren zuvor hatte die SPD immer am Steinfelder Redder Müll gesammelt.
Jetzt ist dort ein Baugebiet entstanden und die Sozialdemokraten sehen nun andere in der Pflicht, dort für Sauberkeit zu sorgen. Dieses Jahr ruft die SPD dazu auf, den „Frühjahrsputz“ am Spielplatz Schanzenbarg vorzunehmen. Die Genossen treffen sich dort um 9.30 Uhr und würden sich freuen, Hilfe und Unterstützung aus der Bevölkerung für diese Aktion zu bekommen. Im Anschluss an das Müllsammeln bietet die Stadt Bad Oldesloe für alle Mitwirkenden ab 11 Uhr auf der Freifläche vor der Sparkasse eine Erbsensuppe sowie Getränke. Bürgermeister Tassilo von Bary und seine Rathaus-Crew haben angekündigt, sich den Kurpark vorzunehmen und dort für Sauberkeit zu sorgen.
West-Weg auf den Weg gebracht
Stormarner Tageblatt vom 12. März 2008
West-Weg auf den Weg gebracht
Der 24 000 Euro teure Wanderweg zur Wolkenweher Dorfstraße kann kommen. Im Planungsausschuss wurde ein entsprechender Bebauungsplan jetzt mit den CDU-Stimmen durchgewunken.
Bad Oldesloe/ol
– Schwupps, so schnell geht das, und schon sind 24 000 Euro ausgegeben – naja, fast. Ohne lange Diskussion sind die rechtlichen Voraussetzungen für den mittlerweile berüchtigten Wanderweg vom Westen zur Wolkenweher Dorfstraße mit der CDU-Mehrheit im Planungsausschuss beschlossen worden.
Das Projekt hat eine unrühmliche Vorgeschichte. Die CDU argumentiert, den Weg schon immer gewollt zu haben. Hätte man ihn von Anfang an vernünftig geplant und eingezeichnet, hätte der Erschließungsträger die Kosten tragen müssen. Das ist aber nicht passiert, wie überhaupt jenes Stück des Bebauungsplans nie zur Rechtskraft gekommen ist. Die abschließenden Schritte waren schlichtweg vergessen worden oder, um ein Hintertürchen zu behalten, nie ausgeführt worden. Das kam heraus als geprüft wurde, ob der Weg wirklich ohne Änderung des B-Plans angelegt werden könnte. Der Wanderweg entwickelt sich zum Katz-und-Maus-Spiel im Planungsausschuss. Mal hat die CDU keine Mehrheit zusammen, mal fehlen rechtliche Grundlagen und urplötzlich belaufen sich die Kosten auf 24 000 Euro. Seit geraumer Zeit pochen die Christdemokraten trotzdem auf den Bau des Weges, weil er das Strecken-Netz in der Stadt abrunde, weil sie es so in ihrem Wahlprogramm versprochen haben.
Kritiker führen an, es sei vertraglich vereinbart, einen solchen Weg nicht zu bauen, um Besucher-Druck vom ökologisch sensiblen Brenner Moor zu nehmen. Andernfalls hätte eine Umweltverträglichkeits-Prüfung gemacht werden müssen. Das wollte man damals aber verhindern, denn das Brenner Moor genießt FFH-Status.
Auf diesen Umstand wurde jetzt von der Unteren Naturschutzbehörde hingewiesen. Sie befürchtet erhöhte Wegefrequentierung in Verbindung mit verstärktem Nutzungsdruck und hätte dazu Aussagen im B-Plan erwartet. Von Stadtseite wird das allerdings vehement bestritten. Der Weg diene der Verbindung von Ortsteilen. Punkt, aus. Da wird die Verwaltung sich hüten, irgendwelche anderen Aussagen zu treffen.
Maria Herrmann von der SPD geißelte das Projekt als „schwachsinnig“. Die Liberale Anita Klahn stimmte ihr zu: „Der Weg ist überflüssig.“ Wenige Meter weiter gebe es bereits einen Trampelpfad. Der habe zudem den Vorteil, dass er barrierefrei zu nutzen sei. Der Grüne Gerold Rahmann machte sich gar nicht mehr die Mühe, vernünftig dagegen zu argumentieren, Verwaltung und CDU hielten sich ebenfalls bedeckt. Die Vorzeichen für den Weg sind schon lange klar, da gibt es nichts mehr zu argumentieren und zu diskutieren. Am Donnerstag, 19. März, werden ab 19.30 Uhr die abschließenden Beschlüsse in der Stadtverordnetenversammlung in der Festhalle gefasst.
Andreas Olbertz
CDU setzt "ihren" Wanderweg durch
Lübecker Nachrichten vom 12. März 2008
CDU setzt "ihren" Wanderweg durch
Bad Oldesloe - Kurz vor der nächsten Kommunalwahl lösen die Christdemokraten ihr Wahlversprechen ein und beschließen mit einer 5:4-Stimmenmehrheit im Wirtschafts- und Planungsausschuss den Lückenschluss des Wanderrundweges um Bad Oldesloe im Ortsteil Wolkenwehe.
Nach wie vor zum Unmut und Unverständnis der übrigen drei Oldesloer Parteien, die vor allem die hohen Kosten von 24 000 Euro monierten. Anita Klahn von der FDP erklärte stellvertretend auch für SPD und Grüne: "Geben Sie uns Ihre Karte, und wir zeichnen Ihnen einen Weg ganz in der Nähe ein, der die Lücke schließt, aber nicht diese Kosten verursacht."
Wesentlich mehr Übereinstimmung und letztlich Einigkeit erzielte der Ausschuss in den anderen Tagesordnungspunkten. So wurde die Verwaltung aufgefordert, über eine Verbesserung der Beleuchtungssituation auf dem Fußweg vom Wohnpark Liebe über die Beste bis hin zum Kirchberg nachzudenken. Bauamtsleiter Rolf Steinhörster erklärte, auf diesem Weg seien drei neue Lampen erforderlich, eine müsse versetzt werden. Die Gesamtkosten schätzt er auf 17 000 Euro. Hans-Hermann Roden von der SPD beantragte daraufhin, die Anwohner dieses Weges nach ihrer Meinung zu befragen. Die Kosten könnten über den Nachtragshaushalt eingestellt werden. Alle Ausschussmitglieder unterstützten diesen Antrag. Wie auch den, mit der Trittauerin Elke Baum Kontakt aufzunehmen, mit dem Ziel, sie als mögliche Veranstalterin des Adventsmarktes zu gewinnen.
Einstimmig beschloss der WPA zudem, die Werbesatzung der Stadt aus Gründen der Gleichberechtigung zu ändern. Mit der Ansiedlung von Max Bahr erhielt der Baumarkt damals die Sondergenehmigung zur Errichtung eines höheren Werbepylons. Dieses Recht soll nunmehr auch anderen Betrieben in dem Gewerbegebiet auf Wunsch eingeräumt werden. unk
Oldesloer SPD stellt Kandidatenliste vor
Lübecker Nachrichten vom 9. März 2008
Oldesloer SPD stellt Kandidatenliste vor
Bad Oldesloe - Auf der öffentlichen Mitgliederversammlung der Sozialdemokraten am Donnerstag ging es zur Sache. Hochmotiviert und interessiert zeigten sich rund 30 Teilnehmer, von denen ein Drittel gar kein Parteibuch haben. So gibt es insgesamt sieben Vertreter auf der SPD-Liste, die selbst parteilos sind: Dr. Tamara Thiesen, Halina Waltz, Peter Stoltenberg, Antje Wahnfried, Dr. Friedrich Weißmann, Ulrike Friese und Dr. Jürgen Lange.
Kriterien für die Reihenfolge auf der Liste waren Mitwirkung bei der bisherigen Fraktionsarbeit und Fachkenntnisse. Die Frauenquote wurde im so genannten Reißverschluss-Prinzip erfüllt: auf einen männlichen Kandidaten folgt immer eine Kandidatin. Nahezu einstimmig wurde am Ende die Liste beschlossen.
Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach, der an Platz eins der Liste steht, betonte, seine Partei trete in Bad Oldesloe ausdrücklich als Team an: "Wir haben weder Spezialisten benannt noch irgendwelche Spitzenkandidaten für bestimmte Ämter wie etwa den Posten des Bürgerworthalters." Seine Mannschaft ergänze sich gegenseitig hervorragend.
Ebenfalls sehr engagiert wurde das Wahlprogramm diskutiert, das in den nächsten Tagen der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll Schwerpunkte des Programms sind Bildung, Soziales und noch stärkere Bürgerbeteiligung.
Die Kandidaten für die Wahlkreise (in Klammern der Listenplatz): 1: Jürgen Voigt (9); 2: Hajo Krage (14); 3: Hermann Roden (3); 4: Birgit Weißmann (6); 5: Jürgen Schneider (10); 6: Sven Seligmann (13); 7: Jens-Pieter Friese (5); 8: Hagen von Massenbach (1); 9: Björn Wahnfried (7); 10: Dr. Tamara Thiesen (8); 11: Christian P. Schlichte (15); 12: Maria Herrmann (2); 13: Rosi Behrend (4); 14: Stefan Eskierski (11); 15: Halina Waltz (12).
Von Joachim Strunk, LN
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 8. März 2008
Im Zeichen der Kunst / Nicht nur Grüne sehen rot
Von Mensch und Tier
Andreas Olbertz und Volker Stolten
Die Grünen haben die Kultur als Betätigungsfeld entdeckt. Ein Veranstaltungssaal muss her, fordern sie. Und sie haben Recht! Einen Raum mit Flair sucht man hier vergeblich. Musicals in der Stormarnhalle und in der Pause werden die Würstchen aus dem leer geräumten Geräteschapp heraus verkauft. Ne, was hat das Stil.
Zum Glück gibt es ja das bald leere Amtsgericht. Dort, so hat es Vogelflüsterer Uwe Stephenson die Spatzen von den Dächern pfeifen hören, soll ein Saal eingerichtet werden. Zudem könnte noch die VHS dahin umziehen und das Heimatmuseum. Ein toller Plan, aber wo soll das Geld herkommen? Zuschüsse! Stadtumbau West – da sprudeln doch die Millionen! Vertreter der Stadt waren bereits in Kiel. Aber weil so verdächtig wenig darüber kommuniziert wird, ist der Verdacht naheliegend, dass das Gespräch nicht fruchtbar war. Im Gegenteil, das Papier aus Oldesloe sei regelrecht in der Luft zerrissen worden, so Insider. Ade, schöner Traum?
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Und noch mal Kultur: Die Grünen fordern höhere Zuschüsse für die Musikschule. Instrumentalunterricht ist teuer, aber unbestritten sinnvoll. Warum soll eigentlich nur die Musikschule gefördert werden und nicht auch der Unterricht bei privaten Lehrern? Ganz Einfach. Der Grünen-Antrag ist von Uwe Stephenson unterzeichnet. Und der ist Vorsitzender des Fördervereins der Musikschule. Daher tönt die Musik.
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Zum wievielten Mal kam das Oldesloer Intermar-Hotel jetzt unter den Hammer? Vor zehn Jahren hätte die Bank noch einen guten Preis erzielen können, aber abgewunken. Mittlerweile sind nicht nur Gerichtskosten, Zinsen, Hausmeister-, und Heizkosten aufgelaufen, das Gebäude ist auch heruntergekommen. So geht es nur noch um eine renovierungsbedürftige Anlage, und die Bank würde sich wahrscheinlich freuen, wenn die eine Million Euro einbrächte. Vor zehn Jahren hatte man mehr als das Dreifache ausgeschlagen. Aber vermutlich kann eine Bank Verluste besser abschreiben als unsereiner, und wenn der Buchwert erst mal auf einen Euro gefallen ist, tut es in der Bilanz auch nicht mehr weh.
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Ist es nicht mal wieder typisch? Da lädt die Stadt im internen Zirkel zu einem Workshop zur Ganztagsschule ein. An sich ja eine gute Idee. Halina Waltz hat sich dazu angemeldet. Nicht dass die Frau in der Stadt unbekannt wäre: Als Schulelternbeiratsvorsitzende der IGS hat sie sich einen Namen gemacht. Die Frau ist eine Kämpferin für die Gesamtschule, nicht auf den Kopf und nicht auf den Mund gefallen – die wäre eine Bereicherung. Doch statt dass man in der Verwaltung Hurra ruft, sich freut, dass da jemand Kompetentes seine Mitarbeit anbietet, kommt erst mal ratloses Kopfschütteln. Die Person ist nix, das Amt ist alles. Und Elternvertreterin ist sie ja nun nicht mehr. Mit quasi detektivischem Spürsinn ist dann herausgefunden worden, dass sie auf der Liste der SPD für ein Stadtverordneten-Mandat kandidieren möchte. Na also: Möchtegernkandidatin werden – Amt erkannt, Gefahr gebannt.
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Verdammte Sauerei: Die Ratten haben sich vermehrt wie die Karnickel, fühlen sich in Stormarns lebendiger Stadt pudelwohl und leben sprichwörtlich wie die Made im Speck. Das tierische Problem ist hausgemacht. Denn die Viecher werden von den Bürgern mit im Klo heruntergespülten Essensresten bestens versorgt und können sich auch an überquellenden Komposthaufen laben. Doch damit soll und muss nun Schluss sein. Bürgermeister Mitsch hat die Flucht nach vorn angetreten, zur Treibjagd geblasen und seinen „Untertanen“ eine Giftköder-Kur verordnet, um Bargteheides 150 000 nagenden Mitbewohnern den Garaus zu machen – Disney-Filmhit „Ratatouille“ hin oder her. „Wir haben die Schulden auf Null. Vielleicht schaffen wir das ja auch bei den Ratten“, merkte Mitsch am Mittwochabend bei der Sitzung des Stadtparlaments mit einem Augenzwinkern an. Unser Karikaturist hat da so seine Zweifel. Denn die „Sprachdusche“, die im Sommer am Dorfteich das kommunikative Miteinander fördern soll, könnte – vorausgesetzt es läuft die Rättin von Grass – auch das listige Ratten-Pack anlocken. Für reichlich Diskussionsstoff ist auf jeden Fall gesorgt. Denn nicht nur bei Ratten, auch bei diesem Kunststück sehen Bürger wohl rot. Ahrensburgs Muschelläufer lässt grüßen.
Bürgermeister einigt sich mit Hiss-Reet
Stormarner Tageblatt vom 8. März 2008
Bürgermeister einigt sich mit Hiss-Reet
Bad Oldesloe/ol
– Na also, es geht doch. Reethändler Tom Hiss und Bürgermeister Tassilo von Bary hatten gestern ein Krisengespräch und plötzlich scheint den Erweiterungsbauten auf dem Gelände neben dem Lockschuppen nichts mehr im Wege zu stehen.
Schon seit Jahren bemüht sich der Reethandel Hiss um die Genehmigung für Erweiterungsbauten. Dafür ist ein umfangreiches Geflecht aus Plänen und Verträgen nötig. Doch die Verhandlungen waren kürzlich mit einem Knall geplatzt (wir berichteten). Die Stadt sah sich von den Forderungen des Unternehmers überrumpelt, der wiederum sah sich von der Stadt erpresst, weil er ein Teil seines Geländes für einen Wanderweg kostenlos hergeben sollte. Die Fronten waren verhärtet.
Von den Stadtverordneten hatte Bürgermeister Tassilo von Bary einen klaren Verhandlungsauftrag bekommen. Als Vermittler hatte sich der Vorsitzende Rainer Fehrmann (CDU) um einen Termin bemüht und das Gespräch moderiert. Tom Hiss ist nach dem Gespräch sehr erleichtert: „Die Stadt hat einen ausgewogenen Vorschlag gemacht. Sie kauft ein Stück Wanderweg und Böschung. Der Sturm scheint sich zu legen.“
In Sachen Nutzungsgebühren für das Industriegleis gebe es immerhin eine vorsichtige Annäherung. Hiss: „Der Bürgermeister hat klar gemacht, dass die Verwaltung da eine andere Rechtsauffassung hat, und er sich deshalb auf keinen Kompromiss einlassen dürfe.“ Er vermutet, dass die Juristen noch mal ihre Sichtweisen austauschen. „Wenn es in der Atmosphäre weiter geht, wie dieses Gespräch jetzt gelaufen ist, bin ich mir sicher, dass wir zu einer Einigung kommen werden“, betont der Unternehmer: „Wirtschaftlich hat es ja auch keine große Bedeutung.“ Ein Komplettpaket aus Wanderweg und Industriegleis wäre ihm zwar lieber gewesen, aber wichtig sei, dass die Bauleitplanung voran komme.
Am Montag werden die Vertragsdetails im Planungsausschuss behandelt, am Mittwoch, 19. März, könnten die Stadtverordneten die nötigen Beschlüsse fassen. Ostern will Tom Hiss dann den Bauantrag einreichen: „Das Bauamt arbeitet bei so was ja ganz zügig. Die Probleme lagen ja wo anders. Ich gehe davon aus, dann schnell loslegen zu können.“
Rainer Fehrmann ist sehr zuversichtlich, dass die Verträge am Montag „emotionslos durchgehen. Im Grunde wird auf dem aufgebaut, was wir im Planungsausschuss und der Stadtverordnetenversammlung beschlossen hatten.“
Lokalderby um Kurparkstadion
Stormarner Tageblatt vom 7. März 2008
Lokalderby um Kurparkstadion
Stehen FFC und Union endlich vor Einigung ?
Bad Oldesloe/ol
– Im Dauerkonflikt zwischen dem Traditionsclub Union und den Erfolgskickerinnen vom FFC scheint sich endlich eine Lösung anzubahnen. Entsprechende Andeutungen wurden jetzt im Sozialausschuss gemacht. Dabei standen zu Sitzungsbeginn die Signale noch auf Sturm.
Seit Jahren schwelt zwischen beiden Vereinen ein Konflikt, der im vergangenen Herbst darin gipfelte, dass die FFC-Spielerinnen von Union ausgesperrt wurden und sich auf dem Parkplatz umziehen mussten. Es geht um Nutzungsrechte, um Geld, um Tradition, Eitelkeiten und die Lizenz für die zweite Bundesliga – eine gefährliche Gemengelage.
Um eine gemeinsame Basis eventuell hinzubekommen, wurde Jörg Lembke, Vorsitzender des Kreisfußballverbands als Mediator eingeschaltet. Ziel sollte ein gemeinsamer Pachtvertrag sein.
Der nutzt aber wenig, wenn sich zwei gleichberechtigte Partner anschließend ständig blockieren. Also wird zusätzlich ein Durchführungsvertrag mit detaillierten Regelungen benötigt. „Wir waren zu 95 Prozent durch, der Vertrag war quasi fertig“, erläutert Thomas Heimann, im Vorstand des FFC für den Bereich Organisation zuständig. Zu klären waren nur noch finanzielle Fragen. Dafür wären die Rahmenbedingungen der Stadt notwendig. Heimann nennt ein Beispiel: „Wenn die Stadt sagt, alle Einnahmen gehen an uns, wir übernehmen die Verpachtung von Wohnung und Gaststätte, dann müssen wir uns darüber im Vertrag keine Gedanken machen.“ Die Konditionen wollte der Mediator abrufen und bekam dabei gesagt, dass die Stadt keinen neuen Vertrag abschließen wolle.
Heimann: „Wir standen vor dem Nichts. Vor einem Monat war für uns nicht absehbar, ob wir hier noch eine Zukunft haben.“ Für einen Verein, der in zweiten Fußball-Bundesliga spielt ein unhaltbarer Zustand. Von derartigen Rahmenbedingungen hängen Lizenzfragen ab, um deren Verlängerung der Verein sich grade bemüht, Sponsorengelder und natürlich Fragen, wie weit sich ein Verein für den Ausbau einer Anlage einsetzt, an der er keine Rechte hat. Deswegen hat der FFC einen Antrag auf eine eigene, geeignete Sportstätte reaktiviert. Für die Dauer der Mediation war die Forderung zurück gestellt worden.
Lange Gesichter bei den Mitgliedern des Sozialausschusses. Die Ratlosigkeit war komplett, als Fachbereichsleiter Thomas Sob-czak mitteilte, dass es am Vorabend ein vielversprechendes Gespräch mit Vertretern beider Vereine gegeben habe. Offensichtlich hat die Verwaltung doch ein Vertragsangebot vorgelegt. Über Details durfte allerdings nicht gesprochen werden. Thomas Heimann: „Das ist die Lösung schlechthin. Aber ich glaube erst an einen Erfolg, wenn die Tinte unter dem Vertrag trocken ist.“ Die Aussage von Union steht nämlich noch aus. Aber Bürgermeister Tassilo von Bary ist von einer schnellen Lösung noch vor Ostern überzeugt.
Die Stadt hat die Pachtverträge mit allen Sportvereinen gekündigt. Zurzeit wird das 45 000 Euro teure Sportentwicklungskonzept erstellt. Erkenntnisse daraus sollen in neu gestaltete Verträge einfließen. Zudem müssen realistische Pachten erhoben werden, die den Vereinen wiederum als Zuschüsse erstattet werden. „Dazu sind wir haushaltsrechtlich verpflichtet“, erklärt der Bürgermeister.
Da Thomas Heimann signalisierte, dass es keinen akuten Handlungsbedarf der Politik gebe, wenn der Entwurf verabschiedet werde, stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür.
Andreas Olbertz
Erpressung? Kein B-Plan ohne Radweg
Stormarner Tageblatt vom 5. März 2008
Erpressung? Kein B-Plan ohne Radweg
Die Rede ist von Erpressung, Enteignung und schäbigem Umgang. Wenn Tom Hiss über die Verhandlungen mit der Stadt bezüglich eines Bauprojekts auf seinem Firmengelände spricht, steigt sein Blutdruck rapide an.
Bad Oldesloe/ol
– „Der Montag war ein Schock für mich“, berichtet Reethändler Tom Hiss. Stadtverordnetenversammlung – der Sitzungsbeginn verzögert sich, weil in einer Kleingruppe noch diskutiert wird. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit wird schließlich der B-Plan für Hiss-Reet beraten. Ergebnis: Das ganze geht erneut in den Planungsausschuss. Statt eine Baugenehmigung zu bekommen, steht Geschäftsmann Tom Hiss wieder am Nullpunkt. Mit hängenden Schultern verlässt er die Festhalle.
Vor etwa sechs Jahren hat Hiss-Reet das Gelände mit dem ehemaligen Lockschuppen beim Kurpark-Stadion gekauft. Dort will er nicht nur Reet für Dächer verkaufen, sondern auch einen Großhandel für ökologische Baustoffe etablieren. Investvolumen: 800 000 Euro. „Das ist jetzt unsere Stoßrichtung“, erzählt der Geschäftsmann: „Das vertreiben wir deutschlandweit.“
Um das Projekt realisieren zu können, ist ein „vorhabenbezogener Bebauungsplan“ notwendig. Dazu gehört ein Durchführungsvertrag, in dem beispielsweise Kostenübernahme und Ausgleichsflächen geregelt werden. Den hat Tom Hiss unterschrieben. Aber die Stadt nicht.
Es gibt da ja noch das Industriegleis und den Traum mit der Fortführung des Wanderwegs von Trittau bis zum Bahnhof längs der Gleise – beides über Hiss-Gelände. Dafür wäre ein städtebaulicher Vertrag notwendig. Im Juni 2007 wird Hiss ein Entwurf vorgelegt, der eine kostenlose Nutzung durch die Stadt vorsieht. Für Tom Hiss ist das sogar schlimmer als „nur“ eine Enteignung, weil er weiterhin alle Kosten für das Gelände tragen müsste. Er lehnt den Vertrag ab, macht seinerseits Forderungen geltend. „Vorher war nie von Geld die Rede“, wundert sich Bürgermeister Tassilo von Bary. Rainer Fehrmann, Vorsitzender des Planungsausschusses sieht die Wendung kritisch: „Zwei Jahre hat er uns in dem Glauben gelassen, wir dürften da mit dem Radweg drüber.“
Hier entsteht eine Zwickmühle: Hiss will unbedingt bauen und sieht sich von der Stadt erpresst, weil der B-Plan nur verabschiedet wird, wenn auch der städtebauliche Vertrag zustande kommt. Hiss: „Ich soll Zugeständnisse machen, die ich sonst nicht machen würde.“
Für das Industriegleis zeichnete sich im Februar eine Lösung ab. Verwaltung und Tom Hiss einigen sich auf einen Vertrag mit einer finanziellen Regelung. Wenige Stunden vor der Sitzung des Planungsausschusses platzt dieser Kompromiss – in der Verwaltung war der Kaufvertrag herausgekramt worden. Die Stadt meint, einen Passus entdeckt zu haben, der ihr eine kostenfreie Nutzung des Gleises garantiert. Rainer Fehrmann (CDU) ist verärgert: „Der Vertrag liegt doch schon seit Jahren im Rathaus, da hätte man doch längst mal reingucken können. Stattdessen wird Hiss ein Vertragsangebot gemacht und ungeprüft seine Rechtsposition übernommen.“ Auch Hermann Roden von der SPD ist mit dem Verlauf nicht zufrieden: „Wir waren davon ausgegangen, dass die Verwaltung das juristisch geklärt hat. Das war aber offensichtlich nicht passiert. Ich kann nachvollziehen, dass Tom Hiss sauer ist.“
In der Sitzung wird hart gerungen. Die Stadt bietet an, die reine Wanderwegfläche für 1 Euro pro Quadratmeter zu kaufen. Das lehnt Tom Hiss ab. Er fordert 15 Euro und will auch die nutzlose Böschung verkaufen. Der Ausschuss hält dagegen, dass er seinerzeit nur 7 Mark pro Quadratmeter gezahlt habe. Das ganze endet mit dem Auftrag an die Verwaltung, Verhandlungen über den Ankauf von Wegefläche und Böschung zu einem „angemessenen Preis“ zu führen. FDP-Frau Anita Klahn: „Nach der Sitzung hatten alle den Eindruck, einen Kompromiss gefunden zu haben. Wir standen dem wohlwollend gegenüber, die Verwaltung sollte im Sinne des Investors entscheiden.“ Mit einer kleinen Einschränkung so Hermann Roden: „Von Anfang an war klar, dass wir den Wanderweg wollen.“
Doch es kommt ganz anders. Die Angelegenheit wird nicht sofort geklärt, es gehen ein paar Tage ins Land. Als die Stadt verhandeln will, ist Tom Hiss beruflich in Rumänien. Erst wenige Stunden vor der Stadtverordnetenversammlung gibt es ein Telefonat. Hiss macht keinen Hehl daraus, dass ihm regelrecht der Kragen geplatzt ist. Bei den Stadtverordneten kommt wenig später an: „Er will nicht mit uns verhandeln.“ Also wird auch kein Beschluss gefasst.
Tom Hiss spricht in diesen Zusammenhang von „üblem Stil“. „Abwanderung – das ist schon ein Gedanke, der einem in der Enttäuschung in den Kopf kommt“, klagt der Unternehmer.
Nach einem Brandbrief des Investors hat Rainer Fehrmann gestern Nachmittag vermittelt und einen Termin zwischen Hiss und Bürgermeister von Bary arrangiert. Fehrmann ist zuversichtlich, „dass dabei der Knoten platzt“. Montag steht das Thema erneut auf der Tagesordnung des Planungsausschusses.
Andreas Olbertz
Einziger Bieter plant Wellness-Hotel
Hamburger Abendblatt vom 5. März 2008
Einziger Bieter plant Wellness-Hotel
Zwangsversteigerung: Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln will "Intermar" kaufen. Firma lolafe plus will 680 000 Euro zahlen. Gläubigerbank muss nun entscheiden, ob sie dieses Gebot annimmt.
Von Jörg Riefenstahl - Bad Oldesloe -
Wird das Hotel Intermar in Bad Oldesloe eine Wellness-Oase? Nach dem jüngsten Zwangsversteigerungstermin im Amtsgericht Bad Oldesloe für das seit elf Jahren leer stehende Gebäude am Sandkamp stehen die Chancen nicht schlecht, dass die Firma lolafe plus in Neustadt (Ostholstein) die Immobilie erwerben könnte. Der Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln hat das einzige Kaufgebot abgegeben. Er will 680 000 Euro für das Hotel auf den Tisch legen.
Ob die Eurohypo AG als Gläubigerbank dem Angebot zustimmen wird, muss sich zeigen. Immerhin wird der Verkehrswert des Intermar auch nach den Einbruchschäden im vergangenen Jahr (wir berichteten) auf rund 2,15 Millionen Euro beziffert. Birgit Stropeit, Rechtspflegerin am Amtsgericht Bad Oldesloe: "Lolafe muss sich mit der Gläubigerbank einigen. Die endgültige Entscheidung trifft das Gericht. Das passiert am 19. März."
Dem Vernehmen nach will lolafe aus dem Intermar ein Wellness-Hotel mit 140 Betten machen, das neben Privatleuten vor allem Fachleute für Seminare und Tagungen nutzen sollen.
"Das Intermar hat eine schöne Lage, und es ist gut zu erreichen. Wir wollen beispielsweise Mediziner und Naturheilpraktiker als Referenten in das Hotel einladen, die Apotheker oder Mitarbeiter von Pharmafirmen in Seminaren über die Anwendungsmöglichkeiten unserer Produkte informieren", sagte ein Sprecher der Firmenleitung der Ahrensburger Zeitung. Lolafe produziere Nahrungsergänzungsmittel wie Vitamin- und Enzympräparate für Wellness-Abteilungen in Hotels und für Apotheken in ganz Europa.
Zudem wolle man sich mit dem Hotel an Privatkunden wenden. Die könnten sich beispielsweise 14 Tage lang im Intermar erholen, während sie mit Vollwertkost versorgt werden, Wellness-Anwendungen bekämen und und sich mit lolafe-Produkten eindeckten.
In der Firmenleitung zeigt man sich zuversichtlich, mit der Eurohypo ins Geschäft zu kommen. "Wir sind guter Dinge, dass wir es hinbekommen", sagt der lolafe-Sprecher. Wenn es mit dem Kauf klappe, werde man weitere zwei Millionen Euro in den Ausbau des Hotelkomplexes stecken. "Wenn alles gut läuft, werden wir das Hotel im nächsten Jahr eröffnen."
Die Gefahr, dass ein anderer Bieter die Pläne mit einem höheren Gebot durchkreuzt, besteht nicht. Rechtspflegerin Birgit Stropeit: "Nur lolafe plus hat geboten. Entweder bekommt die Firma den Zuschlag, oder wir setzen einen neuen Zwangsversteigerungstermin fest."
Roden neuer SPD-Vorsitzender
Stormarner Tageblatt vom 3. März 2008
Roden neuer SPD-Vorsitzender
Kandidatenaufstellung am Donnerstag
Bad Oldesloe/ol
– Die eine Sitzung haben Sie grade hinter sich, da steht die nächste schon an. Bei ihrer Jahresversammlung mussten die Oldesloer Sozialdemokraten einen neuen Vorsitzenden wählen. Nach nur einem Jahr an der Spitze der Partei hatte Christoph Asmussen kürzlich sein Amt sang- und klanglos völlig überraschend nieder gelegt. Der bisherige stellvertretende Vorsitzende Hans-Hermann Roden wurde jetzt zum neuen Vorsitzenden gewählt. Roden ist seit 20 Jahren in der SPD und seit 1992 sowohl im Vorstand des Ortsvereins als auch in der Fraktion aktiv. Als seine Stellvertreterin wurde Ursula Riewerts gewählt. Neuer Kassenwart ist Björn Wahnfried. Er tritt die Nachfolge von Dieter Knoll an, der aus Altersgründen nicht wieder kandidierte.
Christian P. Schlichte (Stellvertretender Vorsitzender), Rosemarie Behrend, Andreas Clasen und Jürgen Schneider (Beisitzer) sind weiterhin im Amt. Maria Herrmann (stellvertretenden Fraktionsvorsitzende) schied aus dem Vorstand des Ortsvereins aus. Sie will sich zukünftig auf ihre Arbeit innerhalb der Fraktion konzentrieren.
Diese Personalien hat die Partei geklärt. Doch die nächsten stehen bereits unmittelbar bevor. Am Donnerstag, 6. März, ab 19 Uhr lädt die SPD zur öffentlichen Mitgliederversammlung in die Awo-Wohnanlage in der Hagenstraße ein. Diese Sitzung wird ganz im Zeichen der Kommunalwahl am 25. Mai stehen. Die Genossen müssen ihr Wahlprogramm verabschieden und die Listen- sowie Direktkandidaten aufstellen.
Hans-Hermann Roden neuer SPD-Vorsitzender

- Neuer SPD-Chef in Oldesloe: Hans-Hermann Roden
Lübecker Nachrichten vom 1. März 2008
Hans-Hermann Roden neuer SPD-Vorsitzender
Bad Oldesloe - Nach dem überraschenden Rücktritt von Ortschef Christoph Asmussen hat die Oldesloer SPD einen Nachfolger gefunden. Bei der Jahreshauptversammlung im Bella Donna Haus wurde Hans-Hermann Roden zum Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins Bad Oldesloe gewählt. Roden ist seit 20 Jahren in der SPD. Seit 1992 ist er sowohl im Vorstand des Ortsvereins als auch in der Fraktion aktiv.
Zu seiner Stellvertreterin wurde Ursula Riewerts neu gewählt. Neuer Kassenwart ist Björn Wahnfried. Weiterhin im Amt blieben Christian P. Schlichte als stellvertretender Vorsitzender sowie Rosemarie Behrend, Andreas Clasen und Jürgen Schneider als Beisitzer.
Am Donnerstag, 6. März, lädt die SPD zur öffentlichen Mitgliederversammlung ein. Beginn ist um 19 Uhr in der Awo-Wohnanlage in der Hagenstraße. Die Sitzung steht ganz im Zeichen der Kommunalwahl am 25. Mai. sus
Oldesloer "Intermar" erneut unter dem Hammer

- Foto HAB. Intermar heute.
Lübecker Nachrichten vom 1. März 2008
Oldesloer "Intermar" erneut unter dem Hammer
Bad Oldesloe - Der Versteigerungstermin für das seit elf Jahren leerstehende "Intermar" ergab gestern nur ein Gebot: Ob die Bank die 680 000 Euro einer Neustädter Firma akzeptiert, steht erst in drei Wochen fest. Der Verkehrswert beträgt 2,15 Millionen Euro.
"Kein Interesse, kein Gebot?", wundert sich Rechtspflegerin Birgit Stropeit gestern kopfschüttelnd eine Minute vor Gebotsende. Doch dann erhebt sich im Gerichtssaal 122 des Oldesloer Amtsgerichts doch noch einer der rund 15 Besucher und erklärt: "Wir würden 680 000 Euro bieten."
Das Gebot für die Firma LoLaFe Plus GmbH in Neustadt bleibt das einzige bei diesem Zwangsversteigerungstermin. Ein Ergebnis, dem die Eurohypo AG so zur Zeit nicht zustimmen wird. Bankvertreter Andreas Just bittet deshalb um eine Aussetzung des Zuschlags für drei Wochen. Das Ergebnis soll am Mittwoch, 19. März, verkündet werden. Just schließt einen weiteren Versteigerungstermin nicht aus. Der letzte war am 21. Juli 2000, vor fast acht Jahren .
Die unendliche Geschichte um die weitere Nutzung des ursprünglich als Schulungszentrum und Tagungshotel am Sandkamp in Bad Oldesloe konzipierten "Intermar" begann vor elf Jahren. Der Silvesterball 1996 war die letzte Feier im Oldesloer Intermar. Seitdem steht der Hotelkomplex leer.
Bis zum November vorigen Jahres wurde das Gebäude laut Zwangsverwalter Peter Baumgart regelmäßig beheizt. Doch dann räumten Einbrecher das Ex-Hotel leer. Sie brachen die Keller-Stahltüren auf und ließen die Umwälzpumpe der Heizungsanlage mitgehen, bauten 13 Heizkörper, sämtliche 35 Flurlampen, Waschbecken mitsamt Armaturen aus Hotelzimmern, Spülen aus drei Küchennischen ab, nahmen zudem einen Kühlschrank und eine komplette Teeküche mit.
Das Hotel war Opfer mehrerer Einbrüche, litt unter Vandalismus und Wasserschäden. Viele Jahre sorgte Hausmeister Stephan Ostmann durch Heizen und Lüften dafür, dass im Geisterhotel alles so blieb, wie vor dem Konkurs. Ostmann, der von Anfang an als Haustechniker im "Intermar" arbeitete, machte sich nach dem Konkurs mit der Gebäudepflege selbstständig.
Das dreigeschossige Hotel mit 280 Betten in 142 Zimmern wurde 1992 von Giovanni Cardini für 19 Millionen Mark errichtet. Der Konkursantrag wurde im November 1996 gestellt. Bei der ersten Zwangsversteigerung am 5. Juni 1998 fand sich kein Käufer. Die Gläubigerbank, die Frankfurter Hypothekenbank, jetzt Eurohypo AG, ersteigerte das Intermar-Hotel 1998 schließlich selbst für acht Millionen Mark. Einziger Mitbieter war damals ein Flensburger Immobilienmakler, der dort Kriegsflüchtlinge unterbringen wollte. Er war bei 7,7 Millionen Mark ausgestiegen.
Eine Nutzung als Altenheim kommt nicht in Frage, sagte Rechtspflegerin Stropeit gestern. Dies hatte die Stadt bereits 1998 abgelehnt. Auch von den Plänen der Therapiehilfe, Drogensüchtige dort zu therapieren, hielt die Kreisstadt nichts. Der Verein klagte zunächst wegen der Ablehnung sogar gegen Bad Oldesloe, zog die Klage jedoch später zurück. Bildung- und Weiterbildung im Ex-Hotel wurde lange Zeit von der Stadt favorisiert. Doch alle Bemühungen scheiterten. Zuletzt sollte im Gewerbegebiet Sandkamp wegen des solehaltigen warmen Grundwassers ein Thermalbad mit integriertem Hotel entstehen.
Seit dem Leerstand sank der Verkehrswert von zunächst rund acht Millionen Mark durch Einbrüche und Vandalismus der letzten Jahre auf zwei Millionen Euro. Ob die Firma LoLaFe plus GmbH, die mit Nahrungsergänzungsmitteln handelt, den Zuschlag bekommt, verkündet Stropeit in drei Wochen. Ein weiterer Interessent will der Bank 1,1 Millionen Euro für das "Intermar" geboten haben.Während der Versteigerung hatte er sich jedoch nicht gerührt.
Von Susanna Fofana , LN
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 1. März 2008
Sex, Geld und Politik durch die Rauschbrille gesehen
Vor der Wahl ist man klüger
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Da kann man sich ein gewisses Schmunzeln nicht verkneifen. Angelika Birk, bildungspolitische Sprecherin der Grünen, hat in einer Landtagsrede das Bargteheider Jugend-Arbeits-Team als vorbildlich gelobt. Wir wissen natürlich schon lange, was die Bargteheider an Ute Sauerwein-Weber und Joachim Brodmann haben. Aber weiß Angelika Birk, dass die Bargteheider das ganz ohne Grüne hinbekommen haben? Die CDU hat die absolute Mehrheit, die Grünen sind weder im Stadtrat vertreten noch außerparlamentarisch irgendwie besonders aufgefallen. Aber loben dürfen sie das Modell natürlich trotzdem.
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Kommunalpolitik hat ja auch viel mit Einstecken zu tun. Dass man politische Niederlagen verkraften muss und unter Umständen jahrelang nichts zu sagen hat, ist da noch das Harmloseste. Das Repertoire reicht von Lug und Trug (zumindest wird nicht immer die volle Wahrheit gesagt) bis zu persönlichen Angriffen und Verunglimpfungen. Gerold Rahmann von den Oldesloer Grünen zeigt besondere Leidensfähigkeit, wenn sie eine Bühne bietet. Bei der Diskussion um die Außenbereichssatzung Schadehorn wies er Siegfried Wobig (CDU) darauf hin: „Es tut mir leid, dass Sie uns nicht auch als Verhinderer erwähnt haben.“ Dann geißelte er den Beschluss als „typische Stormarner Fruchtfolge: Weizen, Gerste, Mais, Raps, Bauland.“ Half natürlich alles nichts, es ging mit den Stimmen von CDU und FDP durch. Ein wichtiger Erfolg für die Christdemokraten, die damit kurz vor der Wahl noch einen Punkt aus ihrem Programm als „versprochen und erfüllt“ abhaken können.
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Macht der Blick auf den Kalender klug? Bei Politikern kann das schon sein. Wie sonst ist zu erklären, dass im Stormarner Verkehrsausschuss auf die Schnelle 60 000 Euro pro Jahr herausgehauen werden. Wer das zähe Ringen um Kleinstbeträge kennt, kann sein Erstaunen nur durch einen Kalender-Blick erklären: Am 25. Mai ist Kommunalwahl, und da wollte wohl keine Partei in die Schusslinie erboster Eltern geraten. Auf der Buslinie 917 gibt es seit langem Probleme mit Überfüllung. Drängelei und Hauerei. Nun sind die Eltern entsprechend sauer auf die Politik, auch wenn die nicht viel dafür kann, weil die gleichen Eltern sich immer nur beim Busunternehmen beschwert hatten. Aber nun scheint alles gut zu werden. Genauso wie in Bargteheide: Die Hundebesitzer nutzten die terminliche Gelegenheit, einen Freilaufplatz für die Vierbeiner zu fordern. Welcher Bürgermeisterkandidat würde da und jetzt widersprechen. Da geht man doch lieber in die Hocke und streichelt die braven Hündchen. Mal sehen, ob Kommunalpolitiker mehr Versprechen halten als Bundespolitiker.
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Es geht Schlag auf Schlag: Gleich zwei neue Schulmensen wurden in dieser Woche eingeweiht, in der Reinfelder Matthias-Claudius- und in der Oldesloer Masurenwegschule. In vielen anderen Ländern ist das Mittagessen in der Schule seit langem Standard, bei uns wird es langsam zur Normalität. Passt ja auch gut zu den Klagen, dass immer mehr Kinder ohne Pausenbrot in die Schulen geschickt werden und zu Hause auch kein Mittagessen bekommen. So gut und sinnvoll die gesunde Mahlzeit in der Schule ist, die Debatte um mehr hat schon begonnen: Essen für alle kostenlos, damit es ja niemand gibt, der es sich nicht leisten kann. Kostenlos ist allerdings nicht umsonst: Irgendjemand zahlt immer.
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Was ist gefährlicher – Autofahren oder Sex? Es muss ersteres sein. Schließlich gilt für Fahranfänger die Null-Promille-Grenze, und niemand käme auf die Idee, Kurse für besoffenes Fahren anzubieten. Anders beim Sex: Da lernten Schüler bei den Jugendfilmtagen dieser Woche, wie man mit 0,8 Promille ein Kondom überstreift. Das kann fatale Folgen haben, hat sich unter Karikaturist Götz Wiedenroth gedacht. Wer die Verkehrs-Kondom-Übung mit der Rauschbrille schafft, der kann es auch im Straßenverkehr zu etwas bringen.
Der Hammer fiel – vergebens!
Stormarner Tageblatt vom 1. März 2008
Der Hammer fiel – vergebens!
Die Endlosgeschichte um das leer stehende einstige Nobelhotel Intermar am Sandkamp ist um ein weiteres Kapitel bereichert worden. Zeichnet sich jetzt ein Ende der Saga ab?
Bad Oldesloe/rob
– Es war einmal ein Hotel, ein moderner, knapp zehn Millionen Mark teurer Zweckbau mit 140 Betten und Seminarräumen. Doch das Schicksal meinte es nicht gut mit dem Haus. Die erwarteten Gäste aus Skandinavien blieben ebenso aus wirtschaftlichen Gründen weg wie die erhofften Firmenkunden. Nur vier Jahre war das Hotel in Betrieb, am 1. Januar 1997, genau nach der Silvesterfeier, ging im Oldesloer Intermar das Licht aus.
Noch im selben Jahr fand Zwangsverwalter Peter Baumgart einen Hotelier, der bereit war, das Intermar für 25 000 Euro monatlich zu pachten. Die Bank wollte aber mindestens 30 000 Euro. Schließlich hatte der Gutachter den Wert des Hotels auf rund 4,3 Millionen Euro taxiert. Anfang Oktober bot der Flensburger Immobilienmakler Hermann Densch fast 3,4 Millionen Euro. Er wollte betuchte Bürgerkriegsflüchtlinge im Intermar unterbringen. Die Eurohypo bot aber lieber selbst gut vier Millionen und behielt das Hotel.
Gestern – viele Versteigerungstermine später und einige Millionen Euro leichter – saßen sich Peter Baumgart und die Eurohypo wieder im Oldesloer Amtsgericht gegenüber. Nicht mehr 4,3, sondern nur noch 2,1 Millionen Euro ist das Hotel laut Gutachter wert. Seit Jahresbeginn wird es nicht mehr beheizt. Seit den letzten Einbrüchen im November funktioniert die Anlage nicht mehr, von der es im Gutachten noch heißt, sie sei betriebsbereit. Das gesamte Gebäude ist auch wegen Vandalismus-Schäden renovierungsbedürftig.
Das erklärt Rechtspflegerin Birgit Stropeit den rund 15 Anwesenden ebenso wie die Bedingungen, die an ein Ersteigern geknüpft sind: Dass man zulässiges Gewerbe in der Umgebung dulden muss, dass man keinen Anspruch auf eine Gewährleistung hat und sofort in alle Pflichten eintritt.
37 388,38 Euro sind das Mindestgebot. Es sind die aufgelaufenen Gerichtskosten. Aber dafür würde die Eurohypo das Hotel natürlich nicht hergeben. Die Mindestsummen früherer Versteigerungstermine gibt es zwar nicht mehr, „das heißt aber nicht, dass es zum Schleuderpreis weggeht“, warnt Birgit Stropeit die Schnäppchenjäger vor.
Ein Mann in Jeans mit Dreitagebart kommt erst um 11.13 Uhr. Um 11.15 Uhr eröffnet Birgit Stropeit die Bieterstunde, die in Wirklichkeit 30 Minuten lang ist. Um 11.19 Uhr ist der Mann in Jeans der erste, der Andreas Just von Eurohypo zum Zweigespräch vor die Tür bittet. Es werden in den nächsten Minuten noch vier weitere Herren sein.
Als Just wieder reinkommt, fragt er: „Wie liegen denn die Gebote?“ Und muss hören, dass es kein einziges gibt. „Die offizielle Bieterzeit ist gleich zu Ende“, verkündet Birgit Stropeit um 11.43 Uhr. Erst als der Zeiger schon auf die 46 springt, erhebt sich ein Mann und sagt „Wir bieten 680 000 Euro“. Als der Hammer zum dritten Mal fällt gehört das Intermar der LoafePlus GmbH aus Neustadt in Holstein. Für ein paar Sekunden. Der Eurohypo ist das zu wenig, Andreas Just beantragt „Aussetzung der Entscheidung“.
In der Bank wird man darüber nachdenken, ob man mit einer Summe zufrieden ist, die unter dem geschätzten Wert für das 15 000 Quadratmeter große Grundstück liegt. Am Mittwoch vor Ostern wird Birgit Stropeit darüber entscheiden, ob das Intermar ein weiteres Mal in die Zwangsversteigerung geht.
Rolf BlAse
CDU entscheidet Machtkampf für sich
Stormarner Tageblatt vom 28. Februar 2008
CDU entscheidet Machtkampf für sich
Siegfried Wobig hat es ihnen gezeigt. Von der örtlichen Verwaltung bis zum Innenminister waren alle gegen die Außenbereichssatzung Schadehorn. Doch er hat sie alle eines Besseren belehrt.
Bad Oldesloe/ol
– Jetzt also doch: In Schadehorn kann gebaut werden. CDU und FDP sprachen sich für eine entsprechende Außenbereichssatzung aus, SPD und Grüne waren dagegen.
„Leicht war das nicht“, stellte CDU-Vorkämpfer Siegfried Wobig bei der abschließenden Diskussion der Stadtverordneten klar: „Wir mussten unsere eigene Verwaltung, den Kreis und den Innenminister darauf hinweisen, dass wir bereit sind, für unser Recht zu kämpfen.“ Und das ist noch harmlos formuliert. In der Tat hatten sich Verwaltung und Politik in diesem Punkt einen regelrechten Machtkampf geliefert. Die Satzungen für Glinde und Poggensee gingen 2004 relativ glatt durch. Aber dabei wollte es die CDU nicht belassen.
Zusammen mit der FDP waren daraufhin auch die Satzungen für Sehmsdorf und Schadehorn auf den Weg gebracht worden. Bürgermeister Tassilo von Bary aber, der das für rechtswidrig hielt, kassierte den Beschluss. Von der Mehrheit der Stadtverordneten kam daraufhin Widerspruch. Wer hält das Spielchen länger durch? Die CDU ging jetzt als Sieger vom Platz – zumindest zu einem guten Teil. Eigentlich hätte auch in Sehmsdorf Baurecht geschaffen werden sollen, aber das lies sich nicht durchsetzen. Wobig: „Der Kreis hat uns bewiesen, dass die bestehenden Pläne rechtskräftig sind.“
Für die SPD sprach sich Hans-Hermann Roden gegen das Vorhaben aus. „Wir wollen keine Verfestigung von Splittersiedlungen – die Ortsteile bekommen ja sogar schon Dorfcharakter“, argumentierte er: „Die Familienfreundlichkeit, die hier als Argument angeführt wird, bedeutet für uns, dass auch mal Flächen frei gelassen werden.“ Eine 170 Meter lange Straßenfront sei keine Baulücke mehr, sondern freies Feld.
Das sieht Siegfried Wobig ganz anders: „Auch in den Ortsteilen muss es eine städtebauliche Entwicklung für den örtlichen Bedarf geben. Die SPD verhindert, dass die Kinder dort bauen können.“ Auf vier Bauplätzen besteht diese Möglichkeit jetzt. Viel ist das nicht, aber Siegfried Wobig macht kein Geheimnis daraus, dass es in dieser Frage auch viel um Prinzipien geht: „Wir haben nach dem Baugesetzbuch eine starke Position. Die wollen wir uns von Paragrafenreitern nicht kaputt machen lassen. Das durch zu kämpfen hat mir durchaus auch Spaß gemacht.“
Andreas Olbertz
Jetzt darf gebaut werden: Oldesloe beschließt Außenbereichssatzung Schadehorn
Lübecker Nachrichten vom 27. Februar 2008
Jetzt darf gebaut werden: Oldesloe beschließt Außenbereichssatzung Schadehorn
Bad Oldesloe - Darüber, ob es nun familienfreundlich ist, wenn auf dem Dorf aufgewachsene Kinder auf dem elterlichen Grundstück bauen dürfen, oder ob jetzigen Dorfkindern dadurch zu wenig Platz zum Toben bleibt, konnten sich die Oldesloer Stadtverordneten unterschiedlicher Couleur trefflich streiten.
Dabei ging es bei der zweiten Außenbereichssatzung Schadehorn gerade mal um vier Grundstücke, die mit Einsatz von CDU und FDP nun auch bebaut werden dürfen. Der Stadt entstehen dadurch keine Kosten.
Das Thema hat Bad Oldesloes Verwaltung und städtische Gremien bereits lange beschäftigt - seit 2006. Unter der Überschrift "Leitwerte" wird in der Vorlage der Leitsatz "Bad Oldesloe - die familienfreundliche Stadt der Generation mit Tradition" genannt. Den in den Ortsteilen ansässigen Bürgern solle die Möglichkeit eingeräumt werden, Siedlungswünsche ihrer Kinder zu erfüllen.
Familienfreundliche Stadt bedeute auch, Flächen frei zu lassen und nicht alles zuzubauen, damit Kinder und Jugendliche Möglichkeiten haben, sich frei zu bewegen. Splittersiedlungen würden verfestigt - genau das, was man nicht wollte, so Hans-Hermann Roden (SPD). 170 Meter seien keine "Baulücke", sondern freie Landschaft. "Auch in unseren Ortsteilen muss es eine städtebauliche Entwicklung für den örtlichen Bedarf geben", sagte Siegfried Wobig (CDU). Er sei froh, dass es gelungen sei, die Satzung aufzustellen. Die eigene Verwaltung, der Kreis und das Innenministerium hätten davon überzeugt werden müssen, dass wir das uns nach dem Bundesbaugesetz zustehende Recht ernst nehmen. Es ginge hier einzig um den örtlichen Bedarf. Wobig: "Kinder, die in unseren Ortsteilen aufwachsen und da bauen wollen, werden von der SPD daran gehindert."
Grünen-Chef Gerold Rahmann bedauerte, dass Wobig seine Partei nicht als Verhinderer genannt habe. Er war beeindruckt davon, dass es kommunalrechtlich möglich sei, solche Sachen durchzudrücken. Er bedauerte, dass aus Bauernland Bauland werde. Rahmann: "Ich hoffe, dass wir ab Mai solche Gebiete nicht mehr zubauen müssen." Karl-Reinhold Wurch lobte, dass durch die Beratungen im Vorfeld "eine runde Sache" herausgekommen sei. Es ginge einzig um vier zusätzliche Bauplätze. Man solle den Kindern ermöglichen, dort zu bauen und ihre Kinder im Dorf aufwachsen zu lassen. Mit 14 Ja-Stimmen und zehn Gegenstimmen wurde letztlich der Entwurf beschlossen. sus
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 23. Februar 2008
Von neuen, alten und gescheiterten Plänen
Viel Rauch – um nichts ?
Andreas Olbertz, Rolf Blase
Sollen Osterfeuer, zumindest die kleinen privaten, verboten werden? Wenn es nach dem Stormarner Umweltamt geht, am liebsten schon. Als unerlaubte Abfallentsorgung und Umweltverschmutzung geißeln die staatlichen Umweltschützer das Verbrennen von Baumresten an den Festtagen. Natürlich wird dabei CO2 frei gesetzt, aber nicht mehr, als wenn man das Holz verrotten lassen würde. Und wie soll die Ökobilanz erst aussehen, wenn man – wie offiziell empfohlen – den gesamten Baumschnitt auf dem Auto-Anhänger zu den Recyclinghöfen fährt. Zugegeben: Die Osterfeuer qualmen, und es werden wohl auch immer mehr. Aber sie sind Tradition, und sie sind gesellig. Das will man sich nicht auch noch von Spaßbremsern vermiesen lassen.
Unser Karikaturistner Götz Wiedenroth hat sich des Themas ebenfalls angenommen. Und wie nicht anders zu erwarten, hat auch er bei seinen Recherchen festgestellt, das Feuerchen in Oldesloe eine lebendige Tradition haben.
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Die Tradition der Hexenverbrennung wird vom evangelischen Kirchenvorstand in der Kreisstadt, sagen wir mal vorsichtig, in anderer Form aufrecht erhalten. Es wird nicht gezündelt, aber doch ein Brandbrief verschickt. Da haben erst der Renovierungsausschuss und dann der Kirchenvorstand jahrelang gerungen und getüftelt, um eine Lösung für die Altarfrage in der Peter-Paul-Kirche zu finden. Jetzt wurde etwas präsentiert – gelungen und nachvollziehbar. Der Entwurf wurde aber nicht zur Diskussion gestellt, sondern als beschlossen verkündet. Nun hat es aber tatsächlich Leute gegeben, die dieses Vorgehen zu kritisieren wagten, die nicht „Hurra und Amen“ gerufen haben, sondern „sehr schön, aber ...!“ Wir reden hier nicht von ewigen Nörglern und Querulanten, sondern von qualifizierter Kritik der Chorräte, die von ihren Sängern legitimiert sind, deren ganz spezifische Interessen zu vertreten. Oha, jetzt brennt die Hütte. Das ist ja quasi gotteslästerlich. Wenn der Ehepartner Pastor ist, muss er der Meinung des Kirchenvorstands sein, und wenn man mit einem Pastor verheiratet ist, muss man dessen Meinung sein – soll es in einem Brief an ein Mitglied des Chorrats heißen, das wir sicherheitshalber mal lieber nicht näher benennen. Das wäre so unglaublich, anmaßend, ignorant und undemokratisch – das kann eigentlich nicht stimmen. Nein, Kirche doch nicht! Dabei muss es sich um ein ganz fieses Gerücht handeln.
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Da hat der Grüne Gerold Rahmann wieder so richtig zugeschlagen. Weitgehend unbemerkt zwar, weil mal wieder nur Spezel eingeladen waren, aber was so nach außen gedrungen ist, hat er bei der Inforunde im Stadthaus kein gutes Haar an den Vorstellungen des Planungsbüros für den Stadtumbau West gelassen. So kennen wir ihn, wenn er sich erst mal eingeschossen hat.
Voll daneben sei das gewesen, kommt aus der anderen Richtung. Das sei doch lediglich eine erste Vorstellung gewesen, da habe man nicht mehr erwarten können. Da werde wieder was kaputt geredet, noch ehe es los geht. Auch richtig. Andererseits ... wissen wir nicht alle, wie das Spiel in der Stadt läuft Beispiel Fußgängerzone: Da hieß es auch immer: Das Konzept mit Bürgerbeteiligung und allem Pipapo kommt noch. Und Politik wartet und wartet, und zwischendurch werden die Scheinchen für Spielgeräte, Sitzstangen und Alubänke rausgehauen. Viele Dinge entwickeln einfach so was wie Eigendynamik. Plötzlich sind sie da, es gibt kein Zurück mehr, obwohl es nur Denkanstöße waren.
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Ist das nun eine gute Nachricht oder nicht? Minister Austermann will in Berlin Geld für eine S-Bahn bis Bad Oldesloe locker machen. Das hört sich erstmal gut an, aber in Stormarn ist das Thema so alt, dass niemand mehr daran glauben mag. In der Tat: Geschehen ist noch nichts. Absichtserklärungen des Ministers und der Bahn, vornehme Zurückhaltung aus Hamburg. Aber man soll ja nicht schwarz sehen. An die Elektrifizierung hatte auch schon keiner mehr geglaubt.
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Auch Politiker sind nur Menschen, und wie wir seit dieser Woche von ihnen selbst wissen, keine besseren. Einen Raum für die Raucher wollten die (rauchenden) Kreistagsabgeordneten und erteilten der Verwaltung einen Prüfauftrag. Unter 10 000 Euro wäre aber überhaupt nichts zu machen gewesen, und das wollten die Politiker sich und den anderen nicht antun. Also müssen auch sie jetzt, wie die Verwaltungsmitarbeiter, mit der Zigarette vor die Tür gehen.
Oberstufe für TSS eingeplant
Stormarner Tageblatt vom 21. Februar 2008
Oberstufe für TSS eingeplant
Bekommt die TSS eine Oberstufe? Fakt ist: Eine Genehmigung gibt es bislang nicht, aber alle gehen davon aus.
Bad Oldesloe/ol
– Was war die Aufregung groß. Da hatte der Rektor der Theodor-Storm-Schule Hartmut Kühn, doch tatsächlich behauptet, die zukünftige Gemeinschaftsschule werde auch eine gymnasiale Oberstufe bekommen. Das stimmt aber nicht, oder besser: Es steht noch nicht fest. Daraufhin musste er zurück rudern und der Ärger bei den Eltern war groß. „Politik und Verwaltung haben Mist gebaut und vergessen, die Oberstufe auch zu beantragen“, waberte als Gerücht durch die Stadt.
Doch auch das stimmt nicht, zumindest nicht ganz. Rektor Kühn rekapituliert, wie es zu dem Missverständnis kommen konnte. Laut Beschluss der Stadtverordneten soll aus der Realschule ab Sommer eine Gemeinschaftsschule werden. Daraufhin hat die Schule ein Konzept erarbeitet, das auch eine Oberstufe als sinnvolle Ergänzung vorsieht. Auf Basis dieses Konzeptes hat die Schule einen Antrag an das Kultusministerium formuliert. Kühn: „Der ist von der Verwaltung modifiziert worden – aber davon wusste ich nichts. Als dann die Mitteilung kam, der Antrag sei angenommen worden, dachte ich, das beziehe sich auch auf die Oberstufe.“ Tut es aber nicht.
Kühn: „Das Ministerium hat das bei keiner Schule entschieden und hat momentan auch nicht vor etwas in dieser Richtung zu genehmigen, sondern will diese Entscheidungen erst in drei bis vier Jahren treffen.“ Logischerweise müsse erst mal abgewartet werden, wie viele Oberstufenschüler die Gemeinschaftsschulen überhaupt haben werden. Momentan sei nicht mal absehbar, wie viele Kinder mit Gymnasialempfehlung angemeldet werden. Trotzdem ist der Realschulchef zuversichtlich, dass an einer Oberstufe für die TSS kein Weg vorbeiführt. „Ziel des neuen Schulgesetzes ist es, mehr Kinder zu höheren Bildungsabschlüssen zu führen. Die Kinderzahlen in Oldesloe sind konstant, die Oberstufen bislang voll. Deshalb gehe ich davon aus, dass eine Oberstufe hinzukommen muss“, argumentiert der Schulleiter.
Bislang habe die IGS immer viele gymnasialempfohlene Kinder ablehnen müssen. Wie sich die Diskussion um G8 auswirken wird, ist noch nicht bekannt. Und Kühn hat noch ein weiteres Eisen im Feuer: Da die TSS von der fünfeinhalbzügigen Realschule zur dreizügigen Gemeinschaftsschule wird, werden auf absehbare Zeit Räume leer stehen. „Wir könnten eine Oberstufe ohne zusätzliche Baumaßnahme realisieren“, betont er. „Eine für die Eltern verbindliche Entscheidung ist jedoch erst ab 2012 zu erwarten“, so Bürgermeister Tassilo von Bary in einer Pressemitteilung.
Andreas Olbertz
Junge Künstler mit Fantasie und Gemeinsinn

- Auch Sarah Härtl aus der 10c der IGS hat am Wettbewerb teilgenommen. Hier schaut sie sich mit Freund Eric Weise die Arbeit ihrer Klassenkameradin Clara Palmberg-Süße an.

- Foto: akr
Stormarner Tageblatt vom 20. Februar 2008
Junge Künstler mit Fantasie und Gemeinsinn
Schüler präsentierten jetzt ihre Kunstwerke zum Thema: „Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“ im Foyer des Kreisarchivs der Öffentlichkeit.
Bad Oldesloe/akr
– „Kunst ist eine Form der Aneignung von Wirklichkeit“, sagte „Hausherr“ Dr. Johannes Spallek bei der Eröffnung der Ausstellung „Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“ im Foyer des Kreisarchivs. Dort werden Arbeiten von Schülern eines Kunst-Leistungskurses des 13. Jahrganges der Integrierten Gesamtschule sowie einiger zehnter Klassen der Theodor-Mommsen-Schule gezeigt. Sie hatten an einem vom Kulturforum der SPD initiierten Wettbewerb teilgenommen.
Die Schüler waren aufgerufen, Konzepte für eine Belebung der Innenstadt einzureichen oder ihrer persönliche Sicht von Monotonie in der Kreisstadt Ausdruck zu geben.
Die jungen Künstler setzten ganz unterschiedliche Techniken wie Fotografie, Video und Malerei zur Umsetzung ihrer Ideen ein. Unter Anleitung der Kunstlehrer Miriam Rohde (IGS) und Caesar Bauer (TMS) entstanden zahlreiche Arbeiten, von den die zehn Besten mit Preisen belohnt wurden.
Schon vor der offiziellen Eröffnung hatte der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner sich zwischen bunten Collagen, Zeichnungen und Graffitis an den recht eng platzierten und leider nur minimal beleuchteten Stellwänden umgeschaut. In seiner Eröffnungsrede lobte der ehemalige Kulturstaatssekretär vor allem Fantasie und Gemeinsinn der jungen Künstler. Applaus hätten nicht nur die Preisträger verdient. „Die Arbeiten sind alles andere als monoton, und auch die Tatsache dass die Teilnehmer ihre freie Zeit investiert haben, um einen kritischen Blick auf ihre Stadt zu werfen ist einen Applaus wert.“
Die Gesellschaft habe diese Art von Gemeinsinn mehr denn je bitter nötig, so Stegner: „Wir müssen gerade die Sachen angehen, die nicht in Ordnung sind und das beginnt nun mal in der direkten Nachbarschaft.“
Den ersten Preis erhielt Anna-Lisa von Hacht für ihr Kurz-Video einer stadtbekannten Supermarkt-Rolltreppe. Die Oldesloer Papierkörbe fasste Bernadette Heinrich zu einer bunten Collage zusammen und wurde dafür mit dem zweiten Preis belohnt. Beide dürfen sich auf ein Kunstwochenende in der Trittauer Wassermühle freuen. Nach Berlin dürfen Alisa Sorgenfrei und Maria Wunderlich fahren, die mit dem dritten und vierten Preis ausgezeichnet wurden. Lisa Moßner, Franziska Preiss, Mareike Thieme, Marlene Rickmers, Luca Viola Inhülsen, Lätitia Vögtler und Julia Vorbeck sind die weiteren Gewinner des SPD-Kunstwettbewerbs.
Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar in der Mommsenstraße 14 zu sehen. Anette Kröning
Stadtumbau – nicht gestartet, aber schon Theater
Stormarner Tageblatt vom 19. Februar 2008
Stadtumbau – nicht gestartet, aber schon Theater
Beim Stadtumbau West kann Oldesloe Millionen Fördermittel bekommen. Kommunalpolitiker wurden jetzt informiert und prompt gab es Streit über die Ausrichtung des Programms.
Bad Oldesloe/ol
– Am Wochenende haben sich Oldesloes Kommunalpolitiker getroffen, um eine neue Geheimsprache zu lernen: „VU fürs WoMaKo im Rahmen von ISEK.“ Alles klar, oder waren Sie auch nicht dabei? VU steht nicht für völliger Unsinn, sondern für Voruntersuchung. Hinter ISEK verbirgt sich das Integrierte Stadt Entwicklungskonzept, von dem das Wohnungsmarkt Konzept ein wichtiger Baustein ist – genau wie der Generalverkehrsplan und das Sportentwicklungskonzept für die es bestimmt auch schöne Abkürzungen gibt.
Das Ganze steht unter der großen Überschrift: Stadtumbau West. Ein Förderprogramm, in das Oldesloe aufgenommen worden ist. In den nächsten Jahren können Millionen an Fördermitteln fließen.
An dieses Geld zu kommen, wird kein leichter Weg, dass zeigen die Reaktionen der Politik auf die Informationen. „Ich betrachte diesen Vormittag nicht als weggeschmissene Zeit“, sagt CDU-Fraktions-Chef Horst Möller. Hans-Hermann Roden von der SPD: „Es ist ein bisschen schwer zu vermitteln.“ Klaus Schröder stellt für die FDP klar: „Uns bleibt nichts anderes übrig als das zu machen.“ Echte Begeisterung klingt anders und deshalb verwundert es nicht, dass vom Grünen Gerold Rahmann gleich harsche Kritik kommt: „Nicht gegen ISEK, das ist eine gute Sache, aber nicht so! Ein ernsthafter ISEK-Prozess würde anders laufen.“
Rahmann Kritik ist substanzieller Natur: „Wir brauchen keinen Planer, der weiß, wo die Bäumchen hinmüssen, sondern einen Mediator.“ Schwerpunkte wie die demographische Entwicklung oder die Einkommensverteilung in der Stadt seien unstrittig. Aber Ökologie und Klimaschutz seien im vorgestellten Konzept nicht mal schriftlich fixiert. Wenn es um die inhaltliche Auseinandersetzung gehe, erwartet er große Auseinandersetzungen, für die ein Mediator mit integrativen Fähigkeiten wichtig sei. Da stimmt auch Klaus Schröder zu: „Gerold Rahmann ist doch das beste Beispiel, dass wir einen Mediator brauchen.“ Horst Möller sieht es nicht ganz unerwartet völlig anders: „Umweltverträglichkeit soll als oberster Punkt überall mit einbezogen werden, das müssen wir also nicht jedes Mal schriftlich aufführen.“
Möller rät zu Gelassenheit: „Lass uns doch mal abwarten, wie sich das entwickelt. Das war doch erst ein Arbeitsentwurf.“ Am 18. März sei eine große Veranstaltung in der Festhalle geplant. Möller: „Da kann man alles einbringen, was man will. Es muss ja nicht alles von Herrn Rahmann kommen, vielleicht auch was aus der Bevölkerung.“
Auf diesen Termin setzt auch Hans-Hermann Roden seine Hoffnungen: „Es nutzt nichts, wenn Politik und Verwaltung im eigenen Saft schmoren. Dabei kommt eh nur raus, was schon 35 Mal gesagt wurde.“
Christine Marxen ist eine von den interessierten Bürgern, die auch zum Info-Termin geladen waren. „Das ist eine Chance, wieder mal einen Aufbruch zu wagen“, glaubt sie. 2001 hat sie sich in die Zukunftswerkstatt eingebracht, in der AG lebendige Innenstadt gearbeitet und sich für den Kurpark stark gemacht. Christine Marxen: „Ich will nicht wieder meine Zeit absitzen, und es passiert anschließend nichts. Das macht mich zornig.“
Andreas Olbertz
Für weitere Informationen hat die Stadt unter www.stadtumbau-badoldesloe.de eine eigene Homepage eingerichtet.
Oldesloe plant Stadtsanierung

- Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary (Mitte) hatte Planer und Politiker ins Bürgerhaus eingeladen, um den aktuellen Stand des Stadtumbauprozesses vorzustellen. In Kürze ist eine Auftaktveranstaltung für die Bürger geplant. Foto: FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 17. Februar 2008
Oldesloe plant Stadtsanierung
Bad Oldesloe - Mehr als 20 Jahre nutzte Bad Oldesloe Städtebauförderungsmittel, um das Bild der Kreisstadt zu verschönern. Mit dem Förderprogramm "Stadtumbau-West" geht es jetzt an die Fortsetzung.
Die "südliche Innenstadt" - Bahnhofstraße/Kurpark ist der Bereich, der vordringlich im Visier der Planer ist. Gestern wurden die Politiker über den aktuellen Stand informiert. Zudem wurde die Internetseite http://www.stadtumbau-badoldesloe.de freigeschaltet.
Auf dieser Seite können sich die Bürger schon einmal vorab informieren. Am Dienstag, 18. März, ist zudem eine öffentliche Auftaktveranstaltung in der Festhalle (19 Uhr) vorgesehen. Bürgermeister Tassilo von Bary: "Jetzt ist es an der Zeit, die Bevölkerung an dem Prozess zu beteiligen."
Konkrete Pläne gibt es derzeit noch nicht. Die werden erst noch entwickelt. Für Gutachten. Planungen und Umsetzung wird mit einem Gesamtfinanzierungsbedarf von 6,1 Millionen Euro gerechnet. Bund, Land und Stadt teilen sich die Kosten zu je einem Drittel. 1,4 Millionen Euro stehen bereits auf einem Treuhandkonto bereit.
Grünen-Chef Gerold Rahmann forderte einen Mediator statt eines Planers. Natur- und Umweltschutz als zentrale Leitlinien müssten besser integriert werden.
In der Stadtverwaltung wurde eine Projektgruppe aus allen Fachbereichen unter Leitung des Bürgermeisters eingerichtet. Sie ist zuständig für die Steuerung des Stadtumbau-Prozesses, die Ablaufplanung, die Koordination mit den Förderstellen, Fachplanungsbüros, die Beteiligung der Öffentlichkeit und die Umsetzung von Maßnahmen und Projekten. Als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Politik und den beteiligten Planungsbüros wurde eine Lenkungsgruppe für den Stadtumbau-Prozess installiert: Vertreter der Verwaltung, Fraktionen, Planungsbüros und Wirtschaft.
Der Auftrag zur Erarbeitung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK) wurde an das Hamburger Büro A+S, Architektur und Stadtplanung, vergeben. Das Büro führt zudem vorbereitende Untersuchungen im Gebiet "Südliche Innenstadt" durch, um frühzeitig Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit des Stadtumbaus, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse und Zusammenhänge sowie die allgemeinen Ziele und die Durchführbarkeit des Stadtumbaus zu gewinnen.
Auch die Erarbeitung eines Wohnungsmarktkonzeptes für eine entsprechende Analyse ist angelaufen. Innerhalb eines Jahres sollen die Planungen und Daten aufgenommen und analysiert werden. Dann werden die Ergebnisse umgesetzt, so von Bary. Die Bürger können sich derzeit mit der Idee für einen Slogan im Internet beteiligen.
Von Susanna Fofana , LN
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 16. Februar 2008
Wenn das Schule macht . . .
Missklänge & Stuhlgang
Andreas Olbertz und Volker Stolten
Das muss man ja neidlos anerkennen: Der Weihnachtsmarkt in der Stormarnhalle ist erfolgreich. Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber Aussteller und Besucher sind hoch zufrieden. Was will man mehr? Ganz einfach: Weniger Arbeit. Der Bauhof ist eingespannt und alleine das Stadtmarketing investiert in die Planung des Marktes satte 200 Arbeitsstunden. Dabei war das alles mal ganz anders geplant. Den ersten großen Knatsch zwischen Politik und dem damals noch relativ neuen Bürgermeister gab es wegen des Weihnachtsmarktes. Tassilo von Bary hatte die bisherige Veranstalterin Elke Baum erfolgreich vertrieben. Damals strotzte der Verwaltungs-Chef nur so vor Zuversicht, die Oldesloer warteten regelrecht darauf, den Weihnachtsmarkt organisieren zu dürfen. Okay, sagte Politik, wir geben etwas Anschub-Organisation, aber dann muss das von alleine laufen. Im zweiten Jahr immer noch Durchhalteparolen: Das wird schon, das findet sich. Vergangenes Jahr wurden erstmals stolz Vertreterinnen des ehrenamtlichen Organisationskreises präsentiert. Was für ein Fortschritt. Aber die denken gar nicht daran, einen Verein zu gründen und den Markt zu übernehmen. Warum auch. Und mit einem professionellen Betreiber wollen sie auch nichts zu tun haben. Logisch, der will ja am Ende Geld über haben. Diese Haltung erwartet man von Verwaltungsmitarbeitern nicht unbedingt.
Im WPA wurde jetzt ein Ausweg aus der Sackgasse aufgezeigt: Stadtmarketing organisiert, ein Profi macht gegen Bezahlung die örtliche Durchführung, die Aussteller freuen sich und Politik guckt dumm aus der Wäsche: Irgendwie hatten sie sich das anders vorgestellt.
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In den verschiedenen Chören der evangelischen Kirchengemeinde sollen etwa 400 Menschen singen. Sie gelten völlig zu Recht als Aushängeschilder der Gemeinde. Die Besucherzahlen bei musikalischen Veranstaltungen in der Peter-Paul-Kirche steigen von Jahr zu Jahr ransant an. Nach der Renovierung hat die Kirche nicht nur eine tolle Orgel sondern auch unvergleichliche Akustik. Und weil es noch keinen Altar gib, ist im Chorraum auch jede Menge Platz für Bühne und Podeste. Doch die Zeiten sind bald vorbei. Der Altar kommt und die Sänger sind prompt verstimmt.
Keine Frage, die Modelle von Bildhauer Jo Kley haben Charme, die kommen an. Aber hätte man ein so wichtiges Teil des Gemeindelebens nicht in den Entscheidungsprozess einbinden können, ja sogar müssen? Die Chorräte sind empört, dass sie zu einem Gespräch geladen werden, sie denken, ihre Visionen sind gefragt, dabei geht es nur darum, ihnen das Ergebnis zu präsentieren. Die Würfel sind gefallen, die Steine längst bestellt. Eine Klatsche für die Chorräte, eine Niederlage für die Musikfraktion. Aber wo war die bei der Gemeindeversammlung? Dort wäre das Plenum gewesen, um Kritik zu üben und Unmut zu äußern. Klappe halten, ducken und Schwanz einziehen – man will ja noch mal was vom Kirchenvorstand. Stattdessen brodelt es im Hintergrund und die Hardliner haben ihre Position gefestigt. Götz Wiedenroth hat sich der tektonischen Verwerfungen in der Kirche mal mit seinem Zeichenstift angenommen.
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In diesen Tagen werben die weiterführenden Schulen um die Anmeldungen der neuen Fünftklässler. Da macht auch die altehrwürdige TMS keine Ausnahme. Was wird den Interessenten geboten? Ein alter Fernsehbeitrag über die thermogesteuerten Urinale mit Fliege. Das ist wegweisend in der Oldesloer Schullandschaft. Da fühlte man sich doch glatt an Til Schweiger in Keinohrhasen erinnert: „Immer schön aufs Schneewittchen!“ Eltern haben anschließend als Motto der Veranstaltung den Slogan: „Mit uns pinkeln Sie besser“ ausgegeben. Vielleicht bekommt ja noch eine Schule neue Toiletten. Dann könnte sie mit „Wir schietern auf Bildungsstandards“ werben. Bidets auf dem Schulklo schreit nach: „Oben helle unten sauber.“
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Bad Old and slow. Das muss man dem Obergrünen Gerold Rahmann ja lassen: Manchmal hat er echt witzige Ideen. Na gut, sich während der Stadtverordnetenversammlung eine Tüte über den Kopf zu stülpen, gehört nicht unbedingt dazu. Dass er das Bad im Stadtnamen englisch ausspricht (bad = schlecht), daran haben wir uns ja gewöhnt, aber jetzt hat er noch eine Schippe draufgelegt. In einer Pressemitteilung wandelt er den Stadtnamen in Bad Old-and-slow um. Und das hat wieder was!
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Die geplante Erdgastankstelle entwickelt sich zum Running-Gag in der Oldesloer Politik. Erwartungsgemäß stand dieser Punkt auch diesmal wieder auf der Tagesordnung des Finanzausschusses. Nicht öffentlicher Teil. Die Botschaft: Im Mai soll sie tatsächlich kommen. Okay, das ist ja schon mal was, den Monat wissen wir jetzt also. Bliebe nur noch zu klären, welches Jahr es sein wird.
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Immer mehr Schüler zieht es nachmittags in die Penne. Gibt‘s da etwa Freibier? I, wo! Das Zauberwort heißt kurz und knapp: AG. Arbeitsgemeinschaften laufen wie geschnitten Brot. Am Bargteheider Eckhorst-Gymnasium, das hier stellvertretend für viele Lehranstalten steht, mussten AGs bereits gesplittet werden, weil die Nachfrage das Angebot weit überstieg, so Schulleiter-Vize Wolf Leichsenring bei der Vorstellung der Roboter AG. „Ein hohes Gut von Schule, das es auch angesichts von G8 zu erhalten gilt“. Auf jeden Fall!
Wer organisiert den Weihnachtsmarkt?
Stormarner Tageblatt vom 16. Februar 2008
Wer organisiert den Weihnachtsmarkt?
Die Organisation des Adventsmarkts in der Stormarnhalle ist der Verwaltung mit 200 Arbeitsstunden zu aufwändig. Eine Alternative muss her. Doch das ursprüngliche Konzept, nach einem Anschub die Organisation in ehrenamtliche Hände zu legen, scheint nicht aufzugehen.
Bad Oldesloe/ol
– Im Planungsausausschuss wurde es jetzt schon weihnachtlich: Das Thema Adventsmarkt stand auf der Tagesordnung.
Die Veranstaltung in der Stormarnhalle Anfang Dezember hat sich offensichtlich bereits im dritten Jahr etabliert. Mehr noch, sie ist mit geschätzten 9 000 Besuchern wohl eine der bestbesuchtesten Veranstaltungen in der Kreisstadt. Vergangenes Jahr war es sogar gelungen, die Einnahmen zu erhöhen und die Kosten zu senken. Im ersten Jahr hatte der Markt noch ein fettes Minus von 21 000 Euro abgeworfen, in diesem Jahr steht bei den Sachkosten ein Plus von knapp 900 Euro.
Aber damit ist es ja leider nicht getan. Hinzu kommen die Personalkosten. So schlägt alleine der Bauhof mit 1 348 Euro zu Buche. Zwar nur noch ein Drittel der Vorjahressumme, aber doch immer noch ein Kostenfaktor. Laut einer Vorlage der Verwaltung sind in der Stabsstelle Stadtmarketing 200 Arbeitsstunden angefallen – die dürften richtig teuer geworden sein.
Vorsitzender Rainer Fehrmann von der CDU wundert sich: „200 Stunden – das wären ja sechs Wochen ein Fulltime-Job.“ Dass es so nicht weiter gehen kann, ist auch im Rathaus klar. Für die Durchführung von Veranstaltungen sei das Stadtmarketing nicht ausgelegt. Deshalb wollte sich die Verwaltung von dem Projekt zurückziehen. Für die Weiterführung solle ein externer Veranstalter gefunden werden. So stand es in der Vorlage.
SPD-Mann Hans-Hermann Roden wundert sich: „Wir hatten doch mal einen privaten Anbieter. Aber damals hieß es, die Verwaltung könne das besser, schneller und billiger.“ Elke Baum hatte den Weihnachtsmarkt bis 2004 professionell organisiert – damals noch im Rat- und Stadthaus sowie auf dem Marktplatz. Als Bürgermeister Tassilo von Bary Gebühren für die Nutzung der städtischen Immobilien verlangte (rund 800 Euro), kam es zum großen Krach. Elke Baum schmiss die Brocken hin und es bestand die Gefahr, dass die Stadt ohne Weihnachtsmarkt dasteht. Andreas Thomaschewski und sein Team sprangen ein. Das hat auch gut geklappt – bis auf die Tatsache, dass Politik eigentlich beschlossen hatte, dass die Stadt nicht als Veranstalter auftreten solle. Und als dann noch bekannt wurde, dass der Spaß 21 000 Euro gekostet hatte, war der Eklat da.
Verwaltungs-Chef von Bary zeigte sich immer wieder überzeugt, dass es gelingen wird, ehrenamtliche Träger zu finden. Davon ist bislang aber weit und breit nichts zu sehen. Ein Teil der Planungsarbeit konnte in den vergangenen Jahren zwar in ehrenamtliche Hände gelegt werden, aber das reicht noch nicht. Hans-Hermann Roden: „Die Aussteller sind weder bereit, einen Trägerverein zu gründen noch mit einem professionellen Anbieter zusammen zu arbeiten. Da muss der Bürgermeister ganz schön zurückrudern.“ Politik will sich allerdings nicht vom Weihnachtsmarkt verabschieden, der sei eine gute Sache, kam unisono. Aber auch Rainer Fehrmann klang ob des Organisationsproblems nicht sonderlich überzeugt. „Jetzt soll er mal sehen, ob er jemanden findet“, sagte er in Richtung Bürgermeister.
Die Lösung könnte sein, dass die Stadt weiterhin organisiert, aber ein hauptamtlicher „durchführender Veranstalter“ engagiert wird. Bevor Politik diese Variante genehmigt, wollen die Abgeordneten ein schlüssiges Konzept sehen. Ein Beschluss wurde deshalb vertagt.
Andreas Olbertz
Erfolg – Allee wird 2009 neu gepflanzt
Stormarner Tageblatt vom 16. Februar 2008
Erfolg – Allee wird 2009 neu gepflanzt
Bad Oldesloe/ol
– Es geschehen doch noch Wunder: CDU-Sprecher Rainer Fehrmann und Grünen-Fraktions-Chef Gerold Rahmann sind mal einer Meinung. „Die Allee kommt wieder“, verkünden beide mit stolz geschwellter Brust.
Wegen des Ausbaus der B 75 wurden die Allee-Bäume beim Steinfelder Redder gerodet (wir berichteten). Trotz Kreuz-Malaktion und Unterschriftensammlung der SPD führte angeblich kein Weg dran vorbei, weshalb die Grünen bereits im Januar beantragt hatten, vom Ortseingang bis zum Kneeden neue Bäume zu pflanzen.
Dagegen hatte im Grunde niemand etwas einzuwenden. Im Detail wurde lediglich gerangelt, ob nun tatsächlich Kommunalpolitiker, wie von den Grünen gefordert, selber pflanzen sollen oder ob das nicht lieber aus gesundheitlichen Gründen den Profis überlassen bleiben sollte.
Die Grünen wollten, dass die Stadt die Aktion aus eigener Tasche finanziert. Auch dagegen gab es nicht wirklich Widerspruch, aber doch die Anregung von Rainer Fehrmann, erst mal mit dem Straßenbauamt zu verhandeln, ehe die Stadt vorschnell das eigene Portmonee zücke. Die Verwaltung ist in Lübeck vorstellig geworden und siehe da, es gibt eine freudige Botschaft. Gerold Rahmann: „Das Straßenbauamt hat dieser Maßnahme grundsätzlich zugestimmt. Wir sind zufrieden, dass in Zukunft der Ortseingang wieder eine Allee bekommen wird.“ Auch wenn die Bäumchen noch Jahre ziemlich mickrig aussehen werden.
Stegner eröffnet die Ausstellung
Stormarner Tageblatt vom 15. Februar 2008
Stegner eröffnet die Ausstellung
Bad Oldesloe/st
Am Montagabend, 18. Februar, wird der SPD-Landesvorsitzende Ralf Stegner die Ausstellung „Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“ im Foyer des Kreisarchivs um 19.30 Uhr eröffnen. Sie zeigt Arbeiten von Schülern der „Theodor-Mommsen-Schule“ (TMS) und der „Integrierte n Gesamtschule“ (IGS), die an dem vom Kulturforum im vergangenen Jahr initiierten Wettbewerb teilgenommen hatten. Unter dem Motto „Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“ waren Schüler eines Kunst-Leistungskurses des 13. Jahrganges der IGS sowie einiger 10. Klassen der TMS dazu aufgerufen, Konzepte für eine Belebung der Innenstadt einzureichen oder ihre persönliche Sicht möglicher Monotonie in der Kreisstadt Ausdruck zu geben. Die Ausstellung ist bis 28. Februar in der Mommsenstraße zu sehen.
„Wischi-waschi“ um Sozialpädagogen
Stormarner Tageblatt vom 12. Februar 2008
„Wischi-waschi“ um Sozialpädagogen
„Übers Ohr gehauen“ oder nicht aufgepasst?
Anita Klahn (FDP) kritisiert, dass trotz neuer Stelle in der Jugendpflege keine Schulsozialarbeit geleistet wird.
Bad Oldesloe/ol
– Oh, was war sie wütend; dabei war es eigentlich nur ein Pflichtpunkt: der alljährliche Bericht aus dem „Sachbereich Kinder und Jugend“. Jede Menge bedrucktes Papier, und die Liberale Anita Klahn war so richtig auf 180. „Ich vibriere vor Wut. Ich fühle mich übers Ohr gehauen“, klagte die FDP-Abgeordnete während der Sitzung des Sozialausschusses.
Bereits im März 2006 war der Ausschuss zu der Erkenntnis gekommen, dass im Bereich Jugendarbeit anderthalb Stellen fehlen. Die sollten geschaffen werden. Im September war es dann nur noch eine Stelle, die problemlos von einem Fachbereich in den anderen geschoben werden konnte, aber immerhin. Mehr als ein Jahr später wurde dem Ausschuss Sigrid Milde als „die Neue“ präsentiert.
Anita Klahn erinnert sich daran: „Bei der Gelegenheit wurde ausdrücklich betont, dass sie Erfahrung in Sachen Schulsozialarbeit aus dem Bereich Lübeck mitbringt.“ Doch dazu findet sich im Jahresbericht nichts. Deshalb hat Anita Klahn nachgehakt.
Da musste sie sich allerdings eines Besseren belehren lassen. Es habe keinen besonderen Auftrag für das Schulzentrum gegeben, betonte Bereichsleiter Thomas Sobczack. Die „Entwicklung von Vernetzung mit den Schulen“ sei nur ein Arbeitsfeld von vielen, das bislang nicht beackert werden konnte.
Das hatte die FDP-Frau anders in Erinnerung. Sie war sich sicher, dass die Stelle geschaffen wurde, um den Bedarf an den Schulen zu ermitteln. „Ich habe daraus interpretiert, dass die Frau auch wirklich an den Schulen ist. Aber offensichtlich haben wir nur wischi-waschi geredet“, klagt Klahn. Bei den Haushaltsberatungen sei die Forderung der SPD nach Schulsozialpädagogen mit der Begründung abgelehnt worden, man habe die neue Stelle geschaffen, um Erfahrungen zu sammeln. Diese Aussage sei nie korrigiert worden.
In der Tat lässt sich aus den alten Protokollen keine „Aufgabenbeschreibung“ herauslesen. Bei der Reduzierung von anderthalb auf eine Stelle hat es der Ausschuss versäumt, Prioritäten festzulegen. Oder es bewusst nicht getan.
Birgit Reichardt-Mewes stellt für die CDU klar: „Wir haben unter anderem gesagt, wir wollen von der Kraft hören, was an den Schulen nötig ist. Das Schulzentrum ist so groß, das wird wohl kaum einer nebenher erledigen können.“ Deshalb wollen sich die Christdemokraten „langsam aber sicher rantasten“, so Reichardt-Mewes. Das könne unter Umständen ein halbes Jahr länger dauern, aber im Grunde sei auch der CDU klar, dass etwas geschehen müsse.
Daran hat Anita Klahn so ihre Zweifel: „Wenn die Verwaltung bis jetzt gebraucht hat, die Stelle überhaupt zu besetzen, ist das eine ganz schwache Leistung.“
Die IGS hat inzwischen gehandelt. Wie Schulleiter Andreas Bielke erklärte, habe die Gesamtschule vergangenes Jahr 21 000 Euro erhalten. Dafür seien drei Honorarkräfte verpflichtet worden – unter anderem eine Sozialpädagogin. Bielke: „Acht Stunden – das ist natürlich nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Das kann keine Lösung sein.“ An seiner vorherigen Schule in Lübeck habe es zwei halbe Stellen für Sozialpädagogen gegeben. „Und die haben sehr gut zu tun“, so der IGS-Rektor. Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 9. Februar 2008
Nach Aschermittwoch geht’s erst richtig los
Es könnt’ alles so einfach sein, is’ es aber nicht ...
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Na, da werden einige Oldesloer Sozialdemokraten nicht schlecht gestaunt haben. Kaum hat ihr Vorsitzender seinen Posten niedergelegt, übernimmt er auch schon eine neue Führungsrolle. Christoph Asmussen ist stellvertretender Vorsitzender des AfA, des SPD-Arbeitskreises für Arbeitnehmerfragen. „Er ist einer der motivierten und klugen Köpfen in der SPD Stormarn“, lobt Nils Bolwig seinen Vize. Tolles Kompliment – die anderen sind also eher die unmotivierten Deppen?
Nun sollte man wissen, dass Nils Bolwig Redner beim Neujahrsempfang der Oldesloer SPD im Bürgerhaus war. Weil im Vorwege abgeklärt wurde, dass es keine Grußworte geben solle, sorgte der Gastauftritt für etwas Verstimmung in der SPD. Aber für Asmussen scheint es sich ja gelohnt zu haben. Ich lotse dich bei mir rein und dann holst du mich zu dir rüber – so geht das manchmal.
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Die Kettensäge kreischt recht häufig in Bad Oldesloe. Was die einen als Baumpflege bezeichnen, ist für einen wie den Grünen Gerold Rahmann auch schon mal „Baumfrevel“ bis hin zum Vandalismus. Um öffentliche Empörung und Verärgerung etwas zu dämpfen, hat die Stadt jetzt eine Fällaktion angekündigt. Mensch guck an, die Verwaltung ist lernfähig. Wo fallen die Bäume? Jeder weiß es: Am Steinfelder Redder. Egal ob es nun 18, 80 oder doch 235 sind, da kracht und knattert es ordentlich. Das geht nicht ohne Verkehrsbehinderungen auf der B 75. Da macht es Sinn darauf hinzuweisen. Aber was steht da in der Mitteilung der Stadt? Sachsenring! In der Anliegerstraße wird auch gefällt. 13 Bäume kommen dieser Tage weg, was lang und breit ausdiskutiert wurde. Gut, dass mal darauf hingewiesen wird. Aber kein Wort zum Redder. Versehen oder Absicht?
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Kreisparteitag der FDP mit Kandidatenaufstellung. Eine unspektakuläre Sitzung ohne große Überraschungen. Spitzenkandidat für den Kreistag ist und bleibt Karl-Reinhold Wurch. Der bekam von der Kreisvorsitzenden Anita Klahn nachträglich zum Geburtstag noch einen „Gen-scherpullover“ geschenkt, den sich der Jurist auch gleich stolz überstülpte. Auf Platz zwei folgt mit Hedda Krüger die ehemalige Kreisvorsitzende. Thomas Bellizzi belegt Rang drei knapp mit 24 von 48 möglichen Stimmen. Er teilte den Delegierten mit, dass er kein Schüler mehr sei und jetzt im Hamburger Rathaus „direkt unter Ole von Beust“ arbeite. Was die einen amüsierte, trieb anderen leichte Schamesröte ins Gesicht – so genau wollten sie die Doppeldeutigkeit dann doch nicht wissen.
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Ganz genau wollte Anita Klahn dagegen so einiges wissen – die jüngste Sitzung des Oldesloer Sozialausschusses wurde fast zu einer One-Woman-Show. Die Liberale war so richtig in Fahrt als es um die Auslastung der Oldesloer Sportstätten ging. Unions-Vorsitzender Walter Albrecht quittierte ihren schier unerschöpflichen Fragedurst schließlich mit den Worten: „Anita, du bekommst gleich auch noch unsere Mannschaftsaufstellung!“
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„Geld ist genug da, es muss nur richtig verteilt werden“. Das hatten wir doch schon in den 70er Jahren gehört, kurz nachdem die Große Koalition im Bonn das Verbot der Staatsverschuldung aufgehoben hatte. Was daraus geworden ist, ist hinreichend bekannt. Jedes Kind, das in Deutschland geboren wird, kommt mit über 18 000 Euro Schulden auf die Welt. Mit rund 1,5 Billionen Euro stehen Bund, Länder und Gemeinden in der Kreide. Bei den Linken feiert die überholte Politiksicht trotzdem neue Urstände. Die Partei kommt in Stormarn mit ehemaligen SPDlern, Gemeindepolitikern und Neulingen nicht unsympathisch daher. Wer allerdings glaubt, wenn die „Reichen“mehr Steuern zahlen, hätten die „Armen“ mehr Geld, baut sich nur ein sozialromantisches Wolkenkuckucksheim. Anscheinend hat der ehemalige SPD-Kreistagsabgeordnete Heiko Winckel-Rienhoff seinen neuen Parteifreunden einen Blick in den Kreishaushalt bislang erspart. Dort hätten sie nämlich nachlesen können, dass die Ausgaben für Jugendpflege und Soziales noch nie so hoch waren und der Kreis mehr als die Hälfte des gesamten Etats dafür ausgibt. Wie heißt es doch so schön im Song von Fanta4 und Grönemeyer: „Es könnt’ alles so einfach sein, is’ es aber nicht.“
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Grundsätzlich passen die Linken genau in das Schema selbst ernannter Volksbeglücker und Gutmenschen, die mittlerweile in jeder Partei zu finden sind und die behaupten, genau zu wissen, was jeder Einzelne braucht, was er dürfen und was er lassen soll. Das Anti-Rauchergesetz ist ja – vorerst – nur der letzte Ausfluss an „Schutzgesetzen“. Aber es gibt Widerstand. Bekennende Raucher aus den Fraktionen im Kreistag lassen prüfen, ob man in Nähe der Sitzungssäle nicht eine belüftete Glaskabine oder einen Wintergarten für die Rauchpause bauen kann. Götz Wiedenroth hat sich der Frage in seiner Karikatur angenommen. Man könnte die Kreistags- auch als Karnevalssitzungen anmelden. Dafür gibt es ja Ausnahmen vom Rauchverbot, und der Oldesloer Grüne Gerold Rahmann hätte Erfahrung mit Narrenkappen.
„Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“
Stormarner Tageblatt vom 9. Februar 2008
„Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“
Bad Oldesloe/st
– Nachdem zuletzt 100 Zuhörer zur Unicef-Lesung mit Heide Simonis kamen, wartet das Kulturforum der SPD Bad Oldesloe in 2008 erneut mit interessanten Veranstaltungen auf. Den Anfang macht die Ausstellung „Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“, die SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner am Montag, 18. Februar, im Foyer des Kreisarchivs eröffnen wird. Die Ausstellung zeigt Arbeiten von Schülern der Oldesloer Gymnasien TMS und IGS, die an einem vom Kulturforum initiierten Wettbewerb teilgenommen hatten. Gemäß dem SPD-Wahlslogan „Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“ waren die Schüler eines Kunst-Leistungskurses des 13. Jahrganges der IGS sowie einiger 10. Klassen der Theodor-Mommsen-Schule aufgerufen, Konzepte für eine Belebung der Innenstadt einzureichen. Die Ausstellung wird bis 28. Februar in der Mommsenstraße 14 zu sehen sein. Anfang September wartet das Kulturforum dann mit dem Höhepunkt der diesjährigen Veranstaltungen auf: die Sopranistin Martina Doehring und das Ensemble „floreat“ mit Karl Martin Wagner treten beim „Italienischen Abend“ auf (der Veranstaltungsort wird noch bekannt gegeben). Den literarischen Teil der Veranstaltung bestreitet der ehemaligen Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Björn Engholm. Das Konzert plus Lesung findet am 3. September statt. Ein „Französischer Abend“ beschließt das Jahr – anlässlich des Besuches einer Delegation aus der französischen Partnerstadt Olivet, wird der SPD-Europaabgeordnete Willi Piecyk am 4. Dezember zur Lesung kommen.
CDU bewilligt 45 000 Euro für Sport-Gutachten
Stormarner Tageblatt vom 8. Februar 2008
CDU bewilligt 45 000 Euro für Sport-Gutachten
Knatsch ja, Diskussion kaum – und dann war das Sportentwicklungskonzept von der CDU-Mehrheit im Sozialausschuss auch schon genehmigt.
Bad Oldesloe/ol
– Es ist keine Überraschung mehr gewesen, die CDU hatte es vorher angekündigt: Die Verwaltung bekommt ihr Sportentwicklungskonzept für 45 000 Euro – obwohl alle anderen sich dagegen ausgesprochen haben. Und Streit gab es auch wieder.
Blick zurück auf die Januarsitzung: Da hatte Ulla Riewerts (SPD) der Verwaltung vorgeworfen, sie belüge die Politik. Auslöser war der Satz: „Die Sportentwicklungsplanung stellt für das ISEK eine unverzichtbare Fachplanung dar.“ Unverzichtbar heißt so viel wie „muss unbedingt sein, sonst macht es alles keinen Sinn“, sonst gibt es wohlmöglich keine Fördermittel. Kämmerin Mandy Treetzen soll sich so auch vor der SPD-Fraktion geäußert haben. Im Januar stellte sich aber heraus, dass dieses Gutachten kein elementarer Bestandteil des integrierten Stadtenwicklungskonzeptes ist. Der Knatsch war da.
Darauf ging Jens-Pieter Friese von der SPD jetzt nochmals ein. Prompt war wieder Knatsch da. Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster war sofort auf 180. Das sei so nie gesagt worden, beschwerte er sich. Und Bürgermeister Tassilo von Bary behauptete, er habe nach seinem Urlaub mit Fraktions-Chef Hagen von Massenbach sowie mit Ulla Riewerts telefoniert. Offensichtlich habe die SPD ein internes Kommunikationsproblem. „Nein, haben wir nicht“, konterte Friese: „Ich will diese Aussagen schriftlich haben.“ Neben dem Sozialausschuss war das Thema anschließend auch im Hauptausschuss diskutiert worden – von beiden Sitzungen gebe es bislang allerdings kein Protokoll, bemängelte Friese.
Die Verwaltung will das Gutachten unbedingt mit dem ISEK kombinieren. Aber nur ein Planungsbüro ist in der Lage, diesen engen Zeitplan einzuhalten – das teuerste. Günstigere Anbieter können ihre Konzepte erst im kommenden Jahr erstellen. Sowohl Friese als auch Anita Klahn von der FPD sehen das als Vorteil an, denn die Schulen starten erst nach den Sommerferien mit ihren Ganztagsangeboten. Das wird momentan noch nicht absehbare Auswirkungen auf die Belegung von Sportanlagen haben. Und Kinder, die bis nachmittags in der Schule sind, können nicht noch am Vereinstraining teilnehmen – auch da werden Umbrüche erwartet. Aber nicht jetzt, sondern erst später.
Für die CDU stellte Birgit Reichardt-Mewes klar: „Die CDU bleibt bei ihrer Meinung.“ Damit war alles gesagt, Vorsitzender Otto Fickel drängte auf Abstimmung, bei der sich Anita Klahn dann doch überraschend enthielt.
Auch beim vorherigen Tagesordnungspunkt ging es um Sport. Die Verwaltung hatten den Ausschussmitgliedern umfangreiche Belegungspläne ausgedruckt. Die waren aber nicht wirklich aussagekräftig, denn es fehlen Angaben zur Größe der Hallen und den dort jeweils möglichen Sportarten. Das führte beispielsweise bei Birgit Weißmann von der SPD zu Missverständnissen. Sie wunderte sich, dass die VHS vormittags Halle 3 der TMS belegen dürfe, während Rektor Kuhl im Ausschuss über Sporthallenmangel geklagt und einen Neubau gefordert hatte. Bürgermeister von Bary klärte auf, dass diese Halle zu klein für Schulsport sei.
Bei der Vergabe von Hallenzeiten, so die Auskunft aus der Verwaltung gebe es kaum Probleme. Schwieriger sehe es mit den Außenanlagen aus. Peter Kempf vom Hockey-Verein bemängelte, dass sein kleiner Verein nicht genügend berücksichtigt werde. „Es geht um unsere Existenz“, stellte er klar. Rolf Steinhoerster erläuterte, dass die Stadt Oldesloe darauf keinen Einfluss habe, weil die verpachtet seien: „Wie die Vereine die Plätze vergeben, geht uns nichts an.“
Andreas Olbertz
CDU paukt Gutachten für Sportkonzept durch
Lübecker Nachrichten vom 8. Februar 2008
CDU paukt Gutachten für Sportkonzept durch
Bad Oldesloe - Mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion hat der Oldesloer Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss am Mittwoch beschlossen, einen Gutachter mit der Erstellung eines Sportentwicklungskonzeptes für Bad Oldesloe zu beauftragen. Nach einer Enthaltung aus den Reihen der Christdemokraten und daraus resultierend einer Patt-Situation bei einer ersten Abstimmung im Dezember votierten diesmal alle fünf Ausschussmitglieder der CDU-Fraktion für das rund 45 000 Euro teure Gutachten. Grüne und SPD stimmten in dem neunköpfigen Gremium dagegen, die FDP enthielt sich.
"Das Sportentwicklungskonzept muss jetzt her, daran führt kein Weg vorbei", sagt der Ausschussvorsitzende Dr. Otto Fickel (CDU). "Die getätigten Großinvestitionen in das Trave-Stadion, das Kurparkstadion, den Masurenweg-Sportplatz und diverse Hallensanierungen waren nur ein erster Schritt, die jahrelange Vernachlässigung der Oldesloer Sportstätten zu stoppen." Aus der Sicht von Zukunftsdenken sei das ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.
Die Opposition sieht zwar auch Handlungsbedarf, hält den Auftrag für das Gutachten aber für eine übereilte Entscheidung. "Wir sehen auch die Wichtigkeit, momentan jedoch keine Dringlichkeit", sagt Jens-Pieter Friese von der SPD. Zumal es auch andere günstigere Anbieter gebe, die allerdings erst im kommenden Jahr tätig werden können. Friese weiter: "Man sollte erstmal abwarten, wie sich die Umstrukturierung der Schulen und die Weiterentwicklung zu Ganztagsschulen auswirkt, und dann den tatsächlichen Bedarf an sportlichen Einrichtungen ermitteln." Sonst sehe er die Gefahr, dass wieder einmal Geld für ein Gutachten ausgegeben werde und die Ergebnisse dann nicht in die Planungen einflössen.
Hintergrund ist der, dass sich die Verwaltung nicht imstande sieht, alle erforderlichen Daten vorzulegen. "Die jetzt benötigten 45 000 Euro für Sportentwicklungskonzept mögen für einen Außenstehenden auf den ersten Blick eine gewaltige Summe darstellen. Insbesondere, weil man eine andere Stadt gefunden hat, die vor Jahren für ein ähnliches Gutachten von einer Universität nur die Hälfte ausgegeben hat", so Dr. Otto Fickel. "Diejenigen, die so argumentieren, lassen dabei aber außer Acht, dass diese Stadt ein personal- und kostenintensives Sportamt betreibt und Bad Oldesloe auch ein weitergehendes Anforderungsprofil vorsieht."
Ein Sportamt wie in anderen vergleichbaren Städten gebe es in Bad Oldesloe nun einmal nicht. Fickel: "Deshalb können hier auch nicht Vorleistungen erbracht werden, die ein Sportentwicklungskonzept-Gutachten vielleicht etwas günstiger machen können." Ein solches Konzept berücksichtige nicht nur die verfügbaren Kapazitäten, sondern liefere auch die Grundlage für künftige Investitionen. mc
Die ersten Alleebäume sind weg
Hamburger Abendblatt vom 8. Februar 2008
Die ersten Alleebäume sind weg
Steinfelder Redder Umstrittene Fällaktion an der B 75 hat begonnen.
14 Tage werden die Arbeiten dauern. Bürgerinitiative protestiert mit einer Karikatur, die sie der Stadt Oldesloe schenkt.
Von Claus Vogel
Bad Oldesloe -
Die ersten Chausseebäume im Bereich des Steinfelder Redders in Bad Oldesloe sind gefällt. Noch rund 14 Tage werden die Motorsägen kreischen. Erst dann liegen alle 80 der zum Fällen freigegebenen Bäume flach.
Sie müssen weichen, weil die B 75 verbreitert werden und neben der Fahrbahn ein Rad- und Fußweg entstehen soll (wir berichteten). Ihn hinter die Chauseebaumreihe zu verlegen - so wie es derzeit zwischen Reinfeld und dem Travenhof geschieht -, hatten die Oldesloer Stadtverordneten mehrheitlich abgelehnt.
Auch Proteste von SPD, Grünen, der Initiative "Rettet den Steinfelder Redder" und eine Unterschriftenaktion konnten das Absägen der bis zu 80 Jahre alten Bäume nicht verhindern. Eine Firma aus Mecklenburg-Vorpommern ist nun am Werk. Die Stämme werden verkauft.
Der vermeintliche Goldesel bringt nur Brosamen hervor.
Für die Bürgerinitiative ist die Fällaktion der Anlass, nochmals auf den Straßenbau und Baugebiet Steinfelder Redder aufmerksam zu machen. Sie schenkt der Stadt eine Karikatur: einen Goldesel, der aber statt des angekündigten Geldsegens für die Kasse nur Brosamen hervorbringt.
"Wir stellen die Finanz-Illusion der Oldesloer Baulobby bloß", sagt Maria Herrmann über das Bild des Flensburger Illustrators und Karikaturisten Götz Wiedenroth ( http://www.steinfelderredder.de ) .
Am Steinfelder Redder werde nicht - wie der Bevölkerung vorgegaukelt - ein Schatz gehoben. Das von der CDU als Sahnestück bezeichnete Gebiet koste vor allem das Geld der Oldesloer Steuerzahler, so Initiativenmitglied Klaus Klingner. Das reiche von einigen Hundert Euro für neue Straßenschilder über Hunderttausende an Planungskosten und Ausgleichsmaßnahmen bis zu 370 000 Euro allein an Mehrkosten für den hohen städtischen Anteil am Ausbau der B 75.
Eingenommen wurden dagegen bislang etwa eineinhalb Millionen Euro. "Die genauen Zahlen werden offensichtlich aus gutem Grund geheimgehalten", meint Klingner. Die SPD befestigte schwarze Tücher an Bäumen in der Innenstadt, um auf die Fällaktion aufmerksam zu machen.
Außer der Karikatur will die Initiative der Stadt noch einen Baum schenken, um den Blick der Verantwortlichen für die Umwelt zu schärfen. Über Standortvorschläge freut sich die Initiative. Sie ist per E-Mail info(at)steinfelderredder.de oder Telefon 04531/123 40 zu erreichen.
„Roden können sie, rechnen nicht“
Stormarner Tageblatt vom 7. Februar 2008
„Roden können sie, rechnen nicht“
Ist das jetzt das Ende der Diskussionen um den Steinfelder Redder? Die Allee-Bäume an der B 75 werden gefällt, und die Bürgerinitiative kündigt ihre Auflösung an.
Bad Oldesloe/ol
– Wenn die Bäume Trauer tragen – das Bild passt zur Stimmungs- und Wetterlage. Am Vortag wurde mit den Baum-Rodungen am Steinfelder Redder begonnen, gestern trugenin in der Innenstadt Bäume schwarze Tüll-Streifen – als Trauerflor. Sie werden sie sich wohl kaum selbst umgebunden haben, aber es braucht auch nicht viel Fantasie, sich auszumalen, wer da aktiv geworden ist: Es waren Aktivisten der SPD, die bereits mit ihrer Kreuz-mal-Aktion an der B 75 für viel Wirbel gesorgt hatten.
Eine andere Gruppierung kündigt unterdessen ihren Abschied an – die Bürgerinitiative „Rettet den Steinfelder Redder“. Die „Redder-Retter“ hatten versucht, gegen den Verkauf des Redders ein Bürgerbegehren zu starten, waren damit aber über mehrere Instanzen vor Gericht gescheitert. Die Baumfällaktion setzt jetzt gewissermaßen den Schlusspunkt. „Wir sehen damit unsere aktuelle Arbeit negativ beendet“, bedauert Dr. Klaus Klingner. „Roden können sie, rechnen nicht“, hält er der Mehrheitsfraktion vor. Die CDU habe immer versprochen, der Steinfelder Redder sei ein Schatz, der nur gehoben werden müsse.
Elf Millionen Euro soll der Verkauf einbringen. Klingner macht da eine andere Kalkulation auf. Die beginnt bei einigen hundert Euro für neue Verkehrsschilder über hunderttausende für Planungsbüros und Ausgleichsflächen bis zu den 370 000 Euro an Mehrkosten allein für den Ausbau der B 75 und die teurer gewordenen Baumfällarbeiten. Klingner: „Eingenommen wurden bisher lediglich 1,5 Millionen. Die genauen Zahlen werden aus gutem Grund offensichtlich geheim gehalten.“ Die Initiative behauptet, die CDU habe der Bevölkerung ein Märchen aufgebunden. Die SEG futtere sich am Steinfelder Redder als Goldesel zwar dick und rund, aber anstelle des erwarteten Goldes kämen nur ein paar Brosamen.
Zahlreiche Bürger hatten die Redder-Retter mit Spenden unterstützt, und so die Prozesse finanziell erst ermöglicht. Etwas Geld ist noch in der Kasse. Davon wollen die Mitglieder einen großen Baum kaufen und der Stadt schenken. Einige potenzielle Standorte haben Klaus Klingner und seine Mitstreiter schon ins Visier genommen, trotzdem sind sie für Vorschläge aus der Bevölkerung offen. Anregungen gehen per E-Mail an info(at)steinfelderredder.de oder telefonisch unter 04531/12340.
Andreas Olbertz
Steinfelder Redder: Jetzt regiert die Motorsäge
Stormarner Tageblatt vom 6. Februar 2008
Steinfelder Redder: Jetzt regiert die Motorsäge
Bad Oldesloe/ask
– Da half auch keine Unterschriften-Aktion und Malaktion: Die ersten von insgesamt 80 Allee-Bäume am Steinfelder Redder sind schon gefällt. Ein Holzfäller-Team aus Nordvorpommern arbeitet sich seit Montag vom Ortsausgang kommend die B 75 in Richtung Reinfeld entlang. Aus den Stämmen und stärkeren Ästen der Bäume wird nun Kaminholz, Zweige und kleinere Äste werden gleich vor Ort zerhäckselt. Die Bäume müssen einem Radweg und einer breiteren Bundesstraße weichen. Die Fäll-Arbeiten sollen in den nächsten 14 Tagen abgeschlossen sein.
Oldesloer Politiker lehnen Luxus-Bad ab
Hamburger Abendblatt vom 6. Februar 2008
Oldesloer Politiker lehnen Luxus-Bad ab
Schwimmhalle: Gutachter soll neue Vorschläge für günstigere Umbauvariante machen
Der Hauptausschuss beschließt, dass vor einer Auftragsvergabe die Bürger an einem Info-Abend gehört werden sollen.
Von Claus Vogel
Bad Oldesloe -
Für die Luxusausführung müsste die Stadt 9,1 Millionen Euro aufbringen, die Billigvariante kostet immerhin noch 2,9 Millionen. Oldesloes Politikern machen die Gutachten zur Sanierung des Hallenbads am Konrad-Adenauer-Ring wenig Freude.
Die Mitglieder des Hauptausschusses haben der Hamburger Firma Geising + Böker Generalplaner GmbH deshalb einen neuen Auftrag erteilt. Bis April sollen detaillierte Vorschläge vorgelegt werden, wie die mehr als 30 Jahre alte Halle nicht nur technisch fit gemacht wird, so wie es die vorgelegte Billigvariante vorsieht. Auch etwas aufhübschen lassen möchten die Oldesloer ihr Bad. Allerdings auch nicht mehr.
Die von den Planern vorgelegte Luxusvariante ist für Bad Oldesloe nicht finanzierbar. Darin sind sich alle Fraktionen einig. SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach wunderte sich bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses über das alte, ebenfalls von Geising + Böker verfasste Gutachten. Diese Luxusvariante habe nie zur Debatte gestanden. Und sein christdemokratischer Kollege Horst Möller bezweifelte die Gutachteraussage, dass das teurere Bad keinen höheren jährlichen Zuschuss durch die Stadt benötige als das nur schlicht sanierte Bad. Bei dieser Variante soll das Dach erneuert und ebenso wie die Fassade besser isoliert werden. Außerdem wird der Austausch sämtlicher Rohrleitungen, der Lüftungsanlage, der Elektroinstallation und die teilweise Erneuerung der Heizung vorgeschlagen. Die Ozonfilteranlage für das Beckenwasser muss einer neuen Filteranlage mit Chlorung weichen, weil sie im Betrieb viel zu teuer ist. Außerdem wird der Abbruch des benachbarten Kurhauses vorgeschlagen.
Bei den von den Planern als Variante 2 bezeichneten Vorschlägen würde Bad Oldesloe ein nahezu völlig neues Bad erhalten: mit neuem Kurhaus, mit Solarien, einer Saunalandschaft, einem Salzwasser-Meditationsbad, einem zweistöckigen Baumhaus an der Trave für Saunabesucher, einer Außensauna und Kaminraum. Außerdem sollten ein vollverglastes Bewegungsbecken mit warmem Wasser, zusätzliche Attraktionen an den vorhandenen Becken, eine Ruhezone und ein Kursusraum entstehen. 14 statt vier Monate bei der Billigvariante müsste die Halle für diese Arbeiten geschlossen werden, kündigen die Experten an.
Und wenn die Oldesloer weitere 830 000 Euro lockermachen würden, dann wären zusätzlich eine 70 Meter lange Außenrutsche und ein beheiztes Außenbecken drin.
Weil ein solches Luxus-Erlebnisbad nicht finanzierbar ist und mit der reinen Sanierungsvariante wohl kaum mehr Gäste in das defizitäre Bad gelockt werden, verlangen die Politiker nun neue Vorschläge von den Planern. Sie sollen unter anderem Pläne und Kosten für ein Therapiebecken, für eine Sauna "ohne Schnickschnack" (SPD-Fraktionschef von Massenbach) und für einen Gymnastikbereich vorlegen.
Über eine Auftragsvergabe wollen die Politiker erst entscheiden, wenn sie die Meinung der Oldesloer bei einer Infoveranstaltung eingeholt haben. Das hat der Ausschuss einstimmig beschlossen.
Doch keine Terroristen im Inihaus
Stormarner Tageblatt vom 4. Februar 2008
Doch keine Terroristen im Inihaus
Verdacht nicht bestätigt / Bundesanwaltschaft gibt Verfahren an Flensburg ab
Bad Oldesloe/ol
– Bad Oldesloe und das Inihaus als Terroristen-Hochburg – der Vorwurf ist vom Tisch: Im Juni 2007 hatte die Polizei zugeschlagen. Das Inihaus und Wohnhäuser waren durchsucht worden. Die Bundesanwaltschaft vermutete dort die Schuldigen verschiedener Brandanschläge in der Region. Telefone waren abgehört, Wohnungen und Autos verwanzt worden. Begründet wurden die Maßnahmen mit Terrorismus-Verdacht gemäß Paragraph 129a.
In zwei ähnlich gelagerten Fällen hatten die Bundesrichter den Anklägern auf die Finger geklopft und ihnen die Zuständigkeit entzogen. „Ausgehend von der jüngsten Rechtsprechung des Bundegerichtshofs haben wir das Verfahren an das Land abgegeben“, erklärte jetzt Frank Wallenta, Sprecher der Bundesanwaltschaft. Das sei eine Folge der Präzisierung des Bundesgerichtshofs „an die wir uns natürlich halten. Das ist das juristische Alltagsgeschäft.“
Verbrechen müssen von überörtlicher Bedeutung sein oder die Bevölkerung erheblich einschüchtern – dann könne von Terror gesprochen werden. Beides treffe auf die Stormarner Anschläge nicht zu. Ob Terrorismus oder nicht, ist Wallenta ziemlich egal, er betont: „Es ist so oder so schwere bis mittlere Kriminalität.“ Deshalb werde jetzt wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt – also nicht mehr Terror-, sondern Mafiastrukturen.
Das Verfahren liegt jetzt bei der Staatsanwaltschaft Flensburg. Von dort war keine Stellungnahme zu bekommen, wie es weiter geht. Verteidiger Alexander Hoffmann hat da so seine Vorstellung: „Die Bundesanwaltschaft hat das Verfahren liegen lassen und ist jetzt schnell einer Entscheidung des BGH zuvor gekommen. Jetzt kann die Staatsanwaltschaft Flensburg zusehen, wie sie das Verfahren tot kriegt.“
Alle Observation und Durchsuchung habe nichts zutage gefördert, erklärt der Kieler Jurist. Nach dem Brand bei Thormälen seien Telefonverbindungsdaten überprüft worden. Dabei sei herausgekommen, das zwei Personen – ein Mann und eine Frau, die zu dem Zeitpunkt ein Verhältnis hatten – miteinander telefonierten. Über den Inhalt der Gespräche wissen die Ermittler nichts, trotzdem gehen sie davon aus, dass auf diesem Wege der Anschlag bestätigt, das Eintreffen der Polizei am Brandort, die Flucht vom Tatort und der Einwurf des Bekennerschreibens durchgegeben wurde.
Alexander Hoffmann sieht dem weiteren Verfahren gelassen entgegen: „Mehr haben die nicht, obwohl über Monate oberserviert wurde. Deshalb wird das im Nichts verlaufen.“
In diesem Zusammenhang hat Hoffmann einen Mandanten, der demnächst vor dem Oldesloer Amtsgericht stehen wird. Das Innenministerium klagt auf Herausgabe einer Wanze oder alternativ 2 500 Euro. Hoffmann: „Das ist schon sehr komisch, wo doch vorher bei allen Behörden nachgefragt worden ist und niemand etwas von dem Sender gewusst haben will. Die Klage haben wir angenommen. Das wird lustig.“
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 2. Februar 2008
Nichts wissen, nichts sehen, nichts sagen
Das große Schweigen
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Der Vorsitz bei der Oldesloer SPD entwickelt sich zum Schleudersitz. Knall auf Fall hat Christoph Asmussen sich jetzt verabschiedet. Vor gut einem Jahr schwärmte Amtsvorgänger Oliver Trost noch von seiner Vision eines Öko-Baugebiets Steinfelder Redder. Dumm nur, dass die Kollegen in der Fraktion immer versucht hatten, jegliche Bebauung dort zu verhindern. Kam nicht gut an bei einigen Genossen, und Trost wurde abgeschossen. Christoph Asmussen sollte es besser machen. Den kannten sie ja schon, er war das Mastermind hinter „Wrieden muss weg“. Er war aber auch derjenige, der bereits 2004 völlig überraschend die Politik hingeschmissen hatte – aus familiären Gründen seinerzeit.
Bei den Sozis sieht man dieser Tage große Fragezeichen in den Gesichtern. Auf Fragen zu Rücktrittsgründen kommt ein eher ratloses „Da war nichts. Ich verstehe es auch nicht“. Stochert man weiter, werden Kinkerlitzchen genannt wie eine zu lange Rede beim Neujahrsempfang, Gastredner, die nicht abgesprochen waren, eine Homepage, von der andere meinten, sie können sie besser machen. Nichts, was man nicht in guter linker Tradition hätte ausdiskutieren können. Nö. Christoph Asmussen nicht. Der macht auf Lafontaine und lässt ratlose Genossen zurück.
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Schon mal was von Hes-Burger gehört? In Skandinavien sollen die ja der Hit sein. Und jetzt bekommt Oldesloe so einen Laden. Man mag es kaum glauben: Hier eröffnet ein Burger-Brutzler, ohne dass gleich fünf Initiativen dagegen gegründet werden? Das kommt einem Wunder gleich. Ein Investor motzt eine Industrie-Ruine auf und niemand mosert? Das ist schon überraschend. Vielleicht weil es so weit ab vom Schuss ist? Vielleicht weil die Pläne eines Freizeitpalasts im Raketenbasis-Look einfach zu verrückt klingen? Oder einfach nur, weil die Familie dort klammheimlich gewerkelt hat – und plötzlich ist das Objekt fast fertig. Schau’n mer mal. Dieses Woche sah es noch bös nach Baustelle aus, aber das kann sich ja schnell ändern. Putzkolonne durch und schon geht es los.
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Auf den Mund gefallen ist Ahrensburgs Bürgermeisterin Ursula Pepper (SPD) nicht. Umso verwunderlicher, dass es ihr die Sprache verschlug, als Stadtverordnete von CDU, WAB und Grüne der Verwaltung unterstellten, Sitzungsvorlagen bewusst gegen Beschlüsse des Ausschusses zu verändern. Dass Ursula Pepper die meiste Zeit schwieg, begründete sie einen Tag später damit, dass sie „überrascht“ worden sei von den „unfairen“ Vorwürfen.
Andernorts springen Rathaus-Chefs bei solchen Anschuldigungen wie von der Tarantel gestochen hoch, Ursula Pepper wartete erstmal eine Sitzungsunterbrechung ab. Und wunderte sich am nächsten Tag über den „Wahlkampf gegen die Verwaltung“. Abgesehen davon, dass der Begriff Unsinn ist und völlig egal, was an den Vorwürfen dran ist – als Bürgermeisterin sollte man sich Gedanken machen, wenn sich so unterschiedliche Fraktionen wie CDU, Grüne und WAB einig sind.
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Diese Woche war Oldesloer Stadtverordnetenversammlung. Im Bürgerhaus! Wer das nicht auf dem Zettel hatte und von der Festhalle erst in die Fußgängerzone musste, der hätte auch gleich nach Hause gehen können. Da war der Spaß nämlich schon vorbei. Dieses Schicksal ereilte den Grünen Willi Janson.
Für den nichtöffentlichen Teil wurden nicht nur die Bürger hinaus komplementiert, nein, es hatten auch Stellwände Premiere. Die wurden als Sichtschutz vor die Glastür gestellt. Geheimhaltung total. Es darf absolut niemand erkennen, wer wann seine Hand gehoben hat. Wofür wüsste man zwar nicht, aber egal. Vermutlich sollen so die Politiker vor den Wählern geschützt werden, damit die sie ja nicht bei der nächsten Wahl abstrafen. Es wüsste ja keiner, wer es mal wieder verbockt hat. Diesmal ging es um das Interessenbekundungsverfahren fürs Hallenbad. Erstaunlicherweise ist nicht geheim, dass alle dafür waren, dagegen zu sein.
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Wenn Willi Janson in die Festhalle gegangen wäre, hätte er einen Vortrag hören können. Die Handwerker hatten sich für ihr Jahrestreffen Prof. Dr. Hans-Carl Jongebloed eingeladen. Der hat die Europäisierung der Universitäten erlebt und warnte nun vor dem nächsten Übel aus Brüssel, auch die berufliche Bildung komplett in „Module“ zu zerlegen. Das hat mit dem Handwerk, wie wir es kennen, wenig zu tun. Und weil, wer ausbilden will, seine „Module“ staatlich genehmigen lassen muss, sieht Jongebloed nicht nur die Lehrinhalte erstarren, sondern auch das Ende der betrieblichen Ausbildung. Wenn Stormarns Handwerker dachten, das wäre ja noch weit weg – ein Blick in die Zeitung hätte sie eines Besseren belehrt: In England kann man jetzt auch bei McDonald’s Abitur machen. Ein Fall von Modularisierung: Fastfood für den Geist in Häppchen.
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Da hatten sich die Amtsverterter für Kiel „aufgebrezelt“, aber von Brezeln wollte man dort nichts wissen. Eine Fusion der Ämter Bad Oldesloe- und Bargteheide-Land komme nicht in Frage, teilte das Innenministerium mit. Dass man diese „Brezel-Ämter“, die zwei Städte umschließen, nicht will, hatte schon Bis-vor-kurzem-Innenminister Ralf Stegner im Gespräch mit dem Tageblatt klar gemacht. Neu ist allerdings die Argumentation mit Verwaltungszentren im Zuge einer neuen Aufgabenverteilung zwischen Land, Kreis und Kommunen. Über Aufgabenverlagerung wird nämlich schon so lange diskutiert, dass sich Ämter und Städte die teuren Gutachten hätten sparen können.
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Weil sich die Abrechnung des Klangstadtfestivals über Monate hinzog, kann es dieses Jahr keine Neuauflage des Open-Air-Konzerts in Bad Oldesloe geben. In dem komplizierten Geflecht zwischen Stadtmarketing, Politik, Klangstadt und Meddewader spricht das natürlich niemand laut aus, irgendwie braucht man sich ja noch. Zumindest die Einen den Anderen. Aber der Verdacht liegt schon nahe. Es fehlt natürlich auch Geld und ein guter Termin – das hätte geregelt sein können, wenn mit der Planung früher begonnen worden wäre.
Redder: SEG wehrt sich
Lübecker Nachrichten vom 1. Februar 2008
Redder: SEG wehrt sich
BAD OLDESLOE – Gegen den Vorwurf, die Oldesloer Politiker müssten sich mit ständigen Nachbesserungen am Bebauungsplan seitens der Sparkassen-Erschließungsgesellschaft beschäftigen, wehrt sich die SEG vehement.
Ihr Geschäftsführer Matthias Bernhard erklärte: „Wir haben den Kaufvertrag
über das Baugebiet Steinfelder Redder abgeschlossen, als es noch kein
verbindliches Baurecht gab.“ Das sei vor allem auf ausdrücklichen Wunsch der Stadt nach einem zeitigen Abschluss geschehen. Da in den Gesprächen Einigkeit über die Vorstellungen der SEG insbesondere bei der Dachneigung gegeben habe, ging sie darauf ein. Der Wunsch nach flexibleren Dachneigungen hätte neben vertrieblichen auch ökologische Gründe. So wären bei einer vorgeschriebenen flachen Dachneigung von 15 Grad keine Sonnenkollektoren möglich. „An der Geschosshöhe von zehn Metern wollen wir ebenso wenig etwas ändern wie an einer baulichen Verdichtung.“ unk
Open-Air auf 2009 verlegt
Stormarner Tageblatt vom 1. Februar 2008
Open-Air auf 2009 verlegt
Klangstadt sieht perfekte Festival-Organisation gefährdet
Bad Oldesloe/ol
– Die Nachricht stimmt Rock-Fans in der Region traurig. Patrick Niemeier, Sprecher der Klangstadt-Initiative, hat gestern das Open-Air-Festival für dieses Jahr abgesagt. Exer und Stormarnhalle waren für Anfang September gebucht, 200 Bandbewerbungen lagen bereits vor, doch aus der Neuauflage des erfolgreichen Musikspektakels wird vorerst nichts.
Musiker Niemeier führt eine ganze Reihe von Gründen an. Die Stadt hat für dieses Jahr bereits einen vollen Terminkalender. Auch beim Blick über den Tellerrand fällt es schwer, einen Termin zu finden, an dem es kaum Konkurrenz gibt. Das habe auch Auswirkungen auf die Sponsorensuche – Firmen hätten schließlich nur einen begrenzten Etat. „Wir wollen doch nicht anderen lokalen Initiativen quasi in einem Wettkampf die Sponsoren abgraben“, sagt Patrick Niemeier: „Da hätten wir uns ja mit halb Oldesloe angelegt.“ Viele Klangstädter seien auch in den Abi-Vorbereitungen. Niemeier: „Das ist dieses Jahr extrem, die wissen jetzt noch gar nicht, wo sie im September sind.“
Viele Klangstadt-Bands treten beim Stadtfest auf und können kostenlos gesehen werden. „Sind die Fans bereit, drei Wochen später Tickets für 20 Euro zu kaufen, bloß weil es dann auch einen Headliner gibt?“ Niemeier hat da Zweifel.
Gemeinsam mit dem Hauptsponsor und durchführenden Veranstalter „Meddewader“ sei deshalb beschlossen worden, die Kräfte für ein Festival 2009 zu bündeln. Patrick Niemeier stellt klar: „Wir könnten es auch dieses Jahr auf die Reihe kriegen, aber wir wollen ein optimales Open-Air. Wir wollen 2007 auf jeden Fall toppen.“
Diese Verschiebung eröffne Klangstadt zudem die Möglichkeit, andere vernachlässigte Projekte wie die „Wir-für-uns“-Abende im Inihaus wieder anzupacken. Andreas Olbertz
Zehn Jahre Spendenparlament – Bilanz der Hilfe
Stormarner Tageblatt vom 1. Februar 2008
Zehn Jahre Spendenparlament – Bilanz der Hilfe
180 000 Euro haben sie an Geldern eingenommen und verteilt – das Oldesloer Spendenparlament leistet seit zehn Jahren wertvolle Unterstützung.
Bad Oldesloe/ol
– Zehn Jahre Oldesloer Spendenparlament – ein Anlass für eine traurige Bilanz, denn: „Eigentlich sollte es uns ja gar nicht geben müssen“, grübelt Sprecherin Marion Kattler-Vetter. Doch die Mitglieder des Spendenparlament denken gar nicht daran, aufzuhören. „Der Bedarf ist in den vergangenen zehn Jahren größer geworden, aber die Scheu, Anträge zu stellen, auch“, hat die Sülfelderin festgestellt. Gleichzeitig sei die Spendenbereitschaft deutlich gesunken. Marion Kattler-Vetter: „Den Leuten geht es einfach nicht mehr so gut.“
Der Anstoß für ein Spendenparlament kam von einem runden Tisch gegen Armut und Isolation. Vertreter von Stadt, Vereinen sowie den Kirchen saßen zusammen und konnten nicht anders als festzustellen, dass es derartige Probleme auch in der Kreisstadt gibt. Bürgerworthalterin Ilse Siebel war damals bereits Mitglied des Hamburger Spendenparlaments und gab die Anregung, so etwas auch in Oldesloe zu initiieren. Gesagt getan.
Ein Spendenparlament funktioniert nach einem einfachen Prinzip: Wer spendet, darf auch mitentscheiden, wofür das Geld ausgegeben wird. Mindestspende sind 60 Euro im Jahr – wer die gibt, wird zwei mal jährlich zu den Plenumssitzungen eingeladen. Dort werden die Spendenanträge vorgestellt oder die Antragsteller präsentieren sie selber und dann wird befunden, ob ein Projekt gefördert werden soll. „Das ist ja das Spannende an der Geschichte“, erklärt Gründungs- und Präsidiumsmitglied Sabine Hintze. Die Spenden blieben vor Ort, man könne mitreden und das Geld komme zu 100 Prozent bei den Bedürftigen an.
„In der Regel wird sehr wohlwollend entschieden“, erklärt Falk König, Vorsitzender der Finanzkommission. Dieses Gremium prüft alle Anträge: Entsprechen sie der Satzung, sind alle benötigten Informationen vorhanden, wer ist der Antragsteller. 180 000 Euro hat das Spendenparlament in den vergangenen zehn Jahren ausgeschüttet, allein vergangenes Jahr waren es 22 000 Euro.
„Armut, Obdachlosigkeit, Isolation“ – gegen einen dieser bewusst weit gefassten Begriffe muss sich ein Projekt richten, um förderfähig zu sein. „DRK, Awo, EfA – die großen Organisationen kennen uns ja alle schon“, sagt Falk König: „Wir wollen auch die kleinen Initiativen bedenken.“
In den zurück liegenden Jahren hatten die Spendenparlamentarier ein sicheres Gespür. „Fast alle Projekte, die wir unterstützt haben, leben noch weiter“, erklärt Marion Kattler-Vetter. Sie betont ausdrücklich, dass das Spendenparlament lediglich eine Anschubfinanzierung gibt.
Am Freitag, 8. Februar, besteht die Möglichkeit, das Spendenparlament in lockerer Runde kennen zu lernen. Ab 18 Uhr wird dann im Bürgerhaus Geburtstag gefeiert. Für den musikalischen Rahmen sorgt die A-capella-Band „Stimmt so“.
Andreas Olbertz
Das Oldesloer Spendenparlament besteht zehn Jahre
Lübecker Nachrichten vom 1. Februar 2008
Das Oldesloer Spendenparlament besteht zehn Jahre
Bad Oldesloe - Armut, Isolation und Obdachlosigkeit möchte das Oldesloer Spendenparlament auch künftig in der Kreisstadt lindern. Zum zehnjährigen Bestehen lädt der Verein für den 8. Februar zu seiner Geburtstagsfeier in das Bürgerhaus ein.
Rund 180 000 Euro hat das Spendenparlament bisher ausgeschüttet, davon 22 000 Euro allein im vergangenen Jahr. "Der größte Teil der Spenden ging an Initiativen für Kinder, Jugendliche und Familien, beispielsweise für Sprachunterricht, Lernmaterialien, Spielangebote oder betreute Freizeiten für alleinerziehende Mütter", berichtet Marion Kattler-Vetter (53), im Vereinsvorstand zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. Die größte Einzelspende mit 8000 Euro wurde für den Kauf eines neuen Auslieferungsautos der "Oldesloer Tafel" bewilligt. Diese Einrichtung freute sich auch über mehrere Raten von insgesamt 16 000 Euro für die neuen Container zur Essensausgabe der Organisation "Efa" (Essen für alle).
"Im Übrigen sind - bis auf ganz wenige Ausnahmen - die vom Spendenparlament angeschobenen Initiativen bis heute tätig, ein eindrucksvoller Beweis, dass die Starthilfe richtig war", stellt Vereinsvorsitzender Bertram Vetter (57) aus Sülfeld heraus. Das Spendenparlament möchte kleine Initiativen ermutigen, sich bei Finanzierungsproblemen zu melden. Antragsformulare gibt es unter Telefon 04531/50 42 05. "Die Scheu, Anträge zu stellen, ist größer geworden. Obwohl auch in Bad Oldesloe ein wachsender Bedarf an sinnvoller Hilfe für einsame und sozial benachteiligte Menschen besteht", hat Marion Kattler-Vetter beobachtet. Und berichtet,. dass von sozialer Not seien besonders Kinder und Jugendliche betroffen seien.
Weitere Zielgruppen sieht der Verein bei alleinerziehenden Müttern, bei Senioren, bei Behinderten und bei Menschen, die den Kontakt zu ihrer Umwelt verloren haben.
Mitglied im Spendenparlament ist jeder Bürger, der jährlich mindestens 60 Euro spendet. Das machen mittlerweile 155 Bürger aus der Kreisstadt und den umliegenden Gemeinden. Hinzu kommen immer häufiger namhafte Einzelspenden von Firmen oder von Jubilaren.
Alle Mitglieder entscheiden in der Vollversammlung über die Vergabe der Mittel. "Dabei sortiert die siebenköpfige Finanzkommission die Anträge", berichtet deren Vorsitzender Falk König (44). Das Parlament tagt zweimal im Jahr öffentlich, das nächste Mal am 21. Mai (19 Uhr, Rathaussaal). Spenden nimmt der Verein auf folgendem Konto entgegen: Kontonummer 99 45 bei der Sparkasse Holstein, Bankleitzahl 213 522 40, Stichwort "Spendenparlament".
Die Geburtstagsfeier steigt am kommenden Freitag, 8. Februar, ab 18 Uhr im Oldesloer Bürgerhaus (Mühlenstraße 22). Zu Gast ist die A-Cappella-Gruppe "Stimmt!So" mit Lehrern aus Bad Oldesloe und Reinfeld.
Die Idee zur Gründung des Spendenparlaments hatte die frühere Oldesloer Bürgerworthalterin Ilse Siebel (SPD), die das Hamburger Modell zum Vorbild nahm. Der strenge Winter zum Jahreswechsel 1997/98 unterstrich die Notwendigkeit, auch in der Kreisstadt für Bedürftige tätig zu werden. Acht Bürger kamen an einem Runden Tisch zusammen, aus dessen Mitte der Verein mit zunächst 20 Mitgliedern gegründet wurde.
Von Bernd Nursey, LN
Oldesloer Klangstadt: Kein Open-Air in diesem Jahr
Lübecker Nachrichten vom 1. Februar 2008
Oldesloer Klangstadt: Kein Open-Air in diesem Jahr
Bad Oldesloe - Nach der Premiere im vergangenen Jahr wird es 2008 kein Open-Air-Festival der Oldesloer Klangstadt-Initiative geben. Das gab Sprecher Patrick Niemeier gestern bekannt. Als Gründe nannte er terminliche Schwierigkeiten und fehlende Sponsoren.
"Wir hatten schon über 200 Band-Bewerbungen für das Festival, das wir für September avisiert hatten", sagt Niemeier. Auch habe es bereits positive Gespräche mit Bürgermeister Tassilo von Bary und Volker Gundelach vom durchführenden Veranstalter, der Firma Meddewader, gegeben. Insgesamt musste die Macher jedoch erkennen, dass es nach dem zähen Abschluss der Erstauflage, für die erst im Dezember die Abrechnung präsentiert wurde, schon zu spät war.
"Danach hatten wir uns sofort an neue Ideen und Konzepte für das Festival 2008 gesetzt, doch der Terminplan für Veranstaltungen in Bad Oldesloe war schon so dicht, dass kaum noch Spielraum für eine Neuauflage blieb", so Niemeier weiter. "Denn daraus resultiert auch eine andere Problematik, wie wir schnell feststellten: Viele lokale Firmen und Unterstützer haben natürlich nur einen begrenzten Etat für Sponsoring-Aktionen." So gestaltete sich die Suche schwierig. Außerdem wollten die Klangstädter nicht in Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen in Bad Oldesloe treten und in einen "Wettkampf um potenzielle Sponsoren" treten.
Daher entschloss sich die Musiker-Initiative gemeinsam mit der Firma Meddewader dazu, sich lieber auf eine Neuauflage des Festivals im Jahr 2009 zu konzentrieren. Dieses solle dann "noch schöner, abwechslungsreicher, bunter und interessanter werden". Niemeier: "Wir legen schon jetzt los mit viel Energie und neuen Ideen für 2009."
Die Klangstadt bleibt aber auch in der Zwischenzeit aktiv, tritt zum Beispiel mit mehreren Bands beim Stadtfest auf. mc
Nach Rücktritt: SPD wählt neuen Chef
Hamburger Abendblatt vom 1. Februar 2008
Nach Rücktritt: SPD wählt neuen Chef
BAD OLDESLOE -
Der Stadtverordnete Hans-Hermann Roden kandidiert für den Vorsitz des SPD-Ortsvereins Bad Oldesloe. Bei einer Mitgliederversammlung am 21. Februar will er die Nachfolge von Christoph Asmussen antreten. Der bisherige Vorsitzende hatte völlig überraschend sein Amt niedergelegt und dafür persönliche und parteiinterne Gründe genannt. Nähere Begründungen lehnte er ab. "Ich bin fassungslos"- das war die erste Reaktion von Fraktionschef Hagen von Massenbach.
Nicht unterschiedliche Auffassungen über politische Themen oder das in Arbeit befindliche Parteiprogramm von Oldesloes Sozialdemokraten für die Kommunalwahl im Mai haben offenbar den plötzlichen Rückzug ausgelöst. Animositäten untereinander werden vermutet. Dafür spricht: Christoph Assmussen zieht sich zwar aus der politischen Arbeit zurück, bleibt aber SPD-Mitglied.
Die Sozialdemokraten müssen nicht nur Ersatz für ihn wählen. Wie bereits länger bekannt, wollen Dieter Knoll und Friedrich-Carl Wodarz politische Rentner werden. Und Maria Hermann möchte ihren Vorstandsposten abgeben, um sich auf die Fraktionsarbeit konzentrieren zu können.
cv
Gespräch der Spitzen der Städte und Ämter
Lübecker Nachrichten vom 30. Januar 2008
Gespräch der Spitzen der Städte und Ämter
Bad Oldesloe/Bargteheide - Die Ämter sind enttäuscht, die Städte erleichtert: Im Innenministerium wurde jetzt klar, dass eine Fusion Bargteheide- und Bad Oldesloe-Land d e r z e i t nicht genehmigungsfähig ist. Als neuer Grund ist aufgetaucht: die Raumordnungs- Planung des Landes.
Ein Antrag der Ämter beziehungsweise ihrer Gemeinden, die angestrebte Fusion vollziehen zu dürfen, hätte zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussicht auf Genehmigung. Diese Erkenntnis haben ohne Ausnahme die Spitzen sowohl der Ämter als auch der Städte Bad Oldesloe und Bargteheide aus einem Gespräch im Innenministerium mitgenommen. Ulrich Gudat, Leiter der Abteilung für kommunale Angelegenheiten - und früherer Bürgermeister von Bad Oldesloe - verwies dabei auf die Raumordnungsplanung des Landes.
"Bernd Sulimma, Verwaltungsleiter des Amtes Bad Oldesloe-Land spricht von einer völlig neuen Argumentation. "Wir sind mit unserer Begründung nicht komplett durchgedrungen", formuliert er vorsichtig, betont jedoch: "Wir halten an unserem Ziel fest." Die Ausführungen Gudats hätten aber starke Vorbehalte gegen die Bildung des neuen Amtes deutlich gemacht.
Wie alle anderen Gesprächsteilnehmer geht Sulimma davon aus, dass angesichts der Vorbehalte frühestens in eineinhalb Jahren über einen Antrag entschieden würde, denn offenbar werde die von den Ämtern gewünschte Fusion jetzt mit dem neuen Regionalplan für die Landesentwicklung in Verbindung gebracht. Nach den bisherigen Ideen der Landesregierung soll das Wachstum der Dörfer gebremst, die Städte sollen gestärkt werden.
"Die Ämterfusion widerspräche den Grundzügen der Landes-Raumordnungsplanung", fasst Bad Oldesloes Bürgermeister, Tassilo von Bary, die Aussagen Ulrich Gudats zusammen. Selbst wenn die Städte die Fusion bejaht hätten, würde das Land nicht einfach genehmigen, sondern prüfen. Von Bedeutung ist in den Augen von Barys auch, was bei der Verwaltungsstrukturreform heraus kommen wird. Wegen der vom Ministerium unverändert geforderten Kooperation werde die Stadt auf das Amt zukommen, kündigt der Oldesloer Verwaltungs-Chef an. Auf einer ganz anderen Ebene liege die vom Land zu prüfende Idee, Bad Oldesloe, Ahrensburg und Reinbek zu Dienstleistungszentren für Stormarn zu machen. Dabei gehe es um die Aufgabenverteilung von Land auf Kreis und von Kreis auf Kommunen nach unten.
Sein Bargteheider Rathaus-Kollege Werner Mitsch bestätigt dies. Diese Konzentration mache wirtschaftlich Sinn, weil es um Aufgaben gehe, für die Spezialisten benötigt würden. Mitsch wünscht sich nach dem Gespräch in Kiel völlig unabhängig davon ein neutrales Gutachten über alle denkbaren Formen der Zusammenarbeit zwischen der Stadt Bargteheide und dem Amt Bargteheide-Land. Er betont, die Ängste der Dörfer zu kennen. Zusammenarbeit solle keinesfalls der erste Schritt zu Eingemeindung sein. Dazu gebe es einen einstimmigen Beschluss der Stadtvertreter, und das lasse sich vertraglich festlegen. "Aber wir sind es dem Steuerzahler schuldig, zu schauen, was geht und was nicht", betont Mitsch.
Wieso das im Gutachten für die Ämterfusion ausgewiesene hohe Einsparpotential in Kiel offenbar niemanden interessiere, fragt sich Gudrun Wramp, Verwaltungsleiterin von Bargteheide-Land. Auch die ein bisschen visionäre Idee gemeinsamer Bürgerzentren mit den Städten werde einfach vom Tisch gefegt. Wramp beklagt, dass in Kiel so wenig Verständnis für den ländlichen Bereich festzustellen sei.
"Die kennen einfach nicht den Unterschied zwischen Amtsverwaltung mit viel ehrenamtlicher Unterstützung und Stadtverwaltung", zürnt Bargteheide-Land-Vorsteher Helmut Drenkhahn. "Wir sind eineinhalb Jahre verschaukelt worden", glaubt er. Das sei der Gipfel dessen, was er in 34 Jahren Kommunalpolitik erlebt habe. Erst habe Innenminister Ralf Stegner Hoffnungen gemacht und als Bedingung für die Fusion Kooperationsgespräche mit den Städten genannt. Das habe man versucht zu erfüllen, nun solle es noch einmal eineinhalb Jahre bis zu einer Entscheidung dauern. "Dann sind wir alt und grau", sagt Drenkhahn mit einem Anflug von Resignation in der Stimme. Eine kleine Hoffnung sei noch der neue Innenminister, Lothar Hay.
"Die Städte sollen zu Lasten der Gemeinden geschwächt werden", vermutet Peter Lengfeld, Amtsvorsteher des Amtes Bad Oldesloe-Land. Ziel bleibe trotzdem: Fusion der Ämter, Kooperation mit den Städten. Das weitere Vorgehen soll mit der Lenkungsgruppe und den Amtsausschüssen beraten werden.
Von Brigitte Judex-Wenzel , LN
Herber Schlag: Ämterfusion abgelehnt
Stormarner Tageblatt vom 29. Januar 2008
Herber Schlag: Ämterfusion abgelehnt
Die ganze Arbeit für die Katz’: Das Kieler Innenministerium lehnt eine Fusion ab. Damit schauen die beiden Ämter – Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land – in die Röhre.
Bad Oldesloe/gus
– Es wird vorerst keine Fusion der Ämter Bad Oldesloe-Land und Bargteheide-Land geben. Das ist das Ergebnis eines Gespräches im Kieler Innenministerium, an dem Vertreter der beiden Ämter und der Städte Bad Oldesloe und Bargteheide beteiligt waren. Grund: Im Innenministerium wird an einem neuen Raumordnungsplan gearbeitet.
Mit der geplanten Fusion wurden von den beiden Ämtern zwei Ziele verfolgt. Die Verwaltung sollte kostengünstiger werden und somit die arg gebeutelten Gemeindekassen entlasten. Und man wollte verhindern, dass per Anordnung aus Kiel die beiden so genannten Kragenämter den jeweiligen Städten zugeordnet werden. „Wir haben bei dem Gespräch in Kiel gefragt, ob es sinnvoll sei, einen Fusionsantrag zu stellen“, so Peter Lengfeld, Vorsteher des Amtes Bad Oldesloe-Land. Daraufhin hätte es von Ulrich Gudat von der Kommunalaufsicht im Kieler Innenministerium ein klares Nein gegeben. Einerseits wolle man in Kiel das „Brezelamt“ Bad Oldesloe-Land/Bargteheide-Land nicht und andererseits gebe es in Kiel andere Pläne. „Es soll ein neuer Raumordnungsplan aufgestellt werden. Darin sind Verwaltungsstützpunkte mit Bürgerzentren in Bad Oldesloe, Ahrensburg und Reinbek vorgesehen“, so Lengfeld. Dieses Vorhaben würde derzeit in Kiel geprüft und deshalb würde ein Antrag auf Fusion diesen Plänen derzeit widersprechen.
Persönlich hat Lengfeld den Eindruck gewonnen, dass man in Kiel die Ämterzusammenlegung nicht will. „Jedes Argument von uns wird mit einem Gegenargument totgeschlagen“, betonte er. „Und wenn an der Änderung des Raumordnungsplanes schon länger gearbeitet wird und unsere Argumente nicht greifen, so hätte man uns das doch mitteilen können. Wir haben schon viel Arbeit investiert“, sagte Lengfeld. Er sieht an der jetzigen Entscheidung nur einen Vorteil: „Die geplante Fusion kann jetzt kein Thema mehr beim Kommunalwahlkampf sein“. Zudem wurden die beiden Städte und Ämter von Gudat darauf hingewiesen, dass weiter über Kooperation zwischen den Städten und Ämtern verhandelt werden soll.
Helmut Drenkhahn, Vorsteher des Amtes Bargteheide-Land, meinte zu der Entscheidung: „Ich habe den Eindruck gewonnen, dass die im Kieler Innenministerium die Stadt-Land-Beziehung nicht richtig einschätzen können. Und auch nicht den Unterschied zwischen einer Stadt- und einer Landverwaltung.“ In den Landverwaltungen werde sehr viel ehrenamtlich gearbeitet und daher seien sie kostengünstiger als die Stadtverwaltungen. Nach seiner Ansicht habe man in Kiel die Befürchtung, dass durch eine Fusion der Ämter Fakten geschaffen würden, die den dortigen Plänen einer Neuordnung der Gewerbe-Wirtschafträume im Weg stehen könnten. „Ich halte die Begründung der Entscheidung für äußerst kläglich“, so Drenkhahn.
„Aus meiner Sicht wurde die Fusion nicht abgelehnt, sie ist nur im Moment nicht genehmigungsfähig“, meinte Bargteheides Bürgermeister Werner Mitsch. Nach seiner Auffassung sei man es aber den Bürgern und Steuerzahlern schuldig, jetzt weiter nach Kooperationsmöglichkeiten zwischen den Städten und Ämtern zu suchen, um so Kosten einzusparen. Ein entsprechendes Gutachten könnte zum Beispiel durch Jochim Schop aufgestellt werden, der auch schon für die beiden Ämter das Fusionsgutachten erstellt hat. „Es wurde in der Vergangenheit viel Skepsis geschürt und es wurden viele Schranken aufgebaut“, so Mitsch, der ausdrücklich betonte, das es nicht darum gehe, bei einer Zusammenarbeit zwischen Stadt und Amt die Eigenverwaltung der Gemeinden in Frage zu stellen.
Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary erklärte zum Scheitern der Amtsehe: „Eine Absage habe ich erwartet, allerdings nicht in dieser Form.“ Vor dem Hintergrund des Raumordnungsplanes hätte man das den Beteiligten viel früher mitteilen können. Nichtsdestotrotz halte die Stadt an Kooperationen fest und wolle auf das Amt zugehen. Es gebe viel Einsparpotenzial. dirk gusick
Anregungen von Bürgern
Stormarner Tageblatt vom 29. Januar 2008
Anregungen von Bürgern
SPD-Stand in der Fußgängerzone
Bad Oldesloe/st
– Bei ihrem Stand in der Innenstadt forderte die SPD am Wochenende die Bürger auf, ihre Anregungen zur Gestaltung Bad Oldesloes einzubringen. „Wir waren überrascht, wie viele Menschen gezielt auf uns zukamen, das Gespräch suchten und teilweise schon fertige Briefe mit Anregungen dabei hatten“, freute sich Hagen von Massenbach, der Fraktionsvorsitzende. Anregungen wurden nicht nur im Gespräch, sondern auf Karten in einer Ideen-Box gesammelt.
Die Wünsche reichten von künstlerischen Gestaltungsvorschlägen für die Fußgängerzone bis zum Wunsch nach öffentlichen Toiletten. Fehlende Beleuchtung an dunklen Wegen wurde reklamiert oder mangelnde Barrierefreiheit in der Innenstadt. Aber auch Ideen beispielsweise für ein Mehrgenerationen-Wohnprojekt waren dabei. „Wir werden die Anregungen in Ruhe auswerten, einige Missstände können sicher kurzfristig behoben werden“, versprach von Massenbach.
Wer keine Möglichkeit hatte, am Stand seine Anregungen los zu werden, kann diese auch direkt per E-Mail an wahl08(at)spd-badoldesloe.de senden oder per Brief an die SPD Bad Oldesloe, Kurparkallee 2, 23843 Bad Oldesloe schicken.
Asmussen tritt zurück
Stormarner Tageblatt vom 29. Januar 2008
Asmussen tritt zurück
SPD muss Ende Februar neuen Vorsitzenden wählen
Bad Oldesloe/ol
– Erst war die Homepage weg, jetzt auch noch der Vorsitzende. Nach nicht mal einem Jahr an der Spitze der SPD hat Christoph Asmussen gestern seinen Rücktritt bekannt gegeben – aus persönlichen Gründen habe er bereits bei einer Sondersitzung am Mittwoch seinen Posten nieder gelegt. Vorgänger Oliver Trost hatte vergangenen März seinen Sessel nicht ganz freiwillig geräumt und musste gehen, nachdem er sich ungeschickt in die Lokalpolitik eingemischt hatte.
„Ich möchte das nicht weiter kommentieren, das soll auch privat bleiben“, sagte der stellvertretende Vorsitzende Hans-Hermann Roden gestern: „Das kam für mich aus heiterem Himmel.“
Ausdrücklich weist Roden Spekulationen, es könnten nicht ausschließlich persönliche Gründe ausschlaggebend gewesen sein, zurück: „Da hören sie etwas, wo es nichts zu hören gibt.“
Beim Neujahrsempfang der SPD hatte Asmussen noch einen feurigen Jahres-Rückblick gehalten. Bei der Gelegenheit kündigte er auch die Internet-Seite www.badoldesloe-gemeinsam-gestalten.de an. Die Seite hat es gegeben, sie ist aber von der SPD anschließend nicht weiter beworben worden. Ein Indiz für interne Unstimmigkeiten? Vergangene Woche war die Seite plötzlich weg. Inoffiziell war aber von Streitereien darüber die Rede, wer welche Seiten programmieren und pflegen darf. Quellen berichten, dass der Vorsitzende auch gerne mal für einige Wochen „abtauche“ und nicht erreichbar sei. Andere Parteifreunde loben hingegen seine Spontaneität – er habe schnell Plakate entworfen und die noch nachts ohne viel Auflebens in der Stadt geklebt. Christoph Asmussen selber spricht von „innerparteilichen Sachen“, die „nicht gut gelaufen“ seien. „Es wäre mir lieber, wir hätten uns in der Sache ordentlich gefetzt – das hätte mir sogar noch Spaß gemacht“, erklärt er. Der Entscheidung sei ein längerer Prozess des Nachdenkens vorausgegangen, es sei ihm nicht leicht gefallen, so kurz vor einer Wahl zurück zu treten, zumal in jüngster Zeit sehr gut und erfolgreiche Arbeit gemacht werde.
Bei der turnusmäßigen Hauptversammlung der SPD am 21. Februar wird Hans-Hermann Roden für den Vorsitz kandidieren. Unabhängig vom Rücktritt des Vorsitzenden müssen dann weitere Vorstandsposten neu besetzt werden. So wird Dieter Knoll nicht länger die Kasse führen. Roden: „Das kündigt er seit zwei Jahren schon an, jetzt macht er ernst.“ Fritz Wodarz wechsele vom SPD in den VfL-Vorstand – auch das lange bekannt. Maria Herrmann setze ihre Prioritäten voll auf Fraktionsarbeit und die Wahlkampf-Leitung.
Ärger in SPD: Asmussen tritt als Ortschef zurück
Lübecker Nachrichten vom 29. Januar 2008
Ärger in SPD: Asmussen tritt als Ortschef zurück
Bad Oldesloe - Dieser Rücktritt kam für viele Bad Oldesloer Genossen überraschend. Selbst für manche Vorstandskollegen oder Fraktionsmitglieder.
Gerade hatte der Ortsvereinsvorsitzende Christoph Asmussen noch mit einer launigen Rede auf dem Neujahrsempfang seine sozialdemokratischen Weggefährten, aber auch Gäste und politisch Andersdenkende auf das Kommunalwahljahr eingestimmt. Und auch eine spezielle Internetseite unter dem Titel "www.badoldesloe-gemeinsam-gestalten.de" vorgestellt, die aber seit kurzem wieder aus dem Netz verschwunden ist. Und gestern Nachmittag schlug um 14.40 Uhr eine dürre Pressemitteilung der SPD ein wie . . . eine Wasserbombe. Platsch! Und manch ein SPD-Verantwortlicher steht da wie der sprichwörtliche begossene Pudel.
"Persönliche und parteiinterne Gründe" hätten ihn zu diesem Schritt veranlasst, sagte Asmussen den LN. "Es hat eine Ansammlung von Auseinandersetzungen mit mehreren Vorstandskollegen gegeben." Für die Kommunalwahl will er nun auch nicht mehr antreten, dem SPD-Ortsverein bleibt er jedoch erhalten.
"Die Gründe wurden intern erläutert, wir wollen sie aber nicht weiter kommentieren", sagte SPD-Sprecher Hans-Hermann Roden. "Es ging wohl nicht mehr", lässt sich Fraktionschef Hagen von Massenbach entlocken. Er sei enttäuscht, dass Asmussen, der erst vor zehn Monaten den damaligen Vorsitzenden Oliver Trost nach ebenfalls kurzer Amtszeit abgelöst hatte, sein Amt wieder zurückgibt. Vor allem so kurz vor der Kommunalwahl: "Der Zeitpunkt ist extrem ungünstig. Das ist saudämlich." Glücklicherweise habe sich Hans-Hermann Roden bereit erklärt, auf der Jahreshauptversammlung am 21. Februar für den Vorsitz zu kandidieren. "Das ist gut, denn Roden ist ein erfahrender Parteigenosse."
Für den Vorstand ist das übrigens nicht die einzige Personalie. Außer Asmussen treten - allerdings ist das schon länger bekannt - auch Dieter Knoll (politischer Ruhestand), Fritz Wodarz (Vorstandsposten im VfL Oldesloe) und Maria Herrmann (Konzentration auf die Fraktionsarbeit) nicht erneut an.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 26. Januar 2008
Gassi gehen, Geheimheiten und Gleichstellung
Echt „hundsgemein“
Rolf Blase, Andreas Olbertz und Volker Stolten
Was hätten sich die anderen Parteien mit der CDU streiten können! Die Christdemokraten hatten die Elternbeteiligung an der Schülerbeförderung durchgedrückt und wollten daran auch festhalten, nachdem bereits ihr Ministerpräsident umgefallen war. Nun hat auch Stormarns CDU eine 180-Grad-Wende hingelegt. Man werde die Elternbeteiligung wieder abschaffen, verkündeten Parteichef Henning Görtz und Fraktionschef Joachim Wagner. Das ist gut für die Eltern, aber schlecht für die SPD – als Wahlkampf-thema sind die Schülerfahrkarten erledigt. Es klingt sogar einigermaßen logisch, wie die Christdemokraten ihren Rückzug begründen: Kiel habe eine finanzielle Kompensation zugesagt, und der eigenen Regierung müsse man ja glauben. Allerdings wissen Wagner und Görtz ganz genau, dass die Elternbeteiligung die einzig nennenswerte „Kompensation“ war, die Kiel für den Millionen-Griff in die kommunalen Kassen rausgelassen hat. Aber CDUler sind ja nicht nur Demokraten, sondern auch christlich. Und da ist es ein Gebot, den Glauben über das Wissen zu stellen.
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Der Prophet im eigenen Land gilt nichts: Diese biblische Weisheit trifft auch auf die Radwege AG in Bargteheide zu. „Was die Mitglieder so alles bewegen und erreichen“, erklärte Bürgermeister Werner Mitsch bei der Präsentation von 180 zusätzlichen Fahrradständern am Bahnhof, sei schon beeindruckend. Nur schade, dass das Engagement vielfach nicht angenommen werde, ereiferte sich der Verwaltungschef und spielte damit auf die „Pedal-Ritter“ selbst an. Jetzt hätten die schon so schöne Fahrradbahnen und dann führen die häufig auf der falschen Seite. „Wir müssen viele Engländer in der Stadt haben“, gab auch Radwege-AG-Sprecherin Gudrun Hofer Gas und schüttelte verständnislos den Kopf: „Die fahren alle links.“ Dabei könnten Jung und Alt „mit links“ rechts fahren.
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Angesichts der vielen schönen, bunten Bilder und der Millionenbeträge zur Sanierung des Schwimmbads ist ein Punkt irgendwie aus dem Fokus gerutscht. Was wird eigentlich aus dem Interessenbekundungsverfahren? Wir erinnern uns: Es sollte geklärt werden, ob es nicht andere gibt, die das Bad besser – günstiger! – führen können. Und, was ist nun? Nix. „Das Interessenbekundungsverfahren ist abgeschlossen“, lautete der schmallippige Kommentar. Dabei lohnt in diesem Fall ein Blick auf die Details. Nur ein Unternehmen hat Interesse an unserem Hallenbad bekundet. Und das war – Vorhang auf und Spott an: Die Mittelzentrumsholding. Jenes Unternehmen, das schon als Berater für die Stadtwerke aktiv ist. Jene Fachleute, die maßgeblich an der Entwicklung des Konzepts beteiligt waren. Und die haben es in ihrem Angebot krachen lassen: Frühschwimmen und soziale Eintrittspreise? Nur wenn extra bezahlt wird. Vereinsschwimmen? Wir wollen lieber Aqua-Snoozeln und Unterwasserkonzerte. Übernahme des Personals? Vergesst es!
Das wäre ja schon happig genug, aber es kommt noch dicker: Unterm Strich ist die MZH sogar deutlich teurer.
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Noch so ein Ding, was im Geheimen ausgemauschelt wird. Schlimmer noch: Damit nur ja niemand merkt, dass es Aktivitäten in dieser Richtung gibt, wird sogar der Tagesordnungspunkt hübsch fein verklausuliert: „Maßnahmen zur nachhaltigen Stadtentwicklung.“ Ahnt jemand, worum es geht? Das klingt wie: Ein Großinvestor kauft den Sandkamp und schafft dort hunderte Arbeitsplätze. Oder mindestens nach einer Umgehungsstraße. Weit vorbei. Gemeint sind das Amtsgericht und das Rathaus. Dafür gibt es Pläne, ja sogar richtige Visionen. Die Spatzen pfeifen längst von allen Dächern, dass die VHS da rein könnte, aber die Verwaltung versucht noch immer krampfhaft, das ganze als top secret zu deklarieren. Bloß keine Bürgermeinung einholen. Es könnte ja sein, dass jemand schlaue Vorschläge macht. Aber verwundert gucken, dass sich niemand für den Stadtumbau interessiert. Hier wäre das Vorzeigeprojekt: Mit Ideen spielen, sie konkretisieren, Fördertöpfe anzapfen und loslegen.
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Dass es mit Beteiligung nicht einfach ist, merkt momentan die SPD. „Gemeinsam gestalten“ ist als Motto ausgegeben worden. Aber offensichtlich haben da nicht alle gleich gemeinsam gestaltet. Die flugs geschaffene Internetpräsenz ist jedenfalls mit dem Hinweis, „Ende, die Homepage wird nicht weiter betrieben“, wieder vom Netz. Offiziell ist die Rede von der Zusammenführung zweier Auftritte – die Kampa-Seite mit der eigentlichen Homepage. Ne wie nett, genau wie auf dem neuen Logo. Ganz ehrlich: Das macht man eleganter. Offensichtlich haben sich die IT-Spezel in der Partei gegenseitig angebockt, wer die bessere Seite programmiert. Wie mag das erst werden, wenn es um inhaltliche Ausrichtung geht?
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Des Pudels Kern ist eigentlich ganz simpel. Man nimmt ein Fleckchen Erde, zäunt dieses ein und stellt sie Zweibeinern mit ihren Vierbeinern zur Verfügung. Dann würden sich viele Herrchen und Frauchen pudelwohl fühlen. Stattdessen ist der Initiative „Bargteheider Hundefreilauf“ hundeelend zumute. Sie suchen hunderingend, pardon händeringend, einen Platz für Bello und Co. und sind bereits auf Verwaltung und Politik zugelaufen. Da städtische Flächen aber Mangelware sind, bleibt als Alternative nur ‘ne Koppel eines Landwirts. Doch woher nehmen und nicht stehlen? Zumal diese sicher nicht aus der Portokasse zu zahlen ist. Von weiteren Kosten ganz zu schweigen. Was tun? Unser Karikaturist ist auf den Hund gekommen, hat sich seine eigenen Gedanken gemacht und diese als Zwischenlösung zu Papier gebracht.
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Der Kreis hat keine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte mehr. Ein Jahr lang ist die Stelle schon unbesetzt – jetzt haben es auch die anderen hauptamtlichen Gleichstellerinnen im Kreis bemerkt und fangen das große Jammern an. Aber seien wir mal ehrlich: Hat sich in der Zeit wirklich etwas zum Negativen entwickelt?
Unendliche Geschichte um Sanierung des Hallenbades geht weiter
Lübecker Nachrichten vom 23. Januar 2008
Unendliche Geschichte um Sanierung des Hallenbades geht weiter
Bad Oldesloe - Eigentlich wollte der Bad Oldesloer Hauptausschuss am Montag die Weichen für die längst fällige Renovierung und "Aufhübschung" des Hallenbades stellen. Doch die eine von den Architekten vorgelegte Variante war nicht finanzierbar, die andere gab zu wenig her.
Es war ja gut gemeint vom Hamburger Architektenbüro Geising und Böker (G+B), und die Mitarbeiter des anwesenden Planers und Mitgesellschafters Rolf Böker hatten auch einen tollen Job gemacht. Allein: Bei einer Gesamtbruttosumme von 9,175 Millionen Euro ist die so genannte Attraktivierungsvariante des über 30 Jahre alten Oldesloer Hallenbades lediglich gut für die Rundablage. "Es ist schlichtweg für uns nicht finanzierbar", erklärte SPD-Fraktionsvorsitzender und Hauptausschussmitglied Hagen von Massenbach dem verdutzten Böker.
Nicht nur von Massenbach wunderte sich, welcher Art von Auftrag von den Stadtwerken an das Planungsbüro ergangen sei. Dieses hatte zwei mögliche Versionen durchgespielt. Plan A sah sozusagen den Kleckerkram vor: lediglich die notwendigsten Maßnahmen wie Erneuerung der veralteten Technik, Dach- und Fassadensanierung und -dämmung sowie Abbruch des alten, leerstehenden Kurhauses. An Baukosten errechnete G+B immerhin netto 2,46 Millionen Euro, brutto sind das 2,93 Millionen. Für die rund vier Monate Bauzeit wäre ein Badebetrieb nicht möglich.
Plan B klotzte dagegen: Hier sollte das Kurhaus dem Erdboden gleich gemacht und ein komplett neuer Sauna-/Wellnessbereich aufgebaut werden. Ebenfalls neu würde das Eingangsgebäude mit Gastronomiebereich entstehen sowie Praxisräume, (behindertengerechte) Umkleiden, ein Bewegungsbecken und ein "Non-water-Kursraum". Diese Variante würde Investitionskosten in Höhe von rund 7,7 Millionen Euro netto auslösen. Auch in der 14-monatigen Bauphase könnte das Bad nicht genutzt werden.
Als "Schmankerl" bot G+B eine Großrutsche und ein Ganzjahres-Außenbecken für zusätzliche 830 309,41 Euro brutto an. Doch dieser "Option" hörte von den Lokalpolitikern schon keiner mehr zu. "Utopisch", las man von den Lippen einiger. Man habe den Auftrag so verstanden, dass man ein rundes und tolles Konzept anbieten sollte, das am Markt bestehen könne, ohne vorherige Kostendeckelung, so dass für G+B klar war, keine Kompromisse eingehen zu müssen, erklärte Rolf Böker. Woraufhin er von den Oldesloer Politikern eines anderen belehrt wurde.
Nach einigem Hin und Her einigten sich die Ausschussmitglieder einstimmig darauf, G+B nun einen ganz konkreten Auftrag zu erteilen. Demnach soll das Büro in der Hauptausschuss-Sitzung im April folgende Varianten vorstellen: die Grundsanierung, ein zusätzliches Therapiebecken, einen Gymnastikraum sowie den Um- oder Neubau einer "ganz normalen, funktionalen Sauna ohne japanische Lustgärten oder anderen Schnickschnack", wie von Massenbach erklärte. Je nach Finanzbedarf könne oder müsse man dann auf den einen oder anderen Zusatz verzichten. "Wir wollen kein tolles Event, das Besuchermassen anzieht, sondern eine Bedarfsdeckung für Bad Oldesloe und Umgebung. Wir wollen die normalen Bedürfnisse der Privatleute, der Schulen und der Vereine befriedigen."
Damit sollten die Politiker nach Meinung der betroffenen Viel- und Frühschwimmer möglichst bald beginnen. So monierten Birgit Papke-Seutter und Dr. Friedrich Stossier von der Bürgerinitiative prohallenbad die viel zu hohen Preise. "Andere Spaß- oder Wellnessbäder wie Wonnemar nehmen 250 Euro im Jahr, ohne rot zu werden. Bei uns dagegen zahlt man inzwischen 800 bis 1000 Euro. Das ist eine Schande für Oldesloe und zutiefst unsozial!"
Jürgen Fahl, Leiter der Stadtwerke Oldesloe, erklärte, es gebe derzeit "keine konkreten Überlegungen, am Preiskonzept kurzfristig etwas zu ändern". Die Befürchtung, die Stadt verschwende Steuergelder für überzogene Planungen, versuchte Fahl zu zerstreuen: "Es war ein Pauschalauftrag an G+B, der nicht auf Basis eines Neun-Millionen-Euro-Projekts prozentual honoriert wird."
Von Joachim Strunk, LN
Hallenbad:Zu attraktiv ist zu teuer
Stormarner Tageblatt vom 23. Januar 2008
Hallenbad: Zu attraktiv ist zu teuer
Das vorgelegte Neun-Millionen-Konzept ist zu teuer. Jetzt sollen die Architekten Neuberechnungen zu den Kosten einzelner „Module“ vorlegen.
Bad Oldesloe/rob
– Der politische Streit um das Hallenbad ist erst mal vorbei. Geklärt ist deshalb aber noch nichts. Im Hauptausschuss lehnten die Fraktionen am Montagabend einhellig das neun Millionen teure Konzept zur „Attraktivierung“ der Schwimmhalle als zu teuer ab. Die Architekten von Geising und Böker hatten mit japanischem Saunagarten, eleganten Ruheräumen und weiteren Attraktionen etwas mehr gemacht, als Stadt und Politik eigentlich wollten (wir berichteten).
„Neun Millionen Euro kann sich die Stadt nicht leisten“, so CDU-Fraktionschef Horst Möller. Die reine Sanierung soll knapp drei Millionen Euro kosten. Dabei sollen nicht nur Fliesen ausgetauscht werden, nach Aussage der Architekten im Ausschuss muss die 30 Jahre alte Technik komplett erneuert werden. Und aus Energiespar- und statischen Gründen soll die Schwimmhalle auch ein neues Runddach erhalten – über der bisherigen Konstruktion.
Allerdings: Obwohl der Komplett-Umbau drei Mal so teuer ist, soll das jährliche Minus für die Stadt vergleichbar sein, so die Architekten. Bei einer Finanzierung über 20 Jahre wären es bei einer Sanierung 1,25 Millionen, bei einer Attraktivierung 1,38 Millionen Euro pro Jahr. Gründe: Höhere Besucherzahlen und drei Mal geringere Unterhaltungskosten bei der teuren Variante.
„Da fehlt uns der Glaube“, kommentiert das Horst Möller, und auch die SPD war damit nicht einverstanden. „Das war nicht der Auftrag. Wir wollten eine Lösung für Bad Oldesloe und kein Bad mit Alleinstellungsmerkmalen“, so Fraktionschef Hagen von Massenbach. Er forderte Nachberechnungen ein, damit die Politik weiß, was es im einzelnen kostet, wenn man ein Bewegungsbad oder eine neue Sauna baut.
Dem stimmte die CDU nach einer Sitzungsunterbrechung ebenfalls zu. Allerdings deuteten die Architekten bereits an, dass es keinen Teil gibt, der ohne Minus betrieben werden könne. So würde der Neubau einer Sauna 2,5 Millionen kosten – was sich auch dann nicht rechnet, wenn die Oldesloer jedes Jahr fünf Mal in die Sauna gehen. Wie geht es weiter? Im Hauptausschuss am 21. April sollen die Architekten die Wirtschaftlichkeitsberechnungen für einzelne „Module“ vorlegen. Und bevor eine endgültige Entscheidung fällt, wird es – auf Antrag der SPD – noch eine Infoveranstaltung für die Bürger in der Schwimmhalle geben.
rolf blase
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 19. Januar 2008
Freie Dächer von freien Politikern genehmigt
Visionen und Paläste
Andreas Olbertz
Bad Oldesloe, die Stadt mit der höchsten Neujahrsempfangsdichte – naja, ob diese Aussage von SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach so hundertprozentig richtig ist, überprüfen wir lieber nicht. Drei Tage, drei Empfänge – das war schon ein bisschen heftig. Verschleiß-erscheinungen waren überraschenderweise nicht zu spüren, alle drei Termine waren gut besucht. Eine harte Kerntruppe ließ sich tatsächlich auf jedem Empfang blicken.
Neben den politischen Themen war diese Häufung natürlich Gesprächsstoff im Bürgerhaus. Jürgen Voigt von der SPD erinnerte in kleiner Runde bei der FDP daran, dass es ja schon mal Versuche gegeben habe, einen gemeinsamen, städtischen Empfang auf die Beine zu stellen. Über das Versuchsstadium ist man aber nie hinausgekommen. Der erste Schritt sei mit einem gemeinsamen Wochenende ja schon mal getan. Als nächstes folgt dann: Alle an einem Tag – eine Idee von Hagen von Massenbach. Brunch, Kaffee und Kuchen, Abendbrot – schlemmen und Politik hochdosiert. Und vielleicht, so in ganz weiter Ferne, bekommen wir auch einen gemeinsamen Empfang hin.
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Stichwort „gemeinsam“. Eine der bei allen drei Empfängen am meisten strapazierten Floskeln war „fairer Wahlkampf“. Nicht viel schnacken, einfach machen! Allein mir fehlt der Glaube daran. Tote und Verwundete werden wahrscheinlich Ende Mai bilanziert und dann wird sich zeigen, wem es wirklich ernst war.
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Bürgermeister Tassilo von Bary hat nach zwei Dritteln der Neujahrsempfänge schlapp gemacht. Zwischen CDU und SPD habe ihn ein Hexenschuss ereilt, weshalb er nicht zu den Roten kommen konnte. Nun hatte ja die SPD grade ein paar Tage zuvor verbale Pfeile in Richtung Verwaltung abgeschossen. „Wir sind bewusst belogen worden“, stellte Ulla Riewerts im Zusammenhang mit dem Sportstättenentwicklungskonzept fest. Sollte sie die „Hexe“ gewesen sein, die den Bürgermeister ausgeschaltet hat?
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Der Beamer im Sitzungssaal des Stadthauses sorgt immer wieder für lange Gesichter, weil er die Angewohnheit hat, plötzlich auszugehen („Ist er überhaupt an?“, auch diese Frage wird öfter gestellt) oder lustige Symbole einblendet. Hektischen Fummeln am Kabel, mehr oder weniger planloses Drücken auf der Fernbedienung – es hilft meist nur wenig. Diesmal ereilte es Angela Hausser im Planungsausschuss. Mitten in der Vorstellung verschiedener Bebauungskonzepte kam das unhörbare Plopp und die Präsentation war gewissermaßen beendet. Die Leiterin er Planungsabteilung hatte keine Ahnung, aber Ausschuss-Vorsitzender Rainer Fehrmann wusste, was das zu bedeuten hatte: „Ganz einfach. Ihre Redezeit ist abgelaufen.“ Schade nur, dass es diesmal wirklich interessant war. Aber vielleicht wird dieser Filter ja auch eingeschaltet, wenn das nächste mal wieder ein Gutachter ausufernd schwafelt.
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Ohje, da hatte sie ja voll ins Wespennest gestochen. Theoretisch, so aus der unbedarft-neutralen Sicht einer Planerin, ist es sicher sinnvoll, wenn man die zweite Reihe im Bereich König-, Hamburger- und Salinenstraße bebauen will, eine Straße vom Kinoparkplatz auf der einen Seite zum Stadtschulparkplatz am anderen Ende zu bauen. Diese Variante stellte Angela Hausser im Planungsausschuss vor und alle Mitglieder packte das kalte Grausen. Streit mit der Stadtschule wegen Parkplätzen – das Fass will wirklich niemand in der Politik aufmachen. Keine Chance. Wie sagte Vorsitzender Rainer Fehrmann so schön: „Da könnte der alte Schulleiter glatt aus dem Ruhestand zurück kommen.“ Und das ist nun wirklich das Letzte, was die CDU will.
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Die Grünen haben beantragt, längs der B 75 Bäume zu pflanzen, deren Stämme in einem Meter Höhe einen Durchmesser von 20 Zentimetern aufweisen. Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster stöhnte auf, als das Thema jetzt im Planungsausschuss beraten wurde. „20 Zentimeter Durchmesser – da haben sie uns ganz schön viel Arbeit mit gemacht “, klagte er mit Blick in Richtung des Grünen Willi Janson. Der lächelte gequält: „Äh, das ist ein Tippfehler. Es muss natürlich ‚Umfang‘ heißen.“ Aufstöhnen bei der Verwaltung. Kleiner Fehler, große Wirkung: Bäume mit diesem Stammdurchmesser würden 290 000 Euro kosten. Nimmt man aber 20er Umfang reichen schon 10 000 Euro für 30 Bäume.
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Und noch mal Planungsausschuss. Die CDU hat ihre Bürgernähe entdeckt. Ja, doch, wirklich. Thema Steinfelder Redder, was sonst. An der Planung des Baugebiets waren verschiedene Ingenieur-Büros beteiligt, die Regeln aufgestellt haben, wie dort gebaut werden soll. Politik hat die – aus gutem Grund will man hoffen – so beschlossen. Nun muss ja ständig geändert, ausgelegt und noch mal wieder beraten werden ... normale Menschen blicken da schon gar nicht mehr durch, aber dafür haben wir ja unsere Politiker. Und die haben im November frei heraus beschlossen: Nein, hier wird erst mal nix geändert. Und jetzt stand das ganze wieder auf der Tagesordnung. Inhaltlich nichts Neues, aber immerhin die Verwaltung hatten die Herren von der SEG, denen das ganze Gelände gehört, schon mal weich geklopft und zu einem Kompromiss bewegen können. Begründung: Es gibt Bauherren, die wollen andere Dachformen haben. Wenn man sie nicht bauen lässt, wie sie wollen, kaufen sie nicht bei uns ihr Grundstück, sondern im Nachbardorf. Wenn man im Vorbeifahren mal einen Blick auf den Redder wirft, muss man zwar den Eindruck bekommen, es gibt immer noch genug Bauwillige, die sich mit den Oldesloer Vorgaben anfreunden können, aber gut. Die SPD dagegen, die Grünen auch – natürlich. Und Siegfried Wobig von der CDU reibt sich genüsslich die Hände. „Warum eigentlich?“, fragt er scheinheilig: „Sie sind doch sonst immer für Bürgerbeteiligung.“ Diese Änderungswünsche kämen doch nun von Fachleuten, die im direkten Kontakt mit der Basis stünden. Und wenn von dort Anregungen zur künftigen Gestaltung des Redder geben, sei die CDU da selbstverständlich für offen.“
Unser Zeichner Götz Wiedenroth hat natürlich sofort erkannt, welche Genialität, welcher Weitblick und welche Marketingkompetenz in den Wobigschen Visionen steckt.
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Apropos Visionen, da war doch noch was. Ein Hamburger Architektenbüro will unser Schwimmbad in einen wahren Planschpalast verwandeln. Und dann haben sie auch gleich noch ein Gutachten dazu geliefert, warum das trotz Baukosten von neun Millionen Euro der einzig vernünftige Weg sein soll. 9 000 000 Euro. Jetzt könnte man natürlich sagen: „Schön wär’s gewesen, können wir uns leider nicht leisten.“ Dazu muss man aber wissen, das Honorar von Architekten richtet sich nach der Bausumme. Als beschlossen wurde, den Auftrag zu vergeben, gingen die Politiker von geschätzten 3,5 Millionen aus. Davon vier Prozent für den Planer, das sei ein üblicher Satz. Jetzt liegen wir aber bei 9 Millionen (gute 7 ohne Mehrwertsteuer). Da wird vermutlich ein nettes Sümmchen überwiesen werden müssen.
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Wo soll das noch hinführen? Die SPD mit ihrer Bereicherung für den Oldesloer Schilderwald auf der Suche nach dem richtigen Weg. „Oldesloe gemeinsam gestalten.“ Die Sozen wollen wissen, was die Bürger wollen. Alles okay – nur wenn man der angegebenen Internetadresse folgt, ist plötzlich Schluss. Dabei sieht ein Sackgassenschild doch irgendwie anders aus. Man muss schon sehr genau hinschauen, um zu erkennen, dass hinter dem Logo eine E-Mail-Adresse steckt, an die Anregungen geschickt werden können.
Neun-Millionen-Vision für das Hallenbad
Stormarner Tageblatt vom 18. Januar 2008
Neun-Millionen-Vision für das Hallenbad
Das Konzept sieht klasse aus, aber vermutlich ist die Umsetzung der schönen Pläne nicht finanzierbar. Der Hauptausschuss berät am Montag über das weitere Vorgehen. Unter den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung zeichnet sich bisher kein einheitliches Meinungsbild ab.
Bad Oldesloe/ol
– Junge, das sieht klasse aus: Kletterwand am Beckenrand, Balancierseile über der Wasserfläche, buntes Licht durchströmtes Glitzerdach, japanischer Saunagarten, Ruheraum im Baumhaus – die Architekten von Geising und Böker haben ein attraktives Konzept für das Hallenbad vorgelegt. Die große Ernüchterung kommt allerdings beim Blick ins Kleingedruckte: 14 Monate Schließung wegen Umbau, satte neun Millionen Euro Investitionskosten und am Ende bleibt ein jährliches Defizit von 1,3 Millionen Euro. Ganz schön viel Holz.
Es gibt natürlich auch eine Alternative: Erhalt statt Attraktivierung. Das Paket wäre „schon“ für knapp 2,5 Millionen Euro zu haben. Am Ergebnis würde sich unterm Strich kaum etwas ändern: knapp 1,2 Millionen Euro Verlust jedes Jahr – so prognostizieren es die Gutachter.
Am Montag wird die Planung ab 19 Uhr im Hauptausschuss vorgestellt. Begeisterung mag allerdings bei keiner Partei aufkommen. Horst Möller, Vorsitzender der CDU-Fraktion, ist recht einsilbig: „Wir sehen uns eher bestätigt.“ Es gebe in seiner Fraktion „eine grobe Tendenz“ in Richtung Sanierung. Die CDU sei allerdings noch nicht festgelegt. Möller: „Wir werden uns das anhören und dann sicherlich einige Fragen stellen.“ Einen Beschluss werde es Montag noch nicht geben. Aber, so kündigt er an: „Unser fester Wille ist eine Entscheidung im Februar. Wir wollen das nicht in den Wahlkampf ziehen.“
Ganz anders die SPD. Nicht nur in der Sache kommt Fraktions-Chef Hagen von Massenbach mit einer gänzlich anderen Meinung, er lässt auch einen Wortschwall der Empörung los: „Das ist nicht das, was wir beschlossen haben.“
Eine Gruppe mit Vertretern der Verwaltung, der Stadtwerke und der Mittelzen-trumsholding hatte unter Berücksichtigung des Wenzel-Gutachtens einen Entwurf erstellt. Für den Maximalausbau lag die Kostenschätzung bei 4,5 Millionen. Das mittlere Paket sollte 3,5 Millionen Euro kosten und ein Defizit von 760 000 Euro bescheren.
Alles nur wage Schätzungen. Um „belastbare Zahlen“ zu bekommen, hatte der Hauptausschuss im Juni beschlossen, eine Vorplanung mit Kostenschätzung nach DIN „für das im Hauptausschuss vorgestellte Konzept“ zu beauftragen.
Liegt das jetzt vor? Hagen von Massenbach meint nein. Der Architekt habe eine komplett neue Planung erstellt. „Ich möchte doch keine Fantasieprodukte. Sicher ist eine Baumhaus-Sauna nett, aber es muss sich doch rechnen. Wir wollten ein ganz normales Bad.“ Deshalb will er wissen, wie der Auftrag an das Architektenbüro gelautet habe. Für die SPD kündigt er an: „Damit gehen wir in die Bürgerbeteiligung. Wir wollen Oldesloe gemeinsam gestalten, wir wollen wissen, was die Schwimmbadnutzer eigentlich wollen. Einen Schnellschuss wird es mit uns nicht geben.“
Die FDP legt ihren Schwerpunkt ganz klar auf Schul- und Vereinsschwimmen. Der Saunabetrieb sei seinerzeit wegen zu geringer Nachfrage eingestellt worden, in Ahrensburg gebe es eine gute Sauna. Fraktions-Vorsitzender Karl-Reinhold Wurch: „Wir möchten den kostenlosen Besuch des Hallenbades für Kinder bis sechs Jahren, eine Sozialstaffel für Ältere und das Frühschwimmen aufrecht erhalten.“ Trotz 1,3 Millionen Euro jährlichem Zuschuss sei das in dem Gutachten aber noch nicht vorgesehen. Für die Liberalen läuft deshalb alles auf Sanierung hinaus. Wurch: „Hätten wir uns damals für das PPP-Modell am Sandkamp entschieden, wäre das Defizit wahrscheinlich auf 600 000 Euro festgeschrieben worden.“
Gerold Rahmann von den Grünen vertritt eine provokante These: „Das ist bewusst so teuer geplant, dass es nicht umsetzbar ist.“ Nach dem Bürgerbegehren gilt eine zweijährige Verbotsfrist für einen Neubau – davon sind bereits anderthalb Jahre abgelaufen. Andreas Olbertz
Die Vorlage ist im Internet zu finden:
http://www.oldesloe1.de/Homepage_Stadt_OD/Dokumente_aus_Upload/WE_Sitzungen/HA_2008/HA46_Einladung.pdf
Idyllische Bauplätze mitten in der Stadt
Stormarner Tageblatt vom 17. Januar 2008
Idyllische Bauplätze mitten in der Stadt
Im Dreieck Hamburger-, Salinen- und Königstraße soll ein Baugebiet für Häuser in zweiter Reihe ausgewiesen werden.
Bad Oldesloe/ol
– Schöne ruhige Bauplätze, zumal in Innenstadtlage, sind rar. Da macht es Sinn, bei entsprechend großen Gärten, über eine Bebauung in zweiter Reihe nachzudenken. Genau das hat die Verwaltung getan.
In dem Dreieck Hamburger Straße, Königstraße, (Kleine) Salinenstraße liegen genau solche Grundstücke. Einige Eigentümer haben das auch bereits erkannt und Häuser in ihren Gärten gebaut. Um die „städtebauliche Ordnung“ zu regeln, soll deshalb ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
Angela Hausser, Leiterin der Planungs- und Umweltabteilung hat verschiedene Varianten im Planungsausschuss vorgestellt. Denkbar sei beispielsweise, die Zufahrt zum Kino-Parkplatz bogenförmig zu verlängern. Analog könnte vom Parkplatz bei der Stadtschule ebenfalls eine Zufahrt geschaffen werden. Nachteil dieser Variante: Es müssten für Müllfahrzeuge zwei relativ große Wendehammer gebaut werden. Dafür ginge viel wertvolle Fläche verloren. Eine Durchgangsstraße wäre also ökonomischer.
Da auf dem Areal bereits einige Häuser stehen, müsste sich die zukünftige Straßenführung an denen orientieren. Die unterschiedlichsten Möglichkeiten sind da denkbar.
Grundsätzlich sei die CDU ja sehr für „innere Verdichtung“, betonte Siegfried Wobig. Das Thema sei allerdings nicht neu. Bereits vor 20 Jahren sei ein entsprechender Vorstoß unternommen worden und gescheitert. „Das lag zum einen daran, dass der größte Teil überhaupt kein Interesse an einer Bebauung hatte“, erinnert sich der Christdemokrat. Zum anderen seien die Bodenverhältnisse sehr problematisch. Beide Punkte könnten sich im Laufe der Zeit geändert haben. Aber zumindest einige Varianten schloss er kategorisch aus. Wobig: „Eine Straße da durch und dann noch übers Schulgelände – mit mir nicht!“ Und da gab es Zustimmung aus allen Fraktionen. Es half auch nichts, dass Planerin Hausser erläuterte, nur der Parkplatz neben der Schule sei betroffen. „Der ist eine heilige Kuh“, stellte Ausschuss-Vorsitzender Rainer Fehrmann klar und alle anderen Kommunalpolitiker grinsten breit – die Auseinandersetzungen mit den Lehrer um Stellplätze sind allen noch lebhaft in Erinnerung.
Nichtsdestotrotz. „Man sollte wenigstens noch mal einen Versuch starten“, meinte Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster. Das sahen die Politiker auch so. Sie formulierten aber ganz klare Vorgaben: Das Schulgelände ist absolut tabu und im Rahmen einer Umweltprüfung müssen schützenswerte Bäume ermittelt werden – eine Forderung des Grünen Willi Janson. Der jetzt gefasst Aufstellungsbeschluss stellt gewissermaßen eine Absichtserklärung dar. Parallel sollen jetzt die betroffenen Eigentümer informiert und befragt werden.
Vom Ergebnis dieser Bürgerbeteiligung wird abhängen, ob das Projekt überhaupt Aussicht auf Erfolg hat. Die von Planerin Hausser aufgezeigten Möglichkeiten berücksichtigen keine Grundstücksgrenzen und Eigentumsverhältnisse. „Da muss man dann sehen, wie man weiterkommt“, räumt Bauamts-Chef Steinhoerster ein: „Wir wollen nur einen Anstoß geben und die Möglichkeiten der Bebauung regeln.“ Ähnlich sei die Situation im Bereich Lindenkamp.
Sollte es keine „große“ Lösung geben, kann trotzdem im Einzelfall gebaut werden. Voraussetzung ist dann aber eine geregelte Erschließung, zumeist über so genannte Pfeifenstil-Grundstücke. Außerdem muss sich das Bauobjekt in die vorhandene Bebauung einfügen.Andreas Olbertz
„Handlanger“ und „Deppen“ im Planungsausschuss?
Stormarner Tageblatt vom 16. Januar 2008
„Handlanger“ und „Deppen“ im Planungsausschuss?
Nach Protest der SEG nun doch Mehrheit für Änderungen am B-Plan für den Steinfelder Redder
Bad Oldesloe/ol
– Der Steinfelder Redder ist immer für einen zünftigen Polit-Streit gut. Im Planungsausschuss hat es jetzt mal wieder gekracht. Bereits im November war über die dritte Auslegung des B-Plans und die eingegangenen Anregungen und Bedenken beraten worden. Unter anderem hatte sich die Sparkassen Erschließungsgesellschaft (SEG) als Eigentümerin zu Wort gemeldet. Wegen der Festsetzungen im B-Plan seien einige Kaufwillige bereits abgesprungen, weil sie ihre Vorstellungen dort nicht realisieren könnten.
Bislang gibt es eine Festsetzung, dass eingeschossige Häuser ein Satteldach mit einer Neigung zwischen 30 und 45 Grad haben müssen. Bei zweigeschossigen Bauten sind es nur fünf bis zehn Grad. Durch diesen „Trick“ sind beide Häuser etwa gleich hoch. Die Sparkasse möchte, dass bei eingeschossigen Häusern auch Walm- und Krüppelwalmdächer möglich werden und andererseits zweigeschossige Häuser ein Pultdach bekommen können. Erstere wären wesentlich niedriger, letztere deutlich höher. Diese Vorschläge waren einvernehmlich abgelehnt worden, weil man erst ausreichend Erfahrungen mit dem ersten Bauabschnitt sammeln wollte.
Anregung abgelehnt, Thema beendet, weiter in der Tagesordnung. Zwischenzeitlich gab es zwei Stadtverordneten-Sitzungen, in denen man den Sack hätte zu machen können. Doch das ist nicht passiert. Stattdessen ist die SEG im Rathaus vorstellig geworden, das Thema wurde im Bauamt diskutiert und eine „einvernehmliche Lösung“ gefunden, die jetzt wieder auf der Tagesordnung des Ausschusses auftauchte.
Die beiden SPD-Vertreter waren auf 180. Maria Herrmann: „Ich finde das ganze einen Skandal. Wir machen uns zum Handlanger der SEG.“ Die Anregungen seien gewissenhaft geprüft und verworfen worden. Keinem anderen Bedenkenträger werde zugebilligt, das Thema sechs Wochen später nochmals zu diskutieren, ohne dass es neue Fakten gebe. Fraktionskollege Hermann Roden legte noch nach: „Wir als Ausschuss machen uns nun wirklich zum Deppen. Planung ist etwas völlig anderes als ständiges Nachgeben gegenüber Investoren.“ Die SEG sei maßgeblich an den Planungen beteiligt gewesen und habe das Areal in Kenntnis der bestehenden Festsetzungen gekauft. Selbst die Liberale Anita Klahn mochte nicht mitmachen, wenn auch aus anderen Gründen. Sie befürchtet einen ähnlichen Wildwuchs wie in West IV und V. Vor allem müssten sich aber all jene Bauherren vor den Kopf gestoßen fühlen, die zähneknirschend ihre Pläne umgestoßen und sich an die Vorschriften gehalten hätten.
Siegfried Wobig von der CDU sah das ganz anders. Er fühle sich nicht als Handlanger. Städtebaulich sei der Kompromiss auch vertretbar, da an der Hauptring-straße nichts geändert werde. Die Bebauung dort präge zukünftig das Bild des Steinfelder Redders. „Was im inneren Bereich, in den Quartieren passiert, ist nicht so wichtig.“
Widerspruch kam vom Grünen Willi Janson. Er wies darauf hin, dass Bauherren in Zukunft verpflichtet sein werden, regenerative Energiequellen zu erschließen. Deshalb seien große Satteldächer für Solaranlagen wichtig. Architekt Wobig konterte, dass die gesetzlichen Vorgaben auch über Erdwärme oder kleine Blockheizkraftwerke erfüllt werden können.
Von Anita Klahn kam die Anregung, Walmdächer auf eingeschossigen Häusern abgerückt von der Hauptstraße zuzulassen, alle anderen Forderungen zur Bauhöhe aber abzulehnen. Nach kurzer Beratungspause verkündete Siegfried Wobig dann: „Guten Argumenten stehen wir immer aufgeschlossen gegenüber.“ Mit den Stimmen von CDU und FDP wurde der Kompromiss beschlossen. Andreas Olbertz
SPD im Aufbruch: Umfangreiches Programm für die nächsten Monate

- Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, fordert eine gerechtere Finanzpolitik: „Es darf nicht sein, dass sich die Stadt entschuldet und auf ihren Straßen Armut entsteht.“ Foto: STRUNK
Lübecker Nachrichten vom 15. Dezember 2008
Wahlkampf-Auftakt: Appell zur Fairness
SPD im Aufbruch: Umfangreiches Programm für die nächsten Monate
Rund 250 interessierte Zuhörerinnen und Gäste, Parteifreunde und Vertreter anderer (politischer) Organisationen waren am Sonntagvormittag zur Frühschoppenzeit ins Bürgerhaus gekommen, um sich von Hagen von Massenbach, dem Fraktionsvorsitzenden der SPD, die Marschroute der Sozialdemokraten für dieses spannende Wahljahr erklären zu lassen.
„Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“ lautet das Motto der „Roten“, die mittels eines chinesischen Tangrams, einer Art Puzzle aus verschiedenen geometrischen Formen, ihre Ziele darlegten. Als da sind: die Stadt, Soziales, Bildung, Umwelt, Stadtentwicklung, Wirtschaft und Finanzen sowie Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Bad Oldesloe steht als gemeinsame Heimstatt und Lebens- und Kulturraum, den zu pflegen das Interesse aller Bewohner sei. Der absolute Schwerpunkt liegt beim Thema Soziales für die SPD auf der Kinder-
und Jugendarbeit: mehr Krippenplätze, mehr Mittel für Jugendarbeit, Integration
und Partnerschaften und der Kampf gegen Kinderarmut sind die Schlagworte. Nach der Einigung der Parteien im Konsens auf die verschiedenen Schulformen dürfe es jetzt nicht heißen, Zurücklehnen und Abwarten, sondern vielmehr die unterschiedlichen Konzepte mit Leben zu erfüllen. Klima- und Umweltschutz sollte laut von Massenbach schon vor Ort beginnen: mit einem vernünftigen Wärme- und Gebäudemanagement auch für Privathäuser sowie bessere Möglichkeiten für Radfahrer in Bad Oldesloe, die es auch mal erlauben, beim sonntäglichen Brötchenholen auf das Auto zu verzichten.
Beim Thema Stadtumbau und -entwicklung soll vor allem Wert auf den Rat der Betroffenen und Beteiligten gehört werden bezüglich barrierefreier Innenstadt
oder Hallenbadsanierung. Dabei wünscht man sich noch viel stärker die Beteiligung der Bürger, die nicht von vornherein abgeschreckt werden durch den Eindruck, die Ortspolitiker machen doch was sie wollen. Von Massenbach erhielt viel Beifall für seineRede, wie auch die Gastredner Nils Bolwig (AfA), UweTeut (DGB), Franz Thönnes, Staatssekretär im Bundesarbeitsministerium, sowie der Ortsvereinsvorsitzende Christoph Asmussen. unk
SPD puzzelt Oldesloes Zukunft zusammen
Stormarner Tageblatt vom 14. Januar 2008
SPD puzzelt Oldesloes Zukunft zusammen
„Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“ – dieses Motto gab die SPD beim Neujahrsempfang für den Wahlkampf aus.
Bad Oldesloe
– Das nennt man wohl einen launigen Wahlkampfauftakt. Anhand des chinesischen Puzzles Tangram skizzierte Fraktions-Vorsitzender Hagen von Massenbach die Ziele der SPD für die nächsten Jahre. Jedes Tangram-Teil wurde für einen Themenschwerpunkt gesetzt – und am Ende sollten die Besucher – von denen jeder ein Plättchen bekommen hatte – mit den Tischnachbarn ein eigenes Bild zusammensetzen: „Oldesloe gemeinsam gestalten“.
Die Stadt, Bildung, Soziales, Umwelt- und Klimaschutz, Stadtumbau, Wirtschaft und Finanzen, Bürgerbeteiligung – damit will die SPD bei den Wählern punkten. Und es könnte klappen – immer mal wieder gab es spontanen Zwischenapplaus für Hagen von Massenbach. Und reden kann er – spontan, witzig, ein Stück weit sogar mitreißend oder eben Widerspruch provozierend. Den politischen Gegner sparte er dabei weitgehend aus.
Hagen von Massenbach sprach das an, was ihm und seinen Parteimitgliedern auffällt. „Es ist erstaunlich, wie sonntags die Verkehrsdichte in der Stadt ansteigt, wenn es ans Brötchenholen geht.“ Und schon war er beim Thema Radwege, fahrradfreundliche Innenstadt. Sein Credo: Nicht mehr Parkplätze schaffen, sondern darüber nachdenken, wie Fahrräder besser untergebracht werden können.
Auf der sozialen Agenda steht das kostenlose Mittagessen für Kinder ganz oben. „Die wunderschönen Mensen nutzen uns gar nichts, wenn wir nicht darüber nachdenken, wie wir alle Kinder satt bekommen“, kritisierte er. Aktivitäten wie ein Kindergeburtstag oder Vereinssport werden für Hartz IV-Empfänger schwierig bis unmöglich. An Musikunterricht sei gar nicht zu denken.
Am Beispiel Innenstadt machte von Massenbach deutlich, wie schlecht es um Bürgerbeteiligung steht. Das Herzstück Oldesloes werde umgestaltet, aber keiner wisse davon, ganz zu schweigen von einer umfassenden Beteiligung. Die Konsequenz seien rund 25 Prozent der Bürger, die nicht zur Wahl gingen, weil „die ja doch machen was sie wollen“. Nein, das will er nicht akzeptieren.
An der Stelle ging der Sozialdemokrat doch auf das ein, was am Vortag bei der CDU gesagt worden war. Ohne, dass der Name fiel, sei Maria Herrmann verbal mit Dreck beworfen worden. „Wie wird hier in der Stadt eigentlich mit Bürgerinitiativen umgegangen? Das sind Menschen, die eine ganze Menge bewegen“, stellte von Massenbach klar. Maria Herrmann habe aus der BI-Arbeit den Weg in die Politik gefunden. „Die hat unseren Laden ganz schön auf Trab gebracht, und das ist auch gut so“, nahm er seine Stellvertreterin an der Fraktionsspitze demonstrativ in Schutz.
Ende Februar wird die SPD ihr Wahlprogramm aufstellen. Bis dahin sind die Bürger aufgerufen, sich über www.badoldesloe-gemeinsam-gestalten.de daran zu beteiligen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 12. Januar 2008
Manches im Leben ist eben unverzichtbar
Dunst-Abzugs-Haube
Andreas Olbertz, Volker Stolten
Ja, in Trittau weiß man noch, wie Probleme gelöst werden: Man wedelt mit Geldscheinen und schon springen die Mädels. „Ich werde Sie zuscheißen mit meinem Geld“, knallte Mario Adorf als stinkreicher Unternehmer Klatschreporter Baby Schimmerlos in der Kultserie „Kir Royal“ an den Kopf und hatte damit Erfolg. Auf der Welle schwimmt Bürgermeister Walter Nussel jetzt auch. Jeah, 30 Euro kriegen Tagesmütter zukünftig zusätzlich. Nicht einfach nur so, sie müssen schon mindestens drei Kinder aus Trittau betreuen. Und an der Qualifikation darf es auch nicht mangeln. 30 Euro, da muss man nicht lange überlegen. Wieviel bleibt netto mehr im Portmonee? Da lohnt es sich glatt, jeden anderen Job an den Nagel zu hängen. Das ist natürlich ein Schmankerl obendrauf, aber wenn Tageseltern vernünftig bezahlt würden, wären die auf derartige Almosen gar nicht angewiesen. Es gäbe ein genügend großes Angebot, und Trittau hätte keine Probleme, die gesetzlichen Vorgaben bei der Kinderbetreuung zu erfüllen.
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Unverzichtbar ist etwas nur, wenn es wirklich unverzichtbar ist. Wenn die Oldesloer Verwaltung in einer Sitzungsvorlage „unverzichtbar“ schreibt, ist es das nicht unbedingt, dann meint sie dasd nur. Jeder darf schließlich eine Meinung haben, die muss auch nicht zwangsläufig objektiv begründet sein. Das war schon die hohe Kunst der Wortklauberei, was die Mitglieder des Sozialausschusses diese Woche zu hören bekamen. Wer angenommen hatte, das Sportgutachten für satte 45 000 Euro sei unverzichtbar, bloß weil die Oldesloer Verwaltung das so geschrieben hatte, tja, der war wohl etwas zu gutgläubig. Das war nur Meinung(smache). Dumm nur, dass die SPD den Trick bemerkt hat und jetzt laut rausposaunt, die Politiker seien belogen worden. Und dieses Gefühl haben einige Abgeordnete nicht zum ersten Mal. Wie war das noch mit der Unterstützung durch die Amtsverwaltung beim Fu-sionsgutachten? Der Bürgermeister wollte da Signale bekommen haben, von denen man am Tag nach dem Beschluss in der Amtsverwaltung nichts wusste. Und während die Stadtverordneten noch über das Gutachten diskutierten, hatte Tassilo von Bary es längst in Auftrag gegeben. Womit hier nicht mal im Ansatz angedeutet werden soll, der Nachdruck mit dem die Verwaltung Stimmung für das Gutachten und genau diesen Gutachter macht, hänge damit zusammen, dass dieser Auftrag vielleicht auch längst raus ist.
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Seien wir mal ehrlich, die Sache mit dem Sportstättengutachten ... Wofür brauchen wir das eigentlich noch? Was ist vergangenes Jahr nicht alles gemacht wurden: Travestadion, Kurpark, Exer, Masurenweg – alles tipptopp jetzt. Kämmerin Mandy Treetzen erinnerte an die Probleme mit wohlgewählten Worten im Ausschuss: „Es ist regelmäßig schwer gefallen, die Dimension baulicher Maßnahmen festzulegen.“ Im Klartext: Wir haben uns von den Vereinen einlullen und unter Druck setzen lassen. Herausgekommen sind Beschlüsse, von denen niemand so richtig beurteilen kann, ob sie richtig waren. Da fragt man sich doch: Wäre es nicht sinnvoll gewesen, ein Gutachten in Auftrag zu geben, bevor man die Millionen raus haut? Na egal, jetzt ist es eh zu spät. Warum soll man über Sachen nachdenken, die man eh nicht mehr ändern kann. Oder doch, um es in Zukunft vielleicht besser zu machen?
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Gestern Mittag die große Feier im Schulzentrum. Die nächste Mensa wurde offiziell eröffnet. Nun hatte es in der Vergangenheit ja schon mehrfach Befindlichkeiten bei Terminen gegeben, wo sich Politik zwar zuständig gefühlt hätte, aber nicht eingeladen war. Also fragte Thomas Sobzcak beim Sozialausschuss vorsichtshalber noch mal nach, ob die Mails mit dem Termin in der Mensa auch angekommen seien. Jens-Pieter Freise (SPD) machte ein langes Gesicht, er wisse von nichts. Gudrun Möllnitz von der CDU dürfte das gleiche Schicksal ereilt haben. Grübel, grübel, woran könnte das liegen? Dann dämmerte langsam Erkenntnis: Diesmal waren nur Stadtverordnete eingeladen, keine Bürgerlichen. Mitarbeiten dürfen sie, aber wenn’s was zu feiern gibt, sollen sie schön draußen bleiben? Schon die Bezeichnung: Bürgerliche. Das klingt doch irgendwie nach schlechtem Geruch, wenig Bildung, aber viel Hunger.
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Rauchzeichen: Na, na, wer wird denn gleich in die Luft gehen. Greif‘ doch lieber zur HB, nein zur HM. Sie ist mild und schmeckt (mit Sicherheit allen Glimmstengel-Freunden). HB war gestern! Seitdem für Raucher – gesetzlich angefächert – ein anderer Qualm, pardon Wind, weht, haben vielerorts Gastwirte die Hosen voll und fürchten um ihre Existenz. Doch die Angst ist völlig unbegründet. Schließlich gibt es ja noch die permanent blauen Dunst verströmende Allzweckwaffe der Nation: Altbundeskanzler Helmut Schmidt. „Schmidt Schnauze“ schert sich nicht die Bohne um Regierungsrichtlinien und greift wie es ihm beliebt in seine Menthol-Zigaretten-Box. Wer will dem Vorzeigekanzler und noblen Staatsmann von einst auch das Qualmen verbieten? Okay, „Schmidti“ kann natürlich nicht überall gleichzeitig sein, dafür aber sein Konterfei. Mit der HM, der Helmut-Maske, ist doch alles in Butter – wie unser Karikaturist eindrucksvoll zum Ausdruck bringt. Also her mit der Schmidt’schen Dunst-Abzugs-Haube, rein in die Schänke oder ins anlaufende Karnevalstreiben. Nie war Schmidt Schnauze so wertvoll wie heute . . .
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Kaum zu glauben: In Barsbüttel durften Mitarbeiter des Bauhofs sämtliche Gerätschaften kostenlos ausleihen. Ob sie sie privat brauchten oder damit auch anderen ihre Dienste anboten, kontrollierte niemand – weil es niemand wusste. Bei der Prüfung durch den Kreis und einen Zufall kam die vom ehemaligen Bürgermeister Kowalski erteilte Erlaubnis ans Licht: Ein Bauhof-Mitarbeiter hatte einen Unfall mit einem entliehenen Anhänger gebaut. Bürgermeister Thomas Schreitmüller hat die Regelung sofort abgeschafft. Und er hat nicht versucht, irgendwas unter den Teppich zu kehren. In Bad Oldesloe ist das anders: Da trennt man sich spontan vom Bauhof-Leiter – weil’s „Gefälligkeiten“ gab? Nur reden will darüber niemand. „Kein Kommentar“ heißt es aus dem Rathaus. Ein wenig Barsbütteler Offenheit täte Oldesloe ganz gut.
Chinapfanne zur Eröffnung
Stormarner Tageblatt vom 12. Januar 2008
Chinapfanne zur Eröffnung
Realschul-Mensa in Bad Oldesloe nach nur acht Monaten Bauzeit eingeweiht
Bad Oldesloe/ol
– „Da drüben gibt es was zu Schnabulieren und Getränke.“ Auf den Satz von Realschulrektor Hartmut Kühn hatten die Gäste bei der offiziellen Mensa-Einweihung am Schulzentrum nur gewartet. Schließlich waberten die leckeren Essensgerüche schon durch den Saal.
So ganz neu ist die Mensa ja nicht wirklich. Es handelt sich um einen Anbau an das bestehende Gebäude, eine fast identische Verdoppelung des bereits bestehenden Speisesaals. „Die Mensa war vom ersten Tag an eine Erfolgsstory“, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary. Deshalb sei auch nicht lange gefackelt worden, nach der offiziellen Übergabe an die Stadt sei der Betrieb sofort am 18. Dezember aufgenommen worden. Bis zu 800 Essen werden in Spitzenzeiten an die Schüler verkauft.
Frank Fischer ist der „Küchenchef“. Gestern stand er am Wok und brutzelte Fleisch mit frischem China-Gemüse. Nudeln seien der absolute Spitzenreiter bei den Schülern. Fleisch laufe auch immer gut, egal ob Schnitzel, Hähnchenkeule oder Putenbrust. Aber auch Eierpfannkuchen und Milchreis. Exotische Gerichte wie Chinapfanne lassen sich die Pennäler ebenfalls gut schmecken. Die Preise liegen zwischen 2,30 und 2,80 pro Mahlzeit. Erwachsene müssen mehr bezahlen.
In seiner Rede ging Rektor Kühn darauf ein, dass das Ministerium zwar erkannt habe, dass Ganztagsschulen gut seien, aber für den Betrieb wollten sie nicht aufkommen. Der TSS seien nur zwei Lehrerstunden pro Woche zusätzlich zuerkannt worden. Um so stärker lobte er deshalb das Engagement des Schulträgers. Mit 1,5 Millionen Euro ist der zweite Bauabschnitt veranschlagt. Architekt Sven Wobig konnte verkünden, „die letzte Zahl ist zwar noch nicht geschrieben, aber wir werden den Kostenrahmen einhalten und sogar darunter liegen.“
SPD: „Verwaltung belügt Politik“
Stormarner Tageblatt vom 11. Januar 2008
SPD: „Verwaltung belügt Politik“
Ulla Riewerts von der SPD erhebt schwere Vorwürfe gegen die Oldesloer Verwaltung. Um Entscheidungen zu beeinflussen, seien die Abgeordneten belogen worden.
Bad Oldesloe/ol
– „Wir sind belogen worden! Das ist einer der schwerwiegendsten Vorgänge im Laufe meiner kommunalpolitischen Zeit.“ Und Ulla Riewerts ist schon lange aktiv. Auch am Tag nach der Sitzung des Sozialausschusses schäumt sie regelrecht vor Wut: „Ich werde dafür plädieren, dass der Hauptausschuss als Dienstvorgesetzter des Bürgermeisters das Thema aufgreift.“
Als im Ausschuss über die Auftragsvergabe für ein Sportentwicklungskonzept diskutiert wurde, hatte Ulla Riewerts es sprachlich noch netter verpackt. Das Gutachten sei „mit falschem Vokabular vorgestellt“ worden, der Politik sei etwas „suggeriert“ worden. Kurz und knapp: „Es ist einfach Mist, wie das gelaufen ist. Wir lassen uns nicht gerne vorführen“, machte die SPD-Politikerin ihrem Unmut Luft.
Worum ging es? Die Stadt Bad Oldesloe ist in den Stadtumbau West aufgenommen worden. Ein Förderprogramm, bei dem es um viel Geld geht. Sechs Millionen Euro stehen im Raum. Um aber an die Fördertöpfe heranzukommen, müssen erst mal Gutachten in Auftrag gegeben werden. Über allem schwebt das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ – kurz ISEK. Innerhalb dieses Konzepts werden wiederum verschiedene Fachgutachten benötigt. Verkehr, Wohnraum, Einzelhandel – alles wird für jeweils mehrere zehntausend Euro untersucht. Dieses Beschäftigungsprogramm für Gutachterbüros wird üppig bezuschusst.
Für den Bereich Sport hätte die Verwaltung ebenfalls gerne ein Gutachten. Kostenpunkt 45 000 Euro, allerdings ohne Zuschuss, das müsste die Stadt alleine bezahlen. Auch für neue Sportanlagen gäbe aus dem Stadtumbau-Topf keinerlei Mittel. Die Verwaltung argumentierte in der Sitzungsvorlage: „Die Sportentwicklungsplanung stellt für das ISEK eine unverzichtbare Fachplanung dar...“ „Unverzichtbar“, da gibt es nicht viel zu deuteln, das müssen wir haben, sonst platzt ISEK und die Millionen sind futsch – so interpretiert es Ulla Riewerts: „Dann hätten wir keine Wahl gehabt und zähneknirschend zugestimmt.“
„Das habe ich nie gesagt“, wehrt sich Kämmerin Mandy Treetzen. Das Ganze sei nur ein Vorschlag der Verwaltung und deshalb als „aus unserer Sicht“ unverzichtbar zu deuten. In der Tat sei es so, dass die ISEK-Gutachter die Bereiche Freizeit, Kultur und eben auch Sport beleuchten. „Sport wird eine Seite umfassen. Jeder kann sich vorstellen, wie viel da drin stehen kann“, argumentierte Mandy Treetzen.
Also doch nicht „unverzichtbar“. Ulla Riewerts ist empört: „Wenn wir den Wahrheitsgehalt jeder Vorlage hinterfragen müssen, kommen wir in ganz schwere Zeiten. Ich mag gar nicht an die vielen Neuen nach der Wahl denken – die werden von der Verwaltung doch nur noch rasiert.“
Und noch einen Punkt moniert die SPD-Frau. In der Vorlage für die Finanzausschusssitzung in der kommenden Woche tauchen die im GSKA noch höchst strittigen Mehrkosten für das Gutachten bereits als vom Bürgermeister genehmigt auf. Ulla Riewerts: „Das Ganze ist äußerst dubios. Ich weiß nicht, warum die Verwaltung sich dermaßen bemüht, das unbedingt jetzt ausgerechnet dieser Gutachter beauftragt wird.“
Weder Politik noch die Verwaltung sind in der Lage zu beurteilen, ob die Forderungen der Vereine sachlich begründet sind. Fachbereichsleiter Thomas Sobczack: „Wer sich am besten artikuliert, bekommt seine Bedarfe erfüllt.“ Birgit Reichardt-Mewes von der CDU sieht es ähnlich: „Wir lassen uns von den Vereinen führen – manchmal auch in die Irre.“ Dass da objektiver Rat von dritter Seite nötigt wäre, ist in den Fraktionen unstrittig. Doch dafür wird unter Umständen kein Gutachten über 45 000 Euro benötigt.
Im Sportbereich schwelen noch mehr Probleme. Die Querelen zwischen Union und FFC sind bekannt. Aber das ist ja längst nicht alles. Angela Fehrmann (CDU) bringt es auf den Punkt: „Es geht auch viel um Besitzstandswahrung.“ Reichlich Streit und unsägliche Diskussionen – im Klartext müssen den Vereinen und Schulen wohl Grenzen aufgezeigt und ein Vermittler eingeschaltet werden. Anita Klahn von der FDP ist aber skeptisch: „Ein Gutachter macht doch nicht den Schlichter zwischen den Vereinen.“ „Doch!“, kontert Mandy Treetzen, darum sei der ausgewählte ja so teuer: „Sonst heißt es ‚Gutachten verfehlt’!‘“ Und als ob das nicht schon schwierig genug wäre, sollen auch noch Zukunftsfragen geklärt werden: Wie wirkt sich der demographische Wandel aus? Haben Jugendliche angesichts der zunehmenden Ganztagsbetreuung an Schulen überhaupt noch Zeit für Vereinssport? Geht’s in Richtung Erlebnis- oder Hochleistungssport?
Bedarfsanalyse und Zukunftsbetrachtung, für Patricia Rohde (CDU) alles schön und gut: „Dann wissen wir, was wir uns alles nicht leisten können. Wir haben die Millionen einfach nicht. Ich bin nicht bereit, einfach mal so zuzustimmen.“ Peng, da war die CDU-Mehrheit im Ausschuss weg und Vorsitzender Dr. Otto Fickel regte schnell eine Sitzungsunterbrechung an. Ergebnis: Das Thema wird bis Februar vertagt. Christdemokrat Fickel: „Eine Pause ist uns ganz lieb. 45 000 Euro sind schließlich ein ordentlicher Batzen, da muss man gut drüber nachdenken.“ Er hofft aber, dass das von der Verwaltung bevorzugte Büro den Zuschlag erhält. Fickel: „Da steckt mehr Leistung dahinter.“
Andreas Olbertz
Was wird aus dem Kreiswehrersatzamt?
Stormarner Tageblatt vom 10. Januar 2008
Was wird aus dem Kreiswehrersatzamt?
Ende April wird das Kreiswehrersatzamt endgültig geschlossen. Der Bund will das Bürogebäude verkaufen. Was daraus wird, weiß noch niemand.
Bad Oldesloe
– Noch hat das Kreiswehrersatzamt Bad Oldesloe geöffnet. Wehrpflichtige kommen aber keine mehr. Auch vom Post- und E-Mail-Verkehr ist die Verwaltung abgeschnitten – der operative Betrieb ist eingestellt, wie es im Beamtendeutsch heißt. Wenn noch Briefe mit der Adresse Kreiswehrersatzamt eintreffen, sind sie Berliner Ring 13-15 garantiert falsch und werden nach Kiel oder Schwerin weitergeleitet.
Dafür reichen die 16 letzten Mitarbeiter lässig aus, die in den nächsten Monaten noch zur Arbeit in das drei Stockwerke hohe und fast verlassene Gebäude kommen, wo einst weit mehr als 100 Frauen und Männer tätig waren. Rund 60 waren es noch, als Verteidigungsminister Rudolf Scharping im November 2004 das Ende des Kreiswehrersatzamts verkündete. Da half es nichts mehr, dass Bad Oldesloe vorher die Bereiche Lübeck und Pinneberg übernommen hatte und im bevölkerungsreichsten Teil Schleswig-Holsteins gelegen ist.
Viele der damaligen Mitarbeiter sind heute im Ruhe- oder Vorruhestand oder hatten sich auf eine andere Stelle beworben. Von den 16 verbliebenen gehen noch zwei in den Vorruhestand, die anderen 14 müssen noch länger arbeiten. „Das mache ich auch gern, sagt Manuela Offen, die letzte Leiterin des Oldesloer Amtes. Die ersten Adressen für die Kollegen sind natürlich die Kreiswehrersatzämter in Kiel, Schwerin sowie Hamburg, aber auch andere Einrichtungen der Bundeswehr im Norden – von Marinestützpunkte über Krankenhäuser bis zur Universität.
Am 30. April geht definitiv das Licht aus im Oldesloer Amt. Was aus dem Gebäude zwischen Arbeitsamt und Polizei wird, ist noch völlig unklar. Die Bundeswehr wird jetzt den Marktpreis schätzen lassen und es dann für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben freigeben, die nach einem Käufer suchen wird.
Das Arbeitsamt, die Polizei und die Stadt hatten mal grundsätzlich Interesse gezeigt. Bei der Polizei hat sich das durch die Bildung der Direktion in Ratzeburg erledigt, das Arbeitsamt hat zurzeit auch genügend Kapazitäten, und für die Stadt ist es auch kein Thema mehr. „Es ist ein gutes Verwaltungsgebäude in einem gutem Zustand, aber für uns ist es zu groß“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary, der ahnt, dass es „schwierig zu vermarkten sein wird“. Schließlich stehen auch die Verwaltungsgebäude der Post und der Telekom in der Innenstadt seit Jahren größtenteils leer. Und mit dem Amtsgericht wird 2009 ein weiteres Bürogebäude in Bad Oldesloe frei. Das ist allerdings kleiner und liegt zentraler. Von Bary: „Es gibt Ideen, es für städtische Zwecke zu nutzen, aber noch keine politische Entscheidung.“Rolf Blase
Warten auf den Bundesgerichtshof
Stormarner Tageblatt vom 8. Januar 2008
Warten auf den Bundesgerichtshof
War die Razzia im Oldelsoer Inihaus rechtens? Die Beteiligten warten auf eine Entscheidungdes Bundesgerichtshofs. Der hat indes am Freitagin einem vergleichbaren Fall bereits gegen die Bundesanwaltschaft entschieden.
Bad Oldesloe/ol
– Es war wohl eine der größten Durchsuchungsaktionen, die Oldesloe je erlebt hat: Mitte Juni vergangenen Jahres rückten rund 100 Beamte an, um auf Anweisung der Bundesanwaltschaft das Inihaus und diverse Privathäuser zu durchsuchen. Berge von angeblichem Beweismaterial wurde sicher gestellt. Bildung einer terroristischen Vereinigung wird den Beschuldigten vorgeworfen, sie sollen für verschiedene Brandanschläge in der Region (Hako, Thormälen) verantwortlich sein.
Die Betroffenen wurden über Monate ausgespäht: Wanzen an den Autos, abgehörte Wohnungen, Telefone und Handys. Die Ermittler haben nichts ausgelassen, jede verbale Kleinigkeit wird dokumentiert. Unser Inihaus – eine Keimzelle der linken Terrors?
Gegen die Ermittlungsmethoden laufen Beschwerden. Der Bundesgerichtshof (BGH) hat jüngst entschieden, dass die linken Gruppierungen keine Terrornetzwerke seien, Brandstiftungen seien zwar Verbrechen, rechtfertigten aber nicht die Anwendung des Terrorschutz-Paragrafen 129a. Also sei die Bundesanwaltschaft gar nicht zuständig.
Frieder Schwarz ist der Vater eines der Beschuldigten. Das Haus des Sülfelders wurde im Mai ebenfalls durchsucht. „Das Urteil bezieht sich zwar auch auf die Straftaten in Oldesloe, hat aber mit ‚unseren’ Durchsuchungen nichts zu tun. Das war offensichtlich der Schlüssel, um in einer ganzen Reihe von Fällen den 129er anwenden zu können.“
Die groß angelegte Durchsuchungs- und Abhöraktion habe keinerlei Erkenntnisse gebracht, wer die Brandstifter sind. Der Sülfelder kann nur vermutet, was die wahren Hintergründe des Einsatzes waren. Frieder Schwarz vermutet stark, dass es darum ging, die linke Szene auszuspionieren. Schwarz Junior wohnt schon lange nicht mehr bei seinen Eltern. „Das sollte wohl dazu dienen, dass wir mäßigend auf ihn einwirken“, spekuliert Frieder Schwarz. Doch die Rechnung sei nicht aufgegangen. Schwarz stellt klar: „Wir sind stolz, dass unser Sohn sich engagiert und diesen Weg geht. Das ist auch eine Form der Zivilcourage.“ Sein Sohn sammelt Informationen über die rechte Szene. Vielleicht sei er der zu gefährlich geworden – auch das könne ein Auslöser für die Razzia gewesen sein.
„Ich gehe davon aus, dass in unserem Fall ähnlich entschieden wird. Aber damit ist der Vorwurf, unser Sohn könnte ein Brandstifter sein, nicht aus der Welt“, klagt der Sülfelder.
Anwalt Alexander Hoffmann übt sich derweil in Geduld: „Das wird noch mehr Zeit brauchen, bis wir auch auf dem Stand sind.“ Dass sich der Bundesgerichtshof nun allerdings schon zum zweiten Mal „ziemlich eindeutig“ geäußert habe, linke Gruppen seien nicht unbedingt Terrorverdächtige, stimmt ihn zuversichtlich. Das bringe in der Sache allerdings kaum etwas, so Hoffmann: „Wenn die Bundesanwaltschaft nicht von sich aus einen Rückzieher macht, muss das alles im Einzelfall entschieden werden.“ Er erwartet im März einen ersten Beschluss über seine Beschwerden. Der Kieler Anwalt rechnet mit einer „ähnlich lautenden Entscheidung“. Das hätte zur Folge, dass das Verfahren an die „normale“ Staatsanwaltschaft delegiert werde. Anwalt Hoffmann: „Ich habe neulich eine Statistik gesehen, dass 90 Prozent aller 129er-Verfahren eingestellt werden.“
Der Advokat erringt aber nicht nur Erfolge. Im Zuge der Ermittlungen wurden die Telefonanschlüsse von Beschuldigten überwacht. Auch wenn sie mit ihm als Anwalt Gespräche geführt haben, seien diese mitgeschnitten, abgeschrieben und zu den Akten genommen worden. Dagegen hatte der Anwalt protestiert. Richter Ulrich Hebenstreit wies die Bedenken zurück. Der hatte für Furore gesorgt, als er Online-Durchsuchungen untersagte. In diesem Fall hatte er allerdings die Lauschaktion bewilligt und der anschließende Klage dagegen nicht stattgegeben. Die Begründung war, so Anwalt Hoffmann, dass nach seiner Beschwerde die Abschriften ja bereits aus den Unterlagen entfernt worden seien.
So schön für die Beschuldigten eine Verfahrenseinstellung wäre, hätte dieser Weg doch einen gravierenden Pferdefuß. „Die Leute bleiben auf ihren Kosten sitzen, denn in der Regel zahlt der Staat nichts“, erklärt der Kieler Jurist: „Der Aufwand ist erheblich, da kommen viele tausend Euro zusammen. Dabei hatten wir noch Riesenglück, dass nicht mal der Versuch einer Untersuchungshaft unternommen wurde.“ Das hätte die Anwaltsrechnung extrem in die Höhe getrieben.
Die Bundesanwaltschaft lässt sich von den bisherigen Schlappen nicht beeindrucken. „Wir beurteilen diesen Fall durchaus anders und werden abwarten, wie der Bundesgerichtshof entscheidet“, teilte die stellvertretende Pressesprecherin Sonja Heine gestern mit.
Andreas Olbertz
















































