Freie Lebensgestaltung gefährdet

Stormarner Tageblatt vom 30. Juni 2009
Protest gegen die Umwandlung der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule. 93 Unterschriften wurden gesammelt. Die Eltern meinen, dass der offene Betrieb größtmögliche Freiheit biete.
Bad Oldesloe/ol
– Am Mittwoch wird es vermutlich zum Schwur kommen. Ab 19 Uhr tagt der Sozialausschuss im Sitzungszimmer des Stadthauses. Einer der wichtigsten Tagesordnungspunkte ist die Umwandlung der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule.
Wie bereits berichtet, hat das Bildungsministerium die Stadtschule in einem Interessenbekundungsverfahren als potenzielle gebundene Ganztagsschule ab dem Schuljahr 2010/11 anerkannt. Knackpunkt an der Geschichte ist allerdings, dass die Umwandlung mit Baukosten von vier Millionen Euro verbunden wäre. Die jährlichen Folgekosten beliefen sich auf 270 000 Euro. Das Land will zwar gebundene Ganztagsschulen, aber Zuschüsse sind Mangelware. Diese Haltung findet Bürgermeister Tassilo von Bary „unverschämt“. Schulbildung sei Sache des Landes, dort würden aber Schnellschüsse abgefeuert und die Zeche hätten die Kommunen zu bezahlen. Die Stadt hat eventuell Chancen, Geld aus dem Investitionspakt zu bekommen. 87 Prozent Förderung sind theoretisch möglich. Praktisch gibt es reichlich Probleme. Die Antragsfrist läuft beispielsweise in der kommenden Woche ab, die Stadtverordneten tagen aber vorher gar nicht mehr. Der „Beschluss“ des Ausschusses müsste dann also auch für die Stadtverordnetensitzung noch tragen. Ob es tatsächlich Geld gibt, ist mehr als fraglich. Der Verwaltungs-Chef weißt darauf hin, dass Projekte im erweiterten Bildungsbereich für elf Millionen Euro „in der Pipeline“ stecken – deren Notwendigkeit ist erkannt, sie waren teilweise sogar bereits beschlossen, sie sind aber aus pekuniären Gründen wieder geschoben worden. „Die Finanzierung könnte nur über eine zusätzliche Kreditaufnahme erfolgen“, steht für die Verwaltung fest.
Jetzt gibt es auch noch Protest von Elternseite. Carsten Senkbeil und einige Mitstreiter sehen in den Bestrebungen den Familien das Recht auf freie Lebensgestaltung genommen. „Uns sind nur sehr wenige Fälle zu Ohren gekommen, in denen sich die Eltern den Umfang der Betreuung vorschreiben lassen wollten“, sagt er. Offene Ganztagsschule ja, aber keine Zwangsbetreuung für alle.
Wenn eine größere Zahl an Eltern aus dem Einzugsbereich ihre Kinder nicht an die Stadtschule gibt, werde es an den anderen Grundschulen Kapazitätsengpässe geben. Selbst wenn es diese Probleme nicht gäbe, würden den Kindern unnötig lange Wege zugemutet.
Schon jetzt sei es so, dass an der Stadtschule nur ein verschwindend kleiner Teil das Maximum an freiwilliger Betreuung in Anspruch nehme. „Der Bedarf ist nicht erkennbar“, folgert Carsten Senkbeil daraus. 93 Unterschriften haben die Kritiker jetzt vornehmlich an Kindergärten gesammelt, um gegen die Gebundene Betreuung zu protestieren. Der Stapel wurde jetzt dem Bürgermeister übergeben.
Andreas Olbertz
Breites Meinungsspektrum
Die Parteien haben heute erst ihre Fraktionssitzungen, deshalb will sich noch keiner in Sachen Stadtschule festlegen. Das könnte wieder eine muntere Sitzung mit Unterbrechungen und Beratungsbedarf werden. Gudrun Möllnitz (CDU): „Wir stehen bei so vielen anderen Projekten im Wort. Wir sollten keine Erwartungen wecken oder Experimente starten, solange die Finanzierung nicht sicher gestellt ist.“ IGS, TSS, Sportplätze, Umkleiden – alles auf der Warteliste. Möllnitz: „Wo bleibt da die Gleichbehandlung, wenn wir die alle wegen der Stadtschule vertrösten?“ Eine verlässliche Betreuung sei ja bereits gegeben. Das klingt nach eindeutigem Nein von den Christdemokraten.
Ganz anders Jens-Pieter Friese (SPD): „Der Bedarf ist ganz eindeutig da! Wir haben die Chance auf mehr als 80 Prozent Fördermittel und für die Mensa sind ja bereits 600 000 Euro bewilligt. Den Weg sollten wir gehen.“ Er erinnert an die IGS Mensa, da hatte die CDU auch lange Bedenken. „Als es dann keine Fördermittel mehr gab, musste sie doch gebaut werden“, blickt Friese zurück. „Ich persönlich würde dafür auch einem Kredit zustimmen“, sagt er: „Aber es gibt bestimmt auch andere Wege. Über PPP haben wir noch gar nicht gesprochen.“ Anita Klahn (FDP) ist von dieser Position nicht weit entfernt: „Wir werden auf lange Sicht nicht umhin kommen. Das wertet Bad Oldesloe als Wohnstandort auf. Aber die Finanzie-rung ...“ Da will die Liberale zweigleisig vorgehen. Zum einen müsse hinterfragt werden, ob wirklich alle Anbauten bereits jetzt notwendig seien, eventuell könne auch gespart werden wenn die Stadtschule zukünftig nur noch dreizügig sei. Sparen will sie an anderer Stelle: „KuB und Schulzentrum dürfen auf keinen Fall gefährdet sein, aber eine neue, große Turnhalle sehe ich in den nächsten zehn Jahren nicht.“ Ein Posten von 3,9 Millionen Euro in der Verwaltungsliste. Ihr leuchtet auch nicht ein, warum beispielsweise am Wendum für Umkleiden mehr als 400 000 Euro ausgegeben werden müssen. „Wir sind natürlich auch dafür“, betont Grünen-Sprecher Dr. Hartmut Jokisch: „Aber wir müssen noch mal über die Kasse nachdenken.“ Schulleiterin Sabine Prinz führt andere Argumente an: „Selbst Mitarbeiter der Stadt bescheinigen uns, dass im Altbau im Prnzip nicht mehr gearbeitet werden kann. Andere Schulen haben längst Mensa und Gruppenräume, aber wir sind in den vergangenen Jahren nicht berücksichtigt worden. Dann schlägt da schnell was zu Buche.“
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 26. Juni 2009
Landrats- und Bürgermeister-Kandidaten gesucht
Wer wird König?
Rolf Blase und Andreas Olbertz
„Der Staat bin ich“ war Sonnenkönig Ludwig XIV. überzeugt. „Stormarn bin ich“ hat Klaus Plöger noch nie gesagt, aber es ist genau das, was der Landrat repräsentiert. Der ehemalige Pädagoge lässt keine Gelegenheit aus, den Kreis, die Verwaltung oder die WAS über den grünen Klee zu loben, und steter Tropfen höhlt nun mal den Stein. Und weil Klaus Plöger, bevor er Landrat wurde, Fraktionsvorsitzender der SPD war, weiß er auch, wie er mit den Kreispolitikern umgehen muss. Denen fällt es entsprechend schwer, Argumente gegen eine Wiederwahl Plögers zu finden. Mehr als „wir möchten eine Auswahl haben“, ist den Grünen auch nicht eingefallen. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich ein eigenes Bild von unserem Stormarner Sonnenkönig gemacht.
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Als der Kreis 1996 seine Anteile an der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld verkaufte, gab nicht nur einen Kläger, der der Ansicht war, dass dieses Geld den Gebührenzahlern gehören würde. Vor Gericht konnte man sich aber nicht durchsetzen. Im Nachhinein muss man sagen, schade. Gut, mit den 9,4 Millionen hat der Kreis Schulden getilgt, was ja auch allen zugute kommt. Aber man hat auch einen Vertrag mit der Veba, heute Eon, ausgehandelt, dass man bis 2017 seinen Müll in Stapelfeld verbrennt und bei Vertragskündigung die Anteile zurückerhält – gratis, ohne etwas dafür zu bezahlen. Also muss Veba/Eon so viel zu verschenken haben. Selbst wenn die MVA 2017 stillgelegt wird: Das Geld kann nur aus den Kosten für die Müllverbrennung kommen. Und wer zahlt die seit 1996 und bis 2017: Jeder mit Restmüll-Tonne. Wenn man nun noch weiß, dass die Richter im 2005er-Urteil zu den Abfallgebühren monierten, dass die AWS zu viel für die Verbrennung in Stapelfeld zahlt. Und die vertraglich vereinbarte Preisgleitklausel über 20 Jahre hielten sie für „unangemessen“, weil sie „zu einer kontinuierlichen Preissteigerung ohne Berücksichtigung der Kostenentwicklung und eines Marktpreises“ führe. Wenn man seinerzeit von der kostenlosen Rückgabe der verkauften Anteile gewusst hätte, hätte man nur eins und eins zusammenzählen müssen. Jetzt kann man jedenfalls ruhigen Gewissens sagen: Die Millionen hat sich der Müllgebühren-Zahler redlich verdient.
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2,7 Millionen Euro für Stormarn hören sich ja erst mal gut an. Die Reaktion in den Rathäusern auf die Zuschüsse aus dem Konjunktur-paket II für Städtebau waren aber – gelinde gesagt – verhalten. Selbst in Ahrensburg, das die meiste Förderung in Stormarn bekommt, zeigte man sich nicht unbedingt glücklich. Das Lieblingsprojekt Rathaussanierung steht nämlich nicht in der Liste. Ein Grund: Die beantragte Summe wäre mehr gewesen als alle Zuschüsse für den Kreis zusammen. Und in Bad Oldesloe kommt überhaupt kein Cent aus dem Programm an. Außer Spesen also nichts gewesen.
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Der Teufel steckt im Detail, und deshalb gibt es in Ahrensburg auch nach den Beschluss für einen Bürgerentscheid zum Lindenschnitt in der Großen Straße nicht wirklich Ruhe. „Kronen-begrenzungsschnitt“ steht als Alternative zum Kastenschnitt in der Frage, die die Stadtverordneten am Montag beschließen wollen. Etwas ganz anderes als die „natürliche Form“ in der ursprünglichen Frage der Initiative? Das vermutet jedenfalls Anne Frey, die aus der BfA ausgetreten ist. Eine Kronenbegrenzung lasse nämlich eine Reduzierung der Höhe zu, und dann hätte die Verwaltung fast schon wieder die unnatürliche Kastenform, gegen die man zu Felde gezogen sei. Wenn dem so ist, wäre das ja ein ganz schlauer Schachzug aus dem Rathaus.
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Was für ein wichtiges Gefecht wurde da wieder ausgetragen? Der Berufsverband der Bibliotheken hatte an diverse Politiker in der Stadt geschrieben und sich, salopp formuliert, darüber beklagt, wie schlecht doch die Bücherei behandelt werde. Dafür sind sie da, das ist Lobbyarbeit. Rainer Fehrmann (CDU) hatte sich daraufhin in seiner Funktion als Bürgerworthalter in der Pflicht gesehen, da-rauf stellvertretend für alle zu antworten. Das Schreiben war aber nicht mit den Fraktionen abgestimmt. Fehrmann hat es in der Stadtverordnetenversammlung vorgelesen – aber da war der Brief schon lange weg. Was hat er denn eigentlich geschrieben? Dem Sitzungsprotokoll ist das nicht zu entnehmen, obwohl die SPD beantragt hatte, dass eine Kopie beigefügt werden solle.
Nö, will er nicht, Bürgerworthalter Fehrmann schaltet an dem Punkt auf stur. „Es gibt keinen Anspruch, ihn ins Protokoll zu legen. Aber weil ich ein netter Mensch bin, können Sie das Schreiben gerne kriegen“, sagte er der stellvertretenden SPD-Frak-tionsvorsitzenden Maria Herrmann. Doch die ist mindestens genau so stur, hat sich den Tonbandmitschnitt angehört und abgetippt. Sie beantragte, dass jetzt diese Abschrift in Ermangelung des Originals beigefügt werde. Der Antrag wurde natürlich abgelehnt, aber da der Brief-Text Teil ihres Antrags war, findet er zumindest auf diesem Weg Eingang ins Protokoll. Oder hat da noch jemand einen Paragrafen in der Hinterhand?
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Nächstes Jahr wird in Bad Oldesloe der Bürgermeister gewählt. Es wird sich zeigen, ob die Stadt einen neuen Verwaltungs-Chef bekommt. Amtsinhaber Tassilo von Bary hat jetzt offiziell seinen Willen bekundet, anzutreten. Anita Klahn (FDP) strebt bekanntlich nach Höherem. Mit Listenplatz fünf hat sie gute Aussichten, in den Landtag einzuziehen. Und was orakelte sie jetzt in der Stadtverordnetenversammlung: „Vielleicht bleibe ich ja hier. In Bad Oldesloe ist ja auch ein attraktiver Posten zu vergeben.“ Den des Bauamtsleiters wird sie nicht gemeint haben. Auch die SPD macht Anzeichen, sich aus der Deckung zu wagen. Sie hat für Montagabend zu einem Pressegespräch eingeladen. „Thema wird die Bürgermeisterwahl 2010 sein“, schreibt Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach. Nachtigall ick hör die trapsen. Nachdem von Massenbach seine Bürgermeister-Kandidatur in Mölln zurück gezogen hatte, hatte er nicht ausgeschlossen, eventuell in Oldesloe zu kandidieren. Er könnte also ...
150 000 Euro bewilligt für die Oldesloer Tafel
Stormarner Tageblatt vom 27. Juni 2009
Bad Oldesloe/ol
– Nun kann es also los gehen: Die Stadtverordneten haben das Geld für den Anbau ans Inihaus für die Oldesloer Tafel bewilligt. Aber so ganz reibungslos kam der Beschluss nicht zustande. Efa als Betreiber der Oldesloer Tafel hat neben dem Inihaus einen Container stehen. Der ist zu klein, im Winter nicht geheizt und die hygienischen Bedingungen sind miserabel. Es muss sich etwas grundlegend ändern, andernfalls, so wurde mehrfach gedroht, würden die Ehrenamtler zum Winter ihre Tätigkeit einstellen.
Die Angelegenheit war mehrfach Thema im Sozialausschuss. Herausgekommen ist die Anbauvariante für 179 500 Euro. Davon übernimmt die Stadt 150 000 Euro, den Rest muss der Verein als Eigenmittel oder -leistung erbringen. So hatte es letztlich auch der Finanzausschuss abgenickt. Allerdings gibt es da noch das „Kleingedruckte“. Darauf machten Anita Klahn und Karl-Reinhold Wurch von der FDP aufmerksam. Jurist Wurch sah in der Sitzungsvorlage einen Blankoscheck. „Wir werden mit dem Betrag nicht auskommen. Wir haben doch so unsere Erfahrungen.“ Bürgermeister Tassilo von Bary musste ihm teilweise Recht geben. Sollte das Ausschreibungsergebnis 15 bis 20 000 Euro höher ausfallen als die geplanten 150 000 Euro, habe die Stadt trotzdem kein Recht, den Auftrag nicht zu vergeben. Anita Klahn wies darauf hin, dass in den ersten Beratungen von einem Container für 105 000 Euro die Rede gewesen sei. Bezogen auf diese Summe seien die Kosten bereits um 50 Prozent gestiegen.
Im Grunde könnten sich die Politiker entspannt zurück legen, denn der Beschluss enthält eine Klausel, dass die Stadt für Mehrkosten zwar in Vorleistung tritt, EfA sie aber, notfalls gestreckt über mehrere Jahre, erstatten muss. Doch allen ist bewusst, dass das mehr eine theoretische Forderung ist. Der Verein ist auf Spenden angewiesen und wird wohl kaum Mehreinnahmen aus dem Hut zaubern können. Karl-Reinhold Wurch: „Wenn was passiert, haben wir nichts als vielleicht ein schönes Haus.“
Außer der FDP sah das aber niemand so kritisch. SPD und CDU sprachen von einer guten Sache, dringendem Handlungsbedarf und einer Würdigung des Ehrenamtes. Mit großer Mehrheit wurde das Projekt beschlossen, die FDP enthielt sich.
Andreas Olbertz
Lärm: Oldesloe setzt auf Tempo 30
Lübecker Nachrichten vom 27. Juni 2009
Bad Oldesloe – Die Stadt Bad Oldesloe will ihre Bürger künftig besser vor Lärm schützen. Ein nächtliches Tempolimit (30 Stundenkilometer) und eine Sperrung der Stadt für den Lkw-Durchgangsverkehr sind angedacht.
Der Umweltausschuss der Stadt Bad Oldesloe, der jetzt ausnahmsweise gemeinsam mit dem Bau- und Planungsausschuss im Bürgerhaus tagte, fasste einen Beschluss zum Lärmaktionsplan. Danach soll Tempo 30 nachts (22 bis 6 Uhr) zunächst für ein Probejahr auf dem Oldesloer Ring eingeführt werden. Und zwar an den Stellen, an denen es erstens besonders laut ist und zweitens besonders viele Menschen leben. Das ist zum einen die Ratzeburger Straße im Abschnitt Up den Pahl bis Am Glindhorst, zum anderen der Berliner Ring von der Trave bis zur Segeberger Straße und zum dritten die Lorentzenstraße von der Schützenstraße bis zur Grabauer Straße. Dafür und für die Verbannung des Lkw-Durchgangsverkehrs aus der Stadt wird allerdings noch die Zusage der Straßenbaulastträger benötigt.In Berlin sei Tempo 30 nachts aus Lärmschutzgründen flächendeckend eingeführt und von den Autofahrern akzeptiert worden, setzte Verkehrsplaner Jens Rümenapp gegen die Bedenken der Politiker. Die wünschen sich zudem eine Bürgerumfrage.Der Planer stellte die wichtigsten der 50 Maßnahmen vor, die nach einem entsprechenden Beschluss künftig als Leitlinie für die Verkehrsentwicklungsplanung der Stadt gelten sollen. Im Detail sollen alle jeweils vor Beschlussfassung im Fachausschuss beraten werden.Einer der Punkte ist die Grabauer Straße, für die sich die Stadt im Hinblick auf die vielen Schüler mehr Verkehrssicherheit wünscht. Dort werden ein Lkw-Verbot und ein Tempolimit sowie ein Schutzsteifen angestrebt. Der Planer empfahl, auf die neue Straßenverkehrsordnung im September zu warten. Anders als jetzt, steht dann nämlich die Verkehrssicherheit vor der Flüssigkeit. Rümenapps Tipp: Auch bei kleinen Unfällen dort immer die Polizei rufen, damit diese dokumentiert werden. In der Grabauer Straße wird zudem ein Lkw-Durchfahrtsverbot angestrebt.Das Ziel der Oldesloer: die Abkürzung des Fernverkehrs durch die Stadt verhindern. Die Brummis sollen lieber über Autobahn und Bargteheide rund 20 Kilometer mehr in Kauf nehmen. Einen Kreisel an der Kreuzung Ratzeburger Straße/Industriestraße hielt der Planer nicht für sinnvoll. Hier sollte die derzeitige Ampelregelung beibehalten werden. sus
Geld für Ahrensburg und Trittau
Stormarner Tageblatt vom 25. Juni 2009
Bad Oldesloe/rob– Aus dem Konjunkturpaket II für Städtebau fließen lediglich 2,7 Millionen Euro nach Stormarn. 45,3 Millionen standen insgesamt für Schleswig-Holstein zur Verfügung. Für die Einzelprojekte standen nur gut acht Millionen Euro zur Verfügung. 9,2 Millionen Euro gehen in so genannte „Leuchtturmprojekte“, von denen es keines in Stormarn gibt. 8,14 Millionen stehen für Projekte Städtebauförderungsbieten zur Verfügung. Bad Oldesloe geht leer aus. Für den „Stadtumbau West“ hatten Kreis und Stadt unter anderem die Sanierung der Katastrophenschutz-Gebäude in der Turmstraße angemeldet. Auch bei den 26,5 Millionen Euro, die nach Bevölkerungszahl auf die Kreise und Städte verteilt wurden, kam Bad Oldesloe mit dem Wendum und einem Fahrstuhl für Bücherei/Heimatmuseum nicht zum Zuge. „Ich bin tief enttäuscht“, kommentiert Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary das Null-Ergebnis.In Stormarn kommt Ahrensburg am besten weg. Gefördert werden der Neubau der THC-Tennishalle (185 250 Euro) und die badlantic-Sanierung (878 000 Euro). Gehofft hatte man auf Zuschüsse fürs Rathaus. Auch Trittau wurde mit zwei Projekten in das Programm aufgenommen. Gefördert werden der barrierefreie Umbau des Amtsgebäudes (344 000 Euro) und die Sanierung der Friedhofskapelle (161 500 Euro). 120 000 Euro gibt es für das Feuerwehrgerätehaus in Groß Barnitz, 149 300 Euro für die Großhansdorfer Altentagesstätte Papenwisch, 135 000 Euro für die Sporthalle Hamberge und 100 000 Euro für die alte Schule in der Gemeinde Pölitz.
Mehr Geld für Musikschule – Verbandsbeitritt umstritten
Stormarner Tageblatt vom 24. Juni 2009
Bad Oldesloe/ol
– Eigentlich ging es „nur“ um 25 000 Euro, aber plötzlich stand eine viel höhere Zahl im Raum.
Die Musikschule braucht mehr Geld. Das ist unstrittig. Die Schülerzahlen gehen konsequent nach oben, da muss auch mal über die Anpassung von Zuschüssen gesprochen werden. Das ist im Sozialausschuss geschehen – alle sind sich einig, dass der Zuschuss der Musikschule von 20 000 auf 25 000 Euro angehoben werden soll. Doch das reicht noch nicht, um einen ausgeglichenen Haushalt für das nächste Jahr präsentieren zu können. Die Musikschule hatte deshalb einen Zuschuss des Verbands Deutscher Musikschulen (VDM) über 20 000 Euro einkalkuliert. Die Bedingungen für eine Verbandsaufnahme waren während der Sozialausschusssitzung allerdings noch unklar. Ebenso die Frage, ob und wenn ja wie viel Geld es vom VDM überhaupt gibt. Das sollte die Verwaltung in Erfahrung bringen.
In der Stadtverordnetenversammlung konnte Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt für etwas Klarheit sorgen. Im Prinzip erfülle die Musikschule bereits die Aufnahmekriterien. Der Verband erwarte allerdings einen städtischen Zuschuss von 130 000 Euro – ohne die Raumkosten. Außerdem müsse die musikpädagogische Kraft in Vollzeit beschäftigt werden. Zum Vergleich: Bislang hat die Musikschule einen Maximalzuschuss von 20 000 Euro erhalten. Für das kommende Jahr werde es für Bad Oldesloe definitiv keinen Zuschuss vom Verband geben. Aber es könnten zukünftig 20 000 Euro werden.
Da klappte den Politikern buchstäblich der Unterkiefer herunter. Gudrun Möllnitz (CDU) sollte als amtierende Sozialausschussvorsitzende eigentlich um Zustimmung für den Beschlussvorschlag bitten. „Aber das kann ich jetzt nicht mehr“, sagte sie. Jens-Pieter Friese (SPD) hatte sich als erster halbwegs gefangen und beantragte eine Sitzungsunterbrechung. In Grüppchen wurde dann hektisch diskutiert. Am Ende waren sich alle einig und Anita Klahn (FDP) trat ans Mikrofon, um den Kompromiss zu verkünden.
Die Musikschule wird für das Jahr 2010 maximal 25 000 Euro bekommen. Ob eine Verbandsmitgliedschaft sinnvoll ist, soll später im Sozialausschuss besprochen werden. Mehr Konsens als diesen Beschluss gibt es allerdings noch nicht. „Die Verwaltung hat uns Zahlen vorgestellt, die weit ab von dem sind, wo wir mal hin wollten. Das ist nicht bezahlbar“, sagte die FDP-Frau. Diesen Weg will Hagen von Massenbach (SPD) zumindest momentan noch nicht einschlagen. „Ich will nicht von vornherein irgendwas kappen. Das kann eine Qualitätssteigerung bringen.“
Alles geregelt für Minimax
Stormarner Tageblatt vom 24. Juni 2009
Bad Oldesloe/ol
– Einstimmig haben die Oldesloer Statverordneten der Änderung eines Bebauungsplans an der Industriestraße zugestimmt. Damit wurden die „planugsrechtlichen Voraussetzungen zur Erweiterung und Standortsicherung eines für die örtliche Wirtschaft bedeutungsvollen Betriebes geschaffen“, heißt es in der Sitzungsvorlage. Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) war da weniger bürokratisch: „Es weiß doch jeder, dass es um Minimax geht.“ Damit der Brandschutz-Riese ein Schulungszentrum bauen kann, musste der Bauhof umziehen, die Gebäude abgerissen und ein Bach verlegt werden. Jetzt ist der Weg frei und gestern wurde er dann auch beschritten. Nachmittags verkündete Bürgermeister Tassilo von Bary, dass der Kaufvertrag mit Minimax unterschrieben sei.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 20. Juni 2009
Kein Gesprächsbedarf mit Hans und Franz?
Mein Heiliger St. Florian
Andreas Olbertz
Volker Stolten
Das war jetzt also die erste Armutswoche. Dass sich Fußballer auf dem Platz prügeln – das erlebt man leider öfter. Dass Langfinger den Ansturm im Hallenbad für ihr finsteres Tun nutzen – logisch, Gelegenheit macht Diebe. Und dass ein Politiker endlich mal sagt, was er wirklich denkt – ein Glücksfall, kommt viel zu selten vor, auch wenn es in dem Fall dummerweise gegen Hartz IV-Empfänger ging.
Solche negativen Ausreißer haben vermutlich Auswirkungen auf die Zukunft. Ob die Stadt noch mal wieder freien Eintritt für ’s Schwimmbad genehmigen wird? Ob die CDU nach mal ein Fußballturnier anbieten wird? Ob noch mal jemand den SPD-Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes zu sozialen Fragen einlädt? Letzterer ahnt das wohl auch und bietet deshalb selber eine Veranstaltung an. Bei seinen Genossen ist er allerdings dermaßen unten durch, dass da inzwischen Aussagen kommen wie „es besteht überhaupt kein Gesprächsbedarf mit Franz“.
Aber das alles kann nicht den Organisatoren angelastet werden. Die haben sich zwei Jahren lang redlich bemüht, etwas auf die Beine zu stellen. Das ist gelungen! Ob es etwas gebracht hat, ob Aufwand, Kosten und Nutzen in einem sinnvollen Verhältnis zu einander stehen, ob von den gezahlten Honoraren nicht viel mehr gegen Armut hätte getan werden können, das müssen die Mitglieder des Arbeitskreises ausmachen.
Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich auf seine Weise an das strittige Thema der Woche herangewagt.
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Was ist denn bei der Feuerwehr los? Da scheint es ja mächtig zu brennen. Mitglieder nehmen sich einen Anwalt, eine Ermittlungskomission ist tätig. Da ist von Missgunst, Intrigen, fehlender Autorität, Falschaussagen und vielem mehr die Rede. Heiliger St. Florian. Vielleicht muss einigen Leuten mal wieder klar werden, dass es hier um ein Ehrenamt geht, um Engagement, das nach Möglichkeit Spaß machen soll, und grade bei der Feuerwehr muss auch das notwendige Vertrauen in den Mitstreiter vorhanden sein.
Hat Jugendwartin Andrea Löser sich etwas zu Schulden kommen lassen? Hat die Wehrführung den Bogen überspannt? Wenn man mit Außenstehenden spricht, die die Szene kennen, wird schnell deutlich, dass vermutlich beide Seiten Fehler gemacht haben.
Die Leidtragenden sind aber andere, die mit der ganzen Geschichte gar nichts zu tun haben. Das sind die Jugendlichen, die mit Feuereifer in der Nachwuchstruppe aktiv sind. Der Ruf der Jugendwehr leidet. Wer weiß, wie viele Kinder wirklich austreten, wenn Andrea Löser abgesägt werden sollte. Wenn man den Gerüchten Glauben schenkt, soll es in der aktiven Wehr ebenfalls schwelen und auch dort ein „großer Knall“ drohen. Das sind ja brenzlige Aussichten.
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Jeder Gast im Oldesloer Hallenbad kostet die Stadt statistisch betrachtet 10 Euro. Da möchte man eigentlich sagen: Schädigt Ahrensburg, geht dort schwimmen! Aber das wäre wohl in die falsche Richtung gedacht. Logischerweise steigt das Minus nicht mit mehr Besuchern. Ziel muss es deshalb sein, mit attraktiven Preisen möglichst viele Besucher in ein schönes Bad zu locken und dort noch gute Zusatzangebote zu machen. Die Angebote gibt es, und die Politik diskutiert doch tatsächlich über die Wiedereinführung der Jahreskarte. Hoffentlich wird sie zu einem guten Preis angeboten. Aber von der Badsanierung scheinen wir immer noch weit entfernt zu sein. In Sachen Urheberrechte tut sich immer noch nichts.
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Wirklich dumm gelaufen: Vor dem eigentlichen B-Plan-Beschluss zum geplanten Schulerweiterungsbau neben dem Bargteheider Ganztagszentrum (GTZ) in vorauseilendem Gehorsam schon mal schnell die Kettensäge kreisen zu lassen und 19 im Wege stehende Bäume zu Kleinholz zu verarbeiten, ist schon ein starkes Stück. Und anscheinend nicht in weiser Voraussicht und schon gar nicht bis zu Ende gedacht. Auch wenn alles legal abgelaufen ist, was bei solch Ruckzuck-Gebahren zwangsläufig auf dem Fuße, pardon, auf dem Baumstumpf folgt, ist der Protest – zu Recht. Erst verurteilte die WfB, die Wählergemeinschaft für Bargteheide, den übereilten Kahlschlag aufs Schärfste, dann machte eine Schulwald- und Stadtpark-Initiative per Unterschriftensammlung gegen die Abholzung mobil und gibt auch heuer nicht klein bei. Um die Baumaßnahme, die jetzt eine weitere Hürde im Stadtplanungsauschuss nahm, doch noch verhindern zu können, wollen Anwohner, Natur- und Tierliebhaber ganz große Geschütze in Stellung bringen und mit EU-Hilfe von Brüssel aus ihre Salven abfeuern. Da im Gegenzug zu der Baumrodung am GTZ 1500 Quadratmeter Ausgleichsflächen vorgesehen sind, scheint dieses Vorpreschen, mit Verlaub, doch ein wenig übertrieben zu sein. Hier sollte man die Kirche doch im Dorf, besser in Stormarns lebendiger Stadt, lassen. Bildung kommt halt vor Bäume und der Standort kommt vor anderen Möglichkeiten, nach Abwägung der Kommunalpolitik, als bester in Betracht. Auch wenn das dem einen oder anderen nicht schmecken mag. Ein anderer Standort hätte wieder andere Probleme mit sich gezogen. Letztendlich bleibt die Erkenntnis, dass man es halt nicht allen recht machen kann. Man kann, sollte und muss aber im Vorwege einen Beschluss fassen und dann zur Tat schreiten. Erst die Bäume fällen und dann die Voraussetzungen dafür schaffen. So geht’s nicht – da wandelt man dann wirklich auf dem Holzweg!
Jahreskarte für’s Hallenbad vor Rückkehr ?
Stormarner Tageblatt vom 19. Juni 2009
Da ist was möglich. Die Oldesloer SPD hatte zum Hauptausschuss einen Antrag gestellt, dass für das Hallenbad wieder eine Jahreskarte eingeführt werden soll. 360 Euro soll sie kosten, und die Summe sollte auch in Raten zahlbar sein.
Bad Oldesloe/ol
– Als Begründung führt Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach an, dass die Besucherzahl in den vergangenen Jahren mit Einführung der neuen Tarife und der Kartenzahlung um 10 000 gesunken ist. Gleichzeitig, darauf weist CDU-Frak-tions-Chef Horst Möller hin, habe sich die Erlössituation um 60 000 Euro verbessert. Unterm Strich bleibt aber immer noch ein satter Verlust. Die Stadtwerke haben ausgerechnet, dass jeder Schwimmhallenbesuch rein rechnerisch mit gut 10 Euro zu Buche schlägt.
Seitens der CDU kommt die Aussage: „Wir sperren uns nicht.“ Aber, so Horst Möller, das ganze müsse erst in der Fraktion beraten werden. Die CDU ist teilweise dem Antrag der SPD schon ein Stück voraus. „Ich könnte mir zwei unterschiedliche Jahreskarten vorstellen. Eine für Frühschwimmer, die nur von 6 bis 9 Uhr gilt und eine für alle anderen Zeiten – die dann entsprechend teurer sein müsste“, führt Horst Möller aus. Auch über eine Familienkarte werde in der Fraktion mit großer Sicherheit diskutiert. Der Dreh- und Angelpunkt wird der künftige Preis der Jahreskarte werden.
Hagen von Massenbach ist überzeugt, dass es „im Juli zur Sache geht“ – will heißen, dass dann eine Entscheidung fällt. Da könnte auch die CDU mitgehen. Offen ist dann aber immer noch, wann die Karte eingeführt wird. Horst Möller: „Das Thema eilt nicht. Ich denke, wir sollten abwarten, was beim Schiedsgericht raus kommt. Es macht doch keinen Sinn, die Karte einzuführen, und dann müssen wir für ein Vierteljahr wegen Reparaturen schließen.“
In Sachen Urheberrechtsfrage gibt es noch keine Neuigkeiten. Das Schiedsgericht der Hamburger Architektenkammer hat einen Termin „für Juni/Juli“ angekündigt. Bürgermeister Tassilo von Bary: „Bei denen Druck zu machen, kommt nicht so gut. Dann haben wir schlechte Karten.“ Bevor keine Einigung mit den Architekten in der Urheberrechtsfrage erzielt ist, wird es keinen Umbau geben. Was bislang nur ärgerlich war, weil es nicht voran geht, entwickelt sich zum Kostenfaktor. Am Dach des Hallenbads sind Reparaturen erforderlich. „Das gammelt da vor sich hin, eigentlich müsste da was gemacht werden“, so von Bary. Es kann natürlich jederzeit repariert werden, doch die Nachhaltigkeit darf stark bezweifelt werden, wenn absehbar ist, dass das Bad ein gänzlich neues Dach bekommen soll. Wenn sich die Sanierung allerdings noch hinziehen sollte …
Andreas Olbertz
„Siegfried-Moll-Weg“ im Steinfelder Redder
Lübecker Nachrichten vom 18. Juni 2009
Bad Oldesloe - Der 1995 verstorbene Architekt, Stadtplaner und Maler Siegfried Moll wird neuer Namensgeber einer Straße im Baugebiet Steinfelder Redder.
Das Neubaugebiet Steinfelder Redder braucht neue Straßennamen. In einem längeren Entscheidungsprozess hatte sich die Oldesloer Politik zu diversen Vorschlägen durchgerungen. Bei einem Namen – „Annalise Zahn“, der Gründerin des hiesigen Tierschutzvereins, war man sich im Nachhinein aber nicht mehr so sicher, welche Rolle sie möglicherweise im Nationalsozialismus gespielt hat. Also wurden Alternativen gesucht.
Durchgesetzt hat sich bei der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses der Vorschlag der Verwaltung: „Siegfried-Moll-Weg“. Moll war über 40 Jahre als Stadtplaner, Architekt und Maler tätig. So sind die Siedlungen Meisenweg und Am Hohenkamp mit seinem Namen verbunden. Moll starb 1995 in Bad Oldesloe.
Zum Thema Reorganisation des Bad Oldesloer Stadtmarketings gab es keine Entscheidung. Hier einigten sich die Ausschussmitglieder darauf, das städtische Marketing vorerst „mit Bordmitteln“ weiter zu betreiben. Zur ersten Sitzung nach den Sommerferien sollen Experten Vorschläge machen, Lösungen skizzieren. „Wir schwimmen da etwas, wissen nicht genau, welche Vor- und Nachteile es hätte, wenn wir das Marketing in fremde Hände gäben“, erklärte Horst Möller, Fraktionschef der CDU. Zum angestrebten Ladenflächenmanagement müssen zudem ohnehin erst einmal die Meinungen der Eigentümer eingeholt werden, die sich auf den Datenschutz berufen könnten.
Als Vertreter/innen für das Gremium, das den oder die Architekten für das Kultur- und Bildungszentrum am Standort Amtsgericht auswählt wurden Uwe Rädisch (CDU), Tamara Thiesen (SPD), Frank Fiedler (FDP) und Wilfried Janson (Grüne) benannt. Im Preisgericht, das über den Sieger des Architektenwettbewerbs entscheiden soll, sitzen Hagen von Massenbach (SPD) und Horst Möller (CDU), wobei Anita Klahn (FDP) und Uwe Stephenson (Grüne) als deren Vertreter ein Wörtchen mitreden sollen.
Bezüglich der Hallenbad-Renovierung gibt es keine Neuigkeiten. Erst Ende Juni, Anfang Juli soll das Schlichtungsverfahren in Sachen Urheberrechtsfrage laufen. Erst danach ist klar, ob und wie es weiter geht. Insofern stellte der Ausschuss auch die Frage über die Wiedereinführung einer Jahreskarte noch zurück. unk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 13. Juni 2009
Armut und Anlieger, Maulkorb und Mitstreiter
Auf dünnem Eis
Von Andreas Olbertz, Volker Stolten
Da wurde Rainer Fehrmann doch etwas blass um die Nase. Ende vergangenen Jahres hatte er, damals noch CDU-Fraktionsvorsitzender, mit einem Brief auf eine Unterschriftensammlung an der Straße Up den Pahl reagiert. Die Anlieger wollen dort keine Innenverdichtung. Sprecher dieser Bürger ist Rainer Thielenhaus und der zitierte jetzt im Bauausschuss einen Satz aus dem Schreiben. Die CDU werde die Überplanung nur mittragen, „wenn die Anliegerinteressen soweit wie möglich berücksichtigt werden.“ Worte, die Thielenhaus und seine Mitstreiter beeindruckt haben. „Ich hoffe, es bleibt dabei“, beendete er seine Ausführungen.
Inzwischen ist Rainer Fehrmann Bürgerworthalter und eigentlich gar nicht mehr Mitglied im Bauausschuss. Aber just an dieser Sitzung musste er teilnehmen. Wie der Zufall es so will, hat die CDU inzwischen eine klare Position: Die wollen das. Punkt aus. Das klingt deutlich anders als vermeintlich an die Betroffenen geschrieben. Blöde Situation für Rainer Fehrmann – das Originalschreiben hatte er natürlich nicht dabei. Also erst mal eine Sitzungsunterbrechung beantragen und die Angelegenheiten mit den Parteifreunden klären.
Am nächsten Tag hatte sich Rainer Fehrmann dann wieder berappelt und bemühte sich um Klärung. „Das war ganz schön schlitzohrig zitiert“, stellte er klar. Thielenhaus habe sich einen Satz, nein eigentlich nur einen Halbsatz, gezielt rausgepickt. In dem Schreiben finden sich auch Passagen mit „keine Enteignung“ und „keine unzumutbaren Beeinträchtigungen“, aber im Grunde steht in dem Brief schon deutlich drin, dass die CDU Innenverdichtung ökologisch und ökonomisch zweckmäßig findet, die städtischen Grundstücke überplanen will und auch jenen, die gerne in zweiter Reihe bauen möchten, dazu verhelfen will. Wie das mit den Anliegerinteressen in Einklang gebracht werden kann, werden wir wohl demnächst erleben.
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Mit den Anliegerinteressen ist das ja immer so eine Sache. In Oldesloe finden sich immer schnell Gruppen zusammen, die dagegen sind. Aus spontaner Empörung, aus Prinzip oder Überzeugung – ganz egal. 37 von 39 Anliegern haben sich nach der Aussage von Rainer Thielenhaus gegen die Innenverdichtung ausgesprochen und damit gegen einen Grundstücksverkauf. Eigentlich eine klare Angelegenheit sollte man meinen. Und trotzdem haben die Bauausschussmitglieder die Verwaltung einstimmig beauftragt, mit dem Grundstückseigentümer Kaufverhandlungen zu führen. Vielleicht ändert sich die Meinungslage ja, wenn Bürgermeister Tassilo von Bary dort mit dem städtischen Scheckbuch wedelt. Kippen sie um wie die Dominosteine, oder beweisen sie Standhaftigkeit? Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat seine Sicht der Dinge zu Papier gebracht.
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Eigentlich war dieser Tage im Rahmen der Armutswoche eine Filmpremiere geplant. Doch die musste sang- und klanglos abgeblasen werden. Hinter den Kulissen gibt es massiven juristischen Zoff um die Dokumentation über die Asylbewerberunterkunft. Der ASB als Träger der Einrichtung hatte mit einer Verfügung gedroht, sollte der Streifen gezeigt werden. Schweres Geschütz. Hinter dem Film steckt der FIT-Verein. Dort war man sich bewusst, auf dünnem Eis zu stehen, weil keine Dreherlaubnis eingeholt worden war. Das ist Hausfriedensbruch. Auch ein schweres Geschütz. Den Vorschlag, dem ASB den Film wie einem Zensor ein paar Tage vorher vorzulegen, hat Filmemacherin Dieta Rau zu Recht abgelehnt. Also wird der Film wohl im „Giftschrank“ verschwinden und der unbedarfte Leser wird denken: „Mann-o-Mann, das müssen ja ganz schön schlimme Zustände da in der Kampstraße 33 sein, dass der ASB so die Hosen wegen des Films voll hat.“ Dabei verlautet selbst aus FIT-Kreisen: „So schlimm ist es da gar nicht. Es gibt deutlich schlimmere Unterkünfte im Land.“ Da fragt man sich doch, was das Ganze soll.
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Was wurde im Bauausschuss diskutiert und gestritten, um unterhalb der Mühle in Richtung Wolkenwehe Bauplätze zu ermöglichen. Jetzt teilte Rolf Steinhoerster lapidar mit, dass Projekt liege auf unbestimmte Zeit. Einer der beiden Grundstückseigentümer habe sich geweigert, den städtebaulichen Vertrag zu unterschreiben. Tja, dann eben nicht. Die Einen schüttelten verständnislos den Kopf, andere grinsten süffisant. Aber alle waren sich einig: „Dann hätten wir uns die ganzen Diskussionen ja schenken können.“
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Armut hat viele Gesichter. Immer häufiger sind es aber die von Kindern. Bereits 7000 müssen unter schwierigsten Bedingungen in Stormarn aufwachsen, weil ihre Eltern auf Hartz-IV angewiesen oder Niedriglohn-Empfänger sind. Da bleibt einfach nix für den Nachwuchs übrig. Vor allem, wenn man sich die Regelleistungen nach SGB II ansieht. So stehen Kindern bis 14 Jahren doch tatsächlich 50 Euro im Jahr für Schuhe (normale, Schuhe, Sandalen, Winterstiefel, Haus- und Turnschuhe) zur Verfügung, 16 Euro pro Monat für Kleidung, 4,50 Euro monatlich für Freizeit- und Kulturveranstaltungen, 3,17 Euro pro Tag für Essen und Getränke, 1,90 Euro im Monat für Schreibwagen und Zeichenmaterialien sowie satte 90 Cent pro Monat für Spielzeug. Dazu gibt es dann noch – und das ist kein Witz – stolze 50 Cent im Monat, um ein Fahrrad anzusparen. Das kann dann in 30 Jahren gekauft werden. Hallo, weniger ist mehr oder was? Das ist doch gegen jede Regel! Verständlich, dass dem Kinderschutzbund Stormarn da der Kamm schwillt und er nicht müde wird, diese Missstände öffentlich anzuprangern – erstmalig per detailiertem Armutsatlas. „Mit dem wollen wir aufrütteln, die Menschen sensibilisieren“, erklären unisono die Galionsfiguren des Kreisverbandes, Birgitt Zabel und Ingo Loeding. Das ist nötig und die Frage berechtigt: Kann sich Stormarn, einer der reichsten Kreise bundesweit, dieses Armutszeugnis leisten? Natürlich gibt es vielerorts gute Ansätze, werden die so genannten Bedarfsgemeinschaften unterstützt. So habe beispielsweise eine Familie, die es sich leisten kann, eine dritte Jahreskarte fürs Bargteheider Freibad gekauft und diese einem armen Kind zur Verfügung gestellt, erklärte Loeding. Das sei „gelebte Solidarität“. Aber das ist – mit Verlaub – nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Vielmehr ist Vater Staat gefordert, ein akzeptables Rahmen-Paket zu schnüren – im Namen der Kinder. Stattdessen werden Milliarden und Aber-Milliarden in die marode Banklandschaft gepumpt. Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit?
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Übrigens: Laut bundesweiter Erhebung geben nur fünf Prozent der betroffenen Familien die Geldleistungen für alles mögliche, nur nicht ihre Kinder aus. 95 Prozent seien ehrlich und verwendeten den Regelsatz auch für den Nachwuchs, so Loeding.
Anerkennung aus Kiel, aber kein Geld
Stormarner Tageblatt vom 12. Juni 2009
Stadtschule kann Gebundene Ganztagsschule werden
Bad Oldesloe/ol
– Die Stadtschule hat es geschafft – sie erfüllt die Voraussetzungen und ist vom Land als potenzielle Gebundene Ganztagsschule ab dem Schuljahr 2010/11 quasi anerkannt worden. „Bis 11. Januar muss die Schule aus dieser sicheren Option einen Antrag machen“, erklärte Beate Hinse, Sprecherin des Bildungsministeriums gestern auf Nachfrage. Der Antrag werde dann positiv beschieden.
Das Land kann die Anträge auch leicht genehmigen, denn bei den Kosten ist es gar nicht oder nur mit Kleckerbeträgen dabei. Ein Architektenentwurf für die Stadtschule liegt bereits vor. Das Konzept war im Frühjahr von den Politikern begeistert aufgenommen worden. Einziger Nachteil: Es kostet vier Millionen Euro. Damit will das Ministerium nichts zu tun haben. „Schulbau ist klare Aufgabe des Schulträgers“, stellte Beate Hinse klar: „Es gibt keinen Extratopf für Gebundene Ganztagsschulen.“ Sie verweist auf Konjunkturpaket, Schulbauprogramm und Investitionspakt.
Das entbehrt nicht einer gewissen Dreistigkeit. Die Antragsfrist für das Konjunkturpaket ist längst abgelaufen. Was wäre gewesen, wenn die Stadt die Mittel beantragt, die Schule vom Bildungsministerium aber nicht anerkannt worden wäre? „Beim Konjunkturpaket sind 50 Prozent energetische Einsparung Pflicht. Das ist damit gar nicht zu schaffen“, weißt Fachbereichsleiter Thomas Sobczak auf einen weiteren Pferdefuß in der Argumentation hin. Immerhin, bis Montag hätte die Stadt noch Zeit einen Antrag für das Schulbaiprogramm zu formulieren, ihn von den politischen Gremien absegnen zu lassen und einzureichen. Die Erfolgsaussichten gegen null. Thomas Sobczak: „Da befinden wir uns mit vier Klassenräumen für die IGS im Bewilligungsverfahren. Damit ist unser Anteil aber auch schon ausgeschöpft.“
Auch bei Schulleiterin Sabine Prinz kommt die Freude nur gebremst zum Vorschein: „Wir finden, dass das Ministerium eine richtige Entscheidung getroffen hat. Das ist eine große, hervorragende Chance für ganz viele Kinder in der Stadt.“ Sie will Gas geben und einen Gang höhrer schalten. „Wichtig ist, dass wir das mit der Politik jetzt schnell unter Dach und Fach kriegen. Wir müssen das noch vor der Sommerpause eingetütet haben und zügig loslegen“, erklärt sie. Dazu führt die Pädagogin verschiedene Gründe an. „Die Baumaßnahmen sind umfangreich, das ist nicht mal eben in sechs Wochen Sommerferien erledigt“, legt Sabine Prinz dar. Sie lässt keinen Zweifel daran, dass am Umfang nichts zu streichen ist. „Es geht nicht, dass wir die Kinder in einer kasernenähnlichen Einichtung unterbringen. Auch für die Offene Ganztagsschule bräuchten wir eigentlich andere Räume als wir sie bislang haben.“
Bereits nach diesen Sommerferien beginnen die Infotage für die zukünftigen Erstklässler, im Oktober startet das Anmeldeverfahren. Rektorin Prinz: „Die Eltern müssen doch Klarheit haben, an was für einer Schule sie ihr Kind anmelden.“
Standpunkt
Dreister Politikstil
Andreas Olbertz
Das Land rühmt sich, dass es 20 Gebundene Ganztagsschule einrichten will – die Stadtschule ist dabei. Klasse! Und wer muss die Rechnung bezahlen? Die Schulträger, also in diesem Fall die Stadt. Wir reden hier nicht von ein paar Eimern Farbe und schnell gezogenen Wänden. Der Bedarf an der Stadtschule beläuft sich mal so eben auf vier Millionen Euro. Auch bei den Folgekosten hält sich das Land vornehm im Hintergrund: Sechs Lehrerwochenstunden und 350 Euro im Jahr pro Klasse und Stunde. Das ist nicht mal ein Viertel der anfallenden Kosten. So kann man natürlich toll und einfach Politik machen. Das auch noch als großen Erfolg zu verkaufen, ist eine Frechheit und ein Schlag ins Gesicht der ehrenamtlichen Politiker vor Ort, die sich jetzt damit quälen müssen, wo das Geld hergenommen werden könnte.
Stadtschule: Grünes Licht für gebundene Ganztagsschule
Lübecker Nachrichten vom 12. Juni 2009
Bad Oldesloe – Die gebundene Ganztagsschule gilt als Schule der Zukunft. Das Land fördert die intensive Bildungsmöglichkeit mit zusätzlichen Lehrerstunden und einem Betriebskostenzuschuss. Bad Oldesloe hat jetzt die Chance, die Stadtschule entsprechend umzugestalten. Sie wurde in einem Interessenbekundungsverfahren als eine von 20 Schulen in Schleswig-Holstein vom Land auserwählt.
„Wir haben uns natürlich gefreut“, sagt Sabine Prinz. Die Schulleiterin hatte sowieso damit gerechnet, weil ihre Schule die Kriterien der gebundenen Ganztagsschule erfüllt. Sie findet, dass es bildungspolitisch richtig und nötig ist, eine solche Schule in Bad Oldesloe einzurichten. Aber die Rahmenbedingungen müssten auch stimmen. Prinz: „Ohne Baumaßnahmen ist es nicht zu realisieren.“ Wenn Kinder den ganzen Tag an der Schule verbringen, darf sie nicht so funktionell sein. Sie muss kindgerechter werden. Prinz wünscht sich eine Entscheidung vor den Sommerferien. Denn bereits im Herbst müssten die Eltern ihre Kinder anmelden.
Nach dem „Grünen Licht“ – Oldesloe kam auf Platz 16 der Landesliste – ist jetzt die Politik am Zug, damit die Verwaltung einen Antrag stellen kann. Die Investitionskosten für die große Mensalösung, Spiel- und Bewegungsraum, Renovierung des Altbaus und Schulhofgestaltung betragen rund vier Millionen Euro.
„Ein Riesenschritt für Bad Oldesloe“, freute sich Hagen von Massenbach (SPD). Er sagt „Ja“ zu der Weiterentwicklung der Stadtschule. Man müsse Farbe bekennen und dann konkret schauen, „wie wir das hinkriegen“. Ihm schwebt ein Zentrum im Zusammenhang mit den Nachbargebäuden Bibliothek/Heimatmuseum und altes VHS-Gebäude vor. Man müsse alles zusammen überplanen. Die Königstraße könnte während der Schulzeit für den Verkehr gesperrt werden.
Das Thema müsse in Ruhe diskutiert werden, sagt Horst Möller (CDU). Es stelle sich die Frage, ob die Umwandlung für Bad Oldesloe bezahlbar ist. Und ob die Stadt es sich leisten kann, eine funktionierende Schule aufzurüsten. Andere Vereine und Schulen würden dann kein Geld mehr bekommen. Letztlich entscheide die Mehrheit. Vier Millionen Euro seien „ein ganz schöner Klotz“. Auf vielen Kosten würde die Stadt komplett hängen bleiben. Er geht davon aus, dass vor den Sommerferien nichts mehr entschieden wird. Der Antrag müsse erst im Januar 2010 abgegeben werden.
Auch Bürgermeister Tassilo von Bary fragt sich, wo die vier Millionen Euro herkommen sollen. Er sieht derzeit keine Fördermöglichkeiten. Mit den Worten: „Ich glaube, da würden wir uns finanziell verheben“ hatte er schon im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss davor gewarnt, die Umwandlung mit einem Interessenbekundungsverfahren weiter zu betreiben.
„Ich finde das wunderbar. Eine längst überfällige Entscheidung“, jubelte Anita Klahn (FDP). Schon vor Jahren habe die Stadtschule in Kiel wegen der gebundenen Ganztagsschule angefragt. Die sei damals nicht gewünscht gewesen. Die Schule sei bereits danach ausgerichtet. Nun gelte es, vor Ort die nötigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Man müsse sich ernsthaft und sachlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Von Susanna Fofana
Kaufverhandlungen trotz Widerstands

- Großer Andrang vor den Plänen: Rainer Thielenhaus (li.) erläutert seinen Nachbarn die Vorschläge der Verwaltung. Foto: Olbertz
Stormarner Tageblatt vom 11. Juni 2009
Die Politik in Bad Oldesloe will im Gebiet Up den Pahl in zweiter Reihe bauen lassen, aber die Anlieger sind dagegen. Die Verwaltung wurde beauftragt, Kaufverhandlungen mit den Anliegern zu führen. Damit wurde die Entscheidung über einen B-Plan für diesen Bereich quasi vertagt.
Bad Oldesloe/ol
– Zweite Runde bei der geplanten Innenverdichtung an der Straße „Up den Pahl“ und der Saal war zur Sitzung des Bauausschusses voll. Eigentlich sind sich alle politischen Parteien einig: Innenverdichtung vor Außenwachstum. Innenbereiche müssen erschlossen werden, um eine weitere Zersiedelung zu verhindern. Der Pahl ist ein Bereich, der sich dafür regelrecht anbietet: Die Häuser haben nach hinten sehr lange Gärten. Wenn man davon etwas abzwackt, so die Theorie, ist da Platz genug für einige Häuser. In der Praxis sieht es so aus, dass die Anlieger nicht wollen.
So ist es auch am Pahl. Sie argumentieren mit Zerstörung der Natur und dem Platz, den die zahlreichen Kinder dringend bräuchten. Rainer Thielenhaus hat in der Nachbarschaft Unterschriften gesammelt. Von 39 Anliegern haben 37 unterschrieben. Eine klare Sache könnte man meinen. Entsprechend kam die Frage, warum ein Projekt gegen den Willen der Anlieger vorangetrieben wird. Für Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster eine klare Angelegenheit: „Es gibt einen politischen Auftrag.“ Den setzt er um. Ein B-Plan, so machte er deutlich, stelle nur ein Angebot dar. „Es verpflichtet niemanden zu bauen“, betonte er ausdrücklich und es solle auch niemand enteignet werden.
Die Sache hat nur einen kleinen Haken: Der Stadt gehören in dem Bereich bereits einige zusammenhängende Grundstücke. Eine „kleine“ Innenverdichtung ist also in jedem Fall umsetzbar. Ob sich der Aufwand für sechs bis neun Bauplätze lohnt, kann in Frage gestellt werden, aber alle waren sich einig: „Wenn wir das beschließen, ist das in zwei Jahren durch.“ Dann könnte gebaut werden.
Aus topographischen Gründen kommt eine Erschließung aus Richtung Ratzeburger Straße nicht in Frage. Aber gleich an der Einmündung des Pahls könnte eine Straße über den Höhenzug führen. Vorteil: Fast alle Grundbesitzer bekämen die Möglichkeit, auf ihrem Grundstück eine rückwärtige Bebauung zu realisieren. Nachteil: Sie lässt sich nur umsetzen, wenn wirklich alle mitmachen – und danach sieht es nicht aus.
Nicht so schön, aber machbar wäre eine Zufahrt zwischen den Häusern 28 und 30. Von einem Wendehammer aus könnten zumindest die städtischen Grundstücke erschlossen werden. Bei entsprechendem Interesse könnten von einem Abzweiger aus auch andere Parzellen erreicht werden.
Die CDU fährt einen klaren Kurs in dieser Angelegenheit. Siegfried Wobig: „Wir können nicht beim ersten Widerstand alles liegen lassen.“ Die Fraktion habe es sich nicht leicht gemacht und spreche sich für das öffentliche Interesse aus, gegen Privatbelange.
Die SPD war da etwas zurückhaltender. Das Gelände sei prädestiniert, so Hans-Hermann Roden: „Aber wir wollen nichts anschieben, was so auf gar keine Gegenliebe stößt. Deswegen regte er an, bevor weitere Beschlüsse gefasst würden, solle die Stadt mit den nächsten Anliegern konkrete Kaufverhandlungen führen. „Wir sollten möglichst viel Platz schaffen“, argumentierte er: „Ich würde mich nur mit zwei weinenden Augen von dem Plan verabschieden.“
Frank Fiedler plädierte für die FDP auf schnelle Umsetzung bei den städtischen Grundstücken. „Der Rest kann dann ja in einigen Jahrzehnten erschlossen werden“, sagte er.
Während einer Sitzungsunterbrechung wurde auf dem Flur ein gemeinsamer Beschlussvorschlag formuliert und anschließend einstimmig beschlossen. Im Grunde entspricht er dem SPD-Antrag ergänzt um den Einschub „auf der Basis von Variante 1“. Damit ist immerhin schon mal klar, dass die beiden anderen Vorschläge des Planers vom Tisch sind. Vorsitzende Maria Herrmann (SPD): „In zwei Monaten wissen wir ob Verkaufsabsichten bestehen. Dann sehen wir weiter.“ Andreas Olbertz
SPD will Jahreskarte fürs Hallenbad wieder einführen
Lübecker Nachrichten vom 10. Juni 2009
BAD OLDESLOE – Aus Anlass der Woche der ArMut beantragten die Grünen erfolgreich den kostenfreien Eintritt ins Hallenbad und ins Freibad Poggensee. Öffentlichkeitswirksam gesellten sich so die beiden Grünen-Politiker Hartmut Jokisch und Gerold Rahmann am Montagmorgen um 6.30 Uhr zu den Frühschwimmern, umauf die einwöchige Möglichkeit hinzuweisen. „Die gegenwärtigen Eintrittspreise für das Hallenbad und auch den Poggensee lassen es nicht zu, dass sich Menschen mit wenig Geld dies regelmäßig oder überhaupt leisten können“, so Fraktionschef Gerold Rahmann, der sich am liebsten dauerhaftes kostenloses Schwimmen wünscht: „Denkbar wäre zum Beispiel ein kostenfreier Badesonntag.“ Auch die SPD der Kreisstadt ist unzufrieden mit dem 2007 eingeführten Wertkartensystem und der gleichzeitigen Abschaffung der Jahreskarte. Im Juni jenes Jahres wurden diese Neuerungen – mit Mehrheitsbeschluss der CDU – eingeführt. Gleichzeitig stieg der Eintrittspreis für Erwachsene von drei auf vier Euro. Beim Kauf von Wertkarten werden seitdem Rabatte gewährt: Bei 25-Euro-Karten gibt es fünf Prozent, 50-Euro-Karten 7,5 Prozent, 100 Euro zehn Prozent, 250 Euro 15 und 500-Euro-Karten 20 Prozent Rabatt. „Aber wer kann sich eine Wertkarte in dieser Größenordnung auf einen Schlag leisten?“, fragt Hagen von Massenbach, Fraktionsvorsitzender der Oldesloer Sozialdemokraten empört.
Zwar habe die Einführung des Wertkartensystems zu einer Steigerung der Erlöse geführt, „die allerdings das jährliche Defizit bei weitem nicht decken konnte“. Negative Folgeerscheinung: Die Zahl der „Viel-Schwimmer“ ist 2008 um rund 400 Nutzer gegenüber dem Vorjahr gesunken. „In zahlreichen Gesprächen wurde klar, dass sich viele Schwimmer einen regelmäßigen Besuch nicht mehr leisten konnten.
Die SPD-Fraktion will dies ändern und plädiert für die erneute Einführung einer Jahreskarte“, so von Massenbach. Die soll dann 360 Euro kosten und würde im Abo-Verfahren monatlich bezahlt, sprich: 30 Euro imMonat. Das wäre günstiger als entsprechende Monatskarten in Lübeck (36) oder Hamburg (40 Euro, für Frühschwimmer). Einen entsprechenden Antrag will die SPD in der nächsten Sitzung des Hauptausschusses am 21. Juni stellen. unk
Oldesloer „Up den Pahl“: Stadt tritt in Kaufverhandlungen ein
Lübecker Nachrichten vom 10. Juni 2009
BAD OLDESLOE – Mit großem Aufgebot waren die Anwohner der Straße „Up den Pahl“ aus Oldesloe bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Montagabend erschienen und hatten durch ihren Sprecher Rainer Thielenhaus ihre Position deutlich gemacht. Mehrheitlich sind die „Pahler“ nämlich gegen eine von der Stadt und der städtischen Politik beabsichtigten „Innenverdichtung“. „Sie sagen einerseits, sie wollen eine Zersiedelung der Landschaft verhindern“, sagte Thielenhaus, andererseits würde durch eine Innenverdichtung in dem Gebiet die grüne Lunge zerstört. Auch führte er die vielen Kinder im Wohngebiet nördlich der Ratzeburger Straße an, die durch eine Bebauung im Innenbereich weniger Grün und weniger Raum zum Spielen hätten. Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster entgegnete daraufhin: „Wir denken doch an die Kinder. Die werden ja auch mal erwachsen und würden dann vielleicht auf den großen Grundstücken ihr Haus bauen.“
Das aber dürfte eigentlich nicht in der Absicht der Stadt liegen. Denn es gilt der Grundsatz, dass nur an Bauwillige Grundstücke im Innenbereich verkauft werden sollen. Anwohner, die Interesse bekundet hatten, Grundstücke aus dem städtischen Besitz zu erwerben, hatten ablehnenden Bescheid bekommen. Steinhoerster: „Es wird nicht verkauft, um größerer Gärten zu bekommen.“
Angesichts des vehementen Widerstands der Anwohner zeigten sich die Politiker am Ende aber doch zum Teil einsichtig und rangen sich zu einem gemeinsamen Kompromissvorschlag durch: Die Verwaltung wird beauftragt, mit den der städtischen Grundstücke nächst gelegenen Eigentümern auf Grundlage der Planvariante 1 Kaufverhandlungen zu führen, bevor ein Auslegungsbeschluss des Bebauungsplanes erfolgt. Planvariante 1 bedeutet eine Zuwegung von der Straße Up den Pahl zwischen den Hausnummern 28 und 30 in den Innenbereich zu einem Wendekreis sowie von dort noch einmal einige Dutzend Meter in nordwestlicher Richtung.
„Wir wollen ja nicht sofort mit einer Bebauung loslegen“, erklärte Ausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD). Gemeinsames Ziel sei es, die Möglichkeit für eine Bebauung in der Zukunft – in 5, 10 oder 30 Jahren – offen zu halten. unk
Bad-Offensive für sozialere Eintrittspreise

Stormarner Tageblatt vom 9. Juni 2009
Gestern hat die Armutswoche begonnen – mit freiem Eintritt für Hallenbad und Freibad Poggensee. SPD und Grüne nehmen das zum Anlass, für die Zeit danach Forderungen zu stellen.
Bade Oldesloe/ol
– Gestern um 6.30 Uhr haben sich die Bad Oldesloer Grünen zum gemeinsamen „An-Baden“ im Oldesloer Hallenbad getroffen. Auf Antrag der Grünen hatte die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, dass während der Armutswoche (8. bis 14. Juni) kein Eintritt für das Hallenbad und die Badeanstalt am Poggensee erhoben wird.
„Die gegenwärtigen Eintrittspreise lassen es nicht zu, dass sich Menschen mit wenig Geld dies regelmäßig beziehungsweise überhaupt leisten können“, kritisiert der Fraktionsvorsitzende Dr. Gerold Rahmann. Er wünscht sich, dass das kostenlose Schwimmen dauerhaft möglich ist. „Denkbar wäre zum Beispiel ein kostenfreier Badesonntag. Grundsätzlich müssen die Eintrittspreise sozial verträglicher gestaltet werden!“, regt Rahmann an.
An dem Punkt haken auch die Sozialdemokraten ein und werden konkret. Wenn auch in eine andere Richtung. Sie haben für den Hauptausschuss kommenden Montag beantragt, wieder eine Jahreskarte für das Schwimmbad anzubieten. „Die Einführung des Wertkartensystems hat zwar zu einer Erlössteigerung geführt, die das jährliche Defizit allerdings bei weitem nicht deckt“, erläutert der SPD Fraktionsvorsitzende Hagen von Massenbach. Eine Auswertung der Besucherstatistik habe stattdessen ergeben, dass die Zahl der Schwimmbadbesuche in den vergangenen drei Jahren um 10 000 zurückgegangen ist – obwohl gleichzeitig neue Besucher durch die Kurse gewonnen werden konnten. Das bedeutet einen Verlust von 400 Viel-Schwimmern. Hagen von Massenbach: „In zahlreichen Gesprächen ist deutlich geworden, dass sie sich den regelmäßigen Schwimmbadbesuch schlichtweg nicht mehr leisten können.“
Die SPD drängt deshalb auf die Wiedereinführung einer Jahreskarte. 2005 gab es sie für 150 Euro, jetzt soll sie 360 Euro kosten. Arme Menschen werden sich das trotzdem nicht leisten können, deshalb schlägt von Massenbach ein „Abo-System“ vor. Der Schwimmer soll monatlich 30 Euro berappen. Wer die komplette Summe auf einen Schlag berappen kann, bekommt 10 Euro Rabatt. Mit dem Preis orientiert sich die SPD an Hamburg und Lübeck. „Nach der Zeit des freien Eintritts ist es nur konsequent, schwimmen wieder für mehr Nutzer erschwinglich zu machen“, fordert von Massenbach. Darin sieht er aber nur einen Einstieg in die Diskussion. „Eine Familienkarte muss folgen“, stellt er klar.
Da während der Armutswoche kein Eintritt erhoben wird, ist es möglich, das gesparte Geld zu spenden. Dafür haben die Grünen eine Spendenbüchse aufgestellt Dieses Geld geht an das Spendenparlament.
Ortsvorsitzender Dr. Hartmut Jokisch bemängelt allerdings: „Die Stadtwerke scheinen diese gute Aktion nicht zu mögen. Sie haben die Öffnungszeiten in der Armutswoche auf 16 Uhr begrenzt.“ Damit werde es Berufstätigen nicht ermöglicht, das kostenlose Angebot zu nutzen. Jokisch: „Wir Grünen fordern deswegen, diese Entscheidung umgehend zurückzunehmen und wieder die üblichen Öffnungszeiten anzubieten.“
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 6. Juni 2009:
Mitgliedschaft, Jugendschutz und Umfrage
Ehrliche Antworten
Andreas Olbertz, Rolf Blase
Da kannste doch mal sehen, wie gut sich unsere Politiker auf Sitzungen vorbereiten. Im Sozialausschuss ging es um einen neuen Vertrag mit der evangelischen Kirchengemeinde zur Jugendarbeit. Im Grunde nur eine Formalie: Aus drei Einzelverträgen soll ein gemeinsamer werden mit übergeordneter Konzeption. „Es wird auch nicht teurer“, wie sich einer der Pastoren zu erklären beeilte. Fachbereichsleiter Thomas Sobczak forderte die Abgeordneten auf: „Diskutieren sie erst mal.“ Hinterher wolle er dann noch ein Manko der Vorlage darlegen. Als dann zur Abstimmung geschritten werden sollte, ließ er die Katze aus dem Sack: Der Vertrag könne leider nicht beschlossen werden, weil er aus unerfindlichen Gründen bei der Sitzungsvorlage fehlte. Und keiner hatte es bemerkt. Wenn er nichts gesagt hätte, wäre der Punkt blanko durchgewunken worden. Supi!
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Ne, was ist das wieder für eine undurchsichtige und unerfreuliche Angelegenheit. Die Musikschule möchte Mitglied im Verband Deutscher Musikschulen werden. Dummerweise nehmen die nicht jeden, und sie verraten auch nicht, welche Voraussetzungen konkret für eine Mitgliedschaft erfüllt sein müssen. Schaut man auf die Homepage, steht da einiges. Strukturpläne, Lehrpläne, lebenslanges Lernen, Fortbildung, Qualität ... Klingt alles schwer nach Schule und nur wenig nach Spaß an der Musik. Offen traut sich noch keiner Kritik zu üben, aber hinter vorgehaltener Hand kommen immer öfter kritische Fragen: Was soll das? Was bringt uns das? Guck dir mal die Verwaltungskosten an? Müssen es wirklich fest angestellte Kräfte sein? Damit die Musikschule Fördermittel für das Projekt „Klasse musiziert“ bekommen kann, ist die Stadt Mitglied bei „Holsteins Herz“ geworden, muss da satte Beiträge zahlen – nur die Förderung gibt es nicht. Das Geld hätten wir der Musikschule mal lieber direkt geben sollen. Und dann ist da ja auch noch die Bücherei. Die ist ebenfalls Mitglied in einem Verband. Unlängst stellte sich dessen Chef hin und sagte: Entweder die Bücherei wird so umgebaut, wie wir es wollen, oder es gibt keine Fördermittel mehr! Da klappte den Politikern erst mal die Kinnlade runter. Wer weiß, was uns mit der Musikschule noch blüht.
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Die Vorbereitungen für das Klangstadt Open Air am Poggensee laufen auf Hochtouren. Zusammen Tassilo von Bary hatten die Klangstädter zu einem lauschigen Pressegespräch eingeladen. In diesem Jahr darf beim Festival erstmals gezeltet werden. Übernachten dürfen aber nur Festivalbesucher, die mindestens 18 Jahre alt sind. Das ist keine Schikane der Musikerinitiative, sondern hat rechtliche Hintergründe. Bei Jugendlichen müssten die Veranstalter nicht nur für Aufsicht sorgen, sondern auch darüber wachen, dass niemand im „falschen“ Zelt verschwindet – streng nach Geschlechtern getrennt. Der Bürgermeister blickt gedanklich auf seine (wilde?) Jugendzeit zurück und stellt mit fast schon verklärtem Blick fest: „In den 70er Jahren hat da keiner nach gefragt.“ Antwort von Klangstädter Axel Hartkopf: „Ja, und wir sind die Produkte davon!“
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Die Oldesloer Stadtbücherei ist Studienobjekt. Zwei Studentinnen aus Hamburg ermitteln den Nutzen der Einrichtung. „Impact and out-come of the public library Bad Oldesloe“ heißt der Projekttitel auf Englisch. Was geht rein, was kommt raus? – salopp formuliert. Eine in Deutschland einmalige Untersuchung. Dazu läuft in den nächsten Wochen eine Fragebogenaktion. Hoffentlich antworten die Oldesloer etwas ehrlicher als es sich unser Karikaturist Götz Wiedenroth ausmalt.
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Es war ein Komiker, Otto, der aus dem Satz „Theo wir fahren nach Lodz“ theologische und philosophische Tiefe herausholte. Bei den Werbestrategen der Parteien muss sich die legendäre Sequenz ins Unterbewusstsein gebrannt haben. Anders sind die sinnfreien Sprüche auf den Europawahl-Plakaten nicht zu erklären. „Wirtschaft, Umwelt, menschlich & sozial“ – wenn das Plakat selbst nicht grün wäre, wüsste man nicht, von wem man es stammt. Da lob ich mir die CDU, die hat den Otto begriffen. „Wir in Europa“ Heißt es kurz und knapp. Wer fuhr nach Lodz? Eben: Vier alle.
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Ganz so professionell wie bei den Parteien ging es bei den Plakatgestaltern der Armutswoche nicht zu. Trotzdem begegnet uns dort das größte Rätsel: Eine angebissene, angekohlte Scheibe Toastbrot. Da muss man schon überlegen, was das mit Armut zu tun hat. Erstmal die positive Seite: Es gibt einen Toaster im Haushalt, und der Strom wurde auch noch nicht abgedreht. Sonst hätte man den Toast ja nicht so schwarz bekommen. Nun ist der aber auch noch angebissen. Ist der Mann (nehmen wir mal an, es war ein Mann) also so arm, dass er Verkohltes essen muss? Aber warum hat er dann nur ein mal abgebissen? Hat er gar es vielleicht gar nicht gesehen, sondern erst geschmeckt, dass der Toast verbrannt ist, weil er sich keine Brille leisten kann? Und wieso überhaupt Toastbrot, auf das der Bauernspott über Bäcker zutrifft, sie würden Wasser schnittfest machen. Nee, is’ klar: Kein Mensch, toastet Vollkornbrot, und wir hätten niemals dieses Plakat gesehen.
"Up den Pahl“ im Ausschuss
Lübecker Nachrichten vom 6. Juni 2009
Siedlungsgebiet an Ratzeburger Straße soll verdichtet werden
BAD OLDESLOE – Mit reichlich Diskussionsstoff und auch einer Menge Anwohnern rechnet Maria Herrmann (SPD), Vorsitzende des Bad Oldesloer Bau- und Planungsausschusses (BPA), für die Sitzung am Montag, 8. Juni (19 Uhr, Verwaltungsgebäude). Auf der Tagesordnung stehen mehrere Bebauungspläne, darunter das ehemalige Kleinsiedlungsgebiet zwischen der Ratzeburger Straße und der Straße Up den Pahl. Ursprünglich waren diese Grundstücke in städtischem Eigentum, wurden als Erbbaugrundstücke auf 75 Jahre verpachtet. Im Laufe der Zeit wurden viele Grundstücke verkauft; seit einigen Jahren jedoch nur noch die vorderen, bebauten Flächen, da die Stadt im Innenbereich der Siedlung eine Verdichtung anstrebt.
Im vergangenen Jahr wurden nun drei Varianten für eine Innenerschließung und -bebauung erstellt und vom 23. Oktober bis 24. November 2008 der Öffentlichkeit bekannt gemacht. Im Zuge des Aushangs konnten Anwohner ihre Bedenken äußern. Dabei ergab sich, dass etliche Anwohner eine innere Verdichtung und die damit verbundene Anlage einer Zufahrts- oder Erschließungsstraße ablehnen. Die Verwaltung will aber an den Plänen festhalten und schlägt die so genannte Variante 1 vor, die eine Zuwegung zwischen den Hausnummern Up den Pahl 28 und 30 vorsieht. Die Anwohner befürchten dabei erhebliche Störungen und auch einen Wertverlust ihrer Grundstücke. Auf Vorschlag der Verwaltung soll den betroffenen Anwohnern ein Kaufangebot für ihre Grundstücke gemacht werden. Hier aber signalisierten etliche Anwohner bereits im Vorfeld kein Entgegenkommen. Insofern verspricht die BPA-Sitzung einigen Zündstoff. unk
Musikschule hofft auf Landesförderung
Stormarner Tageblatt vom 5. Juni 2009
Keine Zusage, aber 20 000 Euro bereits fest eingeplant
Bad Oldesloe/ol
– Eigentlich ging es nur um 5 000 Euro mehr Zuschuss für die Musikschule – und plötzlich stand das Kostenbarometer bei einem möglichen Minus von 53 000 Euro.
Im Sozialausschuss um den Wirtschaftsplan für 2010: Geschäftsführerin Cornelia von der Heydt benötigt 5 000 Euro zusätzlich, um einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren zu können. Eigentlich eine unstrittige Sache, wenn es nur um diese Summe ginge – die hätten alle Fraktionen sofort bewilligt.
Dahinter steht aber der Wunsch und die Kalkulation der Musikschule, Mitglied im Verband Deutscher Musikschulen (VDM) zu werden. Diese Bestrebungen gibt es seit der Gründung des Trägervereins. Der VDM nimmt aber nicht jede Einrichtung auf, sondern knüpft das an Bedingungen. Das war der Punkt, wo die Kommunalpolitiker hellhörig wurden, denn mit der Bücherei und deren Verbandsmitgliedschaft sind unlängst negative Erfahrungen gemacht worden.
Cornelia von der Heydt machte kein glückliches Gesicht. Laut Satzung müssen die kommunalen Zuschüsse „erheblich“ und „angemessen“ sein – was auch immer das bedeutet. Wie sie ausführte, gilt als Faustregel, dass die Stadt ein Drittel tragen müsse. Rechnet man die Raumkosten (81 609 Euro) ein, wäre diese Vorgabe quasi erfüllt. Obwohl von der Heydt ausdrücklich darum gebeten habe, konkrete Aussagen zu bekommen, habe der Verband nicht geantwortet. Es gibt auch keine Aufnahmegarantie.
Die Musikschule verspricht sich vom VDM, Fördermittel des Landes. Gudrun Möllnitz (CDU) hakte nach, was das konkret bedeute. Aber auch zu dem Komplex habe der Verband der Geschäftsführerin keine konkreten Angaben gemacht. Fest steht, es gibt Landesmittel. Sie werden bezogen auf die Anzahl der wöchentlichen Unterrichtsstunden verteilt. Bislang kommen 20 Musikschulen in den Genuss des Geldes. Im Raum stehen bis zu 25 000 Euro. 20 000 Euro hat die Musikschule bereits fest eingeplant. Kommt dieses Geld nicht, klafft im Haushalt ein große Loch.
Gudrun Möllnitz meldete heftige Zweifel an: „‚Könnte‘, ‚würde‘ und ‚eventuell‘ – wir können die Folgen doch gar nicht absehen.“ Unter anderem steht beispielsweise in der Kritik, dass wegen der Verbandsmitgliedschaft fest angestellte Fachbereichsleiter benötigt werden. Aygün Caglar (CDU) befürchtet eine Aufblähung der Verwaltungskosten.
Karin Hoffmann von den Grünen sah das wesentlich pragmatischer: „Es geht doch eigentlich gar nicht um den Verbandsbeitritt, sondern darum, dass die Musikschule nicht mit ihrem Geld auskommt.“ Also könne die Stadt doch gleich 53 000 Euro Zuschuss bewilligen. Sollten die Landesmittel fließen, zahle die Musikschule das Geld zurück. Das war aber mit der Liberalen Anita Klahn nicht zu machen: „Wir haben die Musikschule mal ausgelagert, um mehr finanziellen Spielraum zu haben. Ich befürchte eine Kehrtwende.“
Nach einer Sitzungsunterbrechung herrschte dann große Einigkeit. Die Aufstockung des Zuschusses auf 25 000 Euro wurde einstimmig bewilligt. Gleichzeitig wurde die Verwaltung beauftragt, darzulegen, welche Voraussetzungen für die Verbandsmitgliedschaft erfüllt sein müssen und vor allem, welche Konsequenzen das habe.
Ausschuss genehmigt mehr Geld für Bad Oldesloer Musikschule
Lübecker Nachrichten vom 5. Juni 2009
BAD OLDESLOE – Der Trend zur (offenen) Ganztagsschule, der immer mehr Kinder und Jugendliche auch am Nachmittag in der Schule verweilen lässt, notwendige und attraktive Alternativen zu Fernsehen und Computerspielen, sowie das neu entstehende Kultur- und Bildungszentrum in Bad Oldesloe – das sind Gründe, die eine Neuorientierung und -ausrichtung der Oldesloer Musikschule für Stadt und Land nötig machen. Doch diese Umstrukturierung kostet Geld, weil die Arbeitsstunden der Dozenten ausgeweitet werden müssen, Fachbereichs- und Ensembleleiter mehr Honorar bekommen. Zudem möchte die Institution in den Verband der Musikschulen (VDM) aufgenommen werden, wovon sie sich mehr finanzielle Förderung verspricht. Eine Voraussetzung für die Aufnahme ist allerdings eine höhere Bezuschussung seitens der Träger – der Stadt, dem Amt Bad Oldesloe Land sowie der Stadt Reinfeld. Daher beantragte die Oldesloer Musikschule die Erhöhung der Maximalförderung von 20 000 auf 25 000 Euro. Der Bildungs-, Sozial und Kulturausschuss der Kreisstadt beriet am Mittwoch darüber und genehmigte den Antrag – wenn auch nach langer Diskussion „und mit Bauchschmerzen“, sagte die stellvertretende Ausschussvorsitzende Gudrun Möllnitz, die die erkrankte Angela Fehrmann (beide CDU) vertrat. Daher wurde die Verwaltung parallel beauftragt zu ermitteln, „was möglicherweise sonst noch an Forderungen seitens der Musikschule auf die Stadt zukommen könnte, was jetzt noch gar nicht abzusehen ist“, so Möllnitz. Unklar ist nämlich, wie hoch die Fördersummen seitens des Verbandes sein werden. Nach einer Aufstellung der Geschäftsführerin der Musikschule, Cornelia von der Heydt, liegt der Zuschussbedarf für das nächste Jahr 2010 bei insgesamt 33 267,16 Euro (25 472,34 Euro von Bad Oldesloe, 5567,73 von Oldesloe Land und 2227,09 von Reinfeld). Ohne die möglichen Fördersummen seitens des VDM beliefe sich der Zuschussbedarf auf 53 267,16 Euro. unk
Den Behinderten eine Stimme geben
Lübecker Nachrichten vom 5. Juni 2009
Bad Oldesloe - Sieben Jahre lang gab es in Bad Oldesloe keinen Beirat für Menschen mit Behinderungen – jetzt amtieren fünf neue Mitglieder und ihre Stellvertreter.
„Wir haben viel aufzuholen“, so Horst Jaeger, Mitglied des Bad Oldesloer Beirats für Menschen mit Behinderungen. Das Ziel müsse sein, an die Arbeit des vorigen Beirats anzuknüpfen – und dieser wurde bereits im Jahre 2002 aufgelöst. Ende April wurde nun ein neuer Beirat gewählt, bestehend aus fünf Mitgliedern sowie fünf Stellvertretern. Nach der konstituierenden Sitzung Mitte Mai, in der Martin Ziemann zum Vorsitzenden benannt wurde, tagte der Beirat jetzt zum ersten Mal, um seine weiteren Vorgehensweisen zu besprechen und erste Ziele zu formulieren. In einem Punkt waren sich von Anfang an alle einig: Es gebe viel Verbesserungsbedarf in der Kreisstadt. Details müssen allerdings noch besprochen werden; noch steht nicht fest, wo genau der Beirat mit seinen Forderungen einsetzen und auf welche Schwerpunkte man sich in den kommenden vier Jahren Amtszeit konzentrieren möchte. „Auf jeden Fall müssen wir eng mit den Stadtverordneten zusammenarbeiten“, so Jaeger, der aufgrund von Diabetes und Folgeerkrankungen selbst als schwerbehindert gilt. „Es ist wichtig, dass wir in der Politik wieder mitreden können.“ Auch Ruth Röhr-Moor ist es wichtig, behinderten Menschen eine Stimme zu geben: „Sie müssen mit einbezogen werden. Und sie sollen lauter werden; im Moment sind sie zu leise.“Die erste Vorsitzende der Stormarner Werkstätten hat Erfahrung im Umgang mit geistig oder körperlich behinderten Menschen. Ihr liegt es am Herzen, dass „besser mit ihnen umgegangen wird“. Ein Thema, das Marion Janssen ebenfalls sehr beschäftigt. Seit sie im Frühjahr miterleben musste, wie gleichgültig eine „geistig nicht fitte“ Rollstuhlfahrerin von Passanten behandelt wurde, habe sie gewusst, dass sich etwas ändern müsse. „Die Frau musste auf die Toilette und niemand hat ihr geholfen“, so die ehemalige Arzthelferin, die ihren Beruf aufgrund eines Rückenleidens nicht mehr ausüben kann. Sie ist sich sicher, dass durch Öffentlichkeitsarbeit auch die Hilfsbereitschaft einiger Menschen verstärkt werden könne. „Wir müssen auf soziale Probleme aufmerksam machen und sie erklären.“ Die Menschen müssten die Lage Behinderter verstehen, dann würden sie vieles mit anderen Augen sehen. Anschauungsunterricht aus erster Hand müsste es ihrer Meinung nach geben: „Mein Traum wäre es, dass der Bürgermeister sich selbst einmal in einen Rollstuhl setzen würde“, so Janssen. Auf diese Weise könne er die vielen Hindernisse erkennen, die sich im Alltag auftun. Und von denen gebe es viele, wie Sozialpädagogin Claudia Gerke und Jasmin Wagner von den Stormarner Werkstätten als Betroffene bezeugen können. Wagner: „Es gibt Rampen, die so steil sind, dass ich sie ohne Hilfe nicht hinaufkomme.“ Es sei ein anderer Blickwinkel, wenn man selbst betroffen ist – das musste auch Vorsitzender Martin Ziemann nach einem Schicksalsschlag erkennen. Schon lange hatte der studierte Betriebswirt in sozialen Einrichtungen gearbeitet, „aber damals hatte ich immer die Sicht eines Beraters“. Eben darin sieht Eckhard Harm dagegen einen Vorteil: „Dadurch, dass ich nicht selbst betroffen bin, kann ich mir eine objektive Sichtweise bewahren.“ Der Krankenpfleger im ambulanten psychiatrischen Bereich bekommt viele Anregungen von Patienten und sieht in vielerlei Hinsicht eine „reelle Chance“, die bestehende Problematik zu verbessern. „Was sich im Endeffekt verwirklichen lässt, müssen wir sehen, aber ich denke schon, dass sich vieles umsetzen lässt.“ In dieser Hinsicht ist ihm die Zustimmung der übrigen Beiratsmitglieder sicher. Denn sie alle haben sich aus Überzeugung zur Wahl stellen lassen: aus Überzeugung, dass sie etwas bewirken können.
Von Jennifer Binder
Bad-Jubiläum steigt erst 2013
Lübecker Nachrichten vom 5. Juni 2009
BAD OLDESLOE – Vor 99 Jahren, genau: am 30. Juli 1910, erhielt die Stadt Oldesloe von der Königlichen Regierung in Schleswig die Erlaubnis, die amtliche Bezeichnung „Bad“ führen zu dürfen. Die Initiative war im März 1910 von dem „Oldesloer Verkehrsverein“ ausgegangen und wurde vom Magistrat aufgegriffen: Die Oldesloer Geschäftsleute versprachen sich von dem Zusatz „Bad“ eine Steigerung des Fremdenverkehrs und damit eine „Hebung des wirtschaftlichen Lebens“ der Stadt. Da liegt nun die Frage nahe, ob man die 100-jährige Badgeschichte von Oldesloe nicht gebührend feiern sollte. Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss diskutierte das Thema, kam allerdings zu dem Schluss, dass für ein angemessenes „Themen-Jahr“ der zeitliche Vorlauf zu kurz ist. Daher einigten sich die Politiker darauf, lieber das 200-jährige Jubiläum zu feiern. Denn im März 1813 hatte der Salinenoberinspektor Lorentzen die Königliche Erlaubnis erhalten, in Oldesloe eine Badeanstalt zu errichten. Das Jubiläumsjahr soll folglich 2013 gefeiert, und mit den Haushaltsberatungen 2011 vorbereitet werden. unk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 30. Mai 2009
Von Streithähnen, Aussitzern und Experten
Wieder nichts passiert
Rolf Blase und Andreas Olbertz
Mein lieber Schwan, was ist denn da in Stubben los? Er lügt, er fälscht Protokolle, er manipuliert die Gehirne der Stubber – das ist harter Tobak, was Reiner Offen Stubbens Bürgermeister Andreas Petersen an den Kopf wirft. Fehlt eigentlich nur noch der Vorwurf, er lasse heimlich Tunnel graben ...
Hier hört der Spaß eindeutig auf. Das ist rufschädigend, solche Vorwürfe haben Auswirkungen ins Privat- und Berufsleben. So etwas kann schnell vor Gericht enden. Und warum das alles? Wenn es um Postengeschacher, Bestechung oder Betrug ginge, um Millionenbeschlüsse oder epochale Entscheidungen – ja dann würde man ja in die Hände klatschen und sich freuen, dass endlich mal jemand Rückgrat beweist. Aber nein, es geht darum, dass einer den anderen als dumm und dreist beschimpft hat. Es ist nichts beschlossen worden, da haben sich nur welche angegiftet. Da muss man sich fragen, ob sowas überhaupt ins Protokoll gehört.
Entscheidend ist, dass in dieser Woche über das Protokoll abgestimmt worden ist. Andreas Petersen rechnete mit dem Schlimmsten und dann ging alles ganz friedlich über die Bühne. „Zu dem Punkt kam kein Änderungsantrag, wir haben das einstimmig beschlossen“, wundert sich der Bürgermeister. Dann kann das alles ja nicht so schlimm gewesen sein.
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So kann man Probleme auch lösen: Einfach aussitzen. Das Oldesloer Hallenbad soll saniert werden. So viel steht fest … seit fast drei Jahren. Vor mehr als einem Jahr ist der Umfang der Arbeiten beschlossen worden. Aber passiert ist nichts. Vor dreieinhalb Monaten fiel der Beschluss, die Hamburger Architektenkammer einzuschalten – aber bei denen gibt es bislang noch nicht mal einen Termin. Die Stadtwerke rechnen hoch und kommen zu der Erkenntnis, vermutlich 2011 mit dem Umbau beginnen zu können. Dann hoffen wir mal, dass das Bad bis dahin noch steht und alles funktioniert.
Und das alles nur wegen ungeklärter Urheberrechtsverhältnisse? Mit gesundem Menschenverstand ist es nicht nachzuvollziehen, dass so ein Problem nicht zügig geklärt werden kann. Oder kommt es doch dem einen oder anderen ganz gut zupass, das nichts passiert? Es gibt einen Bürgerentscheid, es gibt demokratisch gefasste Beschlüsse der politischen Gremien, es steht sogar Geld bereit, und trotzdem geht es nicht voran. Da kann nur Frust auf der ganzen Linie bei heraus kommen.
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Kann es wahr sein, was unser Zeichner Götz Wiedenroth da mit spitzer Feder zu Papier gebracht hat? Wer braucht schon eine Brücke, wenn er übers Wasser gehen kann. Jesus hat es vorgemacht, die Mönche haben ihm ihr Leben verschrieben und wer weiß, vielleicht gehen sie ja heimlich des Nachts übers Wasser, allein schon, um ihre Kutte nicht anheben zu müssen. Aber nein, das wäre zu einfach und würde auch die 250 000 Euro für eine Sanierung der Polterbrücke sparen. Arbeit, die wir in Zeiten der Krise doch so dringend brauchen.
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Prognosen sind ja immer dann riskant, wenn sie sich auf die Zukunft beziehen. Gerade mal vier Jahre ist es her, dass die Experten der Verkehrsführung an der Autobahnabfahrt Ahrensburg Richtung Siek genug Kapazität bis zum Jahr 2020 vorhersagten – inklusive Lidl-Logistikzentrum. Das ist noch nicht da, aber die Verkehrsbelastung ist bereits heute erreicht. Morgens und Abend bricht der Berufsverkehr regelmäßig zusammen, vor allem seit die vierte Ampel auf wenigen hundert Metern installiert wurde. Alle Versuche, die Schaltungen zu optimieren, sind fehlgeschlagen. Nun wird neu nachgedacht. Die neue Umgehungsstraße könnte um eine dritte Spur erweitert werden, an der Kreuzung Jacobsrade ein zweispuriger Kreisel entstehen. Ein Kreisverkehr war beim Bau der Straße schon mal im Gespräch, die Experten wollten aber Ampeln, weil die mehr Verkehr verkraften würde. Nachdem der „Turbokreisel“ in Ahrensburg gescheitert ist, könnte er in Siek eine zweite Chance bekommen. Wenn er sich bewährt kann das auch ein Modell für das Kreuz Hammoor sein, wo die Ampeln nachts nur die Straßenbeleuchtung ersetzen.
Bad-Sanierung? Das dauert noch

Stormarner Tageblatt vom 29. Mai 2009
Urheberrechtsstreit macht einen Strich durch die Sanierungspläne für das Hallenbad. Vermutlich wird es 2011 umgebaut.
Bad Oldesloe/ol
– Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Die Beschlüsse sind gefasst, das Geld steht bereit und trotzdem wird das Oldesloer Hallenbad nicht umgebaut.
Es ist mittlerweile knapp drei Jahre her, dass Pläne auftauchten, am Sandkamp ein neues Thermalbad zu bauen und dafür das sanierungsbedürftige Hallenbad zu schließen. Geschichte. Eine Bürgerinitiative hat einen Bürgerentscheid erstritten, die Mehrheit sprach sich gegen das Projekt aus.
Unstrittig ist, dass saniert werden muss. Im Hauptausschuss wurden daraufhin Pläne mit japanischem Saunagarten und Ruheraum im Baumhaus vorgestellt. Ebenfalls Geschichte, denn neun Millionen Investitionssumme bei einem jährlichen Defizit von 1,2 Millionen waren dann doch etwas happig. Die CDU gab Anfang 2008 die Devise aus: Sanieren ja, attraktivieren nein. Daraufhin wurde im April des Jahres die so genannte „Variante 4“ beschlossen: Komplett neue Technik und Umkleiden, Fassaden- und Dachsanierung, das Bistro bleibt, es soll ein Therapiebecken angebaut werden. Anstelle einer Sauna ist ein kleiner Schwitzraum vorgesehen. Außerdem soll das Kurbad erhalten werden. Die Kosten wurden damals auf knapp fünf Millionen Euro geschätzt.
Inzwischen ist mehr als ein Jahr vergangen. „Das Geld steht im Wirtschaftsplan der Stadtwerke bereit“, erklärt Bürgermeister Tassilo von Bary. Doch an einen Baubeginn ist gar nicht zu denken. Der Grund ist ein Streit mit den damaligen Architekten. Asmus Werner und sein Team haben nach wie vor die Urheberrechte. Ohne deren Zustimmung geht gar nichts. Dabei spielt Geld eine große Rolle, aber auch die Frage der „künstlerischen Oberleitung“.
„Wir haben lange mit den Urhebern direkt verhandelt. Das waren nette Gespräche, die uns aber nicht voran gebracht haben“, erklärt Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl. Eine gerichtliche Auseinandersetzung will er auf alle Fälle verhindern. „Das dauert ewig. Außerdem ist das Gesetz relativ weich formuliert. Es läuft also auf Richterrecht hinaus“, so Fahl. Mit anderen Wort: Ausgang ungewiss. Er verweist auf den spektakulären Prozess um den Berliner Hauptbahnhof. Dessen Architekt Meinard von Gerkan hatte gegen die Bahn geklagt, weil die im Untergeschoss nicht wie von ihm geplant gewölbte Decken einbauen ließ, sondern einen anderen Architekten mit einer günstigeren Variante beauftragt hatte. Das Landgericht hat entschieden, dass die Decke rausgerissen werden muss – geschätzte Kosten 40 Millionen. Ein ähnliches Waterloo will Fahl auf jeden Fall vermeiden. Deswegen kommt für ihn auch nicht in Frage, mit einem Baubeginn Tatsachen zu schaffen. Jürgen Fahl: „Das kann dazu führen, dass uns die Baustelle stillgelegt wird oder wir den alten Zustand wieder herstellen müssen. Wir wollen da kein Risiko eingehen.“ Das könne dem Steuerzahler nicht zugemutet werden.
Das Vergaberecht wiederum verbietet es, allen Streitereien aus dem Weg zu gehen und kurzerhand Asmus Werner wieder mit der Planung zu betreuen. Urheberrecht hin oder her – der Auftrag muss ausgeschrieben werden.
Deshalb wird ein neuer Weg beschritten: Ein Schlichtungsverfahren vor der Hamburger Architektenkammer soll eine Einigung herbeiführen. Jürgen fahl ist von dieser Variante überzeugt: „Nach eigenen Angaben haben die eine hohe Erfolgsquote.“ Zwei Architekten und ein Jurist, die das ehrenamtlich machen. Bislang haben die sich allerdings noch gar nicht mit der Causa Schwimmbad beschäftigt. Bürgermeister von Bary: „Der Schlichtungsausschuss tritt nächste Woche zusammen. Ich hoffe, dass wir dann endlich einen Termin bekommen.“
Jürgen Fahl ist zuversichtlich, dass bis zum Sommer eine Einigung erzielt werden kann. Ausschreibungs-, Planungs- und Genehmigungsphase werden dauern – einen Baubeginn im kommenden Frühjahr hält der Stadtwerke-Mann nicht für realistisch. „Im Winter zu bauen, macht keinen Sinn“, betont er. Also wird frühestens 2011 zur Tat geschritten.
Andreas Olbertz
„Bitte keinen Namen zum Buchstabieren!“
Lübecker Nachrichten vom 27. Mai 2009
Bad Oldesloe – Das Thema Straßennamen bewegt in Bad Oldesloe – schon seit Jahren und Jahrzehnten – nicht nur Politiker der unterschiedlichen Parteien, sondern vor allem auch die Betroffenen, die zukünftigen Bewohner der zu benennenden „Planstraßen“. So meldeten sich gleich drei zukünftige Anwohner der Planstraße „L“ im zweiten Bauabschnitt des Baugebietes Steinfelder Redder in der Stadtverordnetenversammlung zu Wort.
Bad Oldesloe – Das Thema Straßennamen bewegt in Bad Oldesloe – schon seit Jahren und Jahrzehnten – nicht nur Politiker der unterschiedlichen Parteien, sondern vor allem auch die Betroffenen, die zukünftigen Bewohner der zu benennenden „Planstraßen“. So meldeten sich gleich drei zukünftige Anwohner der Planstraße „L“ im zweiten Bauabschnitt des Baugebietes Steinfelder Redder in der Stadtverordnetenversammlung zu Wort.
Man habe sich mit den zukünftigen Nachbarn zusammen gesetzt und über die bisherigen Namensvorschläge gesprochen, erklärte Sascha Lotzmann. Man sei sich einige in dem dringenden Appell an die Politik, sich für einen Namen zu entscheiden, der „möglichst auf ein Formular passt“, also nicht länger als rund 25 Zeichen habe, und zweitens „den man nicht auch noch bei jeder Gelegenheit buchstabieren muss“.
So sei man schon froh gewesen zu hören, dass der „ehrenwerte“ Name der israelischen Partnerstadt nun doch als neue Bezeichnung für den Weg am Bürgerpark ausgesucht wurde. Aber mit den ursprünglichen Vorschlägen etwa der Oldesloer Gleichstellungsbeauftragten für „Elfriede Scherschinski-Weg“ (Mitbegründerin der Oldesloer Arbeiterwohlfahrt) oder der Verwaltung für „Christian-August-Noodt-Weg“ (ehemaliger Bürgermeister von 1770 bis 1801) habe man schon Probleme gehabt. Dabei sei unbestritten, so Lotzmann und zwei seiner künftigen Nachbarn und Mitbewohner, dass jede dieser Personen ein Recht auf eine entsprechende Anerkennung und Ehre habe.
„Aber wir geben zu bedenken, dass wir wahrscheinlich in den nächsten 30, 40 Jahren dort wohnen werden.“ Und da sei eine einigermaßen aussprechliche Adresse schon wünschenswert. Sowohl Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) als auch der Vorsitzende des zuständigen Hauptausschusses Hagen von Massenbach (SPD) stimmten der Argumentation zu. Von Massenbach erklärte, dass man bei der Beratung diese Hinweise und auch Vorschläge wie „Dr. Siegfried Moll-“ oder „Hans Hessling-Weg“ mit in Betracht ziehen wolle.
Jedenfalls entschied sich die Stadtverordnetenversammlung am Montag einstimmig für die Umbenennung des Wegs am Bürgerpark zum „Beer-Yaakov-Weg“, die Aufhebung der Bezeichnung „Annalise-Zahn-Weg“ für die Planstraße „L“ im Steinfelder Redder und die gleichzeitige Beauftragung der Verwaltung für Vorschläge für einen neuen Namen – und zwar möglichst nach einem Künstler oder einer Künstlerin mit Bezug zu Bad Oldesloe. Diese Vorschläge werden möglichst auf der nächsten Sitzung des Hauptausschusses neu beraten. Anschließend muss erneut die Stadtverordnetenversammlung zustimmen.
Von Joachim Strunk
Alle für Beer-Yaacov-Weg

Stormarner Tageblatt vom 27. Mai 2009
Seltene Einigkeit: Umbenennung für Weg zum Bürgerpark beschlossen
Bad Oldesloe/ol
– Das gibt es selten in Bad Oldesloe – ein einstimmiger Beschluss zu einem Straßennamen, und das sogar ohne, dass viel diskutiert werden muss.
Die Grünen hatten beantragt, den „Weg zum Bürgerpark“ nach der Partnerstadt in Beer-Yaacov-Weg umzubenennen. Dagegen gab es keinen Widerspruch. Woher auch, denn an der Straße wohnt niemand. Bis auf eine kleine Einschränkung: Das Amtsgericht hat diese Adresse. Deshalb wird mit der Umbenennung auch noch gewartet bis das Gericht ausgezogen ist. Alles andere, so Bürgermeister Tassilo von Bary, würde einen „hohen Verwaltungsaufwand“ bedeuten.
Aus dem Amtsgericht soll das Kultur- und Bildungszentrum werden. Damit würde der Beer-Yaacov-Weg zu einer wichtigen und hoffentlich repräsentativen Adresse in der Stadt werden. Der Grünen-Stadtverordnete und Vorsitzende des Freundschaftskomitees, Dr. Hartmut Jokisch, hat bereits angekündigt, sich darum zu bemühen, den Bürgermeister von Beer Yaacov zur Enthüllung nach Bad Oldesloe zu holen.
Eine andere Straßennamen-Entscheidung fiel zwar ebenfalls einstimmig, wurde dann aber doch kontroverser diskutiert. Es geht um die „Planstraße L“ im Steinfelder Redder. Da hatten die Stadtverordneten eigentlich bereits im November beschlossen, sie nach der Gründerin des Tierschutzvereins „Annalise-Zahn-Weg“ zu nennen. Jetzt soll sie anders heißen. Die Sitzung damals war etwas chaotisch verlaufen, es sollte unbedingt ein Beschluss her, und es sollte eine Frau sein, Namen wurden wild in die Runde geworfen. Da kam der Vorschlag von Jürgen Schneider (SPD) gerade recht.
„Inzwischen sind aber Zweifel aufgetreten“, sagte Bürgermeister Tassilo von Bary jetzt auf die Frage nach dem Grund für eine Neubenennung. Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander hat herausgefunden, dass Annalise Zahn „Maidenführerin“ beim Reichsarbeitsdienst war. Das muss nichts bedeuten, und nach Auskunft des Bundesarchivs gibt es auch keine Hinweise auf eine Mitgliedschaft in der NSDAP oder anderen NS-Organisationen, aber den Oldesloer Kommunalpolitikern war das wohl zu heikel.
Und wie soll die Straße heißen? Darüber wird munter diskutiert. Nur in einem „Unterpunkt“ gibt es Klarheit: Es soll ein Künstler oder eine Künstlerin sein – wie bei den anderen Redder-Straßen. Die Verwaltung soll zum nächsten Hauptausschuss Vorschläge erarbeiten.
Sascha Lotzmann und andere zukünftige Anlieger machten Anregungen: Der Name sollte nicht zu lang sein und nicht buchstabiert werden müssen. Sie brachten Hans Hessling, einen in Oldesloe gestorbenen Schauspieler ins Gespräch. Die Grüne Karin Hoffmann schlug den Architekten Dr. Siegfried Moll vor. Er sei Künstler gewesen und habe sich um das Heiliggeist-Viertel verdient gemacht.
Landesverband kritisiert zu niedrigen Zuschuss

Stormarner Tageblatt vom 25. Mai 2009
Die Musikschule möchte Mitglied im Verband der Musikschulen werden – dann würden Fördermittel fließen. Doch um aufgenommen zu werden, müsste die Stadt einen höheren Zuschuss zahlen.
Bad Oldesloe/nie
– Die Oldesloer Musikschule möchte in den Verband Deutscher Musikschulen (VDM) aufgenommen werden. Der Bewerbungsprozess läuft schon seit einiger Zeit, doch die endgültige Aufnahme erfolgt erst nach ungefähr zwei Jahren. Es ist nicht selbstverständlich, dass jede Musikschule, die sich bewirbt, auch aufgenommen wird.
Jetzt trafen sich der Oldesloer Musikschulleiter Alireza Zare und der Leiter des Landesverbands der Musikschulen Richard Ferret am Rande einer Veranstaltung. Ferret besichtigte die Räumlichkeiten in der VHS an der Königstraße und informierte sich über den geplanten Umzug ins Amtsgericht. Die meisten Pläne, von denen er gehört habe, fände er gut, aber er habe jetzt noch keinen konkreten Architekturplan vor Augen, weshalb er dazu nicht so viel sagen wolle, so der Landesvorsitzende.
Eine moderne, gut ausgestattete Schule sei natürlich immer wünschenswert. Wichtig sei es, dass Musikschulen, die dem Verband angehören wollen, gewisse Rahmenbedingungen erfüllen. Dazu gehören unter anderem festangestellte Leiter für die einzelnen Unterabteilungen und eine ganze Leitungsstelle. „Wir haben im Januar mit der Einstellung von Ellen Studtfeld im Bereich der Musikwiege und des Musikkindergartens begonnen, die Pläne in diese Richtung umzusetzen. Wir sind schon die ersten Schritte gegangen“, erklärt Zare. Diese Entwicklung solle sich fortsetzen, sind sich Ferret und Zare einig. „Die Zukunftspläne und Konzepte sind überzeugend.“ Besonders wichtig sei es aber, dass die Kommune die Musikschule entsprechend fördere. Das sei sogar im Gesetz festgeschrieben. Musikschulen bei denen das nicht der Fall ist, würden nicht in den Verband aufgenommen. In Bad Oldesloe sieht der Landesvorsitzende diese Grundbedingung momentan noch nicht ausreichend erfüllt. „Soweit ich weiß, besteht da Handlungsbedarf“, und auch Zare würde sich „mehr finanzielle Unterstützung erhoffen“, um alle Konzepte auch wirklich umsetzen zu können. Die musikalische Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sei schließlich wichtig.
Zwanzig Schulen zählen momentan zum Landesverband, der ihre Interessen vertritt. Der Verband berät aber auch Kommunen und Träger, politische Parteien, sowie die Staatskanzlei des Landes Schleswig-Holstein beim Aufbau, der Förderung und bei der konzeptionellen Weiterentwicklung von Musikschulen in Schleswig-Holstein. Hinzu kommen Fort- und Weiterbildungskurse, überregionale Projekte und der direkte Draht zum Landesmusikrat. „Zugriff auf bestimmte Landesfördermittel haben nur die Musikschulen im Verband“, erläutert Zare.
Ob die Bewerbung der Oldesloer Musikschule am Ende positiv bewertet würde, stünde noch nicht endgültig fest, so Ferret. Er wolle da nicht vorgreifen. Denn vor allem die zu geringe Unterstützung durch die Kommune sei ein Problem. Ferret: „Das ist ein Prozess, der sich wie gesagt über einen längere Zeitraum hinzieht. Die Oldesloer sind aber auf einem guten Weg, wenn alle Konzepte und Ideen so umgesetzt werden können.“
Patrick Niemeier
Mehr Schüler – steigender Bedarf
Bad Oldesloe/ol
– Die Musikschule und das liebe Geld – das war jetzt auch kurz Thema im Sozialausschuss als der Jahresbericht vorgestellt wurde.
Im Jahre 2003 wurde zwischen der Stadt und der Musikschule ein Vertrag geschlossen, der einen maximalen Zuschuss von 20 000 Euro vorsieht. Diese Summe solle aber mit geeigneten Mittel ständig reduziert werden. Also hat der Vorstand im Jahr 2006 beschlossen, maximal 17 500 Euro in Anspruch zu nehmen. Am Jahresende wird entsprechend der Schülerzahl genau abgerechnet,. Das ging in der Vergangenheit auch immer gut auf, die Musikschule hat zu viel erhaltenes Geld erstattet.
Vergangenes Jahr sah es plötzlich anders aus. Da hätte die Stadt 19 281 Euro zuschießen sollen. Immer noch unter 20 000 Euro, aber doch mehr als die in einer Selbstverpflichtung festgelegten 17 500. Vergangenes Jahr konnte die Musikschule diese Differenz noch ausgleichen, doch in Zukunft wird das nicht mehr möglich sein. Deswegen wurde beantragt, zu den 20 000 Euro zurück zu kehren. Die Begründung von Geschäftsführerin Cornelia von der Heydt ist einleuchtend: „Wir haben den Zuschuss ja gesenkt, weil wir die Schülerzahlen deutlich erhöht haben.“
Die Musikschule kommt über die Runden, weil viele unbezahlte Überstunden geleistet werden. Das wurde im Ausschuss ausdrücklich gelobt. Aber auf lange Sicht wird das so nicht weiter gehen können. Eine Erhöhung der Stundenzahlen ist notwendig. Cornelia von der Heydt: „Wenn wir ab 2010 etwas mehr Geld bekämen, wäre das schon toll.“
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 23. Mai 2009
Ein klares Ja, ein klares Nein – oder doch andersrum?
Standpünktchen
Rolf Blase und Andreas Olbertz
Dass Politiker vor allem ihre eigenen Interessen verfolgen und persönlichen Vorteile im Blick haben, ist ein Vorwurf, der bezahlten Volksvertretern immer wieder gemacht wird. Auf der ehrenamtlichen Ebene kommt so etwas nur selten vor und noch seltener raus. Außer man stellt es so ungeschickt an wie in Rausdorf. Die kleine Gemeinde im Süden des Kreises hatte sich wie die meisten anderen gegen Windräder ausgesprochen. Den zurzeit gebeutelten Landwirten in der Wählergruppe DWR fiel aber ein, dass man als Windbauer eigentlich auch gutes Geld verdienen kann. Also sollte das Thema wieder auf die Tagesordnung. Sieht nur blöd aus, wenn sich die Eignungsflächen auf den Feldern der DWR-Mitglieder befinden, was in einer Gemeinde, wo jeden jeden kennt, kein Geheimnis bleiben kann. Die Absicht, alternative Energieerzeugung nicht nur zu fordern, sondern auch umzusetzen, ist ja völlig in Ordnung, man muss aber vorher ausloten, ob eine Realisierung überhaupt möglich ist, und dann um Zustimmung für seine Pläne werben. Wer ein heißes Eisen anfasst, kann sich ganz schnell verbrennen.
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Im montäglichen Gastkommentar im Stormarner Tageblatt haben Stormarner Politiker aller Fraktionen Gelegenheit, dem Leser ihre Forderungen, Bewertungen, Motive und Ziele mitzuteilen. Dass sich Andersdenkende auch über dort Geschriebenes ärgern, ist normal. Dass ein FDP-Kreistagsabgeordneter und Rechtsanwalt vom Kreisgeschäftsführer der Grünen Lob bekommt, ist die Ausnahme. Karl-R. Wurch hatte die überbordende Bürokratie der Landesregierung und die lähmend umständliche Umsetzung des Konjunkturprogrammes ironisch kritisiert. „Da hat er Recht, Applaus“, sagt Hartmut Jokisch – natürlich nicht ohne Hintergedanken. Denn ausgerechnet Polit-Profi Wurch hatte das „der rot-grünen Landesregierung“ angelastet, die seit mittlerweile vier Jahren rot-schwarz und groß-koalitionär ist. „Beim heiligen Peter-Harry! Ist das Feindbild so fest verankert, dass rot-grün an allem schuld ist?“, fragt Jokisch. Trotz aller Ironie, ganz so falsch liegt er mit seiner Bewertung womöglich nicht einmal. Schließlich wären nicht nur die Grünen, sondern auch die FDP gern in der Regierung, und da hat jeder seine Freudsche Farbenlehre vor dem geistigen Auge. Oder wie Grünen-Haudegen Joachim Germer sagt: „Entweder lebt Herr Wurch in der Vergangenheit – oder schon in der Zukunft.“
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Nicht nur ein Parteibuch, auch ein Hund kann die Sinne vernebeln. Wer so einen kleinen Liebling sein eigen nennt und ihm großherzig Hunde-Cookies kauft, hat oft gar kein Verständnis für Menschen, die ohne diesen besten Freund auskommen. Wie sonst ist zu erklären, dass sich so viele Frau- und Herrchen nicht um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner kümmern, die auf Straßen und Wegen „Tretminen“ hinterlassen. Gesetzlich wird das den Hunden auch noch irgendwie zugestanden: Anders als bei Menschen gilt das öffentliche Geschäft nicht als Ordnungswidrigkeit, sondern als unzulässige Sondernutzung. Bußgelder sind so nicht zu holen, also versuchen es die Städte mit Angeboten und stellten „Hundetoiletten“ auf, aus denen Plastiktüten für die Hinterlassenschaft gezogen werden können. Die Dinger kosten richtig Geld und hinterher wundert man sich, dass sie nicht genutzt werden. Dabei ist die Sache doch ganz klar: Verantwortungsvolle Hundebesitzer haben sich schon immer gekümmert und haben ein Tütchen dabei. Alle anderen werden es eh nicht tun. So einfach ist das. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich auch mal Gedanken über die Vor- und Nachteile dieses Verantwortungsbewusstseins gemacht.
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Kandidatur mit x, das war wohl nix. Hagen von Massenbach hat die Brocken in Mölln hingeschmissen. Der Oldesler SPD-Fraktionsvorsitzende war dort seit Januar Bürgermeisterkandidat und wurde als „Möllns Zukunft“ gehandelt. Jetzt also nicht mehr. Begründung: „Es hat nicht gepasst.“ Wie bitte? Prüft man so etwas nicht vorher? So einen großen Schritt unternimmt man doch nicht so spontan. Also muss hinter diesem Rückzieher wohl etwas anderes stecken. Aber da alle beharrlich schweigen, gibt es nicht mal Vermutungen. Und jetzt stellt sich natürlich die große Frage: Kandidiert Hagen von Massenbach in Bad Oldesloe? Klar, wer sich ein mal eine blutige Nase geholt hat, ist beim nächsten Mal doppelt vorsichtig. Aber gleich so vorsichtig, dass man nur noch in Andeutungen spricht. Alle Türen offen halten, aber bloß nicht festlegen. Da ist von Optionen die Rede, von Gesprächen, von Kandidatenfindungskommission … Ja glaubt denn jemand, dass es momentan Alternativen gibt? Es wird doch kein ernsthafter Kandidat mit der SPD Gespräche führen, solange hier keine Klarheit herrscht. Man stelle sich mal vor, es herrschte Klarheit. Der Ortsverein sagt seinem Fraktionsvorsitzenden: „Wir wollen dich nicht als Kandidaten.“ Dann wäre bestimmt spontan ein weiterer Posten zu besetzen. Und wie sieht es andersrum aus? Der Fraktionsvorsitzende sagt dem Ortsveein: „Och nö, mit euch lieber doch nicht.“ Supi, da käme bestimmt Stimmung auf.
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Beim Thema Bürgermeisterkandidatur wird ein anderer Name auch heiß gehandelt: Rainer Fehrmann von der CDU. Der hat bei der Bürgerschützengilde schon mal gezeigt, wie man’s richtig macht: Geschenke verteilen, die nicht viel Nutzen bringen, nichts kosten und trotzdem glücklich machen. Schwuppdiwupp hatte er nämlich für den Gildekönig ein Schild gebastelt, dass diesem erlaubte, während des Gildefests von 19 bis 8 Uhr kostenlos auf den städtischen Plätzen parken zu dürfen. Naja, das Fest war da schon vorüber und abends muss eh nicht bezahlt werden – aber trotzdem, die spontane Idee zählt und die Gilde-Leute freuten sich. Zurück zu den Tatsachen: Rainer Fehrmann dementiert alle Absichten in Sachen Bürgermeisterkandidatur entschieden: „Das würde ich mir in dieser Stadt nie antun.“ Der Satz lässt keinen Interpretationsspielraum. Doch – einen kleinen. Und deshalb schiebt Fehrmann zur Klarstellung nach: „Ich beziehe das auf die niedrige Streitkultur, die wir hier haben.“ Damit nur ja keiner denkt, es läge an der Verwaltung.
Kein Anbau – KuB-Plan vom Denkmalschutz durchkreuzt
Stormarner Tageblatt vom 22. April 2009
So ganz unerwartet kam das nicht: Der Denkmalschutz hat Einwände gegen einen Anbau an das historische Rathaus. Ein Alternativplan liegt aber schon vor: Der geplante Saal soll gedreht werden.
Bad Oldesloe / ol– Alles lief so schön. Die KuB-Arbeitsgruppe für die Umwandlung des Amtsgerichts in ein Kultur- und Bildungszentrum tagt und plant und macht, es geht wunderbar voran, da wächst ein wichtiges Objekt und jetzt das: „Der Denkmalschutz hat sehr resolut Stellung bezogen – es wird keinen Anbau geben“, teilte Angela Haußer vom Bauamt jetzt kurz und schmerzlos im Hauptausschuss mit. Damit sind all die schönen Pläne, einen Verbindungsbau mit Saal zwischen altem Rathaus und Gericht zu bauen, hinfällig. Stattdessen solle ein Innenhof entstehen und der Saal quer angeordnet werden.
Und dabei hat die Stadt noch Glück gehabt. Bei der Denkmalbehörde gab es Überlegungen das Amtsgericht unter Denkmalschutz zu stellen. „Das war angedacht“, bestätigt Jens Weich von der unteren Denkmalschutzbehörde: „Wenn das Treppenhaus etwas repräsentativer wäre, wenn sich die äußere Architektur innen fortgesetzt hätte, hätte das passieren können.“ Bei den Denkmalbehörden sei man mittlerweile so weit, auch die Architektur der 70er Jahre unter Schutz zu stellen – bevor es davon nichts mehr gibt oder sie durch An- sowie Umbauten dermaßen verwässert ist, dass von den Ursprungsplänen nichts mehr zu erkennen ist. Doch das Amtsgericht zählt nicht dazu.
Denkmalschützer Weich sieht die ganze Sache gelassen, er spricht aber Klartext: „Die Pläne, die da so an der Wand hingen, waren nicht so toll. Das geht besser. Ich war erstaunt, dass überhaupt schon eine so weit fortgeschrittene Planung existiert.“ Dass bereits so konkrete Vorstellungen bestehen, wird jetzt zum Nachteil. Jens Weich: „Wir haben Vorschläge und Anregungen gemacht. Zum Beispiel den Gerichtseingang weiter zu nutzen, dort ein Foyer zu gestalten und den Saal dahinter zu bauen. Da hieß es von der Stadt: ‚Geht nicht, wir sind mit dem Raumprogramm in dem Bereich bereits durch.‘ Tja ...“
Jens Weich gibt noch einen weiteren Punkt zu bedenken: „In den Umbau des Rathauses sind seinerzeit hohe Städtebaufördermittel investiert worden. Von uns allen ist da viel Geld reingeflossen. Es gibt keinen Grund, warum das jetzt weg soll.“
Im KuB-Arbeitskreis hielt sich der Frust in Grenzen – vor allem, weil Planerin Angela Haußer gleich eine neue Variante präsentieren konnte – der quer gelegte Saal. Ob der vorhandene Platz dafür ausreicht, ist allerdings noch fraglich.
Jens Weich setzt große Hoffnungen auf den Architektenwettbewerb. „Es ist nicht unbedingt einfacher, aber doch alles wieder viel freier für die Architekten. Ich bin mir sicher, dass im Wettbewerb einige hervorragende Entwürfe kommen werden“, so Weich. Er geht davon aus, dass sich die Wettbewerbsteilnehmer im Vorwege mit der Denkmalbehörde in Verbindung setzen werden, um ihre Vorstellungen abzustimmen. Weich versichert: „Wer mal mit uns zu tun hatte, wird wissen, das wir keine zementierte Meinung haben. Jedes Objekt muss separat betrachtet werden.“
Die Stadt hat unterdessen ein Beratungsbüro eingeschaltet, dass die komplizierten Unterlagen für den Wettbewerb erstellt. Gespräche im Innenministerium seien sehr positiv verlaufen. Ausdrücklich sei dort darauf gedrungen worden, dass der Anbau mit Werkstatt und Probenbühne in die Wettbewerbskonzeption mit aufgenommen wird. Das war auch den Arbeitskreismitgliedern sehr wichtig.
Dieser Passus rief allerdings Angela Fehrmann auf den Plan. „Dass es ein Anbau werden soll ist mir total neu, das ist nicht im Ausschuss beraten worden“, kritisierte die Christdemokratin. Da musste sie sich allerdings vom Vorsitzenden Hagen von Massenbach belehren lassen: „Wir haben uns hier schon deutlich für die Bühne positioniert.“ Das Raumprogramm sei vorgestellt worden und in dem Zusammenhang auch über die Werkstattpläne der Bühne gesprochen worden.
Bei der nächsten Sitzung des Hauptausschusses sollen die Mitglieder des Preisgerichts für den Architektenwettbewerb festgelegt werden.
Andreas Olbertz
Ehre für Bad Oldesloes israelische Partnergemeinde Beer Yaacov

- Die Tage des Weges zum Bürgerpark sind gezählt. Er soll bald Beer-Yaacov-Weg heißen. Foto: FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 20. Mai 2009
Ehre für Bad Oldesloes israelische Partnergemeinde Beer Yaacov
Bad Oldesloe – Eine Olivet-Allee gibt es bereits in Bad Oldesloe – benannt nach der französischen Partnerstadt. Jetzt wird auch Bad Oldesloes älteste Partnerstadt, Beer Yaacov in Israel, geehrt.
Die Mitglieder im Hauptausschuss beschlossen einstimmig, den bisherigen „Weg zum Bürgerpark“ in „Beer-Yaacov-Weg“ umzubenennen.
Die gute Idee zu einem solchen Straßennamen stammt von den Oldesloer Grünen. Sie wollten ursprünglich eine Straße im Baugebiet Steinfelder Redder nach der israelischen Partnergemeinde benennen. Doch für den Fall einer Ablehnung hatte die grüne Fraktion schon vorgesorgt. Sie bestand darauf, in einem solchen Fall alternativ eine andere Straße, beispielsweise den „Weg zum Bürgerpark“ in „Beer Yaacov-Weg“ zu umzubenennen.
Den Vorteil für die Umbenennung gerade dieser Straße sahen die Grünen darin, dass keine Anlieger wegen einer Adressen-Änderung betroffen sind. „Ein klasse Platz, um die Verbindung zu demonstrieren“, findet Hagen von Massenbach (SPD). Schließlich liege das künftige Kultur- und Bildungszentrum an dieser Straße.
Von Massenbach, der dem Hauptausschuss vorsitzt, drehte die abzustimmende Reihenfolge einfach um. Und so wurde statt über die neun Vorschläge für das Baugebiet Steinfelder Redder, zunächst über die grüne Alternative abgestimmt. Mit einem einstimmigen Ergebnis. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung.
Abgelehnt wurde der CDU-Vorschlag. Das hing nicht mit der Person „Georg Koch“ zusammen, sondern mit der Tatsache, dass es schon eine Robert-Koch-Straße gibt. Auf Vorschlag der FDP will man im Redder lieber bei Künstlernamen bleiben. Die Verwaltung soll nun einen mit Bezug zu Oldesloe benennen.
Von Susanna Fofana
Stadtwerke sollen Turbo-Internet anbieten
Stormarner Tageblatt vom 20. Mai 2009
Stadtwerke sollen Turbo-Internet anbieten
Neben herkömmlichen dsl-Anschlüssen und der Funktechnik wollen jetzt auch die Stadtwerke auf den Internet-Markt: Turbo-Technik per Glasfaser.
Bad Oldesloe/ol
– Schnelles Internet? Fehlanzeige. Jahrelang war Oldesloe von der Datenautobahn abgeschnitten. Dann wurde die Stadt großflächig per Funktechnologie mit dsl versorgt – teuer aber immerhin. Kurze Zeit später kam die Telekom aus dem Knick und bietet seitdem wie andernorts auch ihre dsl-Produkte an.
Und nun steht unter Umständen der nächste Schritt bevor: Im Hauptausschuss wurde darüber beraten, ob die Stadtwerke ins Breitbandgeschäft einsteigen. Die Diskussion fand zwar hinter verschlossenen Türen statt, aber immerhin eine generelle Einführung gab es schon mal für alle. Dipl.-Ingenieur Uwe Krabbe vom Hamburger Büro LAN Consult erläuterte, was sich hinter „Breitbandversorgung“ verbirgt. Mit einem kleinen Programm demonstrierte er den Unterschied. 24 Fotos über dsl zu verschicken dauert, je nach Anschlussqualität zwischen knapp drei und 13 Minuten. Mit einem Breitbandanschluss, von nur 10 Megabit pro Sekunde wäre die Übertragung binnen zwölf Sekunden erledigt. Möglich machen das Netze aus Glasfaserkabeln.
Anspruch der Bundesregierung ist es, bis 2014 einen Versorgungsgrad von 75 Prozent mit 50 Megabit-Anschlüssen zu haben. Dieses Ziel wäre aber rein rechnerisch schon erreicht, wenn die großen Städte versorgt wären. Bad Oldesloe und erst recht die umliegenden Dörfer würden in die Röhre gucken.
Wie Uwe Krabbe ausführte, könne vielen Betrieben in den Oldesloer Gewerbegebieten nur dsl mit einer geringen Übertragungsrate angeboten werden. Ein echter Standortnachteil. Die skandinavischen Länder preschen massiv vor, auch Japan hat ehrgeizige Ziele: Dort sollen bis 2010 alle Haushalte versorgt sein, koordiniert von einem Ministerium. „Unsere Regierung hat keinen Masterplan“, kritisierte Krabbe. Im Gegenteil, die Telekom habe grade ihre Investitionsmittel drastisch zurückgefahren, zudem erwarte sie, binnen vier Jahren das Geld wieder eingespielt zu haben. Dabei halte ein Glasfaserkabel 50 Jahre.
Eigeninitiative ist also gefordert. Uwe Krabbe stellte das Beispiel Oerel in Niedersachsen vor. Zusammen mit einem Anbieter hat die Gemeinde dort eine Gesellschaft gegründet. Diese Firma hat für 1,2 Millionen Euro ein modernes Glasfasernetz im Ort verlegt. 320 Häuser gebe es, 360 Kunden hätten Verträge abgeschlossen. Ein einfacher Internetanschluss kostet 25,90 Euro, das Komplettpaket inklusive Telefon und Fernsehn 49,90 Euro.
Mit Leitungsnetzen kennen sich die Stadtwerke aus. Sie liefern bereits Strom, haben Erdgasleitungen verlegt ganz zu schweigen vom Abwassernetz. Ein „digitales Standbein“ könnte Sinn ergeben. „Die Überlegungen sind da, schließlich steigen die Bedürfnisse rasant“, sagt Stadtwerke-Chef Jürgen Fahl. Das Ganze sei aber bislang lediglich „ein zartes Pflänzchen“. „Es gibt noch keinen Terminplan und wir sind auch noch weit davon entfernt, der Öffentlichkeit etwas präsentieren zu können“, betont er.
Auf politischer Seite scheint die Sache über die Fraktionsgrenzen hinweg klar zu sein. „Wir haben deutliche Signale gesendet, dass wir interessiert sind“, sagte Ausschuss-Vorsitzender Hagen von Massenbach nach der Sitzung.
Beobachter der Szene gehen allerdings davon aus, dass die umliegenden Dörfer unter Umständen als erste in den Genuss der Turbobleitungen kommen könnten. Für Bad Oldesloe würde es – mal wieder – zum großen Nachteil werden, dass in Teilen der Stadt bereits Glasfaserkabel von der Telekom liegen.
Andreas Olbertz
Flop – Hundeklos nicht genutzt

Stormarner Tageblatt vom 19. Mai 2009
Flop – Hundeklos nicht genutzt
Umzug zum Kurpark?
Bad Oldesloe/ol
– Auch wenn die Herstellerfirma so heißt: Die Hundetoiletten in der Oldesloer Innenstadt sind ganz offensichtlich nicht der Renner. „Die Dinger bringen zu 95 Prozent nichts“, teilte Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster jetzt im Bauausschuss mit. Eine Überprüfung durch Bauhofmitarbeiter habe ergeben, dass kaum Hundekot in den Mülltonnen lande, stattdessen aber regelmäßig die Tüten entwendet werden. Steinhoerster: „Wir finden weiterhin jede Menge Hundeexkremente, die unsere Mitarbeiter entsorgen müssen.“
In Ahrensburg hatte die Stadt die Tütenspender vor allem in der Kohschietstraße aufgestellt. Gudrun Klein aus dem Rechtsamt sagt aber: „Es läuft sehr gut. Der Bauhof muss die Behälter alle zwei bis drei Wochen wieder auffüllen. Auch bei der Infothek im Rathaus gibt es eine rege Nachfrage nach den Tüten.“ Allerdings: Die Mülltonnen hat Ahrensburg nicht auf die Menge voller Tüten kontrolliert.
Der Oldesloer Stadtverordnete Tim Höschler (CDU), im Hauptberuf Polizist, hat so seine Vorstellungen, wie das Problem zu lösen ist: „Wenn ich auf der Reeperbahn jemanden erwische, wie er gegen den Knick pullert, kostet das mal eben 63,50 Euro.“ Nach seiner Meinung müsste das Aufgabengebiet der städtischen „Knöllchenschreiber“ lediglich ausgeweitet werden, damit die nicht nur für den ruhenden Verkehr zuständig seien.
Ganz so einfach scheint es allerdings nicht zu sein. Wenn Menschen ihr Geschäft in der Öffentlichkeit erledigen, handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Das gilt aber nicht für Vierbeiner. „Bei Hunden ist das eine unzulässige Sondernutzung“, sagt Fabian Dorow aus dem Ahrensburger Ordnungsamt. Als ordentlicher Hundebesitzer kennt er allerdings auch jene, die sich den Tüten verweigern.
In Bad Oldesloe würde Hans-Hermann Roden die Hundetoiletten am liebten „bei eBay versteigern“. Doch so weit wird es wohl nicht kommen. „Ich habe dem Bürgermeister vorgeschlagen , zwei oder drei abzubauen und stattdessen an den Eingängen des Kurparks aufzustellen“, erklärt Rolf Steinhoerster: „Es ist ein Versuch. Mal sehen ob die Akzeptanz dort höher ist.“
Die Hundetoiletten wurden im Rahmen der Innenstadt-Attraktivierung angeschafft. Steinhoerster: „Die sind nicht billig, das ist schließlich Edelstahl.“ Der Bauamtsleiter wundert sich: „Vor der Kommunalwahl wurde die Attraktivierung heiß diskutiert. Aber irgendwie ist da nicht viel von übrig geblieben.“ Ein paar Spielgeräte seien aufgestellt worden, die Rinne werde ersetzt, aber das war es dann auch schon.
„Möllns Zukunft“ ist Vergangenheit

Stormarner Tageblatt vom 19. Mai 2009
„Möllns Zukunft“ ist Vergangenheit
SPD-Fraktionsvorsitzender von Massenbach nicht mehr Bürgermeisterkandidat
Bad Oldesloe / Mölln / ol
– Das war ja ein kurzes Intermezzo: Hagen von Massenbach ist nicht mehr Bürgermeister-Kandidat in Mölln. Die dortigen Genossen hatten den Vorsitzenden der Oldesloer SPD-Fraktion bereits im Januar ins Rennen um die Nachfolge von Bürgermeister Wolfgang Engelmann geschickt, doch noch bevor die heiße Phase des Wahlkampfs begonnen hat, ist es auch schon vorbei. „Ich kann der Stadt nicht in dem Maße zur Verfügung stehen, wie es ihr gebührt. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, meine Kandidatur zurückzuziehen“, begründet er seinen Entschluss kurz und trocken in einer Pressemitteilung. „Es habe einfach nicht gepasst“, räumt der als „Möllns Zukunft“ gelobte Kandidat ein, will dann aber nicht mehr zum Hintergrund der Entscheidung ausführen.
Und was heißt das für Bad Oldesloe? Steigt er jetzt hier ins Rennen um die mögliche Nachfolge von Tassilo von Bary? Hagen von Massenbach windet sich: „Es bedeutet, dass ich weiterhin Fraktionsvorsitzender bleibe. Rhetorische Pause: „Raus aus dem einen Bett, rein ins nächste – das klappt nicht.“ Gleichwohl räumt er im nächste Atemzug ein: „Definitiv ist Bad Oldesloe eine Option.“ Aber er wolle auf keinen Fall eine überhastete Aussage machen.
Selbst wenn er wollte, kann er die Entscheidung über eine Bürgermeisterkandidatur der hiesigen SPD nicht so einfach alleine treffen. Hagen von Massenbach: „Es gibt eine Findungskommission in der SPD. Wenn deren Mitglieder mit mir Gespräche führen wollen, würde mich das freuen.“
Vorsitzender der Findungskommission ist der Chef des SPD Ortsvereins Hans-Hermann Roden. Und der stapelt tief: „Wir werden auf jeden Fall mit ihm Gespräche führen, aber da gibt es keinen Automatismus. Das ist für uns ja noch ganz frisch. Da kann ich überhaupt keine Trendmeldung abgeben.“
Von Massenbach zieht Mölln-Kandidatur zurück

Lübecker Nachrichten vom 19. Mai 2009
Von Massenbach zieht Mölln-Kandidatur zurück
Bad Oldesloe/Mölln – Es war eine recht dürre Presseerklärung gestern, die gleichwohl keinen Zweifel ließ: „Ich kann der Stadt nicht in dem Maße zur Verfügung stehen wie es ihr gebührt“, erklärte Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD in Bad Oldesloe und zugleich bis dato erster Kandidat der Möllner Genossen auf den demnächst vakanten Bürgermeisterposten in der Eulenspiegelstadt.
Die Möllner SPD hatte den Hauptamtsleiter der Verwaltung Bad Oldesloe-Land im Januar als Nachfolger für Wolfgang Engelmann nominiert, der aus Altersgründen nicht mehr antreten wird.
Kirsten Patzke, Vorsitzende der Möllner SPD, bedauerte den Schritt des Oldesloers. Eine Begründung, die über den zitierten Satz hinaus geht, habe von Massenbach den Parteifreunden in Mölln nicht gegeben. Die Nachricht sei für sie „völlig überraschend gekommen“, so die Vorsitzende.
Von Massenbach selbst hatte seine Entscheidung eher nicht holterdipolter, sondern durchaus nach langen Überlegungen getroffen. Jedenfalls habe er sich seine Entscheidung nicht leicht gemacht. „Der Schritt ist bewusst frühzeitig erfolgt, um der Möllner SPD genügend Zeit zu lassen, einen neuen Kandidaten zu nominieren.“
Keinesfalls habe es Diskrepanzen oder Unstimmigkeiten mit den Möllner SPD-Parteikollegen gegeben, wehrte von Massenbach Spekulationen ab. Doch so ganz nahe scheint man sich andererseits auch nicht gekommen zu sein. Jedenfalls lässt das die Reaktion von Patzke vermuten, die meinte, man werde nun schauen, welchen Bewerber man künftig unterstützen werde. Es könne durchaus auch jemand ohne Parteibuch sein . . .
Maria Herrmann, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende in Bad Oldesloe, erklärte: „Man muss seine Entscheidung so akzeptieren. Für uns in der Fraktion ist es sicherlich ein Glücksfall, dass sich Hagen von Massenbach wieder voll auf Bad Oldesloe konzentrieren wird.“unk/nd
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 16. Mai 2009
Verstummt, verärgert, verlegt, verkalkuliert
Das Gleiche und das selbe
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Das muss man sich mal bildlich vorstellen: Da schickt die Stadtverwaltung Briefe raus, dass die Bewohner im Bereich Steinfelder Redder demnächst wegen einer Einbahnstraßenregelung fette Umleitungen in Kauf nehmen müssen. Sowas liest keiner gerne, deshalb ist allen klar: Das wird Beschwerden geben. Also sitzen die armen Verwaltungsmenschen wie die Kaninchen vor der Schlange und starren auf ihre Telefone. Aber die bleiben stumm. Keine Beschwerden, nix. Tagelang. Die Telefonanlage ist in Ordnung, daran liegt es nicht. Das Rätsel hat eine andere Lösung. Die Betroffenen haben die Briefe schlichtweg nicht bekommen, weil die Post arge Probleme hat – vor allem mit dem Bereich Steinfelder Redder. Da kommen Schreiben, die am 8. Mai raus gegangen sind, erst am 14. Mai an. Sechs Tage vom Marktplatz zum Redder – reife Leistung. Wenn es andersrum genau so lange dauert, sollten alle, die bei der Europawahl per Brief wählen wollen, ihre Unterlagen schon mal auf die Reise schicken.
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Und noch so ein Ding, das man sich auf der Zunge zergehen lassen kann. Neben der Jugendherberge ist die alte Badeanstalt und dort gibt es ein Problem. Ein Zaun, der Dr. Tamara Thiesen ein Dorn im Auge ist. Die SPD-Abgeordnete forderte, mit aller Härte gegen das Zäunchen - mehr ist es nicht – vorzugehen. Da half es auch nichts, dass Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster berichtete, der Erbauer habe es nur gut gemeint, denn es gebe dort massive Probleme mit Hundekot. Man stehe im Kontakt, um eine Lösung zu finden. Nix da, wetterte die Kunsthistorikerin, nicht lange fackeln, Frist setzen, weg damit. Kopfnicken auch von anderen Abgeordneten. Juristisch vermutlich absolut in Ordnung. Großes Schweigen brach aber aus, als es um den Zaun eines bekannten Oldesloers ging, eine Art Speerkonstruktion im Steinzeitlook samt kleiner Brücke. Dummerweise ist es nicht sein Domizil, der Graben und die Uferböschung gehören der Stadt – und da steht jetzt eine eingezäunte Brücke drauf – ohne Baugenehmigung wie im Umweltausschuss zu erfahren war. Wer haftet eigentlich dafür, wenn sich dort versehentlich ein Kind aufspießt? Das könnte ein echtes Problem werden, aber der große Aufschrei im Bauausschuss blieb aus. Ganz zu schweigen von der Forderung nach sofortigem Abriss: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht das selbe.
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Da brach dann doch das große Gelächter im Bauausschuss aus, als Siegfried Wobig seinen treuen Blick aufsetzte und über den Tisch in Richtung SPD guckte: „Aber Herr Roden“, sagte er mit dem Brustton der Überzeugung: „Ich ziehe hier doch niemanden über den Tisch!“ Aber genau den Eindruck hatten einige im Ausschuss. Es ging um Straßenbeleuchtung – dafür stehen 5 000 Euro bereit, die aber bei weitem nicht reichen werden, weil eine Lampe mal eben 3 000 Euro kostet. Siegfried Wobig möchte einen Weg im Westen durch die Beerkuhle beleuchtet haben. Er kalkuliert, man könne doch eine Lampe laut städtischer Liste aufstellen. Macht 3 000 Euro. „Dann muss die Verwaltung das an der Beerkuhle eben für 2 000 hinbekommen“, so die Vision des schlauen Fuchses von der CDU. Aber da hatte er die Rechnung ohne die anderen gemacht, die hatten nämlich in den Plan geguckt und festgestellt, dass dort bestimmt sechs Lampen hingehören. Aber das sah Siegfried Wobig gelassen. „Eine Lampe ist besser als dunkel“, konterte er den Vorwurf.
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Bad Oldesloe und die Pflasterung des Marktplatzes – eine unendliche Geschichte. Aber immerhin haben wir jetzt Klarheit. Kein geringerer als der Planer persönlich hat eingeräumt, dass die Pflasterung „ungeeignet“ sei. Kann man ihn dann nicht zur Verantwortung ziehen? Vermutlich nicht. Und damit kein anderer seine Murks auswetzen kann, gibt es das Urheberrecht. Das Planungsbüro wird also doppelt verdienen. Bei geschätzten Baukosten von 466 000 Euro sollte was hängen bleiben. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat aus den Fehlern der Vergangenheit seine Lehren gezogen und eine revolutionäre Konstruktion ersonnen, die einen zum jeweiligen Anlass passenden Untergrund möglich machen würde. Ob das mehrheitsfähig ist?
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Wirtschaftpolitik ist zu 50 Prozent Psychologie, hatte schon Helmut Schmidt gesagt. Also bloß nicht zu viel schwarz malen in der Krise, sonst wird alles nur noch schlimmer. Der umgekehrte Weg taugt aber auch nichts. Man kann nicht die Augen davor verschließen, wenn ein bekanntes Stormarner Unternehmen mehr als 70 teils langjährige Mitarbeiter entlässt. Es ist nicht die erste schlechte Nachricht und es dürfte auch nicht die letzte dieser Art sein. In der Arbeitslosenstatistik werden diese Menschen noch nicht mal auftauchen, weil sie in einer Transfergesellschaft unterkommen, wo sie sich zudem weiter qualifizieren können. Gut, aber nicht schön.
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Das Naturerlebnis Grabau ist eröffnet. Jedes Jahr soll dort 17 000 Stormarner Kindern die Natur und ihre Zusammenhänge näher gebracht werden. Drei Förster mit waldpädagogischer Fortbildung gehen mit den Kleinen auf den Erlebnispfad oder in die Seminarhütte. Anschließend kann nach Herzenslust auf dem Spielplatz getobt und im Niedrigseilgarten balanciert werden. Und dann wartet da auch noch eine Flotte von Baufahrzeugen auf kleine Baggerführer.1,2 Millionen Euro hat sich die Sparkassen-Kulturstiftung den Spaß kosten lassen und an nichts gespart, was gut und teuer ist. „Zu so etwas bin ich als Kind höchstens mal mit meinen Eltern gefahren. Und da musste man Eintritt zahlen“, so ein Kommentar am Rande. Auch einige Grabauer schauen mit Argwohn auf das Kinderparadies, das in ihrer Nähe entstanden ist. Vielleicht wäre weniger mehr gewesen, da man nach dem Erlebnis-Tag im Wald ja zu „seinem“ 08/15-Spielplatz zurückkehren muss. Aber wir gehen mal davon aus, dass Glanz vergänglich ist, vor allem, wenn Kinder drauf rumrutschen.
Der alte Redder-Streit: Brücke oder Tunnel?

Stormarner Tageblatt vom 16. Mai 2009
Der alte Redder-Streit: Brücke oder Tunnel?
Allen ist klar, dass eine Brücke sinnvoller ist als ein Tunnel – trotzdem sperrt sich die CDU. Sie hält eine Brücke bei den Anliegern im Poggenbreden nicht für durchsetzbar.
Bad Oldesloe/ol
– Der Steinfelder Redder wächst und wächst. Die Haupterschließung dieses blattförmig angelegten Baugebiets erfolgt unten über die B 75, wo ja zurzeit kräftig gearbeitet wird (wir berichteten).
Aber war da nicht noch mehr? Im Bauausschuss stand jetzt mal wieder die Frage „Brücke oder Tunnel“ auf der Tagesordnung. Ein sehr strittiges Thema, das mittlerweile allerdings nicht mehr ganz so heiß diskutiert wird.
Als das Baugebiet seinerzeit geplant wurde, war die Sache eindeutig: Eine Brücke in nordöstlichen Zipfel ist einfach zu realisieren. „Da muss man im Prinzip nur ein Brett rüber legen“, hatte die Planerin damals salopp ausgeführt. Schon wäre eine Anbindung an Poggenbreden geschaffen, ein idealer Schulweg für Kinder in Richtung Klaus-Groth-Schule. Aber das war und ist mit der CDU nicht zu machen. Die Christdemokraten sahen sich bei den dortigen Anliegern im Wort, dass es keine Anbindung geben wird. Da sie die Mehrheit hatten, war das Thema erledigt. Alternativ wurde im südlichen Bereich, hinter dem Nahversorger, ein Tunnel vorgesehen. So steht es im Bebauungsplan.
Inzwischen gibt es zwar neue Mehrheitsverhältnisse, aber noch keinen Tunnel. Deshalb hatte die FDP den Antrag gestellt, die Tunnelplanung auf Eis zu legen und stattdessen eine Brücke zu bauen. Das kann aber nicht so einfach beschlossen werden, dafür muss der B-Plan geändert werden. Der Beschluss, Öffentlichkeit und Behörden frühzeitig zu beteiligen, stand jetzt auf der Tagesordnung des Bauausschusses.
An der Meinung der CDU hat sich nichts geändert. „Wir wissen, dass der Tunnel die schlechtere Variante ist“, erklärte Siegfried Wobig: „Aber wir halten eine Brücke nach wie vor nicht für durchsetzbar.“ Er bewundere den Mut der FDP, sich damit vorzuwagen.
Der Liberale Frank Fiedler sieht das sehr gelassen. Der Widerstand der Anlieger rühre daher, dass im ersten Anlauf der Redderplanung mal die Haupterschließung auf diesem Weg geplant gewesen sei. Derartige Überlegungen seien längst vom Tisch. Dafür gab es Zustimmung vom Grünen Wilfried Janson: „Die Brücke ist doch praktisch nur die Anbindung eines Wanderswegs. Dagegen kann keiner was haben.“
Es sei lediglich eine Breite von 2,5 Metern geplant, erklärte Ulrich Langenberg von der städtischen Planungsabteilung. Eine Brücke ausschließlich für Fußgänger und Radfahrer – mehr nicht. Ein Stück der Straßenzuwegung werde auf Redderseite allerdings vier Meter breit geplant, denn das eröffne die Möglichkeit, einige Grundstücke schöner von der Nordostgrenze aus zu erschließen.
Die SPD hatte in der Vergangenheit immer konsequent mit nein gestimmt, oder sich maximal enthalten wenn es um den Steinfelder Redder ging. „Wir machen unsere Zustimmung vom Ergebnis der Beteiligung abhängig“, teilte Hans-Herman Roden mit. Sollte also der von der CDU erwartete Protest tatsächlich kommen, hätte sich das Thema auch für die Sozialdemokraten erledigt. Ansonsten würden sie zustimmen.
Aus einem weiteren Grund scheint die Abkehr vom Tunnel sinnvoll zu sein. Just in dem Bereich sammelt sich Oberflächenwasser. Es kann aber nicht wirklich versickern. Deshalb soll es mit kleinen Kanälen zu Enwässerungsschächten gelenkt werden. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass sich der Regen unterirdisch einen Weg auf die andere Seite der B 75 suche und dort zu Problemen führe.
Andreas Olbertz
Wird der Oldesloer Marktplatz überplant?

- Das historische Pflaster des Oldesloer Marktplatzes gilt als nicht mehr zeitgemäß. Die Barrierefreiheit ist nicht gegeben. Foto: SUSANNA FOFANA
Lübecker Nachrichten vom 16. Mai 2009
Wird der Oldesloer Marktplatz überplant?
Bad Oldesloe – Einige Bürger lieben den bundesweit preisgekrönten Oldesloer Marktplatz, anderen ist er ein Dorn im Auge. Zum Beispiel sahen die Marktbeschicker Probleme durch die Pflasterung für Behinderte und Träger hochhackiger Schuhe. Deshalb bekam die Stadtverwaltung von den Ortspolitikern die Aufgabe, nach einer Lösung zu suchen.
Neu gestaltet wurde der Platz 1988 im Rahmen der Innenstadtsanierung nach einer mit dem Denkmalschutz abgestimmten Planung. Eine neue Lösung müsste deshalb auch das Urheberrecht und die Rückzahlung von Fördermitteln berücksichtigen. Jede Umplanung müsste im Vorwege mit dem Innenministerium abgestimmt werden.
Eine Lösungsalternative wurde von dem Landschaftsarchitekten Siller aus Kiel aufgezeigt, von dem vor 21 Jahren auch die Planung stammte. Danach wäre eine Pflasterung mit 20 mal 30 Zentimetern großen Natursteinplatten möglich. Die reine glattere Neupflasterung im Innenbereich des Marktplatzes würde rund 470 000 Euro kosten. Nach Sicht der Verwaltung, so Bauamtschef Rolf Steinhoerster, macht dies nur Sinn, wenn auch die angrenzenden Bereiche wie Hagenstraße, Bushaltestelle, Weg zum Bürgerpark im Zusammenhang mit dem Kultur- und Bildungszentrum mit überplant werden. Geprüft werden soll die Förderfähigkeit eines Gesamtkonzeptes im Rahmen der „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen für die Stärkung der Städte und Regionen durch nachhaltige Stadtentwicklung“.
Um die eventuelle Rückzahlung von Fördergeldern ging es auch bei einem zweiten Tagesordnungspunkt im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss. Nachdem es im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss „Grünes Licht“ für einen Brummkreisel-Neubau gegeben hat, geht es um die Verkaufsmöglichkeiten des VHS-Gebäudes. Die Verwaltung bekam den Auftrag, zu prüfen, bei welcher Variante anteilig Fördergelder zurückgezahlt werden müssen – oder auch nicht. Die Zuschüsse hatten einst 1,9 Millionen D-Mark (!) betragen, die Zweckbindung beträgt 25 Jahre. Wollte man den Gebäudebestand mit Barrierefreiheit und Aufzug auf Vordermann bringen, müssten zwei Millionen Euro in den repräsentativen Altbau gesteckt werden. Von Susanna Fofana
Neue Markt-Pläne: Weg mit dem Pflaster
Stormarner Tageblatt vom 14. Mai 2009
Neue Markt-Pläne: Weg mit dem Pflaster
Für Uwe Rädisch ist der Marktplatz eine „Zumutung“ und mit dieser Meinung steht er nicht alleine da. Der Oldesloer Bauausschuss macht sich Gedanken über Alternativen.
Bad Oldesloe/ol
– Der Oldesloer Markt – hoch gelobt und mit Preisen dekoriert, aber Menschen, die mit ihm leben, die darüber gehen oder darauf arbeiten, verfluchen ihn. Trapezförmiger Grundriss, Flanierzonen an den Rändern, historischer Gänselieselbrunnen, das sind ja alles schöne, markante Merkmale, aber das Polygonalpflaster macht alles kaputt. Füße knicken um, Absätze brechen ab, ganz zu schweigen von den Behinderungen für Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen.
Selbst Architekt Arne Siller räumte jetzt vor dem Bauausschuss ein, dass sich das Pflaster aus heutiger Sicht als „ungeeignet erwiesen“ habe. Es ist weder barrierefrei noch sei die Aufstellung von Marktständen möglich.
Zwischenzeitlich war angedacht worden, den Marktplatz etwas ebener zu gestalten, indem die Fugen mit einer speziellen Masse gefüllt werden. Doch diese Überlegung ist vom Tisch: Zu teuer und nur wenig Erfolg versprechend. Also bleibt nur eine Lösung: Weg mit den ollen Steinen. Architekt Stiller schlägt stattdessen eine Pflasterung mit chinesischen Granitplatten vor. Kostenpunkt knapp 470 000 Euro. Und dann ging die Diskussion los.
Wobei gar nicht der hohe Preis zur Debatte stand. Geld ist momentan eh keins da. Es ging um grundsätzlichere Fragen. Beispielsweise die Größe. Katharina Staiger, die für die Stadt das Einzelhandelsgutachten erstellt hat, kritisierte den Markt als zu groß. Dieses Argument griff Frank Fiedler von der FDP auf. Rein optisch könnte der Platz verkleinert werden, wenn Hindenburg- und Hagenstraße jeweils durchgezogen würden. Bislang werden beide Straßen vom Marktplatz mit seinem besonderen Pflaster „unterbrochen“. Bei der CDU stoßen die Verkleinerungs-Ideen auf Ablehnung. Siegfried Wobig, Architekt, sprach Klartext: „Die Größe ist absolut in Ordnung, den haben Leute entworfen, die was von Stadtplanung verstanden haben.“
Maria Herrmann (SPD) störte sich daran, dass der Granit aus China kommen soll. Diese Steine seien oft mit dem Makel Kinderarbeit behaftet. Sie plädierte dafür, nur zertifiziertes Material einzusetzen. Ihre Fraktionskollegin Dr. Tamara Thiesen brachte Kunstmaterial ins Gespräch. Sie habe in Bayern ganz ansprechende Plätze gesehen – und der Bayerische Denkmalschutz sei als streng bekannt.
Für die Grünen plädiert Wilfried Janson dafür, die Hagenstraße vor dem Historischen Rathaus zu sperren. Nur Busse und Räder sollen zukünftig noch durch kommen.
Alle Fraktionen sind sich einig, dass eine Einzelbetrachtung des Marktes keinen Sinn macht. An einem Ende entsteht das Kultur- und Bildungszentrum, am anderen wird über eine attraktivere Fußgängerzone nachgedacht. Der ZOB und der Busverkehr sollen neu organisiert werden – da macht es Sinn, diesen Bereich „ganzheitlicher“ zu betrachten. Dafür sollen im Haushalt des nächsten Jahres Planungskosten bereit gestellt werden. Wann und wie der Platz konkret geändert wird, ist noch offen.
Andreas Olbertz
Bevor es rund geht, geht’s nur stadteinwärts
Stormarner Tageblatt vom 12. Mai 2009
Bevor es rund geht, geht’s nur stadteinwärts
Am Steinfelder Redder wird heftig gearbeitet. Die Erschließung des zweiten Bauabschnitts geht zügig voran und an der B 75 entsteht zurzeit ein Kreisverkehr. Problematisch wird es nächsten Monat. Dann wird die Straße stadtauswärts gesperrt.
Bad Oldesloe/ol
– Das wird eine harte Zeit für all jene, die stadtauswärts in Richtung Reinfeld hinter der Bahnschranke wohnen: Ab Anfang Juni wird dort wegen Bauarbeiten an der B 75 eine Einbahnstraßenregelung eingeführt.
Zurzeit entsteht in Höhe des Parkplatzes der Kleingartenanlage ein Kreisverkehr. Das halbe Rund ist schon gut zu erkennen. „Wir werden das unter halbseitiger Sperrung bauen“, erklärt Klaus-Peter Scharnberg von der Bauverwaltung. Es bleibt also vorläufig bei der bisherigen Ampelregelung.
Der Kreisverkehr wird einen Durchmesser von 40 Metern haben. Der Ast Richtung Kleingärten ist bereits deutlich zu sehen. Mit Granit wird Momentan ein innerer Fahrbahnkreis gepflastert. Außen wird ein 4,75 breiter Asphaltstreifen entstehen. Für große Lkw kommt noch der Pflasterstreifen hinzu, sodass die Fahrbahn insgesamt 6,50 Meter breit wird. Die Ausfahrten in Richtung Baugebiet und B 75 werden zusätzliche Fahrbahnteiler erhalten. Ende Mai und Anfang Juni wird asphaltiert.
Richtung Reinfeld hinter dem Kreisel ist ein Stück des alten Kopfsteinpflasters zu Tage getreten. „Das kommt alles weg“, erklärt der Experte vom Bauamt. Die Straße wird von Grund auf neu aufgebaut.
Richtig haarig wird es aber bei einem kleinen Fitzel in der anderen Richtung. Aus Stadtsicht vor dem Kreisel – zwischen Penny und dem Bahnübergang. Dort wird ab 8. Juni eine Einbahnstraßenregelung eingeführt. In die Stadt ist kein Problem, aber wer raus will, wird über Sehmsdorf und Meddewade umgeleitet. Ein Riesenumweg für eine 250 Meter lange Baustelle und das auch noch für vier Monate. Scharnberg bittet um Verständnis: „Uns ist bewusst, was das bedeutet, aber da hat der Sicherheitsaspekt einfach Vorrang.“
An der Stelle kommen mehrere Probleme zusammen. Es wird nicht nur die Straße erneuert, sondern auch gleich eine Reihe von unterirdischen Leitungen der Stadtwerke. Das ist zwar sinnvoll, dauert aber eben seine Zeit. Und dann ist da noch der Bahnübergang. „Da haben wir ganz strenge Auflagen“, so Tiefbauer Scharnberg. Alleine die Ampel mit der Schranke zu synchronisieren sei ein schier unlösbares Problem. Wenn dann noch ein Lastwagen aus der Baustelle ausfährt und es zu einem kleinen Stau kommt – nicht auszumalen, wenn sich just in dem Moment die Schranken schließen. Die Stadt hat das Problem auf ihre Art gelöst: Die Schranken werden stillgelegt und stattdessen Posten eingesetzt, die für einen sicheren und reibungslosen Verkehrsfluss sorgen sollen.
Ein paar Meter weiter direkt im Baugebiet Steinfelder Redder sieht es zwar noch aus wie eine Mondlandschaft, doch die ersten Strukturen sind bereits erkennbar. Bunte Holzpflöcke, armdicke Leitungen und Baggerspuren markieren die zukünftigen Straßen. „Wir liegen mit der Erschließung des zweiten Bauabschnitts voll im Zeitplan“, freut sich Matthias Bernhard, Geschäftsführer der Sparkassen Erschließungsgesellschaft (SEG): „Ab Mitte Juni können die ersten Bauherren loslegen.“
Die Grundstücke am Redder verkaufen sich gut. Der erste Bauabschnitt ist quasi restlos verkauft. Für das letzte Baugrundstück steht dieser Tage der Notartermin an. Von den 120 Grundstücken des zweiten Abschnitts sind bereits 20 verkauft und weitere 15 reserviert. Zum überwiegenden Teil kaufen Neubürger. „Im ersten Stepp haben die Oldesloer zugeschlagen, weil sie informiert waren“, hat Vertriebsleiter Armin Baghai beobachtet. Bei den vorgemerkten Grundstücken seien aber nur noch zwei Oldesloer, die Interesse bekundet hätten. Grundstücksexperte Baghai führt die Nachfrage von außerhalb auf die gute Anbindung, die schöne Lage und den vergleichsweise günstigen Preis zurück.
Abaer auch bei der SEG spürt man die Wirtschaftskrise. Baghai: „Banken tun sich schwerer mit Kreditvergaben.“ Das führe am Steinfelder Redder dazu, dass die Klientel bunt gemischt sei.
Andreas Olbertz
Brummkreisel – es wird geplant

Stormarner Tageblatt vom 11. Mai 2009
Brummkreisel – es wird geplant
Die Tage des Brummkreisels an der Königstraße scheinen gezählt. Der Sozialausschuss hat gegen die Stimmen der SPD eine Neubauplanung neben dem Schwimmbad in Auftrag gegeben.
Bad Oldesloe/ol
– Lebenshilfe und Stadt machen Druck in Sachen Kindergarten Brummkreisel. Der ist bislang im VHS-Gebäude an der Königstraße untergebracht. Es gibt einen Mietvertrag bis mindestens 2018 und trotzdem bricht hektische Betriebsamkeit aus, denn die VHS soll ins Amtsgericht umziehen. Es gibt auch Überlegungen, das Haus zu verkaufen, und dann stellt sich natürlich die Frage, was aus dem Integrationskindergarten im Untergeschoss werden soll.
Verwaltung und Lebenshilfe haben sich rechtzeitig Gedanken gemacht und sind auf eine Lösung gekommen: Auf dem Gelände neben der Schwimmhalle am Konrad-Adenauer-Ring wird neu gebaut. Geschätzte Kosten: Knapp 2,5 Millionen Euro. Alternativen gibt es mal wieder keine. Kein ernsthafte. Die Lebenshilfe könnte sich zwar vorstellen, die VHS zu kaufen, abzureißen und neu zu bauen – doch diese Variante scheidet aus, da das Gebäude erhalten werden soll.
Also Neubau. Drei I-Gruppen, zwei Krippen und eine heilpädagogische Gruppe. Für eine Hortgruppe, wie sie der Brummkreisel bislang noch anbietet, wird kein Bedarf mehr gesehen. Was das Inhaltliche angeht, herrschte Konsens. Fraglich ist aber, zumindest bei Teilen der Politiker, ob überhaupt gebaut werden soll. Für die SPD wies Jens-Pieter Friese auf die noch ungeklärte Situation auf der gegenüberliegenden Straßenseite hin: „Wir haben ein städtisches Gebäude, das in die Überlegungen einbezogen werden sollte.“ Wenn beispielsweise die Stadtschule die Anerkennung als gebundene Ganztagsschule erhalte, könne es günstiger sein, die VHS umzubauen als einen Neubau zu realisieren. Und dann könne der Kindergarten eventuell bleiben wo er ist. Eine Idee mit wenig Aussicht auf Realisierung, denn verwaltungsseitig steht bereits fest, dass der Brummkreisel keinesfalls dort bleiben kann. Das sieht auch die CDU so. „Egal, was passiert, der Kindergarten muss während der Bauphase raus“, erklärt Gudrun Möllnitz.
Maria Herrmann (SPD) bemängelte fehlende Fakten – vor allem Kostenaufstellungen. Lebenshilfe-Chefin Ursula Johann stellte klar, dass das erst ein zweiter Schritt sein könne. Am Anfang müsse die Planung stehen. Dafür erwarte sie einen klaren Auftrag: „Wir haben schon viel Kraft und Zeit in das Projekt investiert und wollen nicht ins Ungewisse planen.“
Für die VHS flossen seinerzeit die unterschiedlichsten Fördermittel – alle gebunden an eine 25-jährige Nutzung. Da muss unter Umständen Geld zurück gezahlt werden. Wie viel das sein wird, ist aber noch nicht klar. Die Lebenshilfe habe Zusagen, dass sie die Zuschüsse „übertragen“ kann. Zumindest diese Gelder müssen also nicht erstattet werden. Damit war für FDP-Frau Anita Klahn die Sache klar: „Wenn wir keine Fördermittel zurückzahlen müssen, geht die Stadt kein Risiko ein.“ Es bestehe aber die Chance auf eine moderne Einrichtung.
Gegen die Stimmen der SPD wurde die Lebenshilfe mit der weiteren Planung beauftragt. Heute Abend geht das Thema in die nächste Runde. Ab 19 Uhr soll der Bauausschuss im Stadthaus die rechtlichen Voraussetzungen schaffen. Außerdem wird über die Möglichkeit beraten, den Verkauf der VHS an Bedingungen zu knüpfen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2009
Raucher, Geschäftsleute, Politiker
Diverse Bedürfnisse
Rolf Blase und Andreas Olbertz
Als am 1. Januar 2008 das Rauchverbot in der Kreisverwaltung in Kraft trat, wollten die Süchtigen nicht im Regen stehen und legten dem Ältestenrat die Idee zur Prüfung vor, ab man nicht eine belüftete Glaskabine oder einen Wintergarten für die Raucherpause bauen könnte. Nicht nur weil das ziemlich teuer geworden wäre, sorgte Protest nicht rauchender Kreistagsabgeordneter aber dafür, dass die Idee alsbald wieder in der Versenkung verschwand. Vom Qualm lassen sich die Raucher aber noch lange nicht die Sinne vernebeln, und jetzt gab es die Gelegenheit zuzuschlagen, dem Konjunkturpaket sei Dank. Da könnte man dank großzügiger Förderung nämlich ein Vordach für den Kreistag bauen, das mit 30 000 Euro auch viel billiger als ein Wintergarten ist. Den Sinn des Konjunkturprogramms bezweifeln ja viele Experten, aber so hätten wenigstens die rauchenden Kreispolitiker etwas davon.
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Wie schön dass es Behörden gibt. Die erklären immer alles so schön. Das „Skurrilste Verkehrsschild in Stormarn“ hatte der Kreis in einem Fotowettbewerbe für den Verkehrssicherheitstag gesucht. Ohne Erklärung, was darunter zu verstehen sei, wollte man den gemeinen Stormarner aber nicht in den Wettbewerb entlassen: „Ein Verkehrsschild ist skurril, wenn es in seinem Zusammenhang zur Umgebung wenig sinnvoll/falsch oder gar überflüssig bzw. Vielleicht einfach nur komisch ist.“ Muss auch sein, sonst sieht man vor lauter Schilderwald das Schild nicht mehr.
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Da wird zum mittlerweile dritten Mal bei Subway eingebrochen, aber der Polizei ist das keine Meldung wert. Und warum: Die Einbrecher flüchteten „ohne Stehlgut“. Mit anderen Worten, es ist ja nichts passiert. Faktisch richtig, bis auf die Tatsache, dass versucht worden ist, einen Tresor aus der Wand zu stemmen – so etwas klingt dann schon gar nicht mehr nach „nichts passiert“. Und wenn man dann noch weiß, dass die Bewohner im Heiliggeist-Viertel kaum eine Nacht ruhig schlafen können, weil ständig randaliert wird, wenn man dann am nächsten Morgen die Spuren von Alkoholexzessen findet, wenn die Schulen reihum aufgebrochen werden, wenn Einbrecher die Wohnhäuser im Westen jetzt schon zum zweiten Mal heimsuchen, weil sie wissen, dass da was zu holen ist … Aber es ist ja nichts los, alles im Rahmen, das sind nur subjektive Fehlempfindungen, dass man in Oldesloe nicht mehr sicher ist. Auch wenn die Kriminalstatistik eine andere Sprache spricht.
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Ich glaube, Politik macht krank. Was da alles an „Bauchgrummeln“ und „Bauchschmerzen“ bei der jüngsten Sitzung des Oldesloer Sozialausschusses geäußert wurde – wirklich besorgniserregend. Welche Berufsgenossenschaft ist eigentlich für Politiker zuständig? Muss womöglich die Stadt für die Behandlungskosten aufkommen oder zahlt das die Parteikasse? Und was passiert bei erwiesener Politikunfähigkeit? Obwohl … das war ja noch nie ein Argument.
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Na, das ist doch mal ein Angebot. Der Sozialausschuss hat beschlossen, 3,5 Stellen für Schulsozialarbeiter zu schaffen. Einstimmig! Das wäre eine Ausweitung des Stellenplans und könnte Ärger mit der Kommunalaufsicht geben. Da bot die Rektorin der Schule am Kurpark ganz spontan „personelle Unterstützung“ an. „Unsere Jungs sind sehr schlagkräftig“, lobte sie.
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Die Kanzlerin in Berlin weiß, dass in der Oase gute Arbeit geleistet wird und lädt Leiterin Wiebke Finck zu sich ins Kanzleramt ein. Klasse! Das Dumme ist nur, dass der Oase das gar nichts hilft, solange es in Stadt und Kreis immer noch reichlich Politiker und Verwaltungsleute gibt, die von der Arbeit der sozialen Einrichtung keine Ahnung haben, ganz zu schweigen von ihren Problemen. Nehmen wir nur mal das Beispiel Brandschutz. Fast zehn Jahre gibt es die Oase bereits, schon vor der Eröffnung war allen klar, das ist eine alte Villa mit gewissen Mängeln. Kürzlich war die Brandschutzingenieurin zur Kontrolle da – sechs Wochen hat sie sich für ihren Bericht Zeit gelassen, aber jetzt muss alles unverzüglich und hopplahopp abgearbeitet werden. Erste Konsequenz: Wer heute zum Aktionstag kommt, sollte bitte auf Garderobe verzichten. Wirklich wahr, denn die Garderobe in der Oase musste wegen Brandgefahr leer geräumt werden. Tja, und das ist längst nicht alles…
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Die öffentlichen Toiletten sind geschlossen, Platz für ein großes Geschäft gibt es in der Innenstadt auch nicht und jetzt kommt die Pissrinne weg. Nein, Spaß beiseite, die olle Stolperfalle wird tatsächlich ersetzt. Seit Jahren wurde das gefordert, jetzt geht es endlich zur Sache. Und wer in den letzten Tagen einen Blick in die Fußgängerzone geworfen hat, wird feststellen: Die Arbeiter sind fleißig und kommen gut voran. Aber wir sind ja in Bad Oldesloe und da finden sich auch bei der sinnvollsten Maßnahmen schnell ein paar Meckerköppe. In dem Fall sind es – mal wieder muss man wohl schon sagen – Geschäftsleute, die sich beschweren. Klar ist es nicht schön, einen Zaun vorm Laden zu haben, aber wie soll es denn sonst was für die Innenstadt getan werden? Polier Maik Ebert bleibt gelassen: „Das sitzen wir am längeren Hebel. Wir können die Zäune auch 14 Tage stehen lassen.“ Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich auch so seine – durchaus zutreffenden – Gedanken gemacht.
Büchereiverein droht mit Zuschuss-Streichung
Stormarner Tageblatt vom 9. Mai 2009
Büchereiverein droht mit Zuschuss-Streichung
Da staunten die Mitglieder des Sozialausschusses nicht schlecht. Nicht sie entscheiden, wenn es um den Umbau der Bibliothek geht, der Büchereiverein in Rendsburg hat zumindest ein gewichtiges Wort mitzureden, andernfalls kann es teuer werden.
Bad Oldesloe/ol
– Die Stimmung beim Sozialausschuss war gereizt. Es gibt einen eindeutigen Beschluss: Bücherei und Heimatmuseum bleiben unter einem Dach. Und doch tauchte das Thema erneut auf der Tagesordnung auf. Sehr zum Missfallen einiger Politiker.
Da sah sich Vorsitzende Angela Fehrmann zu einer Klarstellung genötigt: „Dieser Punkt ist auf Wunsch des Bürgermeisters auf die Tagesordnung genommen worden. Das Recht hat er. Die Verwaltung ist der Meinung, wir hätten uns nicht genug mit der Thematik befasst.“ Der Verwaltungs-Chef sei es auch gewesen, der den Geschäftsführer des Büchereivereins, Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen, eingeladen habe.
Der wies dann in seinem Vortrag auf einen bestimmt 20 Jahre alten Vertrag mit der Stadt hin. Darin sei eindeutig geregelt, dass Änderungen am Bau mit dem Verein abzustimmen seien. „Das ist bislang nicht erfolgt“, kritisierte Dr. Lorenzen. Und er schob gleich hinterher, dass der Verein einer Verschlechterung der Situation nicht zustimmen werde. Darauf muss Politik nichts geben, sie ist natürlich autark, aber die Konsequenzen könnten teuer werden.
Der Verein vergibt nämlich Zuschüsse an die Büchereien im Lande. Salopp gesagt: Je besser die Einrichtung, desto mehr Geld gibt es aus Rendsburg. Oldesloe, daran ließ Lorenzen keinen Zweifel, hat eine Topbibliothek, die in vielen Vergleichswerten deutlich über dem Landesdurchschnitt liegt, die sogar, was beispielsweise die Themen Fachbücher oder Kooperation mit Schulen angeht, zu den absoluten Vorreitern gehört. Dass lässt sich der Büchereiverein 65 000 Euro jährlich kosten. Sollte sich die Raumsituation verschlechtern, wird Oldesloe herabgestuft und bekommt nur noch 25 000 bis 30 000 Euro. Da klappte selbst Hauptamtsleiter Malte Schaarmann der Unterkiefer runter: „Für uns ist das neu. Das war uns nicht bewusst.“
Auch wenn die Verwaltung in der Vorlage davon spricht, dass die Publikumsfläche „drastisch reduziert“ werde und damit eine Aufgabenerfüllung nicht mehr möglich sei, musste Bürgermeister Tassilo von Bary auf Nachfrage zurückrudern. Das Gegenteil ist der Fall. Egal welche Variante realisiert wird, verliert die Bücherei keine Fläche, sie wird auf jeden Fall gewinnen – zumindest in den entscheidenden Bereichen Besucher- und Personalräume. Bislang hat die Bücherei 748 Quadratmeter Besucherplatz. Bei den Flügelvarianten werden es zwischen 25 und 45, bei einem Anbau sogar rund 60. Auch die oft kritisierte Situation mit den Personalräumen würde sich von 58 Quadratmetern auf Größenordnungen zwischen 165 und 121 verbessern. Das Heimatmuseum hätte nur bei einem Anbau einen deutlichen Flächengewinn.
Auch mit den bohrendsten Fragen ließ sich der Geschäftsführer nicht aus der Reserve locken. Seine Standardantwort war: „Wir haben ein Raumprogramm.“ Darüber hinaus war ihm noch zu entlocken, dass nackte Quadratmeter-Angaben keine Aussagekraft hätten. „Was nutzen 100 Quadratmeter auf dem Dachboden, wenn sie für die Bücherei nicht nutzbar sind“, argumentierte er. Anita Klahn (FDP) empfindet das anders: „Das sieht für mich nach Willkür aus.“
Sie erwartet, dass die Architektin über die Vorgaben des Vereins informiert ist, bevor sie Entwürfe erstellt.
Mit den Stimmen von CDU und FDP hat der Ausschuss seinen Beschluss vom März bekräftigt – beide Einrichtungen bleiben in dem Gebäude. Und sie setzten noch einen drauf: Verwaltungs- und Archivbereiche sind im Dachbereich zu konzentrieren. Im Juli sonnen die Pläne vorgestellt werden. Beschlüsse sollen erst nach der Sommerpause gefasst werden. Die SPD plädierte für die Einbeziehung des VHS-Gebäudes in die Überlegungen.
Andreas Olbertz
Sozialpädagogen für Schulen
Lübecker Nachrichten vom 9. Mai 2009
Sozialpädagogen für Schulen
Bad Oldesloe - Bad Oldesloe will jetzt für alle Schulen in der Stadt Sozialpädagogen einstellen. Die zwei Mitarbeiter im Schulzentrum sollen schon bald Verstärkung bekommen.
Erziehungsprobleme, Mobbing, Gewalt oder Sucht – Schulsozialpädagogen haben ein breites Tätigkeitsfeld. Die Erfahrungen mit den ersten beiden Mitarbeitern im Oldesloer Schulzentrum sind so gut, dass der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss nun weitere dreieinhalb Stellen schaffen möchte. Jede Oldesloer Schule soll dann mindestens eine Halbtagsstelle in diesem Bereich erhalten.Einstimmig wurde im Fachausschuss beschlossen, bereits zum 1. August einen weiteren Sozialpädagogen für die Stadtschule einzustellen und je eine halbe Stelle für einen Schulsozialarbeiter an der Schule am Kurpark und an der Klaus-Groth-Schule zu schaffen. Im nächsten Jahr soll dann ein Schulsozialpädagoge für die Theodor–Mommsen-Schule eingestellt und eine halbe Stelle für die Grundschule West geschaffen werden.Nun müssen die Wünsche des Ausschusses noch vom Finanzausschuss und der Stadtverordnetenversammlung genehmigt werden. Denn es ergeben sich Auswirkungen auf den Stellenplan und zudem höhere Personalkosten. Pro Vollzeitstelle für einen Schulsozialarbeiter fallen jährliche Personal- und Sachkosten in Höhe von etwa 45 700 Euro an. Planstellen stehen im Stellenplan der Stadt Bad Oldesloe derzeit nicht zur Verfügung. Sie müssen zusätzlich bereit gestellt werden. Der Konsolidierungserlass des Innenministeriums weist jedoch auf Streichungen von Stellen und die Nutzung von Einsparpotentialen bei frei werdenden Stellen hin. Der Innenminister, so warnt die Verwaltung in ihrer Vorlage, könnte vor diesem Hintergrund die Genehmigung des Haushalts inklusive Stellenplan versagen. Aufgrund der Tarifabschlüsse 2008 ist die Steigerungsrate der gesamten Personalkosten der Stadt ohnehin bereits doppelt so hoch wie im Haushaltserlass des Innenministeriums vorgesehen.Schulsozialarbeit versteht sich als ein präventives und umfassendes Hilfsangebot zur Vermeidung von Krisen und Konflikten an Schulen und in Familien. Die ersten beiden Sozialpädagogen für die Schulsozialarbeit wurden vorigen September für das Schulzentrum Olivet-Allee eingestellt. Der Bedarf an den drei weiterführenden Schulen ist so groß, dass er nicht von den beiden Mitarbeitern gedeckt werden kann. Die beiden Kräfte waren für Kriseninterventionen und Beratungen so sehr gefragt, dass der Aufbau niedrigschwelliger Angebote für Schüler sowie thematischer Gruppen für Schüler und Eltern bisher kaum möglich war. Um dauerhaft die Zahl der Krisen zu senken, sind diese Angebote jedoch ein wichtiger Bestandteil der Schulsozialarbeit. Im ersten halben Jahr fanden mehr als 500 Kontakte der beiden Sozialpädagogen zu Schülern, Lehrern und Eltern statt. Zudem wurden 220 Beratungs- und Interventionsgespräche mit Schüler geführt. Zudem fanden 45 Klassenbesuche statt. Die Schulsozialpädagogen wurden beispielsweise aktiv, als ein Schüler nach vierwöchigem Schulbesuch plötzlich nicht mehr zum Unterricht erschien. Auch Gespräche der Lehrer mit den Eltern erbrachten keine Veränderung. Die intensiven Beratungen gingen so weit, dass die Eltern schließlich mit ihrem Sohn zum Arzt gingen. Mittlerweile geht er gern zur Schule.Psychologische Unterstützung bekam ein anderer Schüler, der selbstgefährdendes Verhalten in der Klasse zeigte. Bei den Gesprächen wurde deutlich, dass es massive Probleme unter den Schülern gab. Es wurde von Gewalt und „unter Druck setzen“ berichtet. Gemeinsam mit weiteren Sozialpädagogen aus der Stadtjugendpflege werden unter anderem Präventionsmaßnahmen durchgeführt. Das Ziel ist die Verbesserung des sozialen Miteinanders.
Von Susanna Fofana
Wohin soll der "Brummkreisel"?
Lübecker Nachrichten vom 9. Mai 2009
Wohin soll der "Brummkreisel"?
VON SUSANNA FOFANA
BAD OLDESLOE – Der Integrationskindergarten Brummkreisel ist auf der Suche nach einer neuen Bleibe. Dabei wird er von der Stadt Bad Oldesloe kräftig unterstützt. Denn die plant den Verkauf des VHS-Gebäudes, in dem der Trägerverein Lebenshilfewerk Stormarn einen langfristigen Mietvertrag hat.
Im Gespräch für einen Neubau ist ein Grundstück an der Konrad-Adenauer-Allee, in Nachbarschaft zur Schwimmhalle. Dafür sollen jetzt die weiteren Kosten ermittelt werden. Geplant sind in dem Neubau der Kindertagesstätte die Einrichtung von drei Integrationsgruppen, einer heilpädagogischen Gruppe und zwei Krippengruppen. Eine Inbetriebnahme des Kindergartens wird zum Kindergartenjahr 2011/2012 angestrebt. Die Kosten würden etwa 2,4Millionen Euro betragen.
In der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses wurde deutlich, dass die SPD noch an dem historischen Gebäude festhält. Sie könnte sich vorstellen, so Jens-Peter Friese, dass es im Rahmen der geplanten gebundenen Ganztagsschule, in die die Stadtschule umgewandelt werden soll, noch gute Dienste erweisen könnte. Und dann könnte der Kindergarten bleiben, wo er jetzt ist. Spontan konnte sich Stadtschul-Leiterin Sabine Prinz mit der Idee nicht so recht anfreunden. Ihr war die viel befahrene Königstraße ein Dorn im Auge, die zwischen Schule und VHS-Haus liegt.
Der Integrationskindergarten Brummkreisel befindet sich bereits seit 1993 im Untergeschoss des Gebäudes Königstraße 33. Die Einrichtung umfasst derzeit drei Integrationsgruppen, eine heilpädagogische Gruppe sowie eine Hortgruppe. Die Verträge mit der Stadt wurden auf die Dauer von 25 Jahren geschlossen und sind frühestens zum Jahr 2018 kündbar.
Das gesamte Gebäude, aus dem VHS und Musikschule in das Amtsgericht umziehen, ist sanierungsbedürftig. Eine Brandschau wurde aufgrund der Neuüberlegungen ausgesetzt. Die Lebenshilfe kann sich einen Fortbestand an dieser Stelle nur in Zusammenhang mit einem Abriss und Neubau vorstellen. Dann würden auf dem Grundstück zusätzlich integrative Wohngruppen entstehen. Das Gebäude Königstraße 34 gehört der Lebenshilfe bereits. Das größte Problem: Während der Bauphase von etwa einem Jahr gebe es keine Zwischenlösung für die Kita.
Kein Hundespielplatz in Oldesloe
Lübecker Nachrichten vom 9. Mai 2009
Kein Hundespielplatz in Oldesloe
Bad Oldesloe – Die Idee von Hundespielplätzen in Bad Oldesloe ist vom Tisch. Der Umwelt- und Energieausschuss entschied, entsprechende Pläne nicht weiter zu verfolgen. Einigermaßen überrascht waren die Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses am Donnerstag Abend über die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger, die zur Sitzung erschienen waren. Es handelte sich fast ausnahmslos um Bewohner des Baugebiets West mit ihren Kindern. Letztere übergaben dem amtierenden Ausschussvorsitzenden Prof. Gerold Rahmann (Grüne) – der etatmäßige „Chef“ Michael Klahn war verhindert – eine Unterschriftenliste mit mehr als 100 Autogrammen. Damit sprachen sie sich vehement gegen einen Hundespielplatz an der Straße Hanelanden aus.Als Gründe für ihre ablehnende Haltung gaben sie zum einen die Angst der Kinder vor herumtollenden Hunden an, aber auch die möglichen Gesundheitsgefahren durch den befürchteten „Mehranfall“ von Hundekot.Nicht nur durch diesen vehementen Bürgerprotest – seitens der Befürworter von Hundespielplätzen war zu der Sitzung niemand erschienen – fühlten sich die Mitglieder aller vier Fraktionen darin bestärkt, „in dieser Sache nicht aktiv zu werden“, so Rahmann. Schließlich gebe es zurzeit dringendere Probleme. Zwar habe man grundsätzlich nichts gegen Freiflächen für Hunde, doch könne es nicht die Aufgabe der Stadt sein, dafür zu sorgen. Zumal ein solcher Hundespielplatz eingezäunt werden müsste.Einstimmig sprachen sich die Kommunalpolitiker daher dafür aus, dass die Verwaltung diesbezüglich nicht weiter tätig sein soll.Auch beim Thema Kleingartenwesen bleibt es beim bisherigen Prozedere, dass Mitarbeiter der Verwaltung die Anlagen regelmäßig begehen sollen, um die Einhaltung der Verpflichtung aus den Pachtverträgen zu kontrollieren.
Von Joachim Strunk
Geschacher um Kulturbürgschaft – Antrag gekürzt

Stormarner Tageblatt vom 8. Mai 2009
Geschacher um Kulturbürgschaft – Antrag gekürzt
„Ich finde die Idee klasse, aber ...“ Wenn es so schon los geht, dann verheißt das nichts Gutes. Und genau so kam es jetzt auch im Sozialausschuss.
Bad Oldesloe/ol
– Klangstadt veranstaltet im Sommer ein Open-Air-Festival am Poggensee (wir berichteten). Dafür haben die Organisatoren einen Defizitausgleich von 8000 Euro beantragt – für den Notfall, wenn das Festival buchstäblich ins Wasser fallen sollte und die Kalkulation nicht aufgeht.
Die Klangstädter haben aus dem ersten Festival 2007 auf dem Exer Lehren gezogen. Keine berühmten Bands mehr, denn die kosten viel Gage und verursachen hohe andere Kosten, haben sich aber leider doch nicht als die große Publikumsmagneten erwiesen. Diesmal sollen nur Bands aus Oldesloe und dem Umfeld auftreten. Einzige Ausnahme ist eine Band aus der Partnerstadt Olivet, mit der noch verhandelt wird. Gage gibt es gar nicht, die Musiker bekommen Fahrtkosten erstattet. Diesmal wird das Festival auch ein echtes Festival – mit Zeltmöglichkeiten und gemeinsamem Frühstück. Die Kosten für diese „kleine Variante“ bewegen sich bei gut 17000 Euro. Ein Drittel der Einnahmen soll über den Verkauf von Eintrittskarten und Getränken erzielt werden. Nach Aussage von Sprecher Axel Hartkopf seien diese Ansätze bewusst niedrig gehalten, um auf der sicheren Seite zu sein.
Und dann ging das Ge-picke los. Ein Freifrühstück müsse doch nun wirklich nicht sein, kritisierte Gudrun Möllnitz, (CDU) so was gebe es bei keinem anderen Festival. Ihres Wissens habe der altStadt-Verein auch nicht zugesagt, die Veranstalterhaftpflicht zu übernehmen.
Für Defizitausgleichszusagen stehen im Haushalt 10 000 Euro bereit. „Dann sind 8000 Euro reichlich luxuriös, dann ginge ja fast die gesamte Summe an Einen“, kritisierte Birgit Reichardt-Mewes. Theoretisch könnte ja noch ein Antragsteller kommen. FDP-Frau Anita Klahn war das ganze zu undurchsichtig: „Ich erwarte, dass sie so kalkulieren, dass die Kosten gedeckt sind – auch wenn das Festival in ein Haus umziehen muss. “ Dass grade für diesen Fall die Stadt einspringen sollte, hatte sie wohl nicht verstanden. Da half es auch nichts, dass Axel Hartkopf beteuerte: „Das ist die absolute Notlösung, die wir nicht wollen.“ Anita Klahn blieb bei ihrer Meinung: „Für mich sieht das aus, als wird es eine defizitäre Geschichte.“
SPD und Grüne standen ohne Wenn und Aber hinter dem Projekt. Aber das reichte nicht. Die CDU wollte nur 5 000 Euro genehmigen – die Summe wurde schließlich einstimmig bewilligt.
Andreas Olbertz
Standpunkt
Klima vergiftet
Andreas Olbertz
So werden gute Ideen mit Füßen getreten. So werden engagierte Leute demotiviert.
Wenn das Geld bereit steht, die Kalkulation vorliegt und angeblich alle für das Klangstadt-Open-Air am Poggensee sind, sollte man annehmen, dass 8 000 Euro Defizitausgleich für den Notfall nur eine Formalie sind. Aber weit gefehlt. FDP und CDU stocherten genüsslich in einzelnen Posten rum, stellten die Kalkulation immer wieder in Frage, bemängelten angeblich fehlende Details, kritisierten aber im selben Atemzug, dass zu spät informiert worden sei. Da hört man die Ablehnung aus jeder Silbe heraus. Als Akt der Gnade wurden dann doch noch 5 000 Euro bewilligt. Wie großzügig.
So wird das Klima für ehrenamtliches, kulturelles Engagement vergiftet. Wenn das das Ziel ist, dann nur weiter so.
Das Klangstadt-Festival lockt an den Poggensee
Lübecker Nachrichten vom 8. Mai 2009
Das Klangstadt-Festival lockt an den Poggensee
Bad Oldesloe – Stellen Sie sich vor, es regnet und kaum ein Besucher will das Klangstadtfestival sehen. So ein düsteres Szenario des schlimmst-möglichen Falls zeichnete der Verein ProKlangstadt vor dem Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss der Stadt Bad Oldesloe bei seiner Bitte um einen Defizitausgleich.
Kaum vorstellbar, dass so etwas passieren kann. In Wirklichkeit wird das Wetter vermutlich sonnig sein und Oldesloes Petrus im Stadtwappen alle Ehre machen – und die Besucher werden nur so zum Festival strömen. Doch die Ehrenamtler, darunter Studenten, müssen sich schließlich absichern, wenn sie ein solches Großereignis für Bad Oldesloe auf die Beine stellen wollen.
Eine solche finanzielle Notfall-Zusage bekamen auch andere von der Stadt, zum Beispiel der Verein „Bad Oldesloe macht Theater“, der davon letztendlich keinen einzigen Cent benötigte. Und beim letzten Klangstadtfestival, das gemeinsam mit der Stadt veranstaltet wurde, standen sogar 20 000 Euro als Absicherung zur Verfügung.
So viel wollte der Verein gar nicht als Absicherung „Bürgschaft“ haben. 8000 Euro hätten ihm gereicht. Obwohl für einen solchen Fall bereits 10 000 Euro im Stadt-Haushalt eingeplant sind, wollte der Ausschuss das Geld nicht komplett herausrücken. Was wäre, wenn . . . vielleicht noch andere Großereignisse auf Bad Oldesloe zukämen?
So wurden schließlich nach langem Hin und Her 5000 Euro bewilligt. Patrick Niemeier von Klangstadt hofft, dass die Oldesloer das Festival unterstützen. Er geht nicht davon aus, dass der Defizitausgleich der Stadt tatsächlich benötigt wird.
Das Klangstadtfestival „BOOA 2009“ (Bad Oldesloe Open Air) steigt am 11. und 12. Juli am Poggensee. Dort spielen an dem Wochenende 18 Bands aus dem näheren Umkreis. Auf teure Musiker-Importe von außerhalb wurde verzichtet. Die meisten Bands treten für eine Fahrtkostenerstattung auf.
Von Susanna Fofana
Der Oldesloer Büchereiverein redet mit
Lübecker Nachrichten vom 8. Mai 2009
Der Oldesloer Büchereiverein redet mit
Bad Oldesloe - Wenn es um das Thema Raumbedarf für Stadtbibliothek und Heimatmuseum geht, schlagen die Emotionen hoch. So auch bei der jüngsten Fachausschusssitzung.
Für die Überraschung des Abends sorgte bei der jüngsten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses Dr. Heinz-Jürgen Lorenzen. Der Geschäftsführer des Büchereivereins Schleswig-Holstein machte deutlich, dass der Oldesloer Stadtbibliothek bei baulichen Veränderungen der Wegfall von jährlich 40 000 Euro Fördergeld droht. Die Politiker, die erst keine Notwendigkeit für den Fachvortrag gesehen hatten und provokativ nach einem Fachmann für Heimatmuseen fragten, bekamen große Augen. Zwar hatte Bibliotheksleiter Jens Geißler schon wiederholt versucht, auf das gewichtige Wort des städtischen Vertragspartners hinzuweisen. Doch war ihm bisher kein Gehör vergönnt. Selbst die Verwaltungsmitglieder hörten die mögliche Konsequenz der Umplanungen erstmals in Euro-Zahlen.
Je besser die Dienstleistung ist, desto höher die Zuschüsse. Und da die Oldesloer Bücherei als Vorzeigeprojekt im Lande gilt, erhält sie bisher die höchste Förderstufe: 65 000 Euro. Der Fachmann gab zu, dass er angesichts der Oldesloer Diskussion über die Zukunft von Stadtbibliothek und Heimatmuseum schon einige Male „zusammengezuckt“ sei. Es müsse ein Entwicklungspotenzial erhalten bleiben, plädierte er. Die Oldesloer Ausleihzahlen hätten sich in den letzten Jahren drastisch erhöht, das Schulkonzept sei konsequent umgesetzt worden. Lorenzen: „Veränderungen nach unten erhalten von unserer Seite keine Zusage.“
Personal, Bestand und Raum sind die Kriterien, nach denen der Trägerverein über die Fördermittel entscheidet. Die Oldesloer Politiker wollen jetzt unbedingt vor ihrer Entscheidung erfahren, wo ihr Spielraum liegt, damit sie nicht so viel Bares einbüßen.
Bürgermeister Tassilo von Bary hatte eigentlich nur Aufklärung im Sinn als Zwischenstand für die Abstimmung unter mehreren Varianten auf der nächsten Sitzung nach der Darstellung durch die Architektin. Doch der Ausschuss sorgte auf einen von Anita Klahn (FDP) formulierten Antrag für weitere richtungsweisende Entscheidungen.
Nicht ohne zunächst die gute Arbeit beider Institutionen anzuerkennen und darüber einen einstimmigen Beschluss hervorzurufen. Die beiden weiteren wurden mit CDU/FDP-Mehrheit verabschiedet. Im ersten fordert der Ausschuss Bibliothek und Museum auf, „konstruktiv im Gebäude Königstraße 32 zusammenzuarbeiten“. Ziel solle sein, „sich in ihrer Arbeit und Außenwirkung zu ergänzen und Synergieeffekte zu erzielen“. Im nächsten Punkt bekräftigt der BSKA seinen Beschluss vom 4. März und fordert die Verwaltung auf, „die ihr gestellten Aufgaben nunmehr zu erfüllen“. Selbstverständlich seien die Belange der Kinderbuchabteilung und des bisherigen Schulkonzeptes zu sichern: „Verwaltungs- und Archivierungsbereiche sowie gemeinsam zu nutzende Arbeitsbereiche sind in das Dachgeschoss zu konzentrieren.“
Da diese Wünsche der Politiker von der Architektin berücksichtigt werden sollen, verzögert sich der Abstimmungstermin auf die Juli-Sitzung. Untersucht werden unter anderem die Varianten zweistöckiger Neubau auf dem Parkplatz, sowie der Zuschlag des kompletten Ost- oder Westflügels an das Heimatmuseum.
Derzeit verfügt die Bibliothek über 784 Quadratmeter Besucherfläche, 58 Quadratmeter für Personal und 167 Quadratmeter für Lager. Das Heimatmuseum hat 323 Quadratmeter Besucherfläche, 20 Quadratmeter für Personal und 461 Quadratmeter an Lagerflächen.
Vor der Sitzung hatten sich etliche Bürger für „ihre“ Bücherei eingesetzt. Sie sei gerade mit Steuergeldern umgebaut worden, die Leser fühlten sich dort sehr wohl, betonte Sybille Klingner.
Von Susanna Fofana
Auf Sand gebaut – wieder keine Beach-Anlage

Stormarner Tageblatt vom 7. Mai 2009
Auf Sand gebaut – wieder keine Beach-Anlage
Sozialausschuss vertagt Entscheidung
Bad Oldesloe/ol
– Ein Mann lässt nicht locker. „Seit sieben Jahren bin ich dran und will eine Beach-Event-Fläche haben. Ich habe bei allen Bürgermeistern auf dem Schoß gesessen, aber es passiert einfach nichts“, klagt Bernd Neppeßen. Jetzt ist sein Antrag mal wieder im Sozialausschuss beraten worden – ohne Entscheidung vertragt.
Wer spielt denn schon Beachvolleyball? Axel Hager, Deutschlands berühmtester Beachvolleyballer, Bronzemedaillen-Gewinner von Sidney ist immerhin Ex-Oldesloer. Mit Johanna Barg hat es eine weitere Oldesloerin bis in die erste Bundesliga geschafft. „Die ist bei mir groß geworden“, schreibt sich Neppeßen auf die Fahne. Weitere Spieler sind in die Landesauswahl berufen worden und Neppeßen selber hat es bis in höchste Funktionärs-Kreise geschafft. „Aber der Ort, aus dem der Verbands-Präsident kommt, hat keinen vernünftigen Platz“, ärgert er sich.
Ausdrücklich stellt Bernd Neppeßen klar, dass es nicht nur um eine handvoll Leistungssportler geht. „Wir fordern Plätze für die Allgemeinheit – Beach-Sportarten sind die Trendsportarten schlechthin“, argumentiert der Sportler. Auf den Feldern könne man neben Volleyball eben auch Fuß- sowie Basketball spielen oder einfach „nur“ Spielolympiaden. Neppeßen: „Ich kriege doch die ganzen Anfragen von Schulen und Kindergärten.“
Es ist ja nicht so, dass es in der Umgebung keine Flächen gäbe, doch an denen lässt der Präsident des Volleyballverbands kein gutes Haar. Beim Platz an der Trave sei der Auslauf zu klein, da drohe am Zaum Verletzungsgefahr, am Poggensee ist das Umfeld morastig und in Fischbeck sei der Platz direkt hinter dem Fußballtor – da kriege man den Ball an den Kopf.
Im Rahmen des Sportgutachtens, das der Ausschuss zur Grundlage seiner Entscheidungen gemacht hat, war so eine Fläche angeregt worden, also ist der Volleyball Club wieder vorstellig geworden. Die Idee der Sportler: Die Stadt unterstützt den Betreiber des Sportzentrums am Sandkamp bei der Errichtung einer entsprechenden Fläche.
Da hat er ja was gefordert: städtische Zuschüsse für einen Geschäftsmann. Dagmar Danke-Bayer sprach es offen aus: „Wir Grünen haben damit ziemlich Bauchschmerzen.“ Anita Klahn von der FDP, Neppeßen gehört auch zur Fraktion, nicht: „Letztendlich ist das nur eine Vorauszahlung der Miete.“ Bernd Neppeßen führt den Olympiastützpunkt Hamburg Dulsberg als Beispiel an: „Die Stadt Hamburg hat einem Investor 500 000 Euro gezahlt. Dafür stehen dem Verband zwei Plätze für zehn Jahre kostenlos zur Verfügung. Wie die das rechtlich geregelt haben, weiß ich nicht. Aber das kann auch nicht meine Aufgabe sein.“
Einen entsprechenden Prüfauftrag wollte Thomas Sobczak aber auch nicht haben: „Das kann in meinem Fachbereich nicht geklärt werden.“ Er verwies auf das Gutachten in dem ein Sportamt angeregt wird. Daraufhin hagelte es von Peter Stoltenberg (SPD) und Patricia Rohde Protest. Über Sport sei schon immer beraten worden. Es könne nicht angehen, dass keine Beschlüsse mehr gefasst werden bis eine Sportverwaltung eingerichtet sei. Wer den Auftrag erledige, habe die Verwaltung intern zu klären.Andreas Olbertz
Die Stolperrinne kommt endlich weg
Stormarner Tageblatt vom 6. Mai 2009
Die Stolperrinne kommt endlich weg
Jetzt geht es endlich los: Die Stolperrinne in der Fußgängerzone in Oldesloe wird durch Granitblöcke ersetzt.
Bad Oldesloe/ol
– „Endlich!“, werden viele Oldesloer erleichtert aufatmen. Besonders Senioren und Behinderte hatten sich immer wieder über den Mittelstreifen in der Fußgängerzone beschwert – jetzt kommt die „Pissrinne“ weg, wie sie im Volksmund genannt wird. Gestern haben die Arbeiten am unteren Ende der Hindenburgstraße begonnen.
Die Wurzel des Übels in der Fußgängerzone sind die kleinen Pflastersteine. Sie werden mit einem Minibagger aufgenommen und kommen auf den Bauhof. Die Stolperfalle wird durch wuchtige Granit-Blöcke geschlossen: 40 mal 50 Zentimeter groß, zehn Zentimeter dick und pro Stück rund 70 Kilo schwer. „Die Oberfläche ist geflammt, also angerauht wegen der Rutschgefahr, wenn der Stein feucht ist“, erklärt Polier Maik Ebert. Das Ganze wird in besonders harten Beton eingelassen, denn weiterhin soll die Fußgängerzone ja mit schweren Lieferfahrzeugen befahren werden können.
Geplant ist eine Tagesleistung zwischen 30 und 50 Metern. Maik Ebert von der Firma Fagur: „Wir müssen uns da aber erst mal einfuchsen.“ Das diesige, leicht regnerische Wetter kommt dem Bautrupp entgegen. „Dann ist in der Stadt nicht so viel los, und wir kommen mit unseren Maschinen besser durch“, sagt der Polier. Die Resonanz der Passanten sei von Beginn an sehr positiv gewesen.
Anders sieht es leider mit Geschäftsleuten aus, da gab es bereits die ersten Beschwerden. Der Vorarbeiter macht ein genervtes Gesicht. „Klar gibt es Behinderungen, da können wir nur auf Verständnis hoffen. Jedes Geschäft ist gleich betroffen. Wir machen das schließlich für die Leute.“
470 Meter werden sich die Männer in den nächsten Tagen durch die Innenstadt wühlen. Die Hagenstraße hoch bis zu M & H und durch die Mühlenstraße bis zur Hude. Gebaut wird in Abschnitten. Wie eine Raupe werden die Bauzäune Stück für Stück vorangeschoben. „Wir können ja nicht die Rinne komplett raus reißen“, erklärt Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster.
Die Arbeiten werden sich bis Ende Juni hinziehen. Dieses Vorgehen ermöglicht es allerdings, die Baustelle beispielsweise während des Hafen- und Treidlerfestes Anfang Juni zu entfernen. Die ganze Aktion kostet 50 000 Euro.
Andreas Olbertz
Wohin mit den Obdachlosen ?
Stormarner Tageblatt vom 5. Mai 2009
Wohin mit den Obdachlosen ?
Bad Oldesloe/ol
– Wie ist die Situation von Obdachlosen in der Stadt? Mit dieser Frage beschäftige sich jetzt auf Antrag der SPD der Sozialausschuss. Die Stadt hat sieben Gebäude, in denen Raum für 55 Menschen ist. Die Plätze sind fast immer belegt und es gibt fast täglich Probleme.
Zwei Gruppen müssen unterschieden werden: Notfälle beispielsweise aufgrund von Mietrückständen und Räumungsklagen. Bei dieser Klientel arbeitet die Stadt quasi an einer Art Netzwerk, um im Vorwege den Wohnungsverlust verhindern zu können.
Ganz anders bei den Obdachlosen, „die aufgrund ihres Lebenslaufs und ihrer Lebenssituation“ keine Chance auf regulären Wohnraum haben. Hinter dieser „Hardcore-Klientel“, wie sie genannt wurde, verbergen sich Drogenabhängige, Ex-Knackis und Menschen mit hohem Aggressionspotenzial – Tendenz steigend. Aus dem Verwaltungsbericht geht hervor, dass es täglich Ärger gibt: Alkoholexzesse, Körperverletzungen, Vandalismus. In der Bleibe an der Lübecker Straße 32 ist das Obergeschoss zerstört. Fachbereichsleiter Thomas Sobczak: „Da kann man nichts mehr sanieren.“ Selbst einige Handwerker haben mittlerweile Angst und arbeiten dort nicht mehr.
Aus Poggensee kommen Horrormeldungen. Wehrführer Thomas Proß: „Bei einer Kinderveranstaltung wurden wir bepöbelt und mit Feuerwerkskörpern beworfen. Bei uns gibt es nur noch einen Bolzplatz, aber selbst da trauen sich die Kinder nicht mehr hin weil sie Angst haben.“
Ohne Begleitung eines Sozialarbeiters geht gar nichts. Anita Klahn (FDP) wies darauf hin, dass es allerdings kaum sinnvoll sei, einen Sozialarbeiter zwischen sieben Einrichtungen pendeln zu lassen. Aygün Caglar (CDU) geht sogar noch einen Schritt weiter. Er ist überzeugt, dass nur eine ambulante Betreuung Besserung bringen kann. Die Verwaltung setzt auf eine Neureglung, wenn Sozialarbeiter Uwe Gromberg im kommenden Jahr den Ruhestand antritt – sein Arbeitsfeld mit straffälligen und gefährdeten Jugendlichen weist Überschneidungen mit den Obdachlosen auf.
Als räumliche Alternative böte sich eine zentrale Unterbringung in einer Containeranlage an. Auch diese Variante bringt Probleme mit sich – vor allem Ärger mit Nachbarn – genießt aber bei der Stadt Priorität. Stefan Eskierski stellte für die SPD klar: „Das Ziel kann ja wohl nicht ein einfacheres Handling für die Behörde sein.“ Darin waren sich dann auch alle Parteien einig. Die Verwaltung wurde beauftragt, bis September ein Konzept für eine verträgliche Unterbringung von Obdachlosen vorzulegen – das kann auch eine zentrale Lösung sein. Vorgaben, welche Unterkünfte zu schließen sind, wollten die Politiker nicht machen. Einzige Ausnahme ist Poggensee. Das Aus für dieses Haus ist quasi beschlossen.
„Pro-Stadtbibliothek“ protestiert gegen Museumsbeschluss

Stormarner Tageblatt vom 5. Mai 2009
„Pro-Stadtbibliothek“ protestiert gegen Museumsbeschluss
Offener Brief: Bücherei-Unterstützer befürchten Nachteile, wenn das Museum in der historischen Stadtschule bleibt
Bad Oldesloe/ol
– Jetzt werden die Geschütze in Position gebracht: Der Streit in Bad Oldesloe um die Unterbringung von Bücherei und Heimatmuseum geht offenbar in eine neue Runde.
Im März hatte der Sozialausschuss einen eindeutigen Beschluss gefasst. Beide Einrichtungen sollen dort bleiben wo sie sind; die historische Stadtschule soll vertikal getrennt werden – ein Flügel für das Museum, Mittelteil und anderer Flügel für die Bücherei. Alternativ sollen Anbaumöglichkeiten geprüft werden – denn in der Sitzung kam heraus, dass das mit dem Denkmalschutz unter Umständen doch machbar ist. Unterstützer des Museums hatten das bereits als großen Durchbruch gefeiert.
Jetzt meldet sich die Gegenseite zu Wort. In einem offenen Brief kritisiert der „Arbeitskreis Pro Stadtbibliothek“ den Beschluss scharf und prangert die „Verkleinerung der Bibliothek“ als Folge an. In den vergangenen Jahrzehnten sei die Bücherei von den politischen Parteien unterstützt und der Ausbau sowie die attraktive Gestaltung konsequent vorangetrieben worden.
So eröffne beispielsweise das neue Regalsystem die Möglichkeit, einer ansprechenden Präsentation der Medien. Die verbreiterten Gänge ermöglichten eine barrierefreie Nutzung, und der neugestaltete Kinderbereich werde von Familien stark frequentiert. „Besonders gut wird dieser Bereich auch von Grundschulklassen angenommen. Dies ist ein hervorragender Beitrag zur Lesekompetenzförderung für die Jüngsten“, argumentiert Sprecherin Ulrike Haeusler: „Die zusätzlichen Angebote wie das Lesekino und die Zusammenarbeit mit den Schulen sind weitere wichtige Angebote die es zu erhalten und auszubauen gilt.“
Die Möglichkeit, in der Stadtbibliothek zu arbeiten und das Internet zu nutzen, eröffne auch Menschen mit geringen finanziellen Mitteln eine bestmögliche Teilhabe an Information und Bildung. Ulrike Haeusler: „Wer zu Hause keinen Internetzugang hat, benutzt den der Bibliothek.“ Keine andere Einrichtung biete Menschen einen kostenfreien Internet-Zugriff. Dieser sollte unbedingt weiter ausgebaut werden.
Die Arbeitskreis-Mitglieder befürchten „eine Kehrtwende mit unwiderruflichen Konsequenzen“. Nachdem die Stadtbibliothek mit hohem Kostenaufwand neu gestaltet wurde, solle nun ein Teil des Gebäudes einer anderen Nutzung zugeführt werden. Dadurch, so argumentiert die Gruppe, verliere die Stadtbibliothek nicht nur etwa ein Fünftel der öffentlichen Nutzungsfläche, sondern auch jede Möglichkeit der Erweiterung. Diese sei aber notwendig, um eine zeitgemäße Nutzung in Zukunft garantieren zu können und gleichzeitig die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gemäß den Anforderungen zu gestalten.
Die Unterzeichner des Briefs (Ulrike Haeusler, Sybille Klingner, Birgit Weißmann, Prof. Dr. Ute Krauß-Leichert, Peter Stäcker, Andreas Zimmermann, Harry Mähl, Torben Klöhn, Christiane Willemsen) befürchten weiterhin, dass die Zusammenarbeit der Bücherei mit Schulen und Kitas gefährdet sei, da dafür angeblich ein separater Schulungsraum benötigt werde. „Die Leseförderung der jungen Nutzer wird dadurch erheblich eingeschränkt. Dies steht im krassen Gegensatz zu allen politischen Forderungen, Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen zu fördern und zu stärken“, kritisiert Ulrike Haeusler. Für die Arbeitskreismitglieder ist deshalb klar: „Dem erhöhten Raumbedarf sowohl des Heimatmuseums als auch der Stadtbibliothek nachzukommen, ist unserer Auffassung nach im jetzigen Gebäude nicht möglich.“
Morgen Abend wird es sicher einen heftigen Schlagabtausch geben, dann steht das Thema Bücherei wieder auf der Tagesordnung des Sozialausschusses. Die Sitzung im Stadthaus beginnt um 19 Uhr.
Neue Bleibe für die Tafel: Statt 68 000 jetzt 150 000 Euro
Stormarner Tageblatt vom 4. Mai 2009
Neue Bleibe für die Tafel: Statt 68 000 jetzt 150 000 Euro
Die Kalkulation für eine neue Essensausgabe liegt bei 150 000 Euro und die Befürchtung steht im Raume, dass das noch lange nicht alles ist. Architektin Ulrike Tyrell will den Beweis antreten, dass bei öffentlichen Bauten nicht immer die Kosten nachträglich explodieren.
Bad Oldesloe/ol
– Neue Runde im Ringen um eine neue Bleibe der Oldesloer Tafel. Der Trägerverein EfA prangert die schlechten Zustände an und droht unverhohlen mit einer Schließung der Essensausgabe wenn sich die Zustände in dem Container hinterm Bahnhof für die Mitarbeiter nicht bis zum Winter bessern.
Ulrike Tyrell war mit der Lösung von Brandschutzauflagen im Inihaus betreut. Da lag es für die Architektin und Mitgründerin von EfA nahe, einen Anbau zu konzipieren, mit dem in einem Abwasch auch die feuerrechtlichen Probleme deutlich einfacher lösbar seien. Dabei ist „ein relativ simpler Bau, ganz bescheiden mit wenigen Fenster, weil doch immer eingebrochen wird“, enstanden, erläutert die Planerin. Kostenpunkt: 195 300 Euro. Abzüglich Eigenleistungen blieben für die Stadt 165 300 Euro zu tragen. Das war selbst der Verwaltung zu viel. Mit einer abgespeckten Variante steht das Kostenbarometer aktuell bei 151 300 Euro.
Und das war der Punkt, wo FDP-Frau Anita Klahn im Sozialausschuss der Kragen platzte. „Das ist mal wieder ganz typisch“, wetterte die Liberale. Im November gingen die Beratungen los. „Es fing mal mit dem Wunsch nach einem Container an“, erinnerte sie. Der sollte 68 100 Euro kosten. Klahn: „Darüber haben wir angefangen zu streiten, ob wir so viel Geld ausgeben wollen.“ Im Februar stellte sich dann heraus, dass die Blechkiste wohl eher 153 000 Euro kosten wird. Absolut dringend, angeblich die einzig machbare Variante und eigentlich vom Ausschuss schon bewilligt. Bis sich herausstellte, dass der Kreis nicht bereit ist, den benötigten Zipfel seines Grundstücks abzugeben. „Mehrfach ist von der SPD eine Kostenaufstellung für ein Holzhaus gefordert worden. Aber die ist nie geliefert worden“, empörte sich Anita Klahn. Auch der Vorschlag, einen ehemaligen Supermarkt zu nutzen, sei nicht weiter verfolgt worden.
Jetzt soll es also ein Neubau sein. Da man ja wisse, wie das mit öffentlichen Bauprojekten so sei, stellte sie im Namen der FDP eine Reihe von Anträgen. Kernpunkt: Nicht die Stadt baut, sondern, EfA. Dafür gibt es einen Zuschuss von maximal 150 000 Euro. Die Verantwortung und eventuelle weitere Kosten hätte der Verein zu tragen. Da machten die EfA-Vertreter erst mal lange Gesichter, aber es war schon eine gewisse Zustimmung aus allen Fraktionen spürbar, auch wenn Peter Stoltenberg für die SPD darauf hinwies, dass EfA im Ernstfall kein Geld habe und die Stadt dann doch auf den Kosten sitzen bleibe.
Architektin Ulrike Tyrell wehrte sich gegen den Vorwurf, dass öffentliche Bauvorhaben immer teurer werden als ursprünglich angesetzt. Sie wolle den Gegenbeweis antreten. Ein Verein als Bauherr habe bei der Vergabe keine Vorteile mehr, da neue Richtlinien es zuließen, dass auch die Stadt Nachlässe aushandelten oder Skonti festlegten.
Am Ende stand ein gemeinsamer Antrag aller vier Fraktionen. Der Bau wird bewilligt, die Kosten aber auf 150 000 Euro gedeckelt. Die Mittel werden erst frei gegeben, wenn dem Finanzausschuss eine detaillierte Kalkulation vorliegt. Außerdem soll die Verwaltung prüfen, inwieweit Verantwortung, Aufgaben und Pflichten an EfA abgetreten werden können.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 2. Mai 2009
Lesen müsste man können und rechnen auch
Trotz Erfahrung überfahren
Andreas Olbertz, Rolf Blase
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Und wer es nicht nur kann, sondern auch liest … der macht’s vielleicht besser als ein Teil unserer Stadtverordneten diese Woche. SPD und Grüne waren nämlich so mit zählen und feixen beschäftigt, dass sie das Lesen glatt vergessen haben. Sie haben schlicht nicht aufgepasst. Der große Vorsitzende hebt die Hand, wunderbar, dann mache ich das auch. Warum selber nachdenken oder Zweifel äußern? Und schon ist es passiert. Antrag vergeigt. Pro forma wurde noch gegen Bürgerworthalter Rainer Fehrmann gewettert, er habe die Fraktionen gelinkt. Richtig ist, er hat den Beschluss nicht explizit vorgelesen. Das kann man kritisieren – aber natürlich nur vor der Abstimmung, und vorgeschrieben ist es ohnehin nicht. Der Beschlussvorschlag stand an ungewöhnlicher Stelle. Und weil auch die einzelnen Bestandteile des Antrags fett gedruckt waren, hätte man den Eindruck haben können, dass alles einzeln abgestimmt wird. Wurde aber nicht. Hat niemand behauptet, stand so nicht in der Sitzungsvorlage. Wer bis zum Ende gelesen hätte, wäre im Film gewesen.
Was das ganze besonders ärgerlich macht: Rot-Grün hätte eine Mehrheit gehabt. Wären die Damen und Herren auf Zack gewesen, hätten sie den Antrag auf kostenlose Busfahrten während der Armuts-Woche durchbekommen. So schauen die Bedürftigen eben in die Röhre, und CDU und FDP haben ihren Spaß ob des Abstimmungserfolgs. Karikaturist Götz Wiedenroth hat das Thema mit gewohnt spitzer Feder aufgegriffen.
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Nun ist es also amtlich: Der Förderantrag für „Klasse musiziert“ ist abgelehnt, weil keine Personalkosten gefördert werden. Super! Hat das niemand vorher gewusst? Deswegen ist die Stadt Mitglied bei Holsteins Herz geworden und zahlt pro Jahr satte 12 000 Euro Beitrag nach Segeberg. Selbst wenn der Antrag der Musikschule im kommenden Jahr genehmigt werden sollte, weil die Förderrichtlinien bis dahin geändert sind, rutscht Bad Oldesloe damit mächtig in die Miesen, denn für den Projektzeitraum muss natürlich weiter Beitrag gezahlt werden. Hätte die Politik der Musikschule das Geld aus dem Stadtsäckel zugesprochen, wäre vermutlich viel Verwaltungskram gespart worden und günstiger wäre es auch geworden. Aber so haben die Beamten zu tun, und vielleicht finden sich ja noch genehmigungsfähige Projekte, damit Holsteins Herz auch im Rhythmus schlägt …
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Eine Straßenlaterne ist ausgefallen. Ein Anruf bei Stadt oder Stadtwerken hilft. Allerdings nicht immer. „Die Lampe an der Kreuzung in Rethwischfeld brennt nicht“, hatte jemand mitgeteilt – und aufgelegt. Auf der Suche nach dieser einen Kreuzung landete der Trupp an der Gaststätte. Dort brannte aber alles. In Wirklichkeit war bis heute eine Laterne am Schäperbarg ausgefallen. Dass sie bis heute nicht brennt, kam bei der der Ortsbegehung mit Bürgermeister Tassilo von Bary raus (Das heißt auch dann Ortsbegehung, wenn alle die ganze Zeit nur im Feuerwehrhaus sitzen). Wo genau die Laterne ist, wollte Protokollführer Klaus Peter Scharnberg wissen. „Wo es zur Brücke nach Pölitz geht?“ „Ist das nicht da, wo der Feldweg ankommt?“ „Meinst du, wo du aus der Wiese kommst?“ „Nein, da bist du schon zu weit.“ Scharnberg schrieb fleißig mit – bis zum Schlusswort eines Alteingesessenen: „Richtig verstanden habe ich das immer noch nicht. Welche Kreuzung meinst du? Die bei Hein?“
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Auch eine erfahrene Verkehrsausschussvorsitzende kann sich noch überfahren lassen. In der letzten Sitzung des Kreisgremiums von der CDU, die schon wieder einen Dringlichkeitsantrag vorlegte, dieses Mal sogar gemeinsam mit Grünen und FDP, was die SPD-Vorsitzende Sigrid Kuhlwein dreifach nervte, weil sie davon nichts wusste. Es ging um Qualitätssicherung im ÖPNV. Heinz Graefe und seine Kollegen wollten, dass der Kreisverkehrsausschuss zu jeder Sitzung die Vertreter der ÖPNV-Unternehmen einlädt – zur Aussprache über das Beschwerdemanagement. Da laufe in Bussen und Bahnen immer noch zu viel schief, und wenn man immer wieder darauf hinweise, werde sich vermutlich am schnellsten etwas zum Besseren verändern. Auch wenn die Unternehmensvertreter ohnehin meistens bei den Sitzungen dabei sind, ist das durchaus ein Antrag, über den sich diskutieren ließe. Nur: Was soll daran dringlich sein? Die Probleme gibt es seit Monaten, teilweise sogar seit Jahren. Und mit den Gesprächsrunden im Frühjahr in den Dörfern konnten sie bereits gelöst werden oder es wurden Ansätze zu einer Lösung gefunden. Dass Sigrid Kuhlwein den Antrag hätte gar nicht zulassen brauchen, weil keine Gründe für eine Dringlichkeit vorlagen, fiel ihr aber erst im Nachhinein ein. Was vielleicht auch daran liegt, dass Heinz Graefe sie vor kurzem schon Mal überrascht hatte: Mit dem Antrag, dass auf keinen Fall Sigrid Kuhlwein, sondern der Landrat die Gesprächsrunden zum Schülervekehr auf den Dörfern moderieren solle. Dass es um die Sache gehe und man in der CDU nichts gegen die SPD-Ausschussvorsitzende habe, wie Graefe damals sagte, mag man nach dem zweiten Dringlichkeitsantrag nicht mehr so recht glauben.
Grünes Licht für Anbau der Bad Oldesloer Tafel
Lübecker Nachrichten vom 1. Mai 2009
Grünes Licht für Anbau der Bad Oldesloer Tafel
Bad Oldesloe – Gute Nachrichten aus dem Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss: Der Anbau einer Lebensmittelausgabe für die Oldesloer Tafel (EfA – Essen für Alle) an das städtische Gebäude in der Turmstraße 14a wurde genehmigt, ebenfalls der Zuschuss über 151 300 Euro.
Durch den Verzicht auf einen Büroraum konnten die Baukosten gegenüber der ursprünglichen Planung sogar noch um 12 000 Euro gesenkt werden. Allerdings muss die Verwaltung auf Antrag der FDP eine genaue Kalkulation der Baukosten dem Finanzausschuss vorlegen, der die Mittel dann freigeben kann.
Zum Antrag des Waldorfkindergartens auf einen Zuschuss in Höhe von maximal 13 000 Euro für die Beschaffung eines neuen zentralen Spielgeräts gab es erneut eine Diskussion, die Anita Klahn von der FDP anstieß. Sie hatte – mit ihrer Fraktion – ein Problem mit der Grundsätzlichkeit einer städtischen Förderung oder Kostenübernahme. Nach längerer Für- und Wider-Rede einigte man sich aber auf die Bewilligung in diesem Fall. In einem eigenen Antrag soll demnächst über die Grundsätzlichkeit beraten werden.
Kaum weniger Gesprächsbedarf hatte der Tagesordnungspunkt 7, der Abschlussbericht zur kommunalen Sportentwicklungsplanung. Dieser vom Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung erarbeitete Bericht sieht eine Vielzahl von Empfehlungen für die Stadt vor. Das umfasst die Angebotsstruktur (Sport- und Bewegungsangebote für Kindergarten- und Schulkinder, für Jugendliche, Erwachsene und Senioren), die Organisationsstruktur von Vereinen und (einer neu einzurichtenden Sport-) Verwaltung sowie die Infrastruktur. Der BSKA einigte sich darauf, den Abschlussbericht als Arbeitsgrundlage zu beschließen. Die Planungen und Kostenermittlungen zur Sanierung der Umkleiden am Wendum, im Kurpark- und im Travestadion sollen von der Verwaltung überprüft und dem Bau- und dem Finanzausschuss wieder vorgelegt werden. Zudem soll die Verwaltung alternative Standorte für Sportplätze etwa am Stadtrand und die finanziellen Auswirkungen prüfen. Grund war das Gerücht, dass es angeblich Interessenten für einen Bauplatz auf dem Exer geben soll. Um einen neuen Aufgabenbereich Sport innerhalb der Verwaltung zu schaffen, wurde der Bürgermeister beauftragt, kurzfristig in seinem Hause eine Organisationsuntersuchung durchzuführen.
Zum Thema Obdachlosenwesen verlangte der BSKA von der Verwaltung, bis nach der Sommerpause ein „Konzept für eine wohnumfeldverträgliche Unterbringung von obdachlosen Menschen vorzulegen“. Ziel ist die Aufgabe der kaum noch bewohnbaren Unterkunft in Poggensee 2.
Von Joachim Strunk
PHC-Kritik – Und er kümmert sich doch . . .
Stormarner Tageblatt vom 30. April 2009
PHC-Kritik – Und er kümmert sich doch . . .
Staatskanzlei macht sich für „Klasse musiziert“ stark
Bad Oldesloe/ol
– Das hat dem Ministerpräsidenten nicht gefallen. Da musste Peter Harry Carstensen doch im Stormarner Tageblatt lesen, er habe sich nicht gekümmert, obwohl er es versprochen habe.
Diesen Vorwurf hatte Theo Siepmann, Geschäftsführer der Aktiv Region Holsteins Herz, erhoben. Es geht darum, dass Förderanträge, die Personalkosten enthalten, nicht mehr bewilligt werden. Das betrifft das Projekt „Klasse musiziert“ der Oldesloer Musikschule (wir berichteten).
Deshalb bemüht sich die Staatskanzlei jetzt um Klarstellung. Fakt sei, dass es ein Gespräch gegeben habe. Daraus resultiert ein Fragenkatalog. Diese Fragen seien alle ordentlich beantwortet worden. „Die Problematik ’Klasse musiziert’ ist nur ganz am Rande angerissen worden, deshalb hatte Herr Carstensen keine Chance, darauf einzugehen“, erklärt Heike Zogs, Mitarbeiterin der Staatskanzlei in Kiel: „Wenn das klar gewesen wäre, hätten wir selbstverständlich geantwortet.“
Die Fachfrau erläutert: „In der alten Förderperiode unter Leader Plus waren Personalkosten noch förderfähig. Das geht jetzt nicht mehr und das ist auch allen Aktiv Regionen bekannt gemacht worden.“ Aber in Kiel habe man auch erkannt, dass das zu Problemen führe, denn die Aktiv Regionen hätten bundesweit sehr viele nicht-investive Projekte auf die das zutreffe.
Heike Zogs weiter: „Wir versuchen nun, Bedingungen zu schaffen, solche Projekte doch fördern zu können.“ Dafür müsse das Förderprogramm Ländlicher Raum geändert werden, was aber nur mit Genehmigung der EU-Kommission möglich sein. „Das ist ein längeres Verfahren . Im Juni gehen die Anträge raus… Das dauert locker ein halbes Jahr“, stellt Heike Zogs in Aussicht.
Visionen für Bad Oldesloe gesucht
Lübecker Nachrichten vom 30. April 2009
Visionen für Bad Oldesloe gesucht
Bad Oldesloe - Wie soll, wie kann die Oldesloer City attraktiver werden? Durch überdachte Fußgängerzonen, Neugestaltung des Markplatzes, die Ansiedlung von mehr Markenfirmen – so die Vorschläge einer Talk-Runde im Bürgerhaus.
Die Weichen sind bereits gestellt: Ende vergangenen Jahres erstellte Katharina Staiger von der Ludwigsburger Gesellschaft für Markt und Absatzforschung (GMA) ein Einzelhandelskonzept für die Kreisstadt, das Anfang dieses Jahres von den politischen Gremien so weitgehend akzeptiert wurde. Dennoch lässt die öffentliche Diskussion und das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an den Einzelheiten nicht nach. Dies gab eine mehr als gut besuchte Veranstaltung der Verbrauchergemeinschaft Kreis Stormarn am Dienstag Abend im Bürgerhaus zum Ausdruck.
Gastrednerin war Katharina Staiger, die den Anwesenden – darunter einige Vertreter der politischen Parteien Oldesloes – noch einmal ihr Konzept vorstellte.
Ziel ist es demnach, die Innenstadt attraktiver zu machen und die Nahversorgungsstruktur zu sichern. Insgesamt gibt es 165 Handelsbetrieb in Oldesloe mit einer Gesamtverkaufsfläche von rund 55 000 Quadratmetern. 114 davon sind in der Innenstadt angesiedelt – auf rund 17 000 qm. Lediglich 17 residieren in den Gewerbegebieten, weisen aber insgesamt 27 000 qm auf. Dies sei ein Missverhältnis zu Lasten des Zentrums.
Die Chancen für Bad Oldesloe als ein echtes Mittelzentrum des Einkaufs stehen nicht schlecht. Das „Marktgebiet“ umfasst insgesamt über 60 000 Einwohner – 24 500 in Bad Oldesloe, der Rest in den Umlandgemeinden. Die Kreisstadt ist nicht nur als Verwaltungszentrum, sondern auch als Arbeitsplatzstandort und erst recht als Schulstandort mit vielen, auch weiterführenden (Berufs-)Schulen ein Menschenmagnet.
Diese Potenziale müssten verstärkt für den Handel nutzbar gemacht werden, so Staiger. „Marken machen Märkte – Menschen wollen Marken“, formulierte sie knackig. Angesichts der Einkaufsgewohnheiten vor allem junger Leute, die besonders stark auf Marken-Produkte achten, müsste die Stadt verstärkt darauf hinarbeiten, Markenhersteller beziehungsweise -Händler anzulocken.
„Sie müssen ihre positiven Seiten herausstellen“, forderte sie. Immerhin habe Oldesloe enorm viel zu bieten: ausreichend Parkplatzflächen, zum Teil sogar kostenlos, ein herrliches Altstadtambiente kombiniert mit den beiden Flüsschen Trave und Beste, ein „Rundlauf“ durch die Innenstadt für die Kunden und anderes. Man müsse sich nun konzentrieren – zum einen auf den Bereich Mühlenstraße und Hindenburgstraße, zum anderen dort auf größere Verkaufsflächen. Dazu müssten aber alle Beteiligten – Verwaltung, Politik, Eigentümer und Händler – mehr kooperieren. Und auch Visionen entwickeln – „warum nicht eine Teilüberdachung der Fußgängerzone oder eine Neustrukturierung des viel zu großen Marktplatzes?“
Von Joachim Strunk
Grüne und SPD verschlafen Antrag
Stormarner Tageblatt vom 29. April 2009
Grüne und SPD verschlafen Antrag
Da haben SPD und Grüne nicht aufgepasst, den Arm unvorsichtig gehoben und schon war der Grünen-Antrag zur Armutswoche „vergeigt“.
Bad Oldesloe/ol
– Oh, was war er wütend. „Scheiße!“, brüllte Grünen Fraktions-Chef Gerold Rahmann vor der Festhalle und pfefferte seine Unterlagen in den Fahrradkorb. Andere schlichen kopfschüttelnd und mit hängenden Schultern nach der Stadtverordnetenversammlung davon. Da hatten Grüne und SPD eine Mehrheit, weil zwei CDU-Stadtverordnete fehlten. Aber die CDU musste nicht mal mit Nein stimmen – Enthaltung reichte aus, um den Grünen Antrag zur Armutswoche in ihrem Sinne zu verabschieden. Rot-Grün hatte schlichtweg gepennt beziehungsweise die Sitzungsvorlage nicht bis zum Ende gelesen.
Aber der Reihe nach: Im März hatten die Grünen einen Antrag zur „Solidaritätswoche ArMut vom 8. bis 14. Juni“ gestellt. Der kam in den Sozialausschuss und wurde dort behandelt: Die allgemeine Solidaritätsformel, „die Stadtverordnetenversammlung begrüßt die Ziele“ – na klar, da waren selbstverständliche alle für. Kostet ja auch nix. Aber die Grünen wollten mehr: Der Eintritt in die öffentlichen Bäder sollte in der Woche frei sein und der ÖPNV kostenlos genutzt werden können. Geschätzte Kosten alles zusammen gut 5 000 Euro.
Mit dieser Idee hatten CDU und FDP Probleme. Hilfe, wo Not am Mann ist ja, aber keine Gießkannenverteilung von Geldern auch an Leute, die sich den Freibad-Eintritt oder das Busticket durchaus selber leisten könnten. Über beide Punkte wurden einzeln abgestimmt und siehe da, Aygün Caglar (CDU) scherte aus und stimmte für freien Eintritt in die Bäder. Aber bei den Bustickets stimmte auch er mit einem Nein.
Also lautete die Beschlussempfehlung der Verwaltung jetzt logischerweise: „Die Stadtverordnetenversammlung begrüßt die Ziele. In der Solidaritätswoche wird kein Eintritt für die Bäder erhoben.“ Punkt aus. Kein Wort zu freier Busnutzung, schließlich war die im Ausschuss abgelehnt worden.
Nun wurden in der Festhalle die bereits bekannten Argumente pro und contra nochmals ventiliert. Bei Rot-Grün wurde fröhlich getuschelt und Faxen gemacht, denn die Mehrheitsverhältnisse waren ja klar. Als dann alles gesagt war, folgte die übliche Frage von Bürgerworthalter Rainer Fehrmann: „Wer dem Beschlussvorschlag der Verwaltung so zustimmen kann, den bitte ich ums Handzeichen.“ Im linken Sektor gingen die Arme hoch. „Gegenstimmen? Keine. Enthaltungen?“ Da streckten FDP und CDU die Hände in die Höhe. Alles klar, Antrag angenommen, nächster Punkt.
Und da begann es einigen zu dämmern, dass sie grade einen kapitalen Fehler gemacht hatten, das allgemeine Gezeter brach los.
„Wir fühlen uns gelinkt. Es ist doch klar, dass es sich um ein Missverständnis handelt“, machte Maria Herrmann ihrem Unmut Luft. SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach versuchte sich darauf zu berufen, dass der Bürgerworthalter den Beschluss vor der Abstimmung nicht vorgelesen habe. Aber warum er das nicht vor dem Beschluss monierte und stattdessen abstimmte – offensichtlich ohne zu wissen wofür – wird sein Geheimnis bleiben.
Der Grüne Willi Janson versuchte zu retten, was nicht mehr zu retten war, und kam mit einem Geschäftsordnungsantrag: „Aufhebung der Abstimmung, da es sich ganz offensichtlich um ein Missverständnis handelt.“ Aber da hatte er die Rechnung ohne den Juristen Karl-Reinhold Wurch von der FDP gemacht. Breit grinsend zerpflückte er den Antrag: „Man sollte Sitzungsvorlagen bis zur letzten Seite lesen. Wenn wir das zulassen, haben wir nur noch Kuddelmuddel.“ Sein Fazit: „Darüber darf gar nicht abgestimmt werden.“
Auch Bürgerworthalter Rainer Fehrmann konnte sich nur mit Mühe ein Lachen verkneifen: „Es tut mir leid, dass Sie nicht so abstimmen konnten, wie Sie es getan hätten, wenn Sie aufgepasst hätten.“
Andreas Olbertz
Stadtschule will den gebundenen Ganztagsbetrieb
Lübecker Nachrichten vom 29. April
Stadtschule will den gebundenen Ganztagsbetrieb
Bad Oldesloe – Nach der Entscheidung im Bildungs-Ausschuss für die Interessensbekundung der Stadtschule zum gebundenen Ganztagsbetrieb, war die Angelegenheit in der Stadtverordnetenversammlung nur Formsache. Allerdings ging sie nicht ohne Diskussion durch.
Schleswig-Holstein will zu den nächsten beiden Schuljahren 20 Schulen die Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule ermöglichen. Das heißt, die Kinder gehen montags bis donnerstags für acht, freitags für fünf Zeitstunden zur Schule – verpflichtend. Auf letzteren Punkt wies Gudrun Möllnitz von der CDU hin. Ihre Partei sei zwar nicht gegen eine Ganztagsschule – die Stadtschule praktiziere den offenen Betrieb hervorragend –, doch sehe man auch Nachteile. Zum einen seien Kinder zum Schulgang zu den Zeiten gezwungen. „Sie müssen hin, da ist keine Flexibilität mehr.“ Zum anderen sei die Schulform zwar kostenfrei, doch für das Mittagessen müsse gezahlt werden. Und außerdem wisse man nicht, welche finanziellen Folgen das für die Stadt haben könnte.
Daraufhin konterten Jens-Pieter Friese (SPD), Anita Klahn (FDP) und Dagmar Danke-Bayer vehement. Es hätten sich sowohl die Eltern als auch die Stadtschule selbst für den gebundenen Betrieb ausgesprochen. Nun müsse man diesen Willen auch respektieren, so Friese.
Klahn wies auf den verlässlichen Aspekt hin, der es Eltern ermöglicht, an bestimmten Tagen (länger) arbeiten zu gehen. Und Danke-Bayer erklärte, die Unterrichtsgestaltung sei durch die flexible Handhabung von Unterrichts- und Spiel-/ Ruhephasen einfacher für die Lehrer. Am Ende sprachen sich die 17 Kommunalpolitiker von SPD, FDP und Grünen für das Interessensbekundungsverfahren aus.
In den Behindertenbeirat wurden Yannick Freiling, Claudia Gehrke und Marion Janssen sowie Horst Jaeger und Martin Ziemann gewählt, der Wahl von Hartmut Griem zum stellvertretenden Wehrführer in Rethwischfeld wurde ebenfalls einstimmig zugestimmt. unk
Ein Finanzierungsinstrument sorgt für Missklänge
Stormarner Tageblatt vom 27. April 2009
Ein Finanzierungsinstrument sorgt für Missklänge
Das klingt nicht so wirklich gut. Das gut 100 000 Euro teure Projekt „Klasse musiziert“ der Oldesloer Grundschule wackelt, denn es gibt massive Probleme mit den eingeplanten EU-Fördermitteln.
Bad Oldesloe/ol
– Mehr als die Hälfte, nämlich 55 113 Euro, sollten aus dem Eler-Topf in dieses Projekt fließen – so jedenfalls die Kalkulation der Musikschule. Der Antrag läuft über „Holsteins-Herz“. Dessen Geschäftsführer Theo Siepmann macht dicke Backen: „Eine endgültige Ablehnung habe ich noch nicht gesehen, aber es gibt Probleme mit den geltend gemachten Personalkosten. Man kann nicht nur tote Materie fördern. Gute Projekte haben auch Personalkosten.“ Damit ist klar, es betrifft nicht nur unsere Musikschule, es geht um generelle Schwierigkeiten.
Bei „Holsteins Herz“ sind eine Reihe von Projekten betroffen. Das Segeberger Freiwilligenzentrum Mittenmang, Demokratie erleben vom KJR Stormarn mit dem großen Kindercamp „Stormini“ – „da erwarten wir auch große Schwierigkeiten“, räumt Siepmann ein: „Remix in Barnitz ist durch, aber auch nur mit großem Wenn und Aber. Da musste bei den Personalkosten nach unten korrigiert werden.“
Bei „Klasse musiziert“ entfallen von den gut 100 000 Euro nur rund 17 500 Euro auf Material – also überwiegend Instrumente. Den Rest macht das Personal aus. Anträge müssen bei Holsteins Herz eingereicht werden. Wenn sie dort für gut und förderfähig befunden werden, gehen sie weiter zur Genehmigung an das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, ehemals ALR, in Lübeck. Und dort stellt man sich nach Ansicht von Geschäftsführer Theo Siepmann unnötig quer: „Mir hat bislang noch niemand eine Textstelle zeigen können, in der es heißt, Personalkosten werden nicht gefördert.“
Während seines Besuchs bei Holsteins Herz sei auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen auf das Problem angesprochen worden. „Er hat versprochen, sich darum zu kümmern, aber das hat er bislang offensichtlich noch nicht getan“, bedauert Siepmann. Axel Strunk, Dezernent der Genehmigungsbehörde, gibt Siepmann teilweise Recht, dass es vermutlich keine Textstelle gibt, in der stehe, dass Personalkosten nicht förderfähig seien. „Aber da steht ‚investive Maßnahmen’ – und damit sind eindeutig keine Personalkosten gemeint“, rechtfertig er seine Haltung. Er bestätigt zudem: „Es ist kein spezielles Problem der Musikschule oder von Stormini. Das Ministerium in Kiel arbeitet daran.“ Aber eine EU-Förderrichtlinie zu erweitern, sei kein leichtes Unterfangen. Eventuell könne das bis zum Sommer gelingen. Dann habe die Musikschule gute Chancen, im kommenden Jahr durch das Finanzierungsprogramm Eler gefördert zu werden, denn das Projekt sei „sehr gut“. Ein Jahr verloren. Dadurch wird eine gute Idee nicht schlechter, aber die Gebührenuhr tickt. Um überhaupt in den Genuss von Fördermitteln zu kommen, muss die Stadt Mitglied bei Holsteins Herz sein – und das kostet jährlich 50 Cent pro Einwohner. 12 214 Euro für 2009. „Klasse musiziert“ ist auf vier Jahre angelegt. Jetzt kommt womöglich ein „Wartejahr“ hinzu.
Das sieht Bürgermeister Tassilo von Bary nicht gerne: „Dann kippt die Kosten-Nutzen-Analyse. Dieses Jahr bin ich noch entspannt, aber da müssen wir noch mal drüber nachdenken.“ Die Stadt sei noch auf der Suche nach weiteren „vernünftigen Projekten“.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 25. April 2009
Lobby-Arbeit, Bürgerwille und leere Kassen
Winke-Winke mit Diplom
Rolf Blase, Volker Stolten
und Andreas Olbertz
Oh, das riecht nach reichlich Ärger und dicker Luft. Der Knatsch um Heimatmuseum und Bücherei geht in die nächste Runde. Nach der legendären Sitzung des Sozialausschusses mit Pseudodiskussion, Türenschlagen und Auszug der SPD schien eigentlich alles klar. Der Beschluss war jedenfalls eindeutig. Beiden bleiben unter einem Dach, die Verwaltung soll Möglichkeiten der vertikalen Trennung aufzeigen. Und weil das mit dem Denkmalschutz plötzlich nicht mehr so akut ist, sollten auch gleich Überlegungen für einen eventuellen Anbau vorgestellt werden.
Nun sind die Unterlagen für die Sitzung am 6. Mai raus und was ist: Nix! Also, da steht schon eine Menge drin, aber nicht dazu, wie beide Einrichtungen gemeinsam glücklich werden können. Oberlehrerhaft werden die Ausschussmitglieder getadelt, sie hätten gar nicht über die Auswirkungen ihres Beschlusses diskutiert. Das würde auch der Berufsverband Information Bibliotheken erwarten. Von dem wurde gleich eine Hochglanzbroschüre beigelegt. Darin heißt es unter Punkt 13: „Das beste in der Bibliothek: die Bibliothekarin“. Und ich dachte immer, das wären die Medien ...
Die FDP ist als erste aus dem Knick gekommen und haut diese Woche ganz mächtig auf die Pauke. Fraktionsvorsitzender Karl-Reinhold Wurch lästert genüsslich: einseitig, vollkommen unzureichend, Textbausteine des Bücherei-Lobbyverbandes – das sind die Vokabeln mit denen der Liberale das Papier bedenkt. Daraus schlussfolgert Wurch: „Offensichtlich ist der Verwaltungs-Chef nicht in der Lage, die Vorgabe der Politik in seinem Haus durchzusetzen. Es werden erst gar keine Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Frei nach dem Motto: Wir wollen das nicht, also tun wir es nicht.“ Das sitzt.
In den nächsten Tagen wird sich bestimmt auch der „Bundesverband zum Schutz von bedrohten Heimatmuseen“ zu Wort melden. Die anderen Fraktionen haben sicherlich auch eine Meinung, und dann schaun’ mer mal.
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In Ahrensburg haben die meisten Politiker ihr Herz für einen Bürgerentscheid entdeckt. Nicht ganz freiwillig. Eigentlich war ein Kastenschnitt der Linden in der Großen Straße ja beschlossene Sache. Aber nach dem Erfolg der Gegner vor dem Verwaltungsgericht, drohte ein langwieriges Gerichtsverfahren, das die Befürworter überhaupt nicht gewinnen können. Gewinnen die Gegner, ist es nichts mit dem barocken Kastenschnitt. Und sollte die Stadt obsiegen, wäre der emotionale Streit deshalb nicht beendet. So ist es im Grunde logisch, dass die Grünen mit ihrem Antrag auf einen normalen Schnitt der Bäume scheitern mussten. Nun haben die Befürworter fünf Monate Zeit um das „Volk“ vom Kastenschnitt zu überzeugen. Vielleicht hätte man damit schon vor anderthalb Jahren anfangen sollen.
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Spätestens seit Loriots Jodel-Diplom weiß man, dass Volkshochschulen und andere Anbieter mehr als Bildung im Programm haben. An Töpfern und Trommeln, Bauch- und Sockentanz haben wir uns gewöhnt, aber nun kommt „babySignal“. In dem Kurs sollen Eltern die Gebärden ihres Babys verstehen lernen. Beispiel: „Das Kind hebt beide Arme, um zu sagen: „Nimm mich auf den Arm“. Oder die Erwachsenen machen „Winke-Winke“: „Kinder mögen Handbewegungen und es fällt ihnen leicht, diese nachzuahmen.“
Auf so etwas muss man erstmal kommen. Seien wir also froh, dass die Kursleiter eine pädagogische Grundausbildung haben, sich mit Sprachentwicklung auskennen und – einen babySignal-Ausbildungskurs zur Magistra belegt haben. Da lernt man vermutlich die natürlichsten Dinge der Welt, zumindest sie in hochtrabende Worthülsen zu verpacken wie „Die Gebärden sind eine große Bereicherung sowohl für die frühe Kommunikation, als auch für später, wenn ein Kind schon sprechen kann“. Gut, dass man die Gebärde nicht sehen kann, die uns dabei einfällt.
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Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, aber so ein echtes Geschenk sind die Euronen aus dem Konjunkturprogramm auch wieder nicht. 25 Prozent müssen die Kommunen nämlich dazupacken. Das wäre nicht schlimm, wenn die Städte und Gemeinden das Geld so einsetzen dürften wie sie wollten. Aber die Kohle gibt es nur für bestimmte und zusätzliche Investitionen, und weil die 75 Prozent locken, kann auch niemand nein sagen. Dumm nur, dass angesichts sinkender Einnahmen selbst so gut situierten Kommunen wie Bargteheide das Geld für die Investitionen fehlt, die im Haushalt eingeplant waren, weil sie notwendig sind. Es wäre ein Treppenwitz, wenn ausgerechnet das Konjunkturprogramm dafür sorgt, dass sinnvolle Investitionen zurückgestellt werden, damit man sich weniger Dringendes leisten kann. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich dazu Gedanken gemacht.
Chancen für die Innenstadt ausloten
Stormarner Tageblatt vom 25. April 2009
Chancen für die Innenstadt ausloten
Stadt und Verbrauchergemeinschaft laden zu gemeinsamer Veranstaltung ein
Bad Oldesloe/ol
– Das wird mit Sicherheit ein spannender Abend. Stadt und Verbrauchergemeinschaft laden am Dienstag, 28. April, von 19 bis 21 Uhr gemeinsam zu einer Diskussionsveranstaltung ins Bürgerhaus ein. Es geht um Herausforderungen und Chancen für die Innenstadt von Bad Oldesloe. Als Referentin wurde Katarina Staiger gewonnen. Sie hat bereits den ISEK-Prozess begleitet und das Einzelhandelskonzept geschrieben. Bei verschiedenen Anlässen in der Stadt hat sie sich als kompetente Rednerin empfohlen. Katharina Staiger spricht verständlich und nimmt kein Blatt vor den Mund.
Im Mittelpunkt der Diskussion sollen Fragen stehen wie: Welche Möglichkeiten bieten sich auf lokaler Ebene, das Kaufverhalten zu beeinflussen? Welche Angebote und Strukturen brauchen wir vor Ort? Wie lässt sich durch gemeinsame Aktionen etwas bewegen? Grade in diesem Sinne soll auch die Veranstaltung begriffen werden: Stadt und Verbrauchergemeinschaft geben ein Beispiel, wie Kooperationen verwirklicht werden können.
Teilnahme kostenlos, Anmeldung unter 04531/504 520.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 18. April 2009
Ausbooten, entrümpeln, stinken, an der Spitze stehen
So ist unser schöner Kreis
Rolf Blase und Andreas Olbertz
Junge, Junge, da geht ja die Post ab. Nicht, dass das Oldesloer Kulturnetzwerk bislang groß was zustande gebracht hätte – kann man in der Kürze der Zeit wohl auch nicht wirklich erwarten – aber hinter den Kulissen gibt es schon das große Hauen und Stechen. Patrick Niemeier von Klangstadt schmeißt frustiert die Brocken hin, weil er endlich mal wieder was Konkretes machen will. Christian P. Schlichte vom Kulturforum der SPD will hingegen trotzig drin bleiben, obwohl Hardy Fürstenau ihn raus haben will. Kultur soll nicht Sache von Parteien sein, findet der. Wenn wir auf diesem Niveau angelangt sind, stellt sich die Frage, wer überhaupt noch mitmachen darf? Tritop-Kabarett? Viel zu politisch! Oldesloer Bühne? Die haben vergangenes Jahr Dario Fo gespielt; auch so eine linke Socke. Bella Donna? Als wäre die Frauenbewegung jemals unpolitisch gewesen. Und dann verbleiben am Ende womöglich nur noch Schlagerbernd und Tassilo von Bary, die am Lagerfeuer sitzen und fröhliche Lieder singen.
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Guck mal, die kennen wir doch: Susanne Brandt-Stange war zu Gast in der Talkshow von Johannes B. Kerner. Als Entrümpelungsexpertin gab die Oldesloerin Donnerstagnacht via Fernseher Tipps, was mit unnützen Anhäufungen im Keller oder auf dem Dachboden zu machen ist. Eloquent und kurzweilig ging es den Müllbergen an den Kragen. Ihre Tipps sind nicht wirklich neu, aber manchmal braucht man eben jemanden, der einem mit dem nötigen Nachdruck vor Augen führt, welcher Weg einzuschlagen ist. „Benutzt du das Teil?“ Nein. „Liebst du das Teil?“ Nein. „Bringt es dich weiter, es zu besitzen?“ Eigentlich auch nicht. Also kann die logische Konsequenz doch nur bedeuten: Weg damit. Im Fernsehstudio musste als Beispiel ein Kerzenständer herhalten. Und wer schrie hier als Johannes B. Kerner fragte, ob jemand das olle Ding haben wolle? Richtig, die kennen wir doch auch: Dinah Buss, Vorsitzende des Freundeskreises Kolberg, und ihr Mann. Bei Kameraschwenks war dann noch ein weiteres, bekanntes Gesicht zu sehen: Ulrike Häussler, Leiterin der Familien Bildungsstätte, klatschte ordentlich Applaus. Scheint ja fast eine Art Oldesloe-Abend da im Studio gewesen zu sein.
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Mit dem Konjunkturpaket des Bundes sind etliche Hoffnungen in der Oldesloer Politik verbunden. Verbunden gewesen, muss man wohl eher sagen, denn mittlerweile hat sich große Ernüchterung breit gemacht. Erstens wird in Oldesloe deutlich weniger ankommen, als erhofft und zweitens wird es schwierig, sinnvolle Projekte zu finden, die die Anforderungen erfüllen, um gefördert zu werden. Und dann sollen grade dafür auch schon fertige Pläne in der Schublade liegen. Super. Es geht nicht darum, was Oldesloe gerne möchte, was sinnvoll und nützlich ist. Nein, „energetische Sanierung“ ist der Dreh- und Angelpunkt. Punkt aus. Wer da in der Vergangenheit bereits investiert hat, der wird jetzt natürlich arge Schwierigkeiten bekommen. Und genau danach sieht es aus.
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„Das war spitze“ rief Quizmaster Hans Rosenthal immer, wenn einer der Kandidaten etwas gewusst oder richtig gemacht hatte. „Wir sind spitze“ ist auch ein Standardspruch von Landrat Klaus Plöger über den Kreis Stormarn. Dass der Kreis nicht nur landes-, sondern auch bundesweit „spitze“ ist, zeigte sich diese Woche beim neuen INSM-Ranking. Man könnte sich Klaus Plöger durchaus als als Hans Rosenthal vorstellen, der seinen Ausruf noch mit einem Luftsprung garnierte, im TV in Zeitlupe wiederholt. Tatsächlich reagierte der Landrat zwar durchaus erfreut über die gute Bewertung „seines“ Kreises, aber die Studie kommt nun mal von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, und die gilt als neoliberal. Ob nun der Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands VSW nicht nachvollziehen kann, warum Stormarn bei der Zahl der Ingenieure und Hochqualifizierten relativ schlecht abschneidet oder für Sozialdemokrat Klaus Plöger hohe Löhne was Gutes statt was Schlechtes ist, ist wie bei der Statistik eine Frage der Interpretation. Und da legt INSM viele Zahlen offen und erläutert, wie und warum man selbst zu seinen Bewertungen kam. Das ist nicht bei jeder Statistik selbstverständlich. Im Internet unter www.insm-ranking.de kann jeder selbst nachlesen und -prüfen, wie Stormarn zum wirtschaftsfreundlichsten Kreis nördlich der Main-Linie wurde. Ein Erfolg, der nicht nur in der Lage am Rande der Metropole Hamburg begründet ist, sondern der dank Pragmatismus und Zusammenarbeit auch hausgemacht ist. Also Glückwunsch statt Gemecker, Schulterklopfen – und weitermachen.
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Was können die Hausbesitzer in Bad Oldesloe, Barnitz und Großhansdorf froh sein, dass man rund um die Wasserwerke auf ein Schutzgebiet verzichtet. Wer dagegen in Südstormarn rund um Glinde oder im südlichen Teil Bargteheides wohnt, hat Pech: In Schutzgebieten müssen Hausbesitzer noch in diesem Jahr alle Abwasserleitungen auf ihrem Privatgrundstück überprüfen lassen. Nicht einfach nur so, sondern von einer zertifzierten Firma nach einem normierten Prüfverfahren mit Bescheinigung und Stempeln. Das kostet, aber noch teurer dürften die Reparaturen werden, die nach Expertenmeinung bei jeden zweiten Haushalt ins Haus stehen, weil Wasser irgendwo im Boden versickert. Grundwasserschutz ist die offizielle Begründung aus aus Brüssel für die Richtlinie der EU. Wobei allerdings unklar ist, ob sie auch für Privatleute gelten muss. In Niedersachsen, so der Siedlerbund Stormarn, habe man die Prüfung auf das öffentliche Leitungsnetz beschränkt. Und überhaupt sehe man nicht ein, warum man aufwändig Leitungen überprüfen müsse, durch die vor allem Trinkwasser fließe, wenn nebenan tierische Hinterlassenschaften aufs Land gekippt werden. Dafür gilt zwar eine andere, die Gülle-Verordnung, das Argument ist aber nicht von der Hand zu weisen und hat unserem Karikaturisten Götz Wiedenroth den Zeichenstift geführt.
Fördermillionen: Weniger Geld, dafür höhere Auflagen
Stormarner Tageblatt vom 18. April 2009
Fördermillionen: Weniger Geld, dafür höhere Auflagen
Mit den Fördermitteln vom Bund kann die Statd nicht machen, was sie will. Die Richtlinien werfen die Prioritätenliste über den Haufen.
Bad Oldesloe/ol
– Konjunkturpaket – was war angesichts der Milliardensummen, die dafür im Raum stehen nicht alles gehofft, geträumt und hektisch geplant worden. Und jetzt? Die große Ernüchterung, um nicht zu sagen Frust und Unmut. Zumindest im Oldesloer Sozialausschuss.
Das Geld sickert von Berlin über Kiel, die Kreise in die Kommunen. Die Zahlen für die einzelnen Städte sind dann schon sehr viel handlicher. 14,9 Millionen sollen nach Stormarn fließen. Maßgeblich für die Verteilung der Mittel sind nicht Sinn und Bedeutung von Projekten, sondern Schülerzahlen sowie die Kindergarten und Hortplätze. Nach diesem Schlüssel entfallen auf Oldesloe 1,872 Millionen Euro. Davon sind 1,4 Millionen Zuschuss und 468 000 Euro Eigenanteil. Angedacht waren in Oldesloe mal Projekte für satte 9 Millionen Euro.
Ob die Kreisstadt dieses Geld aber wirklich bekommt, ist völlig offen. „Wir haben uns gefühlt wie die Sau, die durchs Dorf getrieben wird“, erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary den Ausschussmitgliedern: „Alle halbe Stunde kamen neue Richtlinien. Aber wir stehen in den Startlöchern, die Anträge zu stellen.“
Der momentane Stand macht Oldesloe allerdings einen Strich durch die Rechnung. Das absolute Killerkriterium ist nämlich die Energieeinsparung. Darauf müssen mindestens 50 Prozent der Kosten entfallen. Fachbereichsleiter Thomas Sobczack: „Das war schon hammerhart für uns. Ich weiß nicht, wie andere Kommunen das machen.“ Denn diese Vorgabe wirbelt die beschlossene Prioritätenliste gewaltig durcheinander. Ein Projekt wie die Sanierung der IGS-Aula ist damit aus dem Rennen. Rektor Andreas Bielke zeigte sich überrascht: „Ich bin sehr erstaunt und geschockt von der Änderung der Liste.“ Durch den Umbau werde eine flexible Nutzung der Festhalle möglich. Die Auslastung werde deutlich steigen. „Es geht darum, gestalterisch zu handeln und etwas nachhaltig für die Schule zu bewirken. Das ist doch ökologisch vertretbar, das kann man doch in Kiel transparent machen“, argumentierte der Schulleiter, erntete dafür aber nur Kopfschütteln bei der Verwaltung. „50 Prozent sind das ko-Kriterium“, stellte Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster klar. Und davon sei man bei der Aula weit entfernt, weil bereits viel saniert worden sei.
Auch Anita Klahn von der FDP war verärgert: „Wir hatten mit gutem Grund die Aula auf Platz eins gesetzt. Das ist wesentlich sinnvoller als Haus 18.“ Dabei handelt es sich um eines der Gebäude der Theodor-Strom-Schule. „Die Räume sind nicht mehr tragbar“, betonte Schulleiterin Barbara Richter-Conrad. Sie hat Glück, denn bei diesem Klinkerbau entfallen 56 Prozent auf energetische Sanierung – das könnte durchgehen. Kostenpunkt 1,25 Millionen Euro – damit wäre der Pott fast schon aufgebraucht.
Ein Teil des Geldes muss auch in Kindergärten fließen. Da passt es, dass am Moordamm neu gebaut werden soll. Auch die Kirche ist schnell aktiv geworden und hat für den Umbau der Kita Ehmkenberg 83 000 Euro beantragt. Das DRK möchte am Möhlenbecker Weg neue Fenster einbauen – 50 000 Euro.
Ähnlich sieht es im Bereich Infrastruktur aus. Die Umwandlung des Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum wird nicht für diesen Fördertopf angemeldet. „Das hat uns das Innenministerium so geraten und das macht auch Sinn, denn diese Maßnahmen müssen bis Ende 2010 abgerechnet werden. Das schaffen wir beim besten Willen nicht“, erklärt der amtierende Bürgermeister Horst Möller.
Weiter steht dort jetzt auch die Sanierung der Bibliothek der Liste und an zweiter Stelle die Sanierung des Umkleidehauses am Sportplatz Wendum. Die Bücherei ist ein Selbstgänger, denn dort sind ja bereits einige Bauabschnitte erledigt. Aber das Thema Wendum rief wieder Anita Klahn auf den Plan: „Warum ausgerechnet Wendum? Haben wir da jemals drüber diskutiert? Jetzt steht das da drin und wird einfach durchgewunken.“ Für Peter Stoltenberg von der SPD, der den Sportentwicklungsprozess mitgemacht hat, ist das kein Problem: „Wendum ist für jüngere Mannschaften absolut unstrittig.“ Tassilo von Bary hat ein ganz anderes Argument: „Alle anderen passen nicht. Wenn es nach der Verwaltung ginge, hätte der Kurpark Priorität, weil wir da die meisten Probleme haben. Aber es bleibt uns nichts anderes übrig.“
Also ob das nicht schon alles verworren genug wäre, gibt es noch ein Schulbauprogramm des Landes bei dem beispielsweise eine Mehrfeldsporthalle, die Aufstockung der IGS-Mensa und die Umwandlung der Stadtschule zur Gebundenen Ganztagsschule angemeldet werden.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 4. April 2009
Streiten, abstimmen und wählen
Alles klar jetzt – oder?
Rolf Blase und
Andreas Olbertz
Das ließ nichts Gutes erwarten: Schon bevor es richtig losging, stritten die Mitglieder des Oldesloer Sozialausschusses über die Tagesordnung. Die SPD hatte festgestellt, dass ihr Antrag zur Situation der Obdachlosen, der bei der vorherigen Sitzung zu vorgerückter Stunde vertagt worden war, diesmal nicht automatisch wieder aufgenommen worden war. Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) lieferte eine Begründung: Es habe eine Reihe von termingebundenen Punkten gegeben, da wollte sie die Tagesordnung nicht überfrachten. Die SPD wunderte sich: Als die Tagesordnung erstellt wurde, sei der mündliche Bericht zum Konjunkturprogramm noch nicht dringlich gewesen. Die Wahl des Behindertenbeirats hätte auch nicht undbedingt diesmal sein müssen, der Antrag für einen Integrationsbeauftragten ebenfalls nicht, und ob der Bericht des Geschäftsführers des Büchereivereins unbedingt auf die Tagesordnung gehörte … ? Dann wurde auch noch darüber gerungen, ob dieser oder jener Punkt vorgezogen werden könnte. Schwupps war die erste halbe Stunde vorbei und noch nichts berappt. Machtspielchen und Politklüngel – du hast mich geärgert, jetzt zahle ich es dir heim. Da kommt Freude auf. Gott sei dank haben dann doch noch alle die Kurve gekriegt und zur sachlichen Arbeit gefunden. Da wurde engagiert diskutiert, fair gestritten und siehe da, bei den Abstimmungen gab es sogar eine Überraschung.
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Endlich! Die Stadt bekommt nicht nur einen Behindertenbeauftragten, sondern gleich einen ganzen Beirat. Bürgerworthalter Rainer Fehrmann war aktiv geworden und hat tatsächlich Freiwillige aufgespürt. Die entsprechende Satzung wurde extra dafür geändert, zehn Kandidaten stehen auf der Liste, aber wer kennt sie? „Egal“, sagen die einen, „freuen wir uns doch, dass wir jemanden haben.“ „Keine direkte Wahl, nur alle zwei Jahre einen Tätigkeitsbericht – da kann man wohl erwarten, dass die sich zumindest mal kurz vorstellen“, kontern die anderen. Eines muss jedem klar sein: Ein Behindertenbeirat, der sich nicht in die Öffentlichkeit traut, ist nicht mehr als ein Alibi. Nur wer die Missstände regelmäßig und laut anprangert, hat die Möglichkeit, etwas zum Guten zu bewegen.
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Oldesloe will feiern. Warum auch nicht? Die Zeiten sind trübe genug, da kann man sich ruhig mal ein wenig Spaß verordnen. Irgendwer hat gesucht und ist auch fündig geworden: Vor 99 Jahren ist der Stadt der Titel Bad verliehen worden – nächstes Jahr gibt es ein rundes Jubiläum. Aber ist ausgerechnet das ein Grund, ausgelassen zu feiern? 1910 war die Bäderherrlichkeit schon ein zweiter Aufguss und nur noch lauwarm, 1914 war endgültig Schluss mit lustig. Also, eigentlich nicht wirklich ein Grund zum Jubeln, aber da wollen wir mal nicht zu kleinlich sein. Wenn hinter dem ganzen allerdings nicht vorrangig der eigene Spaß stehen soll, sondern der Wunsch, überregional bekannt zu werden, dann hat das Ganze wohl doch etwas wackelige Füße. Und vor allem muss man es dann auch richtig krachen lassen. Lokale Blasorchester und Pappkulissen reichen nicht, um das dänische Königshaus anzulocken. Aber die Planungen stehen ja erst am Anfang, wer weiß, was noch aus dem Hut gezaubert wird. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth wagt schon einen Ausblick auf die anstehenden Feierlichkeiten.
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Normal ist das nicht. Auch bei der zweiten Stichwahl zwischen Joachim Wagner und Mark-Oliver Potzahr um die Bundestagskandidatur gab es ein Patt. Beim ersten Mal hatte Potzahr das richtige Los gezogen, die CDU musste ihre Kandidatenkür im Wahlkreis 34 aber nach mehreren Einsprüchen wiederholen. Dass es dann noch einmal, bei durchaus veränderter Zusammensetzung der Wählerschaft, zu einem Patt kam, war so unwahrscheinlich, dass es sogar Heiterkeit auslöste. Das glücklichere Ende hatte auch dieses Mal Potzahr. Bei der „dritten“ Stichwahl enthielten sich (vermutlich) zwei Wagner-Wähler. Und so war ein Kampf zweier „politischer Schwergewichte“, wie es Potzahr ausdrückte, entschieden.
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Militarisierung der Gesellschaft? Parallelstrukturen der Bundeswehr zur Unterdrückung der Bevölkerung? Es sind große und grundsätzliche Fragen, die die Linke umtreiben. Ihr Objekt der Kritik: Die zivil-militärische Zusammenarbeit. Die wurde für Katastrophenfälle geschaffen, in jedem Kreis wurden so genannte Verbindungskommandos eingerichtet. Die sitzen nicht in der Kreisverwaltung, werden auch nicht vom Kreis finanziert, und einen Datenaustausch gibt es ebenfalls nicht – außer bei Übungen und auf der persönlichen Ebene, so Landrat Klaus Plöger in seiner Antwort auf die Anfrage der Linken. Genau das sei nämlich der Sinn der zivil-militärische Zusammenarbeit: Dass man sich gegenseitig kennen lernt, damit man im Katastrophenfall weiß, wen man ansprechen muss und woher man schweres Gerät bekommt. Schnell und unbürokratisch, wenn nötig auf dem „kurzen Dienstweg“. Dass der Landrat im Katastrophenfall die zivilen Kräfte befehligt und die Bundeswehr die militärischen, mag für die, die dem Staat alles zutrauen, ein Problem sein, ist aber normal.
Antragsbearbeitung beim Kreis hängt –Warten auf Krippenplätze
Stormarner Tageblatt vom 4. April 2009
Antragsbearbeitung beim Kreis hängt –Warten auf Krippenplätze
Bad Oldesloe/ol
– Die Eltern müssen wieder arbeiten, und wohin mit dem kleinen Kind? Krippenplätze sind rar. In der Kita Möhlenbecker Weg gibt es immerhin eine altersgemischte Gruppe mit fünf Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Mehr kann die Stadt nicht bieten. Jetzt stand das Thema auf der Tagesordnung des Sozialausschusses und Doreen Braßat hakte nach. „Ich muss für mein Kind zum 1. September eine Betreuung haben“, klagte sie. In der Sitzungsvorlage hatte sie entdeckt, dass die Verwaltung für das nach den Sommerferien beginnende Kindergartenjahr 30 neue Plätze am Masurenweg und bei den Stoppelhopsern im Rümpeler Weg ausweist. Die junge Mutter hatte sich informiert: „Mein Kenntnisstand ist, dass nicht mal die Bescheide des Kreises raus sind. Ich befürchte, dass die Plätze nicht pünktlich eingerichtet werden können.“
Fachbereichsleiter Thomas Sobczack nickte, doch weder er, noch die Oldesloer Politik sind für die Misere zuständig. Im Sozialausschuss sind längst die nötigen Beschlüsse gefasst worden. „Wir haben bereits im Juni 2008 die Anträge gestellt. Wir haben alle möglichen Wege beschritten, aber es gibt keine plausible Begründung, warum nichts passiert“, erklärte Sobczack. Auch Bürgermeister Tassilo von Bary war sauer: „Der Kreis sitzt das aus.“ Er riet den Politikern, ihre Parteikollegen im Kreistag zu aktivieren.
Wilhelm Hegermann, beim Kreis für Kinder und Jugendliche zuständig, will die Vorwürfe nicht so auf seiner Behörde sitzen lassen. „Das ist ärgerlich“, gibt er zu: „Aber bis Anfang Januar hatten wir überhaupt noch keine Richtlinien des Landes.“ Also konnte auch nichts bewilligt werden. Jetzt gebe es die Vorschriften, aber es sei nicht damit getan, einen Stempel auf den Antrag zu drücken. Hegermann: „Leider hat das Land Verfahrensvorgaben gemacht. Das ist ein ganzer Wust, der jetzt abgearbeitet werden muss.“ Es habe sich ein Berg von Anträgen angesammelt – für nur einen Mitarbeiter. Der sei zwar bereits von anderen Aufgaben befreit aber, so Hergemann: „Jetzt kommen ja noch neue Sachen wie das Konjunkturprogramm dazu.“ Trotzdem geht er davon aus, die vorliegenden Anträge noch im April erledigen zu können.
In Oldesloe geht es mit der Schaffung von Krippenplätzen munter weiter. Im Neubau der Kindergartens Moordamm sollen 25 Plätze entstehen, aller Voraussicht nach ab kommendem Jahr.
Und dann? „Wir müssen im Krippenbereich deutlich nachlegen“, ist sich von Bary bewusst. Die Verwaltung hat alle Kitas im Hinblick auf mögliche Krippentauglichkeit betrachtet. Meistens kam der Satz „aufgrund mangelnder räumlicher Kapazitäten nicht möglich“. Als zusätzliches Problem tut sich der Kindergarten Brummkreisel auf.
Da die Stadt das VHS-Gebäude unbedingt verkaufen will, muss für die Lebenshilfe eine neue Bleibe gefunden werden – der Kita-Träger macht Druck. Alles deutet momentan auf einen Neubau auf der Wiese neben dem Hallenbad hin. Und wenn eh gebaut werden muss, können auch gleich Krippengruppen eingerichtet werden. Dieser „Mitnahme-Effekt“, wie Thomas Sobczack es nannte, wäre dann schlüssig.
Als weitere Einrichtung hat die Stadt den katholischen Kindergarten St. Vicelin auf der Liste. Mit einem entsprechenden Anbau könnte dort eine Krippengruppe ermöglicht werden. Dann hätte die Stadt ab dem Jahr 2011/12 die Versorgungsquote so gut wie erfüllt.
Aber spätestens an der Stelle war es mit der Einigkeit im Ausschuss vorbei. Peter Stoltenberg intervenierte für die SPD. Kindergärten wie Stoppelhopser im Hölk und in der Oase, Luftballon sowie die Oase selber hätten massive Raumsorgen. Stoltenberg: „St. Vicelin ist doch ein ordentlicher Kindergarten. Bei anderen Einrichtungen könnte wir aber gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.“ Thomas Sobczak erwiderte nur: „Vicelin tritt ganz offensiv an uns heran.“ So kommt man auf der Liste nach oben.
Mehrheitlich wurde darauf hin beschlossen, die Planungen für einen neuen Brummkreisel voran zu treiben, St. Vicelin wurde zugunsten einer neutralen Formulierung aus dem Beschlussvorschlag gestrichen. Andreas Olbertz
Der Kolkrabe vom Kurpark macht den Oldesloer Krähen Flügel

- Der Kolkrabe hat das Gebiet um sein Nest krähenfrei bekommen.
Lübeclker Nachrichten vom 4. April 2009
Der Kolkrabe vom Kurpark macht den Oldesloer Krähen Flügel
Der Kolkrabe hat das Gebiet um sein Nest krähenfrei bekommen.
Bad Oldesloe – Seit Jahren kämpft Bad Oldesloe gegen die Saatkrähen im Kurpark. Jetzt eilte ein anderer Rabenvogel zur Hilfe: Ein Kolkrabe hält die ungeliebten Saatkrähen auf Distanz.
Für die Germanen waren Raben die Vögel der Götter. Den Griechen galten die treuen Krähen als Symbol der Ehe. Mittlerweile ist der einst so heilige Gottesvogel in Ungnade gefallen. In Bad Oldesloe bemüht man sich schon seit vielen Jahren darum, die vielen Saatkrähen aus dem innerstädtischen Kurpark zu vertreiben. Anlieger lieferten in Sitzungen dramatische und tränenreiche Szenen oder zogen kämpferisch gegen die Stadt als Waldbesitzer vor Gericht. Sie wollten nur eins: Wohnen ohne Krähennachbarn.
Ausspritzen, Attrappen, Lärm – alles wurde in Stormarns Kreisstadt schon versucht, um die Vögel – in diesem Fall Saatkrähen – wieder dahin zu bringen, wo sie noch 50 Jahre vorher heimisch waren. Doch aufs Land zieht es die Krähe von heute nicht mehr. Der Kneeden, wo sich kein menschlicher Anlieger durch ihr „Kra, kra“ gestört fühlen könnte, ist krähenfrei.
Bei jeder neuen Vergrämungsmaßnahme hofften die Kurpark-Anlieger erneut auf einen Wald ohne die großen schwarzen Singvögel. Erst sollte es die Ansiedlung eines städtischen Uhu-Pärchen in einer Voliere richten. Im Uhu-Umfeld an der Nordseite des Parks ist der Krähen-Bestand auch deutlich ausgedünnt. In der Nähe gehen auch Wild-Uhus gern auf Krähenjagd.
Die neue Hoffnung für eine Entlastung im Bereich der Vogelsiedlung, wie das benachbarte menschliche Wohngebiet heißt, galt dem Ausstoßen von Nestern und Abholzen von 650 bis 700 Bäumen für den dort bisher fehlender Randstreifen zur Bebauung.
Bei einer Begehung mit Bezirksförster Reinhard Schulte von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein stellte der Stadt-Umweltausschuss fest, dass die Krähen zwar rasch wieder Nester in den Kolonien aufgebaut haben. Doch es sind deutlich weniger als noch letztes Jahr.
Dr. Kurt Soeffing vom Stadt-Umweltamt hat nachgezählt: 360 Krähen-Nester gibt es jetzt statt 490 im vorigen Jahr. „Ein Riesenerfolg“, freuten sich Ausschussmitglieder. Doch der Nester-Rückgang ist nicht allein Erfolg städtischer Aktivitäten. Unerwartete Hilfe kam ausgerechnet von einem Verwandten der Saatkrähen. Ein einziges Kolkrabenpaar baute in der Parkmitte ein Riesennest und brachte sämtliche kleinere schwarze Artgenossen auf einen deutlichen Achtungsabstand. „Rundum keine Krähe. Wie ausgestorben“, stellten die Ausschussmitglieder fest. Nur neun oder zehn Nester blieben im gesamten Bereich um Spielplatz und Salzteich übrig.
Und das, obwohl dieser Bereich normalerweise ein bevorzugter Platz für die Krähe von heute ist. Sie ist aufs Stadtleben programmiert, siedelt am liebsten in der Nähe von Spiel- und Parkplätzen oder Schulhöfen. Überall dort, wo Abfallkörbe stehen und die Vögel superleicht an Nahrung kommen.
Aber da man in Bad Oldesloe wohl keine weiteren Kolkraben zur großflächigen Krähen-Abschreckung in den Kurpark locken kann, soll im Herbst im Bereich Drosselweg bei eventuellen Nistmöglichkeiten für die Saatkrähen nachgebessert werden. Denn dort stehen einige der großen Bäume immer noch zu dicht an den Häusern.
Von Susanna Fofana
Stadtschule hofft weiter auf Ausbau
Lübecker Nachrichten vom 3. April 2009
Stadtschule hofft weiter auf Ausbau
Fachausschuss hält trotz hoher Kosten an der Umwandlung zur gebundenen Ganztagsschule fest
BAD OLDESLOE – Obwohl Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary mit den Worten „Ich glaube, wir würden uns da verheben finanziell“ warnte, beharrte die Mehrheit im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss darauf, dass die rund vier Millionen Euro teure Umwandlung der Stadtschule zur gebundenen Ganztagsschule mit einem Interessenbekundungsverfahren weiterbetrieben wird.
Als „Schulform der Zukunft“ würde der Bürgermeister die Umwandlung zwar begrüßen. Doch er sah finanzielle Probleme. So müsse die Umwandlung bis zum Schuljahr 2010/2011 umgesetzt sein, es gebe Nachholbedarf aufgrund der Schulreform und Einbußen bei den Steuereinnahmen.
„Das Konzept der Stadtschule ist überzeugend“, räumte auch Gudrun Möllnitz (CDU) ein. Doch auch sie sah die wirtschaftlichen Risiken und die Bedürfnisse der anderen Schulen: „Wir können es uns einfach nicht leisten in eine Schule zu investieren, die phantastische Arbeit leistet.“ Zudem wolle die CDU keine Hoffnung wecken, die nachher nicht erfüllt werden könne. Ihr erschien es günstiger, die Teilnahme an offenen Ganztagsangeboten weiter zu fördern. Mit fünf gegen vier Stimmen wurde die Verwaltung beauftragt, dass die Verwaltung weiter an diesem Thema arbeiten soll. „Damit ist das Thema Stadtschule erledigt“, sagte Ausschussvorsitzende Fehrmann zweideutig, um sich das Lachen von Sabine mit einem „Das glaube ich nicht“ einzufangen. Dagmar Danke-Bayer (Grüne) sah für Familien einen Betreuungs-Rückschritt, wenn die Kinder von der Kindertagesstättenbetreuung zur normalen Schule wechseln. Eine gebundene Ganztagsschule mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht würde mehr Kontinuität bieten. Jens-Pieter Friese (SPD) erinnerte an die Oldesloe-Pannen aus der Vergangenheit.
Weil man Anträge nicht rechtzeitig auf den Weg brachte, sei damals eine Förderung von 90 Prozent für die Mensa verspielt worden. Man brauche Fakten und solle das Projekt nicht von vornherein ablehnen. Auch Schulleiterin Sabine Prinz sah die Entlastung für die Familien und zudem ein hohes Maß an Qualität durch die Umwandlung. Die Anträge müssen bis 4. Mai abgegeben sein, eine Rückmeldung des Ministeriums wird zügig erwartet. Von der Schulhoffläche würden durch die Umwandlung etwa 120 Quadratmeter verloren gehen. Auch eine Parkplatz-Bebauung wurde angesprochen. Nach Gesprächen mit dem Denkmalschutz sei der Anbau eines Flügels an die Stadtbibliothek, der etwa einem Drittel der Parkfläche entspricht, zulässig, so Bürgermeister Tassilo von Bary.
Gebundene Schule – Ausschuss will Antrag stellen

- Vision der Planer: Die Mensa könnte hinter dem Verbindungsgang unter dem Schulhof verschwinden. Zeichnungen: hage+griesenberg
Stormarner Tageblatt vom 3. April 2009
Gebundene Schule – Ausschuss will Antrag stellen
Das war ein richtungsweisender Beschluss:
Beim Kultusministerium soll die Umwandlung
der Stadtschule in eine Gebundene Ganztagsschule beantragt werden. Ob sich die Stadt das Investitionsvolumen von vier Millionen Euro leisten kann, wird später entschieden.
Bad Oldesloe/ol
– Es geht um die konzeptionelle Ausrichtung, Chancen und um Millionen. Die Stadt schickt die Stadtschule in das Interessenbekundungsverfahren für eine Gebundene Ganztagsschule.
Das Land beabsichtigt, unter ganz bestimmten Voraussetzungen, 20 zusätzliche Gebundene Ganztagsschulen auszuweisen. Aus diesem Grund hatte der Sozialausschuss die Verwaltung beauftragt, zu ermitteln, was an Kosten auf die Stadt zukäme. Die Zahlen liegen jetzt auf dem Tisch. Demnach benötigt die Schule einen Sozialpädagogen, pro Jahrgangsstufe einen Erzieher und mehr Stunden für das Schulsekretariat. Das kostet pro Jahr 221 800 Euro.
Zusätzlich sind noch umfangreiche Baumaßnahmen notwendig. Die schlagen nach Schätzung der Architekten mit rund vier Millionen Euro zu Buche. Darin sind die Kosten für eine Mensa enthalten, die die Schule ohnehin bekommen soll. Es werden aber noch zahlreiche zusätzliche Räume benötigt: Arbeitsplätze und ein größeres Lehrerzimmer, aber vor allem Spiel-, Bewegungs- und Ruheräume.
Das Architekturbüro hage+griesenberg stellte ausgefeilte Entwürfe vor, die im Ausschuss auf Bewunderung stießen. So ist beispielsweise geplant, anstelle des gläsernen Verbindungsgangs zwischen Neu- und Altbau eine unterirdische Mensa zu bauen. Das Dach wäre dann Schulhof. Neben der Vorderfront käme über Schächte Tageslicht in den Esssaal.
Die Ganztagsräume könnten in einem Anbau hinter dem Altgebäude realisiert werden. Dieser Trakt soll nach den Vorstellungen der Architekten auf Stelzen stehen, um möglichst wenig Schulhoffläche zu verbrauchen. Mit dem Anbau könnte auch gleichzeitig die Rettungswege-Problematik in dem Gebäudeteil gelöst werden.
„Das ist die Schulform der Zukunft. Wir würden es begrüßen, wenn die Stadtschule Gebundene Ganztagsschule werden könnte“, erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary. Dann kam aber das große Aber: „Meine grauen Haare werden immer mehr, wenn ich sehe, was wir noch alles an Bedarf wegen des neuen Schulgesetzes haben. Ich glaube, wir werden uns damit verheben.“
Damit lag er voll auf der von Gudrun Möllnitz vertretenen CDU-Linie. „Wir können uns das finanziell gar nicht leisten, weil wir noch großen Bedarf an den anderen Schulen haben. Zumal es an der Stadtschule ein funktionierendes System gibt.“
Die anderen Fraktionen hoben die Chancen hervor. „Wenn wir jetzt zu ängstlich sind, kostet es uns nachher doppelt und dreifach“, warnte Halina Waltz für die SPD, Dagmar Danke-Bayer von den Grünen wies auf einen anderen Apsekt hin: „Wenn ein Kind an die Grundschule kommt, ist das für berufstätige Eltern ein Rückschritt.“ Zustimmung auch von FDP-Frau Anita Klahn: „Der offene Bereich ist einfach unzuverlässig. Alle halbe Jahr wird neu geplant.“
Gegen die Flut von Argumenten wollte die CDU nichts anbringen. Inhaltlich waren sich alle einig. Strittig blieb die Finanzfrage. Gudrun Möllnitz betonte: „Wir können es uns nicht leisten. Da macht es keinen Sinn, Hoffnungen zu wecken, die der Finanzausschuss wieder kassieren wird.“ Als Kompromiss schlug die CDU vor, über ein Zuschuss-System nachzudenken, damit sich auch sozial schwache Familien die freiwilligen Kurse leisten können. Die Ampel-Seite hielt dagegen, dass mit dem Interessen-Bekundungsverfahren noch keine Festlegung erfolge, sondern lediglich Chancen gewahrt würden. Bislang sei auch völlig offen, wie sich das Land an den Kosten beteiligen wird.
Mit den Stimmen von SPD, FDP und Grünen wurde deshalb beschlossen, die Oldesloer Stadtschule in das Verfahren zu schicken.
Andreas Olbertz
Neue Regeln aus Kiel werfen alle Pläne um
Lübecker Nachrichten vom 3. April 2009
Neue Regeln aus Kiel werfen alle Pläne um
Bad Oldesloe - Für das Konjunkturprogramm II flattern den Kommunen täglich neue Regeln ins Haus. Die jüngste sorgte dafür, dass dieStadt ihre Antragsliste komplett überarbeiten muste.
In den Verwaltungen wird fieberhaft gearbeitet, damit das Konjunkturprogramm des Bundes bald bei den Handwerkern ankommt. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Die jüngste Mail aus Kiel warf unverhofft die Prioritätenliste der Stadt wieder über den Haufen. Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss musste am Mittwoch Abend im Eilverfahren alles so abändern, damit es wieder unter die Rahmenbedingungen fällt und der Stadt möglichst kein Cent der insgesamt möglichen 1,6 Millionen Euro Förderung entgeht.
Erst seit Dienstag war die jüngste Rundmail bekannt, die alles über den Haufen warf. Im Schulbauprogramm müssen die Energiesparmaßnahmen „mindestens 50 Prozent“ betragen. Deshalb passt dort jetzt die Sanierung des Gebäudes Nr. 18 in der Olivet-Allee am besten hinein. Für 1,2 Millionen Euro werden Fachräume für die Theodor-Storm-Schule auf Vordermann gebracht. Obwohl sie nun nicht mehr 100prozentig den Anforderungen entspricht, wurde getreu dem Motto „Versuch macht klug“ auch die Sanierung der Schulaula der Integrierten Gesamtschule (Festhalle, Investitionsvolumen 1,1 Millionen Euro) angemeldet. Dritte auf der Liste ist die Sanierung der Stormarnhalle, hier sind die Chancen auf eine Förderung jedoch ziemlich gering.
Die ständig neuen Maßgaben aus der Kiel – teilweise im Halb-Stunden-Takt – sind an den Stadtvätern nicht spurlos vorbeigegangen. „Wir haben uns teilweise gefühlt wie die Sau, die von Hunden durchs Dorf getrieben wird“, fasst Bürgermeister Tassilo die Erfahrungen zusammen. Er bedankte sich bei seiner Hochbauabteilung, die die Arbeitsflut zu leisten hat.
Um möglichst viel zu retten bediente sich der Ausschuss nun eines Kunstgriffes. Die Maßnahmen, die nach den neuen Richtlinien im Konjunkturprogramm keine Chance mehr haben, wurde in die Antragsliste für das Schulbauprogramm des Landes verschoben: Die Errichtung einer neuen Mehrfeldsporthalle im Schulzentrum (3,8 Millionen Euro), die Aufstockung der IGS-Mensa mit einem Obergeschoss für das Ganztagszentrum und vier Klassenräume für die Profiloberstufe (2,3 Millionen Euro) – ersatzweise eine Erweiterung um vier Klassenräume für die Profiloberstufe (650 000 Euro), die Sanierung und Neueinrichtung des Chemieraumes an der Theodor-Storm-Schule (200 000 Euro) und die Sanierung und Neugestaltung des EDV-Raumes an der TMS für 250 000 Euro. Von vornherein in dieser Liste rangierten die vier Millionen Euro für die Umwandlung der Stadtschule zur gebundenen Ganztagsschule. Klappt das nicht, rücken 600 000 Euro für den dortigen Mensabau nach.
Dagegen wiederum im Konjunkturprogramm unter der Rubrik Einrichtungen der frühkindlichen Infrastruktur (im Kindertagesstätten-Topf sind 313 000 Euro) ist es vor allem der Neubau der Kindergruppe Moordamm (der Teil für Kinder ab drei Jahren, Kosten: 600 000 Euro). Weitere Maßnahmen: Die Erweiterung der Kindertagesstätte Ehmkenberg (83 000 Euro) und die Sanierung der Kindertagesstätte Möhlenbecker Weg (50 000 Euro).
Für den Investitionsschwerpunkt Infrastruktur/Städtebau sollen der Umbau und die Sanierung des Historischen Rathauses zum Kultur- und Bildungszentrum (rund 3,2 Millionen Euro), die Sanierung der Bibliothek für fast eine Million Euro (700 000 Euro für energetische Sanierungen und 300 000 Euro für Barrierefreiheit) sowie die Sanierung des Umkleidehauses Wendum angemeldet werden.
Von Susanna Fofana
Lesermeinung
Stormarner Tageblatt vom 2. April 2009
Eine Mauer durch die Bibliothek?
Zu: Bericht über die Sitzung des Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss zum Thema Bibliothek/Heimatmuseum.
Wie bitte? Im Jahr der Bauausgaben für Bildung soll die Bibliothek verkleinert werden?
Die Bibliothek in Bad Oldesloe kann nach dem Beschluss, den FDP und CDU im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss vom 4. März herbeigeführt haben, ihr derzeit gutes Angebot nicht aufrechterhalten. Unsere Bibliothek wird von Menschen mit ganz unterschiedlichen Interessen genutzt. Die Kinderbibliothek ist bisher ein geschützter Raum, in dem Kinder sich bewegen können, ohne jemanden zu beeinträchtigen. Eltern können hier vorlesen. Die Zeitungsecke wird von anderen Leserinnen und Lesern genutzt, die dort ihre Ruhe haben wollen, wieder andere stöbern nach Büchern, nicht nur Jugendliche nutzen das Internet. Dies sind nur einige der vielfältigen Interessen, die Raum brauchen, um nicht zu kollidieren. Nach der so genannten „Ostflügellösung“ (ein Unwort!) wäre der Raum für die Kinderbibliothek weg. Dieser Raum soll dem Heimatmuseum zugesprochen werden. Alle Bereiche der Bibliothek müssten auf einen viel kleineren Raum gedrängt werden. Frau Fehrmann von der CDU behauptet jetzt öffentlich, man müsse nach einem Neuzuschnitt der Räume der Bibliothek nur ein bisschen umräumen. Dies ist falsch. Oder nennen Sie es Umräumen, wenn sie die Wand zu ihrem Nachbarn einreißen und die Hälfte seines Wohnzimmers besetzen? Ich möchte nicht über das Heimatmuseum sprechen, das als „Sieger“ aus dieser Schnellschussentscheidung hervorging und in die Räume der Bibliothek einziehen soll. Ich finde es schlimm, dass FDP und CDU zwei Kultureinrichtungen in so eine Konkurrenzsituation bringen. Es muss doch in dieser Stadt eine Raumlösung für das Museum geben, die nicht zu Lasten der Bibliothek und damit der Leserinnen und Leser geht. Ich möchte als Oldesloerin und jahrelange Nutzerin der Bibliothek mein Unverständnis über diese unsinnige Entscheidung äußern. Gerade werden die Bibliotheksräume nach einem mehrheitlich beschlossenen Konzept renoviert, dafür wurde Geld ausgegeben, Steuergeld. Jetzt soll wohlmöglich eine Mauer durch unsere Bibliothek gezogen werden? Ich glaube kaum, dass die Leserinnen und Leser dafür Verständnis haben. Bibliotheken haben heute viele neue Aufgaben. Mit der wachsenden Zahl von Ganztagsschülerinnen und –schülern z. B. entsteht auch ein Bildungsauftrag an Bibliotheken. Dafür müssen ausreichend Räume und Personal zu Verfügung stehen. In Zeiten wachsender Armut geben Bibliotheken den Menschen die Möglichkeit weiter (fast) kostenlos alle Medien zu nutzen. Die Bibliothek ist meiner Ansicht nach einer der attraktivsten, öffentlich zugänglichen Räume in dieser Stadt, ich möchte, dass dies so bleibt.
SYBILLE KLINGNER




































