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Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 28. Juni 2008

Fußball, die harte Realität und die Taktik der Polizei

Jammer, stöhn, forder

Rolf Blase, Andreas Olbertz

Traue keiner Statistik, die du nicht selber gefälscht hast. Nie war der Spruch wichtiger als beim Integrierten Stadt-Entwicklungskonzept (ISEK) in Bad Oldesloe. Nicht, dass hier irgendwelche bösen Absichten unterstellt werden, aber verwundert darf man schon aus der Wäsche gucken, wenn einem die erste Gutachterin an einem Abend erläutert, die Übernachtungszahlen in Oldesloe haben sich in den vergangenen Jahren auf 29 000 halbiert, während sie landesweit deutlich gestiegen sind. Katharina Staiger, die das Einzelhandelsgutachten erstellt, zieht daraus den Schluss: „Tourismus ist hier kein Thema.“

Am Abend drauf erklärt Moderatorin Anette Quast: „Die Übernachtungszahlen sind ziemlich stabil geblieben.“ Und dann erläutern sie und der Bürgermeister, dass es durchaus noch Spielräume nach oben gibt. Na-nüchen, wie soll man das denn deuten? Des Rätsels Lösung steckt im Detail. Gutachterin Staiger hat zehn Jahre zurück geblickt, Anette Quast nur vier. Am Intermar, wie spontan vermutet, kann der Einbruch nicht liegen, denn das hat bereits 1997 seine Pforten geschlossen.

Und noch so ein Kinken in der offiziellen Sportstatistik. Das Interesse an Fußball soll in Oldesloe in den vergangenen Jahren um 5,5 Prozent gesunken sein. Komisch mag man da denken, denn gefühlt würden Beobachter der Sportszene wohl eher von einem Boom sprechen. Bürgermeister Tassilo von Bary konnte eine Erklärung liefern: In den Beobachtungszeitraum fällt die Gründung von Türkspor. Der neue Verein hat bei den alten etliche Mitglieder abgezogen, hat aber bei der Umfrage nicht mitgemacht, taucht also in der Statistik gar nicht auf. Die Zahlen, die so mathematisch-korrekt daherzukommen scheinen, beweisen also gar nichts. Außer, dass nur der, der sich ohnehin auskennt, sie richtig interpretieren kann. Beliebigkeit? Irgendwie schon.

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Diskussion über die Situation der Innenstadt – Hach, das war mal wieder eine Lehrstunde. Jammer, jammer, stöhn, pöbel, forder, forder – so könnte die Kurzfassung lauten. Klagen ist der Gruß der Kaufleute: Das kennen wir ja mittlerweile. Aber selbst wenn man einen gewissen Prozentsatz an „Grundheulen“ abzieht, scheint es einigen richtig schlecht zu gehen. Rainer Jürs von TrendMen hat Klartext gesprochen: Er macht keinen Gewinn, hat sich ein neues Konzept überlegt, das wird er ein Jahr lang ausprobieren, und wenn damit keine Besserung erzielt wird, geht er weg. Der Mann hinterfragt seine Geschäftsidee, der krempelt die Ärmel hoch und ändert bei sich etwas. Darüber hinaus ist er auch jemand, der sogar mit weiter reichenden Ideen für die Innenstadt aufwartet. Aber was machen viele andere: Sie fordern, dass die Politik ihnen die Geschäfte sanieren soll, heben die Stimme, drohen ... Maria Herrmann (SPD) und Frank Fiedler (FDP) warfen sich nur verstohlene Blicke zu und wären wohl am liebsten wieder verschwunden.

Seit Monaten wird über die Attraktivierung der Innenstadt diskutiert – der Wille der Politik, etwas zu tun, ist da. Der Abend im Rahmen des Stadtumbaus wäre eine gute Gelegenheit gewesen, den beiden Politikern mal die Hand zu reichen: Wir finden gut, dass ihr was machen wollt. Braucht ihr Ideen, braucht ihr Hilfe, wo können wir mit anpacken? Aber nein, sich bloß nicht mit einbringen, denn dann kann man nachher schön weiter pöbeln, dass mal wieder alles Mist war und Politik oder Verwaltung doch gar keine Ahnung haben. Leute, so kann das nichts werden.

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Vandalismus und Politik – Hat zurzeit alles mit Fußball zu tun? Zwei Jahre nach der WM haben Unbekannte wieder Grabplatten auf dem Ehrenfriedhof zerstört. Gefällt ihnen nicht, wie Ballack und Co kicken? Wollen sie irgendjemanden irgendwas beweisen? Das kann dann nur die eigene Dummheit sein. Wer die Ruhe der Toten stört, hat vermutlich noch nicht mal bemerkt, dass er sterblich ist.

Der Politik tat der Fußball dagegen gut. Die konstituierenden Sitzungen in den Städten und Gemeinden in Stormarn gingen so zügig und harmonisch über die Bühne wie noch nie (selbst an spielfreien Abenden). Egal ob der Bürgermeister(in) blieb oder wechselte – immer gab es große Mehrheiten oder sogar Einstimmigkeit. Und alle wollten mit (fast) allen zusammenarbeiten, natürlich zum Wohle der Gemeinde. Na mal schaun, wie lange der gute Willen der harten Realität widerstehen kann.

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Fiinaaalä! Nach dem, was die Fußballbegeisterten nach dem Halbfinale aufführten, fragt man sich, was abgeht, wenn Deutschland Europameister wird. Nach den letzten beiden Siegen herrschte jedenfalls schon der Ausnahmezustand in der Stadt. Die Taktik der Polizei ist unauffällige Variante: Lasst die Fans feiern, so lange alles friedlich bleibt. So viel Verständnis und Rücksichtnahme wünscht man sich doch häufiger von unseren Freunden und Helfern in Uniform. Die sind meist nämlich ziemlich streng, wenn so gravierende Tatbestände wie Anschnallpflicht und Telefonierverbot nicht befolgt werden. Was unser Karikaturist Götz Wiedenroth auf ebenso humorvolle wie treffende Art und Weise zu Papier und auf den Punkt gebracht hat.

Ist doch wirklich schön, wenn man ab bestimmten Abenden in der Fußgängerzone Vollgas geben darf und der Beifahrer den Gurt nur braucht, damit er nicht aus dem Seitenfenster kippt. Warum kann bloß nicht immer eine Fußball-Welt- oder Europa- oder Was-weiß-ich-für-eine-Meisterschaft sein!

„Was Oldesloer für Oldesloer machen, wird nicht ernst genommen“

Stormarner Tageblatt vom 26. Juni 2008

„Was Oldesloer für Oldesloer machen, wird nicht ernst genommen“

Fehlende Vernetzung und mangelhaftes Wir-Gefühl im Kulturbereich kritisiert / Vereine sollen eigene Sporthallen bauen

Bad Oldesloe/ol

– „Freizeit, Sport, Kultur“ war der vierte Arbeitskreis im Rahmen des Integrierten Stadtentwicklungs-Konzeptes überschrieben. Ein Sektor, auf dem Bad Oldesloe mit unendlich vielen Pfunden wuchern könnte, und trotzdem wurden in der Diskussion fast nur Schwächen aufgelistet.

Zwischen dem SC Union und dem FFC schwelt ein heftiger Streit um die Nutzung des Kurparkstadions. Zumindest rein statistisch hat der FFC das Match für sich entschieden. In den vergangenen Jahren wuchs der Verein um satte 85 Prozent, während Union im selben Zeitraum 46 Prozent seiner Mitglieder einbüßte. Im Durchschnitt haben die Oldesloer Vereine neun Prozent der Mitglieder verloren. Besonders auffällig sind die Rückgänge im Kleinkindbereich und bei den 27- bis 40-jährigen (minus 35 Prozent). Wie Sportwissenschaftler Dr. Stefan Eckl erläuterte, seien andernorts im Seniorenbereich und bei den 7- bis 14-Jährigen deutliche Zuwächse zu verzeichnen. Nicht so in Oldesloe: Bei den Alten steigt die Zahl nur marginal, und bei den Jugendlichen ist sogar ein Minus von 7,3 Prozent eingetragen. Für die Gutachter sind das Warnsignale. Man müsse sich Gedanken machen, wie diese Gruppen wieder an Sportvereine herangeführt werden könnten. Bei den Sportarten zählen Tischtennis und Badminton in Oldesloe zu den großen Gewinnern, sie konnten um 42 beziehungsweise 39 Prozent zulegen. Schützen und Tennis sind die Verlierer mit Rückgängen um 15 bis 16 Prozent.

Spontan kamen aus der Runde Rufe nach mehr Sporthallen und -plätzen. Ein Vertreter des VfL merkte beispielsweise an, dass der Verein durchaus Angebote für Kleinkinder und Senioren machen könnte. Das sei eine Zielgruppe, die vormittags Zeit habe – aber da sind alle Sporthallen von den Schulen belegt. Klarer Konter der Wissenschaftler: Warum bauen die Vereine keine eigenen Hallen? Der Bau von Sporthallen sei jedenfalls keine Pflichtaufgabe der Kommune.

Mit 25 Sportvereinen hat die Kreisstadt eine lebendige Szene vorzuweisen. Auf kulturellem Sektor sieht es ähnlich aus: Von Klangstadt über Kino und Kirchenmusik bis Kurpark AG, Theatergruppen und Schulensembles, Literaturkreis und Malzirkel – kaum ein Bereich, auf dem es nicht Angebote gibt. Allerdings fehlt eine Vernetzung, das macht sich bei mangelhafter Terminabsprache bemerkbar, führt womöglich zu Doppelanschaffungen von Ausrüstung und bedeutet auch Verzicht auf Know-How der anderen.

Und noch einen Punkt sprachen sowohl Hardy Fürstenau, Mitglied im Marketingrat, als auch Klaus Kuhlke von der Oldesloer Bühne an: Das fehlende Wir-Gefühl. Kommen auswärtige Ensembles, strömen die Zuschauer in Scharen und zahlen auch hohe Eintrittspreise. Tritt die Oldesloer Bühne auf, bleibt die Festhalle halb leer. „Was Oldesloer für Oldesloer machen, wird nicht ernst genommen“, bedauerte Kuhlke und Fürstenau ergänzte: „Schon als Jugendliche haben wir immer gesagt, wenn du was erleben willst, fahr bloß weg. Dabei ist das Potenzial hier vorhanden.“ Sein Vorschlag: „Wir müssen einen Oldesloer Weg finden.“

Bürgermeister Tassilo von Bary sicherte zu, die Kulturschaffenden an einen Tisch zu holen, um so den Grundstock für ein Netzwerk zu legen. Andreas Olbertz

Fünf nach zwölf für die Innenstadt ?

Stormarner Tageblatt vom 25. Juni 2008

Fünf nach zwölf für die Innenstadt ?

Geschäftsinhaber in der Innenstadt klagen über schlechte Umsätze und fordern Maßnahmen von der Oldesloer Politik – sofort und nachhaltig.

Bad Oldesloe/ol

– Kurz vor Ende der Veranstaltung platzte Ilona Rehme dann doch der Kragen. „Ich kann es nicht mehr hören“, machte die Buchhändlerin ihrem Unmut Luft: „Kostenlose Parkplätze sind nicht das Allheilmittel.“ Die mantra-artige Wiederholung dieser Forderung „bildet die Realität nicht mehr ab.“ Beim ersten Treffen des Arbeitskreises Wirtschaft und Handel drehte sich die Diskussion fast ausschließlich um die Verbesserung der Situation von Geschäftsleuten in der Innenstadt.

Fester Bestandteil von ISEK ist ein Einzelhandelsgutachten. Das erstellt Katharina Staiger, die jetzt erste Zahlen vorstellte. Bundesweit betrachtet, unterliegt der Umsatz des Einzelhandels starken Schwankungen, aber die Verkaufsfläche wächst kontinuierlich. „Umsatz wird nur noch über Verdrängung gesteigert“, erklärte Katharina Staiger. Der Anteil der Discounter ist in den vergangenen 18 Jahren extrem gestiegen: von 18 auf knapp 40 Prozent. 75 Prozent ihres Umsatzes machen die mit Lebensmitteln, durch die schiere Masse der verkauften Artikel beherrschen sie auch den Non-Food-Markt. Nicht umsonst tauchen Aldi und Tchibo unter den Top Ten der Textilverkäufer auf.

Der Blick auf Oldesloe ist ernüchternd. Die Kaufkraft liegt hier auf Bundesniveau. Das Lademann-Gutachten ging vor einigen Jahren noch von einem Marktgebiet mit 80 000 Menschen aus. Die Zeiten sind vorbei, stellte die Gutachterin klar. „Bargteheide hat sich sehr entwickelt, Reinfeld ist auch ein Konkurrenzstandort“, machte Staiger deutlich. Bei der Kundenbefragung hätten die Telefonisten teilweise Schwierigkeiten gehabt, in den umliegenden Orten überhaupt noch Menschen zu finden, die in Oldesloe einkaufen. Sie geht deshalb davon aus, dass die Kreisstadt einen Einzugsbereich von maximal noch 50 000 Menschen hat.

Mit 78 Betrieben ist die Hälfte aller Geschäfte in der Innenstadt angesiedelt – sie machen aber nur 20 Prozent der Fläche aus. Die Menschen kaufen bei den Nahversorgern in ihrem Wohngebiet oder in den großen Märkten am Stadtrand. Knapp die Hälfte der Kunden geht anschließend nicht in die Innenstadt. Offensichtlich gelingt es auch nicht, jene als Kunden zu gewinnen, die zum Arbeiten nach Oldesloe kommen.

„Die Politik muss endlich etwas tun“, forderte Kaufhaus-Chef Michael Hähnchen: „Etwas Nachhaltiges, nicht nur ein Strohfeuer, es ist nämlich schon fünf nach zwölf.“ Ob beispielsweise ein Ansiedlungsverbot für Discounter oder dezentrale Lebensmittelläden helfen könnte, blieb offen. Geld werde jedenfalls keins verdient. Zustimmung kam von Johann Jessen: „Ich verbrenne hier mein Vermögen. Das kann nicht der Sinn von Selbstständigkeit sein.“ Kunden seien in den vergangenen Jahren systematisch vertrieben worden. Statt dafür zu sorgen, dass junge kaufkräftige Menschen nach Oldesloe kämen, habe man sich um Rentnerheime, Ausländer und Hartz-IV-Empfänger gekümmert. Und immer wieder der Hinweis auf die kostenlosen Parkplätze. Jessen kann immerhin acht hinter seinem Fotoladen vorweisen.

In der Innenstadt fehlen zugkräftige „Stars“. Bislang kann Oldesloe nur mir Douglas aufwarten. Michael Hähnchen weiß, warum nicht mehr Markenläden kommen: „Die verlangen 200 Quadratmeter Verkaufsfläche, ebenerdig, gute Lage und eine vernünftige Front. Aber das gibt es hier nicht.“ Teilweise seien Vermieter nicht bereit, in ihre Häuser zu investieren.

Andreas Olbertz

Rotation in Oldesloer Wirtschaft

Lübecker Nachrichten vom 22. Juni 2008

Rotation in Oldesloer Wirtschaft

Bad Oldesloe - Es geht rund in Bad Oldesloe, die Firmen-Szene ist in Bewegung geraten. Der Bürgermeister darf sich demnächst über mögliche Zugänge freuen. Vor allem wird endlich das Sorgenkind "Sandkamp" neu belebt.


Oldesloes Global Player Minimax wächst und wächst. Im vergangenen Jahr setzte die Unternehmensgruppe 700 Millionen Euro um - eine Verdoppelung gegenüber 2001. In diesem Jahr läuft es ähnlich gut. Geschäftsführer Klaus Hofmann rechnet mit 750 Millionen Euro, mindestens.

Das wirtschaftliche Wachstum erfordert eine räumliche Ausdehnung. Schwierig, da das Firmengelände an der Industriestraße ausgereizt ist. Damit das Unternehmen nicht - wie schon vor einigen Jahren nach Reinfeld - Bereiche auslagern muss, möchte Hofmann die Nachbarfläche kaufen, auf der der Bauhof der Stadt residiert. Das sind rund 14 000 Quadratmeter.

Bach-Problem gelöst

Minimax will 6,5 Millionen Euro investieren. Hier soll ein neues internationales Schulungszentrum entstehen, jährlich mehrere tausend Besucher über die Vorzüge der Minimax-Produkte informiert werden. Außerdem braucht Hofmann noch eine weitere Lagerhalle. Zurzeit habe man Platz für 900 Paletten, gebraucht würden aber 2500. Durch diese Neubauten entstehen voraussichtlich auch bis zu 50 neue Arbeitsplätze.

Nach Beilegung kleinerer Unstimmigkeiten zwischen Hofmann und der Verwaltung ("das dauert alles viel zu lange") sowie der Lösung eines ökologischen Problems - ein kleiner Nebenlauf des Glindhorst-Baches muss von der Mitte an den Rand des Noch-Bauhofgeländes verlegt werden - kann es offensichtlich losgehen. Auch das Umweltamt mit seinem Leiter Hans-Georg Eissing hat signalisiert, dass man mit der Bach-Lösung gut leben könne.

So wird jetzt auf der nächsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses (BPA) der Bebauungsplan geändert. "Dann brauche ich natürlich das verbindliche Kaufgebot von Minimax", erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary. Anschließend kann die Angelegenheit in den Finanzausschuss und schließlich in die Stadtverordnetenversammlung.

Neue Tankstelle?

Und wo soll der Bauhof hin? Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), hat die Lösung parat: "Der kann in den Sandkamp." Bestens! Von Bary will den Umzug so schnell wie möglich angehen.

Für das lange Jahre brach liegende Gelände mit Bahnanschluss gibt es übrigens zwei weitere Anfragen. Eine ganz konkrete eines bereits in Oldesloe ansässigen Unternehmens und - ganz frisch -, so Leinius am Rande der Gewerbeimmobilienmesse "Expansion", "eine Investorengruppe aus Hamburg".

Und was wird aus der gestern eingeweihten Erdgastankstelle im vorderen Bereich des Bauhofgeländes an der Industriestraße? Von Bary: "Zum einen gehört der Stadt das Grundstück nicht mehr, sondern den Vereinigten Stadtwerken. Zum anderen ist die Tankstelle in Modulbauweise erstellt worden und kann leicht verlegt werden."

Möglicherweise an eine ganz neue Tankstelle im Gewerbegebiet Südost an der Auffahrt zur Autobahn 1 neben Motorrad Böhmer und gegenüber von Max Bahr. Hier habe die Stadt gerade eine aktuelle Anfrage erhalten, so von Bary. Allerdings wisse er nicht, um welchen Mineralölkonzern es sich handele. Angefragt hat ein Unternehmen, das im Auftrag der Ölmultis Zapfstationen aufbaut.

1500 weitere Jobs

Mehr als zufrieden mit der Ansiedlungspolitik von Unternehmen ist auch WAS-Chef Norbert Leinius. Für die elf Gewerbegebiete im Kreis habe man aktuell "20 konkrete Anfragen für mehr als 50 Hektar Fläche". Sollten diese Projekte zum Erfolg führen, könnten dadurch 1500 weitere Arbeitsplätze in Stormarn entstehen. "Dann wäre die ,3' vor dem Komma bei den Arbeitslosenzahlen sicher", freuten sich Leinius und Landrat Klaus Plöger auf der "Expansion" in Hamburg. Die stärkste Nachfrage gibt es zur Zeit im Gewerbegebiet Stapelfeld/Braak an der A 1. Das Gewerbegebiet Barsbüttel ist komplett ausverkauft, und in Reinbek stehen nur noch ein größeres (3,5 ha) und vier, fünf kleinere Grundstücke zur Verfügung.

Joachim Strunk

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 21. Juni 2008

Tagen, zahlen, baden gehen

Im Schwitzkasten

Andreas Olbertz

Haben wir es nicht schon immer geahnt: Frauen haben es in der CDU schwer. Da bekam jeder Stadtverordnete bei der konstituierenden Sitzung am Montag eine Urkunde überreicht und wurde vereidigt. Ein kleiner Marathon für Oldesloes neuen Bürgerworthalter Rainer Fehrmann. Der bekam von der Verwaltung einen Stapel Urkunden, schlug die erste auf und da entfuhr es ihm auch schon: „Och nö, das ist meine Frau. Die kommt nach hinten.“ Sprach’s, und seine Angela musste sich ganz am Ende einreihen. Nun könnte man natürlich sagen, ist alles nicht so, er wollte ja nur den Eindruck vermeiden, er zöge irgendjemanden aus familiären Gründen vor. Aber war es nicht auch die CDU, die die Gleichstellung aus dem Namen des GSKA gestrichen haben wollte?

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Der Wanderweg im Westen, was ist über den nicht schon alles geschrieben worden. Noch besteht Grund zur Hoffnung, dass der „A.-Olbertz-Weg“ erhalten bleibt (ganz uneigennützig gedacht). Es besteht aber genau so viel Hoffnung, dass die Baukosten gespart werden können. Bei nüchterner Betrachtung muss man sich fragen, warum dieses Fitzelprojekt nicht schon lang fertig ist. Es muss wohl eine glückliche Fügung sein, dass noch nichts weiter passiert ist und nach der Wahl plötzlich andere Machtverhältnisse da sind. Unter Umständen findet sich eine Mehrheit gegen den Weg – aber eben nur unter Umständen, denn die Position der FDP ist noch lange nicht klar. Ist der Weg Schwachsinn, wäre Schadenersatz unnütz rausgeschmissenes Geld, können die Liberalen der CDU einfach so in den Rücken fallen, nachdem sie ihnen schon vor der konstituierenden Sitzung die kalte Schulter gezeigt haben? Ach, es wird noch lustig. Ein Vorgeschmack, auf die nächsten fünf Jahre: Unter Umständen wird bis zur letzten Minute diskutiert. Das wäre begrüßenswert, wenn mit Sachargumenten zu überzeugen versucht wird. Vielleicht macht die eine oder andere Partei aber auch ihr Köfferchen auf: „Stimmst du mit uns, geben wir dir hier einen Sitz, kommen wir dir dort entgegen.“ Warten wir es mal ab.

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Unsere Fußgängerzone ist nicht mehr die schönste, deshalb soll sie angehübscht werden – Innenstadtattraktivierung nennt sich das. Spielgeräte sollen in diesen Tage aufgestellt werden, das große Programm kommt nächstes Jahr. In den vergangenen Monaten haben die Stadtwerke heftig in der Fußgängerzone gebuddelt. Zurück bleibt ein buntes Mosaik hässlicher Platten. Wer glaubt, das würde mit der Verschönerung beseitigt, wird enttäuscht. Die Originalplatten sind eine Sonderanfertigung – die gibt’s nicht mehr. Eine Neupflasterung wird es aus Kostengründen ebensowenig geben.

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Abwarten und weiter baden – am Schwimmbad tut sich noch lange nichts. Ein erstes Grobkonzept ist verabschiedet, jetzt muss der Finanzausschuss Geld bereit stellen und, und, und. Wenn alles glatt geht – und auch wirklich nur dann, kann im nächsten Frühjahr mit den Sanierungsarbeiten begonnen werden. Und wenn weiter alles glatt geht, ziehen wir im Herbst 09 unsere Bahnen im runderneuerten Bad.

Eine Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass eine Einigung mit den alten Architekten erzielt wird. Die halten jetzt die Hände auf, wenn an ihrem Entwurf rumgefummelt werden soll. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dass man sowas vor dem Einstieg ins Verfahren klärt. „Urheberrecht?“ Das hat bei gewissen Leuten vor ein paar Monaten noch ein müdes Lächeln und lässiges Schulterzucken hervorgerufen. Inzwischen werden die Minen ernster. Gerüchte von „einem sechsstelligen Betrag“ machen die Runde und der Bürgermeister sprach bei der Einwohnerversammlung davon, ein Schreiben der Planer rechtlich prüfen zu lassen. Sollte am Ende der alte Fuchs Siegfried Wobig Recht behalten, der bereits im April unkte: „Das kann uns jetzt fünf Jahre zurück werfen“? Wenn darüber die Stadt mal nicht baden geht.

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Eine Sauna ist schon was Feines. Erst ordentlich schwitzen und dann mit einem mutigen Satz ins Tauchbecken – da kommt die müde Pumpe auf Touren, das ist gesund. Ob es nun zu den Aufgaben einer Stadt gehört, eine Sauna vorzuhalten – darüber kann man trefflich streiten. Die Mehrheit von CDU und FDP hatte im Frühjahr entschieden: Sauna ist zu teuer, weg damit. Okay. Im Entwurf von Architekt Rolf Böker, der jetzt vorgestellt wurde, ist aber doch eine eingezeichnet. Gut vier mal vier Meter. Die Zuhörer bei der Einwohnerversammlung waren sich einig: Das taugt gar nichts. Deshalb beeilte sich auch Jürgen Fahl von den Stadtwerken zu erläutern, dass es sich nicht um eine Sauna sondern mehr um einen „Schwitzraum“ handele. Ah ja … obwohl … das weckt Erinnerungen an ein Kreuzworträtsel: Finnischer Schwitzraum mit fünf Buchstaben senkrecht? Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat mitgedacht und präsentiert einen genialen Vorschlag, wie die Kosten noch weiter gesenkt werden könnten.

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Feierlaune an der TMS. Schleswig-Holsteins größtes Gymnasium hat gestern den Abi-Jahrgang verabschiedet. Gratulation allen, die es geschafft haben. Das ist eine von den typischen Gelegenheiten, zu denen Omas, Opas, Freunde und weitere bucklige Verwandtschaft erscheint. Und wo parken die alle? Klar, auf dem Exer. Und wer ist gleich zur Stelle, weil allgemein bekannt ist, dass die Entlassfeier sich über Stunden in die Länge zieht? Unsere städtischen Bediensteten in blau, die fleißig Strafzettel verteilen. Keine Frage, es ist deren Job, Falschparker aufzuspüren und mit einem Ticket zu bestrafen. Und wer seine Auto länger auf den Exer stellt als die erlaubten drei Stunden, muss mit Konsequenzen rechnen. Allerdings muss man sich doch mal ernsthaft fragen, ob das auch angemessen ist, ob der eventuelle pädagogische und pekuniäre Nutzen nicht einen enormen Imageschaden mit sich bringt?

Bad-Kritik: Algen, Kosten, keine Sauna

Stormarner Tageblatt vom 20. Juni 2008

Bad-Kritik: Algen, Kosten, keine Sauna

Die Umbaupläne für das Oldesloer Hallenbad lösten keine Begeisterung bei den interessierten Zuhörern aus. Stattdessen gab es deutliche Kritik.

Bad Oldesloe/ol

– Eines ist klar: Das Oldesloer Hallenbad muss saniert werden. Alle Parteien sind auch dafür, aber in welchem Umfang, das ist nach wie vor umstritten – obwohl im April eine Umbauvariante von CDU und FDP beschlossen worden ist. Planer Rolf Böker vom Architekturbüro Geising und Böker stellte seine Überlegungen jetzt in einer Einwohnerversammlung vor.

Die Technik des Bades wird ausgetauscht, ein Therapiebecken angebaut, Sanitäranlagen und Umkleiden werden komplett erneuert. Dank eines neuen Eingangsbereichs und eines Aufzugs wird das Bad zukünftig auch behindertengerecht sein. Die Außenhülle und das Dach werden ebenfalls komplett neu gestaltet. Oberlichter sollen zukünftig mehr Tageslicht ins Bad bringen, hölzerne Liegedecks an verschiedenen Stellen sollen die Aufenthaltsqualität verbessern. „Wir müssen 4,6 Millionen Euro investieren“, erläuterte Bürgermeister Tassilo von Bary: „Wir werden sie so investieren, dass unser Bad zukunftstauglich bleibt.“

Die Politik hatte im April das Konzept der Planer mit Änderungswünschen verabschiedet. Ursprünglich war geplant, das Restaurant zu streichen und stattdessen dort einen Trockenraum für Kurse anzusiedeln. Die Mehrheit sprach sich allerdings dafür aus, das Bistro zu erhalten. Die Planer haben noch keine „Patentlösung“, wo jetzt der Kursraum untergebracht werden könnte.

Für die Nutzung des angrenzenden Kurbads gibt es ebenfalls noch keine schlüssigen Vorstellungen. Die CDU hatte seinerzeit beantragt, dass der Erhalt und die Nutzung des Gebäudes alternativ zum Abriss geprüft werden sollen.

Über allem schwebt wie ein Damoklesschwert die Urheberrechtsfrage. Nach wie vor, räumte Bürgermeister von Bary ein, gebe es keine Einigung mit den Ur-Architekten. „Wir haben vergangene Woche ein Schreiben erhalten, das lassen wir jetzt rechtlich prüfen“, erklärte der Verwaltungs-Chef. Das klingt jedenfalls nicht nach einer schnellen einvernehmlichen Lösung.

Begeisterung kam bei den rund 20 Interessenten im Saal jedenfalls nicht auf. Stattdessen wurden kritische Anmerkungen geäußert. Birgit Papke-Seutter, Initiatorin der Hallenbad BI, merkte beispielsweise an, dass Oberlichter zu verstärktem Algenwachstum führen könnten, was mit höheren Chemiedosen bekämpft werden muss. Peter Stoltenberg befürchtet, das Oberlichter zu Undichtigkeiten im Dach führen könnten. Beiden Punkten widersprach der Architekt. Durch die neue Dachform werde kein Wasser eindringen können und bei Verwendung von speziellem Glas sei auch keine Algenbildung zu befürchten.

Allgemeines Unverständnis löste die vorgesehene Sauna aus. Mit 15 Quadratmeter ist sie sehr klein, bietet keine Erweiterungsmöglichkeiten und weder Ruheraum noch Tauchbecken. „In der Ecke ist das ein totgeborenes Kind“, befürchtete ein Zuhörer.

Die Variante mit „Luxussauna“ war mit sechs Millionen Euro veranschlagt. Die abgespeckte Planung beläuft sich auf 4,6 Millionen – allerdings ohne Umbau des Kurbades, ohne Trockenraum (und ohne Sauna) – welche Kosten diese Sonderwünsche verursachen steht noch nicht fest. Peter Stoltenberg: „Die Politik hatte keine vollständigen Informationen für eine faire Entscheidung.“ Jürgen Fahl von den Stadtwerken gab ihm ansatzweise Recht. Er geht allerdings davon aus, dass sich „der Kostenrahmen nicht fürchterlich Richtung sechs Millionen verändern wird“. Ob beispielsweise das Kurbad abgerissen oder umgebaut werden, bleibe kostenmäßig etwa gleich.

Die Sport-Schwimmer sorgen sich um die Schließzeiten. Die Planer rechnen mit 7,5 Monaten Bauzeit. 5,5 Monate müsse das Bad geschlossen werden. Das sei ein knapp kalkulierter Zeitrahmen. Wenn Probleme aufträten müsse mit Verzögerungen gerechnet werden. Geplant ist ein Baubeginn im kommenden Frühjahr.

Willi Janson von den Grünen rührte die Werbetrommel für hocheffiziente Pumpen und den Einbau von Technik für regenerative Energie. Dem erteilte Jürgen Fahl allerdings eine Absage. Durch das Blockheizkraftwerk neben der Schwimmhalle habe das Bad Steuervorteile. Wenn der Energiebedarf durch Solaranlagen gedeckt werde, sei der steuerliche Querverbund nicht mehr gegeben. Das mache sich in der Bilanz mit 200 000 Euro bemerkbar.

Andreas Olbertz

„Donnerbalken“ als moderne Jugendbank

Stormarner Tageblatt vom 20. Juni 2008

„Donnerbalken“ als moderne Jugendbank

Beginn der Oldesloer Innenstadt-Attraktivierung

Bad Oldesloe/ol

– Was ist das denn? Ein Donnerbalken oder die Möglichkeit, sein Pferd anzubinden? Auf der Hude stehen neuerdings zwei glänzende Metallbalken. Die beiden Rohre sind die Vorboten der Innenstadtattraktivierung. Dabei handelt es sich um moderne Sitzgelegenheiten für junge Menschen: Oben, unten, quer oder nur lässig angelehnt – verschiedene Nutzungsvarianten sind denkbar. Die beiden neunjährigen Testsitzer Kaspar und Silas Baumann waren jedenfalls von der Gemütlichkeit nicht sonderlich angetan und suchten sich schnell eine normale Bank.

Diese „Sofortmaßnahmen“ bilden den Auftakt einer groß angelegten Innenstadtattraktivierung. Weitere Spielgeräte sollen in den kommenden Tagen installiert werden. „Die Teile liegen schon auf dem Bauhof, aber wegen des Stadtfestes konnten wir sie nicht früher installieren“, erklärt Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster.

Im September geht es um das große Konzept. Dann wird im Planungsausschuss über weitere Maßnahmen beraten. Bei verschiedenen Beteiligungsrunden hat sich kein einheitliches Stimmungsbild ergeben. Steinhoerster: „Die Einen wollen, dass der Marktplatz neu verfugt wird, andere sind für kostenloses Parken in der Innenstadt.“ Die Politik wird entscheiden müssen, welchen Weg sie gehen will, wie viel Geld sie investieren möchte. Im Frühjahr 2009 könnten dann die Bauarbeiten beginnen.

„Der Weg ist absolut nutzlos“

Stormarner Tageblatt vom 19. Juni 2008

„Der Weg ist absolut nutzlos“

Grüne: Dringlichkeitsantrag gegen Westwanderweg

Bad Oldesloe/ol

– Kaum sind die Stadtverordneten vereidigt, steigen sie voll in die inhaltliche Arbeit ein. Die die Grünen stellten gleich einen Dringlichkeitsantrag: In letzter Minute wollen sie den Bau des Wanderwegs im Westen verhindern (im CDU-Stadtplan ausgewiesen als „A.-Olbertz-Weg“).

„Argumente zählten nicht, egal wie unsinnig der Weg ist“, argumentiert Grünen Fraktions-Chef Gerold Rahmann. Er spricht von einem „Stil des Durchdrückens“. Kurz vor der Wahl habe die CDU den Weg noch unbedingt durchsetzen wollen – nur weil er im Wahlprogramm erwähnt war. Jetzt sind die Mehrheitsverhältnisse vielleicht andere, der Weg ist noch nicht gebaut, da wittern die Grünen eine Chance, etwas zu bewegen.

Knackpunkt: Der Auftrag kann nicht so einfach zurück gezogen werden, da werden unter Umständen Schadenersatzzahlungen fällig. Gerold Rahmann: „Die kleine Vertragsstrafe tragen wir gerne. Die ist immer noch billiger als der Weg selber.“ Dazu gibt es volle Zustimmung von der SPD. „Jeder gesparte Euro in dieser Sache ist ein Gewinn. Der Weg ist absolut nutzlos“, sagt Maria Herrmann, Vorsitzende im Bau- und Planungsausschuss (BPA). Beide Parteien zusammen haben aber keine Mehrheit.

Die FDP hatte zwar seinerzeit gegen den Weg gestimmt, will es sich aber nicht zu einfach machen. Frank Fiedler sitzt für die Liberalen im BPA: „Mit der Auftragserteilung sind Tatsachen geschaffen worden. Mir würde es leid tun, Geld für nichts heraus zu schmeißen. Da hätte ich große Bauchschmerzen mit.“ Deshalb verlangt er wie auch Maria Herrmann zur Ausschuss-Sitzung am 7. Juli konkrete Zahlen.

Die hat Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt schon parat. Wie er erklärte, musste der Auftrag nicht ausgeschrieben werden. Stattdessen habe die Verwaltung eine Preisumfrage gemacht. Ergebnis: Der Weg kostet 20 000 Euro. Rund 5 000 Euro weniger als ursprünglich geschätzt. Der Auftrag sei bereits vergeben. „Bevor ich Gefahr laufe, dass andere Mehrheiten das wieder rückbauen und renaturieren lassen, habe ich die Arbeiten bis zur BPA-Sitzung stoppen lassen.“ Da werden Erinnerungen an den Steinfelder Redder wach. Er geht davon aus, dass sich die Ausfallzahlungen auf drei bis fünf Prozent der Auftragssumme belaufen würden – das wären zwischen 600 und 1 000 Euro.

Die CDU sieht keinen Anlass, vom Vorhaben abzurücken, im Gegenteil, so Fraktionsvorsitzender Horst Möller: „Die Stadtverordneten-Versammlung hat das beschlossen, und der Bürgermeister hat das auszuführen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass demokratische Beschlüsse einfach so über den Haufen gekippt werden.“ Zumal von dem Weg nicht Wohl oder Wehe von Oldesloe abhingen. Eine Dringlichkeit des Grünen-Antrags vermag Möller nicht zu erkennen: „Die Fristen reichen aus, um das ganz normal auf die Tagesordnung des nächsten BPA oder der Stadtverordneten-Versammlung setzen zu lassen.“

Aufgrund der Größe der Grünen-Fraktion hätte für den Bürgermeister noch keinerlei Veranlassung bestanden, den Auftrag einfach zu stoppen, kritisiert Möller.  Andreas Olbertz

Rainer Fehrmann ist neuer Bürgerworthalter

Stormarner Tageblatt vom 18. Juni 2008

Rainer Fehrmann ist neuer Bürgerworthalter

Die Mitglieder der Stadtvertretung in Bad Oldesloe haben ihre Arbeit aufgenommen.

Bad Oldesloe/ol

– Gleich bei ihrer ersten Sitzung hatten die neuen Stadtverordneten eine Tagesordnung mit mehr als 20 Punkten abzuarbeiten – Personalien. Aber Dank der Vorabsprachen ging das Programm zügig über die Bühne. Die größte Fraktion stellt den Bürgerworthalter. Das ist die CDU und die nominierte Rainer Fehrmann. Der kündigte nach seiner Wahl an, sich nicht nur auf das Repräsentieren und Leiten beschränken zu wollen. Er werde Initiative ergreifen und Kontakte knüpfen. Stellvertretende Bürgerworthalter sind Hans-Hermann Roden (SPD) und Birgit Reichardt-Mewes. Stellvertretender Bürgermeister ist weiterhin der CDU-Fraktions-Chef Horst Möller. Zweite Stellvertreterin ist Maria Herrmann (SPD).

Die Frage der Ausschussbesetzung und der jeweiligen Vorsitzenden war weitgehend vorher geklärt. Hagen von Massenbach, SPD-Fraktionsvorsitzender, wird Vorsitzender des Hauptausschusses. Die Leitung des neuen Bau- und Planungsausschusses hat Maria Herrmann übernommen. Birgit Reichardt-Mewes tritt die Nachfolge von Susanne Pöhls an der Spitze des Finanzausschusses an und Angela Fehrmann (CDU) lenkt die Geschicke im Bildungs-, Sozial und Kulturausschuss – Gleichstellung wurde aus dem Namen gestrichen.

Über die Leitung des Umweltausschusses musste per Los entschieden werden. Eine komplizierte Sache: Weder FDP noch Grüne wollten verzichten. Die FDP nominierte Michael Klahn, die Grünen Gerold Rahmann. Letzterer machte ein langes Gesicht, nachdem die Liberalen gewonnen hatten. Denn er wollte nicht als normales Mitglied in den Umweltausschuss, den Sitz sollte seine Frau Klaudia bekommen. Sie kann jetzt aber nicht mehr nachnominiert werden, da die vier Plätze für bürgerliche Mitglieder vergeben sind. Unter anderem hat die SPD kurzfristig den Nabu-Vorsitzenden Klaus Graeber gewonnen.

Für Schweißperlen auf der Stirn der SPD-Fraktion hat Jürgen Voigt gesorgt. Er „gönnt sich eine Pause“ und nimmt keine Posten an. Damit war die SPD-Liste hinfällig. Maria Herrmann: „Wir machen sachbezogene Arbeit und wollen keine Besitzstände wahren. Jeder, der sich einbringen möchte, ist willkommen.“

Andreas Olbertz

(Hinweis: In der gedruckten Ausgabe des Stormarner Tageblattes vom 18. Juni sind alle 27 Stadtverordneten abgebildet)

FDP leitet Umweltausschuss

Lübecker Nachrichten vom 18. Juni 2008

FDP leitet Umweltausschuss

Bad Oldesloe – War’s wegen des Deutschland-Spiels? Grünen-Chef Prof. Gerold Rahmann, sonst eher bekannt als Träger legerer Freizeitmode, hemdsärmelig auch im tiefsten Winter, Einkaufsmütze mit Henkeln auf dem Kopf oder auch mal als Gärtner-Baum, kam am Montag mit Schlips und Jackett zur konstituierenden Sitzung der Oldesloer Stadtverordneten.

Vielleicht hatte er sich ja Hoffnungen auf den Vorsitz im Umwelt- und Energieausschuss gemacht. Der wurde nämlich von Rainer Fehrmann zwischen den Grünen und der FDP ausgelost. Doch der neue Bürgerworthalter zog zuerst das Zettelchen der Liberalen aus dem Glastopf, so dass Rahmann dem bürgerlichen Mitglied der FDP, Michael Klahn, den Vortritt lassen musste.

Die Wahlen zu den übrigen Gremien verliefen dagegen zügig und unspektakulär. Viele zog es dann doch magisch an den heimischen Fernseher oder zum Public Viewing etwa zum Sandkamp7.

Uwe Rädisch als ältestes Mitglied der Lokalpolitiker (69) führte in die Versammlung ein, appellierte an seine Kolleginnen und Kollegen, ihren Auftrag, zielorientiert zu arbeiten, ernst zu nehmen: „Die Oldesloer Stadtverordnetenversammlung ist keine Schauspieltruppe.“

Rainer Fehrmann wurde bei lediglich zwei Enthaltungen zum Nachfolger von Dr. Wolfgang Böge als Bürgerworthalter gewählt und versprach, sein Amt neutral und zum Wohle der Stadt auszuüben. Zu seinem Ersten Stellvertreter wurde Hans-Hermann Roden (SPD), zur Zweiten Stellvertreterin Birgit Reichardt-Mewes (CDU) gewählt. Die Vertreter des Bürgermeisters sind als Erster Horst Möller (CDU) und als Zweite Maria Herrmann (SPD).

Mit 14 Stimmen von CDU und FDP beschloss die Stadtverordnetenversammlung (StVV) die Änderung des Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss in den Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Vorsitzende ist Angela Fehrmann (CDU). Aus dem Wirtschafts- und Planungsausschuss wird der Bau- und Planungsausschuss (inklusive Verkehrsplanung). Vorsitz: Maria Herrmann (SPD). Den Hauptausschuss leitet auch weiterhin Hagen von Massenbach (SPD), den Finanzausschuss künftig Birgit Reichardt-Mewes. Bürgermeister Tassilo von Bary wurde von der StVV in den Verwaltungsrat der Sparkasse Holstein sowie in den Aufsichtsrat der Vereinigten Stadtwerke (VSG) geschickt.

Von Joachim Strunk

Rathaus als neues Heimatmuseum?

Rathaus Bad Oldesloe
Wenn die Stadt Bad Oldesloe das Amtsgericht kaufen kann, würde sie das gesamte Rathaus für ein zentrales Oldesloer Heimatmuseum räumen. Foto: JJ

Lübecker Nachrichten vom 17. Juni 2008

Rathaus als neues Heimatmuseum?

Bad Oldesloe - Das Projekt „Heimatmuseum“ wurde von Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt zur „Chefsache“ erklärt. Mit der Idee eines Umzuges ins Historische Rathaus und einer eventuellen hauptamtlichen Leitung kamen zu viele Emotionen ins Spiel.

Bürgermeister Tassilo von Bary hat eine Vision: Das Historische Rathaus als zentrales und stilvolles Domizil für Oldesloes Heimatmuseum. Die Voraussetzung für seine ehrgeizige Idee: Der Ankauf des bisherigen Amtsgerichtsgebäudes.

„Wir haben das Kaufangebot abgegeben“, so von Bary. Er rechnet damit, noch in dieser Woche Bescheid von der Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) zu bekommen. Das Haus vom Anfang der 60er Jahre war viele Jahre von Amtsgericht und Katasteramt genutzt worden. Letzteres zog vor Jahren um, Oldesloes Amtsgericht schließt zum 1. April 2009.

Ideal, um dort in der Stadtmitte ein Kultur- und Bildungszentrum zu etablieren, findet von Bary. Das Museum als kulturelle Einrichtung der Stadt hätte in dem Historischen Gemäuer jede Menge Platz und käme optimal im Rathaussaal und darüber zur Geltung. Für Bad Oldesloe ist im ersten Stock des ehemaligen Amtsgerichts ein neuer Saal geplant. Nach dem Festhallen-Gutachten soll dieser Saal für 200 bis 300 Leute konzipiert werden. Eine ausreichende Größe für die Kreisstadt.

Auch der Jugendbereich soll ins Amtsgericht umziehen. Urkunden und andere Dokumente solle es dann im Bürgerbüro geben. Selbst das Trauzimmer stellt sich von Bary später im Verwaltungsgebäude vor. Die Treppe herunter auf den Marktplatz hätte einen ganz anderen Stil, als der jetzige Ausgang für Brautleute, der sie aus einem zwar schönen Trauzimmer unten direkt auf die Straße führe.

Seine Mitarbeiter arbeiten derzeit an den Konzepten. Die Politik sei informiert, die ja letztendlich über ein solches Projekt entscheiden wird. Gearbeitet wird an zwei Alternativen. Die eine lässt das Museum am jetzigen Standort und prüft, wie teuer ein entsprechender Ausbau des Dachboden zur Ausstellungsfläche – jetzt ein Lagerraum – und der barrierefreie Zugang nach oben wären, die zweite checkt die Umzugskosten ins Rathaus ab. Das Museum habe am derzeitigen Standort nicht genug Ausstellungsfläche, findet von Bary. Auch habe die Stadt-Bibliothek im selben Gebäude in der Königsstraße zusätzlichen Platzbedarf.

Bei der Diskussion über den Standort und eine Verwaltungsidee von einer angedachten hauptamtlichen Leitung des Heimatmuseums schwappten die emotionalen Wellen in Bad Oldesloe dermaßen hoch, dass der Bürgermeister das Thema „Heimatmuseum“ jetzt zur „Chefsache“erklärt hat. Es ginge nicht an, dass in dieser Diskussion Mitarbeiter der Stadtverwaltung demontiert werden, stellt sich von Bary schützend davor. Er wolle die Diskussion zur Sachlichkeit zurückführen. Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander ist im Gespräch für die angedachte Hauptamtlichen Leitung. Sie ist auch jetzt schon bei der Stadt für die Museumsbelange zuständig. Bisher wurde das Oldesloer Heimatmuseum jedoch ehrenamtlich geleitet. Es wurde 1931 von Wolfgang Sonder gegründet. Seit 1978 leitet Dr. Klaus-Christoph Baumgarten das Oldesloer Museum und hat sich sehr darum verdient gemacht.

Von Susanna Fofana

Fehrmann (CDU) ist Bürgerworthalter – Jürgen Voigt (SPD) schmeißt hin

Lübecker Nachrichten vom 17. Juni 2008

Fehrmann (CDU) ist Bürgerworthalter – Jürgen Voigt (SPD) schmeißt hin

Fehmarn - Wie erwartet heißt der neue Bürgerworthalter von Bad Oldesloe Rainer Fehrmann. Er wurde gestern auf der konstituierenden Sitzung der Stadtverordneten von den Parteien gewählt. Die CDU als stärkste Fraktion (elf Sitze gegenüber zehn der SPD und je vier von FDP und Grünen) hatte das erste Zugriffsrecht. Fehrmann (57) löst damit Dr. Wolfgang Böge (ebenfalls CDU) ab, der nicht wieder antrat.

Fehrmann war zuletzt Stadtverbandvorsitzender der CDU. „Dieses Amt werde ich auslaufen lassen“, verkündete er bereits in der vergangenen Woche. Sein Amt als Pressesprecher hat Fehrmann bereits an Heinz Drenkberg übergeben.

Der ehemalige Oldesloer Fraktionschef der SPD (von 2003 bis 2006), Jürgen Voigt, der noch vor ein, zwei Jahren als möglicher Bürgerworthalter nach der Kommunalwahl 2008 gehandelt wurde, hatte sich am Wochenende per E-Mail bei seiner Fraktion gemeldet und seinen sofortigen Rückzug von politischen Ämtern verkündet. Über die Gründe wollte er sich gestern gegenüber den LN nicht äußern, allerdings: „jede Entscheidung hat auch etwas mit Personen zu tun“. Er brauche jetzt erst einmal Zeit für sich. Als Direktkandidat war Voigt (34,34 Prozent) im Wahlkreis 1 Rainer Fehrmann (40,03 Prozent) unterlegen, auf der Liste zu schlecht abgesichert, so dass er „nur“ als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss von seiner Partei vorgesehen war.

Das Amt des „Bürgerworthalters“ ist im übrigen möglicherweise das einzige mit diesem Namen in ganz Deutschland. Der Ausdruck geht auf das mittelniederdeutsche „Wortholder“ – Wortführer – zurück. Im Jahre 1850 gab Oldesloe ein Local-Statut heraus, in dem es heißt: „Die Stadtverordneten wählen . . . nach beendigter Stadtverordnetenwahl . . . unter sich einen Vorsteher, welcher den Namen Bürgerworthalter führt“. Nach der Entschädigungssatzung im Ortsrecht (§ 5) erhält der Bürgerworthalter übrigens monatlich 323 Euro.

Von Joachim Strunk

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 14. Juni 2008

Von Alkohol, Kröten und blöden Sprüchen

Schluckspechte

Andreas Olbertz und Volker Stolten

Drei Tage Stadtfest liegen hinter uns. So manchem klingeln noch immer die Ohren von der lauten Musik, die da von den Bühnen dröhnte. Fest steht, das Wetter war göttlich und die Leute von altStadt haben einen guten Job gemacht. Einen ziemlich undankbaren sogar, denn die Beschimpfungen, die aus so manchem Geschäft kamen, müssen schon übel gewesen sein. Offensichtlich haben einige immer noch nicht erkannt, dass es nicht um den Einzelnen geht. Erst wenn es gelingt, Oldesloe und seine Innenstadt als Ganzes attraktiv zu machen werden die Geschäftsleute hier eine Überlebens-Chance haben. Seien wir mal ehrlich: Das Stadtfest hat Freitagabend begonnen, rechnen wir mal großzügig den kompletten Freitag, der das Geschäft eventuell beeinträchtigt, dann noch der Sonnabendvormittag – wessen geschäftliches Überleben an den paar Stunden hängt, der macht vermutlich etwas verkehrt.

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Die Polizei meldet, das Stadtfest ist super gelaufen, alles im üblichen Rahmen. Was bitte ist denn mittlerweile der „übliche Rahmen“? Ein Besucher wird in die Trave geschmissen, ein anderer wird ohne Vorwarnung von einem Sicherheitsmann böse niedergerungen, ganz zu schweigen von der Messerstecherei und anderen schlimmen Geschichten, die kursieren. Wer mit offenen Augen übers Stadtfest gegangen ist, wird sie gesehen haben: Jugendliche mit ihren großen Brauseflaschen, in denen mit Sicherheit keine Limonade gewesen sein wird, oder die mit billigen Plastikbierflaschen prall gefüllten Rucksäcke, den Alkoholverschiebebahnhof von Alt zu Jung vor dem Discounter und die regelmäßigen Nachschublieferungen für den Supermarkt. Und die durch den Alkohol teilweise gefährlich aufgeheizte Stimmung, unzählige Sanitätereinsätze wegen übermäßigem Drogen- und Alkoholkonsum? Das soll tatsächlich alles der „übliche Rahmen“ gewesen sein? Man muss sich mal vorstellen, der mutmaßliche Messerstecher war 16 Jahre alt und hatte etwa ein Promille Alkohol im Blut – und die kann er sich durchaus völlig legal angesoffen haben – der „übliche Rahmen“ halt. Wenn wir diese Formulierung tolerieren oder uns sogar darüber freuen, haben wir schon verloren.

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Mann, was war das für eine Woche. Die Tage des Durchbruchs gewissermaßen. Minimax: geklärt. Heimat-museum: geklärt und zur Chefsache gemacht. Wirklich? Naja, die Personalquerelen schwelen vermutlich weiter. Und Politik hat noch nicht endgültig ja zum Umzug ins alte Rathaus gesagt. Was der ganze Spaß kostet, weiß bislang keiner, wer es machen soll, steht in den Sternen, ganz zu schweigen von einem überzeugenden Konzept, das den ganzen Aufwand überhaupt rechtfertigen würde.

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Montag ist es endlich so weit: Konstituierende Stadtverordneten-Sitzung in Oldesloe. Hinter den Abgeordneten liegen spannende Tage. Wie man so hört, haben alle mit allen fleißig verhandelt, gepokert und gefeilscht. Wer will was? Wer hat was anzubieten? Es gibt keine absolute Mehrheit mehr, ja nicht mal mehr eindeutige Mehrheitsverhältnisse. Die Zeiten, in denen einer die Richtung vorgab und die war es dann auch, sind vorbei. Die CDU erlebt grade schmerzlich, was das in der Praxis bedeutet. Die vermeintlich Kleinen sind jetzt die Großen und trumpfen auf. „Wir sind kein Stimmvieh – für keine Partei“, verkündet der Obergrüne Gerold Rahmann: „Dritter Stellvertretender Bürgermeister haben sie uns angeboten. Ist zwar ein gutes Amt, mussten wir aber leider ablehnen.“ Einen Sitz im Aufsichtsrat der Vereinigten Stadtwerke hätten sie gerne gehabt, aber den wollte die CDU nicht rausrücken. Den soll lieber der Bürgermeister bekommen. Die Liberale Anita Klahn quietscht vor Vergnügen: „Zweiter stellvertretender Bürgerworthalter haben sie uns angeboten.“ Wer meint, gestandenen Politikern mit Glasperlen das Gold abluchsen zu können, darf sich nicht wundern. So wird Horst Möller auf den Sitz im Verwaltungsrat der Sparkasse, den er so gerne hätte, verzichten müssen, denn alle anderen haben sich dafür ausgesprochen, den Bürgermeister da hinzuschicken. Ideen wie zusätzliche Ausschüsse oder ein Vertreterpool sind bei der Gelegenheit auch gleich die Trave runter gespült worden. Die SPD will nicht und die kleinen Parteien haben nichts davon . . . und tschüß. Bei der CDU scheint noch nicht angekommen sein, dass sie so manche Kröte zukünftig wird schlucken müssen. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat lebhafte Visionen, wie der schwarz-grüne Annäherungsprozess aussehen könnte.

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Was Tüv heißt, wissen wir. Was sich hinter DGB verbirgt, auch. Aber GOC! Schulverbandsvorsteher Christian Rink klärte gestern alle Anwesenden bei der Einweihungsfeier des Erweiterungsbaus an der Johannes-Gutenberg-Schule in Bargteheide auf. GOC heißt Ganztagsschule ohne Container! Gelächter und Applaus beim Festakt in der Turnhalle. Denn im Zuge der knapp 2,3 Millionen Euro teuren Umbaumaßnahme musste der Unterricht in drei hässlichen Klassenraum-Containern stattfinden. Das ist – dem fertigen Anbau sei Dank – nun vorbei. „Die drei Container haben wir jetzt“, nahm Bargteheides Bürgermeister als letzter Redner die Rink‘sche Steilvorlage an und hatte nicht minder die Lacher auf seiner Seite. Des einen Freud, des Anderen Leid. Egal. Umbau gut, alles gut!

Oldesloe – „Im Durchschnitt durchschnittlich“

Stormarner Tageblatt vom 14. Juni 2008

Oldesloe – „Im Durchschnitt durchschnittlich“

Wer die Zukunft plant, muss den Ist-Zustand kennen. Deshalb kommen im Rahmen des ISEK-Projektes einige interessante Fakten

über die Stadt Bad Oldesloe an die Oberfläche.

Bad Oldesloe/ol

– Wer hätte das gewusst: Der Durchschnitts-Oldesloer ist 42,4 Jahre alt. Anette Quast weis bestimmt auch, wie groß und schwer er ist oder wie hoch sein Nettoeinkommen ist, aber diese Daten teilte die Moderatorin bei der ersten Sitzung des Arbeitskreises für Wohnen und Soziales nicht mit.

Die Stadt hat ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept (ISEK) in Auftrag gegeben. Einfach formuliert: Wo steht Oldesloe, wo steuert die Stadt hin und wohin möchten sie gewisse Leute gelenkt sehen. Das schöne daran: „Integriert“ steht für „Jeder kann mitmachen“. Die Termine der Arbeitskreise sind öffentlich, wer möchte, kann seine Ideen für die Zukunft der Kreisstadt einbringen.

Die, die mitgemacht haben, bekamen jetzt interessante Sachen zu hören. Die Kreisstadt hat zurzeit knapp 25 500 Einwohner. Davon sind sechs Prozent Migranten. Der Blick auf die Details lohnt. So ist zum Beispiel im Innenstadtkern der Altersdurchschnitt mit 45,77 Jahren deutlich höher. „Hier leben doppelt so viele Über-80-Jährige wie andernorts in der Stadt“, erklärte Anette Quast. Mit 19 Prozent ist auch der Migrantenanteil extrem hoch. In den westlichen Baugebieten sieht es genau umgekehrt aus: Junge Familien mit Kindern drücken den Altersschnitt auf 32 Jahre. Quasts Fazit: „Im Durchschnitt ist Oldesloe eine durchschnittliche Stadt.

Planer Andreas Schmalfeld vom Büro F+B wartete mit weiteren Details auf. Obwohl Oldesloe zur Metropolregion Hamburg gehöre, sei es keine Schlafstadt. Oldesloe weist einen Überschuss an Einpendlern aus – es kommen mehr Menschen nach Oldesloe, um hier zu arbeiten, als Oldesloer außerhalb arbeiten.

Auch wenn die Kaufkraft überdurchschnittlich hoch ist, ist auch die Quote an Hartz IV-Empfängern hoch. Mit 12,2 Prozent ist deren Anteil in Oldesloe doppelt so hoch wie im Rest des Kreises und liegt auch noch über dem Landesschnitt (11 Prozent). Gerd-Günter Finck, Vorsitzender des FIT-Vereins, hatte dafür ein einleuchtende Erklärung: „Die ziehen gerne nach Oldesloe, weil die Behörden hier angesiedelt sind. Das spart ungemein Zeit und Geld.“

Wie das mit Statistiken so ist, sie stellen auch ein Zerrbild dar. Als Planer Schmalfeld beispielsweise behauptete, die Unterkunftskosten seien weit überwiegend angemessen, hagelte es Widerspruch von allen Seiten. In der Praxis sind nämlich keine kleinen, günstigen Wohnungen für Alleinstehende zu bekommen. Gleiches gelte bei Appartements mit vier oder mehr Zimmern für Familien. Es gibt keine relevanten Wohnungs-Leerstände. Ein Vertreter der Oldesloer Wohnstätten sprach von weniger als einem Prozent bei seinem Unternehmen.

Den größten Bevölkerungszuwachs erlebte Oldesloe von den 50er bis zu den 70er Jahren. Inzwischen ist die Kurve ziemlich abgeflacht, es geht nur noch langsam voran. Auch Baugebiete wie der Steinfelder Redder schlagen sich nur noch geringfügig nieder.

Der Blick in Oldesloes Zukunft ist düster. Die Quote der Unter-18-Jährigen liegt noch bei 17 Prozent. 2020 wird sie auf 14 Prozent gesunken sein. Gleichzeitig steigt die Zahl der Über-65-Jährigen von 24 auf 31 Prozent – das ist fast jeder Dritte. Andreas Olbertz

 

Wird Rainer Fehrmann neuer Bürgerworthalter in Oldesloe?

Lübecker Nachrichten vom 14. Juni 2008

Wird Rainer Fehrmann neuer Bürgerworthalter in Oldesloe?

Ausgerechnet am Tag des „Wunders von Wien“, wenn sich die deutsche Fußballnationalmannschaft beim Gastgeber Österreich ins Viertelfinale zittern muss, findet in Bad Oldesloe die konstituierende Stadtverordnetenversammlung statt. Auf der Tagesordnung stehen ausnahmslos Wahlen und Besetzungen der Ausschüsse und Gremien. An TOP 5 steht dabei die Wahl des neuen Bürgerworthalters, des höchsten Repräsentanten der Stadt Bad Oldesloe.

Da die CDU als stärkste Fraktion aus der Kommunalwahl hervor gegangen ist, hat sie das Recht auf den ersten Zugriff für dieses Amt. Intern haben sich die Christdemokraten schon auf ihren Parteivorsitzenden Rainer Fehrmann geeinigt. Für den Stellvertreter-Posten hat die SPD das Besetzungsrecht. Deren Kandidat ist Hans-Hermann Roden. Erster stellvertretender Bürgermeister soll weiterhin Horst Möller bleiben.

Fehrmann würde die Wahl zum Bürgerworthalter „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ annehmen. Lachend vor Freude und Stolz über dieses hohe Amt, weinend, weil „ich mich dann aus der gestalterischen Politik zurückziehen muss und werde“. Als erstes übergab er das Amt des Pressesprechers an Heinz Drenkberg, der wiederum in den Fraktionsvorstand (neben Birgit Reichardt-Mewes, Rainer Fehrmann und Horst Möller als Vorsitzenden) gewählt wurde. „Auch werde ich das Amt als Parteivorsitzender im nächsten Jahr auslaufen lassen“, verspricht Fehrmann.

Bei den Ausschüssen hat die CDU den ersten und den dritten Zugriff, die SPD den zweiten und vierten. Das werden entsprechend Birgit Reichardt-Mewes (Finanzausschuss) und Angela Fehrmann (GSKA) für die CDU sowie Hagen von Massenbach (Haupt-) und Maria Herrmann (WPA) sein. Grüne und FDP haben sich bereits darauf geeinigt, den Vorsitz des Umwelt-Ausschusses zu losen. Der Verlierer erhält den Stellvertreter-Posten.

Den Vorschlag der CDU, einen sechsten Ausschuss einzurichten, haben die anderen drei Parteien bereits abgelehnt. Möglicherweise werden aber die Zuschnitte der Ausschüsse geändert. So mache beim GSKA die Gleichstellung „höchstens ein Prozent aus, wogegen Schule und Sport im Ausschussnamen gar nicht vorkommen“, so Drenkberg.

In den Verwaltungsrat der Sparkasse möchten die Parteien den Bürgermeister Tassilo von Bary schicken. Auch hätte die CDU nichts dagegen, wenn der Verwaltungschef im Aufsichtsrat der Vereinigten Stadtwerke säße. Den von der CDU vorgeschlagenen Stellvertreter-Pool für jeden Ausschuss lehnt die SPD ab.unk

Joachim Strunk

Durchbruch im Umzugs-Steit

Stormarner Tageblatt vom 13. Juni 2008

Durchbruch im Umzugs-Steit

Bürgermeister erklärt Heimatmuseum zur Chefsache

Bad Oldesloe/ol

– Das Heimatmuseum hat mit dem neu gegründeten Förderverein seine potenten Unterstützer in Position gebracht (wir berichteten). Jetzt fängt auch die Gegenseite an, scharf zu schießen. In einem offenen Brief prangern Barbara Günther, Jutta Gaede, Dr. Karin Gröwer, Dr. Angela Behrens, Professor Dr. Norbert Fischer, Burkhard von Hennings und Stefan Watzlawzik die „persönlich motivierte Diffamierung, Verleumdung und Intrigen seitens einzelner Personen“ an. Sie sprechen von einem „seit längerem bekannten Konflikt um das Heimatmuseum“ und zeigen sich bestürzt, wie mit ihrer „verdienten und kompetenten Kollegin“, Dr. Sylvina Zander, umgegangen werde.

Wer ein bisschen im Internet stöbert, stößt schnell auf Zusammenhänge. Dr. Sylvina Zander, die städtische Kulturdezernentin und Archivarin, hält an der Hamburger Universität Vorlesungen. In diesem Semester ein Mittelseminar: „Stadtmuseum im Hamburger Umland: Themen – Objekte – Konzepte. In diesem praxisbezogenen Seminar geht es darum, ein bestehendes, ehrenamtlich geführtes Museum im Hamburger Umland (Bad Oldesloe) konzeptionell in ein modernes stadtgeschichtliches Museum zu überführen“ – so steht es im Vorlesungsverzeichnis. Wenn das keine Klatsche für das Museumsteam ist. Das war einigermaßen erstaunt, als sich im unvermittelt Museum Studenten vorstellten: „Guten Tag, ich soll das neue Logo entwerfen.“ Und: In der Literaturliste zum Seminar finden sich Buchautoren – ausgerechnet von einigen Unterzeichnern des offenen Briefes. Da schließt sich der Kreis.

Studenten für städtische Projekte einzuspannen, ist nicht neu und nicht verwerflich, im Gegenteil: Das kann eine gute und günstige Sache sein. Verwunderlich ist nur, dass die Oldesloer Verwaltung immer erklärt hat, sie sei in Kiel lediglich mit einem groben Schnellschuss-Konzept vorstellig geworden, um Fördermöglichkeiten auszuloten. Und zufällig hält die Stadtarchivarin in einem genehmigten Nebenjob Vorlesungen zu genau diesem Thema?

So ein Uni-Seminar muss gut vorbereit sein. Die einen basteln an Förderanträgen und die anderen an Konzepten – reiner Zufall und keiner weiß, was der andere tut? Tassilo von Bary sieht das jedenfalls so. Die Vorlesung habe „keinerlei Bedeutung, aber vielleicht kommen da ja ganz tolle Ideen dabei rum.“

Der Bürgermeister hat das Thema Heimatmuseum jetzt zur Chefsache erklärt. „Das hat sich doch nur noch im emotionalen Bereich abgespielt“, erläutert er diese Entscheidung. Deshalb hat er gestern einen Termin kurzerhand abgesagt und stattdessen am Gespräch über das Heimatmuseum teilgenommen. Und siehe da, es gibt den großen Durchbruch. Diethelm Schark zeigte sich anschließend sehr erleichtert: „Es war ein wirklich konstruktives Gespräch. Wenn es von Anfang an so gelaufen wäre, hätten wir nie einen Förderverein gründen müssen.“ Bürgermeister von Bary: „Was ich mit dem Heimatmuseum vorhabe, ist mit den Vorstellungen des Museumsteams kompatibel.“

Der Verwaltungs-Chef hat offensichtlich ein Machtwort gesprochen. Fest steht, wenn das Heimatmuseum ins alte Rathaus umziehen sollte, wird es nicht nur einzelne Räume belegen, sondern das komplette Gebäude. Diethelm Schark ist ob der neuen Entwicklung hin und her gerissen: „Das schlagen zwei herzen in meiner Brust. So ein Umzug ist mit enorm viel Arbeit verbunden. Andererseits soll etwas komplett Neues geschaffen werden. Wir wollen Fachleute von außen hinzuziehen – das hat schon seinen Reiz.“

Der Bürgermeister und der Sprecher für das Museum sind sich einig, dass im Rathaus keine halben Sachen umgesetzt werden sollen. „Wenn, dann macht man ein vernünftiges Museum und keinen Zwitter“, betont Tassilo von Bary unmissverständlich.

Jetzt sind die Politiker am Zug und müssen entscheiden, ob sie einen Umzug wollen. Sollte der Beschluss so kommen, kündigt Diethelm Schark an: „Dann werden wir tatkräftig mitarbeiten. Und wenn nicht, bleiben wir hier – aber auch dann muss was passieren. Der Dornröschenschlaf des Museums ist jedenfalls unterbrochen.“

Andreas Olbertz

 

Feuriges Problem gelöscht – Minimax darf bauen

Minimax will Grundstück kaufen

Stormarner Tageblatt vom 12. Juni 2008

Feuriges Problem gelöscht – Minimax darf bauen

Minimax kann erweitern – bei einem Ortstermin wurde das wichtigste Problem gelöst.

Bad Oldesloe/ol

– Da wundert sich der Minimax-Geschäftsführer. „Die kommen mit einer Riesen-Delegation, wir reden eine halbe Stunde und haben eine Lösung, die wir von Anfang an hätten haben können“, schildert Klaus Hofmann den Ortstermin.

Wie berichtet, will Minimax expandieren. Dafür wird zusätzliche Fläche benötigt. Am liebsten natürlich an der Industriestraße. Minimax würde den städtischen Bauhof kaufen, einebnen und dort Parkplätze schaffen. Dann könnte der bisherige Firmenparkplatz für die eigentliche Erweiterung genutzt werden. Unter anderem ist ein internationales Schulungszentrum mit mehreren tausend Gästen pro Jahr geplant. Geschäftsführer Hoffmann spricht von gut sechs Millionen Euro Investitionssumme und 40 bis 50 Arbeitsplätzen. „Die Paletten kommen ja schließlich nicht alleine auf die Lkw“, scherzt der Minimax-Chef.

Alles könnte so schön sein, wenn es nicht zwei Probleme gäbe: Ein kleines Bächlein und die Zeit. Nach Angaben von Minimax sind die Pläne bereits seit 18 Monaten bekannt, aber es passiert nichts. Hofmann: „Es ist ja okay, wenn man da ein halbes Jahr drüber diskutiert, aber nicht anderthalb Jahre.“ In der Politik ist man ratlos, weiß von nichts. In der Mai-Sitzung des Planungsausschusses sei über den Bauhof gesprochen worden, berichten Quellen aus allen Fraktionen, aber von 18 Monaten könne keine Rede sein.

Klaus Hofmann bleibt bei seiner Darstellung: „Ich habe immer mit dem Bürgermeister gesprochen. Dem mache ich keinen Vorwurf, menschlich ja ein netter Kerl, aber offensichtlich ist er mit den Gepflogenheiten nicht vertraut und weiß nicht, wie man so ein Ding richtig einschenkt.“

Der Geschäftsführer droht unverhohlen: „Für uns ist das Finale erreicht. Jetzt muss Schluss sein mit Reden.“ Minimax brauche Klarheit, ansonsten werde woanders investiert. In den vergangenen Tagen habe er jede Menge Anrufe erhalten – IHK, WAS und viele anderen bieten ihre Hilfe an.

Bürgermeister Tassilo von Bary bleibt gelassen: „Er hat Druck gemacht – mit Erfolg.“ Er bestätigt, schon vor längerer Zeit mit Minimax gesprochen zu haben. Das sei aber mehr nach dem Motto gelaufen: „Wir stehen Gewehr bei Fuß, wenn ihr mal erweitern wollt.“ Vergangenen November habe es ein Signal gegeben, dass es „langsam los geht“. Tassilo von Bary: „Wir haben uns auf eine gemeinsame Zeitschiene geeinigt. Der Graben war da noch kein Thema.“

Die Frage des kleinen Grabens oder Bachlaufs fällt in die Zuständigkeit des Kreis-Umweltamtes. Auch dessen Chef Hans-Gerd Eissing weißt jede Verzögerung weit von sich: „Vor 18 Monaten hat Herr Hofmann noch nicht mit uns geredet. Vor drei Wochen hatten wir die ersten Gespräche und haben auch sehr schnell eine Antwort gegeben.“

Den gestrigen Ortstermin wertet Eissing als „vernünftiges Gespräch. Es sind Lösungsmöglichkeiten da, die auch innerhalb des von Minimax gesteckten Zeitrahmens realisiert werden können.“ So einfach ist das.

Bei dem Bach handelt es sich um ein „ökologisch nicht uninteressantes“ Nebengewässer des Glindhorst-Bachs. Der kommt von der anderen Seite der Ratzeburger Straße und tritt am Bauhof wieder ans Tageslicht. Ihn einfach weiter zu verrohren, lehnen die Umweltschützer ab. Stattdessen schlagen sie vor, den Bach umzuleiten – an der Grundstücksgrenze entlang. Klaus Hofmann: „Dann ist der Rest des Grundstücks halbwegs sinnvoll nutzbar. Das wird zwar nicht ganz billig, ist aber noch so, dass man es überlebt. Verrohren wäre deutlich teurer.“ Hans-Gerd Eissing weißt auf einen weiteren Vorteil hin: „Dann ist keine Rohrleitung im Boden, falls mal Hochbauten geplant sein sollten.“

Im Juli wird die Politik in das Verfahren einbezogen: Dann kommt die notwendige B-Plan-Änderung auf die Tagesordnung des Planungsausschusses. Außerdem müssen die Abgeordneten über den neuen Bauhof beschließen. „Das kriegen wir alles hin. Norbert Leinius von der WAS hat uns sehr geholfen“, erklärt der Verwaltungs-Chef.

Andreas Olbertz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 7. Juni 2008

Pickel am Po und am „A ... vorbei“

Der Ton macht die Musik

Von Andreas Olbertz, Volker Stolten

Hach, was waren die Politiker alle geknickt, ob der geringen Wahlbeteiligung. Und wie geht es jetzt nach der Wahl weiter? Noch bevor die neuen Stadtverordneten überhaupt vereidigt sind, laufen schon die ersten Geheimsitzungen: Brauchen wir vier oder sechs Ausschüsse? Wer macht Marketing, und wer kümmert sich um die Umwelt? Da werden die Weichen für die zukünftige Arbeit der Politiker gestellt – an allen offiziellen Gremien und an den Bürgern vorbei. Da geht es natürlich um Argumente, aber auch um Taktik. Dummerweise gab es im Arbeitszimmer des Bürgermeisters keine Einigung. Stattdessen verständigte man sich auf eine kurzfristige Abstimmung per E-Mail. E-Government in Bad Oldesloe. Das sind ja supertolle Aussichten für bürgernahe Politik.

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Helge Schneider betitelt sich selbst als „singende Herrentorte“. Und Werner Mitsch betiteln wir hier hochachtungsvoll einmal als musizierenden Bürgermeister, als Barde mit der Klampfe. Denn als das Doppelquartett und der Männergesangverein gemeinsam einen Scheck über 400 Euro an die Kita Kruthorst überreichten, griff Bargteheides Sympathicus beherzt zur Gitarre und trällerte für die Lütten aus dem Stehgreif und wie ein alter Musik-Hase das tierische Karnickel-Lied. In dem Song geht es um einen Pickel auf dem Po – ach so! Klar kam der Bürgermeister bei den Kleinen bestens an und sorgte für lachende Gesichter und Erheiterung auf breiter Front. Wenn Werner Mitsch Ende November als Galionsfigur der Verwaltung von der Bildfläche verschwindet und Platz für seinen Nachfolger Dr. Henning Görtz macht, muss nicht zwangsläufig Schluss sein. Er könnte die Karriereleiter noch weiter raufklettern und die Tonleiter gleich mit erklimmen – als Bargteheides Antwort auf die „No Angels“ beim Eurovision Song Contest oder als Allzweckwaffe bei DSDS. Denn: Was Bargteheides Bürgermeister allein mit der Gitarre kann, können die meisten DSDS-Mitmacher nicht mal stimmlich. Dazu noch sein Timbre und das Häschenlied: Wer kann dazu schon nein sagen!? Karnickel, Pickel und Po – das macht garantiert Dieter Bohlen froh.

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Das Maß ist voll: Lehrer sind stinksauer und probten landesweit den Aufstand. In Stormarn machten die Gesamtschulen Anne Frank in Bargteheide und die IGS in Ahrensburg mit und mobil, bäumten sich gegen die Umstrukturierung zur Gemeinschaftsschule und die damit einhergehenden katastrophalen Bedingungen auf. Als da wären: Zu wenig Fachkräfte, zu wenig Räume, aber mehr Schüler und, und, und. Wie so oft zäumt Kiel das Pferd von hinten auf – schmeißt das nackte Hähnchen in den Ofen, ohne es vorher zubereitet zu haben: „Friss Vogel oder stirb!“ In diesem Fall müssen Lehrer und Co. das ausbaden, was ihnen die von ganz Oben eingebrockt haben. Dass da die Pädagogen-Seele kocht, ist mehr als verständlich.

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Ein „großer Beitrag für Sicherheit im Straßenverkehr“, freut sich der Segeberg-Stormarner Bundestagsabgeordnete Gero Storjohann (CDU). Was geschehen ist? Bei Lkw muss jetzt ein weiterer Außenspiegel integriert werden, der den toten Winkel erfasst. Und für Frontschutzbügel an Geländewagen ist eine nationale Einzelbetriebserlaubnis notwendig. Dass die „Bullenfänger“ nicht nur völlig unsinnig im Straßenverkehr sind, die Metallrohre in Kopfhöhe dafür aber bei Unfällen für besonders schwere Verletzungen sorgen, ist fast genauso lange bekannt wie die Gefahren durch den toten Winkel. Warum hat es also Jahre gedauert, wo unsere Politiker bei anderen Themen kein Problem haben, dem Volk dieses und jenes vorzuschreiben und obwohl „durch einfache Mittel ein enormer Effekt erzielt werde“, wie Storjohann schreibt. Sein Resümee: „Es zeigt sich, dass in der Politik nun einmal die sprichwörtlichen dicken Bretter gebohrt werden müssen.“ Nun weiß man wenigstens, warum echte Probleme überhaupt nicht gelöst werden.

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Was für ein Aufstand! Kaum wurden die Umzugspläne für das Oldesloer Heimatmuseum bekannt, stand auch schon der Widerstand. Zu dumm aber auch, dass im alten Rathaus nur ein Bruchteil des Platzes zur Verfügung stehen wird. Da werden wohl etliche Exponate entsorgt werden müssen. Die CDU sieht die Sammlung schon auf dem Sperrmüll landen. Dabei muss man sich mal wieder fragen, warum so ein Thema hinter verschlossenen Türen debattiert wird. Eine städtische Einrichtung soll von einem städtischen in ein anderes städtisches Gebäude umziehen. Warum die Geheimniskrämerei? Wenn man nicht mal mit denen spricht, die unmittelbar betroffen sind, darf man sich nicht wundern, wenn der Verdacht aufkeimt, jemand soll ausgebootet oder über den Tisch gezogen werden. Aber wir wollen den Teufel mal nicht an die Wand malen. Vielleicht bleibt vom Heimatmuseum ja doch mehr über als Karikaturist Götz Wiedenroth befürchtet.

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In Sachen Stadtumbau Oldesloe scheinen ja echte Könner am Werk zu sein. Erst geistern für den ISEK-Auftakt die falschen Flyer durch die Stadt, jetzt sollen die Arbeitskreise tagen, und da gibt es für einen Termin drei unterschiedliche Einladungen. Im ersten Schreiben stimmte der Wochentag nicht, dann kam heraus, dass die Uhrzeit verkehrt war, aber jetzt soll angeblich alles korrekt sein. Es kann also nur noch besser werden.

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Da freut man sich doch auf sein neues Ehrenamt, wenn man so herzlich begrüßt wird. Den zukünftigen Oldesloer Stadtverordneten flatterte jetzt Post ins Haus. Nichts von „schön, dass Sie mitmachen, Glückwunsch, dass Sie gewählt wurden“. Oh Gott nein, bloß nicht zu freundlich werden. Da heißt es Paragrafen hier, Pflichten dort, Sie müssen melden, angeben, veröffentlichen. Als nächstes wird dann wieder mit Anzeige oder Staatsanwaltschaft gedroht und demnächst wundert man sich, dass sich das keiner mehr antun will.

Hotel versteigert: Die Wiedergeburt des „Intermar“

Stormarner Tageblatt vom 7. Juni 2008

Hotel versteigert: Die Wiedergeburt des „Intermar“

„Der Zuschlag möge erteilt werden“, hieß es gestern bei Versteigerungstermin für das seit zwölf Jahren leerstehende Intermar-Hotel. Jetzt hat der Komplex am Oldesloer Stadtrand einen neuen Besitzer.

Bad Oldesloe/ask

– „Das war’s dann, herzlichen Glückwunsch“ , sagt Rechtspflegerin Birgit Stropeit gestern um 12.14 Uhr. Das Ganze kam kurz und schmerzlos: Unmittelbar nachdem um 11.43 Uhr die halbstündige Bieterzeit begonnen hatte, begibt sich ein junger Mann im Anzug in Begleitung einer jungen Frau zusammen mit der Vertreterin der Eurohypo-Bank, Ute Buchmann, zu einem Gespräch vor die Tür des Saals im Amtsgericht. Um 11.57 Uhr gibt er sein Angebot ab, kurz nachdem sie wieder hereingekommen waren. 500 000 Euro bietet er für die Hotel-Ruine, die inzwischen wiederholt von Einbrechern und Vandalen heimgesucht worden war. Großes Gemurmel unter den etwa 15 Anwesenden, schließlich hatte Rechtspflegerin Birgit Stropeit vor Beginn der Versteigerung nochmals die Fakten auf den Tisch gelegt: aktueller Wert 2,15 Millionen Euro trotz oder wegen der erheblichen Schäden durch den Leerstand. Einstiegsgebot: 38 289,13 Euro – die aufgelaufenen Gerichtskosten.

Bis 12.14 Uhr kommt kein weiteres Gebot. Rom Zalel, Geschäftsführer der „Brilliant 756. GmbH“ und von über drei Dutzend weiteren Firmen in Berlin, die sich jeweils den Erwerb von einzelnen Grundstücken in der gesamten Bundesrepublik Deutschland und deren Verwaltung sowie den Betrieb von Hotels auf die Fahnen geschrieben haben, kauft das Hotel für die Grand City Hotels GmbH, ebenfalls aus Berlin. „Das Intermar soll weiterhin ein Hotel bleiben“, betont Melanie Schacker, Pressesprecherin der Grand City Hotel-Gruppe, die laut eigenen Angaben eine Managementfirma mit insgesamt 36 Hotels in den Niederlanden und Deutschland ist. Diese Hotels werden im Management unter verschiedenen Marken betrieben, unter anderem bekannte Namen wie Steigenberger, Holiday Inn, Best Western und Ibis. Grand City Hotels selbst übernehmen dabei nach eigenen Angaben das allgemeine Management, die Franchisegeber-Koordination, das Controlling und die Akquise.

Rom Zalel, gebürtiger Israeli, der zusammen mit einer Dolmetscherin in die Kreisstadt gekommen war, wollte seine Neuerwerbung aber nicht gleich in Augenschein nehmen. Wie Pressesprecherin Melanie Schacker ergänzte, werden wohl zunächst Gutachter das Gebäude näher unter die Lupe nehmen. Dann werde sich auch entscheiden, für welche Zielgruppe das Intermar wieder hergerichtet wird.

Alexander Steenbeck

Mini-Bach behindert Minimax

kleiner Bachlauf, der die geplante Erweiterung verhindern könnte.

Stormarner Tageblatt vom 6. Juni 2008

Mini-Bach behindert Minimax

Minimax wächst und braucht mehr Platz in Bad Oldesloe. Knackpunkt ist ein kleiner Bachlauf, der die geplante Erweiterung verhindern könnte.

Bad Oldesloe

– 900 Paletten haben auf dem Gelände von Minimax an der Industriestraße Platz. „Wir brauchen aber 2500 Palettenplätze, und das so schnell wie möglich“, so Geschäftsführer Klaus Hofmann, der den benachbarten Bauhof kaufen möchte. Vor 18 Monaten hatte er bei der Stadt angefragt, „aber die kommen nicht in die Pötte. Es geht nicht mehr länger, wir müssen uns jetzt entscheiden und werden wohl woanders hingehen“, sagt Hofmann.

Problem ist der kleine Bachlauf zwischen Firma und Bauhof, der bei der Erdgastankstelle in ein Rohr unter der Industriestraße mündet. Auf dem Bauhof-Gelände ist der Bach teilweise verrohrt, die Naturschutzbehörde des Kreises möchte, dass Minimax den Bach renaturiert. Das kostet nicht nur Geld, sondern auch so viel Platz und Zeit, dass die Erweiterungspläne damit obsolet würden.

„Im B-Plan ist der Bach als erhaltenswertes Gewässer mit Grünstreifen aufgeführt“, so Hans Gerd Eissing, Leiter des Kreisumweltamts. Der Bachlauf könne zwar so bleiben wie er ist, wenn man ihn für eine Überfahrung weiter verrohren wolle, „muss man erst Mal den B-Plan ändern“. Davon war Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary bislang nicht ausgegangen: „Das ist Gewerbegebiet, da müssen wir den B-Plan nicht ändern.“

Dass sich die Behörden untereinander nicht einig sind und sich auch nicht gegenseitig informieren, kann Hofmann nicht verstehen. Schließlich geht es um qualifizierte Arbeitsplätze für Bad Oldesloe. „Wir müssen sonst das Gelände an der Industriestraße für die Logistik nutzen und Zentralfunktionen mit 40 bis 50 Leuten abziehen. Außerdem wollten wir in Bad Oldesloe auch das weltweite Schulungszentrum für Minimax bauen – mit ein paar tausend Besuchern im Jahr.“

Norbert Leinius, Geschäftsführer der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS), sieht die geplante Erweiterung als „einmalige Chance“, die Bad Oldesloe nicht wieder verpassen sollte: Vor einigen Jahren hatte Minimax bereits die „Niederlassung Nord“ für Montage und Vertrieb nach Reinfeld ausgelagert, weil Oldesloe nichts anbieten konnte. „Als Ersatz für den Bauhof haben wir ein Grundstück im Gewerbegebiet angeboten, wo man auch kurzfristig etwas machen könnte, alternativ auch auf Mietbasis“, so Leinius.

Ein Blick in die Zahlen zeigt, warum Minimax dringen erweitern muss. 2001, nachdem man von einigen Firmen im europäischen Ausland getrennt hatte, „die nicht zu unserem Kerngeschäft passten“, so Hofmann, war der Umsatz auf 350 Millionen Euro zurückgegangen. Seitdem hat er sich verdoppelt. Und nicht nur das. Hofmann: „Seit acht Jahren hat Minimax beim Erlös noch stärker zugelegt als beim Umsatz, im letzten Jahr um 50 Prozent.“

700 Millionen Euro setzte die Gruppe im vergangenen Jahr weltweit um. „Das letzte Quartal war sehr gut. Wir sind selbst überrascht“, so Hofmann, der sich freut, dass es in diesem Jahr so weiter ging. 750 Millionen Euro sind avisiert, und angesichts der Vielzahl neuer Aufträge geht Hofmann davon aus, dass man am Jahresende darüber liegt. „Wir haben 20 Prozent mehr Aufträge, vor allem für den Neubau von Stahlwerken, die Nachrüstung von Kraftwerken und im Schiffbau. Wir müssen schon bremsen“, so Hofmann. Am Standort Bad Oldesloe wird bereits an sieben Tagen in der Woche in drei Schichten gearbeitet. Frei sind nur der Sonnabendmorgen – und jetzt je zwei Stunden für die Spiele der deutschen Nationalmannschaft. Und Minimax sucht Personal. Hofmann: „120 Leute könnten wir noch gut gebrauchen.“

Weltweit beschäftigt die Gruppe 5000 Menschen, davon rund 900 in Oldesloe und Reinfeld. Ein Drittel seines Umsatz macht Minimax in Deutschland. Als zweiten Kernmarkt wurden die Vereinigten Staaten erkoren. Für 140 Millionen Euro kaufte Minimax im November das Unternehmen CFP mit Hauptsitz in Kalifornien. In den USA werden jedes Jahr 70 Millionen Sprinkler verkauft, in ganz Europa sind es sieben Millionen. Rolf Blase

„Mein schönstes Bild von Bad Oldesloe“

Stormarner Tageblatt vom 6. Juni 2008

„Mein schönstes Bild von Bad Oldesloe“

1. Fotowettbewerb des Kulturforums ist entschieden

Bad Oldesloe/st

– Der erste Fotowettbewerb des Kulturforums ist beendet und die Gewinner der zehn Preise sind ermittelt. Vom 28. April bis 17. Mai waren Interessierte aufgerufen, mit der Kamera durch die Kreisstadt zu ziehen, um „Mein schönstes Bild von Bad Oldesloe“ zu fotografieren. Gewonnen haben: [] 1. Britta Ulrich [] 2. Edwin Oelckers [] 3. Klaus Kock [] 4. Klaus K. [] 5. Rosemarie Jörs [] 6. Susanne Wolske [] 7. Petra Hübner [] 8. Eva Apelt [] 9. Martin Nachtweyh [] 10. Elke Hobus

Die Preisverleihung wird noch in diesem Monat im Foyer des Kreisarchivs stattfinden. [] eine Digitalkamera im Wert von 100 Euro (Foto Ketelhohn) [] eine Porträtserie im Wert von 100 Euro (Foto Ketelhohn) [] eine Porträtserie im Wert von 80 Euro (Foto Ketelhohn) [] drei x „Fotografieren wie ein Profi“ im modernen Studio mit Studioblitzanlage und digitaler Spiegelreflexkamera à zwei Stunden (Foto-Schnell-Service) [] drei schöne Rundflüge über der Kreisstadt (Foto Jessen) [] ein Buchgutschein der Buchhandlung Willfang.

Zusätzlich ist angedacht, die Bilder kopiergeschützt im Internet zu präsentieren (wenn die Teilnehmer einverstanden sind) unter www.ipernity.com/doc/bad-oldesloer-kulturforum.

Der Kulturforumsgründer Christian P. Schlichte sowie die beteiligten Sponsoren und Jurymitglieder bedanken sich ganz herzlich für die vielen interessanten und schönen Bilder von Bad Oldesloe.

Infos zum Hallenbad

Stormarner Tageblatt vom 6. Juni 2008

Infos zum Hallenbad

Bad Oldesloe/ol

– Der Hauptausschuss der Stadt Bad Oldesloe hatte in seiner Sitzung am 21. April den Weg für die Sanierung und Attraktivierung des Hallenbads frei gemacht. Das Konzept soll den Bürgern nun am Mittwoch, 18. Juni, ab 19 Uhr im historischen Rathaus vorgestellt werden. Vier verschiedene Varianten hatte das Architektenbüro „Geising + Böker“ entworfen.

Beschlossen wurde die Sanierung der technischen Anlagen, der Umkleiden und Sanitärbereiche sowie der Gebäudehülle. Weiterhin soll ein Bewegungsbecken an der Westseite des Hallenbads angebaut werden, in dem zusätzliche Kurse angeboten werden können. In einem neuen Trockensportraum soll das Angebot beispielsweise um Pilates- oder Yoga-Lehrgänge erweitert werden. Die Gastronomie soll erhalten bleiben.

Das Investitionsvolumen beträgt rund 4,6 Millionen Euro – ausdrücklich ohne Sauna. Die lehnten CDU und FDP seinerzeit aus Kostengründen ab. Noch offen ist die Frage, was aus dem bisherigen Kurbad neben der Schwimmhalle werden könnte. Denkbar ist der Abriss des Gebäudes oder die Sanierung mit anschließender Verpachtung und Nutzung durch einen Dritten. SPD und Grüne konnten sich mit ihrer Forderung nach einer einfachen „marktüblichen“ Sauna nicht durchsetzen.

Nach der Bürgerinformation soll die Detailplanung erstellt werden. Baubeginn könnte im Frühjahr 2009 sein. Die Schwimmhalle muss dann für etwa sechs Monate geschlossen werden.

Mit dem ehemaligen Architekten-Team um Asmus Werner, die nach wie vor im Besitz der Urheberrechte sind, gibt es allerdings immer noch keine Einigung. „Eine Vereinbarung ist in Vorbereitung“, teilte der Hamburger Architekt mit.

 

Baufirma pleite – Bagger stehen still an der B 75

Baufirma pleite

Stormarner Tageblatt vom 5. Juni 2008

Baufirma pleite – Bagger stehen still an der B 75

An der B 75 am Redder und am Radweg zwischen Nütschau und Vinzier herrscht Stillstand, weil das Bauunternehmen Insolvenz angemeldet hat.

Bad Oldesloe/ol

– Nichts geht mehr. Totenstille auf der Baustelle – eben hatten sie noch einem Konkurrenten den Auftrag mit einem Billigangebot vor der Nase weg geschnappt, jetzt hat es sie selber erwischt: Die Firma IHB aus Wismar hat Insolvenz beantragt. Auf zwei markanten Baustellen in der Region bewegt sich deshalb momentan gar nichts mehr. An der B75 beim Steinfelder Redder stehen die Baumaschine still und am Radweg von Vinzier nach Nütschau steht zwar noch ein Bagger, aber Arbeiter suchte man dort gestern vergeblich.

Der Berliner Anwalt Sebastian Laboga aus der Kanzlei Kübler ist zum Insolvenzverwalter bestimmt worden. Wie er gestern mitteilte, hat ein Bauvorhaben im schwedischen Malmö zu ausstehenden Forderungen von 2,6 Millionen Euro geführt. Laboga: „Mein Ziel ist es, den Geschäftsbetrieb uneingeschränkt fortzuführen. Trotz der Krise ist die IHB Baugesellschaft ein renommiertes Unternehmen mit vollen Auftragsbüchern.“

Im Auftrag des Straßenbauamtes hat die Stadt den Ausbau der B75 am Steinfelder Redder übernommen. Das hatte schon zu politischen Verwicklungen geführt, weil das Projekt einerseits politisch umstritten war und die Stadt andererseits auf Mehrkosten von 370 000 Euro sitzen bleibt. Und jetzt noch die Insolvenz. Doch Bürgermeister Tassilo von Bary zeigte sich relativ gelassen. „Der Insolvenzverwalter hat entschieden, dass die Baustelle weiter geführt wird“, teilte er gestern auf Anfrage mit. Die Arbeiter hätten sich von der Baustelle abgemeldet, aller Schriftverkehr gehe zukünftig über den Insolvenzverwalter. Der Bürgermeister geht davon aus, dass bereits heute wieder gearbeitet wird. Die knapp 140 Mitarbeiter waren gestern zu einer Betriebsversammlung.

Klaus Kucinski, Leiter des Kreisbauamtes, sieht es weniger locker: „Eine Insolvenz ist erst mal immer heikel. Zeitverzug ist klar, möglicherweise Mehrkosten. Die Zahlungen werden jedenfalls sofort eingestellt.“ Der Kreis ist Bauherr des Radwegs zwischen Nütschau und Vinzier – hat die Durchführung aber an das Straßenbauamt delegiert. Sollte das Unternehmen aus Wismar doch nicht weiter bauen, würden Verhandlungen mit dem seinerzeit unterlegenen Anbieter aufgenommen. Unter Umständen werde aber auch neu ausgeschrieben.

Andreas Olbertz

Sofa oder Sportplatz? Umfrage in Oldesloe

Stormarner Tageblatt vom 4. Juni 2008

Sofa oder Sportplatz? Umfrage in Oldesloe

Die Stadt will es genau wissen und hat ein Sportstättenentwicklungskonzept in Auftrag gegeben. Mehr als 3000 Oldesloer werden darum gebeten, einen Fragebogen auszufüllen.

Bad Oldesloe/ol

– Jetzt geht’s ans Eingemachte: Nach langem Hin- und Her hat die CDU-Mehrheit im Sozialausschuss für ein Sportstättenentwicklungskonzept gestimmt. Kostenpunkt: 45 000 Euro. Hauptsächlich von SPD und FDP war dieses Gutachten im Vorfeld als zu teuer gebrandmarkt worden. Außerdem wurde bezweifelt, dass die Probleme im und mit dem Sport in Oldesloe damit gelöst werden können.

Wie auch immer: Geschichte. Der Auftrag ist vergeben und die Stuttgarter Gutachter vom „Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung“ (IKPS) haben ihre Arbeit aufgenommen. Sie sollen herausfinden, wohin der sportliche Zug in der Kreisstadt in Zukunft vermutlich fährt: Sport in kommerziellen Studios, lockeres Kicken in Freizeitteams oder anspruchsvolles Training im Verein, um Wettkampferfolge einzufahren. Wer will was? Was hat Oldesloe bereits? Wie kann alles unter einen Hut gebracht werden? Bürgermeister Tassilo von Bary: „Natürlich ist es erforderlich zu erfahren, welche Bedürfnisse die Bürger im sportlichen Bereich haben und wie die Stadt ihre zukünftigen Entscheidungen daran ausrichten kann.“ Deshalb bekommen in diesen Tagen 3 200 zufällig ausgewählte Oldesloer Post: Ein Anschreiben vom Bürgermeister, ein neunseitiger Fragebogen und ein Freiumschlag für die Rücksendung. „Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Antworten“, bittet der Verwaltungs-Chef um die Mithilfe der Bevölkerung. Thomas Sobczak vom Bürgeramt ergänzt: „Für ein repräsentatives Bild brauchen wir einfach eine gewisse Zahl an Rückmeldungen.“ Im Klartext heißt das: Je mehr Oldesloer mitmachen, desto aussagekräftiger wird das Gutachten am Ende.

Den Fragebogen auszufüllen, wird etwa 30 Minuten dauern. Das ist nicht mal so eben nebenbei erledigt. Die mehr als 30 Fragen müssen schon genau gelesen werden – und vermutlich muss man sich für die Antwort auch noch so seine Gedanken machen. Sob-czak: „Die Gutachter haben diesen Fragebogen schon in 30 anderen Städten erfolgreich angewendet.“

Bis 20. Juni sollten die Fragebögen wieder im Rathaus sein. Während der Sommerpause werden die Bögen ausgewertet werden. Am Dienstag, 24. Juni, werden Vertreter von IKPS ihre Herangehensweise im Arbeitskreis Freizeit, Sport, Kultur vorstellen. Einen weiteren Terminplan gibt es noch nicht. Wie Thomas Sobczak erläutert, ist das Sportkonzept ein Teil des ISEK-Prozesses. Schulen, Vereine, Kinder- und Jugendeinrichtungen sollen ganz gezielt in die Entstehung mit einbezogen werden – allerdings erst nach der Sommerpause. Das endgültige Werk wird voraussichtlich zum Jahreswechsel vorliegen.

Andreas Olbertz

Hagen von Massenbach bestätigt

Hagen von Massenbach

Stormarner Tageblatt vom 4. Juni 2008

Hagen von Massenbach bestätigt

SPD will bewährten Kurs in Bad Oldesloe fortsetzen

Bad Oldesloe/ol

– Die SPD Bad Oldesloe wählte in ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl ihren Fraktionsvorstand neu. Einstimmig wiedergewählt wurden Hagen von Massenbach, der seit zwei Jahren die Fraktion leitet, und Maria Herrmann als stellvertretende Fraktionsvorsitzende. Sie übernimmt zusätzlich das Amt der Pressesprecherin von Hans-Hermann Roden, der sich auf seine Aufgaben als Ortsvereinsvorsitzender konzentrieren will und deshalb nicht mehr für den Fraktionsvorstand kandidierte. Neu im Vorstand ist Jens-Pieter Friese als weiterer stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Der 42-Jährige ist seit acht Jahren Mitglied der SPD und bislang als Sprecher im Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss tätig.

Als neuen Geschäftsführer wählte die Fraktion Björn Wahnfried. Der 29-Jährige tritt die Nachfolge von Finanzexperte Dieter Knoll an. Wahnfried ist Diplom-Finanzwirt und verstärkt seit gut einem Jahr die Fraktion als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss.

„Maßgeblich für unsere Politik wird die Orientierung an den Bedürfnissen der Oldesloer sein. Das Wahlergebnis ist uns Ansporn, auf dem begonnenen Weg weiter zu gehen“, betont Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach: „Wir werden auch zukünftig engagiert mit einem motivierten Team Bad Oldesloe gemeinsam gestalten.“

 

Heimatmuseum vor dem Aus(zug)?

Historisches Rathaus und Amtsgericht  sollen zum „Kultur- und Bildungszentrum“ mit VHS und Heimatmuseum werden.

Stormarner Tageblatt vom 3. Juni 2008

Heimatmuseum vor dem Aus(zug)?

Das riecht nach dicker Luft. Das Heimatmuseum fürchtet um seine Existenz und bringt vorsichtshalber schon mal die Speerspitzen der Politik in Position.

Bad Oldesloe/ol

– Oldesloe wird das Amtsgericht verlieren. Die Stadt bemüht sich, das Haus zu kaufen. Es gibt schon Umbaupläne, wie dort zukünftig die VHS untergebracht werden und zusätzlich sogar ein Saal gebaut werden könnte. Ein Konzept mit Charme, denn es ist lange bekannt, dass der bisherige Sitz der Volkshochschule an der Königstraße hohen Sanierungsbedarf hat und die Festhalle auch keine Zukunft hat.

Die Gedankenspiele in der Verwaltung gehen aber noch weiter: Wenn man eh dabei ist, kann doch auch das historische Rathaus gleich mit überplant werden. Dort, so die Visionen, soll das Heimatmuseum einziehen. Raus aus dem gemeinsam mit der Bibliothek genutzten Gebäude. Hinter dem Marktplatz würde dann ein „Kultur- und Bildungszentrum“ entstehen während die Bücherei endlich Expansionsmöglichkeiten an der Königstraße hätte.

Das Geheimprojekt hat einen Code-Namen: „Nachhaltige Stadtentwicklung“. Das Konzept hat allerdings noch verschiedene Haken. Einen erläutert Diethelm Schark: „Darüber ist mit dem Museumsteam vorher nicht gesprochen worden.“ Eine Klatsche für die Ehrenamtler um Dr. Klaus-Christoph Baumgarten. Diethelm Schark ist Sprecher des neu gegründetem Fördervereins für das Heimatmuseum. Er weist auf einen weitere Nachteil des neuen Konzepts hin: „Momentan haben wir rund 700 Quadratmeter – und die reichen schon nicht. Im historischen Rathaus wären es 250 bis 300 Quadratmeter.“ Selbst wenn dem Heimatmuseum das komplette Rathaus zur Verfügung gestellt würde, wäre dort weniger Platz als bisher. Deshalb wurde ein Förderverein gegründet, der für den Erhalt des Museums kämpfen wird.

Und wer ist Mitglied im Förderverein? In der heißen Endphase des Kommunalwahlkampfes schickten alle vier Parteien von ihren Ständen in der Innenstadt Gesandte, die die Gründungsurkunde unterschrieben haben. Viel mehr ist bislang nicht passiert. Die Signalwirkung dieses Schritts dürfte in der Verwaltung angekommen sein.

Die CDU wittert bereits das Schlimmste. Das Heimatmuseum sei zur „Verschiebemasse“ geworden, Teile der wertvollen Sammlung sollen auf den Sperrmüll, wähnen die Christdemokraten in einem Flugblatt. CDU-Sprecher Rainer Fehrmann, der bei der Fördervereinsgründung anwesend war, postuliert deshalb zwei Punkte: „Das ehrenamtliche Engagement darf nicht verloren gehen, und es darf auf keinen Fall weniger Fläche werden.“

„Es gibt keinen großen Knatsch, sondern lediglich Regelungsbedarf über die Weiterführung des Museums“, teilt Hauptamtsleiter Malte Schaarmann mit. Und das werde die Verwaltung intern regeln. Schaarmann verweist auf die Nichtöffentlichkeit des Themas, verrät aber doch, dass es eine Arbeitsgruppe aus Verwaltungsmitarbeitern und Ehrenamtlern gebe, die sich Gedanken zur Museumszukunft mache. „Wir legen alle unsere Gedanken auf den Tisch und daraus wird ein Konzept“, veranschaulicht er den Prozess.

Aus Museumssicht stellt sich die Angelegenheit anders dar: „So wie das Museum funktioniert, läuft es gut und ist es auch zukunftsfähig“, betont Diethelm Schark: „Die Lebendigkeit des Museums ist nicht durch Räume gegeben, sondern durch die Leute, die es machen. Ein Umzug ist nicht nötig.“

Ende April haben die Oldesloer Stadtverordneten den Bürgermeister beauftragt, für den Umbau von Amtsgericht und Rathaus Fördermittel zu beantragen. Ein Freifahrtschein, ohne dass bislang ein Konzept vorliegt? Nein, davon will Hauptamtsleiter Schaarmann nichts wissen. „Die Politik ist involviert, die wissen Bescheid“, erklärt er. Wenn das neue Konzept fertig sei, werden die Parteien selbstverständlich beteiligt.

Allein FDP-Ratsfrau Anita Klahn, ebenfalls Mitglied im Förderverein, dämmert, dass der Beschluss eventuell etwas weitreichend gewesen sein könnte: „Da werden wir ganz schnell etwas garstig nachfragen müssen“, kündigt sie an. In der Konsequenz sieht das SPD-Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach ähnlich: „Die Politik hat deutlich gesagt, dass sie ein Feinkonzept sehen will. Ob und wie das umgesetzt wird, werden sich die Stadtverordneten nicht aus der Hand nehmen lassen. Wir unterschreiben die Verträge, wir vergeben die Aufträge. Deshalb sehe ich das überhaupt noch nicht so negativ.“

Personaldebatte

Mittlerweile ist es ein offenes Geheimnis, dass es nicht nur um eine Verlagerung des Heimatmuseums geht, sondern dass auch eine neue Stelle geschaffen werden soll. Jens-Pieter Friese, zukünftiger SPD-Stadtverordneter und ebenfalls im Förderverein, wundert sich: „Komischerweise scheint es sowohl eine Planstelle für einen Fußballplatzwart zu geben als auch für das Museum. Dabei wurde uns bei der Diskussion um Schulsozialpädagogen erklärt, dass keine weiteren Stellen möglich sind.“

Andere Quellen sind weniger zugeknöpft: Dr. Sylvina Zander bislang Kulturdezernentin und Archivarin der Stadt soll hauptamtliche Museumsleiterin werden. Gegen die Stelle an sich und auch gegen sie als Person regt sich Widerstand. Bislang bestehe zwischen Museum und Dr. Zander fast keinerlei Kontakt, bei Museumsveranstaltungen glänze sie regelmäßig durch Abwesenheit, nicht einmal an der Feier zu Baumgartens Dienstjubiläum habe sie teilgenommen, monieren ihre Kritiker. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann will von der Personalie nichts wissen. „Das sind alles ungelegte Eier“, stellt er klar.

Andreas Olbertz

Wie stehen die Bad Oldesloer zum Sport im Ort?

Lübecker Nachrichten vom 3. Juni 2008

Wie stehen die Bad Oldesloer zum Sport im Ort?

Eine Bürgerbefragung in den nächsten Tagen soll die Grundlage für ein neues städtisches Konzept bilden.

BAD OLDESLOE – Von jeher gilt Bad Oldesloe als eine sportliche Stadt. Es gibt kaum eine Sportart, die man hier nicht ausüben könnte. Die Vielzahl und Qualität der Sportstätten ist dabei die Basis für die sportlichen Erfolge.

Um auch in Zukunft in der Stormarner „Metropole“ guten Sport anbieten zu können, hat die Stadt Bad Oldesloe jetzt das Stuttgarter Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung mit der Erstellung eines Konzeptes beauftragt.

„Unsere Stadt beschreitet damit ganz neue Wege“, erläutert Bürgermeister Tassilo von Bary stolz: „Die Konzeption werden wir im weiteren Jahresverlauf 2008 gemeinsam mit möglichst allen Sportvereinen, Schulen, Kindertagesstätten und Freizeit sowie Trendsportlern erstellen.“ Natürlich sei es absolut erforderlich zu erfahren, welche Bedürfnisse die einzelnen Bürgerinnen und Bürger diesbezüglich haben, und wie die Stadt ihre zukünftigen Entscheidungen daran ausrichten kann, führt der Verwaltungschef weiter aus.

Dazu versendet die Verwaltung also in den kommenden Tagen an rund 3200 Oldesloer Einwohnerinnen und Einwohner im Alter von 14 bis 75 Jahren jeweils einen achtseitigen Fragebogen. Der Personenkreis für diese repräsentative Befragung wurde nach einem Zufälligkeitsprinzip ausgewählt.

Die Stadtverwaltung bittet alle Angeschriebenen, den Fragebogen nach bestem Wissen und Gewissen auszufüllen und bis zum 20. Juni 2008 im beigefügten Freiumschlag zurückzusenden oder im Bürgerbüro des Stadthauses,  Markt 5, 23843 Bad Oldesloe, wieder abzugeben. 

„Nehmen Sie sich bitte die Zeit für Ihre Antworten, auch  wenn es einen gewissen Aufwand für Sie darstellt“, appelliert Tassilo von Bary an alle Empfänger des Fragebogens, sich an dieser Befragung zu beteiligen. unk

Wechsel im Oldesloer SPD-Fraktionsvorstand

Lübecker Nachrichten vom 3. Juni 2008

Wechsel im Oldesloer SPD-Fraktionsvorstand

BAD OLDESLOE –

Die Sozialdemokratische Partei in Bad Oldesloe hat in ihrer ersten Sitzung nach der Kommunalwahl den Fraktionsvorstand neu gewählt. Einstimmig bestätigt wurden Hagen von Massenbach, der seit zwei Jahren die Fraktion leitet, und Maria Herrmann als stellvertretende Chefin. Sie übernimmt gleichzeitig das Amt der Pressesprecherin von Hans-Hermann Roden, der aufgrund seiner neuen Tätigkeit als Ortsvereinsvorsitzender nicht mehr für den Vorstand kandidierte.

Neu im Vorstandsteam ist Jens-Pieter Friese, ebenfalls stellvertretender Fraktionsvorsitzender. Der 42-Jährige ist seit acht Jahren Mitglied der SPD und bislang für die Fraktion als Sprecher im Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss tätig. Als neuen Geschäftsführer wählte die Fraktion Björn Wahnfried.  Der 29-Jährige tritt die Nachfolge von Finanzexperte Dieter Knoll an, der mit Ende der Legislaturperiode aus der Politik ausgeschieden ist. Wahnfried ist Diplom-Finanzwirt und verstärkt seit gut einem Jahr die Fraktion als bürgerliches Mitglied im Finanzausschuss.

Der neue Fraktionsvorstand betont noch einmal seine Ausrichtung für die kommenden Jahre. „Maßgeblich für unsere Politik wird die Orientierung an den Bedürfnissen der Oldesloerinnen und Oldesloer sein. DasWahlergebnis ist uns Ansporn, auf dem begonnenen Weg weiter zu gehen. Wir werden auch zukünftig engagiert mit einem hoch motivierten Team Bad Oldesloe gemeinsam gestalten“, so der Fraktionsvorsitzende Hagen von Massenbach. ln

Die besten Oldesloe-Fotos gekürt

Hamburger Abendblatt vom 3. Juni 2008

Die besten Oldesloe-Fotos gekürt

Bad Oldesloe -

Wer eine schöne Ecke von Stormarns Kreisstadt ablichten wollte, der konnte gewinnen. Christian Schlichte, verantwortlich für das Kulturforum der Oldesloer SPD, hatte einen Fotowettbewerb mit vielen Preisen ausgelobt. Eine fachkundige Jury konnte nun Digitalkameras, Fotokurse, Rundflüge über Stormarn und einen Buchgutschein vergeben.
60 Bilder hatten Mitglieder von Fotoclubs, von VHS-Kursen, Schüler der Foto-Arbeitsgemeinschaften aller Schulen und Hobbyfotografen eingereicht.
Im Restaurant "Bierquelle" sichten Kreiskulturreferent Johannes Spallek, Brigitte Schwitzke von Fotoclub, Oldesloes Achivarin Sylvina Zander, die Fotografen Johann Jessen, Christian Gilbert und A. Düsterhoff sowie Christian P.. Schlichte die Bilder und wählten die Besten aus.
Gewonnen haben: Britta Ulrich, Edwin Oelkers, Klaus Kock, Rosemarie Jörs, Susanne Wolske, Petra Hübner, Eva Apelt, Martin Nachtweyh und Elke Hobus.

cv

Britta Ulrich gewinnt Fotowettbewerb

Lübecker Nachrichten vom 31. Mai 2008

Kulturforum prämierte Einsendungen und plant eine Ausstellung der Siegerarbeiten

Britta Ulrich gewinnt Fotowettbewerb

BAD OLDESLOE – Es war ein Treffen der Kenner: Am28. Mai trafen sich sechs Juroren sowie der Veranstalter Christian P. Schlichte in einem Oldesloer Restaurant, um die 60 Bilder aus einem Fotowettbewerb zu beurteilen und die zehn schönsten Fotografien zu bestimmen. Diese mussten wiederum in eine entsprechende Rangfolge gebracht werden, wobei die Entscheidungen nicht immer leicht fielen.
Doch die Jury entledigte sich trotz unterschiedlicher Meinung dieser Aufgabe mit Bravour, zumal die Juroren mit sehr viel Humor sowie auch dem nötigen Ernst sich ihrer Aufgabe widmeten. Unter den attraktiven Preisen waren unter anderem eine Digitalkamera im Wert von 100 Euro, eine Porträtserie im Wert von 80 Euro oder drei Flüge über die Bad Oldesloe oder auch einen Buchgutschein.
Zur Gewinnerin des ersten Fotowettbewerbs des Bad Oldesloer Kulturforums wurde schließlich Britta Ulrich ausgerufen, knapp dahinter landete Edwin Oelckers, Platz drei belegteKlaus Kock, der sich mit einem weiteren Bild auf Rang vier sicherte vor Rosemarie Jörs, Susanne Wolske, Petra Hübner, Eva Apelt, Martin Nachtweyh und Elke Hobus. Diese erfolgreiche Aktion des Oldesloer Kulturforums soll demnächst während einer zweiwöchigen Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert werden. Geplant ist zudem, die Bilder kopiergeschützt ins Internet zu stellen unter der Adresse www.ipernity. com/home/Bad-Oldesloer-Kulturforum/. bus

Was denkt Oldesloe?

Stormarner Tageblatt vom 28. Mai 2008

Was denkt Oldesloe?

Entwicklungskonzept zum Einzelhandel

Bad Oldesloe/ol

– Die Stadt Bad Oldesloe hat im Rahmen des Stadtumbauprogramms West unter anderem ein Entwicklungskonzept zum Einzelhandel in Auftrag gegeben, um Erkenntnisse über die aktuelle Situation zu gewinnen und bedarfsgerecht Handlungsempfehlungen abzuleiten.

Mit dieser Untersuchung wurde die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung mbH (GMA) beauftragt. Bestandteil des Konzepts ist nicht nur eine Befragung von ausgewählten Unternehmen, sondern auch die Meinung der Verbraucher über eine telefonische Haushaltsbefragung.

Die Auswahl der Befragten erfolgt mittels Zufallsstichprobe „Unterstützen Sie die Mitarbeiter der GMA bei den Befragungen. Ihre Meinung ist uns wichtig“, bittet Bürgermeister Tassilo von Bary um Unterstützung. „Der Datenschutz hat dabei selbstverständlich Priorität“, versichert der Verwaltungs-Chef. Einzeldaten werden niemandem zugänglich gemacht. Eine Ergebnisdarstellung erfolgt nur in generalisierter Form.

Für Fragen oder Anregungen steht unter Tel. 04531/504520 das Stadtmarketing der Stadt Bad Oldesloe bereit.

Bad Oldesloes bunter Politik-Salat

Stormarner Tageblatt vom 27. Mai 2008

Bad Oldesloes bunter Politik-Salat

Bad Oldesloe/ol

– Und wie geht es jetzt weiter? Die Wahl ist entschieden, aber viel Zeit zum Ausruhen bleibt nach dem Wahlkampf nicht. In diesen Tagen setzen sich alle Parteien in ihren Fraktionen zusammen und wählen die Vorsitzenden. Dann muss auch die Taktik für das weitere Vorgehen festgelegt werden.

Bürgerworthalter ist klar, dieses Amt bekommt die stärkste Fraktion. CDU-Sprecher Rainer Fehrmann orakelt: „Wir haben da ein Votum aus der Mitgliederversammlung, aber es ist noch nicht klar, ob derjenige das auch annimmt.“ Über Namen will er deshalb nicht sprechen.

Aber auch sonst gibt es wichtige Posten zu vergeben: Welche Fraktion greift sich welchen Ausschuss und stellt dort den Vorsitzenden? Nach einem mathematischen Verfahren hätte die CDU den ersten und dritten, die SPD den zweiten und vierten Zugriff, um den fünften Ausschuss müsste zwischen Grünen und FDP gelost werden – es sei denn, die Parteien einigen sich im Vorwege.

Die CDU möchte gerne den Planungs- und den Sozialausschuss haben, auch der Hauptausschuss habe, wenn er entsprechend geführt werde, seine Reize. Die SPD möchte den Sozialausschuss gerne haben, sieht, welche Bedeutung der Planungsausschuss hat. Aber haben die Parteien auch Leute, um die Posten auszufüllen? Gerold Rahmann von den Grünen spricht es offen aus: „Der Erfolg überrennt uns.“ Die Grünen haben einen Sitz dazu gewonnen, aber, so Rahmann: „Jetzt brauchen wir bürgerliche Mitglieder, die uns helfen, die Posten zu besetzen.“

In den anderen Parteien laufen Überlegungen, ob es strategisch günstig ist, ein Mitglied mit einem Vorsitz zu betrauen – derjenige müsste die Sitzung moderieren, könnte also weniger in die politische Diskussion eingreifen. „Man muss aufpassen, dass man sich nicht in etwas reinzwängen lässt, was man nicht kann“, warnt Hagen von Massenbach.

Der Liberale Karl-Reinhold Wurch wirft trotzdem schon mal einen Hut in den Ring: „Ich habe noch nicht mit ihm gesprochen, aber ich traue unserem Heiko Vosgerau den Finanzausschussvorsitz durchaus zu.“ Auf der anderen Seite bekundet Gerold Rahmann grünes Interesse am Umweltausschuss. Das wird noch spannend. Alle Fraktionen setzen deshalb auf frühzeitige Abstimmungsgespräche, um eine möglichst einvernehmliche Lösung zu finden.

„Gespräche“ ist überhaupt das Schlagwort für die kommenden fünf Jahre. Alle gehen davon aus, dass zukünftig mehr miteinander geredet werden wird. Rainer Fehrmann: „Keiner kann mehr ohne die anderen.“ Da sei die Suche nach Mehrheiten unausweichlich. In der Mehrzahl der Fälle wird es vermutlich auf schwarz-gelb hinauslaufen. Aber Hagen von Massenbach kündigt an, selbstbewusst mitmischen zu wollen: „Wir sind überhaupt nicht eingeschüchtert. Ein bunter Salat ist doch auch leckerer als ein einfarbiger.“

Sekt oder Selters – oder eher Bier?

Lübecker Nachrichten vom 27. Mai 2008

Sekt oder Selters – oder eher Bier?

Für FDP und Grüne in Bad Oldesloe war der 25. Mai 2008 ein Feiertag. Solch gute Ergebnisse hatten sie – wenn überhaupt – seit Jahrzehnten nicht bei einer Kommunalwahl erzielt. CDU und SPD zeigten sich dagegen ernüchtert.

„Ein Traumergebnis“, schwärmte Karl-Reinhold Wurch noch am Sonntagabend bei der FDP-Wahlparty im „Gloria“. Dort wurde die Verdoppelung der Sitze von zwei auf vier und fast auch des Stimmanteils von 8,67 auf 15,92 Prozent gründlich genossen. Vier FDP-Sitze in der Stadtverordnetenversammlung gab es in Bad Oldesloe „zuletzt vor meiner Zeit“, so Wurch. Und der ist bereits seit 1968 dabei.

Den diesjährigen Erfolg führte er „auf unsere Art des Politikmachen“ zurück. Nun seien erst einmal Gespräche mit den anderen angesagt. So wie SPD und Grüne sich aufgeführt hätten, liege ein Bund mit der CDU nahe. Wurch: „Das muss aber nicht so weitergehen.“ Für ihn persönlich sei es „ein richtig schöner Abschied“ in seiner letzten Legislaturperiode.

„Sekt oder Selters – wir haben Selters“, ulkte Professor Dr. Gerold Rahmann schon vor dem vorläufigen Endergebnis auf dem Oldesloer Marktplatz. Hier veranstaltete seine kleine, Grünen-Truppe eine spontane Wahlparty. Allerdings – die Selters hatten sie wohl nur zu Alibi-Zwecken dabei. Rahmann selbst war jedenfalls den ganzen Abend – auch später noch im Kreistag – mit einer Flasche Bier „bewaffnet“. Mit seinen nun drei Mitstreitern – Dr. Uwe Stephenson kommt wieder dazu, Heike Uhlenbrok und Wilfried Janson bleiben im höchsten städtischen Gremium – will Rahmann in der Opposition „so weitermachen, wie die letzten fünf Jahre“. Das Ergebnis seiner Partei hatte er eigentlich auf unter zehn Prozent geschätzt. Tatsächlich wurden daraus nun beachtliche 14,4 Prozent.

„Wir sehen ganz gut aus“, hatte ein Besucher CDU-Fraktionschef Horst Möller zugeraunt, als das erste Ergebnis ins Stadthaus flatterte. Doch die 45,83 Prozent für die CDU und 29,86 für die SPD änderten sich rasch. Später trennten die beiden Großen nicht einmal drei Prozent. Einmal sah es sogar kurz danach aus, als wenn beide je zehn Sitze in der Stadtverordnetenversammlung bekommen würden.

„Nach wie vor ratlos“, zeigte sich Möller gestern. Zwar hatte man damit gerechnet, Sitze zu verlieren. „Ein Traumergebnis wären wieder 15, unser Wunschergebnis waren 12 Sitze.“ Die jetzt erreichten zehn dagegen lägen ihm „quer“. Gründe für die Verluste sieht Möller zum einen in der Unzufriedenheit der Leute mit den Großen Koalitionen in Land und Bund. Das habe zu Wahlenthaltungen geführt. Mindestens einen Sitz habe man zudem „durch den Aktionismus der SPD und den Pressewirbel um die geplante Pflasterung des Kurparkweges“ eingebüßt. Und wie geht es jetzt weiter? „Wir werden mit allen reden. Es gibt keine Koalitionen.“ So werde man von Punkt zu Punkt entscheiden, mit wem man zusammen arbeite. In der nächsten Woche werde man auf der ersten Fraktionssitzung über die Besetzung der Ausschüsse sowie einen Kandidaten für das Bürgerworthalteramt sprechen.

Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, zeigte sich noch einen Tag nach der Wahl zutiefst enttäuscht über die schlechte Wahlbeteiligung von nur 45,39 Prozent. „Wir müssen überlegen, wie wir zukünftig wieder an die Menschen heran kommen.“ Ihr Ziel, zehn Sitze zu erringen, habe die SPD verfehlt. Jetzt heiße es, „in unserem Stil, mit klarer Linie Themen zu erarbeiten und zu präsentieren“. Konstruktiv, sachlich und fair sei man immer schon gewesen, Das müsse man sich nicht extra vornehmen. Die „Gemengelage“ in der Stadtvertretung verspreche eine interessante Zeit. „Eigentlich ist alles möglich – vielleicht sogar gute Arbeit ohne Gezicke.“

Von J. Strunk und S. Fofana

Hohe Verluste für die CDU – FDP verdoppelt Sitze, SPD gewinnt deutlich

Björn Wahnfried, Horst Müller

Stormarner Tageblatt vom 26. Mai 2008

Hohe Verluste für die CDU – FDP verdoppelt Sitze, SPD gewinnt deutlich

Die FDP ist der große Wahlsieger in Bad Oldesloe: Die Liberalen sind zukünftig mit vier Sitzen im Stadtrat. Die CDU hat hoch verloren, die SPD konnte ihr historisches Tief verlassen und auch die Grünen haben zugelegt.

Bad Oldelsoe/ol

– Husch, weg ist sie. Die CDU hat ihre absolute Mehrheit in der Kreisstadt verloren – die Union rutschte von 54,37 auf 35,93. Knapp 20 Prozentpunkte weniger. In Sitzen bedeutet das statt mit 15 Abgeordneten sitzt die CDU zukünftig nur noch mit 10 Vertretern in der Stadtverordneten Versammlung. Großer Gewinner des Abends ist die FDP, sie ist zukünftig doppelt so stark: Von 8,67 auf 15,92 Prozent kletterte ihr Anteil. Das bedeutet zukünftig vier statt zwei Sitze. Jubel auch bei den Grünen Sie wuchsen von 10,29 auf 14,44 Prozent und ergatterten damit den begehrten vierten Sitz. Auch die SPD hat deutlich gewonnen, ihr Anteil stieg von 26,67 auf 33,71 Prozent – ein Plus von zwei Sitzen.

Die Übertragung der Stimmauszählung auf eine große Leinwand im Saal des Stadthauses gestaltete sich spannend wie lange nicht mehr. Ab etwa 18.30 Uhr trudelten die Wahlergebnisse ein. Die CDU legte einen fulminanten Start hin: Knapp 45 Prozent. Die SPD mit 24,53 Prozent noch unter dem traumatischen Ergebnis von 2003. Zahlen aus den ländlichen Ortsteilen – da ist die CDU traditionell stark. Nach und nach kippen die Zahlen. Nur FDP und Grüne sind von Anfang an konstant hoch, beide weit mehr als zehn Prozent. „Ab 14 Prozent gibt es Sekt, sonst haben wir auch Selter dabei“, gibt Gerold Rahmann als Devise aus. Die Grünen hatten eine Schubkarre voll mit Getränken auf den Marktplatz gekarrt. Am Ende flossen reichlich Bier und Sekt.

Zwischen CDU und SPD entwickelt sich ein packender Zweikampf. Um 19.24 Uhr bricht in der linke Ecke großer Jubel aus als die Sitzverteilung eingeblendet wird: Beide großen Parteien sitzmäßig gleichauf. Wahlkreis 9, die Schule am Kurpark macht es spannend, daran hängen die Mehrheitsverhältnisse. Horst Möller oder Björn Wahnfried, CDU oder SPD – wer macht das Rennen. Im Bürgerbüro laufen die Verwaltungsmitarbeiter unruhig auf und ab. Es wird hektisch telefoniert. Punkt 20 Uhr wischt sich Bürgermeister Tassilo von Bary gespielt die Schweißperlen von der Stirn. Er tritt vor die wartenden Oldesloer und verkündet das vorläufige Endergebnis: 10 Sitze für die CDU, 9 für die SPD, jeweils 4 für FDP und Grüne. CDU-Fraktions-Chef Horst Möller hat sich mit hauchdünnen vier Stimmen Vorsprung gegen Politneuling Björn Wahnfried durchgesetzt.

„Es freut uns, dass unsere politische Arbeit anerkannt worden ist“, jubiliert FDP-Vorsitzender Klaus Schröder. Inhaltlich wie stilistisch sei der Einsatz der Liberalen auf fruchtbaren Boden gefallen. „Nach der Resonanz an den Ständen war uns klar, dass wir den dritten Sitz bekommen. Das es vier geworden sind, freut uns natürlich besonders“, zeigt er sich selbstbewusst und erläutert auch gleich die politische Bedeutung: „Wir werden aus eigener Kraft in jedem Ausschuss vertreten sein.“

Auch Gerold Rahmann strotzt vor Selbstvertrauen: „In Oldesloe wird es anders werden. Hamburger Verhältnisse wird es hier nicht geben. Wir koalieren nicht mit der CDU!“ Etwas kleinlauter fügt er dann an: „Weil wir nicht gefragt werden.“ Er gratulierte der SPD und damit Maria Herrmann für deren engagierten Wahlkampf: „Das war schon spitze. Die hätten wir auch gerne.“

Doch die Gelobte stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Wahlkampfmanagerin ist am Ende nicht wirklich zufrieden: „Ich wollte stärkste Fraktion werden, das ist nicht gelungen, obwohl wir enorm gewonnen haben.“ Sie ist überzeugt, die schlechte Wahlbeteiligung von nur 45 Prozent ein besseres Abschneiden verhindert hat. Maria Herrmann: „Die Leute glauben uns auch nicht mehr, dass wir es besser machen.“

„Der Kurparkweg hat uns einen Sitz gekostet“, ist CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller: „Dabei ist er von drei Parteien getragen worden.“ Die große Koalition auf Bundes- und Landesebene habe ebenfalls zu den Verlusten beigetragen. Vorsitzender Rainer Fehrmann trägt’s mit Fassung: „Oldesloe ist ziemlich ausgewogen. Wir sehen es mit einem lachenden Auge, dass die FDP so zulegen konnte.“ A. Olbertz

Oldesloer CDU bricht gewaltig ein

Lübecker Nachrichten vom 26. Mai 2008

Oldesloer CDU bricht gewaltig ein

Bad Oldesloe – „Das war ja ein kleiner Krimi“, fand Stadtkämmerin Mandy Treetzen. Die Bad Oldesloer Kommunalwahl-Ergebnisse, die drei Parteien – SPD, FDP und Grüne – jubeln ließen, sorgten bei der CDU für lange Gesichter.

Dass sie ihre absolute Mehrheit einbüßen würde, damit hatte die CDU insgeheim gerechnet. Dass es aber ein Einbruch von –18,4 Prozent werden würde, das war schon ein Debakel. Immerhin reichte es wenigstens noch, um mit 35,9 Prozent stärkste Partei zu werden, knapp vor der SPD, die 33,7 (+7) Prozent erreichte. So sitzen künftig zehn CDU- und neun SPD-Politiker in der Stadtverordnetenversammlung.

„Wir hätten uns natürlich ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagte CDU-Fraktionschef Horst Möller. Ihm galt gestern Abend kurz vor 20 Uhr der Schlussapplaus im Stadthaus: Sein Wahlkreis 9 (Schule am Kurpark), den er mit vier Stimmen knapp gegen SPD-Newcomer Björn Wahnfried gewann, kam als letzter Oldesloer mit den Ergebnissen rüber. „Das Ergebnis hat uns alle überrascht“, sagt CDU-Chef Rainer Fehrmann. Allerdings scheinen die Verhältnisse jetzt wieder gerade gerückt zu sein. Denn mit Ausnahme von 2003 hätten sie in den letzten fünf Wahlen Gleichstand oder einen Sitz Unterschied zur SPD gehabt.

Die stellvertretende Fraktionschefin der SPD, Maria Herrmann sprach von „verhaltener Freude“. „Unser Ziel, stärkste Fraktion zu werden, haben wir verfehlt.“ Der CDU gab sie die Schuld an der schlechten Wahlbeteiligung von 45,4 Prozent: „Wenn man eine solch bürgerferne Politik betreibt, darf man sich nicht wundern.“ Die Grünen feierten auf dem Marktplatz „das beste Ergebnis, das wir je in Bad Oldesloe geholt haben“, so Fraktionschef Gerold Rahmann. „Mit uns gibt es aber keine Hamburger Verhältnisse. Wir koalieren nicht mit der CDU.

Die Grünen steigerten sich von 10,3 auf 14,4 Prozent, was ebenso vier Sitze ausmacht wie bei der FDP, die ihren Stimmenanteil nahezu verdoppelte auf 15,9 Prozent. Entsprechend strahlten die Liberalen. Anita Klahn: „Ich bin sehr zufrieden mit diesem Ergebnis. Das ist der Beweis, dass unsere sachorientierte Arbeit richtig war.“ Mit vier Abgeordneten könne man zudem aus eigener Kraft die Ausschüsse besetzen.

Von S. Fofana und J. Strunk

Was für ein Polit-Schlager

Schlagerbernd

Stormarner Tageblatt vom 24. Mai 2008

Was für ein Polit-Schlager

Schlagerbernd geht in die Politik? Da wird sich so mancher verwundert die Augen gerieben haben: Was macht Schlagerbernd auf den Plakaten von CDU und SPD? „Ich fahre durch die Stadt, sehe immer wieder diese Plakate – das hat schon einen Wiedererkennungswert“, erklärt Christian „Schlagerbernd“ Bernardy die Entstehungsgeschichte: „Es hat Spaß gemacht, die nachzumachen.“ Und wie gut er sie nachgemacht hat, wird erst bei genauem Hinsehen deutlich. Mittlerweile gibt es schon eine zweite Auflage. Da sind sogar die Einkleber, die die Parteien dieser Tage auf ihre Plakate kleben, berücksichtigt. Inhaltlich bleibt Schlagerbernd neutral, deshalb sind auch beide Plakate jeweils auf einem Blatt. Nur so viel verrät er: „Ich habe bereits per Briefwahl gewählt.“

Moment mal

Stormarner Tageblatt vom 24. Mai 2008

Augen zu und durch

Guck mal, die laufen da mit Werbebannern über die Kreuzung.“ Mein bester Kumpel Hein reibt sich verdutzt die Augen. „Kreuzungstango nennt sich das“, kann ich aufklären: „Ist in Großstädten in.“ Hein ist entsetzt, stellt aber beruhigt fest: „Der Polizeichef ist ja schon da.“„Jaja, aber wehe, es ist wirklich was, dann lässt sich keiner Blicken.“ Hein ist über meine lachse Haltung entsetzt. „Das geht doch nicht, die gefährden den Straßenverkehr“, plustert er sich auf. Ich Tippe dezent mit dem Zeigefinger gegen die Stirn: „Seit wann wird denn jemand abgelenkt, bloß weil ein paar Leute im Pulk bei grün über die Ampel gehen? Da ist jede Frau mit Minirock auf dem Gehweg gefährlicher.“

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt von 24. Mai 2008

Schulhof-Frust, Politik-Verdruss, Macht-Genuss

Wahl & Wehwehchen

Andreas Olbertz

Eine letzte Sitzung in dieser Woche – das war’s für die Oldesloer Stadtverordneten. Ihre Zeit ist um. CDU-Urgestein Siegfried Wobig hat seine angekündigte Abschiedsrede gehalten. Satte 30 Minuten stand er am Rednerpult und hat die zurückliegenden 42 Jahre Revue passieren lassen. Einiges von dem, was er gesagt hat, war theoretisch richtig, aber ob er sich selber an diesen Maßstäben messen lassen kann, darüber gehen die Meinungen auseinander. Natürlich sollte bei jeder politischen Entscheidung das Wohl der Stadt an erster Stelle stehen. Tut es aber leider nicht. Da geht es auch um Macht, um Parteiinteressen, darum, wie gut sich etwas verkaufen lässt und zu guter Letzt auch um den persönlichen Vorteil. Darüber mag man jammern, aber das ist so, war so und wird vermutlich auch immer so sein.

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Einer der Punkte, die Siegfried Wobig in seiner Abschiedsrede angesprochen hat, ist die wachsende Politik-verdrossenheit. Keiner will mehr für Ämter kandidieren und zur Wahl gehen auch immer weniger. Da hat er leider absolut Recht. Und die letzte Sitzung war ein eindrucksvolles Beispiel, warum das so ist. In 42 Jahren Politik hat Wobig sicher viel erlebt, aber darüber eine halbe Stunde zu reden ist viel zu lang. Das alleine war es noch nicht. In der Bürgerfragestunde meldet sich eine Schülerin der IGS zu Wort. Artig nennt sie Namen und Anschrift: Klein Wesenberg. Schade, das war’s dann auch schon. Sie ist keine Oldesloerin, also darf sie nichts sagen. Eigentlich. Glücklicherweise kriegte Rainer Fehrmann als amtierender Bürgerworthalter noch die Kurve und ließ die Schülerin ihre Kritik an der fehlenden Umsetzung des Schulhofkonzepts vortragen. Aber dann ging es so richtig tief in den Keller, wo selbst Hard-Core-Poltikfreaks jegliche Lust verlieren. Aus allen vier Fraktionen kommt Zustimmung: „Jawoll, am Schulhof der IGS soll was gemacht werden.“ Da muss doch jeder normale Mensch denken: Alles klar, nächste Woche geht es los. Nicht so in der Politik. Da wird erst mal diskutiert, in welchen Ausschuss man es zurück weist. Und mal eben beschließen: Wir wollen das, also bewilligen wir das Geld, verstößt gegen die „Spielregeln“. Ob sich dann nach der Wahl noch jemand an die Versprechungen von vor der Wahl erinnert? Tschüs Betei-ligungsprojekt und Schulhof. Da kann es einen nur gruseln und es darf sich niemand wundern, wenn immer weniger Leute Interesse an diesem weltfremden Theater haben.

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Stichwort Theater: Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich natürlich auch so seine Gedanken gemacht, wie die Wahlbeteiligung angekurbelt werden könnte. Schön wär’s wenn das Problem so einfach zu lösen wäre.

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Das Thema Schulhofgestaltung im Schulzentrum ist ja eine ganz eigene Nummer. Da geht es um die Schaffung von Fahrradständern oder um die Beseitigung von Bauschäden, damit kein Dreck mehr ins Gebäude getragen wird. Alles super, aber mit Schulhof aus Schülersicht hat das herzlich wenig zu tun. Bei den Kindern stehen Sitzgelegenheiten, Spielflächen und andere Sachen im Vordergrund. Denen den Wirtschaftshof der Mensa als Schulhofgestaltung verkaufen zu wollen, ist schon ganz schön dreist. Auch so ein Punkt, der zu Politikverdrossenheit führt.

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Ab jetzt wird scharf geschossen. Nicht mit tödlicher Munition, sondern mit Laserstrahlen. Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary hat diese Woche zum Gegenschlag ausgeholt, um zu beweisen, dass er nicht in Gutsherrenart und im Alleingang den Flitzerblitzer angeschafft hat. Es gab tatsächlich eine Haushaltsstelle in der explizit „Laserpistole“ drin stand. Da haben wohl einige nicht aufgepasst, um nicht zu sagen, das ist allen durchgeflutscht. Aber beendet ist das Thema damit noch lange nicht. Nach der Wahl steht uns das nächste Kapitel ins Haus. Auch wenn es die Haushaltsstelle gab, einen Beschluss zur Anschaffung gab es nicht. Wie jetzt durchsickerte, hatte der geheim tagende Polizeibeirat die Verwaltung beauftragt, eine Sitzungsvorlage mit konkreter Kostenermittlung für den WPA zu erstellen. Eine solche Vorlage hat es aber nie gegeben. Dieses Schauspiel wird uns also noch erhalten bleiben.

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Da wird gekämpft, aber offiziell weiß keiner so genau, worum es geht. Das Amtsgericht wird zugemacht – das steht fest. Die Stadt will das kaufen. Aber zwischen wollen und bezahlen können klaffen leicht ein paar hunderttausend Euro. Ins Gericht soll ein Veranstaltungssaal rein und die VHS. Nebenan ins historische Rathaus könnte das Heimatmuseum einziehen und die städtische Kulturabteilung. So hört gerüchteweise. Aber einen Beschluss gibt es nicht. Es gibt auch kein spruchreifes Konzept, aber schon gehörig Gezänk. Und warum? Weil im stillen Kämmerlein jeder sein eigenes Süppchen kocht. Ergebnis: Die CDU wähnt Teile der Heimatmuseums-Sammlung schon auf dem Sperrmüll, für das VHS-Gebäude gibt es bereits Alternativ-Planungen eines potenziellen Käufers und am Ende sagt Politik vielleicht: Wir haben andere Vorstellungen. Wie sollen wir das eigentlich alles bezahlen?

Kreis sagt Nein zur Kurparkpflasterung

Stormarner Tageblatt vom 23. Mai 2008

Kreis sagt Nein zur Kurparkpflasterung

Eine komplette Pflasterung des Kurparkwegs wird der Kreis nicht genehmigen. Deshalb schwenkte die CDU jetzt notgedrungen auf die wassergebundene Variante mit Pflasterung nur an den Enden.

Bad Oldesloe/ol

– Der letzte große Kampf vor der Kommunalwahl – oder war es mehr ein Krampf? Die Stadtverordneten hatten für ihre letzte Sitzung der Legislaturperiode eine kurze Tagesordnung, aber die hatte es mit dem Kurparkweg durchaus in sich. Pflastern oder nicht? Die Frage musste vor der Wahl noch entschieden werden.

Eigentlich sind die Positionen längst klar: CDU für Pflasterung, SPD komplett dagegen, FDP und Grüne in der Mitte, die wollen den Weg nur vorne und hinten pflastern. Im Umweltausschuss war das Thema behandelt worden. Auch der Finanzausschuss war in eine inhaltliche Debatte eingestiegen. Und da gerade Wahlkampf ist, kamen die Stadtverordneten auch nicht an dem Thema vorbei.

Dieter Hoffmann rollte nochmals die unendliche Historie des Kurparkkonzeptes auf. Seit 2003 geistert das durch die Gremien. Entscheidend ist allerdings die Zielgerade, sind die letzten Tage. Am 28. Februar hat die Stadt bei der unteren Naturschutzbehörde die Genehmigung zur Pflasterung des Parks beantragt. Am 8. Mai setzte der Kreis eine Antwort auf, die am 16. Mai im Rathaus eingetrudelt ist. „Acht Tage vom Kreishaus bis zur Stadt – das ist bemerkenswert“, ätzte Hoffmann. Zwei Tage bevor das Schreiben bei der Verwaltung eintraf, debattierte der Finanzausschuss – einige wussten da schon, es ist was im Busch.

Der Kreis schreibt Klartext: Eine Genehmigung zur Pflasterung kann nicht gegeben werden – das vertrage sich nicht mit dem Status des Kurparks als Landschaftsschutzgebiet. Sollte die Stadt allerdings an dem Vorhaben festhalten, müsste der Schutzstatus aufgehoben werden. Das Verfahren würde mindestens ein halbes Jahr dauern. Doch da will die CDU gar nicht erst ran. „Das habe ich mehr als ironische Anmerkung des Kreises aufgefasst“, erklärt Vorsitzender Rainer Fehrmann: „Da werden wir im Leben nicht ran gehen.“ Also bleibt nur, zähneknirschend für die mittlere Variante zu stimmen – 125 000 statt 152 000 Euro. Zustimmung wie erwartet von FDP und Grünen.

Widerspruch kam lediglich von der SPD. Nach der angeblich so einvernehmlichen Vorgeschichte, die Hoffmann vorgetragen hatte, sah sich Hans-Hermann Roden für die SPD genötigt klar zu stellen: „Nach meinem Dafürhalten haben wir zwar viel zur Kenntnis genommen, aber fast nichts beschlossen. 152 000 Euro für einen Weg, die nicht nötig sind, aber kein Geld für den Schulhof.“ Oh, da hatte er ja was gesagt. Anita Klahn (FDP) warf ihm darauf hin vor, er wolle die Alten gegen die Schüler ausspielen, dabei müsse jede Bevölkerungsgruppe berücksichtigt werden. CDU-Fraktions-chef Horst Möller sprach von einer Neiddebatte, die die SPD da anzetteln wolle: „Luxusweg? Das ist absolut schwachsinnig.“ Und dann musste Ulla Riewerts für die SPD auch noch mal in die Bütt: „Es ist nicht nachvollziehbar, warum es da eine Verbesserung geben muss – es ist doch jedem klar, dass das ein Parkweg ist und keine Hauptverkehrsachse.“

Damit war alles gesagt, CDU, Grüne und FDP stimmten für die Sanierung mit Pflaster-Enden. Die SPD blieb bei ihrem Nein.

andreas Olbertz

Ursula Riewerts tritt ab

Ursula Riewerts

Stormarner Tageblatt vom 23. Mai 2008

Ursula Riewerts tritt ab

Ex-Bürgerworthalterin zieht sich aus Politik zurück

Bad Oldesloe/ol

– Ursula Riewerts tritt von der politischen Bühne ab. Die Sozialdemokratin kandidiert nicht wieder für einen Sitz in der Stadtverordnetenversammlung. Als amtierender Bürgerworthalter verabschiedete Rainer Fehrmann die streitbare Genossin jetzt. „Sie werden mir immer als mobiles Archiv in Erinnerung bleiben“, scherzte er. Ulla Riewerts gelinge es wie kaum sonst, aktuelle Politik mit alten Beschlüssen zu verknüpfen. Wenn es um die Hintergründe zu Beschlüssen vor zehn, 15 oder noch mehr Jahren geht – Ursula Riewerts hat die Diskussionen und Argumente von damals noch parat.

Ihre politische Karriere begann Ursula Riewerts 1990 als bürgerliches Mitglied im Oldesloer Frauenausschuss. 1991 rückte sie in die Stadtverordnetenversammlung nach. Im Laufe der Jahre gab es keinen Ausschuss, in dem sie nicht mitgearbeitet hätte. Mit einer Ausnahme, wie Rainer Fehrmann herausgefunden hat: „Sie waren nie im Finanzausschuss. Ich frage da jetzt nicht nach den Gründen.“

Von Februar 1999 bis März 2003 war Ulla Riewerts Bürgerworthalterin in der Kreisstadt.

 

Faire Rosen zum Schluss

FLP-Siegel
Maria Herrmann, SPD

Stormarner Tageblatt vom 22. Mai 2008

Faire Rosen zum Schluss

SPD verteilt am Sonnabend Blumen mit FLP-Siegel auf der Hude

Bad Oldesloe/st

– Wie immer verschenken die Genossen auch dieses Mal am Sonnabend vor der Wahl 1000 rote Rosen. Doch diesmal sind es besondere Rosen – sie tragen das FLP-Siegel. FLP bedeutet „Flower Label Programm“ und steht für soziale und umweltverträgliche Schnittblumenproduktion. „Mit unserer Aktion wollen wir Bewusstsein für fairen Handel schaffen. Fair gehandelten Kaffee kennt inzwischen fast jeder – bei Rosen macht sich kaum jemand Gedanken über deren Produktion“, sagt Maria Herrmann, die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD. Das „Flower Label Programm“ basiert auf einem Zusammenschluss von Blumenfachverbänden und Menschenrechtsorganisationen wie terre des hommes, Brot für die Welt und Gewerkschaften. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, dass in der Blumenproduktion Arbeitnehmerrechte eingehalten und Standards zum Schutz der Umwelt umgesetzt werden.

Maria Herrmann dazu: „Es war nicht einfach, die fair gehandelten Rosen zu organisieren.“ Aber dank Spenden und der Kooperation mit der Firma Blütenspiele und deren Geschäftsinhaber Frank Löst können die Genossen am kommenden Sonnabend ab 10 Uhr auf der Hude rote Rosen an die Bürger verteilen. „Blumen aus nachhaltigem Anbau werden mit Respekt für Mensch und Umwelt gezüchtet. Wir handeln fair“, freut sich Maria Herrmann von der SPD und meint damit nicht nur die Rosen.

Am Stand auf der Hude wird es in der Zeit von 10 bis 13 Uhr aber natürlich nicht nur Blumen, sondern auch politische Informationen geben. Brisante Themen wie Schwimmbad, Schule und Sport sowie die Abgrenzung von den anderen Parteien sollen im Verlauf angesprochen werden.

Weitere Informationen zu FLP erhalten Interessierte im Internet auf der Homepage-: www.flower-label-program.org

Unmut über gesperrten Weg

Grüne Brücke gesperrt

Stormarner Tageblatt vom 22. Mai 2008

Unmut über gesperrten Weg

Oldesloes schönster Wanderweg ist gesperrt. Schuld ist eine komplizierte Auseinandersetzung über tote Bäume und Schadenersatz.

Bad Oldesloe/ol

– Schönstes Sommerwetter, doch Spaziergänger stehen an Oldesloes lauschigster Stelle buchstäblich vor verschlossener Tür. „Grüne Brücke noch gesperrt“ steht auf einem kleinen Plastikschild an einem Bauzaun. Auf einem anderen prangt „Wanderweg wegen umstürzender Bäume gesperrt“.

Eine Spaziergängerin wundert sich: „Im Frühling sind wir über die umgestürzten Bäume gekrabbelt – da war nicht gesperrt. Und jetzt, wo nichts ist, machen sie den Weg zu.“ In die selbe Kerbe hauen die Grünen mit einer Pressemitteilung. „Dieser Schildbürgerstreich kann nur als Schikane für Wanderer verstanden werden. Eigentümerinteressen und ein hyperaktiver Bauhof scheinen hier etwas im Schilde zu führen“, wettert Fraktions-Chef Gerold Rahmann. „Es ist nicht erkennbar, warum die Bäume auf einmal gefährlich sein sollen“, sagt der Obergrüne.

Dem widerspricht Kurt Soeffing aus der Umweltabteilung der Stadt: „Da reicht schon ein leichter Windzug. Ein Baum in zweiter Reihe stürzt, er reißt einen anderen mit und schon wissen Sie gar nicht mehr wo Sie hinspringen sollen.“

Hinter der Sperrung steckt ein komplizierter juristischer Prozess. Der Wald ist Privatbesitz. Der Eigentümer behauptet, durch die Sohlgleite sowie die fehlende Ausbaggerung der Trave sei der Wasserspiegel gestiegen und in der Folge seine Bäume gestorben. Dafür verlangt er Schadenersatz. Der muss durch Gutachter ermittelt werden. „Das Ganze hängt jetzt beim Land“, erklärt Soeffing. Wenn sich alle Parteien auf einen Gutachter geeinigt hätten und der sich die Situation angesehen hätte, könnten die gefährlichen Pappeln sofort gefällt werden. „Dann können wir den Weg kurzfristig wieder frei geben“, verspricht Soeffing.

Andreas Olbertz

Kurpark mit 500-Euro-Scheinen gepflastert

SPD gegen Pflasterung Kurparkweg
SPD gegen Pflasterung Kurparkweg

Stormarner Tageblatt vom 21. Mai 2008

Kurpark mit 500-Euro-Scheinen gepflastert

Aktion gegen Sanierung des Hauptwegs für 152 000 Euro – Stadtverordnete entscheiden heute Abend

Bad Oldesloe/ol

– Was ist das denn: 500-Euro-Scheine mitten im Kurpark? Am Tag bevor die Stadtverordneten vermutlich über die Pflasterung des Hauptwegs entscheiden, hat sich die SPD noch mal deutlich gegen das Projekt ausgesprochen. Sie hängten Banner auf und pflasterten den Weg stückweise mit Geldscheinen – nicht ganz so spektakulär wie die Baumaktion am Steinfelder Redder, aber die Genossen hatten sichtlich Spaß.

Den politischen Ernst verloren die Aktivisten nicht aus den Augen. SPD-Finanzexperte Björn Wahnfried: „Man sieht doch deutlich, dass der Weg in gutem Zustand ist. Dafür 152 000 Euro auszugeben, ist einfach Wahnsinn. Da fallen uns spontan wichtigere Projekte ein.“ „Schulhofsanierung vor Luxusweg“ lautet beispielsweise einer der Slogans oder „Vereine fördern statt Wege pflastern“.

Wenn die Stadtverordneten heute Abend ab 19.30 Uhr in der Festhalle tagen, könnte ein Schreiben der unteren Naturschutzbehörde für Diskussionsbedarf sorgen. Beim Kreis, der das Bauvorhaben genehmigen müsste, lehnt man den Weg ab. Alternativ könnte der Status des Kurparks aufgehoben werden.

 

SPD gegen Pflasterung Kurparkweg

„Ich habe schon einiges bewegen können“

Maria Herrmann
Sie tritt in Bad Oldesloe für die SPD an: Maria Herrmann (49) will Bürger fürs Ehrenamt begeistern. Lange Zeit war nicht ausgemacht, ob sie nicht doch bei den Grünen aktiv wird. Fotos:
Maria Herrmann und Aaron Braun
Maria Herrmann bei der Arbeit: Sie ist Klavierlehrerin – und mittlerweile auch Vollblut-Politikerin. Fotos: JOACHIM STRUNK

Lübecker Nachrichten vom 21. Mai 2008

„Ich habe schon einiges bewegen können“

Bad Oldesloe - Eine LN-Serie stellt engagierte Menschen vor, die zeigen, warum Kommunalpolitik sich lohnt. Heute: Maria Herrmann. Klavierlehrerin, Sozialdemokratin in Bad Oldesloe.

Manchmal weiß Maria Herrmann heute noch nicht so genau, warum sie bei der SPD gelandet ist. Eigentlich hätten es auch die Grünen sein können. Denn ihr politisches Engagement begann bei einer Bürgerinitiative – zur Rettung des Naturgebietes Steinfelder Redder im Nordosten von Bad Oldesloe. Das ließ die CDU zwar mittlerweile bebauen. Doch ihr Engagement brachte Maria Herrmann den Ruf der SPD der Stadt ein.

Die hatte bei der letzten Kommunalwahl 2003 ein Debakel erleiden müssen. Statt Rot-Grün erzielte die Union die absolute Mehrheit. Viele SPDler sprangen frustriert ab, die Personaldecke wurde dünn. Der neue Fraktionschef leitete die Erneuerung ein – zum Beispiel, indem er eine wie Maria Herrmann fragte, ob sie nicht Lust hätte, die SPD als bürgerliches Mitglied im Wirtschafts- und Planungsausschuss zu vertreten. Maria Herrmann rang mit sich – ihr Herz schlug damals noch für die grüne Partei. Doch dann sagte sie zu. Das war im Dezember 2005.

Mit Fug und Recht kann man sagen, dass Maria Herrmann zu einer Vollblut-Politikerin geworden ist. „Ich kann Dinge nicht halb machen, ich springe immer mit beiden Füßen rein.“ Das hängt zum großen Teil auch mit ihrer Berufsausbildung zusammen. Im Saarland hat sie Informationswissenschaft studiert, mit den Nebenfächern Theologie und Musik. „Die Informationswissenschaft beschäftigte sich damals mit den ,Neuen Medien' und Bildschirmtext. Es war stark Nutzerorientiert.“ Und so hat sie ihren Job gelernt: Recherche, Nachfrage, nichts glauben, was andere einem erzählen. „Das ist fast zu einer Manie geworden. Ich recherchiere grundsätzlich alles nach. Das ist kein Misstrauen gegenüber den Parteigenossen oder der Verwaltung. Aber ich habe festgestellt: Überall wird politisch interpretiert oder es werden einfach Fehler gemacht. Da schaue ich lieber selbst noch mal nach.“ Das ist auch ein Grund, warum sie eher bei den Sozialdemokraten als bei den Grünen gelandet ist. „Hier kann ich weiterhin systematisch arbeiten, bei den Grünen war es mir manchmal zu spontan, nicht verlässlich genug.“

Auch aus ihrem Freundeskreis hat sich niemand genervt abgewendet, weil sie sich den Sozialdemokraten zugewandt hat. „Im Gegenteil. Ich höre oft: Toll, dass du dich einsetzt, dass du den Mut hast, Dich so zu engagieren.“ Mittlerweile wendet Maria Herrmann weit mehr Zeit für die Politik auf als für ihren Haupt-Job – die geschiedene Mutter dreier Kinder verdient ihr Geld als Klavierlehrerin. „Aber die Politik ist schon zu einem Berufsersatz geworden.“

Ihr bislang kurzes, aber erfolgreiches Engagement in der Oldesloer Politik möchte sie am liebsten auch auf andere übertragen. „Dass Bürger nicht mehr wählen gehen, weil sie denken, es ändere sich eh nichts, oder weil sie längst in unserer Gesellschaft abgehängt sind, sehe ich langfristig als Gefahr für die Demokratie.“ Sie habe mit ihrem Engagement hingegen einiges bewegt „und das möcht ich vermitteln: Sich selbst zu engagieren lohnt sich.“

Dafür kämpfe ich

„Sich selbst zu engagieren, lohnt sich. Ich habe damit einiges bewegt, und das möchte ich vermitteln“, sagt Maria Herrmann. „Dass Bürger nicht mehr wählen gehen, weil sie denken,es ändert sich eh nichts oder weil sie längst in unserer Gesellschaft abgehängt sind, sehe ich langfristig als Gefahr für die Demokratie.“ Sich selbst zu engagieren, lohne sich. „Und wer das nicht kann oder möchte, sollte wenigstens zur Wahl gehen und uns eine Chance geben.“ Auch für die politische Arbeit vor Ort möchte sie noch mehr Bürgerinnen und Bürger mitnehmen.
„Es wäre doch fatal, wenn man auf so viel Fachwissen und hervorragend ausgebildete Experten verzichten müsste.“ Die Mühe, diese Leute zu überzeugen und mit ins Boot zum Wohl der Allgemeinheit zu holen, sei es allemal wert, statt immer nur teure Gutachter zu beauftragen, denen die Stadt oder das Projekt nie so am Herzen liegen könne wie den eigenen Mitbürgern.

Laserpistole doch Rechtens

Stormarner Tageblatt vom 21. Mai 2008

Laserpistole doch Rechtens

Bad Oldesloe/ol

– Das nennt man wohl „Treffer und versenkt“. „Ich will aus dem Einkaufswagen raus“, erklärt Bürgermeister Tassilo von Bary gut gelaunt. Er hat die Tageblatt-Karikatur vom Wochenende mit Humor aufgenommen – aber inhaltlich muss er widersprichen. Im Hauptausschuss hat der Verwaltungs-Chef jetzt die entsprechenden Unterlagen vorgelegt. Am 18. Juni vergangenen Jahres soll der Ruf nach einer Laserpistole Thema im nichtöffentlichen Polizeibeirat gewesen sein. Das habe die Verwaltung aufgegriffen und in den Haushaltsentwurf für dieses Jahr aufgenommen. Die entsprechende Haushaltsstelle „Straßen, Wege, Plätze Brücken und Geschw.warnanlage“ stand explizit in der Sitzungsvorlage für den 1. Oktober – dazu noch eine ausführliche Erläuterung. Die Haushaltsberatungen wurden damals auf den 10. Oktober vertagt und dort ist die Laserpistole dann durchgewunken worden. Ebenso später bei der Verabschiedung des Gesamthaushaltes. Dort, so räumt der Verwaltungs-Chef ein, sei die Beschreibung auf Geschwindigkeitswarnanlage verkürzt worden. Bürgermeister von Bary freut sich über die Klarstellung: „In dem Zusammenhang von Gutsherrenart zu sprechen, finde ich nicht so gut.“ Von den eingeplanten 9000 Euro sind noch 4000 für die Warnanlage über – theoretisch. „Ich bin dran, das umsonst hinzubekommen“, kündigt von Bary an.

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 17. Mai 2008

Wenn Bürgermeister oder Politiker etwas versprechen

Ist schon Weihnachten?

Rolf Blase und Andreas Olbertz

Leute: Das hättet ihr doch längst mal sagen können. Was hätte ich mir alles an Zeilen schenken können, wenn ich vorher gewusst hätte, dass der Wanderweg im Oldesloer Westen meinen Namen tragen soll! Dass die CDU im Wahlkampf einen kleinen Stadtplan verteilt, ist fast schon Tradition. Im Gegensatz zu anderen Geschenken ist der Plan wirklich gut. Und topaktuell! Entscheidend diesmal ist aber nur Planquadrat J9. Da ist er: Der kleine Hutzelweg und direkt daneben steht’s: A.-Olbertz-Weg! Mein Herz quillt über. Was hab ich über den Weg abgelästert – natürlich nur versehentlich: 25 000 Euro zum Fenster raus schmeißen, obwohl es ein paar Meter weiter einen Trampelpfad gibt. Rache der CDU an Kay Gladigau, der sie früher im WPA gepiesackt hat und gegenüber wohnt. Dann sind da noch ökologische Bedenken, bauliche leider auch, ganz zu schweigen davon, dass irgendjemand vergessen hatte, den B-Plan zur Rechtskraft gelangen zu lassen.

’tschuldigung Leute, das war natürlich alles nicht so gemeint. Das hat die CDU Gott sei Dank rechtzeitig erkannt. Nun muss ich hoffen, dass die Sozis nicht die Wahl gewinnen und den tollen A.-Olbertz- Weg in letzter Sekunde noch verhindern.

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Ein Punkt fehlt, komischerweise im CDU-Plan: Die Erdgastankstelle. Haben etwa auch die Christdemokraten die Hoffnung darauf verloren? Aktuellen Gerüchten zufolge, könnte es im Juni vielleicht, eventuell, aber auch nur wenn nichts mehr dazwischen kommt, soweit sein.

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Ja ist denn heut schon Weihnachten? Nicht wirklich, trotzdem verteilt Bürgermeister Tassilo von Bary schon mal ein Geschenk. Für 5 000 Euro hat er der Polizei eine Laserpistole überreicht. Jetzt ist er der gute Onkel, der was für die Verkehrssicherheit in der Stadt tut. Dabei muss er doch noch gar nicht gewählt werden. Die Parteien buhlen um Volkes-Gunst. Wenn die auf so eine Idee gekommen wären, das könnte man nachvollziehen. Stattdessen wundern sich die Fraktionsvertreter über alle Parteigrenzen hinweg, woher der Bürgermeister das Geld genommen hat. Niemand konnte sich erinnern, jemals einen Beschluss für eine Laserpistole gefasst zu haben. Kämmerin Mandy Treetzen wollte ihnen jetzt auf die Sprünge helfen, aber das hat nicht wirklich Aufklärung gebracht. Die genannte Haushaltsstelle war für die Anschaffung einer Geschwindigkeitswarntafel gedacht. Und da waren sich ausnahmsweise alle mal einig: Darunter könne man beim besten Willen keine Laserpistole verstehen. Das ganze Hin und Her erinnert doch an irgendwas ... Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat’s ganz genau erkannt und mit spitzer Feder zu Papier gebracht.

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Eine absolute Mehrheit ist ja was feines. Aber nur, wenn alle da sind. Beim jüngsten Finanzausschuss bahnte sich so eine Situation an. Vorsitzende Susanne Pöhls hatte schon leicht das P in den Augen und war hektisch am Telefonieren. 19 Uhr aber nur vier CDUler anwesend, SPD, Grüne und FDP waren ebenfalls vier. Und die vier waren sich einig, dass sie keinen Luxusausbau des Kurparkwegs wollen – das hätte gereicht, um den CDU-Antrag zu kippen. Deutlich nach 19 Uhr half alles Warten nicht mehr – die Sitzung musste eröffnet werden. Pöhls gab das Handy an Dieter Hoffmann weiter. Der muss dann wohl Angela Fehrmann aufgescheucht haben, denn die erschien wenig später und stellte die Machtverhältnisse wieder her.

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„Versprochen ist versprochen“ heißt der Film, in dem sich Arnold Schwarzenegger absurd abmühen muss, um die seinem Sohn zu Weihnachten versprochene Spielfigur noch irgendwie zu ergattern. Wär gar nicht nötig gewesen, er hätte nur mal in Kiel anrufen sollen. Dass Gemeinden 50 Prozent Förderung für Landschaftspläne bekommen, habe man zwar gesagt. Aber das sei doch kein Versprechen, wenn man etwas in Aussicht stelle! Rein rechtlich scheint das Umweltministerium auf der sicheren Seite zu sein. Schließlich konnte man die Anträge erst stellen, nachdem der Landschaftsplan fertig und bezahlt war. Aber abseits juristisch spitzfindiger Betrachtungen ist das eine arg peinliche Nummer. Einerseits. Andererseits ist es normales politisches Gehabe in den Ländern und vor allem im Bund geworden. Man überlegt sich tolle Sachen, die viel Geld kosten, und wenn es ans Bezahlen geht, sollen das mal andere machen. Nun ja, der Film mit Schwarzenegger war ja auch völlig unglaubwürdig, und unsere Politiker sind doch unser aller Vorbild.

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Besonders Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Gerade noch kritisiert, dass sein Wagen zuviel CO2 ausstößt, kam er mit einem neuen Auto mit Hybrid-Motor nach Ahrensburg. Man könne auch ökologisch Auto fahren, verkündete er. Nachdem er vorher Konrad Nabel für dessen Vorschlag abgewatscht hatte, dass man Bio-Fleisch aus der Region kaufen solle. Das sei weltfremd, so Gabriel, es gebe schließlich Einkommensunterschiede. Sprach’s und stieg in seinen neuen Dienstwagen.

Keine Schulhofsanierung – Schüler sauer

IGS Schulhofsanierung

Stormarner Tageblatt vom 17. Mai 2008

Keine Schulhofsanierung – Schüler sauer

Oldesloer IGS in der städtischen Prioritätenliste von 2007 auf 2010 nach unten durchgereicht

Bad Oldesloe/ol

– „Wir fühlen uns wirklich hingehalten und verarscht“, macht Madleen Buck ihrem Unmut Luft. Unter Schülern und Lehrern an der IGS gärt es, weil nicht absehbar ist, wann der Schulhof der Gesamtschule gemacht wird. 2005 hatte sich die Schule bereit erklärt, an einem Beteiligungsprojekt zur Freiflächengestaltung mitzuarbeiten. „Bedingung war“, blickt Lehrer Lutz Richert zurück, „dass es wirklich an allen Schulen umgesetzt wird. Aber es passiert erst mal ewig nichts.“ Und das wird auch vorerst so bleiben.

Zentraler Wunsch der Gesamtschüler ist die Umgestaltung des alten Sportplatzes. „Der ist ziemlich schäbig“, findet Marie Marcks. Mitschülerin Madleen Buck ergänzt: „Er ist dreckig, er ist hart, und wenn dort Fußball gespielt wird, ist er belegt.“ Weil dort ein öffentlicher Weg der Schützenstraße zum Schulzentrum längs führt, soll der Platz eingezäunt werden. Statt Asphalt soll Rasen angelegt werden und an den Außenkanten wünschen sich die Schüler runde Sitzmöglichkeiten – als Things im Plan eingezeichnet. Auch für das Basketball-Feld wünschen sich die Kinder eine Umgestaltung und darüber hinaus noch verstreute Sitzmöglichkeiten sowie Büsche auf dem Gelände bei der Turnhalle.

Lehrer Lutz Richert, der das Umweltmanager-Projekt an der IGS betreut, blickt noch weiter zurück als die Schüler: „Was 2005 erarbeitet worden ist, deckt sich weitgehend mit dem, was in der Schule bereits 2003 entwickelt worden ist. Aber seitdem ist nichts passiert.“ So ganz stimmt das natürlich nicht, denn am Schulzentrum passiert sehr wohl etwas. Die Realschule hat bereits einen neuen Schulhof bekommen. Ganz aktuell wird in den Gremien über den nächsten Bauabschnitt diskutiert: Der Platz vor der Königin Luise Schule soll gemacht werden. Dank einer Fügung kann die Stadt alte Garagen kaufen, abreißen lassen und dort eine Feuerwehrzufahrt bauen. Dadurch wird Raum gewonnen, auf dem zusätzliche Fahrradstellplätze gebaut werden können. Kostenpunkt: 90 000 Euro. Das war zwar erst für 2010 vorgesehen, wird aber in dieses Jahr vorgezogen. Im Planungs- sowie im Finanzausschuss ist das Thema bereits durchgewunken worden. In der kommenden Woche beschließen die Stadtverordneten darüber.

In einem Protestschreiben an den Bürgermeister und die Politiker haben die IGS-Schüler ihrem Unmut jetzt Luft gemacht. „Wir fühlen uns hintergangen und sind sehr frustriert, denn so haben wir uns das Beteiligungsprojekt nicht vorgestellt. Wir fordern sie auf, das zugesagte Geld wirklich bereitzustellen, so dass 2008 schon erste Schritte passieren können“, heißt es in dem Schreiben.

Doch daraus wird wohl nichts. Mal steht die IGS für 2007 in der Prioritätenliste, mal für 2008. Wie der Bürgermeister den Schülern jetzt mitteilte, sei der alte Sportplatz erst 2009 und 2010 im Investitionsprogramm vorgesehen. Ärger und Enttäuschung der Schüler könne er verstehen, sehe aber zurzeit keine Möglichkeit, Mittel zur Verfügung zu stellen.

Das ärgert auch Lehrer Richert: „Wir versuchen, unseren Schülern Beteiligung und Mitbestimmung beizubringen. Aber wenn es so läuft, darf man sich nicht wundern, wenn die Kinder nicht mehr an Politik und Verwaltung glauben.“

Andreas Olbertz

Kritik am Kauf der neuen Laserpistole

Tassilo von Bary mit Laserpistole

Stormarner Tageblatt vom 16. Mai 2008

Kritik am Kauf der neuen Laserpistole

Der Kauf einer 5000 Euro teuren Laserpistole ist weiterhin umstritten. Ausschussmitglieder kritisieren den Bad Oldesloer Bürgermeister.

Bad Oldesloe/ol

– Da scheint das letzte Wort noch nicht gesprochen. In Sachen Laserpistole blitzt und knallt es in der Oldesloer Politik gehörig. Bürgermeister Tassilo von Bary hatte das 5000 Euro teure Gerät vergangene Woche medienwirksam an die Polizei übergeben. Thema durch? Denkste!

Im Finanzausschuss wollte Jürgen Voigt (SPD) Details erfahren. Er wisse nichts von einem Beschluss und kenne auch keine Haushaltsstelle dafür. Susanne Pöhls (CDU) musste ihm Recht geben. Auch ihr war kein Haushaltsposten bekannt – und als Ausschussvorsitzender kennt sie den Haushalt wie wohl kein zweiter Politiker. Gut, dass es auch noch Kämmerin Mandy Treetzen gibt: „Das war Gegenstand im Polizeibeirat an dem auch der Hauptausschuss teilnimmt. Dort ist damals darüber gesprochen worden.“ Da fingen die ersten Gesichter an, leicht betreten zu wirken – da konnten sich einige dran erinnern. Auch Jürgen Voigt, der ist schließlich Hauptausschuss-Vorsitzender. Trotzdem blieb er skeptisch: „Ich kann mich aber nicht erinnern, dass wir einen Beschluss hatten.“

Von einem Beschluss wusste die Kämmerin auch nichts, aber eine Haushaltsstelle konnte sie vorweisen: Unter Gemeindestraße findet sich 630093500: Geschwindigkeitswarnanlage. 9000 Euro sind dafür vorgesehen. Da wussten die Finanzausschuss-Mitglieder nicht mehr viel zu sagen. Bis es dann plötzlich Heiko Vossgerau (FDP) dämmerte: „Geschwindigkeitswarnanlage? Das hört sich aber nicht nach Laserpistole an.“ Und plötzlich waren sie wieder alle hellwach. „Ja klar, darüber haben wir gesprochen, sowas wollten wir haben“, tönte es aus allen Richtungen.

Fraktionsübergreifend regt sich Widerstand. Jürgen Voigt: „Diese Gutsherrenart stößt uns sauer auf. Der Bürgermeister hat das umzusetzen, was wir beschließen. Ich verstehe nicht, was dieser Alleingang sollte.“ Das Thema werde am Montag im Hauptausschuss weiter verfolgt.

Auch die CDU-Mitglieder sind sauer. „Am ärgerlichsten ist, dass die Einnahmen an den Kreis gehen“, ärgerte sich Susanne Pöhls. Ortsvorsitzender Rainer Fehrmann: „Es sollte ein Warn- und kein Abkassiergerät sein. Aber wenn schon Abkassieren, dann doch bitte in unsere eigene Tasche.“

Andreas Olbertz

SPD-Radtour durch Bad Oldesloe

Stormarner Tageblatt vom 15. Mai 2008

SPD-Radtour durch Bad Oldesloe

Bad Oldesloe/st

Die SPD Bad Oldesloe lädt am Sonnabend, 17.Mai, zur politischen Radtour ein. Treffpunkt ist um 15 Uhr vor der Mensa in der Olivet-Allee. Bei der etwa dreistündigen Tour durch und um Oldesloe informieren die Genossen an verschiedenen Haltepunkten über aktuellen Themen aus den Ausschüssen: Die Schulhofgestaltung am Schulzentrum, Innenstadtgestaltung oder die Pflasterung des Kurparks werden auf dem Weg ebenso angesprochen wie Hiss-Reet, Sandkamp, Biogasanlage oder der Wanderweg in Wolkenwehe. Über die Grüne Brücke führt der Weg durch das Brenner Moor hinter dem Krankenhaus vorbei. Die Tour ist 15 Kilometer lang und endet an der Jugendherberge bei Getränken und Würstchen. Dort hat jeder die Gelegenheit, die Kandidaten der SPD näher kennen zu lernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Lübsche Taler – für den Henker

Stormarner Tageblatt vom 14. Mai 2008

Lübsche Taler – für den Henker

Bad Oldesloe/st

Die SPD Oldesloe lädt am Donnerstag, 15. Mai, zu einer politisch-historischen Stadtführung ein. Eine Stadt besteht bekanntlich nicht nur aus markanten Gebäuden und Straßen. Entscheidend ist vielmehr, wie die Menschen darin leben und lebten: Im Mittelalter, unter dänischer Herrschaft, zur Kaiser-Zeit, im Dritten Reich, in Kriegszeiten. Da tauchen interessante Fragen auf: Hatte Bad Oldesloe eigentlich eine Stadtmauer? Wo stand die Burg? Musste der Henker auch foltern? Wie viele Lübsche Taler bekam er für „ein Kopff mit dem Schwerdt abzuhauen“? Oder gar für „einen zu vierteln und auffs Rad zu legen“? Nach welchem König wurde eigentlich die Königstraße benannt? Wie kapitulierte Oldesloe am 2. Mai 1945? Jürgen Schneider hat die Stadtführung ausgearbeitet und garantiert für 75 spannende Minuten. Treff ist um 19 Uhr am Stadtplan beim Parkplatz Exer. Die Teilnahme ist kostenlos.

Essensgutscheine für Bedürftige

Christine Zeising (Leiterin der Essenausgabe EfA), Elke Scharell (EfA), Rosi Behrend (SPD)

Stormarner Tageblatt vom 14. Mai 2008

Essensgutscheine für Bedürftige

ROSI BEHREND und JENS-PIETER FRIESE hatten den Flohmarkt der SPD im Oldesloer Bürgerhaus organisiert. Viele Besucher zeigten sich begeistert von der gemütlichen Atmosphäre des Kulturhofes und genossen das schöne Wetter nach ihrem Rundgang bei einer Tasse Kaffee. Der Erlös aus Standgebühr, Kaffee- und Würstchenverkauf kommt nun dem Verein Oldesloer Tafel für sein Projekt „Essen für Alle“ (EfA) zugute. Rosi Behrend überreichte CHRISTINE ZEISING, Leiterin der Essensausgabe von EfA insgesamt 188 Euro in bar und auf Wunsch 12 Gutscheine à sechs Euro für den Stadtgrill, da an Feiertagen keine Essensausgabe stattfindet.

Kampf um Sozialpädagogen

Stormarner Tageblatt vom 13. Mai 2008

Kampf um Sozialpädagogen

Der Polit-Zoff um Sozialpädagogen für die Schulen in Bad Oldesloe findet nun eine Fortsetzung. So macht sich die SPD für weitere Stellen stark – und auch die Christdemokraten sowie die Liberalen scheinen dem Ansinnen nicht abgeneigt.

Bad Oldesloe/ol

– So wollen wir politische Diskussionen haben. Da wird gekämpft – nicht verbissen, aber mit Elan und Herzblut. Es wird klar Stellung bezogen, argumentiert und nicht polemisiert.

Zweite Runde im politischen Streit um Sozialpädagogen für die Oldesloer Schulen. Nachdem bereits vergangenen Monat zwei befristete Stellen beschlossen worden waren, legte die SPD jetzt nach: Vier zusätzliche Sozialpädagogen sollen unbefristet eingestellt werden. Die dafür benötigten Mittel sind außerplanmäßig zur Verfügung zu stellen. Das ist doch mal eine Marke. Theoretisch gab es dafür auch Zustimmung von der Liberalen Anita Klahn. Sie argumentierte: „Grundsätzlich müsste an jeder Schule mindestens einer sein.“ Mit je nach Bedarf gestaffelter Stundenzahl. Ganz praktisch hat sie dann am Ende doch mit Nein gestimmt.

Auch die CDU ist theoretisch dafür. Immer wieder betonten Angela Fehrmann und Birgit Reichardt-Mewes: „Wir sind ja dabei, aber wir wollen einen vernünftigen Start und nichts Übereiltes.“ Im Klartext heißt das: Mit den zwei beschlossenen Sozialpädagogen werden erst mal Erfahrungen gesammelt, dann wird in Ruhe der Bedarf ermittelt und zugesehen, dass das Ganze auch haushaltsmäßig geordnet wird. Bestätigt sah sich die CDU durch eine Aussage von Fachbereichsleiter Thomas Sobczak. Der berichtete, dass in einer Schulleiter-Runde Runde große Zufriedenheit über die beschlossenen zwei Stellen herrschte. Doch dem Widersprach IGS-Rektor Andreas Bielke: „Zufriedenheit, dass ein Anfang gemacht wurde. Es muss mehr kommen! Ob zum 1. August oder erst zum 1. Januar – da sind wir beweglich.“

So weit die Grundsatzpositionen, dann ging es ins Eingemachte. Auf Nachfrage von Angela Fehrmann bestätigte Hauptamtsleiter Malte Schaarmann: „Aufgrund der bestehenden Beschlüsse ist zurzeit nichts anderes möglich.“ Da sah sich die CDU bestätigt. Doch SPD-Sprecher Jens-Pieter Friese insistiere und bekam auch Recht. Schaarmann musste einräumen: „Sie können natürlich beschließen, was sie wollen, und wir setzten dass dann selbstverständlich um.“ Dann kam Jens-Peter Friese allerdings zum eigentlichen Knackpunkt: Jede Vollzeitstelle würde den Personaletat um 0,5 Prozent erhöhen. Das Kieler Innenministerium hat verfügt, dass die Personalkosten bis Ende kommenden Jahres nur um vier Prozent steigen dürfen. Aber alleine der jetzt beschlossene Tarifabschluss schlägt mit satten acht Prozent zu Buche. Bürgermeister von Bary machte deutlich, was das bedeutet: „Das heißt für uns, dass wir frei werdende Stellen nicht nachbesetzen dürfen.“ Gleichzeitig muss wegen der Fußballquerelen ein Platzwart her, Ganztagsbetrieb an den Schulen soll in städtische Hand übergehen – das würde sich auch stellenmäßig niederschlagen.

Friese ließ sich davon überhaupt nicht beeindrucken. Im Gegenteil. „Der Bedarf ist da, dann haben wir die Pflicht, das zu beschließen. Da soll Kiel unseren Eltern mal begründen, warum das nicht genehmigt wird. Das ist ein Weg, um das Land in die Pflicht zu nehmen.“ Am Ende attestierte auch Birgit Reichardt-Mewes Jens-Pieter Friese, er habe engagiert gekämpft, doch an den Positionen änderte das nichts. Der Antrag wurde mit sechs Gegenstimmen abgelehnt.

andreas Olbertz

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 10. Mai 2008

In Form kommen oder gar nicht erst sein

Von Männerspielzeug und Rohrkrepierern

von Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten

Das ist doch noch ein echtes Männerspielzeug. Eine Laserpistole, um Raser zu schnappen. 5000 Euro kostet so ein Teil. Im Kreistag wurde heftig gestritten, als es um die Anschaffung einer Blitzanlage ging. In Oldesloe nicht. „Das ist einvernehmlich über den Haushalt beschlossen worden“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Haushalt in Oldesloe einvernehmlich? Im Leben nicht! Die Diskussionen im Ausschuss müssen auch extrem ruhig verlaufen sein, denn weder der Fraktionsvorsitzende der CDU, Rainer Fehrmann, noch der von der SPD, Hagen von Massenbach, können sich erinnern, dass das Thema jemals auf der Tagesordnung aufgetaucht wäre. Das nährt den Verdacht, dass da jemand eine Haushaltsstelle – nennen wir sie mal „Verkehrssicherheit“ – in den Etat geschummelt hat. Angesichts von tausenden Posten ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass mal jemand fragt: „Wofür sind eigentlich die 5000 Euro?“ Schwupps, haben wir eine Laserpistole.

Keine Frage: Bad Oldesloe hat eine Größe erreicht, da hat der Bürgermeister die Verkehrsaufsicht. Aber betrifft das auch Raserei? Ist die Stadt nicht nur für den ruhenden Verkehr zuständig, für Sicherheit im Sinne von „Verkehrssicherungspflicht“? Eine Pflichtaufgabe ist es jedenfalls nicht. Aus diesem Grund haben Städte wie Bargteheide oder Ahrensburg die Anschaffung von Laserpistolen dankend abgelehnt. Es wäre ein Zeichen guten Stils gewesen, sowas mal in die politischen Gremien zur Beratung zu geben.

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Ja, so ist sie, immer frei von der Leber weg. Im Sozialausschuss sagte Anita Klahn (FDP) jetzt: „Ganz ehrlich, ich lasse mir auch schon mal ein Buch von meinem Sohn aus der Bücherei mitbringen.“ Und schon 15 Euro Jahresgebühr gespart – von nix kommt nix. Da platzte Birgit Weißmann (SPD) der Kragen. „Das finde ich schäbig und erbärmlich“, wetterte sie. Aber weil sich keine Mehrheit für den Grünen-Antrag fand, künftig auf Ausleihgebühren zu verzichten, wird der Beschiss wohl weiter gehen – und alle wissen, dass es so gemacht wird. Aber die, die sich die 15 Euro wirklich nicht leisten können, kommen vermutlich gar nicht erst in die heiligen Bücherhallen.

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Das war sie also, die offizielle Elefantenrunde in Bargteheide mit den drei Bürgermeister-Bewerbern Dr. Henning Görtz, Susanne Danhier und Marianna Janz-Wecke. 239 Zuhörer erlebten in zweieinhalb Stunden hautnah, wie sich die Spreu vom Weizen trennte. Schnell wurde deutlich, wer rhetorisch bewandert war und wer mehr oder weniger Neuland betrat. Freundlich von Wahlplakaten zu lächeln, ist eine Sache, sich Hunderten von Menschen zu stellen und dabei taff rüberzukommen , eine ganz andere. Das liegt halt nicht jedem. Doch in diesem Fall sollte es das, muss es das. Denn es geht, mit Verlaub, um ein Amt, das es in sich hat. So feuerten beim Schaulaufen denn auch zwei Kandidaten aus allen Rohren, während der dritte unter einer gewissen Ladehemmung litt, punktuell falsch munitioniert war und man sich, trotz aller Sympathien, des Eindrucks nicht erwehren konnte, es geht weniger um das Bürgermeisteramt – als vielmehr um das Zünglein an der Waage.

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Als es in Bargteheide um das Thema Gewerbegebiet ging, hat der eine oder andere Zuhörer mit den Ohren geschlackert. Erfuhr er doch aus erster Hand, dass sich das Wirtschaftszentrum, aus dem die Gewerbesteuern so munter sprudeln, mit einer „langen Leitung“ zufrieden geben muss: DSL gibt es nicht. Wie bitte! Da ist es ja kein Wunder, dass sich weitere Unternehmen mit der Ansiedlung schwer tun. Also, fix her mit den schnellen Internetverbindungen. Der Slogan „Stormarns lebendige Stadt“ darf nicht vor Betrieben Halt machen. Rohrpost war gestern!

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Ein klassisches Foul. Oder, wie es Oldesloes Bürgermeister ausdrückte: Einem anderen Verein das Messer in den Rücken gerammt. Jaja, im Zwist zwischen Union und dem FFC wird der Umgang härter. Beide Vereine werden Schuld an der Misere haben. Wobei die Sympathien bislang wohl eher bei den aufstrebenden Frauen lagen. Walter Albrecht und die alten Sturköppe von Union verhindern, dass am Kurpark mal etwas frischer Wind weht – so das gängige Vorurteil. Aber mit einem Mal kippt die Waagschale. Da wird die hässliche Fratze der Macht sichtbar. Mit einer Pressemitteilung wird alles kaputt gemacht, was über Jahre mühsam erarbeitet worden war. In der ganze Debatte wird eine Frage erstaunlicherweise überhaupt nicht gestellt: Keiner spielt hochklassiger als die Frauen vom FFC. Keiner zieht mehr Zuschauer an. Ja, warum laufen die dann nicht im schmucken Travestadion auf? Die Vorzeigesportlerinnen gehören doch wohl ins Vorzeigestadion.

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Kastenform! Wer hat sich das bloß ausgedacht, die Linden in Ahrensburg rechteckig zu schneiden? Langweilig. Es gibt doch andere Möglichkeiten. Vielleicht herzchenförmig, weil man die Stadt so liebt, oder lustige Tierformen zur Freude der Passanten. Nun ja, die Ahrensburger Politiker dürften den Spaß an der Diskussion längst verloren haben. Alles interfraktionell abgekaspert, beantragt, beschlossen und in Auftrag gebene – und dann gefällt es den Bürgern nicht. Da empfiehlt auch unser Karikaturist Götz Wiedenroth den Besuch einer speziellen Modenschau. Oder wie wäre es mit Plastikbäumen: Das ist gar nicht so teuer, die halten viel länger und bleiben die ganze Zeit über in bester Form.

SPD zeigt ihre Alternativen auf

Stormarner Tageblatt vom 10. Mai 2008

SPD zeigt ihre Alternativen auf

Bad Oldesloe/st

Auch heute wird die SPD wieder mit einem Themenstand in der Innenstadt vertreten sein. Das Motto diesmal: Jetzt ist Schluss – Sie haben die Wahl! Auf Infotafeln werden Fehlentwicklungen der vergangenen fünf Jahre unter absoluter CDU-Mehrheit und die Alternativen aufgezeigt. Brauchen wir teure Gutachten? Muss der Kurparkweg tatsächlich für 152 000 Euro gepflastert werden? Sind unsere Bürger so unmündig, dass wir ihnen keine Mitgestaltung zutrauen? Wer mitdiskutieren will, findet die Genossen zwischen 9 und 13 Uhr am Mühlenplatz. 

 

Sozialstaffel für Bücherei-Karte

Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2008

Sozialstaffel für Bücherei-Karte

Ausführliche Debatte um 19 000 Euro aus der Jahresgebühr der Bücherei

Bad Oldesloe/ol

– Es ist immer das gleiche Bild im Oldesloer Ausschuss: Die großen Summen werden durchgewunken, aber bei den kleinen, überschaubaren Beträgen fühlt sich jedes Mitlied des Beschlussgremiums berufen, seine Meinung dazu zu geben.

Die Grünen hatten beantragt, dass die Oldesloer Bücherei künftig keine Ausleihgebühren mehr erheben solle. Leseförderung werde allgemein als sinnvoll erachtet, und die Gebühr mache nur zehn Prozent des Etats aus – darauf könne die Stadt auch verzichten. Eigentlich ganz einfach. Rund 22 000 Euro nimmt die Bücherei über die Jahresgebühr ein. Der dadurch verursachte Verwaltungsaufwand beläuft sich auf etwa 3000 Euro. Unterm Strich bleiben also 19 000 Euro.

Im Jahr 2002 zählte die Bücherei gut 5700 Leser. Ein Jahr später wurde die Jahresgebühr eingeführt, und etwa 1000 Leser blieben weg. In den Folgejahren ging es immer weiter bergab bis auf aktuell gut eingeschriebene 4300 Leser. Der Teufel steckt allerdings im Detail. Gleichzeitig stiegen die Ausleihzahlen deutlich an. Und: Mit einem Anstieg um 6,2 Prozent wurde ein neuer Spitzenwert erreicht. Das wiederum lässt den Schluss zu, dass ein Leseausweis in der Regel von mehreren Personen genutzt wird. Es gibt zwar keine Datenerhebung, aber Büchereileiter Andreas Geißler ist sich sicher: „Gerade sozial schwächer Gestellte schrecken vor dem 15-Euro-Betrag zurück.“

Für Birgit Reichardt-Mewes von der CDU war die Sache klar: „Alles, was nichts kostet, wird lausig behandelt. Es muss was kosten, dann hat es auch einen Wert.“ Für Anita Klahn (FDP) war mit Blick auf weitere 19 000 Euro, die an Mahngebühren eingenommen wurden, ein anderer Aspekt wichtig: „Wenn ich das sehe, kann es mit der Jahresgebühr ja nicht so schlimm sein.“

Und dann kriegten sich noch die beiden SPD-Abgeordneten in die Haare. Birgit Weißmann erkundigte sich, wie groß der Aufwand für sozial gestaffelte Jahresgebühren sei. Da musste sie sich vom Parteifreund Jens-Pieter Friese anhören, die Kollegin habe wohl nicht mitbekommen, dass das Thema in der Fraktion längst geklärt sei – wenn die Betroffenen Bedürftigkeit nachweisen müssten, würden sie stigmatisiert. Das rief Widerspruch der CDU auf den Plan …

Die Grüne Heike Uhlenbrok, die den vorgelegten Antrag verantworten sollte, sagte irgendwann gar nichts mehr: „Für 19 000 Euro dauert mir die Diskussion schon zu lange.“ Am Ende wurde beschlossen, dass Schüler, Studenten, Arbeitslose und Hartz IV-Empfänger keine Gebühr mehr zahlen müssen.

Andreas Olbertz

 

Eisige Stimmung – kein Konsens mit Kickerinnen

Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2008

Eisige Stimmung – kein Konsens mit Kickerinnen

Zwischen der Stadt Bad Oldesloe und dem Frauen Fußball Club (FFC) ist die Stimmung auf dem Tiefpunkt angelangt.

Bad Oldesloe/ol

– Die Spannungen waren greifbar – eine Delegation des FFC war zur Sozialausschuss-Sitzung erschienen. Der Frauenfußball-Verein hatte mit einer Pressemitteilung die schlechte Finanzlage beim SC Union Union, mit dem sich der FFC das Kurparkstadion teilt, öffentlich gemacht. Die Mediation zwischen den beiden Vereinen war geplatzt, im Nachgang hat Union den Pachtvertrag für das Kurpark-Stadion gekündigt (wir berichteten).

Die Kickerinnen wollten jetzt natürlich wissen, wie es weitergehen soll. „Wahrscheinlich herrscht dann Freistil“ befürchtete Thomas Heimann, dritter Vorsitzender des FFC. Bürgermeister Tassilo von Bary präsentierte sich ziemlich eisig. Obwohl am 2. Mai ein Gespräch angesetzt war, habe sich der FFC einen Tag vorher an die Öffentlichkeit gewandt und dadurch erheblich zum Scheitern der Mediation beigetragen. Tassilo von Bary: „Die Arbeit von zwei Jahren ist zunichte gemacht.“

Das sah Heimann anders, die Mediation sei bereits am 15. April gescheitert, der Termin jetzt sei lediglich ein Einzelgespräch zwischen dem Mediator und Unions-Vertretern gewesen. Den Brief an Presse und Politik wollte er als „Hilferuf“ verstanden wissen: „Nach acht Jahren stehen wir vor dem Nichts. Es geht nicht weiter.“ Dabei hat der Verein sportlich Erfolge vorzuweisen, die Frauen spielen in der zweiten Bundesliga. Für den Verwaltung-Chef zählt etwas anderes und deshalb sprach er Klartext: „Wenn man was will, muss man sich auch kooperativ verhalten und nicht einem Verein, dem es wirtschaftlich nicht gut geht, das Messer in den Rücken rammen.“

Thomas Heimann wollte auf einen anderen Punkt hinaus. Union habe städtische Gelder, die für die Anlage gedacht waren, in den Vereinsbetrieb investiert. „Ich verstehe nicht, dass das toleriert wird“, beschwerte er sich. Sein Verein habe fünf Monate lang jeweils 300 Euro Abschlag überwiesen unter dem Vorbehalt, dass rückwirkend zum ersten Januar ein gemeinsamer Vertrag abgeschlossen werde. Der sei ja nun hinfällig. Doch da kassierte er abermals eine Abfuhr vom Bürgermeister: „Ich weiß gar nicht, was Sie wollen. Das Flutlicht geht und warmes Wasser ist auch da.“

Beim FFC sorgt man sich jetzt um die Zukunft. „Wir müssen jetzt für die kommende Saison melden“, mahnte Thomas Heimann. Die Stadt übernimmt die Anlage am ersten Juli. Wenn dann erst über Spiel- und Trainingszeiten-Zuweisungen entschieden werde, sei es für den FFC zu spät. Schulterzucken beim Verwaltungs-Chef: „Stellen sie einen Antrag.“

Finanziell wird der Kurpark zukünftig zum Risikofaktor. Bislang wurden Einnahmen aus der Verpachtung von Kneipe und Wohnung zur Deckung der Kosten verwendet. Das ist jetzt fraglich. Bürgermeister von Bary: „Ob das so weiter geht, kann ich noch nicht sagen, weil ich nicht weiß, ob die Pächterin den Vertrag fortführen will.“ Sicher ist aber, dass zusätzliche Kosten anfallen. „Wir werden wohl nicht umhin kommen, einen Platzwart einzustellen. Die Personalkosten werden natürlich auf die Vereine umgelegt“, kündigte Bürgermeister von Bary an.

Die frostige Debatte ging eine ganze Weile hin und her bis die Grüne Heike Uhlenbrok konstatierte: „Sie sind ja beide ziemlich auf den Zinnen. Ich finde, das sollten Sie in einem Zweiergespräch bei einem Glas Bier klären.“ Ob es dazu kommt, ist allerdings fraglich. Im Ausschuss konnte kein Durchbruch erzielt werden. Andreas Olbertz

Blumen für Vorsitzende des Oldesloer GSKA

Blumen an Dr. Otto fickel und Birgit Reichardt-Mewes

Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2008

Blumen für Vorsitzende des Oldesloer GSKA

Bad Oldesloe/ol

– Den Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss (GSKA) zu leiten ist keine leichte Aufgabe. Die Tagesordnungen sind umfangreich, oft wird lange debattiert, und wenn Zuhörer anwesend sind – und das kommt häufig vor – kochen die Emotionen schon mal hoch. Ganz zu schweigen von den gelegentlich festgefahrenen Situationen. Diese hohen Anforderungen zeigen sich auch am hohen Verschleiß an GSKA-Vorsitzenden. Uwe Wilken hat sich mittlerweile ganz aus der Politik zurückgezogen, Birgit Reichardt-Mewes kapitulierte während des aufreibenden Schulform-Hickhacks, zum Schluss hatte Dr. Otto Fickel das Regiment.

In der letzten Ausschuss-Sitzung dieser Legislatur-Periode erhielten die beiden jetzt von der stellvertretenden Vorsitzenden Angela Fehrmann im Namen aller Fraktionen einen Blumenstrauß als Dank für die aufreibende Arbeit.

 

Streit lähmt Stadtentwicklung

Hamburger Abendblatt vom 8. Mai 2008

Bad Oldesloe Fussgängerzone, Hallenbad: Wer löst die Probleme?

Streit lähmt Stadtentwicklung

Strittige Themen wurden in der zu Ende gehenden Wahlperiode nicht abgearbeitet. Jetzt müssen die Nachfolger ran.

Von Claus Vogel

Bad Oldesloe -

Gestritten haben die Politiker in den vergangenen Jahren genug. Dabei haben sie oft die Stadtentwicklung verzögert: 2006 wollten CDU und FDP ein Thermalbad neben dem leer stehenden Hotelkomplex im Gewerbegebiet West bauen - SPD und Grüne waren dagegen. Und sie hatten bei einem Bürgervotum Erfolg: Die Mehrheit sprach sich für den Erhalt des alten Hallenbads aus.

Nun ist dort die Art der Modernisierung umstritten. Die CDU möchte die über 30 Jahre alte Halle sanieren und dazu ein Bewegungsbecken und einen Schwitzraum anbauen sowie das Kurhaus abreißen.

SPD und Grüne plädieren für den Einbau einer Sauna in das zu renovierende Kurhaus sowie für eine Gastronomie mit Snacks und Getränken statt eines Automaten für Limonade und Kaffee.

Gestritten wurde auch um den Steinfelder Redder. Dort setzte die mit einer satten Mehrheit im Rathaus agierende CDU gemeinsam mit der FDP ein Neubaugebiet durch - gegen SPD, Grüne und eine Bürgerinitiative. Mit ihrem Votum können die Oldesloer am 25. Mai deutlich machen, welchem der Streithähne sie eher die Lösung der Probleme in der Kreisstadt Bad Oldesloe zutrauen.

Wohnen, Radfahrer, Innenstadt – Themen der Senioren

Tim Höschler, Hagen von Massenbach, Frank Fiedler und Karin Hoffmann.

Stormarner Tageblatt vom 8. Mai 2008

Wohnen, Radfahrer, Innenstadt – Themen der Senioren

Politischer Rundumschlag vor der Wahl – Kandidaten aller vier Fraktion stellen sich den Fragen im Beirat

Bad Oldesloe/ol

– Oldesloer Senioren haben den Kommunalpolitikern auf den Zahn gefühlt. Vertreter aller vier Fraktion standen jetzt beim Seniorenbeirat Rede und Antwort.

Eigentlich waren Partei-Neueinsteiger eingeladen, die zum Thema: „Wie stellen Sie sich die Arbeiten in den Fraktion und dem Parlament vor?“ sprechen sollten. Die CDU schickte deshalb den 29-jährigen Neuling Tim Höschler ins Rennen. Frank Fiedler strebt erstmals für die FDP ein Mandat an, ist aber schon 40. Hagen von Massenbach ist zwar noch keine 40, aber bereits seit zwei Jahren SPD-Fraktionsvorsitzender. Die Grünen wurden von Karin Hoffmann vertreten – einer 63-jährigen Polit-Legende, die bereits im Zorn aus der Grünen-Fraktion ausgetreten war und als Einzelkämpferin einige Zeit in der Stadtvertretung weiter machte.

Doch von der persönlichen Motivation ging es dann sehr schnell zu den Sachthemen. Kaum hatte Kandidat Höschler sein kurzes Statement zu günstigem Essen für Senioren und dem behindertengerechten Umbau des Hallenbads beendet, flog ihm auch schon die erste Frage um die Ohren: „Und wie halten sie es mit den Radfahrern? In der Fußgängerzone?“ Soll der Hamburger Polizist da seine Oldesloer Kollegen schelten, dass sie zu wenig kontrollieren? Diplomatisch zog er sich aus der Affäre: „Radfahren und Fußgängerzone – das passt einfach nicht zusammen. Erst recht nicht an Tagen, wo es voller ist.“ Hagen von Massenbach hatte eine Idee von der Richtung, in die es zukünftig gehen muss. „Die Innenstadt muss für alle da sein“, sagte er, aber auch er findet, dass Radfahrer in der Fußgängerzone nichts zu suchen haben. Deswegen spricht er sich dafür aus, Alternativen für Radler zu finden, damit auch für sie das Zentrum attraktiv bleibt. Der Liberale Frank Fiedler verfolgt einen anderen Ansatz. Er versuchte, die Senioren für die Teilnahme am Integrierten Stadt-Entwicklungs-Konzept (ISEK) zu begeistern. Dort hätten sie die Möglichkeit, sich für ihre Anliegen stark zu machen. Er bemängelte, dass sich für die vier Arbeitsgruppen nur 40 Oldesloer eingetragen hätten.

Christine Stehn vom Seniorenbeirat mahnte bezahlbare, altengerechte Wohnungen an. Vorschlag von Karin Hoffmann: „Das beste Heim ist immer noch das eigene.“ Sie plädierte dafür, es alten Menschen zu ermöglichen, möglichst lange in ihrem vertrauten Umfeld leben zu können. „Seniorenlotsen“ könnten eine Schnittstelle zu Verwaltung, Pflegediensten oder Hilfsorganisationen darstellen. Müdes Schulterzucken bei Christine Stehn, alles schon mal da gewesen. Ein kompetentes Mitglied des Seniorenbeirats hatte unabhängige Beratung ein Jahr lang angeboten. In dieser Zeit sei nur eine Frau gekommen.

Sauberkeit, fehlende Fachgeschäfte, die „Möblierung“ der Innenstadt und natürlich das Kopfsteinpflaster – Hannelore Diercks brachte es auf den Nenner: „Uns ist das Wir-Gefühl abhanden gekommen.“ Ein Stichwort für Hagen von Massenbach: „Wie baue ich ein Bad Oldesloe, an dem alle mitmachen möchten?“ Er musste allerdings zugeben, dass er den idealen Weg, den alle beschreiten können, noch nicht gefunden hat.

Zoff um Kurparkstadion: FFC schießt Eigentor

Walter Albrecht

Stormarner Tageblatt vom 7. Mai 2008

Zoff um Kurparkstadion: FFC schießt Eigentor

Am Kurpark fliegen die Fetzen – mal wieder muss man wohl sagen. Der Knatsch zwischen Union und FFC über die gemeinsame Nutzung des Stadions hat einen neuen unrühmlichen Höhepunkt erreicht.

Bad Oldesloe/ol

– Thomas Heimann, dritter Vorsitzender und beim FFC für Organisation zuständig, hat ein saftiges Schreiben aufgesetzt. Verwaltung, Politik und Presse werden darüber informiert, dass die drohende Zahlungsunfähigkeit von Union die Nutzbarkeit der Anlage am Kurpark in Frage stelle. Über Jahre hinweg habe Union tausende Euro öffentlicher Gelder eingenommen. Die seien aber nicht in den Erhalt der Anlage investiert worden, sondern zur Finanzierung des eigenen Sportbetriebs ausgegeben worden. Union schiebe einen Schuldenberg vor sich her und habe kein Konzept zum Abbau der Verbindlichkeiten. Sie würden sogar jedes Jahr mehr. Der FFC spricht offen von Misswirtschaft.

Für Thomas Heimann ist daraus die Erkenntnis gewachsen, „dass der SC Union seinen Zahlungsverpflichtungen aus dem reinen Vereinsbetrieb nicht mehr nachkommen könnte“, wenn neue Verträge mit echter Kostentransparenz geschlossen würden. Die Begleichung der weiteren Verbindlichkeiten wie Energiekosten sei fraglich.

Unions-Vorsitzender Walter Albrecht tobt: „Da werden kübelweise Lügen und Halbwahrheiten verbreitet.“ Dass es seinem Verein finanziell nicht gut geht, bestreitet er nicht. „Wir sind nicht auf Rosen gebettet, aber welcher Verein ist das schon. In den vergangenen 100 Jahren sind wir immer unseren Verpflichtungen nachgekommen und werden das auch in Zukunft!“ Albrecht holt zum Gegenschlag aus: „Wie ein Kuckuck hat sich der FFC ins gemachte Nest gesetzt. Die haben doch nichts mitgebracht, außer ihren Bällen. “ 2005 habe Union in intensiver Eigenleistung die Kabinen umgebaut. Während der FFC von einem „derart ungepflegten Zustand“ spricht, wirft Albrecht den Fußballerinnen vor, bei der Reinigung durch Abwesenheit zu glänzen.

Albrecht unterstellt Heimann schlechte Zahlungsmoral. An den 12 300 Euro Energiekosten habe sich der FFC nur mit 3 600 Euro beteiligt – obwohl die Frauen und Mädchen mittlerweile die Hälfte des Betriebs ausmachten. Von Verschwendung öffentlicher Gelder könne deshalb keine Rede sein, vielmehr von „finanzieller Schieflage“ zu Lasten von Union. Walter Albrecht spricht Klartext: „Unsere Finanzen muss ich meinen Mitgliedern gegenüber vertreten. Die gehen den FFC überhaupt nichts an. Damit ist das Tischtuch endgültig zerschnitten.“

Seit geraumer Zeit lief zwischen beiden Vereine eine Mediation – die sich bereits auf der Zielgrade befunden hatte. Doch jetzt hat Mediator Jörg Lembke die Brocken hingeworfen: „Die Vereine sind offensichtlich nicht in der Lage, sich zu einigen.“ Er hat Union empfohlen, den Pachtvertrag für das Kurparkstadion vorzeitig zu kündigen. Den Rat hat Walter Albrecht angenommen – ab 30. Juni muss die Stadt die Verwaltung übernehmen.

Der Union-Vorsitzende wirkt fast erleichtert: „Jetzt hängen zwar alle am Gängelband der Stadt, aber ich muss mich nicht mehr mit Energiekosten rumärgern.“

Dafür hat jetzt Bürgermeister Tassilo von Bary die Sorgenfalten auf der Stirn: „Das ist die schlechteste aller Varianten, die wir unbedingt verhindern wollten.“ Finanziell werden die Vereine zukünftig jedenfalls schlechter da stehen, denn der Verwaltungs-Chef kündigte an, die anfallenden Personal- und Energiekosten umzulegen.

Tassilo von Bary hat kein Verständnis für das Vorpreschen des FFC: „Das war ein bisschen daneben. Selbst wenn ein Verein finanzielle Probleme hat, ist das nicht die Art, miteinander umzugehen.“ Ob sich die Frauen damit als zukünftige Pächter disqualifiziert haben, wollte er nicht sagen. Er orakelt aber: „Meine türkischen Freunde würden sicher gerne in den Pachtvertrag einsteigen.“

Andreas Olbertz

Vorwiegend sachliche Diskussion beim LN-Forum zur Kommunalwahl

Lübecker Nachrichten vom 7. Mai 2008

Vorwiegend sachliche Diskussion beim LN-Forum zur Kommunalwahl

Bad Oldesloe - Sanierung des Hallenbades, Schulreformen, Parkgebühren oder der zunehmende Schwerlastverkehr auf der Nordtangente: Den rund 70 Oldesloern brannten beim LN-Forum in der TMS-Aula so einige Themen unter den Nägeln. Die Fraktionsvorsitzenden der vier Parteien hatten zumeist gute Antworten parat.

Ein wenig hatte man bereits damit gerechnet, als Professor Gerold Rahmann um 19 Uhr immer noch nicht erschienen war. "Der braucht wohl wieder einen Sonderauftritt", mutmaßten einige der 70 Zuhörer beim LN-Forum zur Kommunalwahl am Montagabend in der Aula der Theodor- Mommsen-Schule in Bad Oldesloe. Und so war es dann auch: Kurz nach dem vorgesehenen Beginn betrat der Fraktionsvorsitzende der Oldesloer Grünen den Raum - verkleidet als eine Kombination aus Baum und Gärtner, grün angemalt, mit Ästen und Blättern auf dem Kopf, Gummistiefeln an den Füßen sowie Harke und Gießkanne in den Händen.

Damit hatte Rahmann den ersten Farbtupfer gesetzt, ein Stirnrunzeln der anderen Diskutanten geerntet und bereits polarisiert, bevor er ein Wort gesagt hatte. Das setzte sich dann während der rund zweistündigen Diskussion fort: Während die Grünen-Abgesandten bei seinen Äußerungen heftig applaudierten, rieten ihm andere Zuhörer, doch besser den Mund zu halten. Den ließ sich der lokale Ober-Grüne natürlich nicht verbieten und feuerte stattdessen einige Breitseiten ("fünf unangenehme Jahre, geprägt von Arroganz und Missachtung der Bürger") vor allem gegen die CDU und deren Fraktionsvorsitzenden Horst Möller ab, so dass LN-Redakteur und Moderator Joachim Strunk den Professor sogar einmal bremsen musste.

Obwohl Möller und Rahmann auf dem Podium nebeneinander saßen, scheint ein schwarz-grünes Modell wie in Hamburg nach der Kommunalwahl in Bad Oldesloe also ausgeschlossen. Zu tief sitzen offenbar noch die Wunden Steinfelder Redder oder Hallenbad. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Hagen von Massenbach prophezeite sogar, dass die Bebauung des Steinfelder Redder über Jahre gesehen zu einem Minusgeschäft für die Stadt werde. Zudem beklagte er zusammen mit Rahmann, dass viel zu viel Geld für Gutachterbüros ausgegeben und auf der anderen Seite der Bürger zu wenig gehört werde.

Auch beim Thema Schulreform musste Möller noch einige Seitenhiebe wegen des gescheiterten Modells Regionalschule einstecken. Für die CDU reklamierte er jedoch, den Schuldenstand der Stadt innerhalb der vergangenen fünf Jahre von 12,7 auf 6,8 Millionen Euro nahezu halbiert sowie zugleich fast 40 Millionen Euro unter anderem in Schulen, Straßen und Sportanlagen investiert zu haben. Und das solle auch in den nächsten fünf Jahren so bleiben, Geld für Straßen und Radwege sowie auch für Sozialpädagogen an Schulen und den Ausbau des Krippenplatzangebotes bereitgestellt werden.

Bildung und der Natur- und Umweltschutz sind auch die beiden großen Themen sowohl für die Grünen als auch für die SPD, die weiterhin die größte Schnittmenge der vier Parteien aufweisen. Alle Fraktionen waren sich jedoch einig, im Zuge des Ganztagesbetriebes an den Schulen allen Kindern ein Mensa-Essen zu ermöglichen. "Wir müssen aber gucken, was finanzierbar ist", sagte FDP-Fraktionschef Karl- Reinhold Wurch. Kostenloses Mensa-Essen schlossen alle vier Parteivertreter aus, sicherten aber Zuschüsse für Bedürftige und sozial schwache Familien zu.

Auch beim Thema Parkgebühren plädieren CDU und FDP für eine neue flexible Regelung und eine Abrechnung nach Zeit im gesamten Stadtgebiet. Wurch: "Wer von einem Parkplatz zum nächsten fährt, soll nicht überall ein neues Ticket ziehen müssen."

Beim Problem Nordtangente, also dem zunehmenden Schwerlastverkehr auf dem Konrad- Adenauer-Ring, hatte jedoch niemand eine echte Lösung parat. Eine Südtangente sei technisch nicht möglich, und die Zuständigkeit für die B 75 liege ohnehin nicht bei der Stadt. Die Parteien sicherten jedoch zu, über eine neue Beschilderung nachzudenken, um so Lkw aus der Innenstadt fernzuhalten. Da offenbar viele Maut-Flüchtlinge darunter sind, forderte Rahmann eine Lkw-Maut auch für die B 75 und die Leute auf, ähnlich einer Bürgerinitiative selbst aktiv zu werden: "Machen Sie auf sich aufmerksam, zum Beispiel durch eine dreitägige Sitzblockade auf der B 75."

Von Markus Carstens, LN

Lesermeinung Schwimmhalle: Unsinnige Planung

Stormarner Tageblatt vom 6. Mai 2008

Lesermeinung Schwimmhalle: Unsinnige Planung

Zum Thema Umgestaltung der Schwimmhalle in Bad Oldesloe:

Die Vorgehensweise um die Sanierung der Oldesloer Schwimmhalle ist offenkundig ein Stück aus dem Tollhaus. Da werden Architekten beauftragt, verschiede Entwürfe vorzulegen. Es wird beraten, verworfen und es muss von den Architekten nachgebessert werden. Danach wird wieder beraten und schließlich wird eine von vier Varianten beschlossen.

Aber dann stellen die Verantwortlichen plötzlich fest: Hoppla, die Architekten, die damals die Schwimmhalle gebaut haben, sind ja noch im Besitz der Urheberrechte und müssen erst noch gefragt werden. Presseberichten zufolge sollen die Architekten sogar vorher ausdrücklich darum gebeten haben. Das ist offenbar von der Stadt versäumt worden.

Welche gravierenden Probleme alte Urheberrechte einer Stadt machen können, lässt sich zur Zeit am Beispiel des Ahrensburger Muschelläufers sehr gut ersehen. Diese Vorgehensweise der Sanierungsplanung ist für die Bürger mehr als unverständlich. Ein sinnvoller Planungsablauf würde der Stadt vermutlich sehr viel Kosten, Zeit und Ärger ersparen.

MANFRED FISCHER Bad Oldesloe

Flohmarkt, Clown und Spargelcreme

SPD-Flohmarkt
Zauberclown Maximum
Spargelsuppe ausverkauft

Stormarner Tageblatt vom 4. Mai 2008

Flohmarkt, Clown und Spargelcreme

Gute Stimmung beim verkaufsoffenen Sonntag, auch wenn die Suppe allzu schnell ausgelöffelt war

Bad Oldesloe/srp

– Volle Straßencafés und Geschäfte, Spezialitäten von Spanferkel bis Spargelsuppe, dazu ein Wetterchen so ganz nach dem Geschmack von Kunden und Kaufleuten: der zweite verkaufsoffene Sonntag in Bad Oldesloe ließ fast keine Wünsche offen.

Ob Schuhe oder Sommerkleidung, Bücher oder Kosmetik – am Sonntag machen das Einkaufen und Bummeln noch mal so viel Spaß. Die Kunden sind entspannter, und die Laune ist so sonnig wie das Wetter. Das Thema Spargel stand gestern im Vordergrund, die Spargelsuppe aus der Küche von Chefkoch Klaus Strahlendorf vom Restaurant „Zum Kamin“ war bereits nach anderthalb Stunden ausverkauft.

„Wir hätten nochmal so viel verkaufen können“, sagte Diana Lemke, Bereichsleiterin des Kinder- und Jugendhauses St. Josef, das den Verkauf der leckeren Suppe auf der Hude übernommen hatte. Die GOK hatte 50 Liter Spargelsuppe bereit gestellt, Joana und Mareike, Bewohnerinnen des Jugendhauses, hatten sich freiwillig für den Verkauf gemeldet und viel Spaß dabei.

Rund 150 Portionen gingen über den Tisch, viele Kunden gingen aber leer aus. Der Erlös in Höhe von 360 Euro soll in voller Höhe für die Einrichtung und Umgestaltung eines Freizeitraums am St. Josef-Stift verwendet werden.

„Die Oldesloer sind gut drauf“, freute sich Zauberclown Maximum alias Gunther Veh, der durch die Fußgängerzone zog und dabei die Kinder mit allerlei Zaubereien und kleinen Späßchen begeisterte. Am Stand der Oldesloer Bühne auf der Hude wartete für die Kleinen eine weitere Attraktion. Die Kinder konnten sich hier gegen eine Spende für die Jugendarbeit des Vereins von den geschickten Händen von Katrin Müller als Raubkatze, Prinzessin oder Pirat schminken lassen.

Lange Warteschlangen gab es vor den Eisdielen, und auch die Tische der Cafés waren fast alle voll besetzt. Im Hof des Bürgerhauses hatte die SPD einen kleinen Flohmarkt mit 20 Ständen organisiert. Der Erlös kommt dem Verein „Efa“ (Essen für alle) zugute.

Ein wenig Unmut regte sich ob des leeren Marktplatzes. Es habe Kritik gegeben, dass hier überhaupt keine Stände waren, gesteht Ilona Rehme. „Der Schwerpunkt lag diesmal auf der Hude. Es sollen alle Bereiche mal bespielt werden“, so die GOK-Vorsitzende, die ansonsten aber sehr zufrieden war.

Der nächste verkaufsoffene Sonntag wird am 28. September sein. Zuvor gibt es jedoch noch ein „kriminalistisches Spektakel“, das von der GOK aber noch als Geheimnis gehütet wird.

Spende: 600 Euro für den Drachenturm

Birgit Weißmann/SPD und Marion Kattler-Vetter/Oldesloer Tafel eV

Stormarner Tageblatt vom 4. Mai 2008

Spende: 600 Euro für den Drachenturm

Bad Oldesloe/st

– Marion Kattler-Vetter, die Vorsitzende des Vereins Oldesloer Tafel war völlig sprachlos als ihr Birgit Weißmann von der SPD 602 Euro für die Einrichtung Drachentum überreichte. Der Erlös war bei einem Bücherflohmarkt der Sozialdemokraten in der Mühlenstraße zusammengekommen. Birgit Weißmann, die den Flohmarkt, organisiert hatte, freute sich ebenfalls über das unerwartet hohe Ergebnis: „Das verdanken wir vielen großzügigen Bücherspendern und allen Käufern, die mit zwei Euro pro Buch gerne für den guten Zweck einen etwas höheren Preis als üblich für ein Flohmarktbuch ausgaben“, sagte Birgit Weißmann.

Im Drachenturm in der Turmstraße werden vor allem Kinder von Übersiedlern, Kriegsflüchtlingen, Asylbewerbern und sozial schwachen Familien betreut. Einige hauptamtliche und viele ehrenamtliche Betreuer leisten diese engagierte Arbeit, die wegen geringer finanzieller Mittel oft nur durch Organisations- und Improvisationstalent und dem festen Willen, helfen zu wollen, gelingt.

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 3. Mai 2008

Konzepte in der Schublade & ein Kilometer-Dilemma

Weniger ist mehr: Denkste!

Von Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten

So traurig es ist, aber so wird das nix. Die Verwaltung hat Konzepte für die Umgestaltung der Oldesloer Fußgängerzone in der Schublade, stellt sie aber bei der Bürgerbeteiligung nicht vor. Und einige Geschäftsleute suchen ihr Heil in der 08/15-Forderung nach kostenlosen Parkplätzen. Das ist zwar populär, aber ob es auch nur einen neuen Kunden bringt, darf getrost bezweifelt werden. Und dann das Gejammer, wie schlecht die Lage ist – wer will denn das noch hören? Leerstand, hohe Mieten, unfreundliche Beratung, schlechter Service – darauf hat die Stadt keinen Einfluss, da müssen sich Kaufleute und Vermieter an die eigene Nase fassen. Wenn die Parameter stimmen, dann macht es auch Sinn, über neue Möbel oder gar eine Imagekampagne nachzudenken.

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Was war das denn für eine flaue Nummer? Siegfried Wobig ist seit 42 Jahren in der Stadtverordnetenversammlung. Keine Frage: Der Mann hat sich in der Zeit nicht nur Freunde gemacht, aber egal. Er hat sich eingesetzt für Stadt und CDU. Dieter Knoll von der SPD hat nur eine Legislaturperiode weniger auf dem Buckel, ein eher stiller, aber auch er kann ganz schön poltern und gnatzen. Was die beiden an Sitzungen, unsäglichen Debatten und wegweisenden Entscheidungen mitgemacht haben, kann sich kaum jemand vorstellen. Vier Jahrzehnte Politik, Triumphe und Niederlagen! Redder erst hin, dann zurück und jetzt doch bebaut – nur ein Beispiel auf die Schnelle. Beide wurden jetzt verabschiedet. Warmer Händedruck, ein Bild, der obligatorische Blumenstrauß und eine Aufzählung, in was für exotischen Ausschüssen sie damals mitwirkten. Das war alles? Keinerlei Würdigung ihrer Verdienste? Nicht mal ein persönliches Wort? Keine Anedokten? Nix? Eine ganz arme Vorstellung, da hätten beide mehr verdient gehabt.

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Oldesloes SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach hatte es befürchtet. „Ab nächster Woche wird der Wind härter“, sagte er bei einer Fete im Connors. Die Genossen hatten dort gefeiert, dass der Wahlkampf nun endlich losgeht. Und von Massenbach sollte recht behalten. Wenige Tage später verschickte CDU-Vorsitzender Rainer Fehrmann eine Protestnote an den Bürgermeister und alle anderen Parteien, in der er sich darüber auslässt, dass die Sozis einen Tag vor den Schwarzen ihre Plakate aufstellten – gerüchteweise soll es sogar noch früher gewesen sein. Seiner Partei sei das verwehrt worden. Fehrmann befürchtet einseitige Beeinflussung und Information. Hätte er vorab mal in die Satzung der Stadt geschaut, hätte ihm auffallen müssen, dass sechs Wochen Wahlwerbung erlaubt sind. Da hatte der Bürgermeister wohl falsch informiert.

Die SPD ihrerseits kocht ebenfalls. Beckstein war lange weg, da standen noch immer seine Plakate in der Stadt und blockierten die attraktivsten Standorte. Nee, wie ärgerlich. Und überhaupt, grübelt so mancher Genosse, stünden verdammt viele CDU-Plakate in der Stadt. Ob das wohl mehr als die maximal erlaubten 100 seien? Dafür müsste man sich die Mühe machen, sie mal alle vernünftig zu zählen. Die Grünen basteln derweil noch an ihren Plakaten und die Liberalen? Man weiß es nicht.

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Weniger ist mehr – nicht immer. Manchmal ist mehr sogar vielmehr: siehe Bargteheide. Die Stadt ist nicht nur mittendrin statt nur dabei – sie ist auch einfach zu dicht dran. Es fehlt an Länge, an einem läppischen Kilometer. Um nämlich vom Unterzentrum zum Mittelzentrum in Teilfunktion aufsteigen und sich somit aus den Fleischtöpfen des Landes bedienen zu können, muss das nächste Mittelzentrum mindestens zehn Kilometer entfernt sein. Das ist Ahrensburg. Aber Stormarns lebendige Stadt kommt auf maximal neun Kilometer. Das wurmt Verwaltung und Kommunalpolitik gewaltig, da alle anderen vom Land auferlegten Vorgaben wie Infrastruktur, Schulen, Freizeit, Kultur mit Bravour erfüllt werden. Was tun? Die schrägste Möglichkeit wäre, die Stadtmitte schwuppdiwupp weiter weg zu positionieren, wie es unser Karikaturist vorschlägt. Dann wäre alles in Butter und Bargteheide könnte sich 340 000 Euro an Kieler Zuwändungen in die Tasche stopfen. Hier ist natürlich der Wunsch Vater des Gedankens. Was bleibt, ist abzuwarten, ob die Kilometer-Vorgabe vielleicht einmal aufgeweicht wird. Bis dahin heißt es: am Ball bleiben, Flagge zeigen, wie es Bürgermeister Mitsch ausdrückt. Und wie heißt es so schön: Die Vorfreude darauf ist doch die schönste Freude . . .

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Die Sonne scheint, der Himmel lacht, das erste Freibad hat eröffnet (Trittau), und am verlängerten Wochenende locken Veranstaltungen vom Kunsthandfest in Barnitz bis zum Spargelfest in Bad Oldesloe zum Ausflug. Der Mai 2008 hätte nur besser anfangen können, wenn Himmelfahrt und 1. Mai nicht auf einen Tag gefallen wären. Angesichts dieser „schwierigen Konstellation“ war sogar Stormarns neuer DGB-Chef Uwe Teut zufrieden mit 100 Mit-Marschierern bei der traditionellen Kundgebung in Bargteheide. Auch wenn Hof- und andere Feste deutlich mehr Menschen anlockten. Aber das eine dient eben der fröhlichen Entspannung, das andere ist eher anstrengend. Es ist wenig erbaulich, sich immer wieder die gleichen Klagen anzuhören, wenn man lieber Antworten hätte.

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Der Wahlkampf will einfach nicht in Schwung kommen. Dass es nur noch drei Wochen bis zum Urnengang sind, merkt man lediglich an den überall auftauchenden Plakaten mit fröhlichen Gesichtern. Man kann aber davon ausgehen, dass die Fotos schon etwas älter sind. Wie nervös die Politiker jetzt schon sind, zeigt sich gerade in Ahrensburg. Der Streit um den Kastenschnitt für die Linden in der Großen Straße treibt seltsame Blüten. Obwohl die Aufträge erteilt sind, soll der Ausschuss nochmal diskutieren. Das können die Ahrensburger Stadtverordneten nur empfehlen. Per Satzung hatten sie sich vor einigen Jahren selbst entmachtet. Wie ärgerlich.

Bad Oldesloer Bürger fragen "ihre" Politiker. Großes LN-Forum am 5. Mai

Lübecker Nachrichten vom 3. Mai 2008

Bad Oldesloer Bürger fragen "ihre" Politiker Großes LN-Forum am 5. Mai

Bad Oldesloe - Mit viel Enthusiasmus waren die Christdemokraten nach ihrem großen Sieg bei der Kommunalwahl 2003 in die Legislaturperiode gestartet, wollten die Kreisstadt wieder nach vorn bringen, in ihrem Sinne. Und sie zogen ihre Politik - wie versprochen - konsequent durch. Gegen viele Vorbehalte der Opposition aus SPD und Grünen, aber auch manches Mal gegen die Liberalen der FDP. Ganz zu schweigen natürlich von den Bürgerinitiativen zur Erhaltung des Steinfelder Redders oder des alten Hallenbades.

Gerade bei letzterem Thema aber erlitt die CDU Schiffbruch. Weil sie hier offenbar zu rigoros vorgegangen war. Und selbst eingefleischte CDU-Wähler gegen sich aufbrachte. Die wollten gar kein teures Wellness-Luxusbad haben, vor allem nicht als PPP-Modell, bei dem sie befürchteten, dass die Stadt ihre Einflussmöglichkeiten verlieren könne. Die Bürgerinitiative setzte einen Bürgerentscheid durch, bei dem sich die Oldesloer letztlich deutlich für die Erhaltung des alten Hallenbades aussprachen.

Ähnlich verlief Anfang 2007 die Diskussion um die Einführung der Regionalschule in Bad Oldesloe. Hier schien sich die CDU endgültig die Sympathien der Oldesloer zu verscherzen. Entgegen den Forderungen aus Elternschaft und Pädagogenkollegium wollte der damalige Fraktionschef Matthias Rohde die TSS zur Regionalschule machen. Erst nach einer internen turbulenten Auseinandersetzung, an dessen Ende der ungeliebte Rohde alle politischen Ämter abgeben "durfte", schwenkte die Mehrheitspartei um auf die gemeinsame Linie mit den anderen Parteien. Die aktuellen Anmeldezahlen für die als Regionalschule vorgesehen Klaus-Groth-Schule hat deutlich gemacht, dass diese Schulform keine Zukunft hat.

Mittlerweile befindet sich die CDU auf Schmusekurs, vor allem mit den anderen Parteien. "Wahltaktik!" rufen Rote und Grüne, die bei einem erneuten Erfolg der Schwarzen eine Politik der "Arroganz der Macht" befürchten. Die SPD beschwört daher in ihrem Wahlprogramm noch mehr Kooperation und Einbeziehung der Bürger: "Nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in einem offenen Diskussionsprozess, aber stets unter dem Vorbehalt des Machbaren und Vertretbaren".

Auch die FDP setzt "auf das Engagement, die Kreativität sowie die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger". Eingedenk ihrer vergleichsweise geringen Einflussmöglichkeiten - nach der letzten Kommunalwahl reichte es lediglich zu zwei Plätzen in der Stadtverordnetenversammlung - sehen sich die Liberalen daher eher als Moderatoren für Gespräche und Diskussionen zwischen "Alt- und Neubürgern", zwischen den verschiedenen Interessen(gruppen).

Die Grünen pflegen ihr Image als Umwelt- und Ökopartei, plädieren aber ebenfalls für wesentlich mehr Bürgerbeteiligung. Abzuwarten bleibt angesichts der jüngsten Entwicklung etwa in Hamburg, wo sich CDU und Grüne zu einer Koalition zusammen fanden, inwieweit ähnliche Kooperationen auch lokal verwirklicht werden können, wo es mehr oder weniger große Schnittmengen zwischen den Parteien gibt.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, können sich Montag Abend selbst ein Bild von der politischen Situation vor Ort machen. Die vier Fraktionsvorsitzenden der Oldesloer Parteien, Horst Möller (CDU), Hagen von Massenbach (SPD), Prof. Gerold Rahmann (Grüne) und Karl-Reinhold Wurch (FDP), stellen sich in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule (Hamburger Straße 42 in Bad Oldesloe) Ihren und unseren Fragen. Nutzen Sie die Gelegenheit und nehmen Sie teil an dieser großen LN-Podiumsdiskussion. Fragen Sie nach der Schulsituation, nach dem Stadtumbau West, wie die Politiker sich dem Verkehrsproblem in Oldesloe stellen wollen, was sie zur Innenstadtbelebung tun wollen, wie sie Oldesloe noch attraktiver machen wollen - für Einheimische, aber auch für Neubürger. Und wenn Sie nicht selbst die Fragen stellen wollen, dann schreiben Sie sie uns, damit wir sie stellvertretend für Sie an die Politiker richten können: per E-Mail redaktion.stormarn@ln-luebeck.de oder per Fax an 04531/88 77 29.

Die Veranstaltung in der TMS beginnt um 19 Uhr und dauert voraussichtlich zwei Stunden. Der Eintritt ist frei.

Von Joachim Strunk, LN

SPD informiert über Hallenbadpläne

Stormarner Tageblatt vom 2. Mai 2008

Nachrichten
SPD informiert über Hallenbadpläne

Bad Oldesloe/st

Die SPD Bad Oldesloe informiert am kommenden Sonnabend, 3. Mai, ab 9 Uhr mit einem Infostand am Mühlenplatz über die neuesten Pläne zum Hallenbad. Auf drei Stellwänden präsentieren die Genossen Zahlen, Daten und Fakten. Großer Diskussionspunkt bleibt weiterhin die Sauna, die für die Sozialdemokraten ein absolutes „Muss“ ist, ebenso wie ein wettkampffähiges Schwimm- , Lehr- sowie ein Therapiebecken. Die CDU hatte im jüngsten Hauptausschuss gegen eine Sauna gestimmt.

Frei parken – Rettung für die Innenstadt ?

Stormarner Tageblatt vom 2. Mai 2008

Frei parken – Rettung für die Innenstadt ?

Die Umgestaltung der Oldesloer Innenstadt war das Thema, aber am Ende stand hauptsächlich die Forderung kostenloser Parkplätze im Raum.

Bad Oldesloe/ol

– Das war sie nun – die lang versprochene Bürgerbeteiligung zur Umgestaltung der Innenstadt. Und was ist heraus gekommen? Ein großer Rundumschlag für oder gegen die Fußgängerzone, viel verbales Getöse, aber wenig Greifbares.

Angela Hausser, Leiterin der Planungsabteilung im städtischen Bauamt zeigte einige Bilder aus der Innenstadt. Problemfelder, an denen nach ihrer Ansicht Handlungsbedarf besteht. Die Bänke stammen noch aus der Zeit der Umgestaltung in den 70er Jahren, die Lampen sind historisierend, die Blumenkübel, auch wenn sie jetzt jahreszeitlich bepflanzt werden, sind ebenfalls nicht mehr der Hit. Ganz zu schweigen von den Papierkörben. Von den ehemals zehn Wackeltieren in der Fußgängerzone gibt es heut noch zwei. Für Angela Hausser steht deshalb fest: Am Erscheinungsbild und am Image der Fußgängerzone muss sich etwas ändern.

Im Planungsausschuss wurden dazu auch bereits Visionen vorgestellt: Edelstahlbänke, neue Lampen, moderne Spiel- und Klettergeräte für Kinder, futuristische Sitzgelegenheiten für Jugendliche und Leuchtbänder im Fußboden, die auf historische Sehenswürdigkeiten aufmerksam machen. Doch offensichtlich scheint das nicht mehr aktuell zu sein, denn auch auf Nachfrage verneinte Bürgermeister Tassilo von Bary, dass es schon Planungen gebe: „Uns schwebt ein Gesamtkonzept vor, das mehr umfasst als nur ein paar Möbel.“ Im Juli soll das in der Politik vorgestellt werden.

Aber das wäre an diesem Abend ohnehin nicht wichtig gewesen. „Wenn Geschäftsinhaber ihr Auskommen haben sollen, müssen wir über ganz andere Dinge nachdenken“, kritisierte Johann Jessen. Die Innenstadt sei leer, ja sogar tot. Dagegen hilft nach Ansicht des Fotografen nur eins: „Wir dürfen das Parken nicht länger erschweren, sondern sollten den Leuten noch Gutscheine an die Scheiben pappen und die Kunden damit willkommen heißen.“ Applaus und weitere Kritik von anderen Teilnehmern: Die städtischen Kontrolleure würden ja nur in den Ecken lungern und darauf warten, dass Kunden ohne Parkschein ihre Wagen verließen, und schon hätten sie ein Ticket an der Scheibe. Andere Städte zeigten es, dass mit kostenlosen Parkplätzen durchaus Erfolg zu erzielen sei. Hohngelächter erntete der Bürgermeister für seine Ankündigung, prüfen zu lassen, ob Parkgebühren zukünftig nicht auch mit dem Handy bezahlt werden können.

Andere, wie beispielsweise Ilona Rehme, sahen das Problem differenzierter. Kunden seien sehr wohl bereit, Parkgebühren zu bezahlen, sie wollten sich aber zeitlich nicht unter Druck setzen lassen. Grade sonnabends habe man Zeit zu bummeln, könne nach dem Einkauf vielleicht noch einen Kaffee trinken, habe dann aber die ablaufende Parkzeit im Nacken. Abhilfe könnten Parkplätze mit Schranken schaffen, bei denen bei der Ausfahrt abgerechnet werde. Oder noch besser, so ein Vorschlag: Kostenlose Stellplätze mit Parkscheibe, um Dauerparken zu verhindern.

Michael Hänchen (M+H) sprach verschiedene Punkte an: Der erfolgreiche Adventsmarkt in der Stormarnhalle entwickele sich zur Konkurrenz für die Innenstadt – und das würde auch noch mit städtischem Geld bezahlt, während der GOK gleichzeitig nicht gestattet werde, an dem Termin einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag anzubieten. Hänchen forderte von seinen Kollegen einheitlichere Öffnungszeiten. „Wir können sonnabends nicht mehr um 14 Uhr schließen“, mahnte er und ergänzte: „Schmutz ist ein Problem. Achtet darauf, wenn etwas raus gestellt wird, dass das auch etwas Stil hat.“ Der ehemalige CDU-Stadtvertreter Armin Baghai legte den Finger in andere Wunden: „Wir haben Flächen, die sind Schandflecke. Hier werden Mieten auf Ahrensburger Niveau verlangt, obwohl wir gar nicht die Kaufkraft haben.“

Andreas Olbertz

Chaos auf dem Schulmarkt

Hildegard Pontow

Stormarner Tageblatt vom 30. April 2008

Chaos auf dem Schulmarkt

Die KGS wird nach den Sommerferien keine Regionalschule. Das wirft einige Probleme auf, für die es bislang keine Lösung zu geben scheint.

Bad Oldesloe/ol

– Rums, da fällt das Fallbeil. Aus der Traum von der kleinen Regionalschule – das Kultusministerium widerruft die Genehmigung für die Klaus-Groth-Schule.

Ganz unerwartet kam diese Entscheidung nicht. Zwölf Schüler hatten sich an der KGS angemeldet. Zu wenig für eine Regionalschule. 45 müssten es schon sein. Mit weniger Schülern wollte das Ministerium keine Anlaufphase genehmigen. „Die Eltern haben sich gegen uns entschieden“, kommentiert Rektorin Hildegard Pontow die Entscheidung.

Sie hatte ihren Schützlingen frühzeitig geraten: „Eh ihr die letzten seid, die über bleiben, meldet euch auch an der TSS an.“ Da dort ein Mix von Kindern mit möglichst unterschiedlichen Schulartempfehlungen eingehalten werden muss, hatten die Hauptschüler gute Karten und wurden alle genommen. Etwa 30 Kinder mit Realschulempfehlung bekamen eine Ablehnung – an der IGS war die Situation ähnlich.

Hildegard Pontow gesteht: „Ich bin jetzt erst mal froh, Klarheit für das nächste Jahr zu haben. Rückläufer vom Gymnasium – da muss ich mir keine Gedanken drüber machen.“ Doch Ruhe hat sie damit nicht. „Es werden viele Kollegen das sinkende Schiff verlassen, ehe es ganz abgegluckert ist,“, befürchtet die Pädagogin. Also wird der Kampf vermutlich weiter gehen – die komplizierte Rechtssituation macht es möglich.

Wie Sven Runde, Sprecher des Kultusministeriums, gestern erläuterte, sieht das Gesetz 2010 eine Zwangsumwandlung aller Haupt- und Realschulen in Regionalschulen vor. Nur wenn Schulen schon vorher starten wollen, müssen Anträge gestellt werden. Für die KGS ist der jetzt abgelehnt worden. „Das bedeutet ja nicht das Ende der KGS. Sie bleibt Grund- und Hauptschule.“ Will heißen: Bis zur endgültigen Umwandlung können weiterhin Hauptschüler aufgenommen werden. Doch wer meldet sein Kind schon an einer Schule an, deren Zukunft derart ungewiss ist – zumal wenn andere Einrichtungen die Chance auf einen höheren Abschluss bieten? Natürlich niemand – an der KGS gab es zuletzt nur noch vier Anmeldungen. Für den Fall hat das Ministerium eine klare Linie. Sprecher Runde: „Eine Schule ohne Schüler macht natürlich keinen Sinn.“

Und das große Rad dreht noch weiter: Die TSS ist auf Dreizügigkeit ausgelegt. Diese 78 Plätze sind vergeben. Etliche Eltern, deren Kinder dort abgelehnt wurden, beschreiten den Klageweg. Damit liegt die Entscheidung über die Klassenstärke an der TSS möglicherweise in der Hand von Richtern. Das sieht Schulrätin Katrin Thomas nicht so: „Die Zügigkeit ist nicht auf alle Zeiten festgeschrieben. Dann muss man eben sehen, wo Räume leer stehen – das ist Aufgabe des Schulträgers.“ Und dann sind da ja noch die Schüler, die es auf dem Gymnasium nicht schaffen – die müssten auf eine Regionalschule, die es in Stormarn nicht gibt. Katrin Thomas: „Die Gemeinschaftsschulen müssen ihre Aufnahmekapazitäten ausschöpfen.“

Der SPD-Landtagsabgeordnete Konrad Nabel aus Ahrensburg frohlockte gestern: „Damit setzt sich ein deutschlandweit einmaliges Modell einer pädagogisch zeitgemäßen und gerechten Schule in unserem Bundesland durch.“

Andreas Olbertz

Alte Kämpen verabschiedet

Langjähriger Einsatz in der Politik: Dieter Knoll

Stormarner Tageblatt vom 30. April 2008

Alte Kämpen verabschiedet

Dieter Knoll und Siegfried Wobig sind zwei Urgesteine der Oldesloer Kommunalpolitik. Sie wurden jetzt verabschiedet.

Bad Oldesloe/ol

– Die Legislaturperiode neigt sich dem Ende entgegen, da ist es an der Zeit, ein paar Geschenke zu verteilen. Nein, keine Wahlgeschenke, sondern Dankeschön-Präsente für verdiente Kommunalpolitiker. Anlässlich der Stadtverordneten-Versammlung stand deshalb ein großer Gabentisch in der Festhalle und Bürgerworthalter Dr. Wolfgang Böge fand launige Worte, wie beispielsweise: „Wenn man kommunalpolitische Arbeit beginnt, braucht man sich über die Gestaltung der Abende keine Gedanken mehr zu machen.“ Statt Ruhm und Ansehen gebe es meckerige Anrufe von Bürgern und Schelte der Presse.

Für zwei, für drei, vier, fünf oder sechs Wahlperioden gab es ein Präsent. Da blieb am Ende kaum einer, der kein Geschenk erhalten hätte, viele sind auf den Listen ihrer Parteien aussichtsreich platziert – die werden auch nach dem 25. Mai dabei sein.

Bei zwei besonders alten Kämpen wird das voraussichtlich nicht der Fall sein. Dieter Knoll (SPD) und Siegfried Wobig (CDU) sind 38 beziehungsweise 42 Jahre in der Kommunalpolitik – die beiden ziehen sich zurück. Sie waren Mitglieder so eigenartiger Gremien wie dem „Umlegungsausschuss“ oder dem „Beschlussausschuss“. Dafür, dass die beiden sich neun beziehungsweise zehn Perioden lang für die Stadt engagiert haben, überreichte Böge ihnen jeweils ein Originalgemälde von Professor Dr. Peter Schefe. Die Bilder zeigen kleine, romantische Ansichten der Kreisstadt.

Dieter Knoll machte nicht viel Aufhebens von seiner Verabschiedung. Eindringlich mahnte er, den politisch Andersdenkenden nicht als Feind zu betrachten. Siegfried Wobig kündigte seine Abschiedsrede für die Sitzung am 21. Mai unmittelbar vor der Wahl an.

Andreas Olbertz

Sozialpädagogen an den Schulen

Lübecker Nachrichten vom 30. April 2008

Sozialpädagogen an den Schulen

Bad Oldesloe - Eigentlich waren sich alle vorher einig, dass man ein gemeinsames Ziel habe: nämlich die Einstellung von - vorerst - zwei Sozialpädagogen für die Oldesloer Schulen. Und dass es nicht bei den zweien bleiben soll. Doch dann meldete sich zuerst Heike Uhlenbrok von den Grünen, und anschließend noch Hagen von Massenbach von der SPD, Anita Klahn von der FDP, Horst Möller von der CDU und Gerold Rahmann wieder von den Grünen zu Wort. Um nochmals Grundsätzliches zu erwähnen. Dass die Sozialarbeit an den Schulen eben so wichtig als Prävention sei, damit nicht später das Kind in den Brunnen falle und die Situation umso prekärer, die zu ergreifenden Gegenmaßnahmen umso teurer würden. Dass man jetzt einen Anfang gemacht habe mit den zwei Stellen, sich auf dem richtigen Wege befinde, aber nicht hier Stopp machen wolle. Ja, auch Horst Möller, CDU-Fraktionschef, betonte dies mehrmals und deutlich. Obwohl ihm und seiner Partei von den Grünen unterstellt wurde, diese Entscheidung sei nur aus Wahltaktik gefallen. Was ihn und seine Parteigenossen dann doch empörte - bei aller beschworenen Gemeinsamkeit im Sinne der Stadt Bad Oldesloe. Susanne Pöhls, Finanzexpertin der Christdemokraten, wies dezent auf die Tatsache hin, dass bei allem Enthusiasmus für solche wegweisenden schulpolitischen Entscheidungen die Haushaltslage nicht missachtet werden dürfe. Immerhin kostet eine Stelle die Stadt im Jahr mehr als 40 000 Euro. Bei angestrebten sieben Sozialpädagogen läppern sich die Kosten. Hier müsse "solide geplant" werden. Und so stimmten alle für die zwei Stellen. Vorerst! Aber einstimmig! Einige Diskussionen gab es auch bei der Richtlinie über die Gewährung von Zuschüssen der Baumpflege an Altbäumen. Letztlich setzte sich die CDU mit einer Gesamtfördersumme von 4000 Euro, ab 2009 von 5000 Euro durch. Die FDP lehnte das Ansinnen komplett ab. Zudem machte die Versammlung den Weg frei für den Ankauf des Amtsgerichtsgebäudes nach dem geplanten Wegzug der Behörde im April 2009. unk

 

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 26. April 2008

Die Extra-Portion Öl ins zwischenmenschliche Feuer

Mal (k)eine Meinung haben

Rolf Blase, Andreas Olbertz und Volker Stolten

Bürgerbeteiligung wird in Bad Oldesloe immer mehr zum Fremdwort. Vier Varianten zum Hallenbad liegen mittlerweile vor. Werden die Bürger dazu befragt? Dürfen sie äußern, ob sie auf eine Sauna verzichten können oder ein Restaurant im Bad haben möchten? Nicht wirklich. Im Januar hat der Hauptausschuss eine Infoveranstaltung beschlossen. Sehr schön, mag man denken, und wann kommt die? FDP und CDU haben gemeinsam im Hauptausschuss für Variante vier gestimmt: Sanierung des Bades, Abriss des Kurhauses, keine Sauna und nur eventuell ein Restaurant. Das ist eine klare Position. Doch damit hat sich jede Diskussion mit den Bürgern erübrigt. Die Mehrheit hat entschieden, der Zug ist abgefahren. Da ist mal wieder die Chance verpasst worden, auf Volkes Meinung zu hören.

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Hallo, was war das denn? Das Hallenbad ist urheberrechtlich geschützt. Da darf nicht so einfach dran rumgebaut werden. Im Rathaus, bei den Stadtwerken müsste man das wissen. Und trotzdem wird ein Architektenbüro beauftragt, das munter drauf los plant, vom Ursprungskonzept nichts übrig lässt, obwohl die alten Planer deutlich gesagt haben, dass sie beteiligt werden möchten. Wenn die sich jetzt quer stellen, war’s das mit der Sanierung für die nächsten Jahre, oder der ganze Spaß wird noch viel teurer, weil eine hübsche Abfindung bezahlt werden muss. Da muss selbst Siegfried Wobig (CDU) den Kritiker der SPD Recht geben. Er ist vom Fach, schüttelt griesgrämig im Ausschuss den Kopf und äußert sein Unverständnis. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach freut sich: „Das war das erste Mal in meiner politischen Laufbahn, dass Siegfried Wobig und ich einer Meinung waren.“

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Andreas Tomaschewski soll kein Stadtmarketing mehr in Bad Oldesloe machen – so brodelt es aus der Gerüchteküche. Er werde Kassenprüfer – nicht beim VfL, sondern bei der Stadt, dort heißt das dann Rechnungsprüfung. Noch hat diesen Posten Walter Herbers inne, aber der hat seinen Ruhestand bereits vor Augen, deshalb besucht Andreas Tomaschewski schon mal entsprechende Fortbildungen, damit er gut eingearbeitet werden kann. Oldesloes Bürgermeister: „Zu Gerüchten sage ich nichts und zu Personalien erst recht nicht.“ Ein Dementi klingt anders. Manchmal ist es besser, Klartext statt um den heißen Brei herum zu reden.

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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – besser gesagt: unser Karikaturist Götz Wiedenroth. Er hat mit spitzer Feder zu Papier gebracht, wo‘s brennt. In diesem Fall in der Gemeinde Elmenhorst. Dort sind sich die Blauröcke nicht mehr grün und gießen extra Öl ins zwischenmenschliche Feuer, weil die einen (Elmenhorst) nun auch das haben wollen, was die anderen (Fischbek) bereits vor Jahren beantragt haben: ein neues und größeres Löschfahrzeug. Doch zwei große Neuanschaffungen verkraftet das Gemeindesäckel einfach nicht, machte Bürgermeister Uwe Prescher unlängst unmissverständlich klar. Überdies steht beiden Wehren gar kein LF 10/6 mit Gruppen- oder Staffelkabine zu. Egal! Um die Wogen zu glätten, spricht sich Prescher für einen Kompromiss aus. Fischbek bekommt das gewünschte, Elmenhorst ein kleineres Fahrzeug zum vorhandenen dazu. Ob der Finanzausschuss mitspielt und sich die Feuerwehrleute selbst mit der Prescher-Variante anfreunden können, bleibt abzuwarten. Wäre doch schade, wenn nicht nur beim Geld, sondern gleichfalls bei den Fahrzeugen die Freundschaft (auf Dauer!) aufhören würde ... Einsicht marsch!

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Zehn Jahre Klaus Plöger als Landrat, und niemand hat eine schlechte Meinung von ihm. Vielleicht die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten, weil er„ihre“ Kreis-GB halbiert hat. Aber offen kritisieren wollen sie den Chef der Kreisverwaltung auch nicht. Was ist mit dem ehemaligen Innenminister Ralf Stegner, der auch schon mal einen Landratstausch anregte („Plöger nach Franken, Pauly nach Stormarn!“) und dessen Zahlen zur Verwaltungsreform Plöger „so astronomisch falsch“ nannte, „dass ich sie mir nicht mal merke“. Nun, Stegner bestätigt Plöger einen „unkonventionellen, querköpfigen und politisch rustikalen Stil. Er ist noch weniger Diplomat als andere führende Sozialdemokraten im Lande. Kurzum: Mit Klaus Plöger wird es nie langweilig!“ Und was seine politischen Erfolge angehe, sei er in der Spitzengruppe der Schleswig-Holsteinischen Landräte anzusiedeln. Mehr geht nun wirklich nicht.

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Welche Partei war das noch, die einmal „Bildung statt Beton“ propagierte? Eigentlich egal, schließlich waren fast alle an der Schulreform beteiligt. Damit aus Haupt- und Real- Gemeinschaftsschulen werden, muss jedenfalls investiert werden. Vor allen in Beton. Mindestens 750 000 Euro müssen in der Oldesloer Masurenwegschule für Umbauten investiert werden. Zuschüsse vom Land gibt es dafür nicht mehr, weil man vorher das Gesetz geändert hat. Ganz schön schlau.

Der Abschiedsgruß: Ein Baum

Hamburger Abendblatt vom 26. April 2008

Bad Oldesloe Bürgerinitiative Steinfelder Redder löst sich auf

Der Abschiedsgruß: Ein Baum

Die 20 Jahre alte Winterlinde steht an der Kleinen Salinenstraße. Sie wird mit dem letzten Geld vom Spendenkonto bezahlt.

Von Claus Vogel

Bad Oldesloe -

Vor drei Jahren, bei einer Geburtstagsfeier, gründeten Oldesloer die Bürgerinitiative "Rettet den Steinfelder Redder". Jetzt hat der aus sieben Mitgliedern bestehende Lenkungsausschuss das letzte Spendengeld ausgegeben und das Initiativenkonto aufgelöst: Für 780 Euro kaufte er eine rund 20 Jahre alte Winterlinde und ließ sie von Gartenbautechniker Kay Plambeck mit dem Hydraulikarm seines Lastwagens in ein einen Meter tiefes Loch setzen. Mitglieder der Initiative schippten Erde auf die Wurzeln.

"Wir saßen in dem kleinen Raum neben dem Rathaussaal und feierten den 69. Geburtstag von Klaus Klingner, als die Idee entstand, zu Redder-Rettern zu werden", erinnert sich Maria Herrmann, eine der Gründerinnen.

Dieses Ziel hat die Gruppe zwar nicht erreicht, frustriert sind die Mitglieder aber nicht. "Nur ein bisschen enttäuscht, dass aus einem wertvollen Stück Grüngürtel ein nicht sehr ansprechendes Neubaugebiet geworden ist", sagt Klaus Klingner. Der frühere SPD-Landesjustizminister ist sich sicher, dass Planer in Oldesloe wegen des von der Initiative angerührten Protests solche Projekte künftig sorgfältiger oder gar nicht angehen. "Ich sage deshalb nicht, unsere Initiative hat sich aufgelöst. Sie hat sich lediglich in den Wartestand verabschiedet und kann jederzeit reaktiviert werden."

Die ideelle und finanzielle Unterstützung für die Bemühungen zum Erhalt des idyllischen Knickgebiets zwischen dem nordöstlichen Stadtrand und dem Stadtforst Kneeden durch die Oldesloer war so groß, dass das Spendengeld nicht ganz dafür ausgegeben werden konnte. Spender hatten für eine Klage gegen die Pläne der Stadt vor dem Verwaltungsgericht Geld gegeben. Dort war die Initiative unterlegen.

Die nun auf einer Rasenfläche an der Ecke von Kleiner und Großer Salinenstraße gepflanzte Winterlinde soll an das Ziel der Gruppe erinnern: Sie möchte Oldesloe als Stadt im Grünen erhalten.

Den jetzigen Standort hatten die selbst ernannten Redder-Retter ausgesucht, weil dort vor einiger Zeit eine Buche gefällt werden musste, weil sie von einem Pilz befallen worden war. "Es ist eine Stelle, an der der Baum eine lange Zukunft hat, weil hier niemand auf die Idee kommt, etwas zu bauen und den Baum deshalb entfernen will", hofft Maria Herrmann.

Architekten blockieren Hallenbad-Umbau

Hamburger Abendblatt vom 25. April 2008

Architekten blockieren Hallenbad-Umbau

Bad Oldesloe -

So richtig voran geht es nicht mit den Planungen fürs Hallenbad. Auch fast ein Jahr nachdem die Politiker konkrete Ausarbeitungen für eine Modernisierung der Oldesloer Halle am Konrad-Adenauer-Ring verlangt hatten, ist nicht klar, was dort verändert werden darf.

Nun hat der Hauptausschuss zwar mehrheitlich für eine Modernisierungsvariante gestimmt. Ob die allerdings kommt, steht in den Sternen. Grund: Die Architekten des Gebäudes reklamieren ihre Urheberrechte und sind gegen jede Veränderung.

Obwohl die Ausschussmitglieder von CDU und FDP diese rechtlichen Probleme kennen, stimmten sie für Variante vier der Planungsvorschläge. Die Christdemokraten möchten damit auch zeigen, dass der immer wieder erhobene Vorwurf falsch ist, sie wollten die beim Bürgerentscheid durchgesetzte Modernisierung der alten innenstadtnahen Halle verzögern. Die nun beschlossene Variante kostet 4,6 Millionen Euro und enthält neben der Sanierung des bestehenden Beckens ein neues Bewegungsbecken für therapeutische Zwecke, ein Bistro und statt einer Sauna einen Schwitzraum, der kostenlos genutzt werden kann.

Für die Grünen und für die Sozialdemokraten ist das nicht bürgerfreundlich genug. SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach: "Wettkampffähiges Schwimm- und Lehrschwimmbecken, ein Therapiebecken, eine marktübliche Sauna sowie eine Gastronomie - also Variante 3 - sind für uns ein Muss."

cv
 

Wirrwarr – wer darf den Hallenbad-Umbau planen?

Stormarner Tageblatt vom 23. April 2008

Wirrwarr – wer darf den Hallenbad-Umbau planen?

Die bislang bekannten Umbauvarianten für das Hallenbad sind vermutlich für die Katz, denn sie verletzen die Urheberrechte der ursprünglichen Planer.

Bad Oldesloe/ol

– Was war das denn jetzt: Der große Durchbruch in Sachen Hallenbad-Sanierung oder der berühmte Reissack, der in China umfällt? Wohl eher letzteres. Die Mitglieder des Hauptausschusses haben zwar einen Beschluss gefasst, aber gebaut wird deshalb noch lange nicht. Im Gegenteil, wegen ungeklärter Rechtsfragen kann sich die ganze Aktion noch lange hinziehen. Und was nach der Kommunalwahl im Mai passiert, weiß jetzt sowieso niemand.

Was mit dem Hallenbad passieren soll, ist ja schon lange politisches Streitthema. Konzepte, Zeichnungen und Millionenbeträge geistern durch den Ausschuss. Im Juni vergangenen Jahres wurde deshalb beschlossen: „Wir wollen konkrete Zahlen.“ Im Januar wurden daraufhin Pläne vorgelegt: Großes Konzept neun Millionen Euro, nur Erhalt 2,5 Millionen. Und das alles bei einem jährlichen Defizit von etwa 1,2 Millionen Euro. Das haben alle Fraktionen einmütig zurückgewiesen – viel zu teuer. Die Architekten mussten nachbessern.

Jetzt wurden dem Ausschuss abgespeckte Varianten vorgelegt. Statt eines japanischen Saunagartens mit Ruheraum im Baumhaus beispielsweise nur eine einfache Sauna, Fassadensanierung, Therapiebecken, neues Restaurant – macht sechs Millionen. Es geht aber auch billiger: Kein Restaurant, sondern nur noch ein Automat, statt Sauna gibt es einen Schwitzraum und das alte Kurbad wird abgerissen – das wäre „schon“ für 4,6 Millionen zu haben.

So weit so gut. Diese Vorplanung wurde allerdings nicht von den Architekten gemacht, die das Bad seinerzeit gebaut hatten, obwohl die ausdrücklich darum gebeten hatten, bei Maßnahmen informiert zu werden. Stattdessen wurde nach der Ausschreibung das Büro „Geising und Böker“ mit der Vorplanung beauftragt.

Nach Auffassung der Architektenkammer – nachzulesen im Buch „Architektur in Schleswig-Holstein seit 45“ – gehört das Oldesloer Bad zu den 200 markantesten Gebäuden im Land. Davon lässt der neue Entwurf nicht viel über. Ursprungs-Architekt Asmus Werner im Ausschuss: „Alle fünf Partner von damals sind noch quicklebendig. Geschickt wäre es gewesen, die Frage des Urheberrechts vorher zu klären. Das ist nicht ganz einfach.“ Zustimmung kam von Kollege Siegfried Wobig (CDU): „Das kann uns jetzt fünf Jahre zurückwerfen.“

Trotzdem entwickelten die Politiker fast schon hektischen Aktionismus. Birgit Papke-Seutter, Initiatorin des Bürgerentscheids gegen das Thermalbad, artikulierte nämlich den Verdacht, eine Entscheidung werde so lange herausgezögert, bis die zweijährige Sperrfrist nach dem Bürgervotum abgelaufen sei. „Das ist wirklich dummes Zeug“, verwehrt sich CDU-Fraktions-Chef Horst Möller: „Wir werden uns doch nicht noch mal eine Klatsche abholen. So blöd sind wir nun auch nicht.“

Damit die Sommerpause 2009 für den Umbau – in welchem Umfang auch immer – genutzt werden kann, müssen die Beschlüsse bis Sommer 2008 gefasst werden. Doch wer weiß schon, wann die Gremien nach der Wahl arbeitsfähig sind, vielleicht wird die Zuständigkeit der Ausschüsse gänzlich neu geregelt. Unwägbarkeiten, die doch wieder den Verdacht der bewussten Untätigkeit aufkommen lassen könnten. FDP und CDU drängten auf eine Richtungsfestlegung. Ihre Haltung war klar. Möller: „1,7 Millionen für eine Sauna, das ist uns eine Nummer zu groß.“ Zustimmung vom Liberalen Karl-Reinhold Wurch.

SPD und Grüne auf der anderen Seite legen sehr wohl Wert auf eine Sauna und Gastronomie – das würde Variante drei entsprechen. Der mochte Hagen von Massenbach allerdings nicht zustimmen. Stattdessen fordert er einen neuen urheberrechtlich abgestimmten Entwurf, der Wettkampf- und Lehrschwimmen vorsieht, eine marktübliche Sauna und Restauration. Erst dann sei er in der Lage zu entscheiden, ob die Stadt sich das leisten kann.

Mit fünf gegen drei setzte Schwarz-Gelb sich durch. Andreas Olbertz

Schöneres Bad für Oldesloe jetzt in Sicht

Lübecker Nachrichten vom 23. April 2008

Schöneres Bad für Oldesloe jetzt in Sicht

Bad Oldesloe - Endlich geht es voran mit der längst überfälligen Renovierung des Bad Oldesloer Hallenbades. CDU und FDP brachten jetzt ein Ausbaukonzept auf den Weg. "Eine klare Entscheidung, dass es weitergeht", freut sich Tassilo von Bary.

Dem Oldesloer Bürgermeister lag vor allem an einer zukunftsfähigen und langfristigen Lösung. Die ist mit der bevorzugten Ausbauvariante 4 - geschätzte Investitionssumme rund 4,6 Millionen Euro - gegeben. Denn damit wird vor allem auch die Technik auf den neusten Stand gebracht.

Das scheint bitter nötig. Denn einige Äußerungen bei der Hauptausschusssitzung hörten sich so an, als müsste die Oldesloer Schwimmhalle eigentlich jeden Moment geschlossen werden. Brandschutzmelder sind so ein Punkt. Eine Brandschau dürfte zur Zeit nicht in dem 70-er Jahre Bau stattfinden. Von Ansauggefahr für lange Haare und einer Wasserqualität, die es zu verbessern gilt, war im Ausschuss zudem die Rede. Schließlich entspräche die Technik dem Stand von vor 35 Jahren. Heute gebe es ganz andere Bauvorschriften.

Die Variante 4 sieht neben der Sanierung ein Bewegungsbecken und einen Schwitzraum vor. Jedoch keine Sauna, die sich SPD und Grüne wünschten. Eine Änderung ergab sich zur Vorlage: Die Verwaltung soll prüfen, ob eine Gastronomie wieder eingebunden werden kann.

Zuerst sollte es nur noch eine Automatenbewirtung und in der Restaurantfläche einen Trockensportraum geben. Doch Margret Havemann, die die Gastronomie seit drei Jahren betreibt, ist sehr zufrieden mit den Umsätzen. Nicht nur Schwimmer, sondern vor allem auch Events wie Kindergeburtstage, Familienfeiern und anderes beleben das Geschäft. Bürgermeister Tassilo von Bary und anderen ist nur der derzeitige Standort des Restaurants zu "versteckt".

Die Machbarkeitsstudie muss die Oldesloer Stadtverwaltung nun jedoch als erstes mit den Architekten von einst abstimmen. Denn die haben das Urheberrecht an dem Gebäude im Charakter der 70er Jahre und einen Anspruch darauf, dass ihr Werk nicht etwa entstellt wird.

Eigentümerin der Schwimmhalle sind die Oldesloer Stadtwerke, die für Sanierung und Attraktivierung Kredite aufnehmen. Sie haben das Bad an die Vereinigten Stadtwerke verpachtet, das Management liegt bei der Mittelzentrumsholding.

Ungeklärt ist bisher ferner, was aus dem alten Badehaus wird. Wird es ebenfalls saniert - es enthält Feuchtstellen und das Dach ist undicht - oder aber abgerissen? Seitdem die medizinische Massagepraxis 2004 dort auszog, steht das Haus mit einer Nutzfläche von rund 400 Quadratmetern leer.

Für die Oldesloer Bürger steht als nächstes eine Informationsveranstaltung im Hallenbad selbst an. Wenn die Beschlüsse jetzt zügig umgesetzt werden, könnte es im nächsten Frühjahr/Sommer mit der Sanierung losgehen. Während der Bauzeit rechnet der Verwaltungschef mit einer Schließung des Badebetriebes für etwa ein halbes Jahr.

Jetzt werden als nächstes Abstimmungsgespräche mit den Ursprungsarchitekten geführt und Detailplanungen angefertigt. Vermutungen, die CDU könne versuchen, die Sanierung zu verzögern und vielleicht noch einmal eine Spaßbad-Idee auf den Tisch bringen, wies deren Fraktionsvorsitzender Horst Möller zurück. Das Thermalbad sei von den Bürgern nicht gewollt - sie lehnten es per Bürgerbescheid ab. Damit wolle die Partei nicht erneut auf den Bauch fallen.

Eines jedenfalls ist allen klar: Ein Schwimmbad wird sich nie rechnen. Es geht darum, was die Politiker den Bürgern für ihre Gesundheit zubilligen.

Von Susanna Fofana , LN

Redder-Retter pflanzen Baum – das war’s

Redder-Retter pflanzen einen Baum

 

Stormarner Tageblatt vom 22. April 2008

Redder-Retter pflanzen Baum – das war’s

Die „Bürgerinitiative Rettet den Steinfelder Redder“ gibt es nicht mehr. Vom letzten Geld wurde der Stadt eine stattliche Winterlinde gespendet.

Bad Oldesloe/ol

– Drei Jahren lang haben sie gekämpft, sie haben verloren, jetzt ist Schluss – die „Redder-Retter“ gibt’s nicht mehr. „Die Bürgerinitiative tritt in den Ruhestand“, erklärt Dr. Klaus Klingner. Das Wörtchen Auflösung vermeidet er tunlichst, aber allen ist klar, dass in Sachen Steinfelder Redder kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Der Zug ist endgültig abgefahren.

Angefangen hatte alles vor gut drei Jahren, am 69. Geburtstag von Klaus Klingner. Die Gründungsmitglieder tagten im kleinen Raum neben dem Rathaussaal und Klingner gab telefonisch seine Zustimmung zur Wahl als Vorsitzender.

Seinerzeit habe die CDU Gespräche mit den Umweltverbänden geführt. „Die wollten uns mit ins Boot holen“, blickt Mitglied Diether Schwitzke zurück. Daraus wurde aber nichts. Im Gegenteil: Der Nabu steuerte 430 Euro Gründungskapital bei. Der Naturschutzbund hatte 15 Jahre zuvor die finanziellen Hinterlassenschaften der vorherigen Redder BI quasi geerbt und spendete den Betrag 2004 der neuen Initiative.

Die Bürgerinitiative initiierte ein Bürgerbegehren. Da das gegen Bauleitplanung nicht zulässig ist, versuchten sie es mit einem „Trick“. Die Frage war so formuliert, dass sie sich nicht gegen die Bebauung, sondern gegen den Verkauf des Geländes richtete. Doch auch mehr als 2 000 gesammelte Unterschriften halfen nichts, der Antrag wurde abgeschmettert. Auf dem Klageweg hatte die „Bürgerinitiative rettet den Steinfelder Redder“ ebenfalls keine Chance. In mehreren Instanzen unterlag sie.

„Frust würde ich es nicht nennen“, sagt Klingner heute: „Es war den Versuch wert. Natürlich sind wir enttäuscht, das wir uns nicht durchsetzen konnten.“ Es klingt fast etwas Schadenfreude durch, wenn der Ex-Justizminister auf den heutigen Redder blickt: „Was da gebaut wird, dagegen sind die Westgebiete ja richtig attraktiv.“

Ihr Konto haben die Redder-Retter aufgelöst. Von den verbliebenen knapp 800 Euro wurde gestern auf der Grünfläche zwischen Salinen- und Kleiner Salinenstraße ein stattlicher Baum gepflanzt. Für die etwa 20 Jahre alte Winterlinde musste Gartenbauer Kay Plambeck mit schwerem Gerät aus Todesfelde anrücken, um ein entsprechend großes Loch zu baggern und den Baum mit einem Kran in Position heben zu können. Der Standort war mit der Verwaltung abgesprochen worden. Wie Maria Herrmann erläutert, sollte es eine repräsentative Fläche sein, aber auch eine, an der der Baum die nächsten 100 Jahre unbehelligt wachsen kann.

Andreas Olbertz

Fragen Sie die Politiker!

Lübecker Nachrichten vom 21. April 2008

Fragen Sie die Politiker!

Auf dem Podium beim großen LN-Forum am 5. Mai um 19 Uhr in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule stellen sich die vier Fraktions-Vorsitzenden der in Bad Oldesloe politisch verantwortlichen Parteien den Fragen der LN-Leser.

BAD OLDESLOE - Heute in fünfWochen fällt die Entscheidung! Welche Parteien und Ehrenamtlerwerden für die nächsten fünf Jahre über die kommunalen Angelegenheiten in der Stadt oder in der Gemeinde das Sagen haben? Bleiben die Etablierten an der„Macht“? Haben sie ihren Job in der jüngsten Vergangenheit gutgemacht? Soll es ein „Weiter so!“geben? Oder verlangt es nach frischem Wind, woher auch immer? Das wird die diesjährige Kommunalwahl am Sonntag, den 25. Mai 2008, zeigen.

Selten ist der Bürger heutzutage noch absolut glücklich mit„denen da oben“. Eher im Gegenteil: Wohin man kommt, herrscht Unzufriedenheit. Über alles und jeden lässt sich meckern, die Liste der Unzulänglichkeiten der Protagonisten in den Ämtern und Ausschüssen ist lang. Was hatten die Politiker nicht alles vor der letzten Wahl versprochen. Und was ist am Ende eingehalten worden? Dass das am Ende mit den tatsächlichen politischen Kräfteverhältnissen zu tun hat und damit. wie groß die Kompromissfähigkeit der politisch Handelnden ist, vergessen viele in ihrer eilfertigen Vorurteilsfreude. Aber muss es sie auch kümmern? Schließlich delegieren sie ja ihre politische Macht an jene Mandatsträger. Sollen die sich doch drum kümmern und streiten. Schön für die „Feierabendpolitiker“wäre es, wenn sie von vornherein wüssten, wo die Wähler der Schuh drückt. Wo die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen im Ort sind.

Natürlich ist es unabdingbar, dass die Politiker sich im Vorhinein mit „ihren“ Wählern darüber unterhalten. Viele gehen in die Politik, weil sie in ganz bestimmten Dingen nicht nur mitreden, sondern aktiv eingreifen wollen. Dabei handelt es sich aber meist um Einzelprojekte, das ganze Spektrum der Kommunalpolitik kann man gar nicht abgreifen. Für diese ist es schon eine große Hilfe, wenn sie auch wissen, worauf sie sich einlassen. Und für die Wähler ist es wichtig zu wissen, wen man denn überhaupt wählen soll, wer die eigenen Wünsche am besten umsetzen kann.

Hier wollen die Lübecker Nachrichten, Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, helfen.

Morgen in zwei Wochen, also am Montag, 5. Mai 2008, laden wir Sie zu einer Podiumsdiskussion mit den vier Fraktionsvorsitzenden der aktiven politischen Parteien in der Bad Oldesloer Stadtverordnetenversammlung ein: Horst Möller von der CDU, Hagen von Massenbach von der SPD, Prof. Gerold Rahmann von den Grünen und Karl-Reinhold Wurch von der FDP stellen sich nicht nur unseren, sondern vor allem Ihren Fragen. Nutzen Sie die Chance und informieren sich über die Arbeit dieser vier in der Kreisstadt antretenden Parteien. Fragen Sie nach, was die Bad Oldesloer Fraktionschefs zur Zukunft etwa des alten Hallenbades zu sagen haben, wie sie zu einer Baumschutzsatzung stehen. Wie und wann die Innenstadt wieder aufgepeppt werden soll. Ob die Parteien sich zu einem kostenlosen oder zumindest günstigen Mensa-Essen für alle Schüler durchringen können oder wollen. Wie sehen sie die Zukunft der Schullandschaft, angesichts des Elternwillens, der eine Regionalschule offenbar gar nicht mehr auf dem Plan hat. Wie soll der Stadtumbau West im Bahnhofsviertel vor sich gehen, welche Kosten kommen auf die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt durch eventuelle Gebührensteigerungen zu und so weiter und so weiter . ..

Nutzen Sie die Gelegenheit und nehmen teil an dieser  großen LN-Podiumsdiskussion am 5.Mai in der Aula der Theodor-Mommsen-Schule. Die voraussichtlich zweistündige Veranstaltung wird um 19 Uhr beginnen, der Eintritt ist selbstverständlichfrei. Und geben Sie uns die Gelegenheit, Ihre Fragen und Probleme vorab schon einmal zu sammeln. Schreiben Sie uns, was Ihnen besonders auf dem Herzen liegt. Wir sammeln Ihre Anregungen und geben sie dann weiter an die Politiker, die auf diese Fragen hoffentlich zufriedenstellende Antworten haben. Schreiben Sie uns: Entweder per E-Mail an redaktion.stormarn@ln-luebeck.de, per Fax an die Nummer 04531/88 77 29 oder per Brief an die Adresse „Lübecker Nachrichten, Redaktion Stormarn, Brunnenstraße 1, 23848 Bad Oldesloe. 

Horst Möller
Horst Möller vertritt die CDU und damit die Mehrheits-Partei.
Hagen von Massenbach
Hagen von Massenbach spricht für die Sozialdemokraten.
Gerold Rahmann
Gerold Rahmann erläutert die Positionen der Grünen.
Karl-Heinz Wurch
Karl-Reinhold Wurch wird die Standpunkte der FDP darlegen.

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 19. April 2008

Frühstück, Pflaster, Suspendierung

Wer hätte das gedacht!

Rolf Blase und Andreas Olbertz

In der Oldesloer Oase gibt es heute ein „intergeneratives Frühstück“. Mein lieber Schwan: Internationale Raumstation, interkommunale Zusammenarbeit und jetzt intergeneratives Frühstück – klasse, was es nicht alles gibt. Früher war Frühstück einfach nur lecker. Dann wurde das Büfett erfunden und jetzt also das intergenerative Frühstück. Irgendwo dazwischen liegt die Umbenennung von Haferschleim in Müsli. Fehlt eigentlich nur noch, dass es nachhaltig und ISO zertifiziert ist. Hoffentlich bleibt da der Geschmack nicht auf der Strecke.

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Ne, wie gemein, da stimmt die CDU für einen Antrag der Grünen, und keiner würdigt es. Die Grünen haben sogar selber dagegen gestimmt. Und wer muss für den Beschluss die verbale Haue einstecken? Genau, die CDU. Das hatte die sich bestimmt anders vorgestellt und schickt deshalb noch mal den Chef los, um klar zu machen, dass es so nicht geht. Aber wenn ein Thema, ein Konzept und Anträge dazu seit Jahren durch die Gremien dümpeln, ohne dass es Beschlüsse gibt, darf man sich nicht wundern, wenn der eine oder andere den Überblick verliert oder der eine oder andere dazugelernt und seine Meinung geändert hat.

Erst 25 000 Euro für den Wanderweg in Wolkenwehe, jetzt 152 000 Euro für die Pflasterung des Kurparks – da kann es der Stadt doch finanziell nicht so schlecht gehen. Wenn man politische Leichtgewichte im Ausschuss sitzen hat, die mit der Vorgeschichte vielleicht nicht so vertraut sind, denen es nicht gelingt, die Verwaltung und die Opposition auf ihre Aussagen von Anno dunnemals festzunageln, dann bekommt man schnell ein Problem in der Außendarstellung. Und da wir Wahlkampf haben, wird uns dieses Thema bestimmt noch eine Weile begleiten.

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Guck mal einer an, wer hätte das gedacht. Am Sandkamp tut sich tatsächlich noch mal was. Familie Simmersbach hat aus dem gammeligen Freizeitcenter ein ansehnliches Objekt gemacht – und der Umbau ist noch nicht abgeschlossen.

Und was passiert mit dem restlichen Gelände? Die Bindungsfrist nach dem Bürgerentscheid läuft bald aus, die Versteigerung des Hotels ist geplatzt und für das alte Hallenbad werden immer neue Varianten entwickelt – bislang aber noch keine, die alle vom Hocker reißt. Wer weiß – vielleicht wird die Thermal-Spaß-odersonstwasbad-Idee doch wieder recycelt.

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Da hatte der Kreis ein großes Rad gedreht. Gut drei Jahre zog sich die Affäre Uwe Schwab hin. Der Sieker Amtsleiter wurde wegen Korruptionsverdacht angezeigt, sein Amtsvorsteher leitete ein Disziplinarverfahren ein und sah sich selbst ebenfalls vieler Vorwürfe ausgesetzt. Schließlich hatte er abgenickt, was der Kreis als schwerwiegende Verstöße brandmarkte. So gravierend, dass Landrat Klaus Plöger im Verfahren sogar eine Entfernung aus dem Amt verfügte, gegen die Schwab aber erfolgreich vorging. Am Ende kam eine zehnprozentige Gehaltskürzung für ein Jahr heraus. Durchaus eine Strafe, aber alles andere als eine Suspendierung. Für unseren Karikaturisten Götz Wiedenroth allerdings Anlass, die traurige Geschichte mal aus einer humoristischen Perspektive zu zeichnen.

Im Sieker Amt hat das jahrelange Verfahren für weitere Zerrüttung gesorgt. Einig sind sich alle Seiten nur darin, dass das Beamtenrecht gehörig entrümpelt gehört.

 

Mehr Krippenplätze: Alle sind dafür

Stormarner Tageblatt vom 18. April 2008

Mehr Krippenplätze: Alle sind dafür

Da gab es für die Mitglieder im Sozialausschuss nicht viel zu diskutieren: Eisntimmig wurde die Einrichtung weiterer Krippenplätze beschlossen.

Bad Oldesloe

– Da gab es für die Mitglieder im Sozialausschuss nicht viel zu diskutieren: Einstimmig wurde die Einrichtung weiterer Krippenplätze beschlossen. „Wir wollen von Anfang an, vorne dabei sein“, betont Fachbereichsleiter Thomas Sobczak. Doch um diesem hohen Anspruch gerecht werden zu können, muss die Stadt Plätze schaffen.

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Bis 2010 muss ein „bedarfsgerechtes“ Betreuungsangebot vorhanden sein. Ab dem Kindergartenjahr 2013/14 soll es sogar einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz für Kinder bis zum dritten Lebensjahr geben. Bis dahin gelten Übergangsfristen. Im März hätte die Stadt für zehn Prozent der Kinder einen Platz haben müssen, konnte aber „nur“ 8,33 Prozent vorweisen.

Dieses Jahr müssen für 15 Prozent der Kinder Plätze vorhanden sein. Das macht 90 Plätze. Die Stadt hat aber nur 45 und die sind belegt. Eventuell gibt es noch freie Stellen bei Tagesmüttern. Alle anderen Eltern haben Pech. Bis zum Jahr 2013 geht die Verwaltung von einem Bedarf von 210 Plätzen aus.

Doch was ist eigentlich der tatsächliche Bedarf? Andrea Kefrig-Blase von der Oase kennt die Probleme arbeitender Eltern: „Vielen ist eine Betreuung an fünf Tagen in der Woche zu viel. Deshalb bieten wir das gar nicht an.“ Krippenplätze für zwei oder drei halbe Tage seien sehr stark nachgefragt, da führt die Oase eine lange Warteliste. Eine ganze Reihe von Berufstätigen wünsche sich auch ganztägiege Betreuung – allerdings nur für zwei Tage in der Woche. Eltern im Schichtdienst müssen zusehen, wo sie mit ihrem Nachwuchs bleiben.

Also besteht Handlungsbedarf. Aber das ist gar nicht so einfach. Die Mehrheit der bestehenden Kindergärten, das haben Gespräche der Verwaltung mit den Trägern ergeben, haben gar keinen Platz, um kurzfristig Krippengruppen einrichten zu können. Bei den Stoppelhopsern am Rümpeler Weg macht sich die offene Ganztagsschule bemerkbar – Hortplätze werden immer weniger nachgefragt. Dieses Angebot soll eingestellt werden. Für 45 000 Euro könnte stattdessen eine Krippe eingerichtet werden.

Der Kindergarten Masurenweg könnte auf Teile des Gemeindehauses zugreifen. Für gut 52 000 Euro würden dort zwei Gruppen eingerichtet werden können. Abzüglich der Zuschüsse von Bund, Kreis und Land blieben für die Stadt Kosten von knapp 30 000 Euro für zusätzliche 30 Plätze. Aus finanzieller Sicht sind die Folgekosten allerdings deutlich gravierender. Der jährliche Betriebskostenzuschuss würde sich auf 154 000 Euro belaufen.

Aber das spielte überhaupt keine Rolle. Es wurde nicht diskutiert Der Bedarf ist da und soll gedeckt werden. Zum Politikum wurde der Tagesordnungspunkt nur, weil es einen zweiten Antrag der evangelischen Kirche im Zusammenhang mit dem Gemeindehaus Masurenweg gab.

Für Sprachförderung und Kleingruppenarbeit möchte der kirchliche Kindergarten einen Raum im Gemeindehaus von der Kirche mieten. Kostenpunkt 4 000 Euro für dieses Jahr. Jens-Pieter Friese (SPD) und Anita Klahn (FDP) waren sich in ihrer Ablehnung einig. „Der Bedarf in allen Ehren, aber was wollen wir machen, wenn nächstes Mal die anderen kommen? Ich kenne doch die Kindergärten mittlerweile“, formulierte der Sozialdemokrat so seine Zweifel. Die Liberale wurde deutlicher: „Da stehen Räume leer und die Kirche versucht, sie gut zu vermieten.“

Geschickt präsentierten beide eine Alternative. Da die Stadt dem Krippen-Plan zustimmt, ist der Raum für die Sprachförderung quasi über und nicht mehr für Gemeindeaufgaben nutzbar. Also könnte die Kirche ihn als „Schmankerl“ kostenlos zur Verfügung stellen. Pastor Volker Hagge wollte diese Anregung seiner Immobilienabteilung unterbreiten. Andreas Olbertz

 

Oldesloe baut Plätze für Krippenkinder

Lübecker Nachrichten vom 18. April 2008

Oldesloe baut Plätze für Krippenkinder

Bad Oldesloe - Die Kreisstadt soll drei Krippengruppen bekommen. Zwei werden im Gemeindehaus Masurenweg eingerichtet, eine bei den "Stoppelhopsern" im Rümpeler Weg. Im Finanzausschuss der Stadt fiel ein einstimmiger Beschluss für den Ausbau der Kindertagesbetreuung für unter Dreijährige. Das letzte Wort zum Thema hat die Stadtverordnetenversammlung, sagte Hauptamtsleiter Malte Schaarmann.

Bereits im Jahr 2007 hatten sich Bund, Länder und Kommunen darauf verständigt, die Betreuung der unter dreijährigen Kinder in Kindertageseinrichtungen und in der Tagespflege bis zum Jahr 2013 so auszubauen, dass bundesweit ein Versorgungsgrad von 35 Prozent erreicht wird. Ab 1. August 2013 sollen Familien einen Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz erhalten. 70 Prozent der Betreuungsplätze sollen in Kindertageseinrichtungen, 30 Prozent in der Tagespflege entstehen.

Bis jetzt gibt es in Bad Oldesloe lediglich 32 Plätze für unter dreijährige Kinder in Einrichtungen - Oase (20), Stoppelhopser III (10) und Möhlenbecker Weg (2) - 13 Kinder diesen Alters werden zudem bei Tagesmüttern betreut.

Beim Oldesloer Einwohnermeldeamt sind jedoch 597 Kinder der ersten drei Lebensjahre gemeldet. Nach der vom Kreis Stormarn vorgegebenen Versorgungsquote von 15 Prozent (bis 2010 20 Prozent) sollten bereits zum 15. März in Bad Oldesloe 90 Plätze für unter dreijährige Kinder vorgehalten werden.

Doch nur 45 Kinder können hier bisher ein Betreuungsangebot wahrnehmen. Damit wird die Versorgungsquote um 45 Plätze unterschritten. Nur die insgesamt 13 Tagesmütter in Bad Oldesloe, die rechnerisch je fünf Kleinkinder aufnehmen können, erfüllen die Quote dann doch zumindest annähernd.

Der Kreis Stormarn fördert den Umbau zu zusätzlichen Kindergarten- und Krippenplätzen mit rund 500 Euro und bei Neubau mit zirka 800 Euro pro Platz. Hinzu kommen Bundes- und Landesförderung.

Die Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde betreibt im vorderen Teil des Gemeindehauses Masurenweg eine dreigruppige Kindertageseinrichtung. Der hintere Bereich werde kaum genutzt, dort sei die Einrichtung von zwei Krippengruppen möglich.

Bei den Stoppelhopsern ist durch die offene Ganztagsschule die Nachfrage nach Hortplätzen zurückgegangen. Statt Hort- sollen künftig Krippenkinder kommen. Die Stadt geht von einem jährlichen Betriebskostenzuschuss für die Krippen in Höhe von 156 000 Euro aus. Als Investitionskosten wurden 30 000 Euro veranschlagt. sus

Schlingerkurs der Verwaltung angeprangert

Stormarner Tageblatt vom 18. April 2008

Schlingerkurs der Verwaltung angeprangert

CDU-Sprecher Rainer Fehrmann wehrt sich gegen Vorwürfe, der beschlossene Kurparkweg sei zu teuer und fachlich wie ökologisch bedenklich.

Bad Oldesloe/ol

– Nein, das kann und will Rainer Fehrmann so nicht stehen lassen: Luxus-Weg, gegen Expertenrat durchgesetzt, CDU-Alleingang, Antrag untergejubelt – das ist zu viel für den CDU-Sprecher und er holt in Sachen Pflasterung des Kurparkwegs zum Gegenschlag aus. Wie berichtet hatte die CDU im Umweltausschuss 152 000 Euro bewilligt.

Der Kurpark hat eine lange Geschichte und auch seine Entwicklung in der Neuzeit kann schon fast als historisch bezeichnet werden. Vor etwa 15 Jahren erstellte Professor Wehberg ein Gutachten. Seit Ende 2003 wird über das Gutachten von Mareile Ehlers diskutiert. Da kann schon mal in Vergessenheit geraten, wer wann was beschlossen oder beantragt hat.

Einen Sachstandsbericht zur Umsetzung des Konzepts hat der Umweltausschuss im Mai 2005 zur Kenntnis genommen. Einstimmig wurde die Verwaltung beauftragt, Kosten zu ermitteln und Prioritäten festzulegen. Rainer Fehrmann betont das „einstimmig“. Im November 2005 bei den Haushaltsberatungen ging es um das Geld für den Kurpark. Für den Hauptweg wurden seinerzeit 80 000 Euro bereit gestellt. Wieder einstimmig. Später ging der Haushalt durch die Stadtverordnetenversammlung. „Alleine das sind schon zwei Beschlüsse. Die SPD hat damals jeden Einzelposten hinterfragt. Wenn das jetzt untergejubelt sein soll, tut Rosemarie Behrend mir Leid.“ Die SPD-Politikerin hatte im jüngsten Umweltausschuss bemängelt, dass es keinen Beschluss zur Sanierung des Hauptwegs gebe.

Im März 2006 kamen endlich die Prioritäten auf den Tisch. Willi Janson beantragte für die Grünen mit hoher Priorität die „Verbesserung der Qualität des Hauptweges durch den Kurpark, möglichst gepflastert“. Die CDU hatte den Wegebau nur an dritter Stelle stehen, ihr war die Kurparkbühne wichtiger. Die SPD sah schon damals keine Notwendigkeit für Wegebau. Für Fehrmann ist jedenfalls eines klar: „Da tauchte zum ersten Mal die Pflasterung auf. Die steht ja nicht mal im Konzept.“ Schuld sind also die Grünen, auch wenn für den Hauptweg gar nichts beschlossen worden ist, weder eine Prioritätenliste noch Ausbauvarianten.

Dezember 2007. Vier Tage vor Weihnachten tagt der Umweltausschuss. Es geht um den Hauptweg im Kurpark. Die Planerin stellt verschiedene Steine vor und spricht sich für eine Pflasterung aus. Zustimmung von Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster. Aber ein Beschluss wurde auch auf der Sitzung nicht gefasst. Trotzdem beruft sich die CDU jetzt auf dieses Protokoll. Fehrmann: „Wir können doch nicht wie die Verwaltung hin- und herschwabbeln. Wenn sie es denn wenigstens fundiert begründen würden und nicht einfach eine entgegen gesetzte Behauptung auf den Tisch schmeißen würden.“ Auf Nachfrage ist Rolf Steinhoerster nicht um eine Erklärung verlegen: „Wir haben zwischenzeitlich eine Bodenuntersuchung durch eine Fachfirma machen lassen.“ Ergebnis: Es müsste 40 bis 50 Zentimeter tief ausgekoffert werden. „Das erscheint uns technisch zu aufwändig“, so der Tiefbauer. Er persönlich „fände es gut, wenn gepflastert würde“. Aber einen nicht fachgerechten, frostsicheren Wegebau habe es in der Stadt bislang nicht gegeben. Deswegen der vermeintliche Schlingerkurs.

Rainer Fehrmann widerspricht auch der Behauptung, der jetzt beschlossene Ausbau sei „ökologisch bedenklich“. Als Beweis führt er eine handschriftliche Protokollnotiz der Verwaltung vom März 2006 an: „Laut Dr. Söffing gibt es keine ökologischen Bedenken gegen eine Pflasterung.“ Dass die Untere Naturschutzbehörde ein Jahr später doch Zweifel anmeldet und Kurt Söffing eingesteht, dieses Thema mit dem Kreis nicht ausdiskutiert zu haben, lässt er nicht gelten.

Andreas Olbertz

Vier Varianten für die Sanierung des Bad Oldesloes Hallenbades

Lübecker Nachrichten vom 18. April 2008

Vier Varianten für die Sanierung des Bad Oldesloes Hallenbades

Bad Oldesloe - Bad Oldesloes Hallenbad soll aufgepeppt werden. Am Montag, 21. April, werden im Hauptausschuss (19 Uhr) im Verwaltungsgebäude vier Varianten zur Sanierung und Attraktivierung vorgestellt.

Sie reichen bis hin zum "Luxusbad", wie die Grünen das Konzept (Variante 2) bezeichnen, das den Planern das Liebste ist bis zur Variante 4, dem CDU-Favoriten.

Allerdings: Sollte am Montag keine gemeinsame Linie zwischen den Oldesloer Parteien gefunden werden, ruht das Thema bis nach der Kommunalwahl. CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Möller kündigte an: "Wir werden von unserer Mehrheit keinen Gebrauch machen." Falls es zu keiner Einigkeit kommt, will die CDU die Entscheidung in die Hände der am 25. Mai neu zu wählenden Stadtverordnetenversammlung legen.

Abwarten ist genau das, was die Grünen am wenigsten möchten. Sie wollen so schnell wie möglich eine Entscheidung. Fraktionschef Gerold Rahmann: "Entscheidend ist, dass endlich entschieden wird. Ansonsten verkommt das Hallenbad immer mehr, es wird immer teurer."

Bereits vorigen Sommer hätten sie zur Eile gedrängt. Vergebens. Rahmanns provokante Vermutung: "Die CDU scheint das Thema zu verzögern, damit die zweijährige Bindungsfrist des Bürgerentscheids ausläuft und sie doch noch ihr Spaßbad am Sandkamp bekommt."

Wichtige Punkte für die Grünen: Die Eintrittspreise sollen sozial verträglich sein, Breitensport, Früh-, Schul- und Leistungsschwimmen müssen gewährleistet sein. Rahmann: "Ein Verkauf des Hallenbades - inklusive PPP-Version - kommt für die Grünen nicht in Frage."

Am Favoriten der CDU stört die Grünen, dass es sich um eine reine Renovierung ohne Sauna und Essensautomaten handele. Sie sprechen sich für Variante drei aus. Bei der wird das Hallenbad inklusive einer kleinen Saunalandschaft und einer Restauration sowohl renoviert, als auch attraktiver.

Die Variante vier schlägt mit 5,5 Millionen Euro zu Buche. Der wesentliche Unterschied sei die Funktionssauna. Und laut Möller 1,7 Millionen Euro Mehrkosten.

Variante vier beinhaltet ein Bewegungsbecken, die komplette Sanierung der Betriebstechnik, die Gebäudehülle, eine komplette Sanierung der Umkleiden und des Sanitärbereiches, einen behindertengerechten Aufzug und entsprechende Sanitärräume und einen Kursraum im Bereich der jetzigen Gastronomie, die sich nicht rechnet und durch Automatengastronomie ersetzt werden soll. sus

Parteien streiten über Pflasterweg

Hamburger Abendblatt vom 16. April 2008

Parteien streiten über Pflasterweg

Bad Oldesloe -

Zwischen CDU und SPD in Stormarns Kreisstadt gibt es neuen Streit: Oldesloes Christdemokraten haben die Pflasterung des Hauptwegs im Kurpark bis zur Beste-Brücke beschlossen. Die Sozialdemokraten verlangen dagegen, das dafür vorgesehene Geld in den Schulbereich zu stecken. Sie will zwei Sozialpädagogen einstellen, damit die Schulen bei sogenannten verhaltensauffälligen Schülern reagieren können. Fast ein Drittel der Grundschüler haben nach Aussagen von Pädagogen Lernprobleme.

An dem Vorschlag, die von den Oldesloer Schulen gewünschten Sozialpädagogen einzustellen, finden die Christdemokraten wenig gefallen. Zwar sind auch sie der Meinung, soziale Schlichter für die Schulen seien sinnvoll. Das notwendige Geld für zwei Stellen möchten sie aber nicht im Haushalt bereitstellen. "Kaum ist mal finanziell Land in Sicht, soll gleich der Stellenplan ausgeweitet werden. Da erwarte ich Finanzierungsvorschläge", forderte Susanne Pöhls, die Finanzexpertin der CDU. Die Antwort kam sofort. "Verzichten wir doch einfach auf einen gepflasterten Wanderweg im Kurpark", sagte Jens-Pieter Friese, SPD-Vertreter im Gleichstellungs-, Sozial- und Kulturausschuss. Auch der SPD-Fraktionschef Hagen von Massenbach vermag den Nutzen nicht einzusehen. "Ein gepflasterter Weg ist der falsche Weg in einem Park - aber das wird die CDU erst merken, wenn die ersten beim Bau beschädigten Baum gefällt werden", sagt er. Bedenken haben auch das Planungsbüro sowie die Stadtverwaltung: Die Tragfähigkeit des Untergrunds könne nicht garantiert werden. Weil der Boden höchstens 20 Zentimeter tief ausgekoffert werden dürfe, sei eine normgerechte Pflasterung nicht möglich. Bei Schäden könne die ausführende Firma nicht haftbar gemacht werden. Die von der CDU beschlossenen Arbeiten werden rund 150 000 Euro kosten.

cv

Dicker Zuschuss für die Oldesloer Kirchenmusik

Stormarner Tageblatt vom 15. April 2008

Dicker Zuschuss für die Oldesloer Kirchenmusik

Sozialausschuss bewilligt nach längerer Diskussion 7 500 Euro für Konzerte in und um die Peter-Paul-Kirche

Bad Oldesloe/ol

– Henning Münther ist ein aktiver Kirchenmusiker. Johannes Passion, Weihnachtsoratorium, Kinderchortreffen, Musikfest am Kirchberg und Musical-Aufführung – Veranstaltungen, die teilweise mit Budgets im fünfstelligen Bereich kalkuliert werden. Summen, die die Kirche nicht alleine aufbringen will. Muss sie ja auch nicht, schließlich gibt es die städtische Kulturförderung: 16 900 Euro stehen dafür regelmäßig bereit, gut 12 000 Euro sind für dieses Jahr noch zu haben. Zudem, so führte Kulturdezernentin Dr. Sylvina Zander aus, werde der Topf „Jahr für Jahr nicht ausgenutzt“.

Also stand der Bewilligung der beantragten 7 500 Euro eigentlich nichts im Wege. Trotzdem hatten die Politiker Fragen im Detail.

Gudrun Möllnitz von der CDU wollte wissen, ob für die Johannes-Passion, die sowohl in Oldesloe wie auch in Bad Segeberg aufgeführt wurde, auch aus dem Nachbarkreis Zuschüsse flössen. Drei Anträge hatte Münther gestellt, die aber alle abgelehnt worden seien. Auch der Kirchenkreis bewilligte nicht die beantragten 1000 Euro, sondern nur die Hälfte. In der Konsequenz bleibt ein Minus der Segeberger Aufführung von etwa 4 000 Euro. Das übernimmt Münther aus seinem Etat, weil „Proben für zwei Aufführungen wesentlich interessanter sind. Da bekomme ich bessere Leute. Das ist eine Sache, die ich meinem Kirchenvorstand verkaufen muss.“

Anita Klahn von der FDP bemängelte eine „Schieflage bei den Kosten“. Die Kirche trägt ihrer Meinung nach kaum einen Eigenanteil. Dem Widersprach Münther nicht. Er wies allerdings darauf hin, dass die Kirche das Risiko trage. Im Fall des Musicals Bethlehem vergangenes Jahr habe das Minus beispielsweise 9 000 Euro betragen. Als „grotesk“ bezeichnete Klahn, dass die Kirche einen „Beitrag zur Renovierung“ verlange – 50 Cent pro verkaufter Eintrittskarte.

Angela Fehrmann fragte, ob zur Defizit-Senkung über eine Erhöhung der Eintrittspreise nachgedacht worden sein. Oldesloe bewege sich an der unteren Grenzen. Diesen Vorschlag sah Henning Münther sehr kritisch. „Wenn ich die Preise erhöhe, kommen weniger Leute. 20 Euro waren mal 40 Mark – das ist für Familien ein horrender Preis“, gab er zu bedenken und erntete Zustimmung.

Gegen Expertenrat: CDU für Luxusweg im Kurpark

Stormarner Tageblatt vom 14. April 2008

Gegen Expertenrat: CDU für Luxusweg im Kurpark

Der Ausbau ist teuer, ökologisch bedenklich, nicht normgerecht und Garantie würde es auch nicht geben. Trotzdem stimmte die CDU für die Pflasterung des Kurparkwegs.

Bad Oldesloe/ol

– Jetzt geht es in die Vollen. Nicht kleckern, sondern klotzen lautet das Motto für den Kurpark. Lange wurde geplant, diskutiert und gebrütet, fast schien es, als sei das Kurpark-Konzept in der Versenkung verschwunden, doch kurz vor der Kommunalwahl taucht es nochmal auf. Der Hauptweg wird saniert – in Luxusausführung.

Es geht um den „Hauptweg“ von der Kurparkallee am Tennisheim vorbei, zum Salzteich bis zur Bestebrücke bei der Vogelsiedlung. Drei Varianten hatte die Verwaltung zur Auswahl gestellt. Ein wassergebundener Weg, die einfachste und günstigste Möglichkeit, würde bereits mit satten 103 000 Euro zu Buche schlagen. Alternativ könnte der vordere Bereich bis zum Tennisheim gepflastert werden. Das Clubhaus wird regelmäßig beliefert, bei Veranstaltungen auf der Kurparkwiese fahren schwere Laster über das vordere Stück – mit einem soliden Ausbau könnte eine zu schnelle Beschädigung verhindert werden. Kostenpunkt: 125 000 Euro. Eine durchgängige Pflasterung – Variante drei – schlägt mit 152 000 Euro zu Buche.

Diese Ausbauform hatte die Verwaltung allerdings schon verworfen. Bei notwendigen Abstimmungsgesprächen mit der Naturschutzbehörde hatte diese nämlich Bedenken geäußert. Die Pflasterung stelle einen Eingriff ins Landschaftsbild dar und schädige die Wurzeln der Bäume. Der Boden dürfe nicht tiefer als 20 Zentimeter abgetragen werden. Darunter befindet sich aber noch „schluffiger Boden“. Fazit der Verwaltung in der Sitzungsvorlage: „Der Weg bleibt damit noch frostempfindlich.“ Planerin Katja Reese fasst das Untersuchungsergebnis einer Fachfirma salopp zusammen: „Der Weg liegt bereits 20 Jahre, also bloß nicht aufreißen, nur die oberste Schicht weg nehmen und oben drauf bauen.“ Ihr „Bauchgefühl“ sage ihr, dass das klappen werde. Und als sie dann auch noch die Einschätzung der Naturschutzbehörde bezüglich des Wurzelwachstums anzweifelte, war ihr der Applaus von CDU-Seite sicher.

Ausschussvorsitzender Dieter Hoffmann: „Wir favorisieren Variante 3. Das ist eine dauerhafte Lösung ohne Folgekosten. Damit wird der Kurpark, zumindest was die Wege angeht, attraktiver gestaltet.“ Ganz anders die Argumentation der SPD. Rosi Behrend kritisierte, dass es zum Kurparkkonzept und dem Wegeausbau nie einen Beschluss gegeben habe: „Das ist uns einfach untergejubelt worden.“ Wichtiger sei den Sozialdemokraten allerdings, dass der Weg „all die Jahre nutzbar gewesen ist und sich kaum verändert hat“. Die SPD sieht keinerlei Notwendigkeit, überhaupt etwas zu tun.

Seitens der Verwaltung wurden deutliche Bedenken geäußert. „Dass es keinen Unterhaltungsaufwand mehr geben wird, stimmt so ja nicht“, wand Kurt Soeffing von der Umweltabteilung ein. Und sein Chef, Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster, sprach eine eindringliche Warnung aus: „Wir können nicht nach Vorschrift bauen. Das bedeutet, dass wir keinerlei Garantie bekommen und später niemanden haftbar machen können.“

Egal, die Meinung der CDU stand fest. Sie stimmte im Alleingang gegen die Opposition für Variante 3.

Das gibt jetzt allerdings ein Problem. Mit einem kleinen Trick hätte die mittlere Variante haushaltstechnisch grade noch bewerkstelligt werden können. Aber 152 000 Euro stehen im Haushalt nicht bereit – da klafft nun ein Loch von 42 000 Euro.

Im Sozialausschuss war es noch Finanzausschussvorsitzende Susanne Pöhls, die von der SPD Deckungsvorschläge für die geforderten Sozialpädagogen-Stellen forderte – und auch bekam (Verzicht auf den Kurparkweg). Jetzt musste sich die Christdemokratin von Rolf Steinhoerster sagen lassen: „Da erwarte ich aber Deckungsvorschläge.“

Andreas Olbertz

Umweltausschuss will Kurparkweg pflastern

Lübecker Nachrichten vom 12. April 2008

Umweltausschuss will Kurparkweg pflastern

BAD OLDESLOE – Gegen den Vorschlag der Verwaltung, gegen die Vorbehalte der Opposition sowieso entschied sich die CDU-Mehrheit im Bad Oldesloer Umweltausschuss für einen gepflasterten Weg im Kurpark.

Die Verwaltung hatte drei Alternativen für den Wegeausbau gemacht: die „wassergebundene Bauweise“, bei dem auf dem bestehenden Boden aufgebaut und der Weg auf der einen Seite mit einem Kantstein eingefasst wird. Auf der anderen Seite verläuft die Entwässerungsrinne. Vorteil: auch für schwere Fahrzeuge befahrbar. Nachteil: kontinuierliche Unterhaltung. Kosten: 103 000 Euro.

Die zweite Möglichkeit war die wassergebundene Bauweise mit Pflasterung lediglich bis zum Klubheim. Kosten: 125 000 Euro.

Von der Pflasterung des gesamten Weges mit Tegula- Pflaster riet die Verwaltung ausdrücklich ab, da der Unterbau nicht tragfähig aufgebaut werden könne wegen der Bodenverhältnisse und des Baumbestandes. Zudem überstiegen die Kosten von 152 000 Euro den Haushaltsansatz „beträchtlich“.

„Wie war noch die Argumentationslinie der CDU, als es um die Einrichtung der Sozialpädagogen-Stellen ging?“, fragt Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD. Kaum sei finanziell Land in Sicht, solle gleich der Stellenplan ausgeweitet werden. „Da erwarte ich Finanzierungsvorschläge‘, hatte Susanne Pöhls gesagt. Jens-Pieter Friese, GSKA-Sprecher der SPD, hatte vorgeschlagen, auf den gepflasterten Kurparkweg zu verzichten. Was aber offensichtlich auf taube Ohren stieß.

Gestern waren weder der Ausschussvorsitzende Dieter Hoffmann noch seine Parteikollegin Susanne Pöhls erreichbar, um über die Beweggründe der CDU Auskunft zu erteilen. unk

Stormarner Wochenschau

Stormarner Tageblatt vom 12. April 2008

Das wahre Loch Ness des Kreises ist die Politik

Stormarns Attraktionen

Rolf Blase, Andreas Olbertz

Guck mal einer an, noch ein Bürgermeisterkandidat für Bargteheide. Neben Henning Görtz (CDU) und Susanne Danhier (SPD) bewirbt sich nun auch Marianna Janz-Wecke (WfB). Unabhängig sei sie, was man bei einer Wählergemeinschafts-Vorsitzenden aber getrost bezweifeln darf. Weitere Infos Fehlanzeige. Für Fragen stehe sie nicht zur Verfügung, die Pressesprecherin will erst später mehr sagen. Das klingt schon mal sehr überzeugend. Marianna Janz-Wecke war bis 2002 Stadtvertreterin, ist Anhängerin des Home-Schoolings aus Amerika, wo sie ein Ferienhaus vermietet, und Mitglied im Beirat für den naturnahen Kindergarten – immerhin das erfährt man beim Blick ins Internet.

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Manchmal erfährt man bei Sitzungen echte Weis- und Wahrheiten. Der Oldesloer Sozialausschuss war so ein Termin. Da wurde über verlängerte Öffnungszeiten von Kindergärten beraten. Diskutiert wurde nicht – ausnahmsweise waren sich mal alle einig. Da kommt die Grüne Heike Uhlenbrok doch und meint lakonisch, so ganz nebenbei: „Wenn man ins Kino will, wären Betreuungszeiten bis 22 Uhr ja auch nicht schlecht.“ Da lagen natürlich erst mal alle vor Lachen am Boden. Wenig später outet sich Bürgermeister Tassilo von Bary mit profundem Fachwissen. Er sprach sich für die Einrichtung von Krippenplätzen aus, damit Mütter ins Berufsleben zurück können. „Auch Frauen sind qualifizierte Arbeitskräfte“, flutschte ihm raus, bevor er seine Zunge stoppen konnte. Gleichstellungsbeauftragte Marion Gurlit hatte es gehört. „Jaja, auch Frauen sind Menschen“, kommentierte sie den bürgermeisterlichen Fauxpas. Reumütig kündigte der Verwaltungschef an: „Ich zahl auch was in die Machokasse.“ Aber da waren sich Gurlit und Uhlenbrok einig: „Das hilft nicht mehr!“

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Alle Oldesloer Schulen haben Sozialpädagogen beantragt. Der Antrag des Gymnasiums ist kurz und bescheiden: „eine halbe Stelle“, und die Begründung möge man „bei der IGS nachlesen“. So etwas sollte ein Schüler mal in einer Klausur schreiben: „Das Ergebnis ist xy, die Rechnung können Sie beim Klassenprimus nachlesen“ – egal. Die FDP will 5,5 Stellen, die SPD vier, aber die CDU nur zwei und die auch nur befristet für ein Jahr. Wer hat die Mehrheit? Also ist klar, was beschlossen wurde. Zwei Kräfte reichen aber nicht aus, um alle Wünsche zu befriedigen. Anita Klahn von der FDP warf deshalb die Frage in den Raum, wer die Sozialpädagogen denn am nötigsten brauche? Klar musste da kein Schulleiter lange überlegen. Wer meldete sich aber am heftigsten und fuchtelt gleich mit beiden Armen rum? Dr. Rolf Kuhl vom Gymnasium.

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Wahlkampf – anders kann man es wohl nicht nennen, dass die Oldesloer CDU momentan die Spendierhosen an hat. Bei den Haushaltsberatungen zu Jahresbeginn hätten sie den ungenutzten Topf für Baumpflegezuschüsse am liebsten ersatzlos gestrichen. Die SPD wollte ihn aufstocken. Deshalb wunderte sich deren Ratsfrau Rosie Behrend doch sehr, dass sich ausgerechnet die CDU kurz vor der Umweltausschusssitzung jetzt als großer Baumretter aufspielte und mehr Geld bereit stellen will. Zu viel soll es aber auch nicht sein. Auch wenn Ulrike Külper, städtische Baumexpertin, erklärte, dass die von der CDU vorgesehenen 1000 Euro nicht sonderlich viel seien, waren die Christdemokraten nicht bereit, den Etat weiter aufzustocken.

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Was war das denn? Erster April und keine Post von Gerold Rahmann? Seine Scherze gehören eigentlich schon fest zum Jahresablauf. Die geschützten Mäuse am Steinfelder Redder, seine Turbo-Ziegen am Institut – unvergessene „Pressemitteilungen“. Und dieses Jahr – Schweigen im Walde? Der Meister des Grünen Humors weilte in Israel, Gerold der Wüstenfuchs pilgerte mit Jugendlichen aus Bad Oldesloe durchs gelobte Land. Aber auch dort soll er den Schalk herausgelassen haben. Zum obligatorischen Bad im Toten Meer nahm er einen Salzstreuer mit und würzte nach, sobald er unterzugehen drohte. Mal sehen, womit er demnächst in der Politik wieder aufwartet.

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Vorbildlich vorsorglich geht die FDP mit ihren Mitgliedern um. Tangstedt liege zwar etwas abseits im Kreis Stormarn, sei aber einen Besuch wert, heißt es in der Einladung zum Kreisparteitag. Und damit auch alle dorthin finden, folgt eine exakte Beschreibung für die Anfahrt aus Bad Oldesloe und anderen Richtungen. Und allen, die sich lieber auf ihr Navi verlassen, schärft die Kreisvorsitzende ein: Nehmen Sie bitte die richtige Postleitzahl, sonst landen Sie in Tangstedt bei Pinneberg. Aber wer das Tangstedter Rathaus gefunden hat, darf dafür dann auch allein abstimmen.

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Warum sollte man denn in Stormarn verweilen, wenn man hier doch so schön – und auf der Autobahn auch so schnell – durchfahren kann? Unter dieser Frage leidet der Tourismus im Kreis schon, bevor er überhaupt Wirklichkeit werden soll. Immerhin – mit EU-Förderung in Aussicht – will man einen neuen Anlauf wagen. Schließlich hat unser Stormarn ja einiges zu bieten, sagen Kreis und Politik: Natur und Kultur, Seen und Radwege, Reitställe und Golfplätze. Nur bei der Vermarktung der Schätze hapert es. Da müsste man sich so etwas einfallen lassen wie unser Karikaturist Götz Wiedenroth. Denn wer an das Poggen-Monster glaubt, kommt gewiss gern zum Urlaub nach Stormarn.

„Nebel“ über der Jubiläumsfeier

Stormarner Tageblatt vom 12. April 2008

„Nebel“ über der Jubiläumsfeier

50 Jahre und kein bisschen leise – die KGS feierte ihren Geburtstag. Alle Redner brachten ihre Hoffnung zum Ausdruck, dass es eine Zukunft als Regionalschule gibt.

Bad Oldesloe/ol

– Na, den Tag hatte Hildegard Pontow sich bestimmt anders gewünscht. Die Klaus-Groth-Grund- und Hauptschule Bad Oldesloe hat gestern ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. Ein rauschendes Fest, aber über allem hing wie ein Damoklesschwert die Frage: „Wir wird es weiter gehen.“

Das Motto des Tages sollte eigentlich „Aufbruch zu neuen Ufern“ lauten. Doch die Zukunft der KGS, so Rektorin Pontow, „liegt im Nebel“. Die „Famile KGS“ gehe momentan durch ein Wechselbad der Gefühle.

Das neue Schulgesetz sieht keine Hauptschulen mehr vor. Ursprünglich wollte die CDU sie deshalb zur reinen Grundschule machen. Sie präferierte die TSS als große Regionalschule. Aber Hildegard Pontow und ihr Team kämpften, aus dem Elternwillen ging klar hervor, dass eine große Regionalschule nicht gefragt ist. Die Christdemokraten besannen sich eines besseren – die Politik sprach sich für eine KGS als Regionalschule aus. Kinder hätten dort künftig ihren Realschulabschluss machen sollen und eventuell sogar in die gymnasiale Oberstufe wechseln können.

Doch dafür reichen die jetzt vorliegenden Anmeldezahlen nicht. Nur zehn Eltern haben ihre Kinder an der KGS angemeldet – 45 wären mindestens erforderlich.

Klares Votum, das war’s also, könnte man denken. Das wäre zwar bedauerlich, aber die Schule hätte Klarheit. Trotzdem haben alle Gastredner in ihren Beiträgen den Wunsch ausgedrückt, dass die KGS doch noch Regionalschule wird, und sie haben alle noch mal die Argumente und Vorzüge aufgezählt.

Ob es hilft? Es gibt noch einen Hoffnungsschimmer. Die Storm-Realschule soll zur Gemeinschaftsschule werden. Dort haben sich aber deutlich zu viele Kinder angemeldet. 30 Familien werden eine Absage bekommen. Wo melden diese Eltern ihre Kinder an? An der KGS oder an der Schule am Masurenweg, die mit 40 Anmeldungen auch deutlich unter der Mindestzahl liegt.

Trotz der Medienberichte über die Belastung von Schülern am verkürzten Gymnasialzweig (G8) sieht sich die Mommsen-Schule einem weiter steigenden Zulauf ausgesetzt. 188 Kinder wurden angemeldet, im vergangenen Jahr waren es 162. Wo sollen aber die Kinder hin, die es dort nicht schaffen? Die Gemeinschaftsschulen sind dann voll. Integrations-Klassen, Flexible-Ausgangsklassen – sollen die ebenfalls an die dann überlaufenen Gemeinschaftsschulen?

Fragen, die das Kultusministerium beantworten muss. Eine Entscheidung wird dort vermutlich Ende April fallen. Im Sozialausschuss sagte Hildegard Pontow, sie habe Signale erhalten, dass das Ministerium eventuell bereit sei, die KGS auch mit weniger Schülern starten zu lassen.

1958 kam Hildegard Pontow als Viertklässlerin an die KGS. Zwölf Jahre erlebte sie die Schule als Mutter mit ihren drei Kindern. Inzwischen ist sie 14 Jahre Rektorin. „Ich konnte leider meine Enkelkinder noch nicht an diese Schule gehen lassen, weil mein Sohn sich so viel Zeit gelassen hat.“ Wenn sie in sechs Jahren in Rente geht, so hofft die Schulleiterin weiter, wird sie die ersten Realschüler an der KGS entlassen. Andreas Olbertz

Regionalschule: Was wird aus der KGS?

Lübecker Nachrichten vom 11. April 2008

Regionalschule: Was wird aus der KGS?

Bad Oldesloe - Die Situation in der Kreisstadt ist verfahren. Und eigentlich weiß niemand so recht, wie es denn jetzt nun weiter gehen soll. Gemeint ist die geplante Einrichtung einer Regionalschule an der bisherigen Oldesloer Grund- und Hauptschule Klaus-Groth-Schule (KGS).

Die Mindestgröße zur Einrichtung einer Regionalschule (des Nachfolgetyps von Haupt- und Realschule) erfordert 45 Schülerinnen und Schüler in der Jahrgangsstufe 5. Wie Thomas Sobczak, für die Schulen zuständiger Fachbereichsleiter der Stadt, am Mittwochabend im GSKA erklärte, sind hier aber nur zehn Bewerbungen aus Oldesloe eingetroffen (Stand: 8. April 2008). Die Anmeldezahlen für die fünften Klassen an den weiterführenden Schulen in Bad Oldesloe im Einzelnen:

Integrierte Gesamtschule (IGS): 104
Theodor-Storm-Schule (TSS): 107
Schule am Masurenweg (SaM): 41
Klaus-Groth-Schule (KGS): 11 (eine zusätzliche Anmeldung aus Reinfeld)
Theodor-Mommsen-Schule (TMS): 188
Förderschule Schule am Kurpark (SaK): 10

Während die künftigen Gemeinschaftsschulen IGS und TSS zum Teil weit mehr Anmeldungen als möglich aufweisen, gibt es an der SaM (ebenfalls Gemeinschaftsschule) noch Platz für rund 50 Schülerinnen und Schüler.

In den nächsten Tagen werden die Schulleiter der IGS und der TSS Ablehnungsbescheide verschicken, in denen darauf hingewiesen wird, dass sich die betroffenen Schülerinnen und Schüler noch an der SaM oder an der KGS bewerben können. Dass sich Eltern wieder rückbesinnen und ihre Kinder auf der KGS anmelden, davon geht niemand aus. "Es ist traurig, aber die Eltern haben mit den Füßen abgestimmt - und sie haben sich gegen die Regionalschule als Typ entschieden", bedauerte Hildegard Pontow, Leiterin der Klaus-Groth-Schule, enttäuscht. Allerdings mag sie die Hoffnung auf die Regionalschule noch nicht ganz aufgeben. "Ich hatte die Auskunft aus Kiel, dass wir auch mit einer Klasse starten können."

Ganz ausschließen mochte das Thomas Sobczak auch nicht. Letztlich entscheide die Schulaufsichtsbehörde nach dem abgeschlossenen Anmeldeverfahren. Das soll am 25. April feststehen. "Es kann passieren, dass die Regionalschule mit zehn, fünfzehn Schülern starten kann." Und falls nicht? Dann, so Jens-Pieter Friese von der SPD, könne die KGS ja in zwei, drei Jahren als "Außenstelle" einer der anderen Gemeinschaftsschulen operieren . . .

Von Joachim Strunk, LN

Sozialpädagogen: Sparen oder helfen?

Jens-Pieter Friese

Stormarner Tageblatt vom 11. April 2008

Sozialpädagogen: Sparen oder helfen?

Aus zwei mach vier oder doch gleich sechs? Im Sozialausschuss wurde ausgiebig über die Zahl der einzustellenden Sozialpädagogen diskutiert.

Bad Oldesloe/ol

– Ja spinnen die denn? An den Oldesloer Schulen brennt offensichtlich die Luft. Die Schulleiter überboten sich mit Argumenten, warum Schul-Sozialpädagogen im Allgemeinen und an ihrer Schule im Besonderen von Nöten seien – und der Ausschuss beschließt einstimmig zwei Stellen zu schaffen. Dabei hatte die Verwaltung in ihrer Vorlage schon einen Bedarf von viereinhalb Stellen nachgewiesen.

Es war der klassische Clash der Fraktionen: Die SPD fordert vier Stellen – unbefristet. Die CDU will aber nur zwei genehmigen – probeweise für ein Jahr. Beide Seiten haben einen Fraktionsbeschluss im Hintergrund, der ihre Position zementiert. Und dann kommt noch die Verwaltung, die klar macht, dass aus rechtlichen Gründen maximal zwei Stellen geschaffen werden können.

Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule, wartete in ihrem Antrag mit eindrucksvollen Zahlen auf: 30 Prozent der Kinder sind verhaltensauffällig, weitere 30 Prozent haben Lernprobleme, elf Prozent der Kinder zeigen Verhaltensstörungen. Die Anträge der anderen Schulen lesen sich nicht gefälliger. Da ist von „extremem Störverhalten“ die Rede, Kinder, die als nicht therapierbar aus der Psychiatrie entlassen werden, „Kriminalisierungstendenzen“ bis hin zu Gewalt, sexuellem Missbrauch, Drogenkonsum.

Hartmut Kühn, Rektor der Realschule: „Sie können sich gar nicht vorstellen, mit welcher Geschwindigkeit, groteske Probleme bei uns auftauchen.“ Selbstverständlich sei die Stadt nicht verpflichtet, die Stellen zu schaffen, aber, so Kühn: „Die, denen Sie nicht helfen, die kosten uns tausende jeden Monat.“ Aber dafür sei der Kreis zuständig. Heimkosten müsse der dann bezahlen. Da der aber kein Geld habe, werde er sich vermutlich nicht an präventiven Maßnahmen beteiligen.

Die Verwaltung hatte vorgeschlagen zwei Stellen zu schaffen und die Sozialpädagogen dann am Schulzentrum einzusetzen. Das stieß auf Widerspruch der Grundschul-Rektorinnen. Sie wiesen darauf hin, dass Hilfe möglichst früh ansetzen müsse – in der fünften Klasse sei es dafür teilweise schon zu spät. Warum das Schulzentrum bei der Verwaltung Priorität genießt, blieb unklar. Die Liberale Anita Klahn: „Mir kommt das ganze wie gewürfelt vor.“ Zustimmung auch von CDU-Seite. Gudrun Möllnitz: „Die Anträge der Grundschulen dürfen nicht unter den Tisch fallen.“

Wie schon zu den Haushaltsberatungen wiederholte die SPD ihre Forderung, vier Stellen zu schaffen – unbefristet, das war Jens-Pieter Friese ganz wichtig: „Wenn wir qualifizierte Pädagogen haben wollen, wird es sonst ganz schwierig, jemand Gutes für unsere Kinder zu bekommen.“ Anita Klahn legte sogar noch eine Schippe drauf, sie forderte fünf volle und zwei halbe Stellen. CDU-Finanzexpertin Susanne Pöhls kochte regelrecht: „Kaum ist mal finanziell Land in Sicht, soll gleich der Stellenplan ausgeweitet werden. Da erwarte ich Finanzierungsvorschläge.“ Da musste Friese nicht lange überlegen: „Verzichten wir doch einfach auf den Wegeausbau im Kurpark.“

Den Ansatz eines Durchbruchs gab es, als Christdemokratin Angela Fehrmann einräumte: „Mein pädagogisches Herz schlägt für die vollen Stellen.“ Aber es gebe halt den anders lautenden Fraktionsbeschluss. Sie wolle jedoch mit den neuen Informationen nochmals zur Klausur in die Fraktion gehen. „Mit der Hoffnung, dass eine Bewusstseinsänderung eintritt.“

Wenn die CDU sich anders besinnen sollte, könnte ein Beschluss frühestens nächsten Monat gefällt werden. Das reicht aber nicht, um rechtzeitig zum Schuljahresbeginn Fachleute einstellen zu können. „Erstmal zwei Stellen, nächsten Monat gucken wir dann, ob es nicht doch mehr werden können“, zeichnete sich als Minimalkonsens ab. Als Hauptamtsleiter Malte Schaarman vorschlug, die Stelle vorerst auf zwei Jahre zu befristen, stimmte auch die SPD zu.

Andreas Olbertz

Zwei Sozialpädagogen für Oldesloer Schulen

Lübecker Nachrichten vom 11. April 2008

Zwei Sozialpädagogen für Oldesloer Schulen

Bad Oldesloe - Die Politiker der Kreisstadt haben die Zeichen der Zeit erkannt. Jede Schule soll möglichst einen Sozialpädagogen bekommen. Aus Etat-rechtlichen Gründen wurden vorerst zwei Stellen genehmigt.

Nach Befragung der sieben Oldesloer Schulen, eigenen intensiven Recherchen zum Bedarf an Sozialpädagogen in der Schularbeit sowie Berechnungen zur Finanzierung schlug die Schulverwaltung der Stadt dem Ausschuss für Gleichstellung, Soziales und Kultur (GSKA) vor, ab dem kommendem Schuljahr zwei Vollzeitstellen einzurichten. Die sollten am Schulzentrum an der Olivet-Allee eingerichtet werden und vorerst auf ein Jahr befristet sein.

So weit, so schlecht. Über den Bedarf an Sozialpädagogen bestand bei allen Beteiligten kein Zweifel. Vielmehr dokumentierten die anwesenden Schulleiter den Kommunalpolitikern mit teilweise drastischen Zahlen die absolute Notwendigkeit von Sozialpädagogen. Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule, die mit 480 Schülern größte Grundschule Bad Oldesloes, bemerkte, dass sie rund 30 Prozent verhaltensauffällige und nahezu 30 Prozent mit Lernproblemen behaftete Kinder zu ihrer Schülerschaft zähle. "Wir haben pro Jahrgang mehrere Kinder, die aus Kliniken in Hamburg oder Lübeck kommen und teilweise nicht beschulbar oder nicht therapierbar sind."

Dass solche Problemschüler dann den gesamten Unterrichtsbetrieb aufhalten und stören, ist nicht verwunderlich. Die teilweise überlasteten, manchmal überforderten Lehrer wünschen sich nichts sehnlicher als Entlastung durch eine/n kompetente/n Fachfrau/ -mann im Bereich Sozialpädagogik.

Sabine Quaritsch, Schulelternbeiratsvorsitzende an der Integrierten Gesamtschule (IGS), verwies auf die großen Erfolge, die die Schule am Masurenweg bereits mit "ihrem" Sozialpädagogen gefeiert habe. "Es geht um unser aller Kinder. Problemschüler sollte man den Profis überlassen."

Doch die vorgeschlagenen zwei Stellen seien bei weitem nicht ausreichend. "Ich warne davor, die zwei Stellen auf mehrere Schulen aufzusplitten", bat Andreas Bielke, Leiter der IGS. Unterstützung bekam er dabei von der Jugendpflegerin der Stadt, Karin Heinzen. Es sei schon für einen Sozialpädagogen an einer Schule schwer genug, eine Vertrauensstellung innerhalb eines Jahres bei Kindern und Eltern zu erarbeiten.

Auch die einjährige Befristung fand keine Zustimmung. Jens-Pieter Friese von der SPD erklärte: "Wir sehen es als sehr schwierig, wenn nicht unmöglich an, qualifizierte Sozialpädagogen für nur ein Jahr zu bekommen." Wer würde sich bei solch vagen Berufsaussichten schon bewerben?

Anita Klahn von der FDP schlug vor, "mittelfristig fünf volle und zwei halbe Stellen für die Schulen einzurichten". Angela Fehrmann von der CDU, selbst Pädagogin, zeigte sich schon fast überzeugt, wollte mit diesen Infos jedoch noch einmal in Fraktionsklausur gehen, um das weitere Vorgehen zu beraten. Sie zeigte sich aber zuversichtlich, "dass wir im Sinne der Schüler etwas hinbekommen".

Angesichts der bevorstehenden Kommunalwahl und den sich dann neu konstituierenden Gremien stimmte der Ausschuss dann aber einstimmig für die zwei Stellen - befristet auf zwei Jahre.

Von Joachim Strunk, LN

Oldesloe: Wie geht's weiter ohne Regionalschule?

Lübecker Nachrichten vom 08. April 2008

Oldesloe: Wie geht's weiter ohne Regionalschule?

Bad Oldesloe - Ein volles Programm wartet morgen Abend (19 Uhr, Verwaltungsgebäude) auf die Mitglieder des Bad Oldesloer Ausschusses für Gleichstellung, Soziales und Kultur. Vor allem der Bereich Schule und Bildung nimmt einen Großteil der Tagesordnung ein.

Ein zentraler Punkt dürfte der mündliche Bericht der Verwaltung sein über die Anmeldesituation an den weiterführenden Schulen in der Kreisstadt. Wie die LN bereits berichteten, sind an der Klaus-Groth-Schule, die als einziges Lehrinstitut der Stadt von der Kommunalpolitikern als Regionalschule vorgesehen war, lediglich zehn Anmeldungen eingegangen. 45 sind aber notwendig, um diesen neuen Schultypus überhaupt von Kiel genehmigt zu bekommen.

Die Eltern der betroffenen Schüler wurden bereits informiert, dass sie ihre Zöglinge möglichst auf eine der drei anderen künftigen Gemeinschaftsschulen - IGS, Theodor-Storm-Schule (TSS) und Schule am Masurenweg (SaM) - anzumelden. Aller Voraussicht nach steht die Oldesloer Politik nun vor der Aufgabe, mehr Plätze an den genannten Gemeinschaftsschulen einzurichten. Während an der bisherigen Integrierten Gesamtschule (IGS) sowie der Realschule TSS mehr Schülerinnen und Schüler angemeldet wurden als Plätze vorhanden sind, könnte die SaM noch Kinder aufnehmen.

Weiterhin wird Bericht erstattet über den Workshop der Stadt zu den Ganztagsschulen, an dem die SPD ihre Teilnahme verweigert hatte, weil zu dem ersten Termin keine Elternvertreter eingeladen waren.

Auf Punkt 9 der Tagesordnung stehen die Anträge der Oldesloer Schulen auf die Einstellung von Schulsozialarbeiter/innen. Diese sollen bei den verstärkt aufgetretenen Problemen in der sozialen und emotionalen Kompetenz der Schüler/innen helfen. Gestörte Verhaltensmerkmale machen sich mehr und mehr durch Schulangst, Gewaltbereitschaft oder Suchtverhalten der Schüler/innen bemerkbar. Nach einer Analyse wurde ein Bedarf an 4,5 Vollzeitstellen für alle Oldesloer Schulen festgestellt. Die Verwaltung schlägt nun vor, erst einmal befristet bis zum 31. Juli 2009 zwei Vollzeitstellen für Schulsozialarbeit im Schulzentrum Olivet-Allee einzurichten. Die Kosten dafür werden auf insgesamt 81 400 Euro beziffert. unk

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Bücher für Flohmarkt gesucht

Stormarner Tageblatt vom 4. April 2008

Bücher für Flohmarkt gesucht

Bad Oldesloe /st –

Die SPD in der Kreisstadt veranstaltet am Sonnabend, 26. April, in der Innenstadt einen Bücherflohmarkt und bittet jetzt um Bücherspenden. Der Erlös der Veranstaltung soll den Kindern vom Drachenturm zugute kommen. Im Drachenturm in der Turmstraße werden vor allem Kinder von Übersiedlern, Kriegsflüchtlingen, Asylbewerbern und sozial schwachen Familien betreut. Sie können dort spielen, lernen und erhalten Essen. Einige hauptamtliche und viele ehrenamtliche Betreuerinnen und Betreuer leisten diese hervorragende Arbeit, die wegen geringer finanzieller Mittel oft nur mit Organisations- und Improvisationstalent und dem festen Willen, helfen zu wollen, gelingt.

Die Sozialdemokraten möchten diese engagierte Arbeit mit ihrer Spende unterstützen. Wer also schon immer einmal seinen Bücherschrank verschlanken wollte, ist gern eingeladen, diese Bücher zu spenden.

Interessenten können sich melden bei Birgit Weißmann unter der Telefonnummer 04531/ 800187 an oder melden sich per E-Mail unter der Adresse Maria.Herrmann@spd-badoldesloe.de. Die Bücher werden auf Wunsch auch abgeholt.

„Mein schönstes Bild“

Stormarner Tageblatt vom 4. April 2008

„Mein schönstes Bild“

Bad Oldesloe/st

– Kaum ist der Wettbewerb „Bad Oldesloe wi(e)der die Monotonie“ des Bad Oldesloer Kulturforums der Sozialdemokratie beendet, plant Gründer Christian P. Schlichte bereits den nächsten.

Ab 28. April sind alle Oldesloer Bürger, der Fotoclub Bad Oldesloe, die VHS Fotokurse sowie die Schüler der Foto-AGs aller Oldesloer Schulen aufgerufen, mit der Kamera durch die Kreisstadt zu ziehen um „Mein schönstes Bild von Bad Oldesloe“ zu fotografieren und bis spätestens 17. Mai entweder als Fotoabzug oder digital in den drei Oldesloer Fotofachgeschäften Jessen, Ketelhohn sowie dem Fotogeschäft an der Hude abzugeben.

Eine Jury wird zehn Preisträger ermitteln, die erneut attraktive Preise gewinnen können. Im Anschluss an den Wettbewerb werden alle Arbeiten in einer Ausstellung im Stadthaus gezeigt. Diese soll durch prominente Landespolitiker Anfang Juni eröffnet werden. Zusätzlich ist angedacht, die Bilder kopiergeschützt im Internet zu präsentieren.

Nur zehn Anmeldungen: Aus für die Bad Oldesloer Regionalschule

Lübecker Nachrichten vom 02. April 2008

Nur zehn Anmeldungen: Aus für die Bad Oldesloer Regionalschule

Bad Oldesloe - In der Politik sieht man die Situation entspannt. Die einen hatten es ohnehin schon immer gewusst, die anderen wollten zumindestens die Vorgaben erfüllen und alle Schulangebote in der Kreisstadt anbieten. Am Ende entscheiden die Eltern - und zwar gegen die Regionalschule.

Die Anmeldefristen für den Besuch der weiter führenden Schulen in Bad Oldesloe sind abgelaufen - und offenbaren ein mehr als deutliches Votum: Lediglich zehn Eltern wollten ihre Kinder zur Regionalschule schicken. Erforderlich wären allerdings 45 Anmeldungen. Das bedeutet das Aus der neuen Regionalschule an der Klaus-Groth-Schule (KGS), bevor diese überhaupt an den Start gehen konnte. Für Bürgermeister Tassilo von Bary ist es "nur schwer vorstellbar, dass sich die Regionalschule jetzt überhaupt noch etabliert".

Thomas Sobczak, zuständiger Fachbereichsleiter für die Schulverwaltung der Kreisstadt, bestätigte den LN, dass die Schulleiterin der KGS, Hildegard Pontow, diejenigen Eltern bereits informiert habe, damit diese ihre Kinder sicherheitshalber an einer der drei Gemeinschaftsschulen der Stadt anmelden können.

An diesen ist die Situation folgende: Die Integrierte Gesamtschule (IGS) hat wie in den vergangenen Jahren wesentlich mehr Anmeldungen (130) als freie Plätze (104 in vier Zügen). Ähnlich sieht es auf der bisherigen Realschule aus. Die Theodor-Storm-Schule (TSS) kann in drei Zügen/Klassen jeweils 29 Schüler, also insgesamt 87 Mädchen und Jungen, aufnehmen. Angemeldet wurden bisher rund 100.

Dagegen hat die Schule am Masurenweg, deren Träger der Schulverband bestehend aus der Stadt Bad Oldesloe sowie den umliegenden Gemeinden ist, noch Kapazitäten frei. Genehmigt wurden auch hier drei Züge mit je 29 Schüler/innen, angemeldet wurden allerdings erst rund 40. Sobczak: "Insofern ist die Lage in Bad Oldesloe entspannt. Die Eltern können sicher sein, dass ihre Kinder einen Platz an einer Gemeinschaftsschule bekommen, nur vielleicht nicht an ihrem Wunschstandort."

"Überraschend hoch", so Sobczak weiter, sind zudem die Anmeldezahlen für die Theodor-Mommsen-Schule (TMS). Hier ergibt sich für die Stadt schon eher ein Problem. Da es sich beim Gymnasium um eine Regelschule handelt, ist diese auch verpflichtet, die angemeldeten Schüler aufzunehmen. Kalkuliert hatte man allerdings nur mit einer maximalen Zahl von 150 Schülerinnen und Schülern. Mit 187 Anmeldungen verzeichnet man hier den höchsten Stand seit Jahren. Grund: Vor allem aus dem Reinfelder und Nordstormarner Bereich streben zahlreiche "Jung-Sextaner" nach Oldesloe. Was bedeutet, dass die Stadt Platz schaffen und statt fünf sogar sieben Klassenzüge einrichten muss.

Schulrätin Katrin Thomas, seit gestern offiziell als Nachfolgerin für Eberhard Heim im Stormarner Schulamt tätig, erklärte, dass man nun eine politische Entscheidung treffen müsse - und zwar unter Einbeziehung des Kieler Bildungsministeriums. In der kommenden Woche würden diesbezüglich notwendige Gespräche geführt.

Für Hagen von Massenbach (SPD Bad Oldesloe) ist die aktuelle Situation "eine Bestätigung unserer Politik". Es gebe eben keinen Bedarf an einer Regionalschule. Man habe sie angeboten, aber glücklicherweise noch kein Geld dafür ausgegeben. Das könne man nun in die Gemeinschaftsschule stecken.

Horst Möller von der CDU sagte: "Wir hatten uns an der Umfrage orientiert, in der sich 20 Prozent der Eltern für eine Regionalschule ausgesprochen hatten." Die Kommunalpolitik sei mit diesen Anmeldezahlen "raus aus der Sache". Jetzt müsse sich das Land Gedanken machen, wo etwa die "Rückläufer" vom Gymnasium ihre Schullaufbahn fortsetzen müssten.

Landrat Klaus Plöger (SPD) sieht die Entscheidung der Eltern "völlig ideologiefrei: Die Politik hat das so lange diskutiert. Jetzt kann man davon ausgehen, dass die Eltern wissen, was sie wollen" - nämlich keine Regionalschule!

Von Joachim Strunk, LN

 

Wer spendet Bücher für Flohmarkt?

Hamburger Abendblatt vom 2. April 2008

Wer spendet Bücher für Flohmarkt?

Im "Drachenturm" an der Oldesloer Turmstraße werden Kinder von Übersiedlern, Kriegsflüchtlingen, Asylbewerbern und sozial schwachen Familien versorgt. Hier erhalten sie Essen, können spielen und lernen. Die SPD Bad Oldesloe organisiert einen Bücherflohmarkt, dessen Erlös an den "Drachenturm" gehen soll. Am Sonnabend, 26. April, werden in der Innenstadt Verkaufsstände aufgebaut. Wer hierfür Bücher spenden möchte, wendet sich an Birgit Weißmann (Telefon 04531/80 01 87).

hpsk

 

Sozial, erschwinglich, attraktiv und bürgernah

Lübecker Nachrichten vom 30. März 2008

Sozial, erschwinglich, attraktiv und bürgernah

SPD der Kreisstadt stellt ihr Programm für die Kommunalwahl im Mai vor – Schwerpunkt liegt auf Beteiligung aller Oldesloer.

VON JOACHIM STRUNK

BAD OLDESLOE – „Wir wollen Bad Oldesloe mit Ihnen gemeinsam gestalten – nicht hinter verschlossenen Türen, sondern in einem offenen Diskussionsprozess, aber stets unter dem Vorbehalt des Machbaren und Vertretbaren“, heißt es in der Einleitung des aktuellen Wahlprogramms der Sozialdemokraten. Diesen Anspruch des Sozialen, der Solidarität betont auch Hagen von Massenbach, Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung.

Ihre politische Arbeit wird dabei von sieben Bereichen geprägt: Soziales, Bildung, Stadtplanung, Umwelt, Bürgerbeteiligung, Wirtschaft und Finanzen. An erster Stelle steht der Themenschwerpunkt „Bad Oldesloe – die soziale Stadt“. Und ganz oben auf der Agenda rangiert, dass allen Schülerinnen und Schülern in Oldesloe ermöglicht werde, am Mensa-Essen teilzunehmen. „Es muss für alle erschwinglich sein und darf nicht am geringen Einkommen der Eltern scheitern“, so von Massenbach.

Kaum weniger wichtig erachten die „Roten“ den Einsatz von Sozialpädagogen an den Schulen. Idealerweise an jeder eine/n. Aber angesichts der längst noch nicht entspannten finanziellen Lage wäre auch eine Kraft für zwei oder drei Schulen akzeptabel. „Damit soziale Probleme auch außerhalb der Schule rechtzeitig erkannt und gemeinschaftlich gelöst werden können“, argumentiert Fraktionssprecher Hans-Hermann Roden.

Letztlich verfolgt man auch konsequent die „angemessene Sanierung“ des Hallenbades weiter. „Wir wollen ein Wohlfühlbad und keinen Luxustempel.“ Die Eintrittspreise müssten sozialverträglich sein. Noch mehr Zulauf und dadurch mehr Einnahmen erhoffen sich die Sozialdemokraten durch die Erweiterung um einen Therapie- und Saunabereich.

Unter der Überschrift „Bad Oldesloe – die Umwelt-Stadt“ hat sich die SPD die Förderung des innerstädtischen Umweltverbundes, sprich: Fahrrad, Anruf-Sammel-Taxi, öffentlicher Personennahverkehr, auf die Fahnen geschrieben. Vor allem Radler sollen verstärkt zur Nutzung ihrer Drahtesel animiert werden: einerseits durch zusätzliche Fahrradboxen am Bahnhof zur kostenlosen Benutzung, andererseits durch Ausbau und Sanierung des Radwegenetzes in Bad Oldesloe. Der Forderung vor allem der Geschäftsleute in der Innenstadt nach kostenlosen Parkflächen zur Belebung der City, erteilt die SPD dagegen eine Absage. Von Massenbach: „Das Experiment mit dem kostenlosen Parkraum auf dem Exer ist ja auch nicht geglückt. Das hat kaum mehr Besucher in die Stadt gelockt.“ Auf die Einnahmequelle der Parkgebühren könne die Stadt nicht verzichten. Aber man könne beispielsweise durch eine Beschrankung oder eine spezielle Oldesloe-Parkscheibe für mehr Gerechtigkeit bei den Parkgebühren sorgen.

Keinesfalls wolle man auf die Mitarbeit der Oldesloer verzichten. „Wir selbst sind Teil dieser Stadt und verstehen uns nicht als ,Vordenker‘, sondern ,Mitdenker‘ für Bad Oldesloe.“ (Das Wahlprogramm im Internet unter  www.spd-badoldesloe.de).