Der Bauhof zieht um
Der Finanzausschuss hat den Umzug des Bauhofes zum 1. Dezember beschlossen.
Vorübergehend bis zu einer endgültigen Lösung mietet der Bauhof das Betriebsgelände und die Gebäude der Firma Schoer & Bollow am Moordamm an. Die Oldesloer Firma stellt Ende November wegen Insolvenz endgültig den Betrieb ein. Bereits im Juli hatte die Politik einstimmig der Veräußerung des Bauhofgrundstückes an die Firma Minimax zugestimmt.
Mit dem Umzug des Bauhofes steht den Erweiterungsplänen von Minimax von Seiten der Politik nichts mehr im Wege. Auf dem alten Bauhofgelände soll nach den Vorstellungen von Minimax ein Schulungszentrum mit zirka 50 neuen Arbeitsplätzen entstehen. Die Voraussetzungen sind nun geschaffen.
November 2008 / mh
Jahresrückblick - Auszüge
Stormarner Tageblatt vom 30. Dezember 2008
Parlament neu besetzt
Kommunalwahl im Mai und die hatte es in sich: Die Stadtverordnetenversammlung wurde gründlich neu zusammen gewürfelt. Die CDU hat 20 Prozent und damit fünf Sitze verloren. Die absolute Mehrheit ist weg. FDP und Grüne gewinnen deutlich, sie sind mit jeweils vier Abgeordneten im Stadtparlament vertreten. Auch die SPD kann in der Kreisstadt gut sieben Prozent zulegen, hatte insgeheim aber auf mehr gehofft. Eindeutige Mehrheitsverhältnisse gibt es seit diesem Tag nicht mehr. Alles steht und fällt mit den beiden kleinen Parteien. Bei jedem umstrittenen Thema müssen jetzt die Mehrheiten gesucht werden. Das hat die Politik in Oldesloe deutlich spannender und unvorhersehbarer gemacht. Dem Miteinander hat der Wechsel gut getan.
Amtsgericht und andere Runden
Oldesloe verliert zwar die Gerichtsbarkeit, aber das Gericht hat die Stadt sich gesichert. Aus dem Gebäude soll ein Kultur- und Bildungszentrum werden. KuB und der damit zusammen hängende Stadtumbau wurden nicht nur in der Politik diskutiert, auch das Volk war gefragt. Isek-Runden, Kulturnetzwerk-Runden, KuB-Beteiligungs-Runden, Sportenwicklungskonzept-Runden. Jaja, es war ein rundum rundes Jahr. Und was ist dabei heraus gekommen? Noch gar nichts. Die Endfassungen der Gutachten liegen noch nicht vor – und ob Politik ihnen später folgen wird, bleibt wie immer abzuwarten.
Das Unwort des Jahres: Urheberrecht
Anfangs werden viele noch gedacht haben, das werde schnell geklärt sein und amüsierten sich über den Begriff, aber inzwischen ist es zum wahren Killer, zum Unwort mutiert: Urheberrechte.
Nein, wir reden hier nicht von Musik, sondern von Architektenkleistungen. Wer denkt, mit dem Honorar sei alles abgegolten und die Stadt fortan der Herr in den eigenen Häusern – weit gefehlt! Träumt weiter, kann man denen nur zurufen.
Bad Oldesloe musste in diesem Jahr die Erfahrung machen, dass ohne den Segen der Architekten gar nichts geht. Der Umbau des Hallenbades ist darüber baden gegangen. Blubb, blubb weg isser. Wer anfangs noch geträumt hatte, das Thema sei mit ein paar Scheinchen und netten Worten erledigt, erlebte inzwischen ein böses Erwachen. Beim Hallenbad wird in Bad Oldesloe mit den ehemaligen Architekten über eine sechsstellige Summe verhandelt – nur um die Genehmigung zu bekommen, das Gebäude auch äußerlich modernisieren zu dürfen. Bis das nicht geklärt ist, passiert gar nichts. Wenn das erst mal vor Gericht geht …
Und der Albtraum ist noch nicht beendet. Eine Mensa für die Stadtschule – das geht nur mit dem Segen des Planers. Ein Marktplatz, der keine Stolperfalle und kein Absatzkiller mehr ist – da hat der Architekt ein Wörtchen mitzureden. Und wer weiß, was beim Amtsgericht noch auf uns zu kommt.
Über „Urheberrechte“ lacht in Oldesloe jedenfalls keiner mehr, im Gegenteil.
Jahresrückblick - Auszüge
Stormarner Tageblatt vom 27. Dezember 2008
Rambo-Zambo – die andere Politikvision
Der Bauhof ist schon seit Jahrzehnten im Gerede ... aber dieses Jahr ganz besonders.
Lang hat es gedauert, aber dann war doch irgendwann das Bauhofkonzept da. Ergebnis: Der Bauhof wird ein eigener Fachbereich. Da passte es, dass der alte Leiter gefeuert worden war. Ein neuer wurde gesucht und auch gefunden. Christian Wruck übernahm das Ruder, ging aber schnell wieder von Deck. Der ehemals selbstständige Garten- und Landschaftsbauer kündigte noch in der Probezeit. Eine andere Führungskraft habe den Dienst gar nicht erst angetreten. Axel Ruster setzte sich in einer zweiten Bewerbungsrunde durch. Er wird voraussichtlich die Bauhof-Leitung am 1. April übernehmen.
Dann kam heraus, das über Jahre Aushub gelagert worden war – 3000 Kubikmeter, deren Entsorgung 70 000 Euro kosteten. Das veranlasste den sonst so ruhigen FDP-Stadtverordneten Karl-Reinhold Wurch zu der Aussage, er würde am liebsten eine Stange Dynamit in den Bauhof werfen – klar griff unser Zeichner Götz Wiedenroth diesen Ausspruch auf.
Und zu guter Letzt war da ja auch noch die Diskussion um den Verkauf des Geländes, die dann dazu führte, dass der Bauhof umziehen musste.

- Foto: Blase
Ein Bächlein fließt am Bauhof ganz still und stumm
Rund 250 Minimax-Beschäftigte gingen Mitte September auf die Straße – nicht für höheren Lohn, sondern für eine Erweiterung ihres Unternehmens. „Wir können nicht nachvollziehen, dass einige Oldesloer Politiker aus irgendwelchen Gründen etwas dagegen haben, dass wir das Bauhof-Grundstück kaufen“, so der Betriebsratsvorsitzende Wilfried Orlik.
Grund: Das weltweit tätige Unternehmen braucht Platz. Auf dem Stammgelände soll unter anderem ein internationales Schulungszentrum gebaut werden. Rund sechs Millionen Euro will Minimax investieren und 40 bis 50 Arbeitsplätze schaffen.
Probleme sind ein kleiner Nebenbach der Glindhorst, laut B-Plan aber ein „erhaltenswertes Gewässer mit Grünstreifen“. So braucht es einen landschaftspflegerischen Begleitplan, und dabei sollen auch Fledermäuse gezählt werden. Minimax-Geschäftsführer Klaus Hofmann mit ständig neuen und teuren Auflagen konfrontiert, die Oldesloer Politiker zu Unrecht an den Pranger gestellt. Schließlich müsste die Stadt auch den Umzug des Bauhofs finanzieren. Harte Kritik an dem Unternehmen kam von Uwe Stephenson von den Grünen. Es sei „reines Gepokere und einer Weltfirma unwürdig“, dass Minimax die Kosten für Abriss und Herrichtung des Grundstücks sowie für Bach-Verlegung und Öko-Ausgleich vom gutachterlichen Kaufpreis abziehen wolle.
Würde die Stadt das tun, wären das unerlaubte Beihilfen – deshalb soll das ganze über die WAS abgewickelt werden. Wenn es denn zur Vertragsunterzeichnung kommt.

- Foto: Blase
Firmen-Pleiten stoppen B 75-Ausbau
Das Oldesloer Traditionsunternehmen Schoer & Bollow gibt es nicht mehr. Insolvenz im Mai, abgewickelt – das war’s. Die Baufirma war nicht etwa überschuldet. Es gab schlicht keine Aufträge mehr. Ostfirmen konnten mit Dumpinglöhnen deutlich bessere Angebote machen, die Oldesloer hatten das Nachsehen.
Kurze Zeit Später erwischte es die Firma IHB aus Wismar. Das Unternehmen hatte den Zuschlag für den Ausbau der B 75 bekommen, kann das Projekt aber wegen der Pleite nicht beenden. Seitdem ruhen dort die Arbeiten. Der zweitgünstigste Anbieter war S&B, doch die können den Auftrag wegen der eigenen Insolvenz nicht einfach übernehmen. Fünf Unternehmen sollen neue Angebote abgeben – die Preise sind zwischenzeitlich um satte 250 000 Euro gestiegen. Im Dezember teilt Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster jedoch mit, dass neu ausgeschrieben wird. Weil die Energiepreise mittlerweile deutlich gesunken sind, wird auch mit einer Baukostensenkung gerechnet.
Oldesloe: Rock ’n’ Roll trifft Baugesetzbuch
Stormarner Tageblatt vom 22. Dezember 2008
Oldesloe: Rock ’n’ Roll trifft Baugesetzbuch
Das Weihnachtsfest ist nicht mehr fern. Es ist die Zeit, in der Bräuche besonders intensiv gepflegt werden, was man dann gern Tradition nennt. Umso enttäuschender, das gerade jetzt eine lieb gewordene Veranstaltung ausfallen muss.
Bad Oldesloe/ol
– Das war’s dann wohl mit einer schönen Tradition. In diesem Jahr wäre es der 21. Auftritt von „Adonis und Baker“ an einem 23. Dezember im Oldesloer Connor’s geworden. Der Pub ist zu, das Konzert fällt aus. Da gibt es für Henning „Adonis“ Moss nichts zu deuteln oder zu diskutieren: „Eine Verlegung des Konzerts in eine andere Location kommt für die beteiligten Musiker nicht in Betracht. Wir sind der Meinung, dass dieses Event untrennbar mit dem Connor’s verbunden ist“, stellt er unmissverständlich klar. Eine klare Ansage.
Und wie geht es weiter? Die Zukunft der Kultkneipe ist mehr denn je ungewiss. „Es gibt keinen Betreiber“, berichtet Bürgermeister Tassilo von Bary. In der Musikszene kursieren derweil nur Gerüchte. Eines lauet: Es soll eine Auflage geben, dass keine laute Musik mehr gespielt werden dürfe. „Wenn überhaupt, dann nur noch unplugged? Damit können wir Musiker natürlich nicht leben“, sagt Henning Moss. Es sei fraglich, ob sich unter solchen Bedingungen überhaupt ein Pächter für den renommierten Veranstaltungsort finden lasse. Moss: „20 Jahre lang hat sich kein Anwohner – mit einer einzigen Ausnahme – über Veranstaltungen im Connor’s beziehungsweise früher im Café Chaos beschwert.“
Bürgermeister von Bary hält dagegen: „Aber der eine reicht aus.“ Seitens der Bauaufsicht habe es keine Auflagen gegeben, stellt er klar. Es habe allerdings ein Beratungsgespräch mit einem Interessenten aus Lübeck gegeben. „Dem haben wir erzählt, was für Probleme vor Ort bestehen.“ Und die sehen so aus: Bei dem Areal handelt es sich um ein Mischgebiet mit Hauptanteil wohnen. Gaststätten seien zwar grundsätzlich erlaubt, aber wenn dort Musik gemacht wird, werden Kneipen zu Vergnügungsstätten. Die seien in Mischgebieten „nur soweit zulässig, als man sie nicht als kerngebietstypisch einstufen muss.“ Das sei beispielsweise ein „Tanzcafé mit 40 Sitzplätzen.“ Rock ’n Roll meets Baugesetzbuch – kein Wunder wenn da Interessenten das Weite suchen.
Grundsätzlich räumt der Oldesloer Verwaltungs-Chef durchaus ein, sei es nicht Aufgabe der Stadt, zu kontrollieren, ob zu viel Lärm aus den Kneipe nach draußen dringt. „Realität ist aber doch, dass die Beschwerdeführer stante pede zur Stadt gehen“, sagt Tassilo von Bary: „Ich bin da selber immer gerne bei Konzerten gewesen. Es gab eine Vereinbarung, dass Konzerte nur bis Mitternacht gehen sollen. Das fand ich immer schade, wenn dann schlagartig plötzlich Schluss war.“
Kultkneipe hin oder her, bei den Vorschriften kann der Oldesloer Bürgermeister natürlich kein Erbarmen kennen: „Wenn das Connor’s ständig Live-Auftritte hat, ist es dort nicht zulässig.“ Er bietet Interessenten allerdings an, bei der Vermittlung eines geeigneten Gebäudes für eine Musikkneipe behilflich zu sein. „... oder zukünftig im Kultur- und Bildungszentrum“, deutet er an. Das müsste seinen Kultcharakter allerdings erst noch unter Beweis stellen.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 20. Dezember 2008
Von Förderwahn und Spar-Modellen
Steigenberger oder Etap?
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Joh, da darf man echt gespannt sein. Nach elf Jahren und etlichen Millionen an Wertverlust hat das Intermar einen neuen Besitzer gefunden. Und der hat jetzt tatsächlich mit dem Umbau begonnen. Allerdings ohne zu wissen, was für ein Hotel dabei herauskommen soll. Steigenberger oder Etap, Luxus- oder Jugendherberge – sollte man das nicht vorher wissen? Offensichtlich nicht. So jedenfalls die Auskünfte der Pressesprecherin der Besitzergesellschaft. Etwas Konkretes gibt es aber: Im ersten, spätestens im zweiten Quartal 2009 soll das Hotel eröffnen. Weil auch der Oldesloer Bauhof in das Gewerbegebiet ziehen wird, hat sich unser Zeichner Götz Wiedenroth zu dem Thema so seine Gedanken gemacht.
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Nun mussten sie ja mal öffentlich darüber reden, warum sie sich als Kreistagsabgeordnete mehr Geld gönnen wollten. „Das sind keine Diäten und das ist kein Gehalt“ wurde Hauptausschussvorsitzender Hans-Werner Harmuth nicht müde zu betonen. Natürlich hat er recht, aber es ist eben auch keine Aufwandsentschädigung. Neben den monatlichen Sätzen für normale Abgeordnete (266 Euro), Fraktionsvorsitzende (403 Euro) und andere Funktionsträger werden Fahrkosten ebenso extra erstattet wie Bürokosten für die Fraktion. Und wenn die Aufwandsentschädigung wirklich dafür da wäre, den Kostenaufwand abzudecken, dann dürfte sie weder versteuert werden noch dürften die Abgeordneten einen beträchtlichen Teil an ihre Partei abgeben. Unter dem Strich bleibt dann tatsächlich nicht mehr viel übrig, und man darf einigen Kreistagsabgeordneten durchaus glauben, dass sie nicht nur viel Zeit investieren, sondern auch noch Geld mitbringen.
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Der Kindergarten Moordamm zieht in die Schule am Kurpark, die für 600 000 Euro umgebaut wird. So lautete der Beschluss, den der Oldesloer Finanzausschuss wieder einkassierte. „Da muss gespart werden. Höchstens 400 000 Euro“, gaben die Haushälter den Beschluss zurück. Und was ist jetzt heraus gekommen: Ein Neubau für eine Million! Da freuen wir uns doch über so viel Sparkompetenz. Naja, die Bausumme soll schon „klar unter“ einer Million liegen, aber warten wir mal ab. Und den Kredit wird auch nicht die Stadt aufnehmen, sondern der Kitaträger. „Wir“ werden nur Zins und Tilgung übernehmen. Wenn man das mal auf monatliche Beiträge runter rechnet, wird das auch ein ganz angenehmes Sümmchen sein. Und eine Anregung für andere Kitaträger, wie man ebenfalls zu einem Neubau kommen könnte.
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Nun ist es beschlossene Sache: Die Stadt Bad Oldesloe tritt „Holsteins Herz“ bei. Das eröffnet der Musikschule (und auch allen anderen Vereinen und Organisationen) die Möglichkeit, Fördermittel zu bekommen. Konkret hat die Musikschule eine groß angelegte Kooperation mit der Stadtschule vor.
Das Projekt finden alle gut, trotzdem hat die CDU dagegen gestimmt. Mal wieder die CDU gegen die Stadtschule? Nein, natürlich nicht! Die Argumentation von Fraktions-Chef Horst Möller ist einleuchtend: Wenn die vier Jahre erst mal rum sind, gibt es keine Fördermittel mehr, aber unter Umständen andere Schulen, die gerne Extra-Musikunterricht hätten. Da aber ungewiss ist, ob diese Begehrlichkeiten erfüllt werden können, soll erst gar keiner in den Genuss kommen. Klingt logisch, wird aber trotzdem absurd, wenn man es weiterdenkt: Die Räume im KuB werden nicht für alle interessierten Vereine reichen. Also lassen wir das mit dem Umbau des Amtsgerichts lieber bleiben. Zur Attraktivierung der Innenstadt wird man gar nicht alle Grundstücke aufkaufen können. Da hat es doch auch keinen Sinn, nur zwei oder drei zu nehmen? Klingt irgendwie wie Selbstmord aus Angst vor dem Tod.
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Andererseits ist die Hoffnung der Oldesloer, EU-Geld aus dem Eler-Programm zu bekommen, vielleicht auch nicht mehr als eine Illusion. Der Kreisjugendring hat es für das Stormini-Planspiel versucht und wurde überall abgewatscht. Weil es mehrere Beteiligte und ganz viele Vorschriften gibt, werden nur Projekte öffentlicher Träger mit 55 Prozent gefördert. Da reicht es auch nicht, wenn die Stadt den Antrag stellt und die Durchführung an die vergibt, die es können. Nicht einmal, wenn es Vereine, Verbände oder Gesellschaften sind, in denen nur öffentliche Träger sitzen. Die Kommune muss es selbst machen, sonst gibt es die 55 Prozent nicht, sagen die Beamte nachdem sie aktenweise Vorschriften studiert haben. So eine sinnlose Absurdität bekommt bei einem Projekt wie dem Stormini-Planspiel, bei dem Kinder lernen, wie eine Stadt, wie Demokratie funktioniert, noch mal eine besondere Qualität. Sollte dieser Förder-Schwachsinn, der bei einer realistischen Kostenberechnung sowieso ein Vielfaches der Zuschüsse an Verwaltungskosten verschlingt, wirklich das sein, was von der Demokratie auf europäischer Ebene unten ankommt? So viel Storminis kann man überhaupt nicht veranstalten, um bei den Kindern noch Verständnis für Politik und demokratische Abläufe zu wecken.
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Ortstermin in der Wolkenweher Niederung wegen der Vernässung. Die CDU konnte leider nicht daran teilnehmen und beschwert sich, sie werde vorsätzlich von Informationen ausgeschlossen. Kann man nicht wirklich ausschließen, denn in der Oldesloer Politik scheint so ziemlich alles möglich. Denken wir mal zurück. Es ist noch gar nicht so lange her, da wurde über den Steinfelder Redder debattiert. In der Schlussphase hat die CDU mächtig auf die Tube gedrückt. Was hat die SPD sich damals beschwert, die Zeit reiche nicht für eine vernünftige Vorbereitung. Was mussten sich die Genossen damals anhören: Das ist doch alles Verzögerungstaktik. Bei so wichtigen Themen muss man auch mal Sonderschichten einlegen. Alles absolut richtig. Nur muss man fragen, ob die Argumente von damals nicht mehr gelten, wenn die Vorzeichen mal umgekehrt sind?
Gute Aussichten für Umwandlung des Amtsgerichts
Stormarner Tageblatt vom 20. Dezember 2008
Gute Aussichten für Umwandlung des Amtsgerichts
Sondersitzung des Hauptausschusses der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung
Bad Oldesloe/ol
– Plötzlich muss es ganz schnell gehen. Auf der Sondersitzung des Hauptausschusses berichtete Bürgermeister Tassilo von Bary von einem vormittäglichen Gespräch im Innenministerium. Die Umwandlung des Amtsgerichts zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) habe gute Aussichten auf Förderung. Daran seien aber Bedingungen geknüpft.
Kiel habe den Oldesloern ins Stammbuch geschrieben, dass ein Impulsprojekt nicht nur die Vergabe von Räumen sein dürfe. Gleichzeitig verlange das Ministerium bis März ein fertiges, von der Politik abgesegnetes Projekt, das die Grundlage der Architektenausschreibung bilden muss. „Das ist recht umfangreich“, betonte Tassilo von Bary.
„Das ist Problem und Chance zugleich“, findet Wulf Dau-Schmidt. Der Soziologe und Architekt war eigentlich nur für zwei Beteiligungsrunden engagiert worden. Die hat er aber so überzeugend gemacht, dass er jetzt auch die Ausgestaltung leiten oder moderieren soll. Eigentlich propagiert er, dass ein Stadtumbau Zeit braucht. Bevor es an die konkrete Umsetzung gehe, müsse ein Wandel, ein Umdenken in den Köpfen erfolgen. Die Zeit habe die Kreisstadt definitiv nicht. Aber, und darin sieht er die Chance: „Dann wird es auch nicht auf die lange Bank geschoben und endlos diskutiert“, hob Dau-Schmidt hervor.
Und weil jetzt ein Zahn zugelegt werden muss, stellte er auch gleich klar: „Wir können nicht mehr mit 40 der 60 Leuten weiter machen.“ So viele waren zu den ersten Beteiligungsabenden gekommen. Doch damit ist jetzt Schluss. Es geht nur noch in kleiner Runde weiter. Die Plätze in dem neuen Gremium waren aber bereits vor der Hauptausschuss-Sitzung quasi vergeben. Entsprechend kamen auch nur noch die zur Sitzung, die künftig bestimmen werden.
Wulf Dau-Schmidt hat Visionen: Vorhaben, die vom Stadtumbau gefördert werden, müssen mindestens 25 Jahre Bestand haben, andernfalls müssen Fördermittel zurück gezahlt werden. Da muss ein Projekt gut geplant sein, damit es auch Bestand hat. Wulf Dau-Schmidt: „Als ich das erste mal da war, waren die Räume schon verteilt. Für die verbleibenden paar Quadratmeter brauchen sie nicht so ein Verfahren zu starten.“
Über einige Fragen zeigte er auf, in welche Richtung die Überlegungen des Arbeitskreises gehen müssen: „Wie kommen wir in die Situation, dass Räume geteilt werden und man nicht nur Gast in dem Haus ist. Es geht nicht um die Vergabe von Räumen, sondern die Idee dahinter. Das Gebäude muss geknackt werden.“
Der Anspruch des Moderators ist dabei sehr hoch: „Die Nutzer bestimmen die Bauarbeiten“, ist eine seiner Maximen, die er postuliert, „nicht die Architekten.“ Das wird ein schweres Stück Arbeit. Wie schwer, davon gab die Diskussion im Olesloer Ausschuss schon einen ersten Eindruck. Da tauchte die Frage nach einer Geschäftsordnung für den Arbeitskreis auf, die Forderung, nur die späteren Nutzer, dürften entscheiden oder Überlegungen, wie denn mit Minderheitenvoten aus der Runde umzugehen sei. Visionäres Denken klingt anders.
Ein Drittel der Plätze im Arbeitskreis geht an Mitarbeiter der Verwaltung. Vier bekommt die Politik, drei Sitze belegen Vertreter des Kulturnetzwerks, das Oldesloer Heimatmuseum und Moderator Wulf Dau-Schmidt – fertig ist die Entscheiderrunde. Wenn es um spezielle Themen geht, sollen zusätzlich Fachleute eingeladen werden.
Andreas Olbertz
Bad Oldesloer Kulturzentrum: Projekt nimmt Fahrt auf
Lübecker Nachrichten vom 20. Dezember 2008
Bad Oldesloer Kulturzentrum: Projekt nimmt Fahrt auf
Bad Oldesloe – Auf einer Sondersitzung beschloss der Bad Oldesloer Hauptausschuss am Donnerstagabend, einen Arbeitskreis einzusetzen, der sich verstärkt um ein Konzept für das Kultur- und Bildungszentrum in den Gebäuden des Historischen Rathauses und des frei werdenden Amtsgerichts kümmert.
In diesem Arbeitskreis vertreten sind drei Vertreter des Kulturnetzwerkes, die Leiterin der Volkshochschule Karin Linnemann, die Geschäftsführerin der Musikschule Cornelia von der Heydt, Dr. Sylvina Zander vom Sachbereich Kultur und Bildung der Stadt, ein Vertreter des Oldesloer Heimatmuseums, je ein Vertreter der politischen Parteien CDU, SPD, FDP und Grünen, Bürgermeister Tassilo von Bary, ein Vertreter des Sanierungsträgers für den Stadtumbau-West-Prozess, für die Stadt Bad Oldesloe Mandy Treetzen und Angela Haußer sowie Moderator Wulf Dau-Schmidt. Je nach Erfordernis werden zu den möglicherweise demnächst wöchentlichen Sitzungen weitere Teilnehmer oder Fachleute nach Bedarf hinzugezogen.
Eile ist geboten, denn Bürgermeister von Bary verkündete, dass man aus Kiel für das Impulsprojekt Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe grünes Licht erhalten hat – unter der Voraussetzung, dass bis Ende März bereits ein fertiges Konzept vorgelegt wird und anschließend mit den erforderlichen Umsetzungs- und Baumaßnahmen begonnen werden kann.
Mit Hochdruck wird also die neue Gruppe an ihre Arbeit gehen, die Verwaltung wird zudem noch eine Fahrt zu anderen ähnlichen Projekten in der näheren Umgebung anbieten. Im Fokus liegen dabei Besuche des „Cultura“, dem Stadtteilkulturzentrum in Hamburg-Allermöhe, und/oder des Kulturzentrums Kiel. Die Fahrten sollen möglichst noch im Januar stattfinden. Von Joachim Strunk
Kita Moordamm: Anbau gespart – Neubau bewilligt
Stormarner Tageblatt vom 19. Dezember 2008
Kita Moordamm: Anbau gespart – Neubau bewilligt
Eigentlich sollte der Sozialausschuss sparen – 200 000 Euro beim Anbau für die Kita Moordamm. Stattdessen wurde ein Neubau bewilligt: Kosten etwa eine Million Euro.
Bad Oldesloe/ol
– Da saßen sie alle in trauter Runde, schauten selbstgefällig, und aus verschiedenen Ecken kam der Satz: „Warum nicht gleich so?“ Zur Vorgeschichte: Vor zweieinhalb Jahren ist „der Moordamm“ von der kindergartenähnlichen Einrichtung zu einem „echten“ Kindergarten geworden. Die Genehmigung ist allerdings mit räumlichen Auflagen des Kreises verbunden. Die konnte oder wollte der Träger dort vor Ort nicht erfüllen. Jetzt droht angeblich die Schließung.
Deshalb fällten die Mitglieder des Sozialausschusses diesen Herbst mehr oder weniger notgedrungen einen Beschluss, dass der Kindergarten in die Schule am Kurpark umziehen soll. Dort wären für 600 000 Euro Umbaumaßnahmen nötig geworden. Diese Pläne hat der Finanzausschuss aus Kostengründen kassiert. Das ganze landete wieder im Sozialausschuss. Der konnte sich aber zu keiner Entscheidung durchringen, weil vom Trägerverein und der Verwaltung immer wieder betont wurde, dass es keine Alternative gebe und auch nicht günstiger gebaut werden könne.
Also wurde eine Sondersitzung nötig. Zu der gab es jetzt eine ausführliche Vorlage. Fazit: „Zusammenfassend hält die Verwaltung an ihrem Vorschlag entsprechend der Beschlussfassung und im BSKA am 1. Oktober fest.“ Es soll also bei den Umbauplänen an der Kurparkschule bleiben. Keine Einsparungen möglich.
Nach einem Gespräch am Montag zwischen Verwaltungsmitarbeitern und Vertretern des Moordamm-Trägervereins wird ein neuer Vorschlag als der große Durchbruch gefeiert. Für „klar unter einer Million Euro“ entsteht auf dem Spielplatz neben der Freikirche ein Neubau für zwei Krippengruppen, eine altersgemischte Gruppe und eine Gruppe für Drei- bis Sechsjährige. Die Überlegungen gab es schon mal. Seinerzeit war noch von 1,3 Millionen Euro die Rede. Dafür müsste der Bebauungsplan geändert werden, weshalb diese Idee verworfen wurde, da ein solches Verfahren einerseits völlig ergebnisoffen wäre und andererseits viel zu lange dauern würde.
Jetzt stellt sich die Situation anders dar. Bürgermeister Tassilo von Bary: „Die erste Planung sah einen Anbau vor, der wie ein Riegel vorne vor liegen sollte.“ Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster ergänzte: „Der Spielplatz fällt nicht mehr oder weniger flach, sondern wird nur geringfügig kleiner.“ Gut 600 Quadratmeter fallen weg wenn das Gelände eines Stromverteilers hinzugerechnet wird. Nichtsdestotrotz wird die B-Plan-Änderung bis Ende des kommenden Jahres dauern. Der Zeitfaktor spielt aber nicht mehr die große Rolle, ist Fachbereichsleiter Thomas Sobczak überzeugt: „Der Kreis muss sehen, dass es eine Entscheidung gibt.“ Dann könne die Kita Moordamm weiter arbeiten.
Der neue Plan ist nicht billiger als der Umbau am Kurpark, trotzdem wird er sich vermutlich für die Stadt rechnen. Denn Bauherr ist nicht die Stadt, sondern der Trägerverein. Die Stadt kommt im Rahmen der üblichen Kitaverträge über die Mietzahlungen lediglich für Tilgung und Zinsen auf. Entsprechend der Laufzeit würde das Gebäude nach 25 Jahren an die Stadt übergehen.
Für die Politiker gab es nicht viel zu diskutieren. Gudrun Möllnitz (CDU): „Die Planung entspricht wesentlich mehr dem, was in Oldesloe benötigt wird.“ Auch Anita Klahn (FDP) war schier begeistert: „Das ist die tragfähigste, sinnvollste und nachhaltigste Lösung.“
Das Vorhaben wurde einstimmig beschlossen, zur Februarsitzung werden noch verbliebene, offene Frage geklärt, dann sollen die endgültigen Beschlüssen fallen.
Standpunkt
Geheimsache?
Andreas Olbertz
So gestaltet man öffentliche Ausschusssitzungen: Vorlagen auslegen, die schon überholt sind, den Tagesordnungspunkt und vor allem die gefundene Lösung bloß nicht vorstellen, sich in der „Diskussion“ nur mal eben ein paar Stichworte oder noch besser Abkürzungen zuwerfen – so bekommt man es hin, dass auch der letzte interessierte Bürger sich an den Kopf fasst und frustriert geht.
Die Sitzung des Sozialausschusses war eine schallende Ohrfeige für all jene, die vielleicht einfach nur wissen wollten, wie es mit dem Kindergarten Moordamm weitergeht – sie hätten es nicht erfahren! Wer zufällig eine der Tischvorlagen ergatterte, konnte sich glücklich schätzen. Alle anderen Uneingeweihten dürften nur Bahnhof verstanden haben. Bürgerunfreundlicher kann Politik nicht gemacht werden.
Lösung für Kindergarten Moordamm?
Lübecker Nachrichten vom 19. Dezember 2008
Lösung für Kindergarten Moordamm?
BAD OLDESLOE –
Ein „abend¬füllendes Thema“, so die Bildungsausschussvorsitzende Angela Fehrmann in Anspielung auf die letzte BSKA-Sitzung, hatte der Ausschuss am Mittwoch vor der Stadtverordnetenversammlung auf der Tagesordnung. Nämlich die Probleme um den Kindergarten Moordamm.
Der ist nämlich im Gebäude der Freikirche untergebracht und arbeitet seit 2006 nur mit einer Sondergenehmigung, die jetzt ausläuft. Der Kreis fordert aber, dass die Räumlichkeiten ausschließlich dem Kindergarten zur Verfügung stehen. Also erwog die Stadt, den Kindergarten in Räumen der Schule am Kurpark unterzubringen, wo demnächst aufgrund sinkender Schülerzahlen Kapazitäten frei werden. Dies wieder
um will der Trägerverein des Kindergartens nicht und unterbreitete der Verwaltung jetzt einen Vorschlag, einen Neubau am Standort Moordamm zu errichten. Das Betreuungsangebot soll dann zwei Krippengruppen, eine altersgemischte Gruppe und eine Gruppe für Drei-bis Sechsjährige umfassen.
„Warum nicht gleich so?“, fragte Ausschussvorsitzende Fehrmann rhetorisch und zeigte sich zufrieden, wie auch die anderen Ausschussmitglieder. Bis zur nächsten Sitzung des BSKA am 4. Februar 2009 sollen diverse Fragen nach dem Umfang des Betreuungsangebots (auch nachmittags), nach dem Raumkonzept, der Genehmigungsfähigkeit durch den Kreis und finanzielle Auswirkungen beantwortet werden. unk
Lesermeinung
Stormarner Tageblatt vom 19. Dezember 2008
Weg wird hochwassersicher
Zu: Leserbrief von Karl-Heinz Lenz („Die Moor-Mafia“) im Stormarner Tageblatt am Mittwoch, 17. Dezember, Seite 16 Es ist dreist, wie Herr Lenz versucht, durch Unwahrheiten Verunsicherung zu schaffen, und das mit üblen Verunglimpfungen paart. Richtig ist, dass Moorböden bei Entwässerung sacken. Das ist eine unumstrittene Tatsache, die Sackung der Wolkenweher Wiesen um etwa 80 cm ist vom Ingenieurbüro Heidel dokumentiert. Ziel der Planungen ist es, einen etwa 2 m breiten Weg zur grünen Brücke zu bauen, der hochwassersicher ist und auch begangen werden kann, wenn die Wiesen überschwemmt sind. Das bedeutet für die Besucher des Gebietes eine Verbesserung! Zeitungsfotos zeigen, dass die Wolkenweher Wiesen schon 1981 überschwemmt wurden, trotz Ausbaggerungen, ohne Sohlgleite und obwohl ich noch nicht in Bad Oldesloe lebte.
KLAUS GRAEBER
Bad Oldesloe
Mensa-Kaution in Bad Oldesloe: Zuschuss im Einzelfall
Lübecker Nachrichten vom 19. Dezember 2008
Mensa-Kaution in Bad Oldesloe: Zuschuss im Einzelfall
Bad Oldesloe –
Im Fall der umstrittenen Sicherheitsleistung in Höhe von 30 Euro für das Mensaessen am Schulzentrum bewegt sich etwas: Der Bildungsausschuss der Kreisstadt beschloss einstimmig, im Einzelfall die Kaution für Hartz-IV-Empfänger oder bedürftige Asylbewerber einmalig zu übernehmen. Die Regelung gilt ab 1. April 2009.
Die neue Mensabetreiberin, die Rostocker Firma Menütaxi GmbH, verlangt eine einmalige Sicherheitsleistung in Höhe von 30 Euro, die allerdings nach Vertragsende (also nach Verlassen der Schule des Kindes) wieder an die Eltern zurück bezahlt werden – sofern die gebuchten und verzehrten Mittagessen per Lastschrift bezahlt wurden. Die Kaution ist eine Absicherung für das Catering-Unternehmen, da es quasi einen Monat in Vorleistung tritt. Die Abrechnung über die Menüs erfolgt bis zum 5. des Folgemonats.
Kritiker hatten moniert, das Unternehmen erhalte dadurch ein zinsloses Darlehen. Zudem sei es vor allem ärmeren Eltern oft gar nicht möglich, diese zusätzliche finanzielle Leistung zu erbringen. Die Ausschussmitglieder konnten den ersten Kritikpunkt nicht nachvollziehen. Zumal Menütaxi sich als kooperativ erwiesen habe. So bieten die Rostocker das von den Eltern gewünschte Chipkartensystem an, das eine diskriminierungsfreie Bezuschussung erlaubt. Und bezüglich der Kaution will sich Menütaxi im Einzelfall auch auf eine Ratenzahlung einlassen. Eltern, die die Sicherheitsleistung nicht aufbringen können, müssen bei der Stadt den Zuschuss beantragen. Informationen dazu erteilt auch die Schule.
Von Joachim Strunk
Kommunen haben kein Rezept gegen die Krise
Hamburger Abendblatt vom 19. Dezember
Flaute: Konjunkturprogramme Fehlanzeige
Kommunen haben kein Rezept gegen die Krise
Bund will Milliarden lockermachen, aber bei den Gemeinden wird der Gürtel enger geschnallt. Leidtragende: die Handwerksbetriebe.Von Matthias PopienBad Oldesloe -In Stormarn wird es vorerst keine kommunalen Konjunkturprogramme für die örtliche Wirtschaft geben. Das ist das Ergebnis einer Umfrage unter Bürgermeistern und Kommunalpolitikern. Adelbert Fritz, der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, hält das für grundfalsch. "Konjunkturprogramme, die vom Bund kommen, bringen den kleinen Handwerksbetrieben meist nichts", sagt er. "Wenn eine Autobahn gebaut wird, geht der Auftrag an irgendeine große Firma. Für uns ist es viel wichtiger, dass die Kommunen etwas machen. Wenn da eine Schule saniert oder Wärmedämmung eingebaut wird - das kommt bei uns an und sichert Arbeitsplätze vor Ort."Im Dezember entscheidet sich in den meisten Kommunen, wie viel Geld im nächsten Jahr zu welchem Zweck ausgegeben wird - es ist die Zeit der Etataufstellung. In Trittau ist man mit der Arbeit schon fertig. Ein strikter Sparhaushalt ist dabei herausgekommen, inklusive Gebühren- und Steuererhöhungen. So etwas ist Gift für die Konjunktur, findet Hermann Hanser, Fraktionschef der SPD in Barsbüttel. "In solchen Zeiten müssen auch die Kommunen Geld in die Hand nehmen. Es ist ja geradezu widersinnig, was wir machen: Der Bund versucht, die Bürger zu entlasten, und zugleich werden sie auf kommunaler Ebene mit höheren Abgaben belastet." Hanser kämpft in Barsbüttel gerade gegen eine geplante Anhebung der Kindergartengebühren.Wer sich ein wenig in den Gemeinden umhört, der erfährt, dass die große Bundespolitik in der Tat bei den Haushaltsberatungen kaum eine Rolle gespielt hat. Horst Kienel, Kämmerer in Ahrensburg: "Über Investitionen zum Zweck der Konjunkturankurbelung ist bei uns noch nicht gesprochen worden." Aber der Haushalt werde ja erst im Februar verabschiedet, da haben man noch Zeit, darüber nachzudenken. "Mal sehen, was von der Politik kommt", sagt Kienel.In Bargteheide ist der Etat schon beschlossen. "Wir werden rund acht Millionen Euro investieren", sagt Bürgermeister Henning Görtz. "Damit haben wir schon eine sehr hohe Investitionsquote."Bad Oldesloe hat noch keinen Haushalt, will aber nach den Worten von Hagen von Massenbach, dem SPD-Fraktionschef, "auf keinen Fall bei der Bildung und im sozialen Bereich sparen." Ein Vorziehen von Investitionen kommt für ihn dennoch nicht in Frage. Die Begründung ist einfach: "Wir haben nichts, was wir vorziehen könnten." In Bad Oldesloe wird im Februar oder März über den Etat entschieden. Tassilo von Bary, der Oldesloer Bürgermeister, ist in seiner Ablehnung noch deutlicher: "Antizyklisches Wirtschaftsverhalten ist sicher wünschenswert, aber Bad Oldesloe kann sich das nicht leisten. Wir können als kleine Kommune nicht zum Wirtschaftsmotor werden."Auch in Großhansdorf gibt es noch keinen Gemeindevertreterbeschluss darüber, wie 2009 mit dem Geld zu verfahren ist. Aber es gibt einen Entwurf der Verwaltung - und der, so Großhansdorfs Bürgermeister Janhinnerk Voß, "sieht eine sehr große Zurückhaltung bei Investitionen vor". Ein Konjunkturprogramm auf regionaler Ebene habe nur dann einen Sinn, wenn es zwischen den Kommunen abgestimmt werde. "Es nützt nichts, wenn alle mehr Geld für die Straßensanierung ausgeben", sagt er. "Dann haben nur die Straßenbauer was davon und andere nichts."Auch bei den Kreispolitiker stößt der Gedanke, Investitionen vorzuziehen, auf wenig Resonanz. "Ob das was bringt, wenn wir zum Beispiel sagen, wir machen jetzt schon mal die Fenstererneuerung an irgendeinem Gebäude, wage ich zu bezweifeln", sagt Joachim Wagner, der Fraktionschef der CDU. "Aber wir werden in der Fraktion über das Thema beraten." Und Landrat Klaus Plöger sagt: "Wir werden jetzt keine Schulden machen, nur um irgendwas zu tun, über das alle reden. Diese Aufgeregtheiten machen wir nicht mit. Wir werden gucken, wie sich die Lage entwickelt. Bei 3,8 Prozent Arbeitslosen gibt es keinen Grund zur Hektik."
Bad Oldesloe tritt der Aktivregion Holsteins Herz bei
Lübecker Nachrichten vom 19. Dezember 2008
Bad Oldesloe tritt der Aktivregion Holsteins Herz bei
Bad Oldesloe –
Lediglich an der Beteiligung Bad Oldesloes an der Aktivregion Holsteins Herz gab es Differenzen zwischen den in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien. Der Beitritt der Stadt ist Voraussetzung für eine EU-Förderung („ELER“) für das Konzept der Oldesloer Musikschule, „Klasse musiziert“.
Für Horst Möller, Fraktionsvorsitzender der CDU, hat das Projekt zwar „Charme“ und zeichnet auch die Arbeit der Musikschule aus. Allerdings sind die Folgekosten für die Christdemokraten unabschätzbar. „Was ist denn in fünf Jahren? Welche Kosten kommen dann auf die Stadt zu? Das ist doch alles nicht quantifizierbar!“
Zur Erinnerung: Die Kosten für das Projekt der Musikschule belaufen sich auf rund 100 000 Euro. Für den Fall des Beitritts würden 55 000 Euro EU-Fördergelder fließen. Allerdings müsste die Stadt wiederum bis 2013 pro Jahr 12 000 Euro Mitgliedsbeitrag bezahlen. Bei diesem Betrag würde nur „ein Nullsummenspiel für die Stadt“ heraus kommen, so Möller.
Ganz anderer Meinung waren die übrigen Parteien. Gerold Rahmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, glaubt, dass gerade ab 2013 „große große Fleischtöpfe“, also hohe Subventionen von Seiten der EU warten würden. Insgesamt würden dann auf Deutschland 14 Milliarden Euro verteilt. Daran wollen die Grünen gerne für Oldesloe teilhaben. Und FDP-Chef Karl-Reinhold Wurch erklärte, es würde sich „nicht nur in der Summe, sondern auch in der Sache“ lohnen, wenn die Stadt der Aktivregion beiträte. Oldesloe müsse sich dem Umland öffnen, damit dieses sich für Oldesloe öffne. Mit 15 Stimmen von SPD, FDP und Grünen wurde der Antrag bei neun Gegenstimmen der CDU angenommen.
Einstimmig fielen dagegen die weiteren Entscheidungen. Infolge der Schulreform stehen Baumaßnahmen an der IGS und an der TMS an, für die zwei Verpflichtungsermächtigungen von je 25 000 Euro bewilligt wurden. Ebenso für eine 40 000 Euro teure neue Heizungsanlage in der Turnhalle I, da die alte irreparabel defekt ist. Des Weiteren wurden die Finanzierung einer Tiefenwassserableitung am Poggensee sowie die Gewässerverlegung auf dem ehemaligen Bauhof- und künftigen Minimax-Gelände an der Industriestraße gesichert.
Von Joachim Strunk
EU-Geld für Musikunterricht ?
Stormarner Tageblatt vom 18. Dezember 2008
EU-Geld für Musikunterricht ?
Knappes Ja vom Hauptausschuss
Mit einem knappen Votum hat sich der Hauptausschuss für
den Beitritt der Stadt Bad Oldesloe zur Aktiv-Region „Holsteins Herz“ ausgesprochen. Damit besteht die Aussicht
auf EU-Fördermittel.
Bad Oldesloe/ol
– Was für ein Hickhack. Aber es geht eben um viel Geld, um die Stadtschule und um Aktivitäten der Verwaltung. Die Oldesloer Musikschule möchte das Projekt „Klasse musiziert“ starten. Zwei Grundschulklassen sollen über vier Jahre zusätzlichen Instrumentalunterricht bekommen. Die Idee finden alle gut – behaupten sie zumindest. Das Thema wurde erstmalig im Hauptausschuss beraten, der Sozialausschuss befasste sich damit und sprach eine dringende Empfehlung aus, und jetzt stand „Klasse musiziert“ abermals auf der Tagesordnung des Hauptausschusses. Knackpunkt: die Kosten, beachtliche 100 000 Euro. Es könnte bis zu 55 000 Euro Zuschuss geben. Dafür müsste die Stadt jedoch Mitglied der „Aktiv Region Holsteins Herz“ werden. Bis 2013 würden Jahr für Jahr 12 000 Euro Mitgliedsbeitrag fließen. In der Summe also gut 60 000 Euro.
Ein klares Statement kam von Wilfried Janson. Der Grüne will nicht nur die Musikschule gefördert wissen, sondern zauberte auch gleich einen bunten Strauß anderer Projekte aus dem Hut, hauptsächlich Wanderwege, für die ebenfalls EU-Mittel fließen könnten. Auch vom Liberalen Karl-Reinhold Wurch kam ein deutliches Ja. Die FDP sieht in dem Projekt nämlich nur den ersten Schritt zukünftiger Förderung der Musikschule. „Wir sind da mal sehr optimistisch ran gegangen“, blickte Wurch auf die Debatte um die EU-Gelder zurück: „Jetzt habe ich den Eindruck, die Verwaltung packt das mit sehr spitzen Fingern an.“
In die Kerbe schlug auch Maria Herrmann von der SPD: „Mir ist das zu wenig. Ich vermisse den Aktionismus der Verwaltung. Von Kooperation mit anderen Gemeinden kann wohl keine Rede sein.“ Bürgermeister Tassilo von Bary wusste lediglich zu berichten, das auch die JUP aus dem Inihaus einen Förderantrag gestellt habe. Worum es dabei geht, wisse er allerdings nicht. Kanuwandern, Reittourismus und Hanseatenweg – alles Ideen, die der Bürgermeister als „schwierig“ einstuft. In der Vorlage für den Hauptausschuss vom November hatte die Verwaltung noch deutlich geschrieben, sie sehe die Führungsrolle dafür beim Kreis und riet ansonsten, sich von Holsteins Herz zurück zu ziehen. „Von der Stadt haben wir keine weiteren Projekte“, teilte von Bary mit. Dass auch die VHS mit einem Antrag vorstellig geworden ist und ebenfalls gute Förderaussichten hat – vorausgesetzt, die Stadt tritt bei – blieb diesmal vorsichtshalber unerwähnt. Hauptamtsleiter Malte Schaarmann druckste rum: „Es ist nicht ohne, dabei zu sein.“ Er verwies auf den hohen Arbeitsaufwand und bei überregionalen Ideen würden alle anderen automatisch Bad Oldesloe die Arbeit aufdrücken wollen. Ob oder wie viele Fördermittel letztlich flössen, sei ungewiss.
Die CDU machte ein ganz anderes Fass auf. „Das Projekt halten wir für gut“, betonte Fraktions-Chef Horst Möller, aber einen Beitritt lehnt seine Fraktion ab. „Es geht uns um die Folgekosten. Die sind völlig ungeklärt“, betonte der Christdemokrat. Er befürchtet finanzielle Probleme, wenn nach dem Projektzeitraum auch andere Schulen den speziellen Musikunterricht haben wollten. Also soll erst gar keiner in den Genuss bekommen.
Mit ihrer knappen Mehrheit sprach sich die Ampelkoalition (SPD, FDP, Grüne) für den Beitritt zu Holsteins Herz aus. Die Verwaltung wurde beauftragt, Vereine über Fördermöglichkeiten aus dem Topf zu informieren. Andreas Olbertz
Bad Oldesloe: Keine Lust auf Mensaessen?
Lübecker Nachrichten vom 18. Dezember 2008
Bad Oldesloe: Keine Lust auf Mensaessen?
Bad Oldesloe - Nach den Weihnachtsferien startet der neue Betreiber der Schulmensa. Die Anmeldungen lassen allerdings noch sehr zu wünschen übrig.
Woran liegt es? An dem unbekannten Unternehmen mit dem gewöhnungsbedürftigen Namen „Menütaxi“ aus dem Osten der Republik? An der einmaligen Gebühr für die persönliche Chipkarte in Höhe von 3,50 Euro – oder der zusätzlichen „Bearbeitungsgebühr“ von 10 Euro, falls die Karte beschädigt oder verloren wird? Oder etwa an der Kaution von 30 Euro, die Eltern vorschießen sollen, damit der neue Betreiber der Mensa im Bad Oldesloer Schulzentrum an der Olivet-Allee einigermaßen sicher planen kann?
Letztere Sicherheitsleistung soll nämlich vor dem Start des Kantinenbetreibers überwiesen werden. Eine Mutter fragte daraufhin in der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses Anfang Dezember, warum dem „Menütaxi“ ein zinsloses Darlehen gewährt werde.
Das sei kein günstiger Kredit, so die Verwaltung, sondern nur für den – äußerst selten vorkommenden – Fall, dass einmal das Essen nicht bezahlt würde. Immerhin müsse das Unternehmen für einen Monat in Vorkasse treten, da erst immer am Monatsende mit den „Auftraggebern“, also den Eltern der Schüler, abgerechnet werde. Die Preise für Schüler pro Portion Mittagessen betragen 2,80 Euro, Lehrkräfte zahlen 3,80 Euro. Daneben gibt es noch ein preiswertes Mittagessen zum Preis von 1,80 Euro, ein Dessert kostet 50, ein 0,2-Liter-Getränk 40 Cent.
Die 30 Euro werden nach Kündigung des Versorgungsauftrages, also beispielsweise wenn das Kind die Schule verlässt und die Mensa nicht mehr in Anspruch nimmt, zurück erstattet.
So wirtschaftlich nachvollziehbar diese Regelung ist, so groß sind offenbar doch die Vorbehalte dagegen bei Eltern und Schülern. Denn die Anmeldezahlen „sind noch nicht so toll“, hieß es aus der Rostocker Zentrale von Menütaxi. Die Möglichkeit, sich beziehungsweise seine Kinder übers Internet (www.menueportal.de) oder über das Callcenter der Menütaxi GmbH Rostock (Telefon 0180/500 95 34) anzumelden, wurde bislang nur gering angenommen – „bisher erst 30 bis 40 Anmeldungen“.
Allerdings sind die schriftlichen Anmeldungen über die einzelnen Schulsekretariate dabei noch nicht erfasst. Sylvia Frautz, die diese Zahlen in der Stadtverwaltung sammelt und ans Menütaxi weiterleiten wird, hatte zum gestrigen Nachmittag „noch keinerlei Überblick“. Bliebe es tatsächlich bei den bisher eingegangenen 30 oder 40 Anmeldungen, wäre dies aber schlichtweg eine Katastrophe.
Denn immerhin rechnet nicht nur die Stadtverwaltung, sondern natürlich auch der Mensabetreiber mit Zahlen zwischen 350 bis 600 Essen täglich. So jedenfalls war der Betrieb Anfang 2008 gestartet und die Mensa aufgrund des großen Andrangs auch bis zum Sommer auf die doppelte Fläche erweitert worden.
Es ist allerdings nicht anzunehmen, dass die Zahl der Esser tatsächlich so gering ausfallen wird. Zumal man auch weiterhin das Mittagessen bar bezahlen kann. „Die Chipkarte soll nur die Abwicklung für die Schüler und den Betreiber vereinfachen“, hieß es aus Rostock. Dort sieht man die Angelegenheit entspannt. „Vor dem unmittelbaren Start gibt es immer eine verhaltene Phase. Wir stellen unseren Betrieb und unser Essen vor Schulbeginn am 8. Januar noch einmal der Öffentlichkeit vor.“ Von Joachim Strunk
Amtsgericht endgültig gekauft
Stormarner Tageblatt vom 16. Dezember 2008
Amtsgericht endgültig gekauft
Bad Oldesloe/ol
Jetzt ist es endlich perfekt. Wie Bürgermeister Tassilo von Bary gestern mitteilte, ist der Kaufvertrag für das Amtsgericht am Donnerstag beurkundet worden. Die Übergabe des Gebäudes soll im Oktober kommenden Jahres erfolgen. Ursprünglich hätte die Vertragsunterzeichnung bereits im Sommer vollzogen werden sollen, doch Bodenuntersuchungen verzögerten das Projekt. „Mit dem Grundstück und dem Gebäude haben wir nicht nur die Riesenchance, Bad Oldesloe weiter als Kultur- und Bildungszentrum in Stormarn zu etablieren, sondern auch die Innenstadt als multifunktionalen Mittelpunkt weiter zu stärken“, freut sich der Bürgermeister. Am Donnerstag berät der Hauptausschuss ab 19 Uhr in der Mensa der IGS über den Fortgang des Beteiligungsverfahrens.
Was wird aus der Kita Moordamm?
Stormarner Tageblatt vom 16. Dezember 2008
Was wird aus der Kita Moordamm?
Bad Oldesloe/ol
Die Mitglieder des Sozialausschusses treffen sich morgen vor der Stadtverordnetenversammlung um 18 Uhr zu einer Sondersitzung in der IGS. Auf der Tagesordnung steht der Kindergarten Moordamm. Der Kreis droht mit Schließung der Einrichtung, wenn nicht Räume genutzt werden, die ausschließlich für den Kindergarten zur Verfügung stehen. Ursprünglich war für 600 000 Euro ein Anbau an die Kurparkschule geplant gewesen. Aus Kostengründen und weil ein zukunftsweisendes Konzept fehlte, wurde ein Beschluss vertagt. Die Verwaltung hatte argumentiert, es gebe keine Alternative.
Klarheit und Widerstand in Wolkenwehe
Stormarner Tageblatt vom 15. Dezember 2008
Klarheit und Widerstand in Wolkenwehe
Die Mitglieder des Umweltausschusses informierten sich in Wolkenwehe über die Wegeführung. Anwohner kritisierten die Vernässungspläne.
Bad Oldesloe/srp
– Eigentlich waren sich alle einig: Politik, Verwaltung, Behörden, Naturschutzverbände und die Stiftung Naturschutz. Die Wolkenweher Niederung sollte nach jahrzehntelanger landwirtschaftlicher Nutzung und Entwässerung endlich wieder ihrer eigentlichen Bestimmung als natürliches Überschwemmungsgebiet der Trave übergeben werden. Doch einige Wolkenweher Anwohner sind strikt dagegen und fühlen sich übergangen. Auch eine Begehung vor Ort mit allen Beteiligten brachte jetzt keine Einigung.
„Früher war es wunderschön hier. Da gab es grüne Wiesen und die Straße war eine kleine Allee. Jetzt sind alle Bäume abgestorben“, klagt Cornelia Klamt. Die Wolkenweherin fordert, dass das rund 40 Hektar große Gebiet zwischen Trave, Wolkenwehe und Brenner Moor weiterhin entwässert wird und die Wiesen und Weiden erhalten bleiben. Die Planungen der Eigentümer, die Stiftung Naturschutz und die Stadt Bad Oldesloe, sehen allerdings etwas anderes vor. Die Wiesen sollen dauerhaft vernässt werden, so dass sich mit der Zeit wieder ein Niedermoor entwickeln kann. Dafür müsste lediglich das Pumpwerk abgeschaltet werden, das an der Grünen Brücke seit 60 Jahren seine Arbeit verrichtet. Die Pumpe sorgt nämlich dafür, dass die Wiesen und die Straße zur Grünen Brücke nicht ständig unter Wasser stehen.
Doch genau das soll nun geschehen, zumal sich die alte Straße in einem denkbar schlechten Zustand befindet. Sollte sie trotz Vernässung nutzbar bleiben, müsste sie mit erheblichem finanziellen Aufwand um einiges höher gelegt werden. Deshalb gibt es Überlegungen, etwas weiter nördlich einen ganz neuen Weg entlang des kleinen Baches Pilkenbek anzulegen. Für diese Maßnahme würden EU-Gelder fließen. Das wäre auch eine Verbesserung für die Spaziergänger – der Weg wäre hochwassersicher.
Nicht nur Fußgänger und Radfahrer, auch die Reiter wollen den Weg gerne nutzen. Ob hier allerdings auch Autos fahren sollten, bleibt umstritten. Für 850 Meter Wegstrecke wären rund 100 000 Euro zu veranschlagen, zehn Prozent dieser Kosten müsste die Stadt berappen. „Es geht hier anscheinend nur um die Höhe von EU-Geldern“, kritisiert Cornelia Klamt. Fakt ist jedoch, dass die Stadt weder die eine noch die andere Maßnahme aus eigener Tasche bezahlen könnte.
Und der „Status Quo“ ist für alle Seiten ebenfalls unbefriedigend. „Das Land hier sackt seit Jahren immer weiter ab, und die vorhandenen Drainagen verfallen immer mehr“, stellt Klaus Graeber vom Naturschutzbund fest. Die natürliche Vernässung schreite trotz Pumpwerk immer weiter fort, also könne man es auch gleich abschalten, so Graeber. Dafür plädieren auch die Vertreter der SPD, der FDP und der Grünen, die zur Begehung gekommen sind. Leider sei kein Vertreter der CDU vor Ort, bemängelte FDP-Mitglied Michael Klahn, Vorsitzender des Umweltausschusses, der die weitere Unterhaltung der Pumpe für ökonomischen Unfug hält. Und auch einige Wolkenweher sehen das so. „Das Gebiet ist doch weit entfernt von unserem Dorf. Ich finde die Vernässung in Ordnung“, betonte ein Anwohner.
Nachdem die jahrelangen Planungen abgeschlossen sind, ist nun Eile geboten. „Wenn wir hier zu lange rumdoktern, gibt es bald gar kein Geld und auch keinen Weg mehr“, warnte Klaus Graeber, denn die Fördergelder würden nicht ewig fließen. Bis zur Umsetzung würden sowieso noch bis zu zwei Jahre vergehen. Das Plangenehmigungsverfahren soll frühestens im Februar beantragt werden, denn vorher solle es noch einmal eine Bürgeranhörung geben, betonte Tassilo von Bary. Eine Initiative von Wolkenwehern will bis dahin möglichst viele Unterschriften gegen das Vorhaben sammeln.
Susanne Rohde
CDU empört über Termin
Stormarner Tageblatt vom 15. Dezember 2008
CDU empört über Termin
Bad Oldesloe/ol
– Die CDU ist sauer und wittert eine Intrige. Pressesprecher Heinz Drenkberg wettert, seine Partei werde im Zusammenhang mit dem Ortstermin in Wolkenwehe „vorsätzlich von Informationsterminen ausgeschlossen“. Starker Tobak.
Bereits bei der Planung für den Termin habe der umweltpolitische Sprecher der CDU, Dieter Hoffmann, darum gebeten, diesen Tag nicht zu wählen, weil er und andere CDU-Vertrter verhindert seien. Sowohl in der Umweltabteilung wie auch beim Bürgermeister seien die Christdemokraten abgeblitzt.
Ausschussvorsitzender Michael Klahn (FDP) sieht die Sache anders. Es ging darum, sich die Örtlichkeiten anzusehen. Das mache nur Sinn, wenn es Tageslicht gebe – also musste der Termin vormittags stattfinden. Mit Rücksicht auf berufstätige Politiker und Anwohner kam nur ein Sonnabend in Frage. „Der Termin ist abgestimmt worden – und zwar von langer Hand“, betont Klahn: „Die CDU hat sich selber ausgeschlossen. Der Termin war vier Wochen vorher bekannt. Da kann man mit solchen Ausreden nicht kommen.“ Heinz Drenkberg heizt die Diskussion dennoch an: „Wir können uns nicht mehr des Eindrucks erwehren, dass die, die dieses Projekt durchpeitschen wollen, sogar die offene Konfrontation in Kauf nehmen.“ Doch beim Liberalen Klahn läuft er da ins Leere: „Für mich hat das alles keine sachlichen Gründen.“ Von Durchpeitschen könne keine Rede sein. „Wir nehmen die Bürger mit“, ist Klahn überzeugt. Dazu gehört für ihn der Ortstermin. Klahn: „Mein Ziel ist es, im Januar eine Teileinwohnerversammlung zu haben.“ Wenn anschließend das Verfahren laufe, hätten die Bürger die Möglichkeit, Anregungen und Bedenken zu äußern.
Ortstermin Wolkenwehe

- Ingenieur Peter Heidel erklärt die geplanten Baumaßnahmen (Foto Strunk)
Lübecker Nachrichten vom 14. Dezember 2008
Bad Oldesloe- Die Trave-Niederung soll wiedervernässt werden. Das ist das Ziel der Oldesloer Politik und der Naturschutzverbände. Anwohner sind allerdings skeptisch.
Schon komisch. Normalerweise haben Bürger/innen Probleme damit, wenn Staat, Verwaltung oder Firmen Maßnahmen planen, die Eingriffe in die Natur vorsehen. Zumeist ja auch mit Recht. Doch diesmal wehren sich Anwohner im Bad Oldesloer Ortsteil Wolkenwehe über eine Rückführung der dortigen Niederung in den ursprünglichen Zustand.
Das alte Pumpwerk an der Grünen Brücke, das für die Drainage der ursprünglich einmal landwirtschaftlich genutzten, aber seit Jahren schon aufgegebenen Flächen zuständig war und immer noch ist, soll nach Willen der Stadt, aber vor allem des Wasser- und Bodenverbandes aufgegeben werden. Die Pumpe mit 14 Kilowattstundenleistung (im Jahr: 27 000 kWh) sorgt für erhebliche Kosten. Kosten, die sich nicht rentieren, so die Meinung der Experten. Zumal die Flächen längst der Stadt und der Stiftung Naturschutz gehören, die diese 30 bis 40 Hektar renaturieren wollen.
Die Anwohner sehen das Ganze allerdings sehr kritisch. Man fühlt sich überrumpelt und über den Tisch gezogen – obwohl alle Oldesloer Parteien bereits seit Jahren über die Maßnahmen im Gespräch sind und sich im Prinzip über die Wiedervernässung der Wolkenweher Niederung auch schon vor der letzten Kommunalwahl im Mai 2008 einig waren.
Bei SPD, FDP und Grünen ist dies nach wie vor der Fall. Umweltausschussvorsitzender Michael Klahn (FDP) betonte dies bei der gestrigen Ortsbegehung mit Anwohnern, Mitarbeitern der städtischen Verwaltung, aber auch der beteiligten Gutachter- und Ingenieurbüros sowie der Wasser- und Naturschutzbehörden des Kreises noch einmal ausdrücklich. Ebenso deutlich machte er aber auch, dass die Sorgen Fragen der Anwohner ernst genommen werden sollen.
Bürgermeister Tassilo von Barys erklärte erneut, dass der Antrag auf das Planfeststellungsverfahren beim Kreis noch nicht eingereicht sei, eine Teileinwohnerversammlung Ende Januar/Anfang Februar abgewartet werden soll. Maria Herrmann von der SPD bekräftigte ebenfalls den Willen zur Bürgerbeteiligung, ließ andererseits aber keinen Zweifel an der politischen Absicht der SPD, die Wiedervernässung der Traveniederung in Wolkenwehe zu betreiben – sowohl aus ökonomischen als auch aus ökologischen Gründen. Entsprechend klar äußerten sich auch Michael Klahn für die FDP als auch Grünen-Fraktionschef Gerold Rahmann.
Für Kopfschütteln sorgte die Nichtbeteiligung der CDU an dem Ortstermin. Bürgermeister von Bary: „Der Termin war langfristig anberaumt. Wenn auch der Umweltexperte der CDU verhindert war, hätte man doch einen Vertreter schicken können.“ Auch Klahn äußerte Unverständnis, zumal sich CDU-Sprecher Heinz Drenkberg vorab beschwert hatte: „Wir verstehen die Vorgehensweise der Verwaltung und der ,Oldesloer Ampel‘ überhaupt nicht. Für diese Maßnahme besteht überhaupt kein Zeitdruck. Erst wird an den betroffenen Bürgern in Wolkenwehe vorbei beschlossen, und jetzt müssen wir erleben, wie die CDU vorsätzlich von Informationsterminen ausgeschlossen wird.“
Von Joachim Strunk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 13. Dezember 2008
Von der Kraft des Geldes und der Gedanken
Die üblichen Verdächtigen
Rolf Blase, Andreas Olbertz
Der eine sei ideologisch starrsinnig, der andere verfolge geschäftliche Interessen, wieder andere ritten auf ihrem Steckenpferd herum. Im Oldesloer Bauausschuss wurde wieder verbal mit dem Säbel gerasselt. Da fragte Vorsitzende Maria Herrmann (SPD) in Richtung Verwaltung, ob die Formulierung, den Eigentümern mal „auf die Füße zu treten“ auch Enteignung bedeuten könnte. Ulrich Langenberg von der Planungsabteilung nickte im Hintergrund, die Antwort gab aber CDU-Grande Siegfried Wobig. Nein, genau das habe er nicht gemeint, das sei eine Unterstellung, er habe ernsthafte Gespräche gefordert. Viel mehr Möglichkeiten als mit Geld zu winken und/oder mit Enteignung zu drohen, hat die Stadt aber kaum.
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Apropos Geld. Fazit von Gutachterin Katharina Staiger zur Oldesloer Innenstadt: Die Struktur ist für wirklich interessante Geschäfte zu klein. Also müssen mehrere kleine zu einem großen Grundstück zusammengefasst werden. Sie weigerte sich aber ausdrücklich, die Parzellen zu nennen. Begründung: „Dann wachen morgen Leute mit Dollarzeichen in den Augen auf.“ Nun sollte man ohnehin meinen, dass die Grundbesitzer ureigenes Interesse haben, dass die Innenstadt floriert. So denken die aber nicht. „Sie haben es oftmals schlicht nicht nötig“, erklärte die Fachfrau auf Nachfrage. Da werden lieber Mieten auf Hamburger Niveau gefordert, egal ob die Räume noch ein halbes Jahr leerstehen oder kurz mal ein Billighöker reingeht. Auf Dauer schadet man sich damit selbst.
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Neu ist die Debatte allerdings nicht, und auch nicht auf Bad Oldesloe beschränkt. Alle Klein- und Mittelstädte haben ähnliche Probleme mit ihren Innenstädten. Und fast alle holen sich zur Erleuchtung den Rat gut bezahlter Experten. Die hatten Oldesloe vor Jahren das „bipolare Konzept“ empfohlen: Supermärkte „auf der grünen Wiese“, innenstadtrelevante Sortimente in der Fußgängerzone. Hat nicht ganz geklappt. Jetzt soll es wieder andersherum gehen. Karikaturist Götz Wiedenroth hat eine Befürchtung gezeichnet, was aus den teuer bezahlten Gutachten werden könnte.
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Guck mal einer an: Das Beteiligungsverfahren für das geplante Kultur- und Bildungszentrum (KuB) im Amtsgericht ist doch noch nicht vorbei. Zwei lange Abende hatte es zu dem Thema gegeben, da waren Elan und Aufbruchstimmung zu spüren. Aber Moderator Ulf Dau-Schmidt war nur für zwei Abende engagiert worden. Also war schon wieder Schluss, bevor das Ganze so richtig in Schwung kommen konnte. Was kann man jetzt in den Unterlagen zum Hauptausschuss lesen? Es gibt nächste Woche eine Sondersitzung des Gremiums, wie’s weiter gehen soll. Super, könnte man meinen, wäre da nicht ein gewaltiger Pferdefuß: Es darf nicht mehr jeder mitgestalten, nein. Wer will sich schon mit dem Bridgeclub, dem Hospizverein, den Heimatvertriebenen oder den Landfrauen rumärgern. Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, jetzt kann er gehen. Ein Zirkel mit den „üblichen Verdächtigen“ soll das Sagen haben. Das ist zwar noch nicht beschlossen, aber in vorauseilendem Gehorsam hat der Bürgermeister beim Treffen zur Gründung eines Kulturnetzwerks schon mal drei Vertreter für eben jenen KuB-Beirat ausgucken lassen. Dabei schreibt Tassilo von Bary in seinem Protokoll ausdrücklich, dass die Beteiligung bei dem Treffen, vermutlich wegen einiger Parallel-Veranstaltungen, sehr mau war. Das lässt den Schluss zu, dass die drei Netzwerker entweder absolut zufällig ausgewählt worden sind oder eben auch zu den „üblichen Verdächtigen“ zählen. So kann man Motivation natürlich auch „belohnen“.
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Der Adventskalender der Vereinigten Stadtwerke VSG bot in dieser Woche keine Süßigkeiten, eher saure Drops. Am Mittwoch beschlossen die Reinfelder Stadtverordneten, den Vertrag mit der VSG zu kündigen und mit den Lübeckern zusammenzuarbeiten, bereits am Montagabend hatten die Möllner „Gas-Rebellen“ nach Bad Oldesloe eingeladen, um über ihre Idee einer unabhängigen Genossenschaft zu informieren. Der Ärger der Gaskunden über die hohen Preise ist verständlich – und wird umso größer, je stärker die Benzinpreise fallen. Dass es die VSG und nicht die wirklichen Großen der Branche trifft, ist vermutlich ungerecht, zeigt aber den ganzen Frust der Endkunden über hohe Preise.
„Menütaxi“ ist noch nicht da – wohl aber der Ärger
Stormarner Tageblatt vom 12. Dezember 2008
„Menütaxi“ ist noch nicht da – wohl aber der Ärger
Wenn’s ums Essen geht, dann hört der Spaß gewöhnlich auf. Erst recht, wenn’s um die Ernährung der eigenen Kinder geht. So auch im Fall der Mensa der Integrierten Gesamtschule in Bad Oldesloe. Der neue Versorger hat die Arbeit noch nicht aufgenommen, da gibt’s schon Probleme.
Bad Oldesloe/ol
– In der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses fragte eine verärgerte Mutter, wer denn dem neuen Caterer „Menütaxi“ den zinslosen Kredit bewilligt habe. Allgemeine Ratlosigkeit bei den Ausschussmitgliedern, bis sie erklärte, dass für jedes Kind 30 Euro hinterlegt werden – eine „Sicherheitsleistung“, die ausdrücklich nicht mit den fälligen Beträgen verrechnet wird.
Immer noch allgemeine Ratlosigkeit bei den meisten Ausschussmitgliedern, bis Fachbereichsleiter Thomas Sobczak erklärte: „Das ist eine Kaution für die Karte. Das sind die Bedingungen, die der Anbieter stellt – wie bei allen anderen 300 Schulen und 800 Betrieben auch.“
Doch da scheint er sich zu irren: Laut Geschäftsbedingungen sind die 30 Euro nicht für die Chipkarte, mit der später bargeldlos bezahlt werden soll. Denn die kostet noch mal 3,50 Euro extra (bei Verlust sogar 10 Euro). Die Summe scheint ausschließlich sicher zu stellen, dass das Unternehmen auf jeden Fall sein Geld bekommt und man sich nicht mit Mahnverfahren abgeben muss.
Anita Klahn (FDP) war als betroffene Mutter im Thema. Sie hatte ebenfalls das Schreiben von „Menütaxi“ erhalten. „Ich habe drei Kinder, muss also drei mal bezahlen. Und für Bestellungen braucht man das Internet oder muss eine teure 0180er-Nummer anrufen. Was ist, wenn es Menütaxi irgendwann mal nicht mehr gibt oder die im Streit mit der Stadt auseinander gehen?“
Gudrun Möllnitz (CDU) warf noch eine Frage in den Raum: „Wie sollen Sozialfälle denn die Chipkarte bezahlen?“ IGS-Rektor Andreas Bielke wies auf Probleme mit fremdsprachigen Eltern hin. Die seien oftmals nicht in der Lage, das Schreiben des Unternehmens zu verstehen, kämen aber auch nicht zu den Elternabenden, um sich zu informieren. Seine Rückfragen bei dem Unternehmen seien positiv aufgenommen worden. Thomas Sobczak: „Wir haben den Eindruck, dass das Rostocker Unternehmen bemüht ist. Hier wird mal wieder etwas vor dem Start schlecht geredet.“
Im direkten Zusammenhang mit der Caterer-Frage steht auch das Thema Zuschuss zum Mensa-Essen. Für die SPD sagte Jens-Pieter Friese: „Wir können uns da nicht aus der Verantwortung stehlen.“ Deshalb forderte er, 100 000 Euro im Haushalt bereit zu stellen. Davon soll ein täglicher Zuschuss von 1,80 Euro gezahlt werden. Für die Kinder bliebe dann ein Eigenanteil von einem Euro. Die Verwaltung hatte geschätzt, dass das 178 000 Euro kosten würde. Doch das bezweifelt die SPD. Friese geht davon aus, dass nicht 643 Kinder, wie von der Verwaltung angenommen, sondern lediglich 400 bis 450 täglich essen werden. Von Anita Klahn (FDP) kam der Gegenantrag, jeweils den halben Essenspreis zu übernehmen, allerdings ausdrücklich probeweise auf ein Schuljahr befristet.
Die Diskussion ging hin und her bis Angela Fehrmann (CDU) die Sitzung wegen Beratungsbedarfs unterbrach. Aus den angesagten fünf Minuten wurde dann eine halbe Stunde. Die SPD verzog sich in die andere Ecke, hektisch wurde außerhalb des Sitzungssaals diskutiert. Heike Uhlenbrok von den Grünen und Anita Klahn wurden mal von der einen mal von der anderen Seite kontaktiert.
Am Ende wurde der SPD-Antrag abgelehnt. Als das klar war, stimmten alle für das FDP-Modell. Dieser Antrag wurde von Gudrun Möllnitz noch ergänzt. Sie will von der Verwaltung schriftlich dargelegt haben, ob es möglich wäre, dass die Stadt für die Eltern die 30 Euro-Forderung von „Menütaxi “ quasi als Bürgschaft übernimmt.
Andreas Olbertz
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Stormarner Tageblatt vom 11. Dezember 2008
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Das aktuelle Wohnungsmarktkonzept basiert auf Zahlen und Entwicklungen, die in der Vergangenheit bereits als Fehler erkannt worden waren. Trotzdem soll es munter so weiter gehen.
Bad Oldesloe/ol
– Wohin soll die zukünftige Reise für Bad Oldesloe gehen? Das Wohnungsmarkt-Konzept ist bei der Beantwortung dieser Frage ein wichtiger Baustein. Den Handlungsempfehlungen der Gutachter von „Forschug und Beratung“ (F+B) kommt deshalb eine Schlüsselposition zu, denn eine Stadt kann nur wachsen und sich entwickeln, wenn genügend Wohnraum zur Verfügung steht.
Soweit war es bei den Mitgliedern des Bau- und Planungsausschusses noch unstrittig. Aber in den Details klaffen Welten zwischen den Positionen der Parteien. Mit der Prognose ging es bereits los. Gutachter Andreas Schmalfeld legt sich nicht auf eine Zahl fest, sondern stellt einen Korridor mit drei Varianten vor: Die untere Variante sieht bis 2020 einen Bedarf von 120 Wohnungen vor. Im mittleren Segment werden 570 und ganz oben 1240 Wohnungen benötigt. „Das ist eine Variation von 1:10. Da kann man den Eindruck gewinnen, es ist gewürfelt worden“, bemängelte Uwe Stephenson von den Grünen.
Ist es natürlich nicht. Die mittlere Prognose ist eine Fortschreibung der bisherigen Zahlen. Bei der hohen Zahl nehmen die Gutachter an, dass es gelingt, die Fortzüge zu verringern und bei der unteren Zahl ist es genau umgekehrt: Es gelingt nicht, die Zuzüge auf dem heutigen Niveau zu halten.
Doch was will „die Stadt“ eigentlich? Für die CDU sprach Siegfried Wobig Klartext: „Wenn wir die kontinuierlich aufgebaute Infrastruktur erhalten wollen, kommen wir um Wanderungsgewinne nicht umhin.“ Oldesloe muss Menschen aus dem Umfeld anlocken. Und der alte Politfuchs und Architekt hat auch schon ausgemacht, wo entsprechender Wohnraum geschaffen werden kann: „Die Silos müssen weg“, postulierte er unmissverständlich. Darüber hinaus soll der rückwärtige Bereich der Bahnhofstraße bebaut werden – mit altengerechten Wohnungen. „Das muss vom Preis her natürlich stimmen“, betonte Wobig. Seine Fraktion rechnet mit einem Wachstum der Stadt zwischen mittlerer und oberer Variante.
Das hält Hans-Hermann Roden von der SPD für „Wunschdenken“. Die Sozialdemokraten orientieren sich eher in Richtung untere Variante, denn die großen Baugebiete der Vergangenheit werde es nicht mehr geben. Uwe Stephenson von den Grünen forderte „qualitatives statt quantitatives Wachstum“. Eine Erschließung neuer Flächen im Außenbereich kommt für seinen Fraktionskollegen Wilfried Janson nicht mehr in Frage. Grade die ökologischen Grünflächen machten den Reiz und die Wohnqualität Oldesloes aus.
Dann ging das muntere Dreschen los. Siegfried Wobig: „Herr Janson hat den Beweis erbracht, dass er ideologisch argumentiert.“ „Und Sie denken nur ans Geschäftliche“, konterte Uwe Stephenson. „Mich ärgert, dass die Grünen die Augen vor den Notwendigkeiten verschließen. So groß ist unser Handlungsspielraum gar nicht“, gab dann noch Frank Fiedler von der FDP zum Besten.
Dr. Tamara Thiesen wies auf das Stadtentwicklungsprogramm (Step) hin. Gutachter hatten herausgefunden, dass das dynamische Wachstum der Stadt Nachteile für die kommunale Infrastruktur zur Folge hatte. „Das Tempo bei Grundstücksverkäufen ist durch die Übergabe eines großen Teils von Neubaugrundstücken an die Erschließungsgesellschaft der Sparkasse noch beschleunigt worden“, zitierte sie aus Step. Nicht nur, dass die Mehrheitsfraktion das Spiel mit der SEG munter fortgeführt habe, nein, die Fehler der Vergangenheit bildeten jetzt unreflektiert die Basis der neuen Gutachter. Kleinlaut gestand Experte Schmalfeld ein, dass das richtig sei. Ein Beschluss über Handlungsempfehlungen wurde vertagt.
Andreas Olbertz
Oldesloes Zukunft liegt in der Innenstadt
Lübecker Nachrichten vom 11. Dezember 2008
Oldesloes Zukunft liegt in der Innenstadt
Bad Oldesloe - Im Rahmen des Bundesprogramms Stadtumbau West soll auch Bad Oldesloe auf Vordermann gebracht werden. Dabei steht verstärkt der Wohnungsbau im Innenstadtbereich im Fokus.
Neue innenstadtnahe und der Ausbau altengerechter Wohnangebote, die Ergänzung des vorhandenen Wohnungsbestandes um neue Angebote und Themen, die Förderung der energetischen Sanierung von Ein- und Zweifamilienhäusern durch die Eigentümer und vor allem die Stärkung der Bekanntheit und des Images von Bad Oldesloe als Wohnstandort sind die zentralen Empfehlungen oder besser Forderungen des Hamburger Büros F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH, das im Bau- und Planungsausschuss (BPA) ihre Expertise zum Wohnungsmarkt in Bad Oldesloe vorgestellt hat.
Nach Jahren des Wiederaufbauprogramms Ost(deutschland) soll nun der bis dahin vernachlässigte „Altteil“ der Bundesrepublik aufgepeppt werden. Stadtumbau West heißt das Bundes-Städtebau- und -förderungsprogramm. Und zwar unter den Vorgaben von ISEK – Integriertes Stadtentwicklungskonzept: aufeinander abgestimmt, zukunftsträchtig, nachhaltig.
Bad Oldesloe ist in dieses Programm aufgenommen, jetzt muss die Stadt zeigen, wo, wie und was es zu verbessern gilt. In diesem Zusammenhang stellten die Gutachter ihre Expertisen im Bauausschuss dar. Sehr interessant – schon angesichts der demographischen Entwicklung – ist dabei der Wohnungsmarkt.
Die Experten stellten eine positive, eine negative und eine mittlere Trendvariante vor. Bei letzterer gehen sie bis zum Jahr 2020 von einer für Oldesloe wachsenden Zahl von Haushalten und damit einem Zusatzbedarf von rund 570 neuen Wohnungen aus. Hinzu kommen 400 Wohneinheiten als Ersatzbedarf für „verschwundene“ (abgerissen/Zusammenlegung) Wohnungen.
Ganz wichtig erachten die Experten die Aufwertung des Images der Stadt. Man müsse weg vom Bild der langweiligen Beamten- und Verwaltungsstadt. Entsprechend müsse man den Wettbewerb mit anderen, umliegenden Kommunen um Zuzügler und Neubürger bewusst und vielleicht auch aggressiv annehmen.
Der BPA nahm die Ausführungen interessiert zur Kenntnis, wollte sich aber noch zu keinen Empfehlungen entschließen. Hier will man erst die schriftlichen Ergebnisse der Gutachten abwarten. Einig sind sich alle Parteien zumindest bezüglich der Innenstadtverdichtung mit Wohnungen.
Von Joachim Strunk
„Sie müssen Fläche schaffen“
Stormarner Tageblatt vom 10. Dezember 2008
„Sie müssen Fläche schaffen“
Die Frau redet nicht schön, sie spricht Klartext: Gutachterin Katharina Staiger war im Bau-
und Planungsausschuss der Stadt Oldesloe,
um die Handlungsempfehlungen aus ihrem Einzelhandelsgutachten vorzustellen.
Bad Oldesloe/ol
– Auch diesmal ließ Gutachterin Katharina Staiger es nicht an Klarheit fehlen. Nur zu einem Punkt schwieg sie dann doch eisern. „Wenn wir hier öffentlich über Grundstücke diskutieren, stehen hier morgen Leute mit Dollarzeichen in den Augen. Dann werden Sie hier gar nichts mehr schaffen“, betonte sie ausdrücklich.
„Ihre Innenstadt ist schwach. Ihnen fehlen die Frequenzbringer. Sie wollen die Innenstadt schon seit Jahren stärken, aber Ziele reichen nicht. Sie brauchen konkrete Entscheidungen“, machte Katharina Staiger den Politikern klar. Attraktive, bekannte Geschäfte müssen her. Die verlangen große Ladenflächen, die es in der Innenstadt aber nicht gibt. Ein Ausweg könnte darin bestehen, dass die Stadt Immobilien ankauft und zusammenführt, um dann die benötigten Quadratmeter anbieten zu können. Staiger: „Sie müssen Fläche schaffen. Hier ist alles klein in klein, das verbindet der Kunde mit teuer.“
Bad Oldesloe muss allerdings noch mehr Hausaufgaben erledigen. „Takko ist auch so ein Ding. Das ist zentrumsrelevant, der hätte da hinten gar nicht hingehört“, kritisierte die Fachfrau von der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) aus Ludwigsburg die Eröffnung des Textil-Discounters im Gewerbegebiet. „Wenn sie Innenstadt-Stärkung ernst nehmen, dann müssen sie sich konzentrieren und reglementieren“, schrieb die Gutachterin den Politikern ins Stammbuch. Das bedeutet, dass Listen erstellt werden müssen, welche Produkte für die Innenstadt von Bedeutung sind und welche nicht. Nahrungs- und Genussmittel, Wäsche, Bekleidung, Schuhe, Haushaltswaren – all das gehört in die Innenstadt. Vereinfacht ausgedrückt: „Was groß und sperrig ist“, kann auf der grünen Wiese verkauft werden. Entsprechende Festsetzungen müssen in den Bebauungsplänen stehen.
Wie sich in der Diskussion zeigte, hatte Bad Oldesloe das früher schon praktiziert. Aber als Gutachter Lademann vor einige Jahren kam, wurde damit auf seinen Rat hin aufgehört. Er propagierte ein „bipolares Konzept“ – Innenstadt und Einkaufszentrum am Rand parallel. Die Konsequenzen sehen wir jetzt. „Sie brauchen eine klare Botschaft, sonst haben sie keine Chance. Sie dürfen nicht umfallen!“, warnte Staiger.
Diesen Hinweis griffen die Politiker sofort auf und erteilten der Verwaltung den Auftrag, B-Pläne zusammen zu stellen, bei denen Regelungsbedarf bezüglich der Sortimente besteht. Bestehende Geschäfte würden zwar Bestandsschutz genießen, aber neue Ansiedlungen könnten damit dann in die gewünschten Bahnen gelenkt werden. Innenstadt-Interessenten gibt das dringend benötigte Investitionssicherheit.
Für die CDU forderte Siegfried Wobig noch viel mehr: Die Innenstadt benötige einen „Vollsortimenter“ und die vorhandenen Geschäftsflächen müssten besser genutzt werden. Mit dem Stadtmarketing ging der Christdemokrat hart ins Gericht: „Was wir da in den vergangenen Jahre hatten, können wir in die Tonne treten. Da brauchen wir endlich Profis.“ Damit rannte er bei der SPD offene Türen ein. Hans-Hermann Roden stellte klar: „Wir fordern schon seit Jahren einen City-Manager.“
Ein bisschen parteipolitisches Geplänkel noch, aber im Grunde waren sich alle einig, den von Katharina Staiger vorgeschlagenen Weg zu beschreiten.
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 6. Dezember 2008
Wann Politiker schweigen sollten und wann nicht
Auf moorigem Untergrund
Rolf Blase
„Das wurde nicht richtig kommuniziert“ ist einer der Lieblingssätze von Politikern, wenn sie etwas beschlossen haben, was kaum jemand versteht. Diesen Fehler wollten Stormarns Kreistagsabgeordnete gar nicht erst machen. Als in dieser Woche im Hauptausschuss das Thema Entschädigungssatzung aufgerufen wurde, herrschte Schweigen im Walde. Der kleine „Dissens“ über die Aufwandsentschädigung für den Kreisjägermeister war eigentlich keiner. Es ging nicht um das ob oder wie viel, sondern nur darum, ob es eine Summe oder eine Prozentzahl sein sollte. Wurde natürlich eine Prozentzahl, weil auch alle anderen Vergütungen so angegeben sind. Sinn der Übung: Man muss die Satzung nicht mehr ändern, weil sie sich künftig automatisch selbst anpasst.
Durchschnittlich 80 Prozent des in der Landesverordnung genannten Höchstsatzes genehmigen sich Stormarn Kreispolitiker künftig. Ein Zuschlag von 66 000 Euro und gegenüber 2006 sogar eine Steigerung um 45 Prozent, weil der Kreistag nach der letzten Wahl größer wurde.
Es ist ja schön, dass sich die Stormarner Abgeordneten so viel wert sind, aber wenn sie das meinen, dass das völlig angemessen und auf keinen Fall zu viel ist, warum vertreten sie das dann nicht nach außen? Bei anderen Themen sind sie doch auch um kein Argument verlegen, können alles begründen und sind überzeugt, dass ihre und nur ihre Partei die Wahrheit gepachtet hat. Ein bisschen von dieser Arroganz hätte man sich auch bei Fragen gewünscht, die sie selbst betreffen. Ansonsten sei es ihnen gegönnt. Abgeordnete anderer Kreise und Städte gönnen sich einiges mehr und sind weniger erfolgreich.
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Nicht in die Öffentlichkeit und in die Presse gehöre auch die Diskussion um die Zuständigkeit von Ausschüssen, findet Michael Klahn, Vorsitzender des Oldesloer Umweltausschusses. Es ging um die Vernässung der Wolkenweher Niederung. Die CDU war in dieser Woche mit der These vorgeprescht, dass der Bau- und Planungs- und nicht der Umweltausschuss zuständig wäre, und wurde dabei auch vom Verwaltungschef unterstützt. Tassilo von Bary und die Christdemokraten hatten sich dabei auf zu moorigen Boden begeben. Im Umweltausschuss am Donnerstagabend wurden sie von Bauamtsleiter Rolf Steinhörster „zurückgepfiffen“ Die sachliche Zuständigkeit liege eindeutig im Umweltausschuss, das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahrens sei Aufgabe des Kreises. Die fast schon absurde Debatte um die Vernässung und deren Folgen hat unser Zeichner Götz Wiedenroth in seiner Karikatur verarbeitet.
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Etwas daneben war auch die Meinung der meisten Oldesloer Politiker im Schulverband Masurenweg. 118 Kinder hatten die Eltern dort angemeldet. Dafür brauchte es eine fünfte Eingangsklasse. Aus Sicht der Schule kein Problem, aber die Oldesloer Vertreter von CDU und SPD fanden das gar nicht gut, befürchteten, falls der Trend anhält, ein Ausbluten der städtischen Grundschulen, in die man doch so viel Geld investiert habe. Das Argument ist nicht von der Hand zu weisen, aber hatten CDU und SPD die freie Schulwahl nicht deshalb ins Gesetz, geschrieben, um zwischen den Schulen eine Konkurrenz in Gang zu setzen, wer den Kindern mehr bietet? Wenn einem das Ergebnis nicht passt, sollte man nicht mit der Vergangenheit argumentieren, sondern sich für die Zukunft überlegen, was man in den eigenen Schulen besser machen kann. Dann hätten am Ende alle was davon.
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Einmal top, einmal Flop bei der Kirche. Die Gospelnächte in der Oldesloer Peter-Paul-Kirche mit Love Newkirk waren ein voller Erfolg, die Kirchenwahl ein Schuss in den Ofen. Obwohl Propst und Pastoren im Vorfeld immer wieder betont hatten, was die Kirchenvorstände alles für bedeutende Aufgaben hätte, ging nur jeder Zehnte zur Wahl. Wenn man bedenkt, dass das Schleswig-Holstein die Landratswahlen mit dem Argument abschaffen wird, dass die Wahlbeteiligung zu gering ist ....
Schlammschlacht im Moor
Stormarner Tageblatt vom 6. Dezember 2008
Schlammschlacht im Moor
Wolkenweher Niederung(en) / Die Parteien melden sich zu Wort
Bad Oldesloe/rob
– Das Hin und Her um die Zuständigkeit für die Renaturierung der Wolkenweher Niederung fand am Donnerstagabend sein Ende. Im Umwelt- und Energieausschusses stellte Bauamtsleiter Rolf Steinhörster klar, dass die Planfeststellung für die Vernässung der Wolkenweher Niederungen ein Verfahren nach dem Wasserrecht und nicht nach dem Baurecht sei und deshalb in die Zuständigkeit des Umweltausschusses gehöre.
Vor der Wahl hatte der Umweltausschuss unter dem Vorsitz der CDU beschlossen, das Konzept zur Renaturierung umzusetzen. In der Novembersitzung votierten die Christdemokraten dann dagegen, das Planfeststellungsverfahren in Gang zu setzen. Und vor wenigen Tagen legte die CDU in einer Pressemitteilung nach. Weil es sich um Bauleitplanung handele, sei der Planungs- und Bauausschuss zuständig. Der Beschluss des Umweltausschusses sei rechtswidrig, so der umweltpolitische Sprecher Dieter Hoffmann.
Rückendeckung erhielt die CDU vom Bürgermeister. Laut Hauptsatzung sei der BPA zuständig, der Beschluss müsse zurückgenommen werden, so Tassilo von Bary. Durch die Klarstellung des Oldesloer Bauamtsleiters sah sich der Umweltausschuss-Vorsitzenden Michael Klahn (FDP) in seiner Meinung bestätigt, dass die sachliche Zuständigkeit eindeutig bei seinem Gremium liege. Das wasserrechtliche Planfeststellungsverfahrens selbst sei dann die Aufgabe der Wasserbehörde des Kreises. „Der Beschluss vom 6. November enthält damit den Auftrag an die Verwaltung, beim Kreis den Antrag zu stellen, das Planfeststellungsverfahren einzuleiten“, so Klahn.
Durch das Verhalten der CDU-Fraktion sei der Eindruck entstanden, dass die Verwaltung in Unkenntnis der Rechtslage rechtswidrige Beschlussfassungen zuließe, kritisierte Klahn und „bat“ darum, „solche Zuständigkeitsfragen zukünftig nicht in der Presse zu führen, sondern dort wo sie hingehören: intern mit der Verwaltung oder im Ausschuss“. Der FDP-Fraktionsvorsitzende Karl-Reinhold Wurch fand es „erfreulich, dass dieser Vorgang so schnell gleichsam im Moor versunken ist“.
Oldesloer Politiker für „Klasse musiziert“
Lübecker Nachrichten vom 6. Dezember 2008
Oldesloer Politiker für „Klasse musiziert“
Bad Oldesloe - Wenn alles klappt, bekommen Erstklässler der Oldesloer Stadtschule für vier Jahre eine Extraportion Musikunterricht. „Klasse musiziert“ heißt das neue Projekt.
Angesichts der Pisa-Diskussion wurde deutlich, welche Aufgabe dem Musikunterricht zukommt, wenn Schüler aufnahmefähiger werden sollen. Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss favorisiert deshalb auch das Eler-Pilotprojekt „Klasse musiziert“.
Musikschule und Stadtschule möchten dieses Bildungsprojekt für vier Jahre zusätzlich zum normalen Musikunterricht anbieten. Es wird darauf gehofft, das Projekt durch Sponsoren und öffentliche Träger auch auf andere Schulen auszudehnen. Zunächst profitieren zwei erste Grundschulklassen von dem Angebot. Insgesamt sind vier Dozenten der Musikschule und zwei Grundschulfachlehrer Musik beteiligt. Jede Klasse wird in zwei Gruppen aufgeteilt.
Für dieses Projekt, zu dem sich auch das Schulamt des Kreises Stormarn positiv äußerte, hätte die Musikschule als Verein eine EU-Förderung aus dem Zukunftsprogramm ländlicher Raum von 19 Prozent zu erwarten. Tritt die Stadt als Projektträger auf, liegt die Förderquote bei 55 Prozent.
Doch damit die Kommune in den Genuss der EU-Gelder kommen kann, muss sie erst einmal Mitglied in der Aktivregion Holsteins Herz werden. Da der Beitrag 50 Cent pro Jahr und Einwohner ausmacht, kommt dabei der stolze Mitgliedsbeitrag von 12 214 Euro pro Jahr zustande. zudem müssen noch Förderer für weitere 8500 Euro innerhalb der vier Jahre gefunden werden.
Das Projekt der Oldesloer Musikschule lehnt sich eng an das Konzept der Musikschule der Stadt Mohnheim am Rhein an, die es bereits erfolgreich umsetzte.
Für die Mitglieder imFachausschuss gab den Ausschlag, dass auch andere Oldesloer Projekte beantragt werden können, wenn Bad Oldesloe Mitglied bei Holsteins Herz wird. Im Gespräch sind ein VHS-Projekt zur Migrationsarbeit, ein Sportprojekt und mit Nachbargemeinden das Projekt Hanseatenweg.
Oldesloe ist bereits mit den Ortsteilen Mitglied bei Holsteins Herz für den Norden Stormarns und den Süden Segebergs. Nun gibt es die Möglichkeit, mit dem gesamten Stadtgebiet dabeizusein. Der Ausschuss sprach sich für das Projekt „Schule musiziert“ aus. Der Hauptausschuss muss über den Beitritt der Stadt bei Holsteins Herz beschließen.
Von Susanna Fofana
Tauziehen um Kindergarten Moordamm: Schließung droht
Stormarner Tageblatt vom 5. Dezember 2008
Tauziehen um Kindergarten Moordamm: Schließung droht
Bad Oldesloe/ol
– Das nennt man wohl eine festgefahrene Diskussion – und diesmal lag es nicht am Parteienzwist. Anderthalb Stunden haben die Mitglieder des Sozialausschusses über den Kindergarten Moordamm diskutiert. Schlag 22.30 Uhr kündigte Jens-Pieter Friese an, dass die SPD jetzt gehen werde. Ende, aus, Schluss der Diskussion, die sich bis dahin nur im Kreis gedreht hatte. Man einigte sich noch schnell auf eine Sondersitzung vor der Stadtverordneten Versammlung, doch was die bringen soll, ist mehr als fraglich.
Das „Problem Moordamm“ ist nicht neu. Eigentlich hatte der Sozialausschuss einen Anbau an die Kurparkschule beschlossen. 600 000 Euro soll der kosten. Doch auch das war nur die Spitze des Eisbergs. Der Finanzausschuss hat allerdings sein Veto eingelegt und gefordert, das Projekt um mindestens 200 000 Euro abzuspecken. Also landete das Thema wieder auf der Tagesordnung. Wie Anita Klahn von der FDP beim Kreis in Erfahrung gebracht hat, arbeitet der Kindergarten seit 2006 mit einer Ausnahmegenehmigung. Im Sommer ist angeblich endgültig Schluss. Entweder sind die Probleme bis dahin gelöst, oder die Einrichtung wird geschlossen. Es gäbe die Alternative der Herabstufung zur kindergartenähnlichen Einrichtung, doch das, so machte Martina Peters, die Vorsitzende des Trägervereins, deutlich „würde für uns die Schließung bedeuten“. Eltern wollten einfach keine Plätze mehr für nur drei Tage in der Woche. Wie sie mitteilte, ist der Dreh- und Angelpunkt die Doppelnutzung. Die Räume im Gebäude der Freikirche stehen nicht exklusiv dem Kindergarten zur Verfügung, sondern werden auch für Kinderarbeit der Gemeinde genutzt. Das soll nicht zulässig sein.
Unausgesprochen hatte die Liberale den Vorwurf erhoben, die Verwaltung habe das Problem verschlafen. Dagegen verwehrte sich Bürgermeister Tassilo von Bary natürlich entschieden. Man stehe schon lange in Verhandlungen mit dem Träger. Ergebnis sei eben der Vorschlag eines Anbaus an die Kurparkschule. Alle anderen Varianten waren verworfen worden. Anita Klahn blieb bei ihrer ablehnenden Haltung. Es gebe keinerlei Zahlen über den Bedarf an Kindergarten- oder Krippenplätzen. Wie sich die Kurparkschule in Zukunft entwickeln werde, sei ungewiss. Ein Neubau auf einem anderen städtischen Grundstück sei gar nicht vorgestellt worden. „Wir agieren nur aus der hohlen Hüfte“, warf sie der Verwaltung vor und forderte deshalb, nichts weiter zu machen, bis Konzepte und belastbare Zahlen vorlägen.
Irgendwie musste man den Eindruck gewinnen, dass kein Ausschussmitglied mit dem alten Anbaubeschluss glücklich war. Ein vehementes Plädoyer gab es dafür jedenfalls nicht. Stattdessen halbherziges Rumgedruckse. Jens-Pieter Friese regte einen „Umbau im Bestand“ an. Also leere Räume der Schule für den Kindergarten abknapsen, aber keine neuen bauen. Abgesehen davon, dass die Grüne Heike Uhlenbrok es „Blödsinn“ fand, 200 000 Euro in ein Gebäude zu investieren, dessen Zukunft ungewiss sei, machte die Kita-Vertreterin deutlich, dass der Platzbedarf so nicht realisierbar sei. Anita Klahn brachte die Kita Spatzennest ins Gespräch. Der Neubau hatte seinerzeit 450 000 Mark gekostet. Ein Anbau für den Moordamm soll jetzt satte 600 000 Euro verschlingen – eine Verdreifachung. Vorschläge für städtische Grundstücke: Fehlanzeige. Alles Stochern perlte an der Verwaltung ab: „Es gibt keine Alternative. Wir werden bei unserem Vorschlag bleiben“, so Fachbereichsleiter Thomas Sobczak. Und von Kindergartenseite kam die Drohung, wenn nicht bald ein Beschluss gefasst werde, müssten die Erzieherinnen zum Jahresende die Kündigung bekommen. Es bleibt abzuwarten, ob am 17. Dezember aus dieser Gemengelage wirklich ein Durchbruch erzielt werden kann.
Andreas Olbertz
Oldesloe zeigt Flagge für arme Schüler
Lübecker Nachrichten vom 5. Dezember 2008
Oldesloe zeigt Flagge für arme Schüler
Bad Oldesloe - Bad Oldesloe übernimmt mit Zuschüssen für das Mensaessen armer Schüler eine Vorreiterrolle. Einstimmig sprach sich der Schulausschuss dafür aus, die Hälfte der Essenskosten zu übernehmen.
Die Oldesloer Kommunalpolitiker bewiesen im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss ein Herz für Kinder von Ganztagsschulen: Die Ausschussmitglieder wollten es nicht länger hinnehmen, dass Schüler aus bedürftigen Familien ihren Klassenkameraden beim Essen zuschauen müssen. Nach langer Debatte und Sitzungsunterbrechungen stimmten alle für den Antrag von Anita Klahn (FDP). Der sieht vor, den bedürftigen Kindern aus Hartz-IV-Familien ab dem nächsten Schuljahr (Sommer 2009) für ein Jahr die Hälfte zum Mensa-Essen dazuzuzahlen.
Stormarns Kinderschutzbund-Geschäftsführer Ingo Loeding freut sich darüber, dass Bad Oldesloe ein Modell schafft. Eine Regelung sei „mehr als überfällig“. Im offenen Ganztagsschulbereich sei das Mittagessen jedoch nicht die einzige Hürde. Auch die Kurse am Nachmittag, bei denen zugezahlt werden muss, gehörten dazu. „Die Kinder tauchen dort wieder nicht auf“, so Loeding. Meist seien es gerade diejenigen, die am meisten auf Nachmittagsangebote und Hausaufgabenhilfe angewiesen seien.
Loedings Erfahrung: Nicht nur Kinder aus Hartz IV-Familien brauchen Unterstützung. Eltern, die in Niedriglohngruppen arbeiten, verdienen nicht mehr, als sie an Hartz-IV-Leistungen erhalten würden. Der Kinderschutzbund Stormarn geht hier von einer Dunkelziffer aus, die genauso hoch liegt wie die Hartz-IV-Zahlen.
Letztere besagen, dass im Juli 3792 Kinder in Stormarn von Leistungen nach dem SGB II lebten. In Bad Oldesloe waren es 842 Kinder. Nach Erfahrungen des Kinderschutzbundes sind mehr als die Hälfte von ihnen jüngere Kinder. Die Stadt geht von 634 Schülern aus, für die die Unterstützung in Frage käme.
Im Kindertagesstättenbereich gibt es bereits seit zwei Jahren die Stiftung „Kein Kind ohne Mahlzeit“. Auf diesen Fonds können Kitas und Eltern zurückgreifen. Bedürftige Eltern zahlen dann nur einen Euro pro Essen. Dies hält Loeding auch im Schulbereich für richtig.
In der Mensa Olivet-Allee wird wohl noch ein Bestellterminal für Kinder aufgestellt, die keinen Internet-Zugang haben. Denn der neue Anbieter Menütaxi setzt auf Bestellungen übers Netz. Zudem soll die Stadt prüfen, ob die für Eltern fällige Kaution von 30 Euro anders geregelt werden kann. Bei 1000 Kindern sei dies „ein zinsloser Kredit von 30 000 Euro“, rechnete eine erboste Mutter dem Ausschuss vor.
Von Susanna Fofana
Von Vernässungen und Vorreitern
Lübecker Nachrichten vom 5. Dezember 2008
Von Vernässungen und Vorreitern
Kleingeistiges Hickhack um Zuständigkeit des Umweltausschusses in Oldesloe
BAD OLDESLOE – Es geht um die „Vernässung“ der Wolkenweher Niederung. Die durch das Abschalten der Pumpe an der Grünen Brücke erreicht werden soll. Aus nachvollziehbaren Gründen: weil die Pumpe jede Menge Strom und damit Geld frisst. Und weil es natürlicher ist und damit gleichzeitig vor Überschwemmungen bei Hochwasser schützen kann.
Im Umweltausschuss wurde am 21. Oktober beschlossen, dass „im Jahre 2009 zum
Abstellen des Schöpfwerkes Wolkenwehe ein Planfeststellungsverfahren durchzuführen“ sei. Mit fünf zu drei (=CDU) Stimmen. Die CDU merkt nun aber an, dass der Umweltausschuss gar nicht zuständig ist, um dies zu beschließen.
Stimmt, sagte der Bürgermeister zuerst. Der selbst bei der Sitzung nicht dagewesen sein wollte. Einen Tag später erinnert sich der stark Erkältete aber, dass er doch da war. Und der Umweltausschuss sei eigentlich auch zuständig. Aber der Beschluss sei gar kein Beschluss gewesen, sondern nur eine Empfehlung an die Stadtverwaltung, beim Kreis um das Planfeststellungsverfahren
zu ersuchen. Es sei nur im Protokoll missverständlich notiert worden. Aha. Bürgerworthalter Rainer Fehrmann (CDU) verwehrt sich im übrigen „auf das allerheftigste“, ein „Vorreiter“ für die Vernässung gewesen zu sein, wie ihm SPD-Chef Hagen von Massenbach unterstellte. Die CDU sei nicht grundsätzlich gegen eine Vernässung, wolle aber auf jeden Fall zuvor eine Teilanwohnerversammlung, um zu informieren. „Wir müssen demokratisch damit umgehen!“
unk
Winkelzüge wegen Wolkenwehe
Stormarner Tageblatt vom 4. Dezember 2008
Winkelzüge wegen Wolkenwehe
Jetzt geht es ans politisch Eingemachte: Die CDU behauptet, der Umweltausschuss hätte den Antrag zur Niederung nicht beschließen dürfen. Sie fordert die Verwaltung auf, alle Aktivitäten einzustellen.
Bad Oldesloe/ol
– Kaum beschlossen, schon den Bach runter geflossen? Der Umweltausschuss hatte bei seiner jüngsten Sitzung den Beschluss gefasst, zur Vernässung der Wolkenweher Niederung ein Planfeststellungsverfahren einzuleiten – gegen den Willen der CDU, die gefordert hatte, erst die Bürger zu beteiligen und dann über das Verfahren zu entscheiden (wir berichteten). Die Christdemokraten haben geforscht und sind zu einer erstaunlichen Erkenntnis gekommen. Der umweltpolitische Sprecher der CDU-Fraktion Dieter Hoffmann teilte gestern mit: „Dieser Beschluss war nicht zulässig. Bauleitplanung ist im Bauausschuss angesiedelt, der Umweltausschuss hatte gar keine Beschlusskompetenz.“ Wie die CDU erfahren haben will, soll der Kreis bereits zu Einleitung des Planfeststellungsverfahrens aufgefordert worden sein. Hoffmann ist überzeugt: „Hierfür gab es nach unserem Verständnis zum jetzigen Zeitpunkt keine Rechtsgrundlage.“
Rückendeckung kommt von Bürgermeister Tassilo von Bary: „Die im Umweltausschuss müssen zurückrudern. Laut Hauptsatzung ist der BPA zuständig, also muss der Beschluss zurückgenommen und stattdessen eine Empfehlung ausgesprochen werden.“ Eine reine Formalie. „Wir hätten eh noch nichts gemacht ohne Teileinwohnerversammlung“, so der Bürgermeister.
„Ich freue mich, dass die CDU die Bürgerbeteiligung für sich entdeckt hat“, ätzt SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach in Richtung CDU: „Vielleicht hat die CDU noch nicht gemerkt, dass sie nicht mehr den Vorsitzenden des Bauausschusses stellt. Zu Zeiten von Rainer Fehrmann wollten wir die Wolkenweher Niederung noch gemeinsam vernässen.“
Das sieht CDU-Sprecher Heinz Drenkberg aber ganz anders: „Es hat vor der Wahl nur eine Absichtserklärung gegeben, wir haben da mal drüber gesprochen. Aber keinen Beschluss. Sonst sind immer alle für Bürgerbeteiligung, aber diesmal passt es wohl zur eigenen Denkungsweise.“ Das Vernässen der Niederung sei damals mit der Zustimmung zum Wanderweg vom Westen zur Wolkenweher Dorfstraße „verquickt“ worden, so Drenkberg. Den Wanderweg gibt es nicht, „also haben wir doch das Recht, neu nachzudenken.“
Es geht Heinz Drenkberg aber ums Prinzip: „Verwaltungshandeln darf erst einsetzen, wenn ein Beschluss vorliegt. Es kann nicht sein, dass wir nur noch abnicken. Da sollten alle politischen Gremien an einem Strang ziehen.“ Tun sie bestimmt auch, aber es gab ja einen Beschluss.
Der Grüne Wilfried Janson weist darauf hin, dass Im Rahmen des Verfahrens die Bürger beteiligt werden. „Wer Einsprüche oder Stellungnahmen abgibt, bekommt eine fachlich begründete Antwort“, betont er. Damit das auch sauber laufe, sei der Kreis der Träger des Verfahrens und nicht die Stadt als einer der Grundstückseigentümer und Antragsteller selber. Janson vermutet, dass der Kreis sogar ohne Antrag tätig werden könne. Die Entscheidung, ob die Pumpe still gelegt werde, falle ohnehin erst im Laufe des Prozederes.
Ausschussvorsitzender Michael Klahn von der FDP hat eine ganz pragmatische Sicht auf das Verfahren: „Das ist doch ein typisches Umweltthema. Es geht um Natur- und Klimaschutz, das gehört in meinen Ausschuss!“ Ihn erstaunt, dass sowohl Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster als auch Bürgermeister von Bary an der Sitzung teilgenommen haben und damals keinen Widerspruch äußerten. Das wundert auch Hagen von Massenbach: „Es ist schon erstaunlich, welche Tricks unserem Bürgermeister plötzlich einfallen. Als es um den Steinfelder Redder ging, ist er nie auf solche Ideen gekommen.“
Andreas Olbertz
Wolkenwehe: Umweltausschuss durfte nicht beschließen
Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2008
Wolkenwehe: Umweltausschuss durfte nicht beschließen
Bad Oldesloe – Hagen von Massenbach, Fraktionschef der Oldesloer SPD, stößt die „Winkeladvokatennummer“ übel auf. Gemeint ist der Vorstoß der CDU, die für die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens zur Vernässung der Wolkenweher Niederung durch den Umweltausschuss keine Rechtsgrundlage sieht. „Dieser Beschluss war nicht zulässig“, so der umweltpolitische Sprecher der Christdemokraten, Dieter Hoffmann. „Bauleitplanung ist im Bauausschuss angesiedelt, der Umweltausschuss hatte hier gar keine Beschlusskompetenz.“
Die Stadtverwaltung hat bereits den Kreis Stormarn zur Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens aufgefordert. „Ein Handeln in eigener Zuständigkeit, also aus Verwaltungszwängen, lag hier ebenfalls nicht vor“, so Hoffmann weiter. Außerdem sei die Stadt nicht alleinige Grundstückseigentümerin der betroffenen Fläche.
Bürgermeister Tassilo von Bary bestätigte die Darstellung der CDU. „Eigentlich hätten das die Vertreter der Verwaltung in der Sitzung des Ausschusses merken müssen.“ Das sei versäumt worden. Er selbst habe an der Sitzung nicht teilgenommen. „Ich kann ja nicht überall sein.“
Nun müsse in der heutigen Umweltausschusssitzung der Beschluss in eine Beschlussempfehlung an den Bauausschuss umformuliert werden. Für den Zeitplan sei das unerheblich. „Das ist egal, ob es einen Monat eher oder später passiert.“
Ganz so sieht von Massenbach das nicht. Den SPD-Chef freut es zwar einerseits, „dass die CDU die Bürgerbeteiligung für sich entdeckt hat“. Verärgert ist er aber, weil sich vorher alle einig waren, auch die CDU „mit Rainer Fehrmann als Vorreiter“. Wenn Wolkenwehe heute (19 Uhr, Verwaltungsgebäude am Markt) erneut auf der Tagesordnung im Umweltausschuss ist, will die SPD die Angelegenheit per Dringlichkeitsantrag in den Bau- und Planungsausschuss am kommenden Montag (8.12., 19 Uhr) verweisen. Heute Abend stehen außerdem auf der Tagesordnung: Grabenverlegung bei Minimax, Haushalt im Bereich Umwelt, Baumbestand und Baumfällliste.
Von Joachim Strunk
Bad Oldesloe: Fünf erste Klassen für die SaM
Lübecker Nachrichten vom 4. Dezember 2008
Bad Oldesloe: Fünf erste Klassen für die SaM
Bad Oldesloe – Die neue freie Schulwahl hat einen Run auf die Schule am Masurenweg ausgelöst. Nächstes Jahr gibt es fünf statt vier erste Klassen – beschloss der Schulverband nach reger Diskussion.Für das Lehrerkollegium muss es ein wenig so sein, als hätten Eltern ihm im ersten Jahr der Umwandlung von einer Grund- und Hauptschule in eine Gemeinschaftsschule mit Grundschulteil gleich ein tolles Zeugnis ausgestellt: Für das Schuljahr 2009/10 sind an der Schule am Masurenweg (SaM) 118 Kinder angemeldet worden. Das sprengt die im Konzept vorgesehene Vierzügigkeit der Grundschule. Die Schulleitung beantragte deshalb eine Aufstockung von vier auf fünf Klassen.Rektor Matthias Welz betonte, dass es für fünf erste Klassen im nächsten Jahr trotz des Aufbaus der Gemeinschaftsschule genügend Raumkapazitäten gäbe. Klassenräume wären dann ohnehin ausreichend vorhanden, lediglich für das Arbeiten in Kleingruppen ständen zunächst nicht drei, sondern nur zwei Räume zur Verfügung. Deshalb, und offenbar auch, weil sich niemand mit der Frage auseinandersetzen wollte, wer entscheiden solle, welche Schüler abgelehnt werden, kam am Ende ein fast einstimmiges Votum zustande. Die Schulverbandsversammlung hat für die später dreizügige Gemeinschaftsschule mit eigentlich vierzügig geplanter Grundschule fünf erste Klassen genehmigt – aber ausdrücklich nur für das Schuljahr 2009/10. Das schlug der Stadtverordnete Jens-Peter Friese (SPD) vor. Allerdings drang er darauf, dass eine möglicherweise erneute Diskussion gleicher Art im nächsten Jahr frühzeitiger als jetzt erfolgen müsse. Diesmal wartete das Schulamt wegen der Zuteilung von Lehrerstunden nämlich bereits dringend auf eine Entscheidung, hieß es in der Debatte.Die Stadtverordneten in der paritätisch mit Stadtpolitikern und Dorf-Bürgermeistern besetzten Verbandsversammlung wollen die Entwicklung an den städtischen Schulen miteinbeziehen. Die freie Schulwahl könne nicht das komplette Schulbauwesen auf den Kopf stellen. „Es sind Investitionen getätigt worden“, unterstrich Horst Möller (CDU). Man könne nicht eine Schule leer laufen lassen. Die Stadt müsse das Ganze im Auge behalten und versuchen, allen gerecht zu werden, bekräftigte seine CDU-Kollegin Birgit Reichardt-Mewes. Die Sachbearbeiterin der städtischen Schulverwaltung hatte deshalb auch die Anmelde- beziehungsweise Klassenzahlen für die anderen Schulen parat: An der Stadtschule werden 2009/10 fünf erste Klassen eingerichtet, an der Klaus-Groth-Schule (43 Anmeldungen) sowie an der Grundschule West (50) je zwei.„Die Raumkapazitäten sind doch ohne zusätzliche Investitionen vorhanden“, forderte Meddewades Bürgermeisterin Marleen Wulf sofortige Zustimmung zu fünf ersten Klassen an der SaM. Für sie sei es keine Frage, dass in diesem Fall der Elternwunsch erfüllt werden müsse. Rümpels Bürgermeister Claus-Jürgen Vieregge warnte vor Ablehnungen. „Wenn wir sie jetzt nicht nehmen, kommen sie nie wieder her“, unterstrich er. Anita Klahn von der Stadt-FDP vertrat ebenfalls die klare Linie, fünf Klassen zu genehmigen. Sie fand, dass die Kommunalpolitiker das „chaotische Schulgesetz“ der Landesregierung auszubaden hätten.Von Brigitte Judex-Wenzel
Geld für die Tafel
Stormarner Tageblatt vom 3. Dezember 2008
Geld für die Tafel
Inner Wheel spendet / Sozialausschuss diskutiert
Bad Oldesloe/ol
– Da ist die Freude bei der Oldesloer Tafel groß: Die Damen vom Inner Wheel Club Stormarn spendeten dem Verein Essen für Alle (EfA) 1 500 Euro, die bei einem Basar im Bürgerhaus eingenommen worden sind. Sabine Hintze und Britta Trumann überreichten jetzt den Scheck an Marion Kattler-Vetter und Klaus Zeising.
Die Oldesloer Tafel in ihrem Domizil an der Turmstraße beim Inihaus steckt in argen Nöten. „Wir haben vier mal so viele Kunden wie anfangs, wir wissen gar nicht wohin mit den Waren. Es geht hier zu wie bei der australischen Schafschur“, erklärt die Vereinssprecherin Kattler-Vetter: „Es muss was passieren. Das weiß auch jeder, es sind auch alle dafür, aber das liebe Geld …“ Genau darum geht es, genau daran könnte es scheitern. Bei ihrer jüngsten Sitzung hatten die Mitglieder des Sozialausschusses beschlossen, dass die Stadt der Oldesloer Tafel „angemessene Räume“ zur Verfügung stellt. Das könnte beispielsweise eine Containeranlage an der Turmstraße sein. Entsprechende Pläne hatten Vereinsvertreter vorgestellt.
Container klingt zwar billig, ist es aber nicht. 94 000 Euro würde die Anlage neu Kosten, für 68 000 Euro wären gebrauchte Container erhältlich. Heute Abend steht das Thema wieder auf der Tagesordnung des Sozialausschusses. Die Verwaltung hat zwischenzeitlich ermittelt, dass das Aufstellen und Anschließen der Container mit mehr als 53 000 Euro zu Buche schlagen wird. Laufende Kosten wie Strom, Wasser, Versicherungen müssten noch aufgerechnet werden. Da kommt ein Haufen Geld zusammen. Der Finanzausschuss hat die Fachausschüsse zur Einsparung von 1,5 Millionen Euro verdonnert – das dürfte heute Abend nicht nur wegen der Tafel zu heißen Diskussionen führen.
Ungeklärt ist dabei nach wie vor die Frage, ob der Kreis überhaupt einen Teil des an den ASB verpachteten Nachbargrundstücks zur Verfügung stellt.
Die ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeiter pochen nicht auf Container. Marion Kattler-Vetter: „Wenn uns jemand sagt, wir haben einen leeren Markt, ein leeres Haus, sind wir dabei. Wir brauchen nichts Neues.“ Laut Verwaltungsvorlage wird bereits über einen Anbau an das Inihaus-Gebäude nachgedacht.
„Klassenkampf“ in der Masurenwegschule
Stormarner Tageblatt vom 3. Dezmeber 2008
„Klassenkampf“ in der Masurenwegschule
In der Masurenwegschule, die seit Beginn des Schuljahres Gemeinschaftsschule ist, wurden insgesamt 118 Schulanfänger angemeldet. Die Folge: Statt wie geplant vier müssen fünf erste Klassen eingerichtet werden.
Bad Oldesloe/gus
– Die Schulreform und die damit freie Schulwahl der Eltern macht sich jetzt bemerkbar: Der Schulverband Bad Oldesloe hatte für die Masurenwegschule für das kommenden Schuljahr vier erste Klassen eingeplant. Allerdings wurde die Rechnung ohne die Eltern gemacht. Insgesamt 118 Jungen und Mädchen wurden für das kommende Schuljahr dort angemeldet. Da reichen vier Klassen nicht aus.
Die Einrichtung einer fünften ersten Klasse wurde kurzfristig auf die Tagesordnung der Schulverbandsversammlung genommen. Was eigentlich, wenn man den Elternwillen berücksichtigt, ein Selbstgänger hätte werden müssen, wurde fast zu einer Grundsatzdiskussion.
Während sich die Landbürgermeister der paritätisch besetzen Verbandsversammlung einig waren, dass die fünfte Klasse kommen soll, sah es bei den Vertretern der Stadt anders aus. Und das, obwohl Schulleiter Matthias Welz betonte, dass die Einrichtung einer fünften Klasse ohne größere Probleme für den Betrieb der Gemeinschaftsschule möglich sei.
Jens-Pieter Friese (SPD Bad Oldesloe), hätte das Thema gerne erst in den städtischen Gremien erörtert, obwohl die darüber gar keine Entscheidung hätten treffen können. Patricia Rohde (CDU Bad Oldesloe) fehlte eine Vorlage mit den konkreten Zahlen auch für die anderen Schulen. Die wurden aber von der Verwaltung genannt. Auch die Stadtschule wird mit fünf ersten Klassen ins neue Schuljahr starten und an der Klaus-Groth und der Grundschule West wird es jeweils zwei erste Klassen geben. Dort wurden 48 beziehungsweise 50 Kinder angemeldet.
Horst Möller (CDU Bad Oldesloe) befürchtete nur, dass durch die freie Schulwahl der Eltern einige Grundschulen ausbluten könnten. „Wir haben viel Geld investiert. Das können wir nicht einfach so mit ansehen“, betonte er. Die Frage von Schulleiter Welz, wer denn entscheiden soll, welches Kind nicht auf die Masurenwegschule gehen dürfe, sofern keine fünfte erste Klasse eingerichtet wird, vermochte allerdings niemand zu beantworten.
Rümpels Bürgermeister Claus-Jürgen Vieregge brachte es dann auf den Punkt, warum man sich nicht gegen eine Erweiterung auf fünf 1. Klassen sträuben solle: „Kinder, die wir jetzt ablehnen, sind für uns auf Dauer verloren“, betonte er. Und auch Anita Klahn (FDP Bad Oldesloe) war für eine Erweiterung. „Wir haben leider ein chaotisches Schulgesetz vorgesetzt bekommen. Wenn die Kapazitäten vorhanden sind, sollten wir uns jetzt für eine fünfte erste Klasse entscheiden“, sagte sie.
Auch das Schulamt hatte keine Bedenken gegen eine Fünfzügigkeit an der Masurenwegschule. Allerdings wird dort für die weitere Personalplanung eine schnelle Entscheidung benötigt. Schließlich konnte man sich auf einen Kompromiss einigen, der bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen beschlossen wurde. Es wird jetzt einmalig für das kommende Schuljahr eine fünfte erste Klasse eingerichtet. dirk gusick
Auto-fixiert – Grabauer Straße für Radler schlecht
Stormarner Tageblatt vom 2. Dezember 2008
Auto-fixiert – Grabauer Straße für Radler schlecht
Die Probleme für Radfahrer in der Grabauer Straße sind seit Jahren bekannt. Der ADFC kritisiert, dass nichts zur Lösung getan werde.
Bad Oldesloe/ol
– Es ist die Haupt-Einfallschneise für Schüler. Entsprechend groß ist das Gerangel morgens vor Unterrichtsbeginn in der Grabauer Straße. Reiner Hinsch, Vorsitzender des örtlichen ADFC, beobachtet das Treiben mit Grausen: „Die Infrastruktur ist darauf ausgerichtet, dass der Autoverkehr fließt. Alle anderen müssen zusehen wie sie klar kommen.“
Schon oben im Westen geht es los. Kombinierte Geh- und Radwege müssen 2,50 Meter breit sein, er kommt allerdings höchstens auf 2 Meter. „Aber auch nur, wenn die Wegekanten gesäubert sind, was so gut wie nie der Fall ist“, kritisiert Hinsch. Unkraut wachse 20 Zentimeter auf den Weg und schmälere die nutzbare Breite nochmals.
In Höhe der Einmündung Bickbüschen wird der Weg so stark verschwenkt, dass Autofahrer herankommende Radfahrer erst spät erkennen können. Wenige Meter weiter der nächste Gefahrenpunkt: Die Bushaltestelle ist eine Senke. Dort sammelt sich regelmäßig Wasser. Im Winter bildet sich eine gefährliche Eisdecke. Die Stadt sei zwar informiert, aber nicht zuständig. Die Verantwortung liegt bei der Straßenmeisterei Bargteheide. Im weiteren Verlauf wird der ohnehin zu enge Streifen noch schmaler: Eine Betonwand steht nach Ansicht des ADFC viel zu dicht am Weg. „Im Herbst und Winter ist dieser Bereich besonders gefährlich“, moniert Hinsch.
Natürlich hat sich der ADFC Gedanken gemacht, wie die Situation entspannt werden könnte. „Bäume und Vorgärten weg“, lautet eine Überlegung. Aber nur rein theoretisch, wie Reiner Hinsch sofort betont, nicht ernsthaft.
Eine andere Variante: Geschwindkeit auf 30 Stundenkilometer reduzieren und Schwerlastverkehr raus. „Das würde für einen Autofahrer 9 Sekunden Fahrtzeitverlängerung bedeuten“, sagt der Club-Vorsitzende: „Das ist eine marginale Maßnahme, aber nicht mal das bekommt Oldesloe hin.“
Denkbar wäre auch eine Einbahnstraßen-Variante: Stadtauswärts über die Grabauer-, aber der einfließende Verkehr muss in die Theodor-Storm-Straße abbiegen.
Oldesloes Polizei-Chef Michael Langpaap teilt die Einschätzung des ADFC: „Es ist dort eine üble Situation für Radfahrer.“ Ob die Lösungsansätze richtig sind, bezweifelt er allerdings. „Mehr Verkehr durch die Theodor-Strorm Straße? Spätestens nach zehn Tagen haben wir da eine Bürgerinitiative. Laster über die B 75 Richtung Autobahn leiten – da kriegen wir doch die nächste BI“, prophezeit er. Er meldet aber auch verkehrstechnische Bedenken an, so sei es extrem schwierig, größere Verkehrsflüsse von der Storm-Straße links abbiegen zu lassen.
Langpaap macht einen anderen Vorschlag: Weg mit Beschränkungen für Schützen- und Theodor-Storm-Straße. Dann könnte sich der Verkehr gleichmäßig verteilen. Ein Angebotsstreifen auf der Grabauer Straße würde schon genügen. „Dann werden die Radfahrer sich durchsetzen“, so Langpaap.
Andreas Olbertz
Schulausschuss berät über freies Mensa-Essen für Oldesloer Schüler
Lübecker Nachrichten vom 2. Dezember 2008
Schulausschuss berät über freies Mensa-Essen für Oldesloer Schüler
Bad Oldesloe – Gibt es an Bad Oldesloes Schulen bald kostenloses Mensa-Essen für Schülerinnen und Schüler aus armen Familien? Die Stadtverwaltung präsentiert dem Fachausschuss auf dessen Wunsch bei der nächsten Sitzung (morgen um 19 Uhr im Verwaltungsgebäude) die Rechnung dafür.
Wenn die betroffenen Schüler, gerechnet wird mit 634 in Bad Oldesloe, gänzlich von den Essenskosten – in der Mensa im Schulzentrum sind es je Mahl 2,80 Euro – freigehalten werden, kämen auf die Stadt Bad Oldesloe Kosten in Höhe von rund 277 000 Euro zu. Bei einem Eigenanteil von je einem Euro 178 027 Euro.
Die Verwaltung geht davon aus, den direkten Essenszuschuss durch die Stadt nur Oldesloer Schülern zu gewähren. Für eine Bezuschussung auswärtiger Kinder wäre eine Zuschussregelung über die Wohnsitzgemeinden anzustreben.
In Anlehnung an Regelungen in der Stadtbibliothek und der Volkshochschule kommen als Personenkreis Schüler in Frage, die Leistungen nach den Bestimmungen des Sozialgesetzbuches (SGB II oder SGB XII) beziehen, in einer Bedarfsgemeinschaft mit Leistungsbezug leben oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz erhalten.
Auf die Leistungsgewährung hätte der Essenszuschuss keinen Einfluss. Während des Schulbesuchs bereitgestelltes Essen wird nicht als Einkommen berücksichtigt. Ganz genau weiß man bei der Stadtverwaltung nicht, wie viele Betroffene es gibt. In der Stadt sind 4870 Kinder und Jugendlichen bis zu 18 Jahren gemeldet. Hiervon sind 877 (18 Prozent) Leistungsempfänger der genannten Hilfen.
Die Antragstellung müsse zentral in der Stadtverwaltung erfolgen. Dort müssten entsprechende Nachweise der Bedürftigkeit erbracht werden. Über das Abrechnungssystem des neuen Mensabetreibers in der Olivet-Allee, der Firma Menütaxi, sei eine diskriminierungsfreie Teilnahme am Mittagessen möglich.
In Bad Oldesloe nehmen derzeit in der Mensa im Schulzentrum täglich rund 500 Schüler am Mittagessen teil. In der Stadtschule sind es 140, in der Schule am Masurenweg 70, in der Grundschule West 50 und in der Klaus-Groth-Schule (geplant) geschätzte 50.
In der Regel kostet das Schul-Essen 2,80 Euro. An der Grundschule West sind es 2,20 Euro (Glacehaus), an der Stadtschule 1,80 Euro (Apetito). Weitere Ausschuss-Themen sind das Projekt „Klasse musiziert“ und die Oldesloer Tafel.
Von Susanna Fofana
Zurück zum Moor in Wolkenwehe

- Früher war es mal ein Niedermoor, doch durch die jahrzehntelange Entwässerung sackte der Boden in der Wolkenweher Niederung um rund 80 Zentimeter nach unten. Durch das Abstellen des Pumpwerks soll der Natur wieder zu ihrem Recht verholfen werden.

- Klaus Graeber vom Nabu mit einem Plan des Gebietes, das frühestens 2010 „vernässt“ würde.

- Die Pumpe an der Grünen Brücke. Die erste Entwässerungsanlage wurde 1949 errichtet und hatte eine Förderleistung von 100 Litern pro Sekunde. Fotos: STRUNK
Lübecker Nachrichten vom 30. November 2008
Zurück zum Moor in Wolkenwehe
Bad Oldesloe - Das alte Pumpwerk an der Trave im Oldesloer Ortsteil Wolkenwehe soll abgestellt werden. Folge: Die Niederung würde wieder zum Sumpf. Was Naturschützer freut, weckt bei Anwohnern Ängste.
Seit ein paar Wochen beunruhigt einige Anwohner im Bad Oldesloer Ortsteil Wolkenwehe eine Diskussion über die „Vernässung“ der Niederung. Sie fühlen sich von der Verwaltung nicht nur schlecht informiert, sondern auch vor vollendete Tatsachen gestellt. So befürchten die Anwohner Cornelia Klamt und Michael Voigt negative Auswirkungen auf die Natur.
Jetzt schon seien etliche Bäume an der ehemaligen Allee des Wanderweges zur Grünen Brücke abgestorben, erklärten sie in der Einwohnerfragestunde zur jüngsten Stadtverordnetenversammlung in dieser Woche.
Auch das Argument des besseren Hochwasserschutzes könnten die Anwohner nicht nachvollziehen. Wenn die Pumpe an der Grünen Brücke abgestellt und ein Durchstich zur Trave vorgenommen würde, seien die Wolkenweher Wiesen „zum großen Teil ständig überflutet“. Und wenn es dann noch zur Hochwassersituation käme, „können die überfluteten Wiesen weniger Wasser aufnehmen. Das Überschwemmungsrisiko für Bad Oldesloe nimmt zu!“
Bürgermeister Tassilo von Bary versucht zu beruhigen: „Anfang nächsten Jahres laden wir zu einer Teileinwohnerversammlung ein, in der wir über die Situation vor Ort, die möglichen Maßnahmen und deren Folgen informieren.“ Noch sei aber überhaupt nichts beschlossen.
Die Stadt und die Stiftung Naturschutz, die beide in den vergangenen zehn Jahren die betreffenden Grundstücke in der Niederung aufkauften, haben ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, das frühestens im September 2009 abgeschlossen sein dürfte. „In diesem Rahmen werden die Pläne öffentlich ausgelegt und es gibt ein Beteiligungsverfahren“, beruhigt auch der Leiter des Oldesloer Umweltamtes, Dr. Kurt Soeffing, die Gemüter.
Für das Abschalten des Pumpwerkes und die daraus resultierende Vernässung der Traveniederung gibt es viele Gründe. Prof. Gerold Rahmann, Fraktionschef der Grünen in Bad Oldesloe, sieht vor allem eine deutliche Energieeinsparung, wenn das alte Pumpwerk abgestellt wird: „Das Werk verbraucht zur Zeit jährlich 27 000 Kilowattstunden – das ist der Jahresverbrauch von zehn Einfamilienhäusern.“ Mittelbar gehe durch das Stromabschalten auch der CO2-Ausstoß (durch die Energieerzeugung) zurück.
Und Klaus Graeber vom Nabu Bad Oldesloe fügt hinzu: „Durch die Eindeichung der Niederung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg und die ständige Entwässerung ist der Moorboden in sich zusammengesackt – um rund 80 Zentimeter.“ Entsprechend hätte sich in der jüngeren Vergangenheit bei Hochwasser die Staunässe viel länger gehalten, als wenn sie über die Trave wieder hätte abfließen können. „Die längere Überstauung in dem Gebiet, aber auch Pilzbefall haben dafür gesorgt, dass viele Eschen und Erlen abgestorben sind.“
Bei einer Öffnung der Deiche im Bereich der Grünen Brücke würde natürlich Wasser in die gesamte Niederung fließen, aber das führe zu keiner Überschwemmungsgefahr. Das Gegenteil wäre der Fall, da sich das Wasser wesentlich besser verteilen könne.
Die Untersuchung des Ingenieurbüros hat zudem ergeben, dass es durch die Wiedervernässung zu einem Rückgang der klimaschädlichen Gase Kohlendioxid, Methan und Lachgas kommen würde.
Selbstverständlich, betonen von Bary und Soeffing, bleibe der Zugang zum Naherholungsgebiet über einen Wirtschaftsweg weiter erhalten. Möglicherweise müsste dieser nur verlegt werden – etwas weiter nördlich entlang der Pilkenbek, eines parallel zur Trave fließenden Baches.
Von Joachim Strunk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 29. November 2008
Womit sich ein Bürgermeister so alles rumärgern muss
Angesägt und abgehalftert
Andreas Olbertz
In Wolkenwehe hängt der Haussegen ein bisschen schief. Es vergeht kaum eine politische Sitzung wo nicht eine handvoll Leute aus dem Ortsteil auftreten und sich bezüglich der Vernässung der Wolkenweher Niederung zu Wort melden. Aus jeder Frage ist deutlich heraus zu hören: Wir wollen das nicht.
Tja, tolle Wurst. Das kommt davon. Über Jahre hat die Politik das streng geheim im Hinterstübchen ausbaldowert. Angeblich nur geheim, weil es um Grundstücksangelegenheiten ging, aber das ist nur vorgeschoben. Tatsächlich ging es darum, kein Interesse zu zeigen, weil dann die Grundstückspreise nach oben gehen.
Am 7. Juli vergangenen Jahres fiel dann der Beschluss, ein Ingenieurbüro mit Vorplanungen zu beauftragen. Gleichzeitig wurde festgelegt, dass die Vorteilsnehmer informiert werden sollen und dem Projekt zustimmen sollen. Dann stellte sich aber heraus, dass die Wolkenweher keine Vorteilsnehmer sind, sie haben schlichtweg keine Vorteile von der Pumpe. Sie gelten vielmehr als so genannte Erschwerer. Laut Gesetz müssen Erschwerer nicht beteiligt werden, also ist die Information der Wolkenweher kurzerhand unter den Tisch gefallen.
Der eigentlich entscheidende Beschluss kam dann am 10. April diesen Jahres. Auch wieder unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Aber immerhin wurde ein Beschluss gefasst, der anschließend öffentlich bekannt gegeben werden musste: „Die Verwaltung wird beauftragt, die Trägerschaft zur Durchführung der Renaturierung in der Wolkenweher Niederung zu übernehmen.“ Alles klar? Ein Paradebeispiel aus dem Lehrgang: Wie schaffen wir es, einen Beschluss so zu verklausulieren, dass garantiert keiner versteht, was gemeint ist?
Und jetzt wundert sich jemand, dass die Leute auf die Barrikaden gehen? Wenn man nicht erklärt, was vor deren Haustür passiert, wenn man ihnen nicht erläutert, dass sie keine Nachteile zu befürchten haben, muss man damit rechnen. Null Punkte in Sachen Bürgerbeteiligung.
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Oldesloe und die Straßennamen, das ist immer wieder ein beliebtes Thema bei dem sich die Köppe eingeschlagen werden. Wie ein Pawlowscher Reflex ging es auch am Montag wieder los, als die Straßenbenennung im Redder auf der Agenda stand. Mit Vornamen oder ohne? Politiker oder Flurbezeichnung? Nur Männer oder auch eine Frau? Da ging es munter hin und her. Die Grüne Heike Uhlenbrok war es dann, die verbal so richtig auf den Putz haute: „Mir ist eigentlich sogar egal, ob eine Frau dabei ist, aber bitte verschonen sie uns mit Raimund Harmsdorf. Ein abgehalfterter Schauspieler, der mal in einem Film eine Kartoffel zerquetscht hat und Selbstmord begangen hat.“ Uiuiui, da hatte sie ja was gesagt. Aber wenn man ehrlich ist, muss man wohl zugeben, dass was Richtiges dran ist. Durchsetzen konnte sie sich damit nicht. Die Grünen wollten eine Frau, die CDU ihren Koch, die FDP keine Advokatenkoppel und der Verwaltung wollte das keiner überlassen. Uwe Stephenson schlug vor, das Thema an Stadtarchivarin Dr. Sylvina Zander zu delegieren, aber die anderen wollten das Thema endlich vom Tisch haben. Jeder klüngelte irgendwo mit jedem. Am Ende der laute Ruf: „Wer weiß eine Frau?“ Jürgen Schneider von der SPD kam spontan auf Anna-lisa Zahn, die Gründerin und Ehrenvorsitzende des Tierschutzvereins. Super, die nehmen wir – lieber Gott, lass sie keine dunkle Vergangenheit haben.
Wenn man es nüchtern betrachtet, ist es ein unwürdiges Prozedere. Eigentlich soll das eine Ehrung sein, eine Würdigung von Verdiensten, stattdessen geht es nach dem Motto: Ich habe keinen Bock mehr, mir fällt nichts Besseres ein – lass uns die nehmen und gut is’.
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Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary hat diese Woche einer Zeitung ein Interview gegeben. Er beklagte, dass es keine großen Flächen für wirklich attraktive Geschäfte gebe. Es habe sich zwar kurzfristig die Chance aufgetan, in der Fußgängerzone ein Haus zu kaufen, aber es war adhoc nicht möglich, ein Konzept vorzulegen. Deshalb habe Politik leider nicht mitgespielt. Interessant, diese Sichtweise. Die Rede ist vom Paulsen-Haus in der Hindenburgstraße. Wie viele Monate hing da das Schild „zu verkaufen“ dran? Der Deal ist auch wegen eines fehlenden Konzepts gescheitert, aber da waren noch ein anderer Interessent und deutlich unterschiedliche Ansichten darüber, ob das Gebäude den Preis, den die Stadt zahlen sollte, wirklich wert ist.
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Totensonntag ist gewesen, jetzt ist also offiziell Vorweihnachtszeit – und an allen Ecken und Enden dudelt es wieder. In der Innenstadt stehen zusammengezimmerte Buden, die lieblos mit Zweigen verziert wurden. Am Montag hat die GOK noch mit einer netten Feier auf dem Marktplatz die Weihnachtsbeleuchtung angeschaltet aber schon am nächsten Tag gab es Ärger. Marktbeschicker hatten die Tanne angesägt, weil deren Zweige die Stände behinderten. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat daraufhin die High-Tech-Klapp-Tanne konzipiert, damit der Kommerz nicht zu kurz kommt.
Feuchte Wiesen – trockene Argumente
Stormarner Tageblatt vom 28. November 2008
Feuchte Wiesen – trockene Argumente
Da kündigt sich Widerstand an. Nicht heftig, aber ausdauernd. Es geht um die Wolkenweher Niederung, die vernässt werden soll.
Bad Oldesloe/ol
– Das Thema wird schon seit vielen Jahren diskutiert. Aber nur in der Politik, und immer schön hinter verschlossenen Türen. Während seiner jüngsten Sitzung hat der Umweltausschuss ein förmliches Planfeststellungsverfahren zur Stilllegung der Pumpstation eingeleitet. Damit ist die Katze endlich offiziell aus dem Sack.
Seit 1949 wird die Wolkenweher Niederung entwässert. „Damals hat das auch Sinn gemacht. Da hatten die Leute nichts zu beißen“, blickt Klaus Graeber zurück. Er ist Nabu-Vorsitzender und Mitglied im Umweltausschuss. Durch die Entwässerung ist der Boden im Laufe der Jahre abgesackt – mittlerweile um 70 bis 80 Zentimeter. Der Grüne Willi Janson rechnet vor, dass es über die gesamte Fläche in den vergangenen 50 Jahren wohl eine halbe Tonne CO² gewesen sein wird, die in die Atmosphäre abgegeben wurde.
Trotz Entwässerung bleibt der Grundwasserspiegel konstant. War der früher einen Meter tief, ist er durch die Absackungen auf wenige Zentimeter heran gekommen. Für Janson ist deshalb klar: „Da wird es nie wieder Landwirtschaft geben, weil es einfach nicht mehr geht.“ Nicht umsonst hätten so viele Bauern ihre Flächen verkauft – als letzter Jörg Linau. Inzwischen gibt es in der Niederung nur noch zwei Eigentümer: die Stadt und die Stiftung Naturschutz.
Die beiden sind sich einig, dass nicht weiter entwässert werden soll, die Pumpe kann abgeschaltet werden. Je schneller desto besser, denn sie verbraucht im Jahr 25 000 Kilowattstunden Strom. „Wir haben in den vergangenen Jahren verhältnismäßig preiswert gepumpt“, erklärt Loya von Hinüber, Vorsteher des Wasser- und Bodenverbands, der das Schöpfwerk betreibt. Es wurden zwei gebrauchte Pumpen angeschafft. Die arbeiten nicht mehr rund um die Uhr, was Strom spart. Doch genau da liegt der Knackpunkt. Die Pumpen sind ein Provisorium, das bislang gut läuft. Das kann morgen vorbei sein. Eine neue Pumpe würde etwa 7 000 Euro kosten. Die Stromleitung ist definitiv desolat und müsste erneuert werden: 20 000 Euro. Kosten, die auf die Grundbesitzer umgelegt würden. Deshalb findet auch der Verbandsvorsteher: „Aus ökonomischen Gründen müsste man abschalten.“
Am ökologischen Nutzen meldet er allerdings Zweifel an. „Dann sieht es nachher da genau so eintönig aus wie im Brenner Moor. Viele Tiere sieht man heute schon nicht mehr.“ „Das sehe ich deutlich anders“, kontert Klaus Graeber: „Das Brenner Moor ist ein abwechslungsreicher Lebensraum. Grade weil das Gebiet wechselfeucht sein wird, erwarte ich eine große Vielfalt.“
Einige Wolkenweher machen gegen die Pläne mobil, hinterfragen die Rechtsgrundlage und äußern beispielsweise die Befürchtung, mit der Vernässung komme „Ungeziefer“ in ihre Gärten. Das halten Experten aber allesamt für unbegründet. Verbandsvorsteher von Hinüber: „Denen oben kann es im Grunde egal sein, ob die unten absaufen. Ihr Wasser werden sie immer los.“ Klaus Graeber sieht keinerlei Anzeichen für eine Ratten- oder Mückenplage. Zumindest in finanzieller Sicht hätten die Wolkenweher von der Abschaltung Vorteile, da sie nicht mehr für die Pumpe zahlen müssten.
Für Spaziergänger soll die Niederung zugänglich bleiben. Noch steht allerdings nicht fest, ob der alte Weg erhöht werden soll oder stattdessen lieber ein neuer entlang der Pilkenbek gebaut wird. Dazu wird es im kommenden Jahr einen Ortstermin von Politik und Fachleuten geben. Außerdem sollen die Wolkenweher in einer Teileinwohnerversammlung über das Projekt informiert werden. „Vor Januar kriegen wir das aber nicht mehr hin“, betonte Bürgermeister Tassilo von Bary.
Andreas Olbertz
Debattierclub oder Mitsprache?
Lübecker Nachrichten vom 27. November 2008
Debattierclub oder Mitsprache?
Bad Oldesloe – Mit einem etwas ungewöhnlichen Antrag für die jüngste Stadtverordnetenversammlung wartete die CDU von Bad Oldesloe auf: Künftig sollte bei diskussionswürdigen Punkten zwar weiterhin Betroffenen oder externen Fachleuten ein Rederecht bei Ausschüssen oder der Stadtverordnetenversammlung eingeräumt bleiben, jedoch sollte für eine Gruppe lediglich ein Sprecher redeberechtigt sein – und das auch nur längstens fünf Minuten.
Begründung: Es „wird derzeit immer wieder eine sehr individuelle Handhabung durch einzelne Ausschussvorsitzende festgestellt“. Ganz offensichtlich war damit die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Maria Herrmann, gemeint, die den Oldesloer Bau- und Planungsausschuss (BPA) leitet. In einer vorangegangenen Hauptausschusssitzung hatte Uwe Rädisch von der CDU noch darauf hingewiesen, dass es sich bei den Lokalpolitikern immerhin um Ehrenamtler handele, die nicht endlose Abende in Sitzungen verharren wollten. „Wir sind doch kein Debattierclub!“
Hagen von Massenbach, Fraktionschef der SPD, widersprach dem energisch. „Bei der wohl längsten Sitzung des Hauptausschusses, den ich selber leitete und der zwei Tage andauerte, hatten wir vier bis fünf Stellungnahmen von externen Personen gehört.“ Diese aber hätten bei weitem nicht zu der langen Dauer geführt. Auch Grünen-Chef Gerold Rahmann erklärte: „Das muss die Demokratie ertragen, dass es verschiedene Redner zu einem Thema gibt.“ Er schlug statt dessen eine fünfminütige Redebeschränkung für jeden Politiker vor.
Am Ende stimmten 16 Politiker von SPD, Grünen und FDP gegen eine ausdrückliche Redebeschränkung und für die Beibehaltung der Regelung in der Gemeindeordnung. Dafür setzten sich CDU und FDP durch, als es um die schnellere Versendung der Sitzungsprotokolle durch die Verwaltung ging.
Von Joachim Strunk
Rederecht für Bürger gerettet
Stormarner Tageblatt vom 27. November 2008
Rederecht für Bürger gerettet
Im Ausschuss war nur die SPD dagegen, jetzt war nur noch die CDU für ihren Antrag, das Rederecht für Bürger einheitlich in Ausschüssen zu regeln.
Bad Oldesloe/ol
– Das war eine Schlappe für die CDU. Rainer Fehrmann hatte einen Antrag gestellt. Er wollte festschreiben lassen, wie zukünftig mit Bürgern und Sachkundigen in Sitzungen zu verfahren sei. Sie sollen Gruppen bilden, jeweils einen Sprecher wählen und könnten dann unter Umständen zu Tagesordnungspunkten gehört werden (wir berichteten).
Naturgemäß lehnt die SPD das ab. Ihr Fraktionsvorsitzender Hagen von Massenbach stellte klar: „Wir wollen so viel Beteiligung und Anregungen wie möglich.“ Und vorsichtshalber kündigte er schon mal an: „Wenn wir denken, es dient der Wahrheitsfindung, werden wir auch weiter Bürger anhören.“
Die Grünen hatten im Hauptausschuss noch für die Änderung im Sinne de CDU gestimmt, doch damit war in der Stadtverordnetenversammlung Schluss. Gerold Rahmann: „An der Vorlage muss noch eine ganze Menge geändert werden, dass wir da zustimmen können.“
Anita Klahn betonte für die FDP, dass der Antrag mehr Möglichkeiten eröffne als bislang und „lediglich eine Handlungsanweisung für die, die nicht mehr Herr vieler Wortbeiträge werden“, sei. Horst Möller argumentierte damit, dass für alle Ausschüsse eine gleiche Regelung zu gelten habe. Betroffene würden die Tagesordnung lange genug im Voraus kennen und hätten die Möglichkeit, mit Parteien in Kontakt zu treten.
Da einige CDU-Abgeordnete fehlten, die Grünen kippten und die FDP wackelte ging in Kleingruppen ein heftiges Feilschen los: „Wer kann welchem Antrag zustimmen?“ Am Ende triumphierte die SPD: Der Antrag wurde von FDP, Grünen und SPD abgelehnt. Es gilt die gesetzliche Regelung: „Die Gemeindevertretung kann beschließen, Sachkundige sowie Einwohnerinnen und Einwohner, die von dem Gegenstand der Beratung betroffen sind, anzuhören.“
Poggensee bleibt wie es ist – nur besser
Stormarner Tageblatt vom 26. November 2008
Poggensee bleibt wie es ist – nur besser
Bürger brachten Argumente vor, die Politik hat kontrovers diskutiert, und am Ende steht ein Beschluss, mit dem hoffentlich alle leben können.
Bad Oldesloe/ol
– Bürgerworthalter Rainer Fehrmann sagte: „Das Herz eines Kommunalpolitikers lacht, wenn ich die Beteiligung heute sehe.“ SPD-Frak-tionschef Hagen von Massenbach sprach gar von einer „Sternstunde der Kommunalpolitik“ angesichts der vollen Zuschauerränge während der Stadtverordnetenversammlung.
Ein Großteil der Frager war wegen der Straßennamen und Hausnummern in Poggensee gekommen. Eine Stimme pro Änderung, viel contra. Wie bereits berichtet, schwelt im Ortsteil seit Jahren ein Konflikt. Im Kern geht es um die Frage, ob die Straßenbenennung eindeutig ist oder durch neue Straßennamen oder eine andere Nummerierung besser gestaltet werden kann.
Für den Bereich „Am Poggensee“ ist unstrittig durch einige zusätzliche Schilder Klarheit geschaffen worden. Die dortigen Anlieger sind zufrieden, weil sie ihre gewohnten Anschriften behalten durften.
In der Straße Poggensee sieht das anders aus. Joachim Kurzawa wirbt für eine Neu-Nummerierung. Vier mal hat er an die Verwaltung geschrieben und auf Probleme mit dem Rettungsdienst hingewiesen. Zudem beruft er sich auf das Ergebnis einer Einwohnerversammlung, bei der es eine deutliche Mehrheit für neue Hausnummern gegeben habe.
„Stimmt nicht“, argumentierte die andere, zahlenmäßig weitaus stärkere Anlieger-Fraktion. Von Problemen mit dem Rettungsdienst sei nichts bekannt, die Krankenwagen würden Anfang kommenden Jahres ohnehin mit Navigationsgeräten ausgestattet, spätestens dann hätten sich alle Probleme ohnehin erledigt. Das Ergebnis der Einwohnerversammlung hat die Truppe um Tanja Störtenbecker anders in Erinnerung: Die Mehrheit wollte den Status Quo behalten und lediglich zusätzliche Schilder.
Bürgermeister Tassilo von Bary meinte, sich an die Versammlung erinnern zu können: „Neue Straßennamen wurden abgelehnt und es ist ganz klar eine neue Nummerierung gewünscht worden.“ Das gab heftigen Widerspruch von der Beibehalten-Gruppe. Die zitierte aus einem Schreiben des Bürgermeisters: „Nach der Informationsveranstaltung zeigte sich jedoch anhand mündlicher und schriftlicher Reaktionen, dass die Mehrheit der betroffenen Poggenseer nur eine ergänzende Beschilderung unter Beibehaltung aller Straßennamen und Nummern wollte.“ Nachdem die CDU-Stadtverordnete Patricia Rohde ihm spontan eine Kopie seines eigenen Briefs ans Rednerpult reichte, ruderte der Verwaltung-Chef schleunigst zurück. „Sie haben Recht, das steh in meinem Schreiben. Vielleicht sollte ich den Stadtverordneten empfehlen, das noch mal in den Ausschuss zurückzugeben.“
Damit lag der Ball endgültig wieder in der Hälfte der Politik und das Spiel konnte los gehen. CDU-Fraktions-Chef Horst Möller wollte die Sache vom Tisch haben. Die Beschilderung „Am Poggensee“ wird beschlossen. Poggensee soll die Verwaltung doch bitte im Alleingang, aber ausdrücklich im Einvernehmen mit den Betroffenen Regeln. Hausnummern seien Verwaltungshandeln, da müsse sich Politik nicht mehr mit befassen. Auch die SPD will die Angelegenheit erledigt wissen, das Heft des Handelns aber nicht der Verwaltung überlassen. Hans-Hermann Roden: „Wir sehen keine Veranlassung, heute nicht abzustimmen.“ Alles bleibt wie es ist, die Ausschilderung wird verbessert und die Mehrheit sollte zufrieden sein. Dem mochte Horst Möller nicht so ganz folgen, schließlich wisse man nicht, ob die Anwesenden wirklich die Mehrheit seien oder ob die nicht zu Hause sitze. Und überhaupt war da noch Anita Klahn von der FDP die „erheblichen Diskussionsbedarf“ sah. Sie beantragte eine Verweisung an den Planungsausschuss und forderte, dass für die Sitzung eine schriftliche Stellungnahme des Rettungsdienstes eingeholt wird.
Ausführlich ging es hin und her. Die CDU versuchte, ihren Antrag zu retten, indem sie eine geteilte Abstimmung ins Rennen warf, aber dieser Vorstoß wurde mit breiter Mehrheit abgeschmettert.
Am Ende setzte sich die SPD mit ihren eigenen neun Stimmen durch, fünf Abgeordnete waren dagegen, die CDU enthielt sich komplett, damit war klar: Es bleibt wie es ist. Andreas Olbertz
Poggensee bleibt Poggensee

- Demnächst könnte das eine oder andere Hinweisschild noch hinzukommen, damit dem Fremden der rechte Weg gewiesen wird.

- Viel Beratungsbedarf unter den Parteien gab es bei den Straßennamen
Lübecker Nachrichten vom 25. November 2008
Poggensee bleibt Poggensee
Nach mehr als zwei Jahren intensiver Verwaltungsarbeit zur Neubenennung und -nummerierung der Poggenseer Straßen und Häuser beschlossen die Oldesloer Stadtverordneten: Es bleibt, wie es ist.
VON JOACHIM STRUNK
BAD OLDESLOE – Mehr als zwei Jahre ist es her, dass die Bad Oldesloer Verwaltung auf die lobenswerte Idee kam, etwas für die Bürger im Ortsteil Poggensee zu tun. Denn diese wohnten offenbar völlig ungeordnet – anarchisch! – in ihrem kleinen Dörfchen, so dass Besucher, aber vor allem Verwaltungsangestellte und Rettungsdienste große Probleme hatten, an die richtige Adresse zu gelangen. Was im Falle der Rettungsdienste tatsächlich fatal hätte sein können.
In einer ersten Einwohnerversammlung im September 2006 sahen die Poggenseer selbst aber gar keinen Handlungsbedarf, erst recht keine Gefahren für Leib und Leben. Also plädierte man dafür, wenn die Stadt Bad Oldesloe schon etwas tun wolle, dann solle sie ein paar mehr Hinweisschilder aufstellen, die auf die Nummerierung in den verschiedenen (Stich-)Straßen hinweisen. Das genügte den Behördlern aber nicht, und so begann eine Tour de Force, die letztlich in der Umbenennung der einzelnen Straßen gipfelte. Ein Horror für die Poggenseer.
Zugegeben, die Nummerierung im Uhrzeigersinn durch den „T“-förmig angeordneten Ortsteil widerspricht der sonst üblichen – links die ungeraden und rechts die geraden Hausnummern oder umgekehrt. Eine Logik wohnte der alten Lösung dennoch inne. „Wir hatten oft das Gefühl, die Verwaltung ignoriert unsere Einwände einfach“, sagte die Poggenseerin Tanja Störtenbecker, die sich zuletzt sehr engagiert mit Politikern und Verwaltungsmitarbeitern auseinandersetzte, um diese zu überzeugen. Letztlich mit Erfolg.
Nach einer Ortsbegehung mit der Vorsitzenden des Bau- und Planungsausschusses Maria Herrmann (SPD), aber auch nach Kontaktaufnahme mit Bürgerworthalter Rainer Fehrmann und Patricia Rohde von der CDU kam es am Montagabend erst zu einer lebhaften Einwohnerfragestunde während der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung. Noch engagierter ging es dann in der Polit-Debatte zu. Während sich FDP und Grüne am liebsten mit der Problematik erneut im Planungsausschuss befasst hätten (mit 7:16 in der Abstimmung gegen CDU/SPD unterlegen, zwei Enthaltungen), wollte die CDU die Angelegenheit in die Verwaltung zurückweisen (mit 9:16 unterlegen).
Am Ende wurde der Antrag der SPD mit neun Ja-Stimmen angenommen (bei fünf Gegenstimmen und elf Enthaltungen): Im Oldesloer Ortsteil Poggensee bleiben sowohl die Straßennamen als auch die Hausnummern unverändert. Die Verwaltung hat dafür zu sorgen, dass zusätzliche, größere und übersichtlichere Hinweisschilder aufgestellt werden, die eine schnellere Orientierung gewährleisten sollen.
VON JOACHIM STRUNK
Meinung
Die Poggenseer haben trotz allen Ärgers mit der Stadt Bad Oldesloe etwas Wichtiges gelernt: Man kann mit den (Kommunal-)Politikern wieder reden. Und man kann sie im direkten Gespräch letztlich auch überzeugen – wenn man sich für seine Sache engagiert einsetzt, sachlich und fundiert argumentiert. Politiker sind auch nur Menschen.
Wenn sie mit Informationen nur einseitig „gefüttert“ werden, nehmen sie dies erst einmal hin. Aber sie sind heute nicht mehr so stur und hoheitlich wie noch vor ein, zwei Jahrzehnten. Heute begreifen sich Lokalpolitiker als Anwälte und Vertreter ihrer Mitbürger. Der Politikverdruss der vergangenen Jahre hat sich ausgewirkt.
Man arbeitet wieder miteinander –wie es sich ja auch gehört.
Straßennamen im Steinfelder Redder: Annalise Zahn statt Georg Koch
Lübecker Nachrichten vom 26. November 2008
Straßennamen im Steinfelder Redder: Annalise Zahn statt Georg Koch
BAD OLDESLOE – Auch die Namensgebung der Straßen im Neubaugebiet Steinfelder Redder (2. und 3. Bauabschnitt) war Anlass zu heißen Diskussionen in der Stadtverordnetenversammlung. Frank Fiedler von der FDP mochte sich mit dem „unausgegorenen“ Vorschlag der CDU eines „Kochweg“ (für den Ehrenbürger und ehemaligen Bürgerworthalter Georg Koch) nicht anfreunden. Sein Vorschlag der „Advokatenkoppel“ ließ die Grünen vermuten, demnächst plane die FDP auch noch „Fiedler- oder Wurch-Straßen“. Sie lehnten das rundweg ab.
Daraufhin kam es zu einer erneuten Sitzungsunterbrechung, in der alle Politiker parteiübergreifend miteinander (ja, ja!) sprachen und sich am Ende auf den Annalise-Zahn-Weg und die übrigen Alt-Oldesloer Thegen, Hagelstein, Schüthe und Harmstorf einigten – allerdings inklusive der Vornamen und Zusatz-Schilder, die über die Herrschaften weiter aufklären sollen. unk
Annalise Zahn
Annalise Zahn war eine Literatur-Liebhaberin und Kämpferin gegen das Leid der Tiere. Ihr ist es mit zu verdanken, dass herrenlose Tiere in Bad Oldesloe ein Zuhause und gute Betreuung am Anna-Heitmann-Weg haben. Im Alter von 97 Jahren starb Annalise Zahn am 23. August 2005 in in Bad Oldesloe. Geboren wurde sie am 19. September 1908 als Annalise Oelrichs in Rostock. Sie erlebte den Ersten Weltkrieg, heiratete 1935 den Oberleutnant Andreas Zahn. In der Nachkriegszeit fasste die Familie Fuß in Bad Oldesloe. Hier lernte sie Gertrud Volkmann kennen, mit der sie nicht nur die Vorliebe für Journalismus und Literatur, sondern auch für den Tierschutz teilte. Am 22. Juli 1954 gründeten sie gemeinsam den Oldesloer Tierschutzverein. In den 1980er Jahren wurde Zahn für ihr soziales Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Ihren Lebensabend verbrachte Annalise Zahn im Oldesloer Alten- und Pflegeheim Forsthaus. ln
Bad Oldesloe: 63 Bebauungsgegner bei Up den Pahl
Stormarner Tageblatt vom 25. November 2008
Bad Oldesloe: 63 Bebauungsgegner bei Up den Pahl
Unterschriftenlisten gegen Pläne zur Bebauung in zweiter Reihe
Bad Oldesloe/ol
– Innenverdichtung Up den Pahl – die Anlieger sind gerüstet. Rainer Thielenhaus, der den Widerstand koordiniert, hat jetzt die Unterschriftenlisten im Rathaus abgegeben. 63 Anlieger haben unterschrieben und damit deutlich Nein zur geplanten Bebauung in zweiter Reihe gesagt. Kopien der Listen gingen auch gleich an die Vertreter aller Parteien. „Jetzt schauen wir mal, welche Signale aus der Verwaltung kommen“, erklärte Thielenhaus gestern auf Nachfrage.
Inhaltlich haben sich die Pahler in der Unterschriftensammlung nicht weiter positioniert – sie sind dagegen. Mit Absicht, wie Rainer Thielenhaus erläutert: „Das wird erst im nächsten Schritt passieren.“ Dann werde sich jeder einzelne individuell mit einzelnen Punkten der neuen Planung auseinandersetzen und entsprechend schriftlich seine Bedenken äußern.
Bis das so weit ist, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Die Anregungen und Bedenken müssen jetzt vom Planer zu einem neuen Beschlussvorschlag verarbeitet werden. Der wird aber voraussichtlich erst im März kommenden Jahres auf der Tagesordnung des Bau- und Planungsausschusses landen.
Nabu: Es gibt keine Alternative zum Pumpwerk-Abschalten
Lübecker Nachrichten vom 25. November 2008
Nabu: Es gibt keine Alternative zum Pumpwerk-Abschalten
Bad Oldesloe – In die Diskussion um das Abschalten des Pumpwerkes im Oldesloer Ortsteil Wolkenwehe schaltet sich nun auch der Nabu ein. Er begrüßt die Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens für die Wolkenweher Niederung.
Darin werde geklärt, wo und wie ein Weg durch das Gebiet zur Grünen Brücke führen wird. Nabu-vorsitzender Klaus Graeber: „Zum Abschalten der Pumpe aber gibt es mittelfristig keine sinnvolle Alternative.“
Das Pumpwerk an der Grünen Brücke sei 1949 gebaut worden, um die Wiesen zu entwässern. Gleichzeitig wurden an der Trave und ihren Nebenbächen kleine „Deiche“ angelegt. Durch die Entwässerung sei der Moorboden in der Niederung mineralisiert und zusammengesackt, so dass die Wiesen und „Deiche“ heute etwa 80 Zentimeter tiefer liegen als einst. Daher sei heute eine landwirtschaftliche Nutzung auf den meisten Flächen nicht mehr möglich, wenn man nicht die Deiche erhöhen und noch stärker entwässern würde. Das würde enorme Kosten verursachen und den Teufelskreis von Entwässerung und Absackung noch eine Weile fortsetzen.
Die jetzige Entwässerung durch die Pumpe verursache erhebliche Kosten, die Pumpe verbrauche 25 000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Dieser Energieverbrauch und die große Mengen Co2, die der entwässerte Moorboden freisetzt, belasten die Umwelt erheblich. Der Nabu: „Allein aus diesem Grund ist das Abschalten der Pumpe wichtig.“ Auf vielen Flächen kann sich dann Niedermoor entwickeln, wodurch Co2 gebunden wird. ln
Poggensee, Poggenbek und neue Nummern
Stormarner Tageblatt vom 24. November 2008
Poggensee, Poggenbek und neue Nummern
Im Oldesloer Ortsteil Poggensee rumort es. Seit Jahren wird über neue Straßennamen und andere Hausnummern diskutiert. Heute Abend soll die Stadtverordnetenversammlung dazu einen richtungsweisenden Beschluss fassen.
Bad Oldesloe/ol
– Die Situa-tion ist für Außenstehende nicht auf den ersten Blick gleich zu verstehen. Es gibt die Straße „Am Poggensee“ und den Oldesloer Ortsteil Poggensee, in dem es keine Straßennamen, sondern nur Hausnummern gibt. Jüngster Vorschlag der Verwaltung im Bauausschuss war nun, „Am Poggensee“ durch „Am Hollanderhof“, „Seekamp“ und „Seewiese“ zu ersetzen. Der Ortsteil Poggensee sollte neue Hausnummer bekommen beziehungsweise in Richtung Butterberg in „Poggenbek“ umbenannt werden. Nach Ansicht der Experten im Stadthaus könne die jetzige Situation nicht so bleiben wie sie ist, da es immer wieder zu Irrfahrten von Rettungsfahrzeugen komme. Es gebe vier Beschwerden eines Anliegers. Daraufhin hatten die Bauausschuss-Mitglieder mehrheitlich zugestimmt.
Die Poggenseer Landwirtin Tanja Störtenbecker sieht hingegen keinen Änderungsbedarf. Die Beschilderung an der Kreuzung Segeberger Straße/Am Poggensee sei optimal und eindeutig. „Ich finde, das funktioniert doch. Damit hat man das Problem gelöst.“ In Poggensee sei sie jedes Haus abgegangen und habe dabei festgestellt: „Es sind alle eindeutig zu identifizieren.“ Da sei der Aufwand doch viel zu groß, der aus neuen Hausnummern resultiere. Schließlich gebe es im Dorf viele Selbstständige, die dann neue Geschäftspapiere benötigten. „Navis sind doch heute Hausnummern genau“, argumentiert sie und äußert die Befürchtung, die Post könnte zukünftig nicht mehr zugestellt werden. Von Rettungswagen, die ihr Ziel nicht gefunden hätten, wisse sie nichts.
Markus Hilchenbach, Chef der Leitstelle, bestätigt das: „Mir ist nicht bekannt, dass es dort zu Problemen gekommen ist.“ Es komme hin und wieder vor, dass ein Fahrer sein Ziel nicht findet, weil die Häuser schlecht oder gar nicht beschildert sind. Das sei aber nicht spezifisch für den Bereich Poggensee, sondern gelte generell. Schon jetzt verfüge die Leitstelle über digitale Karten und könne Fahrer per Funk lotsen. Im ersten Quartal des kommenden Jahres sollen die Wagen mit Satellitennavigation ausgerüstet werden. Bei der Alarmierung wird dann auch gleich das Einsatzziel digital an das Fahrzeug gesendet und die Route angezeigt.
An der T-Kreuzung Richtung Schadehorn/Steinfeld sei auch alles eindeutig ausgeschildert. Ein Haus werde allerdings verkehrt angezeigt, das lasse sich aber leicht korrigieren. „Wir haben ja schon vorgeschlagen, Zwischenwegweiser aufzustellen“, sagt Tanja Störtenbecker. Vergeblich.
Ausschussvorsitzende Maria Herrmann ist vom Unmut in Poggensee überrascht. „Es waren keine Anwohner im Ausschuss. Die Vorlage war einsichtig“, erläutert sie, wie es zur Zustimmung kam. Tanja Störtenbecker macht Stimmung gegen den Beschluss: „Die Poggenseer definieren sich über Poggensee. Uns kann nichts Schlimmeres passieren, als auseinander gerissen zu werden.“ Sie mobilisiert deshalb die Dorfbewohner, um heute ab 19.30 Uhr in der Festhalle einen endgültigen Beschluss zu verhindern. Andreas Olbertz
Viele Ideen für das Kulturzentrum

- Da liefen die Stifte heiß, als die Teilnehmer des Beteiligungsverfahrens über Einsatzmöglichkeiten des Amtsgerichts als Bildungszentrum berieten.

- Engagiert und eifrig ging es bei der Gruppenarbeit in der Mensa am Oldesloer
Lübecker Nachrichten vom 22. November 2008
Viele Ideen für das Kulturzentrum
Die Beteiligung am Ideen-Workshop zum Kultur- und Bildungszentrum von Bad Oldesloe war hervorragend. Auch mit den Ergebnissen waren die meistenzufrieden. Jetzt geht’s an die Umsetzung.
VON JOACHIM STRUNK
BAD OLDESLOE – Ein großer Veranstaltungssaal als Anbau an das Gerichtsgebäude zur Traveseite hin, ein gläsernes Welcome- und Touristen-Info-Center im jetzigen Eingangsbereich des Gerichts und ein dekoratives Entrée in den Gesamtkomplex an der Marktseite des Historischen Rathauses – das sind die eindrucksvollsten Ideen, die im Rahmen des Bürgerbeteiligungsverfahrens zum Kultur- und Bildungszentrum (KuB) entwickelt
wurden. In einem vierstündigen Workshop saßen rund 50 Vertreter von Vereinen, Verbänden, kulturellen und Bildungseinrichtungen der Stadt Bad Oldesloe sowie von der Verwaltung zusammen, umüber konkrete Vorschläge zu beraten.
Das KuB soll in den Gebäuden des Alten Rathauses und des jetzt noch dort residierenden Amtsgerichts am Weg zum Bürgerpark untergebracht werden. Im Rahmen des Projekts Stadtumbau West ist das KuB als „Impulsprojekt“ beim Land angemeldet. Von dem „Frequenzbringer“, sprich Touristen- oder Besuchermagneten, erhoffen sich die Oldesloer Politiker und Kulturschaffenden eine Belebung der Innenstadt – und eine ordentliche Förderung.
Voraussetzung für letzteres ist aber die Bürgerbeteiligung, die jetzt auf zwei Veranstaltungen zu ihrem Recht kam und von fast allen Beteiligten als fruchtbarund impulsgebend anerkannt wurde. Einzig Karin Linnemann, Leiterin der Volkshochschule, war nicht zufrieden. Sie hätte sich gern weitergehendeund konkrete Aussagen gewünscht, wie und wo die VHS demnächst untergebracht wird. „Für mich hat sich die Veranstaltung sehr gelohnt“, betontedagegen Bürgermeister Tassilo von Bary. Einige Vorschläge, wo etwa der Veranstaltungssaal hin soll, wie der Innenhof beziehungsweise die Verbindung zwischen Rathaus und Gericht genutzt werden soll, seien sehr interessant gewesen und würden in die weiteren Planungen einfließen. Der nächste Termin zum KuB ist Montag, der 8. Dezember, (19 Uhr) im Rathaussaal, wenn sich das Kulturnetzwerk, an dem viele der Workshop-Teilnehmer beteiligt sind, wieder trifft.
Obwohl das Gerichtsgebäude erst zum Oktober 2009 frei wird, will von Bary die Maßnahmen wieKostenermittlung, Architektenbeauftragung und Förderanträge
vorantreiben. Noch in diesem Monat soll das Gebäude für eine sechsstellige Summe von der Liegenschaftsverwaltung Schleswig-Holstein gekauft werden.
Für den Kauf und Umbau des gesamten Komplexes wurden Kosten in Höhe von knapp vier Millionen Euro ermittelt.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 22. November 2008
Glauben ist nicht wissen . . .
Von Bürgern und -Meistern
Rolf Blase, Andreas Olbertz, Volker Stolten
In gewohnt markigen Worten meldete Christdemokrat Uwe Rädisch sich im Oldesloer Hauptausschuss zu Wort: „Das ist doch kein Debattierclub!“ Vier- oder fünfstündige Sitzungen seien einfach nicht zumutbar und so weiter. Da gibt es nichts zu deuteln: Der Mann hat absolut recht! Zu 100 Prozent. Die Konsequenzen, die die CDU daraus zieht, sind allerdings verkehrt. Die Christdemokraten wollen, dass betroffene Bürger und Sachkundige jeweils Gruppen bilden und einen Sprecher benennen, der dann im Einzelfall gehört werden kann. Was für ein grandioser Vorschlag. Wie oft waren denn in den vergangenen Jahren Bürger an Tagesordnungspunkten beteiligt? Zwei Mal? Drei Mal? Selbst wenn es deutlich öfter gewesen sein sollte, ist die Zahl immer noch verschwindend gering. Und dann müsste erst noch der Nachweis erbracht werden, dass diese Beteiligung dazu führte, dass die Sitzung ausuferte. Ganz zu schweigen davon, dass auch dem größten Laberkopf nicht verboten werden kann, sich in der Fragestunde zu Wort zu melden. Wo soll da Zeit gespart werden?
Viel schlimmer ist doch, wenn Politiker glauben, sie müssten immer verbal heiße Luft absondern – auch zu den kleinsten Kleinigkeiten. Oder wie wäre es denn mit vernünftiger Vorbereitung. Es hilft ungemein, wenn Vorlagen vor der Sitzung gelesen und in den Fraktionen beraten würden. Dann muss man sich nicht von einer unbedeutenden Frage zur nächsten hangeln, sondern kann gleich vernünftig Für und Wider abwägen.
Bürger interessieren sich viel zu wenig für Politik. Wenn sie dann doch mal zu einer Sitzung kommen, weil sie ein Anliegen haben, sollte man ihnen nicht das Gefühl vermitteln, sie störten nur.
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Man muss auch gönnen können. Zum Beispiel den Kreistagsabgeordneten eine höhere Entschädigung. Vielleicht müssen es ja nicht gleich 24 Prozent sein, aber die Abgeordneten haben schon recht: Wann, wenn nicht jetzt, wo der Haushalt (noch) in Ordnung ist. Andere Kreistage genehmigen sich wesentlich mehr. Warum sollte gerade Stormarn als wirtschaftlich erfolgreicher Kreis das Schlusslicht bilden? Dumm nur, dass ein ordentlicher Batzen der Erhöhung gleich wieder in den Steuerkassen verschwindet: Auch bei Entschädigungen, die doch den Aufwand decken sollen, langt der Fiskus gnadenlos zu. Aber auch vor Steuern landet das Geld nicht zu 100 Prozent bei den Abgeordneten. Aus den Aufwandsentschädigungen zahlen die nämlich brav einen Anteil an die Partei – freiwillig, versteht sich.
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Im Hauptausschuss wurde über Mittel aus der ELER-Förderung diskutiert. Nein, eigentlich nicht wirklich. „Ich glaube, dass ist nur hoher Aufwand und Beitragszahlerei. Ich glaube nicht, dass wir wirklich was abkriegen“, hat Oldesloes CDU-Fraktions-Chef Horst Möller gesagt. Nun ist glauben nicht wissen, aber vieles spricht für diese These.
Wanderwege, Kanutourismus – Begeisterung kam da im Ausschuss jedenfalls nicht auf. Unterm Strich bleibt vermutlich nur das Projekt der Musikschule. Aber lohnt es dafür, Mitglied bei Holsteins Herz zu werden? Ein simples Rechenexempel. Die Kalkulation beläuft sich auf 100 000 Euro. Wenn der Antrag über die Stadt läuft, gibt es 10 Prozent mehr Förderung. Dafür müsste Oldesloe aber pro Einwohner 50 Cent Beitrag zahlen – 12 000 Tacken im Jahr. Da ist es doch sinnvoller, die Musikschule alleine machen zu lassen und ihr den „Verlust“ zu erstatten. Erst recht wenn man bedenkt, dass das Projekt über vier Jahre laufen soll. Da muss man bei Pisa nicht mal sonderlich gut abgeschnitten haben, um zu erkennen, dass sich das nicht rechnet.
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Ja, der Steinfelder Redder ist immer für einen Aufreger gut. In „Malefiz-Manier“ hat die Stadt ein paar Steine verteilt, um den Steinfelder Redder von Durchgangsverkehr frei zu halten. Das mag juristisch alles notwendig sein und bautechnisch auch sinnvoll, aber man darf sich eben nicht wundern, wenn die Bewohner in Poggensee sagen: „Ja, mit uns kann man es ja wieder machen.“ Redder vor Ortsteil – alles klar. Vielleicht hätte ein einfacher Brief mit der Bitte um Verständnis gereicht. Aber nein, es wurden einfach Fakten geschaffen. Karikaturist Götz Wiedenroth hat sich zu dem Thema so seine Gedanken gemacht.
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Das nennt man wohl große Ernüchterung. Erst sprudeln die Steuereinahmen auf Rekordhöhe und im Oldesloer Finanzausschuss dann die Bauchlandung: Es müssen mehrere Millionen eingespart werden. Jetzt kommt so einiges auf den Prüfstand. Der Finanzausschuss hatte beschlossen, die Neuverschuldung auf zwei Millionen Euro zu begrenzen. Die Fachausschüsse müssen anderthalb Millionen einsparen. So ist es von CDU, FDP, und SPD gegen den Grünen Willi Janson beschlossen worden. So weit, so gut. Nun hat sich aber SPD-Finanzsprecher Björn Wahnfried im Nachgang hingestellt und gesagt: Klar muss gespart werden, aber nicht um jeden Preis, über die Einsparhöhe gibt es keine Einigkeit.
Das ärgert die CDU natürlich mächtig. Im Ausschuss für Streichungen die Hand heben, aber in der Öffentlichkeit den Schwarzen den Buhmann unterjubeln. Das wollte Fraktions-Chef Horst Möller doch mal gerade gerückt wissen. Da zeigt sich mal wieder, das Füllhorn auszuschütten ist einfach, Streichungen zu vertreten unbequem. Sich jetzt fundamental zurück zulehnen, lass die anderen sich mal unbeliebt machen, wir sind dagegen, wäre allerdings fatal. Schön wäre ja, wenn sich alle mal zusammenraufen würden. Das bedeutet aber, Kompromisse einzugehen, sich von alten Feindbildern zu lösen. Am Ende stünde dann aber auch keiner als Bösewicht da.
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Scheiden tut weh: Fast auf der Zielgeraden wird das nicht nur im Bargteheider Rathaus immer deutlicher. Viele werden ihn vermissen. Allen kann man es natürlich nie recht machen. Das konnte auch Werner Mitsch nicht. Aber er konnte mit Kindern und Jugendlichen genauso gut wie mit seinesgleichen oder „Oldies“. Er war buchstäblich ein „Bürger-Meister“, einer der auch für die schreibende Zunft stets ein offenes Ohr hatte und mit offenen Karten spielte – auch wenn ihm das Blatt auf der Hand nicht behagte. Das ist in Stormarn nicht gang und gäbe, leider. Bleibt zu hoffen, dass Nachfolger Henning Görtz in dieser Hinsicht in seine Fußstapfen tritt. Glück auf!
Café, offene Ateliers und Kindergarten
Stormarner Tageblatt vom 22. November 2008
Café, offene Ateliers und Kindergarten
Ideen für Kultur- und Bildungszentrum zusammen getragen / Beteiligungsverfahren abgeschlossen
Bad Oldesloe/ol
– Ja also: Da kommen sie doch, die konkreten Ideen und Visionen zum Kultur- und Bildungszentrum. Den Vogel hat – in dem Prozess muss man fast schon „mal wieder“ sagen – die Oldesloer Bühne abgeschossen. Erst überraschten sie damit, einen Theatersaal auch komplett alleine bespielen zu können, jetzt zauberten sie einen neuen Plan aus dem Hut. Keinen Saalanbau auf der Rückseite des Amtsgerichts, sondern als lange Verbindung zwischen Gericht und historischem Rathaus. Ein echter Coup.
Klaus Kuhlke von der Bühne geriet regelrecht ins Schwärmen: „Der Eingang vorne, direkt am Marktplatz, zwischen den beiden imposanten Säulen durch – das hat was.“ Der Verbindungsbau an sich könne dann ruhig ein „Schweinestall“ sein. Eine Anspielung auf ein Beispiel, das Moderator Wulf Dau-Schmidt vorgestellt hatte. Eine dänische Gemeinde, in der viele Schweinezüchter leben, hat sich ein Kulturzentrum aus Normteilen von einem Schweinestall-Hersteller bauen lassen. Einfach, günstig und trotzdem attraktiv.
Auch taktisch war die Oldesloer Bühne gut aufgestellt. Mit drei Mann war der Verein vertreten. Die verteilten sich an drei Tische und schon kam der Vorschlag aus verschiedenen Richtungen.
Aber auch andere brachten visionäre Ideen ins Spiel: Die einen wollten einen Kubus anbauen, andere optische Schubladen aus dem Gebäude „heraus ziehen“. Ein Wintergarten-Anbau Richtung Trave oder doch die bekannte Saal-Variante. „Die Architekten haben hier eine Menge Futter bekommen“, lobte Dau-Schmidt die Ideen.
Auch inhaltlich kamen neue Gedanken ins Spiel. Musikschule und VHS sind gesetzte Nutzer. Aber immer wieder wurden Wunsch und Wille zu Kooperationen geäußert. Es kristallisierte sich heraus, dass möglichst viele Räume für unterschiedlichste Nutzer oder Nutzungsarten offen sein sollten. Vom „Klassenzimmer“ mit Tischen und Stühlen bis hin zur Ausstattung mit Sitzkissen. Telefon, Computeranschluss und Multimedia-Ausrüstung selbstverständlich auf Wunsch inklusive. Oder am besten gleich einen Computer-Arbeitsplatz um Filme und Musik digital bearbeiten zu können. Dem setzten andere die Idee offener Werkstätten entgegen, in denen die Arbeiten gemacht werden können, für die zu Hause der Platz fehlt – Bildhauen beispielsweise.
Zentraler Anlaufpunkt, da waren sich alle weitgehend einig, muss ein Café im Eingangsbereich sein. Ob das nun lediglich eine bessere Teeküche wird oder gleich ein professionelles, gastronomisches Angebot muss noch diskutiert werden. Das ganze sollte auf jeden Fall mit einer Art Theaterkasse kombiniert werden.
Völlig neu war die Idee einer Kinderbetreuung im Amtsgericht. Die Eltern besuchen einen Kurs, kaufen ein oder haben etwas im Rathaus zu erledigen und die Kinder sind unterdessen professionell betreut. Warum nicht?
„Jetzt muss die Stadt nur noch sechs Millionen im Lotto gewinnen“, rief jemand in die Runde, da war dann auch Schluss. Eben hatten die Teilnehmer noch ein Gefühl von: „Das wird was“, schon wurde der Stecker gezogen. Ein, zwei Abende noch und ein zumindest grobes Konzept wäre fertig gewesen – doch das ist nicht vorgesehen. So bleibt nur die Hoffnung, dass die Ideen nicht irgendwo versickern.
Andreas Olbertz
Richter ziehen später aus
Stormarner Tageblatt vom 22. November 2008
Richter ziehen später aus
Amtsgericht Oldesloe vermutlich erst ab Oktober leer
Bad Oldesloe/ol
– Mit Volldampf arbeitet die Verwaltung an den Förderanträgen für das Kultur- und Bildungszentrum (KuB) im Amtsgericht – es steht die Befürchtung im Raum, dass das Land eventuell die Fördermittel streichen könnte.
Auf anderem Gebiet gibt es unerwartete Verzögerungen. Wie Bürgermeister Tassilo von Bary am Rande des Beteiligungsverfahrens mitteilte, ist der Kaufvertrag für das Gericht immer noch nicht unterschrieben. Bekannt war bislang, dass die Gerichtsbarkeit in Oldesloe im April kommenden Jahres enden wird. Bislang waren alle davon ausgegangen, anschließend sofort mit dem Umbau beginnen zu können. Wie der Verwaltungs-Chef jetzt aber mitteilte, werde der Umzug erst im Oktober abgeschlossen sein. Dann könnte die Stadt die Immobilie also frühestens übernehmen. Sollte alles wie geplant weiter laufen, rechnet von Bary mit einer Eröffnung des KuB Ende 2010. „Vorher werden wir das nicht schaffen“.
Oldesloer Amtsgericht zieht erst zum Oktober 2009 um
Lübecker Nachrichten vom 22. November 2008
Oldesloer Amtsgericht zieht erst zum Oktober 2009 um
Bad Oldesloe – Die Nachricht kam unverhofft. Kurz vor Ende des Bürgerbeteiligungsverfahrens zum künftigen Bildungs- und Kulturzentrum von Bad Oldesloe wurde die Frage gestellt „Wann zieht eigentlich das Gericht um?“ Die überraschende Antwort von Bürgermeister Tassilo von Bary: „Zum Oktober 2009.“Also ein halbes Jahr später als geplant. Eigentlich sollte der Umzug nämlich schon zum 1. April 2009 vollzogen sein. Die Amtsgerichtsreform in Schleswig-Holstein sieht vor, dass die Amtsgerichte in Bad Oldesloe und Bad Schwartau aufgelöst werden. Zwei Drittel der 35 Oldesloer Mitarbeiter – zuständig für Bad Oldesloe und den südlich davon gelegenen Teil Stormarns – sollen künftig am Amtsgericht Ahrensburg ihren Dienst tun, der Rest (mit den Schwartauer Richtern und Angestellten) in Lübeck.
Während in Ahrensburg keine nennenswerten Baumaßnahmen geplant sind, muss das Amtsgericht Lübeck für mehrere Millionen Euro erweitert werden. Zuständig dafür ist die GMSH, die Gebäudemanagement Schleswig-Holstein GmbH, ein Tochterunternehmen der Liegenschaftsverwaltung Schleswig-Holstein (LVSH). Doch die Bauarbeiten in Lübeck sind in Verzug geraten – um knapp zwei Monate. „Sehr bedauerlich“, findet das Justizminister Uwe Döring. Um sowohl den betroffenen Richtern als auch den Rechtsuchenden nicht einen doppelten Umzug zuzumuten, so Carsten Maltzan, Pressesprecher im Kieler Ministerium, habe man sich entschieden, den Betrieb in Bad Oldesloe bis Ende September aufrecht zu erhalten. Er beeilte sich zu betonen, dass diese Verlängerung aber keine Auswirkungen auf die Finanzierung oder das Budget des Gesamtprojekts habe.
Für Bad Oldesloe bedeutet die Verlängerung allerdings keine Erleichterung im Beteiligungsverfahren zum Bildungs- und Kulturzentrum. Von Bary: „Wir müssen Kosten ermitteln, Förderanträge stellen, Architekten beauftragen, all das dauert.“
Von Joachim Strunk
Viel Geld und zu viele Fragen
Stormarner Tageblatt vom 21. Nove,ber 2008
Viel Geld und zu viele Fragen
Im Grunde sind alle dafür, dass Musikschule und Stadtschule kooperieren. Aber im Detail gibt es offene Fragen. Angesichts von 100 000 Euro wurde das Thema in den Fachausschuss verwiesen.
Bad Oldesloe/ol
– Das war den Mitgliedern des Hauptausschusses dann doch nicht ganz geheuer. Die Musikschule möchte im kommenden Jahr das Projekt „Klasse musiziert!“ mit der Stadtschule starten. Eine enge Kooperation zwischen Grund- und Musikschule. Die Kinder bekommen eine musikalische Grundausbildung sowie Instrumentalunterricht. Für Karl-Reinhold Wurch ist die Sache klar: „Ich finde das Konzept der Musikschule blendend.“ Und mit dieser Meinung stand er nicht alleine da.
So weit so gut. Wäre da nicht eine Kalkulation über gut 100 000 Euro. Da wurde den Ausschuss-Mitgliedern dann doch etwas mulmig zumute. Aus dem ELER-Fördertopf sollen 55 Prozent Zuschuss fließen. Es bleibt also ein Rest von gut 45 000 Euro, für den die Stadt den Kopf hinhalten soll.
Wie Kämmerin Mandy Treetzen im Ausschuss erklärte, handelt es sich um eine reine Formalie. Regelt die Musikschule das in eigener Regie, flössen weniger Fördermittel.
Da tauchte dann doch Widerstand auf. Horst Möller (CDU): „Uns ist zwar mal ein neues Konzept vorgestellt worden. Daraus geht hervor, dass die Musikschule 20 bis 40 000 Euro mehr Zuschuss haben möchte, aber eine Beratung hat dazu im Fachausschuss nicht stattgefunden.“ Zustimmendes Nicken von der zuständigen Vorsitzenden Angela Fehrmann. „Da sind inhaltliche Fragen zu klären“, machte sie deutlich. So verwies sie beispielsweise auf Textpassagen, wo mal von zwei, dann wieder von vier Musikschulpädagogen die Rede ist. In der Kalkulation tauchen 25 000 Euro Schulanteil auf – wo kommt das Geld her? Sind es Elternbeiträge oder muss die Stadt eventuell das Budget erhöhen?
Kämmerin Mandy Treetzen sprach davon, dass die Stadt im Umkehrschluss über die Beteiligung an der Musikschule finanziell herangezogen wird, Hauptamtsleiter Malte Schaarmann stellte klar, dass der Zuschussbetrag auf 17 500 Euro gedeckelt ist und Ausschussvorsitzender Hagen von Massenbach (SPD) machte deutlich, dass er eine Entscheidung aufgrund verbindlicher Zusagen fällen möchte und nicht, weil in der Vergangenheit noch keine schlechten Erfahrungen mit der Musikschule gemacht worden seien.
Am Ende hatten alle kapituliert, keiner blickte mehr durch. „Hier werden mehr Fragen aufgeschwemmt, als wir beantworten können“, konstatierte Vorsitzender von Massenbach. Deshalb wurde das Projekt in den Sozialausschuss verwiesen.
Andreas Olbertz
Redder gesperrt – Poggensee abgeschnitten
Stormarner Tageblatt vom 20. November 2008
Redder gesperrt – Poggensee abgeschnitten
Die alte Straße gesperrt, die neue in Privatbesitz – das hat für einige Poggenseer deutliche Umwege zur Folge.
Bad Oldesloe/ol
– Eine Sperrbarke – vorbei. Zweite Sperrbarke – vorbei. Aber hoppla, jetzt ist wirklich Schluss. Zwei dicke Findlinge versperren am Steinfelder Redder seit neustem die Weiterfahrt. Bürger aus Poggensee, die die alte Straße durch den Steinfelder Redder befahren wollen, um auf kurzem Weg in die Stadt zu kommen, müssen hart auf die Bremse treten. Da geht es nicht mehr weiter. Auch am unteren Ende, an der Einmündung in die B 75, liegen dicke Steine im Weg.
Tanja Störtenbecker ärgert sich mächtig. Wenn sie von Poggensee mal eben beispielsweise zum neuen Nahversorger möchte, muss sie einen gehörigen Umweg fahren. „Für uns ist das die Hauptverbindung nach Oldesloe. Wir fahren nie übers Dorf – das ist die doppelte Strecke. Dabei hatte man uns damals versprochen, dass der Weg frei bleibt“, klagt sie. Für die Poggenseer Landwirte kein unerhebliches Problem, wenn sie mit ihren beladenen Korntreckern zur Mühle wollen. „Der Milchwagen hat jetzt Schwierigkeiten, bei uns auf den Hof zu kommen“, bemängelt die Landwirtin.
An der Kreuzung stehen nagelneue Schilder. Demnach hätten Verkehrsteilnehmer auf der alten Redder-Straße zwar Vorfahrt, dürfen aber ausschließlich geradeaus fahren, also nicht auf die neue Straße „Am Steinfelder Redder“ abbiegen. Fahrer aus dem Neubaugebiet dürfen ebenfalls nur geradeaus fahren, abbiegen Richtung Poggensee ist untersagt.
Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster ist sich der Belastung für die Poggenseer bewusst, gleichwohl stellt er klar: „Wir haben mit Sicherheit nie zugesichert, dass der Weg frei bleibt!“
Bautechnische und juristische Probleme treffen an der Kreuzung aufeinander. Die Stadt hat das Gelände an die Sparkassen Erschließungsgesellschaft (SEG) verkauft. Damit ist der geplante Ring „Am Steinfelder Redder“ in Privatbesitz. Steinhoerster: „Der Grundstückseigentümer müsste für Unfälle haften. Das will er natürlich nicht, Nutzer wären also nicht versichert.“ Juristen sprechen von Verkehrssicherungspflicht. Weil das so ist, hat die Stadt die Straße schon lange gesperrt und den Ortsteil Poggensee damit abgeklemmt. „Es hat sich aber niemand an die Schilder gehalten“, musste der Bauamtsleiter feststellen. Flatterband wurde abgerissen, Barken zur Seite geschoben – freie Fahrt für freie Poggenseer. Dem hat die Stadt jetzt einen massiven Riegel in Form von vier Findlingen vor geschoben.
Es gibt aber noch ein anderes Problem. Die alte Redderstraße ist im neuen B-Plan nur noch ein Rad- und Wanderweg. Am unteren Ende wurde die „Einfädelung“ in die B 75 bereits entsprechend geändert. Die Straße mündet gar nicht mehr in die Bundesstraße. Autofahrer müssten über den neuen Geh- und Radweg fahren. Stadtauswärts wäre ein Abbiegen wegen einer neu geschaffenen Verkehrsinsel ohnehin nur noch schwer möglich.
Nach einem Gespräch im Bauamt ist für Tanja Störtenbecker die Sachlage klar: „Die zeitliche Abfolge der Bauarbeiten stimmt nicht.“ Der Wanderweg für die neuen Bewohner im Redder werde sofort geschaffen, aber die „Ersatzstraße“ gibt es noch nicht. „Das ist nicht ganz optimal“, bedauert die Poggenseerin.
Wenn die Straße komplett fertig ist, mit Gehwegen, Asphaltdecke, Schildern und Beleuchtung, wird die Stadt sie übernehmen und dann gebe es auch wieder die Anbindung an den Ortsteil. „Aber das wird bestimmt Herbst werden“, erwartet Rolf Steinhoerster.
Andreas Olbertz
Die Punschbude weckt Erinnerungen
Stormarner Tageblatt vom 20. Novemver 2008
Nachtschwärmer
Protest der Exil-Oldesloer
Die Punschbude weckt Erinnerungen
Patrick Niemeier
Gestern erreichte mich die aufgeregte Mail eines Freundes, der in Flensburg studiert. „Ich hab da was. Das ist ein echter Skandal. Darüber musst du was schreiben.“ Es geht darum, dass die traditionelle Weihnachts-Punschbude vor M & H in der Innenstadt nicht mehr sein soll. Sie wurde seit 15 Jahren liebevoll von den Betreibern des Connor´s auf die Beine gestellt. Dort trafen sich in der Weihnachtszeit ganze Jahrgänge von Exil-Oldesloern, die über die Festtage wieder in ihrer Heimatstadt weilen. Nun ist es dieses Jahr so, dass das Stadtmarketing den Oldesloer „Weihnachtsmarkt“ an eine Hamburger Agentur verschachert haben soll, so mein Freund aus Flensburg. Anfragen dort, ob die private Traditionsbude trotzdem aufgestellt werden darf, seien abgelehnt worden. „Passt nicht ins Konzept“, so die beauftrage Agentur. Doch damit geben sich die, die sich dort stets getroffen haben, nicht zufrieden. So hat sich im Internetportal Studivz bereits eine Gruppe gebildet, die dagegen protestiert.
Immerhin 158 Mitglieder zählt diese schon nach wenigen Tagen, und die Diskussion läuft erst so richtig heiß. Die Gruppe der Protestierenden und Empörten denkt nun laut darüber nach, die Stadtverordnetenversammlung am Montag in der Festhalle zu besuchen. „Alle, die sich zu dem Thema äußern wollen, sollten dort auch erscheinen“, so ein Exil-Oldesloer, der sich auf seinen familiären Weihnachtspunsch und das Wiedersehen mit Freunden so gefreut hatte. Davor liegt ja aber ein Wochenende und auch ohne Punschbude gibt es ein paar Termine, die man besuchen könnte.
Dabei fällt allerdings auf, dass sich die jugendlichen Konzertzentren des Kreises, Inihaus Oldesloe und Juki42 Ahrensburg, anscheinend in einer Art Herbstschlaf befinden. Denn dort steht dieses Wochenende nichts auf dem (Bühnen-)Programm. Geöffnet ist aber trotzdem für alle, die sich einfach nur gerne treffen wollen. Das Connor´s ist ja momentan geschlossen, so dass Stormarner Livemusikfreunden nur das Ausweichen nach Lübeck oder Hamburg übrig bleibt.
Im Hamburger Fundbureau spielen am Freitag zum Beispiel die Bargteheider Ska-Anhänger von Congomoto. Einlass: 20 Uhr. Am Sonnabend haben die Hamburger von Tomte eine Heimspiel in der legendären Großen Freiheit 36, wo sie ihr neues, hochgelobtes Album „Heureka“ live auf die Bühne bringen werden. Am Freitag spielen die Indie-Mädel-Lieblinge von The Kooks ihre doch manchmal eher etwas uninspirierten Songs in der Sporthalle in Hamburg. Metal- und Rockbands aus HH zieht es am Freitag wiederum nach Lübeck. Dort spielen Inzaine im Sounds unterstützt von Chinese Whisper aus der Königin der Hansestädte. Indie- und Alternative-Fans lockt die Disco Parkhaus am Freitag ab 21 Uhr.
Das Oldesloer Seh-Sie setzt da eher auf das etwas gesetztere Standarddiscopublikum gerne auch über 25 und hat am Sonnabend daher eine „Disco-Fox-Night“ auf dem Programm. Beginn ist um 21 Uhr.
Mein Song der Woche: „Waschmaschine“ von Niels Frevert. Gute, melancholische Songwriterschule aus Hamburg. Der Mann war mal Frontmann der Nationalgalerie und weiß was er tut. Herbstmusik: „Autos rauschen, Blätter wehen und man weiß nicht von woher. Tage vergehen, irgendwohin. In der Waschmaschine wäre noch Platz gewesen.“
Kulturforum der Sozialdemokratie
Stormarner Tageblatt vom 20. November 2008
Zur Person
Kulturforum der Sozialdemokratie
CHRISTIAN P. SCHLICHTE, stellvertretender Vorsitzender des Oldesloer SPD-Ortsvereins hat eine weitere Aufgabe übernommen. Der Kreisvorstand der SPD hat ihn zum „Beauftragten für Kultur der Kreis SPD“ ernannt.
Schlichte veranstaltet bereits seit Anfang 2006 mit dem „Bad Oldesloer Kulturforum der Sozialdemokratie“ Lesungen, Wettbewerbe und Konzerte. So konnten bisher u.a. Björn Engholm, Heide Simonis und Landtagspräsident a.D. Heinz Arens als Gäste begrüßt werden. MARTIN HABERSAAT, Vorsitzender der SPD Stormarn: „Kulturelles Engagement war schon immer Teil der Sozialdemokratie, die Verbindungen zwischen Kultur und Partei vielfältig.“ Ziel des jetzt gegründeten „Stormarner Kulturforums der Sozialdemokratie“ sei es, die gegenseitige Information über Veranstaltungen innerhalb der Ortsvereine der Stormarner SPD zu fördern und gleichzeitig Kooperationen von Ortsvereinen bei kulturellen Veranstaltungen zu ermöglichen.
Schlichte kann dabei auf seine Erfahrungen mit dem Oldesloer Kulturforum zurückgreifen, das neben Lesungen bereits zwei Wettbewerbe in der Kreisstadt realisiert hat. Für 2009 plant das „Stormarner Kulturforum der Sozialdemokratie“ bereits einen Plattdeutsch-Schreibwettbewerb.
SPD hat nun einen Kulturbeauftragten
Lübecker Nachrichten von 20. November 2008
SPD hat nun einen Kulturbeauftragten
Oldesloer Christian Schlichte übernimmt das neu geschaffene Amt
BAD OLDESLOE – Der Kreisvorstand der Stormarner SPD hat in seiner jüngsten Sitzung dieEinrichtung eines „Beauftragten für Kultur der Kreis-SPD“ beschlossen. Mit der Aufgabe betraut wurde Christian P. Schlichte, der auch stellvertretender Vorsitzender des Oldesloer SPDOrtsvereins ist. Schlichte veranstaltet bereits seit Anfang 2006 mit dem „Bad Oldesloer Kulturforum der Sozialdemokratie“ Lesungen, Wettbewerbe und Konzerte. So konnten bisher unter anderem Björn Engholm, Heide Simonis und Landtagspräsident a.D. Heinz Arens als Gäste begrüßt werden.
„Kulturelles Engagement war schon immer Teil der Sozialdemokratie, die Verbindungen zwischen Kultur und Partei sind vielfältig“, sagt Martin Habersaat, Vorsitzender der SPD Stormarn. Als Beispiele nannte er die langjährigen Verbindung von Schriftstellern wie Günther Grass zur Sozialdemokratie und das Kulturforum „Die Rede“ des ehemaligen Ministerpräsidenten Engholm. Ziel des nun gegründeten „Stormarner Kulturforums der Sozialdemokratie“ sei es, die gegenseitige Information über Veranstaltungen innerhalb der Ortsvereine der Stormarner SPD zu fördern und gleichzeitig Kooperationen zu ermöglichen. Schlichte kann dabei auf seine Erfahrungen mit dem Oldesloer Kulturforum zurückgreifen, das auch bereits zwei Wettbewerbe realisiert hat. Bei „Mein schönstes Bild von Oldesloe“ wurden etwa über 80 Bilder aus Norddeutschland eingereicht. ln
„Aufwand und Kosten sind viel zu hoch“

- Wohin geht’s nach Poggensee? Trotz des Schilderwirrwarrs wollen die Anwohner die Straßennamen behalten.

- Tanja Störtebecker (li.) klärte die Oldesloer Bauausschussvorsitzende Maria Herrmann (SPD) über die örtlichen Gegebenheiten auf. Fotos: JAMKA
Lübecker Nachrichten vom 19. November 2008
„Aufwand und Kosten sind viel zu hoch“
Poggenseer Bürger fordern die Beibehaltung des Status Quo bei ihren Straßennamen
BAD OLDESLOE – Was tun, wenn alle Straßen gleich heißen? In dem mittlerweile einige Jahre dauernden Streit kommen Kreisverwaltung und Bürger des Oldesloer Stadtteils Poggensee zu keiner Einigung. Die Vorschläge der Verwaltung stoßen bei den Bürgern noch immer nicht auf Zustimmung; die Umbenennung mehrerer Straßen kann ohne Einverständnis der Poggenseer aber nicht durchgeführt werden.
Von Seiten der Verwaltung besteht nämlich die Befürchtung, Rettungswagen könnten im Notfall nicht schnell genug die richtige Hausnummer finden.Die Bürger dementieren dies und argumentieren, dass doch jeder Rettungswagen heutzutage ein GPS-System installiert haben müsse. Maria Herrmann, Vorsitzende des Oldesloer Planungsausschusses, und die Poggenseer Einwohnerin Tanja Störtebecker (41, Landwirtin) plädieren für eine endgültige Lösung. „Sowohl der Aufwand für jeden Bürger als auch der Kostenfaktor einer neuen Nummerierung und Benennung der Straßen sind viel zu hoch“, so Störtebecker. Das wirkliche Problem sieht sie darüber hinaus woanders: „Beim Ortsschild Poggensee fehlt ein Straßenschild gleichen Namens – die Straße ,Poggensee’ geht nämlich in ,Am Poggensee’ über, ohne dass man darauf hingewiesen wird. Zwischenwegweiser wären auch sinnvoll, da viele Häuser relativ weit draußen liegen.“
Eine weitere Einwohnerversammlung hält sie nicht für nötig, man sei sich im "gemeinsamen Dorfbewusstsein absolut einig". Bei der nächsten Stadtverordnetenversammlung am Montag soll das leidige Thema endlich vom Tisch.
Wird Oldesloe Mitglied bei Aktivregion Holsteins Herz?
Lüber Nachrichten vom 19. November 2008
Wird Oldesloe Mitglied bei Aktivregion Holsteins Herz?
BAD OLDESLOE – Die Musikschule Bad Oldesloe hat ein ehrgeiziges Projekt. Sie möchte sich mit ihrem Grundschul-Projekt „Klasse musiziert“ bei der Aktivregion Holsteins Herz anmelden. Dabei hofft sie auf eine Förderung über das EU-Projekt "ELER“/Zukunftsprogramm ländlicher Raum. Voraussetzung ist allerdings, dass das Projekt zu 50 Prozent durch die Kommune gefördertwird. Das gesamte Projekt kostet knapp 100 000 Euro. Über diese Förderung beziehungsweise die Beteiligung des gesamten Stadtgebietes der Kreisstadt beriet am Montagabend der Hauptausschuss. Grundsätzlich äußerten sich die Vertreter aller Parteien positiv zu dem Ansinnen. Sowohl das Projekt als auch die Teilnahme an der Aktivregion stünden Oldesloe gut zu Gesicht. Allerdings sah vor allem die CDU weiteren Beratungsbedarf im Fachausschuss BSKA (Bildung, Soziales und Kultur).Hier soll geklärt werden, wie hoch genau der städtische Anteil an der Förderung sein soll. Das Projekt soll vorrangig verfolgt werden, damit es noch im nächsten Monat zurück in den Hauptausschuss kommt und anschließend durch die Stadtverordnetenversammlung verabschiedet werden kann.
Auf Antrag der SPD beschloss der Ausschuss einstimmig, dass der Marketingrat in Zukunft öffentlich tagt, um die Öffentlichkeitsarbeit für alle Interessierten transparent zu gestalten.
Die Christdemokraten setzten sich mit einem Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung durch. Zum einen sollen künftig die Protokolle der Ausschuss und Stadtverordnetensitzungen schneller an die Politiker versandt werden. Zum anderen einigte man sich mit den sechs Stimmen von CDU (4), FDP (1) und Grünen (1) bei drei Gegenstimmen der SPD darauf, dass bei Anhörungen von Sachverständigen oder betroffenen Einwohnern lediglich ein Sprecher einer Gruppe zu Wort kommen soll, um unnötig lange Sitzungen zu vermeiden (Uwe Rädisch, CDU: „Wir sind doch kein Debattierclub“).
Mit Zufriedenheit nahm der Hauptausschuss zudem den Bericht von Andreas Tomaschewski vom Stadtmarketing über die erfolgreiche Auszubildendenmesse in der Stormarnhalle zur Kenntnis. unk
CDU: Zu viele Wortmeldungen
Stormarner Tageblatt vom 19. November 2008
CDU: Zu viele Wortmeldungen
Die CDU Bad Oldesloe will Ausschuss-Sitzungen straffer geregelt wissen. Sie glaubt, dass das erreicht wird, wenn künftig sich nur noch ein Sachkundiger oder betroffener Bürger pro Personengruppe zu Wort meldet. Grüne und FDP stimmten der geänderten Geschäftsordnung zu.
Bad Oldesloe/ol
– Ist das ein Politik-Streit oder ein taktischer Winkelzug, um dem politischen Gegner in die Knie zu zwingen? Die CDU hatte im Hauptausschuss einen Antrag zur Änderung der Geschäftsordnung gestellt. „Wir möchten einfach, dass sicher gestellt ist, dass das Thema ‚Anhörung von Sachverständigen‘ in allen Ausschüssen einheitlich geregelt ist. Das ist leider zurzeit nicht so“, argumentierte Fraktions-Chef Horst Möller.
Die CDU wollte festschreiben, dass zukünftig nur noch ein Sachkundiger oder betroffener Bürger pro Personengruppe angehört werden darf. Gruppen sollten also einen Sprecher benennen. Dessen Redezeit ist auf fünf Minuten begrenzt.
Zu Zeiten, als die CDU noch die absolute Mehrheit hatte, war die Situation so: Bürger durften sich während einer Einwohnerfragestunde zu Wort melden. Zu einzelnen Beratungspunkten durften sie dann nichts mehr sagen.
Die SPD war im Wahlkampf mit dem Slogan: „Oldesloe gemeinsam gestalten“ angetreten und praktiziert das in den Ausschüssen, in denen sie den Vorsitz hat. Da werden auch mal betroffene Bürger zu den Tagesordnungspunkten angehört – so denn überhaupt welche anwesend sind.
Die CDU beurteilt das anders. Angela Fehrmann hatte die Mitglieder des Sozialausschusses vor der jüngsten Sitzung bei einer Vorbesprechung auf die neue Linie einzuschwören versucht. Das Ergebnis: Zwei Vertreterinnen des Oldesloer „Brummkreisels“ waren bei der Sitzung anwesend, aber nur eine durfte das Wort ergreifen. Kindergartenleiterin Anja Jahn-Rosenburg und Kreisgeschäftsführerin Ursula Johann hätten sicherlich mit unterschiedlichem Fachwissen zur Erhellung beitragen können. Ausschuss- Vorsitzende Angela Fehrmann befand: „Eine Kreis-leiterin muss in der Lage sein, auf alle Fragen kompetent zu antworten.“ Punktum. Maria Herrmann (SPD) hielt dagegen: „Ich fand das sehr unglücklich.“
Uwe Rädisch (CDU) verwies auf das Protokoll der Bauausschusssitzung vom 29. Oktober: „Vier Stunden! Dagegen muss ich mich verwehren. Das halte ich für eine Zumutung, schließlich müssen wir alle am nächsten Morgen unserem Beruf nachgehen.“ Da musste er sich von Bürgermeister Tassilo von Bary erklären lassen, dass bei besagter Sitzung gar keine Bürger gesprochen hatten. Und der Finanzausschuss bei der Feuerwehr kürzlich habe sogar fünf Stunden gedauert. Für den Grünen Willi Janson kein Problem: „Das ist unsere eigene Schuld, wenn das so lange dauert und ist nicht Sache der Bürger.“ SPD-Fraktions-Chef Hagen von Massenbach hatte ein ähnliches Beispiel aus dem von ihm geführten Hauptausschuss: „Wir hatten schon eine zweitägige Sitzung, und es war nicht wegen der Bürger.“
Mit den Stimmen von CDU, FDP und Grünen wurde dieser Teil des Antrags angenommen. Einstimmig sprachen sich die Hauptausschuss-Mitglieder aber für eine weitere Änderung der Hauptsatzung aus. Sitzungs-Protokolle müssen zukünftig am zweiten Donnerstag nach der Sitzung verschickt werden.
Andreas Olbertz
Wachsender Widerstand gegen Bebauungsplan
Stormarner Tageblatt vom 18. November 2008
Wachsender Widerstand gegen Bebauungsplan
„Up den Pahl“-Bewohner in Bad Oldesloe machen mobil. Gegen die Pläne, in zweiter Reihe zu bauen, werden Unterschriften gesammelt.
Bad Oldesloe/ol
– „Ach du bist das, der Rainer.“ Die alte Frau guckt zufrieden aus dem Obergeschoss nach unten: „Na klar, ich muss noch auf deiner Liste unterschreiben.“ Rainer Thielenhaus wandert dieser Tage von Haus zu Haus, um Unterschriften zu sammeln. Im Bereich Up den Pahl formiert sich Widerstand gegen die Pläne der Verwaltung, in zweiter Reihe die Gärten zu bebauen.
„Ich wohne hier in dritter Generation“, erzählt Thielenhaus: „Mein Großvater war einer der ersten Siedler hier auf dem Pahl.“ Es gibt kaum ein Haus, zu dem der „Ureinwohner“ nicht etwas erzählen kann. Er kennt sie alle: Hier war der kleine Laden seiner Großeltern, dort haben Kinder das Haus von alten Pahlern übernommen und die da, das sind die Eltern von denen, die da hinten wohnen. Und die Verkehrsinsel war früher ein Spielplatz. „Der Pahl, das ist noch eine funktionierende Gemeinschaft“, sagt Thielenhaus – und die gilt es für ihn zu erhalten.
Er hat beobachtet, dass in jüngster Zeit wieder viele Kinder auf der Straße spielen. „Die Häuser stehen hier sehr eng, da brauchen die Leute die langen Gärten als Spielfläche oder grüne Oasen.“ Der Pahl ist allerdings, was die Besitzverhältnisse anbelangt, zweigeteilt. Es gab und gibt große Grundstücke – aber nur ein Teil davon befindet sich in Privatbesitz. Etliche waren auf Erbpacht vergeben. Die Fristen sind mittlerweile abgelaufen und die Pächter konnten die Grundstücke kaufen. Allerdings nicht die kompletten Gärten, sondern nur die Stücke mit ihren Häusern drauf. Im inneren Bereich gehören der Stadt jetzt neun Grundstücke. Nach Darstellung von Rainer Thielenhaus soll einigen Grundbesitzern quasi verschwiegen worden sein, dass eine Erschließung geplant sei. Die Stadt habe lediglich angedeutet, dass es Bebauungsabsichten gebe. Die seien aber nicht konkret und wenn überhaupt, dann in weiter Ferne.
Die Anlieger um Thielenhaus führen einige Argumente an. Sie befürchten bei der Realisierung eine dramatischen Verlust an Lebensqualität, Ökologie und Nachbarschaft werden leiden. Häuser und Gärten werden beschattet, über Jahre haben die Anlieger mit Baulärm zu kämpfen, von der Gefährdung durch erhöhtes Verkehrsaufkommen für Alte und Kinder ganz zu schweigen. Für Rainer Thielenhaus mündet das alles in einem großen Vorwurf: „Die Überlegungen sind doch nicht neu und wurden damals schon von den Anliegern abgelehnt. Das ist alles verfehlte Baupolitik!“ Zusammen mit seinen Mitstreitern plädiert er dafür, Baulücken stärker in den Fokus zu rücken. Thielenhaus: „Ich biete einen anderthalbstündigen Spaziergang durch die Stadt an. Da werden wir mindestens 20 Grundstücke finden. Alleine was in der Sehmsdorfer Straße passiert, ist ein Skandal.“
Selbst Anlieger, die mit Verkaufsabsichten gespielt hätten, haben mittlerweile auf der Widerspruchsliste unterschrieben. Wegen der Topographie des Bereichs würden die neuen Häuser auf einem Höhenzug stehen. Die Altbewohner säßen dann quasi auf dem Präsentierteller. Zudem müssten sie damit rechnen, dass die Neubauten starke Schatten in ihre Gärten werfen. Die Verkaufsbereitschaft sei an die Zusage geknüpft gewesen, dass auf den Grundstücken ausschließlich flache Bungalows entstehen. Das kann aber nicht garantiert werden.
In den nächsten Tagen sollen die Unterschriften im Rathaus abgegeben werden. „Wir werden wachsam sein“, prophezeit der Pahl-Bewohner: „Wir hoffen auf Reaktionen aus der Politik. Wir wollen jedenfalls im Gespräch bleiben.“
Andreas Olbertz
Vier-Millionen-Loch im Haushalt
Stormarner Tageblatt vom 17. November 2008
Vier-Millionen-Loch im Haushalt
Bei der Oldesloer Haushaltsklausur am Wochenende gab es nichts zu verteilen. Im Gegenteil. Kurz vor der Finanzausschuss-Sitzung wurde bekannt, dass die Stadt vier Millionen Euro Gewerbesteuer weniger zu erwarten hat.
Bad Oldesloe/ol
– Im Sommer sah noch alles so rosig aus, die Steuermillionen sprudelten auf Rekordniveau. Und jetzt der große Einbruch: Im Haushalt klafft ein Loch von vier Millionen Euro. Bei der Klausurtagung am Wochenende regierte deshalb der Rotstift. „Das ist eine bittere Pille“, erklärt Finanzausschuss-Vorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU): „Dass die Finanzkrise so schnell zu uns durchschlägt, hätte keiner gedacht. Vier Millionen steckt man nicht so einfach weg, einige Sachen müssen nochmal stark überdacht werden.“
Da brauchte die SPD mit ihrer Antragsliste gar nicht erst zu kommen: Zuschuss zum Mensa-Essen, ein Streetworker, zusätzliche Fahrradboxen – alles von CDU und FDP abgelehnt. Obwohl der Finanzausschuss den Sozialdemokraten dieses Geld vor der Sommerpause quasi versprochen hatte. Entsprechend geknickt zeigte sich SPD-Finanzsprecher Björn Wahnfried: „Das sorgt natürlich nicht grade für Vertrauen. Aber da haben CDU und FDP offensichtlich kein Problem mit.“
Zwei Grundsatzhaltungen prallen aufeinander. Heiko Vosgerau, FDP: Wir haben deutlich weniger zur Verfügung und müssen deswegen auch deutlich weniger investieren.“ Ohne Streichungen hätte die Stadt für das bisherige Investitionsprogramm 4,5 Millionen Euro neuer Schulden aufnehmen müssen. Etwa eine Million hat der Ausschuss am Wochenende nicht gestrichen, sondern auf spätere Jahre geschoben. Christdemokratin Reichardt-Mewes rechnet vor: „3,5 Millionen neue Schulden kosten uns jedes Jahr 500 000 Euro an Zinsen und Tilgung. Das alleine ist schon eine Maßnahme, die davon finanziert werden könnte.“
Dem Rotstift sind Projekte wie der Kinderspielplatz Hebbelstraße, die Kriegsgräberstätte, die Treppen an der Mensa, Sanierung Stormarnhalle und der nächste Bauabschnitt Bücherei vorerst ganz oder teilweise zum Opfer gefallen. Für den Umzug des Kindergartens Moordamm waren mal 600 000 Euro vorgesehen. Laut Finanzausschuss darf der nur noch 200 000 Euro kosten. Auch in der Fußgängerzone wird gestrichen. Dort wird nur noch die berüchtigte Mittelrinne entfernt. Dabei hatten einige Politiker schon mit dem Gedanken gespielt, den Marktplatz neu pflastern zu lassen. Diese Vision will Birgit Reichardt-Mewes nicht abhaken: „Wenn wir doch mal Geld haben sollten, können wir das gerne machen.“ Doch danach sieht es im Moment nicht aus.“ Heiko Vosgerau: „Wir haben erst die erste Million geschafft und beauftragen die Fachausschüsse, weitere 1,5 Millionen einzusparen.“ Die Neuverschuldung soll nicht mehr als zwei Millionen Euro betragen.
Das sehen SPD und Grüne anders. „Es herrscht Konsens, dass gespart werden muss, aber nicht über die Höhe“, betont Björn Wahnfried: „Wenn in wirtschaftlich schlechten Zeiten die Kommune kein Geld ausgibt, um das Rad am Laufen zu halten – ja wer denn dann?“ Der Grüne Wilfried Janson geht sogar einen Schritt weiter: „Der Bund legt ein Konjunkturprogramm auf. Wenn wir da nicht mitziehen, ist das doch kontraproduktiv. Die Finanzkrise erfordert antizyklisches Verhalten.“
Trotz aller Sparmaßnahmen, die Schulhofneugestaltung bei der IGS ist gesetzt. „Das Ding hinten zu Aldi ist unstrittig“, betont Reichardt-Mewes. Auch an den zwei Millionen für einen neuen Bauhof wird nicht gerüttelt, obwohl es offensichtlich immer noch keinen unterschriebenen Kaufvertrag für das Gelände an der Industriestraße gibt. Der Umzug an den Moordamm soll trotzdem in den nächsten Tagen beginnen. Das Kultur- und Bildungszentrum im Amtsgericht steht ebenfalls nicht zur Disposition, weil dort viele Fördermittel dran hängen.
Einen beschlussreifen Haushalt hat die Stadt nicht – das war aber auch nicht zu erwarten. Wegen einer grundlegenden Umstellung der Haushaltsberechnung, muss eine so genannte Eröffnungsbilanz erstellt werden. Die wird erst Mitte Januar erwartet. Eventuell sieht die Zahlenwelt bis dahin noch wieder anders aus. Andreas Olbertz
Weniger Gewerbesteuern: Oldesloe verschiebt Investitionen
Lübecker Nachrichten vom 16. November 2008
Weniger Gewerbesteuern: Oldesloe verschiebt Investitionen
Bad Oldesloe – Bereits am Mittwoch hatte Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary mitgeteilt, dass die Gewerbesteuereinnahmen in Folge der Wirtschaftskrise um vier Millionen Euro geringer ausfallen werden. Somit hatte der Finanzausschuss gestern über eine Streichliste zu beraten, die die Verwaltung erarbeitet hatte.
Bei vielen Punkten herrschte Einigkeit zwischen den vier Parteien CDU, SPD, Grüne und FDP. Andere Punkte wurden heftig diskutiert. So wollte die CDU den schon seit Jahren versprochenen Sportplatz für die Theodor-Mommsen-Schule (Kostenpunkt: 684 000 Euro) erneut verschieben. Doch hier stimmten SPD (3), Grüne (1) und FDP (1) dagegen und setzten sich mit 5:4 Stimmen durch.
Verschoben werden folgende Projekte: Wegebau um die Kriegsgräberstätte auf 2011, die Grabplatten werden 2009 restauriert; Öffentliches WC an der Hagenstraße auf 2011 – 35 000 Euro werden aber 2009 in das WC an der Hude investiert; Naturlehrpfad auf 2010; Fußgängerzone auf 2010, die Mittelrinne wird 2009 entfernt; Kinderspielplatz Hebbelstraße auf 2010; Außenbereich Mensa (Granittreppe) auf 2010. Noch im Sommer war die Stadt angesichts der hervorragenden Konjunktur von Steuermehreinnahmen von zehn Millionen Euro ausgegangen. Nach Schuldentilgung und Pflichtrücklagen blieben davon allerdings nur knapp drei Millionen übrig. Entsprechend groß war die Wunschliste der verschiedenen Parteien. Doch nun müssen alle wieder umdenken. Zum aktuellen Stand geht Bürgermeister von Bary von einer Nettokreditaufnahme von 3,5 Mio. Euro aus, um die geplanten Projekte durchzusetzen. Der Finanzausschuss möchte die Kreditaufnahme aber auf zwei Millionen begrenzen und beauftragt daher die anderen Fachausschüsse, weiteres Einsparpotenzial zu erarbeiten. Entschieden wird der Haushalt von der Stadtverordnetenversammlung im kommenden Januar.
Von Joachim Strunk
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 15. November 2008
Von Krähen, Bäumen, Schlangen und Ratten
Der Sinn der Sachen
Andreas Olbertz, Rolf Blase
Da sieht man es wieder. Vor einigen Wochen war besorgten Anliegern aus Wolkenwehe noch zugesichert worden, es werde im Rahmen der Vernässung der Niederung eine Bürgerbeteiligung geben. Als die Befürchtung geäußert wurde, der Zug könnte schon abgefahren sein, brach allgemeine Heiterkeit aus. Eine Sitzung später stellt sich dann raus: Nein – eine Bürgerbeteiligung sieht das Verfahren nicht vor. Nur Behörden und Verbände. Da beeilte sich Bürgermeister Tassilo von Bary schnell zu versichern, er plane eine Teil-Einwohnerversammlung. Wenig später kam dann die ganze Wahrheit ans Licht: Die Sache ist längst entschieden. Die Wolkenweher Niederung wird vernässt, der Beschluss ist bereits gefasst.
Seit Jahren wurde das Thema diskutiert – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die wird jetzt vor vollendete Tatsachen gestellt. Die Anlieger können sich noch dazu äußern, ob der Weg unten bleiben oder verlegt werden soll. Ja, so weckt man Begeisterung für Umweltprojekte.
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Inhaltlich muss man allerdings einräumen, stehen die Wolkenweher auf schwachen Füßen. Wenn sie beklagen, in ihren Gärten gebe es neuerdings Schlangen, ernten sie von der Öko-Fraktion nur ein müdes Lächeln: Das sei doch der Sinn der Sache. Und wenn die Anlieger das vermehrte Vorkommen von Ratten anführen, kommt als Gegenargument, dass die ja von den Schlangen gefressen würden. So ist das wohl, wenn man sich in grüner Idylle ansiedelt.
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Soll noch einer sagen, die Jugend wäre faul, desinteressiert und respektlos. Mehrere hundert Schüler gingen diese Woche auf die Straße, um für mehr Lehrer und mehr Unterricht zu demonstrieren. Bitter nötig, da an so gut wie allen weiterführenden Schulen Unterricht ausfällt. Mal ist von zehn Prozent die Rede, mal wissen Eltern von 50 Prozent zu berichten, und manchmal fällt sogar ein ganzes Fach in einem Schuljahr flach. Das sind unhaltbare Zustände, und sie sprechen den großspurigen Programmen wie „Jede Stunde zählt“ Hohn. Aber Schulpolitik ist schon immer das Lieblingsspielzeug der Parlamente gewesen, in denen die Pädagogen überrepräsentiert sind. Da wird fröhlich hin und her reformiert, auf dass sich Schulträger und Lehrer mit Umbauten, Methoden, Lernberichten und Qualitätskontrollen befassen müssen. So etwas Profanes wie Unterricht ist dann plötzlich gar nicht mehr so wichtig.
Wenn der Protest hilft, dieses Problem mal anders anzugehen, sei den Schülern Dank. Schade nur, dass die Demos auch ein „Geschmäckle“ hatten: Wer schwänzt, um gegen Unterrichtsausfall zu protestieren, macht sich leicht angreifbar.
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Ist der Streit um die Linden in der Großen Straße in Ahrensburg nun beendet? Der neue Umweltausschuss hat den Beschluss bestätigt, den dieses Gremium in anderer Besetzung schon vor der Kommunalwahl gefasst hatte: Die Linden sollen in Kastenform geschnitten werden. Dazwischen liegen mehrere Monate mit erbitterten Auseinandersetzungen. Vor allem die Initiative Bürger für Ahrensburg hat vehement gegen den Kastenschnitt, gegen hohe Hecken und gegen das Fällen von 38 Bäumen protestiert. Die Entscheidung im Umweltausschuss war knapp, Befürworter und Skeptiker gibt es in jeder Fraktion in Ahrensburg, aber irgendwann ist jedes Thema auch mal ausdiskutiert.
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Jawoll ja, da ham’ wer’s doch: Im Kampf gegen die Krähen im Kurpark hat ein Experte aus Eekholt jetzt die ultimative Lösung präsentiert. Wenn die Bäume weg sind, können die Krähen nicht mehr ihnen nisten. Ganz so extrem hat er es natürlich nicht gesagt, aber wenn man es nüchtern betrachtet, ist die komplette Abholzung des Kurparks doch nur die logische Fortführung des Gedankens. Es soll ein äußerer Streifen gerodet werden. Das ist beschlossen. Dann ziehen die Krähen weiter. Also den nächsten Streifen roden, und so weiter. Irgendwann haben wir dort wunderbare Möglichkeiten zur Innenverdichtung der Stadt. Da lässt sich bestimmt prima bauen.
Firmen-Aus schafft Platz für Minimax
Hamburger Abendblatt vom 15. Novemeber 2008
Bad Oldesloe: Schoer & Bollow schließt
Firmen-Aus schafft Platz für Minimax
Insolvenz der Straßenbaufirma macht Erweiterungsbau des Sprinklerbauers an der Industriestraße möglich.
Von Matthias Popien
Bad Oldesloe -
Ein Traditionsunternehmen schließt: Die Oldesloer Straßenbaufirma Schoer & Bollow, gegründet 1935, stellt Ende November den Betrieb ein. "Dann enden die letzten Arbeitsverträge", sagt Geschäftsführer und Miteigentümer Andreas Mohn (52). Doch im Ende liegt auch ein Neubeginn: Das Betriebsgelände am Moordamm soll zunächst vom städtischen Bauhof genutzt werden. Und das wiederum eröffnet der Brandschutzfirma Minimax die Möglichkeit, an der Industriestraße endlich ein Erweiterungsbau zu errichten. Ein Schulungszentrum und eine Lagerhalle sollen dort entstehen. Mitte September hatten - wie berichtet - rund 250 Minimax-Mitarbeiter mit einer Demonstration Druck auf die Stadt gemacht. Die war zwar bereit, das Bauhofgelände an der Industriestraße, das direkt an Minimax grenzt, an die Firma zu verkaufen, doch es gab und gibt unterschiedliche Vorstellungen darüber, welcher Preis gerechtfertigt ist. Außerdem fehlte es an einem Ausweichquartier für den Bauhof, vorher konnte das Gelände nicht geräumt werden.
Die Probleme von Schoer & Bollow eröffnen nun einen Ausweg. Schon im Mai hatte der Straßenbauer beim Amtsgericht Reinbek Insolvenz angemeldet. Die Zahl der Aufträge war stark gesunken. Gegen die konkurrierenden Firmen aus dem Osten Deutschlands, die oft gerade mal die Hälfte des Tariflohns zahlen, kam das Oldesloer Familienunternehmen einfach nicht an.
Daran konnte auch ein zwischenzeitlich eingesetzter Insolvenzverwalter nichts ändern. Zwar gab es noch ein paar kleine Aufträge, die abgearbeitet wurden, aber nun ist Schluss. Von den 72 Mitarbeitern, die Schoer & Bollow einstmals hatte, sind nur noch zwölf übriggeblieben. Geschäftsführer Andreas Mohn freut sich darüber, dass die meisten bereits einen neuen Arbeitsplatz gefunden haben. "Das zeigt, dass wir gute Leute in der Firma gehabt haben."
Mohn selber wird als Angestellter in einer kleinen Baufirma weitermachen. Den Verlust der Selbstständigkeit sieht er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Natürlich das traurig, aber in der Familie hat es keinen Nachfolger gegeben." Vom Verdienst her spiele es fasst keine Rolle, ob man selbstständig oder angestellt sei. "Der Vorteil ist, dass man als Angestellter das Risiko nicht hat", sagt Mohn.
Die Mitarbeiter größtenteils wieder in Lohn und Brot, die firmeneigene Recyclinganlage in Vinzier vermietet, das 8000 Quadratmeter große Gelände am Moordamm als Übergangslösung vom Bauhof genutzt: Es ist ein geordnetes Ende, dem die Straßenbaufirma Schoer & Bollow nun entgegengeht.
Der Bauhof zieht um
Bad Oldesloe legt vor: Minimax im Zugzwang
Von Matthias Popien
Die Idee, das Schoer-&-Bollow-Gelände zunächst übergangsweise für den Oldesloe Bauhof zu nutzen, macht den Weg frei für eine rasche Lösung des Minimax-Problems. Nun müssen sich Stadt und Firma nur noch auf einen Kaufpreis für das alte Bauhof-Areal einigen. Dass dies noch nicht geschehen ist, überrascht allerdings. Die Demonstration der 250 Minimax-Mitarbeiter hatte den Eindruck erweckt, der Sprinkleranlagen-Hersteller könne gar nicht schnell genug mit dem Erweiterungsbau beginnen. Nun ist Minimax zweifellos ein für Bad Oldesloe wichtiges Unternehmen. Dennoch darf die Stadt ihr Bauhofgrundstück nicht verschleudern - das verbietet schon das EU-Recht. Der Wert des Areals steht fest: rund 600 000 Euro. Ein unabhängiger Gutachter hat ihn ermittelt. Minimax hatte nur 250 000 Euro geboten. Nun muss das Unternehmen aufpassen, dass aus dieser Angebotslücke keine Glaubwürdigkeitslücke wird.
Oldesloer Bauhof zieht in die Gebäude von Schoer & Bollow
Lübecker Nachrichten vom 14. November 2008
Oldesloer Bauhof zieht in die Gebäude von Schoer & Bollow
Bad Oldesloe – Jetzt geht’s doch ganz schnell. Einstimmig beschloss der Finanzausschuss der Kreisstadt in seiner Sitzung am Mittwoch den Umzug des Bauhofes zum 1. Dezember dieses Jahres. Damit kommt die Stadt dem Erweiterungswunsch von Minimax nach, das das 12 700 Quadratmeter große Nachbargelände benötigt, um ein neues Schulungszentrum zu bauen. Insgesamt investiert Minimax 6,5 Millionen Euro, 50 Jobs sollen entstehen.
Übergangsweise wird der Bauhof an den Moordamm ziehen. Er mietet für einige Monate die Gebäude und Flächen der kürzlich pleite gegangenen Baufirma Schoer & Bollow an. Mittelfristig soll der Bauhof ins Gewerbegebiet Sandkamp. „Wir würden hier auch eine Restfläche nehmen“, sagte Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes. Das hänge davon ab, wie die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn das Gebiet insgesamt vermarkten könne. Für den Bauhof selbst seien nur rund 10 000 Quadratmeter nötig. „Wir brauchen dort nur Fläche für Werkstätten, Fahrzeug- und Ausrüstungshallen sowie ein kleines Verwaltungsgebäude mit zwei, drei Büros, Umkleide- und Sozialräume für die Beschäftigten.“ Roh- und Baumaterialien sowie etwa Grünschnitt sollen künftig auf dem Recyclinghof der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) am Anna-Heitmann-Weg 7 gelagert werden. Die AWSH baut zurzeit neu am Ende der Elly-Heuss-Knapp-Straße.
„Wenn der Bauhof komplett zum Anna-Heitmann-Weg zöge, müsste ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Das dauert zu lange“, so Reichardt-Mewes als Erklärung für die zwei Standorte. Zudem sei die Zufahrt am Tierheim und die Einfahrt aufs Gelände selbst zu eng für die Fahrzeuge.
Rund zwei Millionen Euro genehmigte der Ausschuss für den Neubau eines Bauhofgebäudes. Allerdings soll eine möglichst günstige Variante gefunden werden. Bürgermeister von Bary denkt an ein PPP-Modell: Private-Public-Partnership.
Reichardt-Mewes bittet angesichts des Umzugs um Verständnis in der Bevölkerung, wenn sich die Bauhof-Mitarbeiter derzeit nicht so intensiv um ihre eigenen Aufgaben kümmern können.
Von Joachim Strunk
Sturm auf den Redder – Sahnestücke schon weg
Stormarner Tageblatt vom 14. November 2008
Sturm auf den Redder – Sahnestücke schon weg
Zwei Jahre früher als erwartet ist der erste Abschnitt des Oldesloer Baugebietes Steinfelder Redder nahezu verkauft. Jetzt geht der zweite Teil in die Vermarktung.
Bad Oldesloe/ol
– Am Redder wird fleißig gebaut. „Bei Vertragsabschluss sind wir von zehn Jahren ausgegangen“, erklärt der Chef der Sparkassen Erschließungsgesellschaft (SEG) Matthias Bernhard: „Wir sind dem geplanten Ziel deutlich voraus.“ 81 von 93 Grundstücken des ersten Bauabschnitts sind verkauft – zwei Jahre schneller als angenommen. Das freut den Bürgermeister, denn der Kaufvertrag sieht Ratenzahlungen nach Verkaufsfortschritt vor. „Wir wundern uns immer, wenn wieder eine Überweisung kommt“, verrät der Verwaltungs-Chef. Summen, wie viel am Ende wirklich über ist, wollten aber weder Stadt noch SEG nennen. Als Zahl kursieren rund neun Millionen Euro, abzüglich Kosten. Kritiker wie die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und ehemalige Redder-Aktivistin Maria Herrmann, melden Zweifel an: „Uns Politikern ist ein durchschnittlicher Quadratmeterpreis genannt worden. Im Internet sind aber deutlich geringere Grundstückspreise nachzulesen.“ Sie befürchtet deshalb, dass die avisierten Mehrerlöse nicht fließen werden.
Jetzt soll der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden. Der größte Brocken innerhalb des Redders – 120 Grundstücke auf 63 000 Quadratmetern. Jetzt kommen die Sahnestückchen auf den Markt. Wie Vertriebsleiter Armin Baghai erläutert, liegen bislang bereits 30 Reservierungen vor – ein Großteil in den teuren Lagen für 185 Euro pro Quadratmeter. Günstige Parzellen sind bereits für 110 Euro/Quadratmeter zu haben. Die SEG investiert in diesen Bereich 9,7 Millionen Euro. „Das ist automatisch ein Beitrag, Arbeitsplätze zu sichern“, ist der SEG-Chef überzeugt.
Die äußere Ringstraße soll nicht nur für den Bereich des zweiten Bauabschnitts angelegt werden, sondern gleich bis runter zur B 75, führt Matthias Bernhard aus: „Dann machen wir oben zu und beginnen mit dem Vollausbau des ersten Teils.“ Schon in etwa einem Jahr werden diese Menschen dann in einem quasi fertigen Gebiet wohnen. Er geht davon aus, dass die Landflucht anhalten und „moderat weiter verkauft wird.“ Armin Baghai sagt, dass etwa die Hälfte der Käufer Auswärtige seien. Diesen Zuzug brauche die Stadt auch. Andernfalls drohe Verödung und ein Leerstand von Infrastruktur, denn die Zahl der Sterbefälle sei höher als die der Geburten. Andreas Olbertz
Oldesloe: Steinfelder Redder ist der Renner
Lübecker Nachrichten vom 14. November 2008
Oldesloe: Steinfelder Redder ist der Renner
Bad Oldesloe – Zwei Jahre früher als geplant wird im Steinfelder Redder der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen. Der Vermarkter ist selbst überrascht, welch reißenden Absatz die Grundstücke finden.
„In diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten freuen wir uns, mitteilen zu können, dass die Erschließungsarbeiten für den zweiten Abschnitt im Oldesloer Neubaugebiet Steinfelder Redder ausgeschrieben sind“, erklärte Matthias Bernhard, Geschäftsführer der Sparkassen-Erschließungsgesellschaft Holstein (SEG), gestern vor der Presse. Bis spätestens Juni 2009 soll die Baureife hergestellt sein. Angeboten werden dann im nördlichen Bereich des Gebietes rund 120 weitere Bauplätze.
Der erste Bauabschnitt im Ostteil des Redders ist fast schon abgeschlossen. „Wir hatten den Kaufvertrag mit der Stadt Bad Oldesloe im Januar 2007 unterzeichnet und zwei Monate später mit dem Verkauf begonnen“, berichtet SEG-Vertriebsleiter Armin Baghai. Die Grundstücke gingen quasi weg wie warme Semmeln: Heute sind 81 von 93 verkauft. Bis zum Sommer soll auch der Rest vergeben sein.
Der zweite Bauabschnitt im nördlichen Bereich ist gleichzeitig mit 120 Grundstücken der größte. Im kompletten Baugebiet, das für sich schon eines der aktuell größten in der gesamten Region ist, sind 263 Plätze ausgewiesen. „Ursprünglich waren wir davon ausgegangen, dass wir rund zehn Jahre benötigen, um das Gebiet zu füllen. Dieser durchaus realistischen Planung sind wir nun zwei Jahre voraus“, freuen sich nicht nur Baghai und Bernhard, sondern auch Bürgermeister Tassilo von Bary. Denn beim Verkauf an die SEG war vereinbart worden, dass quasi mit jedem einzelnen Grundstücksverkauf Geld in die Stadtkasse fließt.
Trotz der eingestellten staatlichen Förderung (Eigenheimzulage) spiegelt die hohe Nachfrage – selbst für die Grundstücke in Bauabschnitt II hat die SEG bereits rund 30 Interessenten, die sich die zwischen 380 und 725 Quadratmeter großen Parzellen reserviert haben – eine mehrdimensionale Attraktivität des Steinfelder Redders wider. „Wir profitieren zum einen von der einsetzenden Landflucht“, so Baghai. Immer mehr Menschen zieht es von den Dörfern in die Stadt, zumal wenn es sich um ein Mittelzentrum wie Bad Oldesloe handelt.
Am Steinfelder Redder gehen die Käufer dann einen Kompromiss ein. Sie wohnen relativ nah zum Zentrum, aber immer noch im grünen Außenbereich der Stadt. Rund die Hälfte der Neu-Bürger am Redder kommt zudem aus Hamburg oder Lübeck, wo die Leute meist auch arbeiten. Die Nähe zum Bahnhof, die stark frequentierte Bahnverbindung in die beiden Hansestädte, aber auch die hervorragende Anbindung an die Autobahnen 1 und 21 lassen viele zu ihren Arbeitsstellen pendeln.
Oldesloe: Steinfelder Redder ist der Renner
„Dabei ist auch bemerkenswert, dass es sich bei den neuen Anwohnern nicht in der Mehrheit um junge Familien mit Kindern, sondern auch etliche ,best ager‘ handelt, also Menschen mittleren Alters“, staunt der Vertriebschef. Immerhin ist ein Neubau keine stressfreie Angelegenheit. Doch diese älteren Bauherren würden das auf sich nehmen und ihre idealen Wohnvorstellungen durchsetzen – oft auf kleineren Grundstücken, viel auf einer Ebene.
Ein weiterer Punkt sind die Grundstückspreise, im Schnitt zwischen 165 bis 170, in der gesamten Bandbreite zwischen 120 und 185 Euro pro Quadratmeter. „Dabei haben wir jedes Grundstück individuell bewertet“, so Baghai, damit im Prinzip jeder seine eigenen Vorstellungen – räumlich wie preislich – erfüllen kann.
Bürgermeister von Bary freut sich ebenfalls über die Attraktivität, die zudem durch die Neueröffnung des Penny-Discount- Marktes an der B 75 (am Bahnübergang) gesteigert wird. „Das ist nicht nur ein Imagegewinn für die Stadt, sondern dient auch der Tatsache, dass die eigene Bevölkerungszahl aufgrund der demographischen Entwicklung nicht drastisch zurück geht.“
Von Joachim Strunk
Vier Millionen Euro weniger Steuereinnahmen für Oldesloe
Lübecker Nachrichten vom 14. November 2008
Vier Millionen Euro weniger Steuereinnahmen für Oldesloe
Bad Oldesloe - Die Wirtschaftskrise wirkt sich mittlerweile auch auf Bad Oldesloe aus. Die Stadt kalkuliert für das laufende Jahr mit zwei Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen weniger.
Die sich abzeichnende Rezession schlägt bereits mit aller Gewalt auch in Stormarns Kreisstadt durch. In der Sitzung des Finanzausschusses am Mittwochabend läutete Bürgermeister Tassilo von Bary die „Woche der Wahrheit“ ein. Denn am morgigen Sonnabend tagt der Finanzausschuss zum Haushalt. Er habe „deutliche Signale aus der Wirtschaft erhalten“, so von Bary, die darauf aufmerksam machten, dass die Gewerbesteuereinnahmen in diesem und auch im nächsten Jahr um jeweils zwei Millionen Euro zurück gingen. „Die Bescheide sind noch nicht raus. Wir haben es noch nicht schwarz auf weiß. Aber wir werden wohl nicht umhin kommen, um zwei Millionen Euro an die Betriebe zurück zu erstatten“, so der Verwaltungschef. „Dass sich die Krise so schnell auf uns auswirkt, damit habe ich nicht gerechnet“, erklärte von Bary. „Das tut weh!“
So werden sich auch die Politiker der vier in der Stadtverordnetenversammlung vertretenen Parteien fühlen. Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes (CDU): „Da werden wir uns auf drastische Kürzungen vor allem im investiven Bereich einstellen müssen.“ Die Verwaltung hat bereits Listen verteilt, denen die Parteien entnehmen können, in welchen Bereichen jetzt doch gespart und gekürzt werden muss. Beim derzeitigen Schuldenstand der Stadt von rund 5,8 Millionen Euro „werden wir wohl nicht um neue Kreditaufnahmen herum kommen“, weiß der Bürgermeister. Über die Notwendigkeit neuer Kredite war man sich prinzipiell schon bewusst, doch nun dürften diese weitaus höher ausfallen. Der Finanzausschuss tagt morgen ab 9 Uhr im Verwaltungsgebäude am Markt.
Von Joachim Strunk
Fehrmann: „Offen mit Handicaps umgehen“
Stormarner Tageblatt vom 14. November 2008
Fehrmann: „Offen mit Handicaps umgehen“
Groß angelegter Aufruf für Behindertenbeirat
Bad Oldesloe/ol
– Bürgerworthalter Rainer Fehrmann macht sich für die Behinderten stark. Immer wieder wird in der Stadt der Ruf nach einem Behindertenbeirat laut. Hubert P. Andresen ist einer, der regelmäßig als Mahner in der Öffentlichkeit in Erscheinung trat. Doch bislang ohne Erfolg. Ehrenamtliches Engagement könne man nun mal nicht erzwingen, so Bürgermeister Tassilo von Bary.
Während des Wahlkampfs im Frühjahr musste sich Rainer Fehrmann auch von anderen Betroffenen Fragen nach dem Beirat gefallen lassen. „Meine Antwort war immer: ‚Mach das, ich helfe dir dabei.‘“, sagt der Christdemokrat. Aber es fruchtete nicht. In seiner Funktion als Bürgerworthalter startet er jetzt einen größer angelegten Aufruf. Verbände und Institutionen, die mit Behinderten zu haben, haben von ihm ein Schreiben bekommen, ob sie nicht Interessenten wüssten. Fehrmann: „Was ich da jetzt mache, hätte auch die Verwaltung längst machen können.“
Genaue Zahlen darüber, wie viele Behinderte in der Kreisstadt leben, gibt es nicht. Statistiken gehen von fünf bis zehn Prozent aus. „Das ist eine ganze Menge, aber die treten bei uns überhaupt nicht in Erscheinung“, bedauert Rainer Fehrmann. Aus zahlreichen Gesprächen weiß er: „Im Kern geht es immer wieder auf Mobilität zurück. Und Integration von Kindern ist auch ein häufiges Thema.“
Anfang der 90er Jahre gab es bereits erste Anläufe, doch die sind irgendwann versandet. Für den Behindertenbeirat gelten andere Vorschriften als für Senioren- oder Jugendbeirat. So müssten die Ratsmitglieder nicht unbedingt in Oldesloe wohnen, wenn sie eine Verbindung zur Stadt vorweisen können. Sie müssen auch nicht selbst behindert sein. Gleichwohl findet der Bürgerworthalter: „Behinderte kennen sich einfach besser aus.“ Die Mitglieder werden von den Stadtverordneten für vier Jahre gewählt. Die Satzung der Stadt sieht vor, dass der Behindertenbeirat zwei bis fünf Mitglieder hat. Sollte es mehr Bewerber geben, will sich Fehrmann dafür stark machen, sie trotzdem in die Arbeit einzubinden.
Die Aktivitäten zeigen Resonanz. Vier vielversprechende Rückmeldungen liegen bereits vor. „Viele Städte haben bereits einen Behindertenbeirat und befördern das auch“, so Rainer Fehrmann: „Ich bin überzeugt, dann sinkt die Hemmschwelle, offen mit Handicaps umzugehen.“
Grünzeug oder Seebär – nach wem sollen Straßen benannt werden ?
Stormarner Tageblatt vom 13. November 2008
Grünzeug oder Seebär – nach wem sollen Straßen benannt werden ?
Bad Oldesloe/ol
– Am Steinfelder Redder wird fleißig gebaut – langsam aber sicher rückt die Erschließung des zweiten Bauabschnitts in greifbare Nähe. Damit verbunden ist die Frage, wie denn die neuen Straßen, Sträßchen und Stichsträßchen heißen sollen. Der Bauausschuss hat getagt, hat einen Beschluss gefasst – aber Ruhe ist damit noch lange nicht.
Der äußere Ring, dessen Anfangsstück es ja bereits im ersten Bauabschnitt gibt, wird fortgeführt. Der behält logischerweise auch seinen Namen „Am Steinfelder Redder“. Nach innen zweigen fünf Wege ab. Für deren Benennung gab es jeweils drei Vorschläge: Botanische Namen wie Weißdorn, Schlehen, Brombeere sowie die Flurbezeichnung Schwarze Eiche. Die Nobelpreisträger Heinrich Böll, Nelly Sachs, Max Planck, Albert Schweitzer und Hermann Hesse. Und als drittes Oldesloer Persönlichkeiten wie Franz Daniel Hagelstein (Mitbegründer des Kurbads), Julius Schüthe (Gründer des Stormarner Tageblatts), Carl-Christian Thegen (Maler), der Schauspieler Raimund Harmstorf, sowie die Flurbezeichnung Advokatenkoppel – diese Vorschläge kamen von der FDP.
Und dann ging es los. Der Grüne Uwe Stephenson forderte Musiker-Namen, weil damit eine Zuordnung wie Baumsiedlung, Dichterviertel oder eben Musikerecke möglich wäre. Hans-Hermann Roden von der SPD erinnerte daran, dass es mal einen Beschluss gegeben habe, Männer und Frauen gleichmäßig heranzuziehen. Da war sich aber die CDU sicher, dass der Punkt mal aufgehoben worden sei. Dann kam auch noch der Hinweis, „zu lang, passt nicht auf einen Lottoschein“. Da sich die CDU nicht mit der Advokatenkoppel anfreunden konnte schlug sie den ehemaligen Bürgerworthalter Georg Koch – ein Christdemokrat – vor. Und um die langen Namen zu kürzen regte sie an, auf die Vornamen kurzerhand zu verzichten. Schon war Variante vier geboren. Da sich die SPD bei der Abstimmung enthielt, war der Weg für den CDU Vorschlag frei.
Sehr zum Unwillen vom Liberalen Frank Fiedler, „Welche Kochstraße soll es denn sein?“, fragt er tags drauf in einer Pressemitteilung: „Robert Koch oder Georg Koch? Da wir beide haben, wäre der Vorname zur besseren Abgrenzung wichtig.“ Zumal unter einem anderen Tagesordnungspunkt der Ortsteil Poggensee und die Benennung Straße „Am Poggensee“ diskutiert wurden. Dort soll es angeblich immer mal wieder vor kommen, dass ein fehl geleiteter Krankenwagen vor dem falschen Haus steht.
Und noch etwas findet der FDP-Mann ganz ungeschickt: „Bei den anderen handelt es sich ausschließlich um Persönlichkeiten aus dem Bereich Kunst- und Kultur, die geehrt wurden. Da passt ein Lokalpolitiker nicht wirklich dazu.“
Der Argumentation kann sich auch die SPD nicht verschließen. „Das mit den Kochstraßen kann nicht sein, da hat die FDP völlig Recht. Ich bin sicher, dass wir in der Stadtverordnetenversammlung eine pragmatische Lösung finden werden“, signalisiert die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann Kompromissbereitschaft.
Welcher Koch soll’s denn sein?
Lübecker Nachrichten vom 13. November 2008
Welcher Koch soll’s denn sein?
Bad Oldesloe - Der Bau-Ausschuss hat getagt, der Bau-Ausschuss hat beschlossen – über die Straßennamen im Steinfelder Redder. Doch so recht glücklich ist niemand damit. Namensgeber sind Oldesloer Lokalgrößen. Allerdings sollen sie nur mit dem Nachnamen firmieren. Ein Problem . . .
Die Begründung war zwar nicht neu, aber prägnant: Die neuen Straßenschilder im Baugebiet Steinfelder Redder sollen die Namen Oldesloer Berühmtheiten zieren. Doch „damit die Adressen auch noch auf den Lottozettel passen“ – oder auch andere Behördenformulare –, setzte sich die CDU im Bau- und Planungsausschuss durch, lediglich die Nachnamen zuzulassen.
Bei Franz Daniel Hagelstein, Arzt und Mitbegründer des Kurbades Oldesloe, oder Carl Christian Thegen, naiver Maler, mag diese Regelung ja noch verständlich sein. Schwierig wird’s dann schon beim Harmstorf-Weg. Die Generation der 1960er und 1970er, wahrscheinlich auch noch die 80er, hatte jener Raimund Harmstorf als Abenteurer „Seewolf“ beeindruckt, in dem verfilmten Roman von Jack London. Heutige Teenager, die mobiler sind als ihre Altersgenossen vor 30, 40 Jahren, werden bei dieser Wegbezeichnung vielleicht eher an die Gemeinde Harmstorf im Landkreis Harburg oder Harmsdorf bei Ratzeburg denken, auch bei Lensahn in Ostholstein gibt es einen Ort dieses Namens.
Noch viel schwieriger wird es gar bei der Koch-Straße. Diese soll nach dem langjährigen Bürgerworthalter der CDU in der Kreisstadt benannt werden. Die von der FDP vorgeschlagene Version richtete sich nach der alten Flurbezeichnung „Advokatenkoppel“. „Dass die Vornamen bei der Straßennamensgebung wegfallen, finde ich ausgesprochen unglücklich“, erklärt Frank Fiedler, Ausschussmitglied der FDP. „Damit verliert die Straße ihre eigentliche Identifikation mit dem so geehrten Namensträger. Zugleich wird die Benennung im gesamten Baugebiet unsystematisch, da bei den bisher benannten Straßen die Vornamen berücksichtigt wurden.“
Ganz ungeschickt ist nach Fiedlers Meinung eben die Benennung mit „Koch-Straße“. „Gerade weil wir schon eine Robert-Koch-Straße haben, wäre hier erstens der Vorname zur besseren Abgrenzung wichtig. Viel kritischer ist für mich allerdings, dass in diesem Stadtteil ausschließlich Persönlichkeiten aus dem Bereich Kunst und Kultur geehrt wurden. Da passt ein Lokalpolitiker nicht wirklich dazu.“
Die SPD hat sich bei der Abstimmung enthalten, weil man aus Prinzip das von ihr abgelehnte Baugebiet nicht mitgestalten will. Maria Herrmann, Fraktionsvizechefin, meint aber, „ich bin sicher, wir werden in der Stadtverordnetenversammlung eine pragmatische, bürgerfreundliche Lösung finden“.
Einhellig ist die Meinung auch bei den Fraktionsvorsitzenden der Grünen und der CDU. Gerold Rahmann: „Entweder den ganzen Namen oder man lässt den Sch . . .“ Auch CDU-Chef Horst Möller gibt zu: „In dem Fall ist es absolut nötig, den Vornamen von Georg Koch mit zu nennen.“
Von Joachim Strunk
Impulse und Frequenzen, aber für Oldesloe nichts Konkretes
Stormarner Tageblatt vom 12. November 2008
Impulse und Frequenzen, aber für Oldesloe nichts Konkretes
Das Interesse an Kultur- und Bildungszentrum scheint vordergründig groß zu sein. Doch bevor es konkret werden konnte, lichteten sich die Reihen.
Bad Oldesloe/ol
– „Wir wollen eine Rolle rückwärts machen, um dann wieder vorwärts zu starten“, erklärte Moderator Wulf Dau-Schmidt. Er leitete das Beteiligungsverfahren für das geplante Kultur- und Bildungszentrum im Amtsgericht. Zahlreiche Vereinsvertreter waren der Einladung der Stadt in die IGS-Mensa gefolgt – eine gute Voraussetzung für eine lebhafte Diskussion und ein rundes Meinungsbild.
Der Stadtumbau West ist ein Förderprogramm, mit dem Städten, die ein Strukturproblem haben, auf die Beine geholfen werden soll. Oldesloe wurde darin aufgenommen. Das Untersuchungsgebiet ist der Bereich Bahnhof bis Besttor. Aber auch das Amtsgericht kann gefördert werden, weil es als „Impulsprojekt“ quasi eine positive Ausstrahlung auf die Innenstadt haben könnte. Die hat einen so genannten Frequenzbringer auch dringend nötig. Dau-Schmidt präsentierte einige Bilder von Leerständen sowie Discountern und beklagte zu viel Durchgangsverkehr in der Hindenburgstraße.
Als Beispiel führte er die Stadt Karlskoga an, die wegen Arbeitsplatzverlusten von 40 000 auf 30 000 Einwohner geschrumpft ist. „Aus Veränderungen Mut schöpfen“, lautete dort eine der Maximen. „Wirtschaftlich konsolidieren“, „sich Zeit nehmen“ oder „Projekte umsetzen, darüber berichten“ waren andere Kerngedanken. Prinzipien, die eigentlich auch für Oldesloe gelten könnten. Wären da nicht ein paar externe Faktoren. Wenn beispielsweise im Raum steht, das bald keine Fördergelder mehr fließen, könnte es verheerend sein, sich zu viel Zeit zu lassen. Selbst bei üppiger Förderung stellt der Stadtumbau einen Kraftakt für den städtischen Haushalt dar. Von Konsolidierung könnte also nicht wirklich gesprochen werden. Egal, so eine Chance wird nicht wieder kommen.
Wulf Dau-Schmidt fragte nach Kritik – positiver wie negativer – am Beteiligungsprojekt. Da kam dann ein Teil der Tragik dieses Unternehmens ans Licht. Einer forderte „alle einbinden“, ein anderer „weniger Gelaber, nicht jeden Kaninchenzüchter beteiligen“. „Zu wenig Informationen“ gegenüber „zu viel negativer Berichterstattung“. Tja, und wie bringt man das unter einen Hut? Vermutlich gar nicht.
In der Gruppen-Phase wurde dann das nochmals erarbeitet, was auch schon bei den Isek- oder Netzwerkrunden zu Tage getreten ist: Es wird eine zentrale Anlaufstelle benötigt, um zur Vernetzung beizutragen, muss das Kulturzentrum eine Begegnungsstätte sein, Büroräume werden benötigt.
An einem Tisch wurde angeregt, die GOK einzubinden und regelmäßig einen Neubürgertreff anzubieten. Wenn die Räume nicht für alle reichten, so andere Anregungen, könnten sie gemeinsam genutzt werden und jeder Verein bekommt einen eigenen mobilen Bürocontainer mit den wichtigsten Utensilien. Die zentrale Lage könnte für eine Touristeninformation sowie eine Vorverkaufsstelle genutzt werden. Die Idee eines Kultur-Managers wurde geäußert und ein Runder Tisch ins Gespräch gebracht.
Auffällig war, dass sich der anfangs gut gefüllte Mensa-Teil zusehends leerte. Rund ein Drittel der Teilnehmer verließ die Veranstaltung vorzeitig. Das könnte ein Indiz dafür sein, dass vier Stunden zu viel waren oder dafür, dass sich Frust breit machte, weil nicht ein Wort über die konkreten Wünsche einzelner Vereine gesprochen wurde.
Kommende Woche Donnerstag soll es in die nächste, konkrete Runde gehen.
Andreas Olbertz
Standpunkt
Wieder keinen Schritt weiter
Andreas Olbertz
Eine Kulturrunde hier, ein Kulturnetzwerk dort, eine Bürgerinformation zum Kultur- und Bildungszentrum, die Debatte, ob wir einen Saal brauchen oder nicht, und jetzt also das Beteiligungsverfahren. Der x-te Abend zum gleichen Thema, zum x-ten Mal die immer gleichen Ergebnisse. Aber leider nichts Konkretes. Wer will das eigentlich noch mitmachen?
Dabei muss man durchaus loben, dass Moderatoren gefunden wurden, die das ganze nicht als lästige Pflichtübung abgehakt haben, sondern mit Sinn und Verstand an das Thema ran gegangen sind! Mal ein kurzer Vortrag, Diskussion im Plenum, Gruppenarbeit, Schnittchen in der Pause, Musikuntermalung – ja, es hätte ein guter Abend werden können.
Wir stehen nicht mehr bei Null. Wir sind längst weiter. Es war aber doch wieder ein Abend, der bei Adam und Eva ansetzte, ein Rumstochern in Basisüberlegungen, die gar nicht mehr zur Debatte stehen: VHS und Musikschule werden da einziehen! Das muss keiner mehr begründen oder gar rechtfertigen, das ist längst beschlossene Sache.
Jetzt geht es darum, was wir sonst noch dort unterbringen können, wollen oder gar müssen. Es geht darum, aus einem Gerichtsgebäude keine schnöde Schule, sondern ein lebendiges Zentrum zu machen. Um das pulsierende Herz der VHS muss ein Körper geformt, es muss eine Vision entwickelt werden. Man kann es auch schnöde ausdrücken: Es sind Räume zu vergeben. Leider sind wir diesem Ziel nicht einen Schritt näher gekommen. Aber vielleicht gelingt das ja beim nächsten Termin.
Platznot bringt Oldesloer Tafel in Gefahr
Stormarner Tageblatt vom 11. November 2008
Platznot bringt Oldesloer Tafel in Gefahr
Das wäre fatal:
Ohne vernünftige Räume droht der Oldesloer Tafel das Aus. Der Sozialausschuss plädiert jetzt für eine Containerlösung.
Bad Oldesloe/ol
– „Es ist grauslich. Wenn sich da nichts tut, müssen wir die Essensausgabe zum Jahresende schließen.“ Marion Kattler-Vetter ist Sprecherin des Vereins „Essen für Alle“ (EfA), der die Oldesloer Tafel an der Turmstraße neben dem Inihaus betreibt. Und sie spricht Klartext: „Die Container dort waren von Anfang an nur als Provisorium gedacht. Es geht jetzt einfach nicht mehr.“ Die Nachfrage, der Andrang wächst den Ehrenamtlern schlichtweg über den Kopf.
Mit 25 bis 30 Bedürftigen hat mal alles angefangen. Damals noch im Kinderhaus an der Schützenstraße. Doch die Nachfrage stieg, die Räume reichten schnell nicht mehr aus. Schon 2003 drohte der Tafel das Ende. Die Vereinsmitglieder besorgten sich zwei Container und bekamen darin eine neue – aber provisorische – Bleibe hinter dem Bahnhof.
An den Örtlichkeiten hat sich bis heute nichts verändert, allerdings hat sich die Kundschaft vervielfacht. Im September waren es noch 100 Personen, inzwischen spricht Marion Kattler-Vetter von 120, in der jüngsten Sitzung des Sozialausschusses hieß es sogar 160 Personen kommen regelmäßig. „Das kann man Mal vier oder fünf nehmen, weil da ja Familien hinter stehen, dann hat man die realistische Zahl der Bedürftigen“, erkärt die Vereinssprecherin: „Es ist Not da. Das sind keine Schmarotzer, die zu uns kommen. Seit Sommer wird es kontinuierlich mehr. Die Leute haben einfach kein Geld mehr.“
Kernproblem des Vereins ist fehlender Platz. „Wir müssen die Ausgabe dringend vom Lager trennen“, erläutert Kattler-Vetter. Zudem seien Kühlräume unerlässlich. An sanitären Einrichtungen fehlt es komplett. Die Freiwilligen hantieren mit mehr oder weniger frischen Lebensmitteln, haben aber keine Möglichkeit, sich vor Ort die Finger zu waschen. „So arbeiten wir seit elf Jahren. Wir wollen keinen Luxus, aber es muss schon hygienisch und menschenwürdig sein, denn wir kriegen langsam Probleme mit unseren Mitarbeitern“, mahnt die Sülfelderin und verbindet das gleich mit weiterer Kritik: „Es kann nicht sein, dass sich die Stadt vornehm zurück lehnt und aus allem raus hält. Ich halte es für selbstverständlich, dass zukünftig die Kosten für die Unterhaltung übernommen werden. Wir wollen von den Spendengeldern Lebensmittel kaufen und nicht Öl, Benzin und Wartung unseres Wagens bezahlen.“
„Essen für Alle“ hat dem Sozialausschuss Pläne für eine ausreichend große Containeranlage vorgelegt. Kostenschätzungen belaufen sich auf 70 000 bis 100 000 Euro. Fundamente und Anschlussleitungen kämen noch hinzu. Im Ausschuss waren sich alle einig, dass diese Pläne realisiert werden sollen. Weil es an konkreten Zahlen haperte und noch eine Grundstücksfrage mit dem Kreis geklärt werden muss, konnte lediglich ein einstimmiger Arbeitsauftrag an die Verwaltung ergehen, „alles ran zu holen, was in eine ordentliche Vorlage rein gehört“, so die Ausschuss-Vorsitzende Angela Fehrmann. Marion Kattler-Vetter ist verhalten optimistisch: „Wir sind gespannt auf die Umsetzung.“
Andreas Olbertz
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 8. November 2008
Hyperaktive Rentner und fragende Nachbarinnen
Schildbürgerstreich
Andreas Olbertz
Ist das Mensa-Essen zu heiß oder zu kalt? Ist es fade oder zu salzig? Bei 100 Essen wird man gewiss 100 unterschiedliche Meinungen zu hören bekommen. Kann man es allen Recht machen? Vermutlich nicht. Wie auch immer: Die Stadt Bad Oldesloe hat den Vertrag mit dem Versorger der IGS-Mensa gekündigt. Dabei ging es in erster Linie nicht um den Geschmack, sondern ums liebe Geld. 2,80 Euro waren vertraglich vereinbart, die sollen aber nicht ausreichen. Das muss man Frank Fischer erst mal glauben, man kann ihm einen Zuschuss zahlen oder man lässt es bleiben. Oldesloe hat sich für Letzteres entschieden, Bargteheide hat mittlerweile nachgezogen.
Die Kreisstadt hat den Essens-Service neu ausgeschrieben und siehe da, es gibt Anbieter, die behaupten, mit 2,80 Euro pro Essen auskommen zu können. Im Preis ist sogar die Lieferung von Rostock inbegriffen. Wie schaffen die das, wenn man mal annimmt, dass sie kein Gammelfleisch verwenden? Durch Vorbestellungen – das ist der Preis, den man offensichtlich für günstiges Essen zahlen muss. Das ist zwar nicht schön, aber einleuchtend. Wenn der Koch weiß, wie viel Suppe, wie viele Schnitzel oder Nudelaufläufe er heute verkaufen wird, dann kocht er auch genau so viele und muss nichts wegschmeißen. Im Idealfall sind am Ende alle satt und zufrieden. Nur Frank Fischer nicht, aber der will auch nicht mit Vorbestellungen arbeiten.
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Es gibt Menschen, die haben offensichtlich nicht genug zu tun. In Nütschau wohnt ein Schlag von denen. Es ist ja ehrenwert, dass die „Gang“ sich um Laster in der Schlossstraße sorgt, aber irgendwann muss es auch mal gut sein. Landauf, landab gibt es Initiativen gegen den überbordenden Schilderwald. Nur in Nütschau nicht, da sollen es immer mehr werden. Und noch ein Verbotsschild gegen Brummi-Piloten – eins an der Brücke, eins an der Autobahn, eins hier, eins dort und überall. Halloo??? Da stehen Schilder, die an Eindeutigkeit nicht zu übertreffen sind. Wenn die versehentlich oder absichtlich nicht beachtet werden, dann helfen zusätzliche Schilder auch nichts. Wenn überhaupt, kann eine Lösung nur darin bestehen, dass die Beachtung der Schilder durchgesetzt wird. Das ist Aufgabe der Polizei und würde sich in Fahrerkreisen schnell herum sprechen. Aber die Ordnungshüter sehen keinen Handlungsbedarf. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth setzt auf eine High-Tech-Variante, um entschieden Einfluss auf „Navis“ nehmen zu können.
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Heiliges Kanonenrohr, da hat es im Oldesloer Umweltausschuss doch tatsächlich eine Travenbrückerin gewagt, sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort zu melden. Aber Gott sei Dank haben wir ja unseren Bürgermeister, der sofort hellwach war und machtvoll eingeschritten ist. Die Frau wird sich vermutlich nie wieder irgendwo zu Wort melden. Glücklicherweise gibt es noch Leute, die pragmatisch denken: Die Sitznachbarin aus Oldesloe hat es kurzerhand übernommen, die Frage zu stellen.
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Was ist eigentlich aus dem ISEK-Arbeitskreisen geworden? Zu vier Themenschwerpunkten haben Gruppen getagt. Menschen haben sich eingebracht. Und? Kommenden Donnerstag hat die Stadt zur nächsten Runde ins Bürgerhaus gebeten: Erweiterte Arbeitsgruppe nennt sich das. Öffentlichkeit Fehlanzeige. Eingeladen sind nur eine Handvoll Vertreter aus den AGs. In der SPD rumort es. „Der verengte Blick nervt mich“, kritisiert Dr. Tamara Tiesen. Konkret bemängelt sie, dass ausschließlich VfL und THC den Sport repräsentieren sollen. „Deren Interessen sind doch nicht identisch mit denen von Türkspor, FFC oder Union“bemängelt sie die Einladungsliste. Im Bereich Wohnen dürfen SEG und Wohnstättengenossenschaft Sprecher schicken. Für wen stehen die? Was ist mit Mieterverein oder Haus- und Grund? Angesichts unserer lebendigen Kulturszene nur zwei Vertreter zugelassen? Tamara Tiesen: „Und am Ende wird alles nur durch den Filter der Verwaltung wieder gegeben.“
Krähen das Nest unterm Hintern wegsägen
Stormarner Tageblatt vom 8. November 2008
Krähen das Nest unterm Hintern wegsägen
Wie kann die Stadt Herr über die Krähen im Oldesloer Kurpark werden? Ein uraltes Thema, weil es keine Patentlösung gibt. Neuerdings ist es im Bereich Meisenweg besonders schlimm.
Bad Oldesloe/ol
– Krähenplage und kein Ende. Gegen die ungeliebten Vögel hat die Stadt bislang noch kein wirksames Mittel gefunden. Seit Jahren taucht das Thema immer wieder auf der Tagesordnung auf.
Momentan bevölkern die Vögel wohl einen äußeren Bereich des Kurparks. Aus dem Bereich des Meisenwegs gibt es jedenfalls ordentlich Beschwerden. In der Verwaltung vermutet man, dass die Krähen vom städtischen Uhu vertrieben worden sind und sich deshalb dort angesiedelt haben. Und was kann jetzt getan werden? Im September hatten die Ausschussmitglieder beschlossen, zwischen dem Meisenweg und dem Kurpark eine zehn Meter breite Schneise zu schlagen. Eigentlich sei ein 30 Meter breiter Waldrandstreifen vorgeschrieben, aber in den 50er Jahren sei schlichtweg zu dicht an die Häuser gepflanzt worden. Durch massive Fällungen könnte so ein Streifen hergestellt werden und gleichzeitig den Krähen die Nistgrundlage entzogen werden.
Jetzt stand das Thema wieder auf der Tagesordnung. André Rose ist Tierpflegeleiter im Wildpark Eckholt und sollte seine Eindrücke und Überlegungen vorstellen. Dieter Hoffmann (CDU) zeigte sich etwas verwundert und verärgert: „So einen Experten hätte ich mir eigentlich vor der Beschlussfassung im September gewünscht.“
Für Fachmann Rose steht außer Frage, dass die Baumfällaktion die größte Wirkung haben wird. „Das nehmen die Krähen übel“, ist er sicher. Das Ausschneiden von Astgabeln hält er hingegen für „unsinnig und viel zu teuer“.
Die Uhu-Aktion im Kurpark bewertete Rose durchaus ambivalent. Er zeigte sich sehr skeptisch, dass die Tiere in ihrer Voliere in der Nähe des Tennisplatzes allein durch ihre Rufe die Krähen vom Meisenweg vertreiben könnten. Das wird also eher nichts. Frei lebende Uhus könnten allerdings eine Wirkung erzielen. Sie würden die Krähen nicht nur vertreiben, sondern könnten sich über Jungtiere her machen und so den Bestand wirklich minimieren. Bei ihm im Wildpark habe das mit Jungreihern gut geklappt.
Aber auch hier gibt es einige kritische Punkte. Der Kurpark sei als Lebensraum für einen Uhu zu kleinflächig. Die Stadt auf der einen Seite und die Bahnlinie auf der andere seien alles andere als günstige Voraussetzungen. „Es wird nicht mal eben einer aus Rümpel rübergeflogen kommen“, veranschaulichte Rose.
Er könne sich vorstellen, dass die Freilassung des alten Männchens Erfolg versprechend sei, wenn die Mutter mit dem Nachwuchs in der Voliere bleibe. Das könnte dazu führen, dass der Vater sich eine Weile im Umkreis der Voliere nieder lässt. „Der haut dann wahrscheinlich ab, wenn die Jungen groß sind“, vermutet der Tierpfleger. Er sieht noch ein Handicap: Diese Maßnahme werde von der zuständigen Behörde vermutlich nicht genehmigt werden.
In der Auswilderung von Jungtieren sieht er nur geringe Aussichten auf Erfolg. Die würden immer größere Kreise ziehen und den Kurpark schließlich verlassen. André Rose: „Eine Ansiedlung im Kurpark wäre eher unnatürlich.“
Jürgen Schneider (SPD) fragte, ob es nicht möglich sei, Uhus beispielsweise auf dem Friedhof in der Hoffnung anzusiedeln, dass sie im Kurpark auf Krähenjagd gingen. Der Referent aus Eckholt hat da so seine Zweifel. „Wenn Krähen ein Leckerbissen wären vielleicht. Mir fehlt es zwar an persönlicher Erfahrung, aber sie sollen nicht sonderlich gut schmecken“, führte er aus. Deshalb sei auch nicht damit zu rechnen, „dass mal eben einer aus Rümpel rüber geflogen kommt“. Zudem sei der Kurpark wegen seiner eingekesselten Lage für die Uhus nur sehr schlecht zu erreichen.
Von Schussanlagen, die in die Bäume gehängt werden und regelmäßig knallen, hält André Rose nichts, daran gewöhnten sich die Tiere nämlich sehr schnell. Es könnte allerdings sein, dass Tonaufnahmen von schreienden Krähen in Gefangenschaft die Artgenossen nachhaltig vertreibt. Vom Aufhängen toter Krähen in Bäumen hält der Fachmann hingegen nichts.
Im Verlauf des Vortrags scheint sich Dieter Hoffmanns Laune gebessert zu haben, denn am Ende resümierte der Christdemokrat erleichtert: „Da haben wir es also richtig beschlossen und müssen nicht nachbessern.“ Andreas Olbertz
Für Saatkrähen wird es unbequem
Lübecker Nachrichten vom 8. November 2008
Für Saatkrähen wird es unbequem
Bad Oldesloe - Der Oldesloer Krähen liebster Platz im Kurpark ist die Vogelsiedlung. Um sie von dort wieder zu vertreiben, werden sogar Bäume gefällt.
Das Thema Saatkrähen-Vergrämung ist zum Dauerbrenner bei den Sitzungen der Oldesloer Kommunalpolitiker geworden. Was hat man nicht schon alles versucht: von Krähen-Attrappen in den hohen Bäumen bis zur Abschreckung durch einen Raubvogel. Jetzt wurde im Umweltausschuss ein weiterer Fachmann gehört. An André Rose aus dem Wildpark Eekholt hatten die Politiker insbesondere Fragen bezüglich der Oldesloer Uhu-Zucht.
Denn zuvor hatten zwei Falkner darüber ganz unterschiedliche Meinungen geäußert. Der eine wollte lieber die Alttiere aus der Voliere frei lassen, weil sie die Jungen nicht im Stich lassen würden, der andere hingegen die Jungvögel, die dann aber schnell entschwunden waren. Rose empfahl eine dritte Variante: das männliche Alttier zur Brutzeit frei zu lassen. Zwar sei die Eule in Gefahr, einen Unfall zu erleiden oder kein Futter zu finden, wenn sie das Leben in Freiheit nicht gewohnt ist. Doch sei sicher, dass der Vogel zu seiner Familie zurückkehre, wenn er denn könne. Eines allerdings sei weniger klar: Ob er auch bei seiner Eulenfrau in der Voliere bleibt, wenn die Jungen aus dem Gröbsten sind. Unter Umständen suche der Uhu sich dann lieber eine Neue, spekulierte Tierpflegeleiter Rose über die Treue der Eulen.
Weil jetzt deutlich weniger Krähen im Bereich der Uhu-Voliere leben, gab es schon Überlegungen, noch weitere Uhus als städtische Helfer in einer zweiten Voliere anzusiedeln. Denn selbst in der Voliere ziehen sie weitere wilde Artgenossen an. Die dann eventuell im Kurpark auf Jagd gehen.
Besonders scharf sind die Uhus allerdings nicht auf Krähenkost. Weite Wege würden sie dafür nicht fliegen, so Rose. Denn Krähen gelten unter Uhus nicht gerade als Leckerbissen. Nur Jungvögel sind als Beute überhaupt interessant. Rose: „Ideal wäre ein freilebender Uhu vor Ort.“
Das größte Problem haben die Oldesloer derzeit mit der Vielzahl der Krähen im Bereich Meisenweg. Von den insgesamt 490 Krähenpaaren wohnen dort 292. Die Stadt hat bereits beschlossen, sogar Bäume am Rande des Kurparks wegzunehmen. Diese Maßnahme wurde von Rose befürwortet. „Das nehmen die Krähen übel“, ist er sicher. Und das sollen sie ja auch. Ansonsten gelte: Der Mensch könne viele Pläne schmieden. Aber die Tiere machen da nicht immer wunschgemäß mit.
Was Rose weiter empfahl: Die Müllbehälter auf Schul- und Bahnhof sollten geschlossen sein. Damit die Krähen nicht auch noch bequem Nahrung in Kurparknähe finden. Doch auch dies sei lediglich ein kleines Mosaiksteinchen. Nur das Baumfällen „wird eine Menge bringen“, ist er sich sicher, nachdem er vor der Sitzung den Oldesloer Kurpark gründlich unter die Lupe genommen hatte. Susanna Fofana
Wolkenwehe: Aus für das Schöpfwerk
Lübecker Nachrichten vom 8. November 2008
Wolkenwehe: Aus für das Schöpfwerk
BAD OLDESLOE – In Bad Oldesloe gibt es immer mehr Reptilien – sogar im Stadtgebiet sind Ringelnattern anzutreffen. Anlieger aus dem Ortsteil Wolkenwehe beklagten „Schlangen und Ungeziefer“ in ihrem Garten. Dies hätten sie beobachtet, seit die Wiesen in der Wolkenweher Niederung nicht mehr bewirtschaftet werden. Eine Bewirtschaftung ist auch künftig nicht vorgesehen. Es ist vielmehr geplant, das dortige Schöpfwerk ganz abzustellen und das Gebiet zu renaturieren. Mitglieder des Umwelt- und Energieausschusses belehrten die Anlieger, dass es ein Glück sei, wenn man Ringelnattern habe. Denn diese würden „die Nager reduzieren“. Der Ausschuss will das Gebiet noch einmal selbst vor Ort in Augenschein nehmen, zudem soll es eine Teil-Einwohnerversammlung geben.
Doch das alles ändert nichts am Beschluss, ein Planfeststellungsverfahren zum Abstellen des Schöpfwerkes durchzuführen. Hingegen muss noch darüber entschieden werden, welcher Wanderweg künftig der bessere ist. Der alte, der entsprechend erhöht werden müsste, oder ein neuer entlang der Pulverbek. Beide sind förderungsfähig – aus EU-Mitteln. Auch wenn das ganze Gebiet durch das Abstellen der Pumpen vernässt wird – ein See soll dort an den meisten Tagen im Jahr nicht entstehen, hieß es aus dem Ingenieurbüro.
Die Entscheidung über die Baumfällliste 2009 wurde vertagt, weil Erläuterungen zu größeren Bäumen gewünscht wurden. Die Grünen zogen ihren Antrag zur Stilllegung der „Laubpuster“ zurück. sus
Lesermeinung
Stormarner Tageblatt vom 8. November 2008
Lesermeinung
Die Grenze überschritten
Zu: „Kindergarten mit Streichelzoo“, Leserbrief von Karl-Heinz Lenz (ST , 30. Oktober) zu unserem Bericht „Zu dumm zum Kühe melken, Rambos und Sensibelchen (Stormarner Tageblatt, 29. Oktober)
Mit dem Leserbrief hat K.-H. Lenz nach dem zweiten Satz eine Grenze überschritten, die man nicht überschreiten darf. Es ist die Grenze, an der man Unwahrheiten bewusst oder mit einem pharisäerhaften „angeblich“ versehen in die Welt setzt, um seinem politischen oder persönlichen Standpunkt vermeintlich mehr Gewicht zu verleihen. Über die Auftritte der Grünen, speziell die von Herrn Rahmann, kann man sich durchaus ärgern. Das ist jedoch kein Grund, das Institut für Ökologischen Landbau und seine Arbeit zu verleumden. Woher Herr Lenz die dazugehörigen angeblichen Insiderinformationen zu schlechten Leistungen und zum negativen Erscheinungsbild des Instituts hat, ist uns unbekannt – belegt werden sie jedenfalls nicht.
Demgegenüber stellen wir zu den Vorwürfen Folgendes fest: Das Institut wird regelmäßig evaluiert. Das heißt unter anderem, dass sich die einzelnen Wissenschaftler, Projekte sowie wissenschaftlichen und praxisrelevanten Publikationen der Kritik und Überprüfung anderer Wissenschaftler und der Praxis stellen. Und dabei schneiden wir gut ab – sonst gäbe es uns nicht mehr. Ergänzend sei angemerkt, dass nicht jedes Ergebnis unmittelbar in landwirtschaftliches Handeln umgesetzt werden kann; so schlicht gestrickt funktioniert das Geschäft nicht. Und da Herr Lenz es nicht besser weiß, hier eine echte Insiderinformation: Der Pachtvertrag für die Liegenschaft Trenthorst läuft über 99 Jahre und das seit 1957, also lange vor Gründung des Instituts.
Im Übrigen müssen wir Herrn Lenz noch an einem anderen Punkt enttäuschen: Die Schließung des Instituts war vor allem durch den Einspruch aus der ökologischen Landwirtschaft innerhalb kürzester Zeit vom Tisch. In der anschließenden, langen Zitterpartie ging es nur noch um den Erhalt des Standortes Trenthorst oder die Verlagerung in den Raum Hannover.
Dass Herrn Lenz die Ergebnisse zur Schafhaltung nicht erreichten oder er damit nichts anfangen konnte, tut uns leid. Die Abschaffung der Schafe erfolgte ausschließlich aus Gründen der Umorganisation des Instituts und der Fokussierung der Forschungsfragen. Völlig unter der Gürtellinie ist jedoch der Vorwurf verwahrloster Tiere. Immerhin ist Herr Lenz wiederum schlau genug, ein „angeblich“ zu verwenden. Setzt Herr Lenz vielleicht darauf, dass die Leser das „angeblich“ überlesen und was hängen bleibt?
Der letzte Vorwurf ist ebenfalls vollkommen haltlos aus der Luft gegriffen. Da er vor allem den Förderverein betrifft, wird dieser darauf eingehen.
Unser abschließender Kommentar frei nach Shakespeare: Ach, wenn Du doch geschwiegen hättest, Karl-Heinz – nach dem zweiten Satz.
Dr. FRIEDRICH WEISSMANN (Oldesloe)
Dr. RAINER OPPERMANN (Westerau)
als wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Ökologischen Landbau
Mensa: Kritik am Essen – kalt, fade, nicht kindgerecht
Stormarner Tageblatt vom 7. November 2008
Mensa: Kritik am Essen – kalt, fade, nicht kindgerecht
Über Geschmack lässt sich zwar nicht streiten, aber das Essen in der IGS Mensa wird kritisiert. Hoffnungen richten sich auf den neuen Betreiber.
Bad Oldesloe/ol
– Was waren das für Zeiten, als sich in der Mensa lange Schlangen bildeten. Als die Pause nicht ausreichte, um überhaupt in die Nähe des Ausgabe-Tresens zu kommen. Inzwischen gibt es einen Anbau, doch der ist weitgehend leer. Ein Teil der Mensa ist geschlossen, die Rollläden am zweiten Tresen sind herunter gelassen – es gibt reichlich Platz.
Das anfängliche Lob für den Pächter ist umgeschlagen in Kritik. Worte wie „nur noch schlecht“, „ungenießbar“ oder „ich gehe da nicht mehr hin“, machen die Runde. „Beim Dönermann oder Subway schmeckt es einfach besser“, sagt ein Schüler unumwunden. FDP-Stadtverordnete Anita Klahn wird deutlich: „Meine Kinder erzählen mir regelmäßig, wie schlecht das Essen ist. Und es wird immer schlechter. Pizza war früher ein Rettungsanker, aber die kann man mittlerweile auch nicht mehr essen, weil sie nur noch labberig ist.“ Sie berichtet, dass es immer häufiger zu Fällen komme, in denen Kinder unerlaubt das Schulgelände verlassen, um außerhalb etwas zu essen zu besorgen.
Der Vertrag mit Pächter Frank Fischer aus Bargteheide (siehe Text unten auf der Seite) war von der Stadt gekündigt worden, die die Schulverpflegung neu ausgeschrieb. Fischer hatte dann nicht den Zuschlag erhalten, ihn habe deshalb die Motivation verlassen und die Qualität sinke, hieß es.
Bereits im Frühjahr hatte der Caterer bei der Stadt einen Zuschuss beantragt. Der Preis von 2,80 pro Essen sei nicht zu halten. Das habe einerseits mit gestiegenen Lebensmittelpreisen, andererseits aber auch mit erhöhtem Personalaufwand zu tun. Ursprünglich war mit drei Servicekräften kalkuliert worden, wegen der Gegebenheiten und des Ansturms mussten aber zwischenzeitlich acht eingestellt werden. Ein leichtes Defizit hätte noch durch den Verkauf von „anderen Artikeln“ wie Snacks oder Getränken ausgeglichen werden können. Aber nicht wenn zu viele Essen verkauft werden.
IGS-Rektor Andreas Bielke drückt sich sehr diplomatisch aus: „Wir hoffen auf einen Neuanfang im Januar.“ An der Schule gibt es eine Mensa-AG, in der sich Eltern, Lehrer und Schüler Gedanken zur Schulverpflegung machen. Das Gremium ist von der Verwaltung bei der Gestaltung der Neuausschreibung beteiligt worden – kein Wunder, denn mit Ines Knoop-Hille engagiert sich dort eine Fachfrau. Die Oecotrophologin kritisiert: „Das Essen ist wohl wirklich einseitig und entspricht nicht den Standards.“
Wie es in Zukunft aussehen soll, wurde deutlich festgeschrieben: Viele frische Produkte wie Salat, wenig minderwertige Fette, wenig Zucker und möglichst wenig Auszugsmehl. Ines Knoop-Hille erläutert, was das praktisch bedeutet: „Wir haben ein Salatbüfett mit reingenommen. Es soll vegetarisches Essen und solches mit Fleisch geben, mindestens ein mal in der der Woche auch Fisch.“ Es geht aber auch um scheinbare Kleinigkeiten. „Es muss ausreichend kompetentes Personal da sein, die auch zu den Inhaltsstoffen Auskunft geben können. Die Kennzeichnung muss korrekt sein. Das ist für Allergiker ganz wichtig.“ Und außerdem soll von jedem Gericht ein Musterteller zu sehen sein. Entscheidend ist für die Fachfrau aber ein ganz anderer Punkt: „Das Essen muss kindgerecht sein. Wir suchen nach jemandem, der direkt für die Zielgruppe arbeitet.“ Dabei war Frank Fischer seinerzeit ausdrücklich dafür gelobt worden, dass er eben auch schlichte Hausmannskost anbiete. Ines Knoop-Hille entwickelt Visionen: „Man kann daraus viel machen, um die Kinder zu begeistern. Wenn es schmeckt, wird es auch angenommen.“ Als Beispiel führt sie die Vorhabenwochen der IGS an. „Wenn die unter dem Motto Italien steht, warum dann nicht mal italienisches Essen anbieten.“ Qualität und gutes Essen aber zu einem bezahlbaren Preis (als Obergrenzen sind 2,80 Euro angegeben) – geht das überhaupt zusammen? Die Ernährungswissenschaftlerin ist überzeugt, dass das passt: „Der Fleischanteil kann für Kinder ruhig geringer sein und vor allem keine Fertigprodukte einsetzen, denn die sind teuer. Häufig wird sich da verrechnet.“
Künftig soll das Essen nicht mehr bar, sondern auf elektronischem Weg bezahlt werden. Das ermögliche diskriminierungsfreie Unterstützung sozial Schwacher und gebe Eltern Sicherheit. Knoop-Hille: „Bislang geben wir unseren Kindern Geld mit, ohne zu wissen, was sie wirklich damit machen.“ Andreas Olbertz
Fischer: „Wir machen jeden Tag Verlust“
Stormarner Tageblatt vom 7. November 2008
Der Versorger der Mensa: „Ich bin froh, dass ich da raus bin“, gesteht Frank Fischer aus Bargteheide: „Wir machen jeden Tag Verlust und kämpfen seit einem dreiviertel Jahr um einen Zuschuss von der Stadt.“
Er habe mit 130 bis 170 Essen täglich kalkuliert. Das wäre für 2,80 Euro und zusätzlichem Verkauf von Säften und Snacks machbar gewesen. Die Nachfrage sei aber deutlich höher: 350 Essen und mehr. „Da mussten wir das Personal aufstocken. Dann waren die Warteschlangen zu lang, und wir sollten noch mehr Leute einstellen.“ Frank Fischer machte der Stadt eine neue Rechnung auf: Die Kinder zahlen 2,50 pro Essen und die Stadt schießt noch mal 1,55 dazu. Das seien Zuschüsse, wie sie beispielsweise auch Bargteheide und Glinde gewähren würden. Oldesloes Politiker lehnten dankend ab und kündigten stattdessen den Vertrag (siehe Bericht oben). Frank Fischer sgat: „Die Stadt hat einen Wasserspender aufgestellt. Dadurch ist uns der Saftverkauf weggebrochen. Aber wir sollten die Gläser abwaschen.“ Die IGS habe eine Umfrage gestartet, auch er interviewte seine Kunden. Ergebnis, so Frank Fischer: „Überwiegend alles im Grünen Bereich. Vor zwei Jahren war noch alles supertoll, aber kurz nach der Wahl ist es umgeschlagen.“
Fischer betont, er beliefere alle mit dem gleichen Essen, und es gebe andernorts keine Probleme. Aber: Mittlerweile hat auch Bargteheide den Vertrag für die Anne-Frank-Schule gekündigt. Bislang stand dort ein jährlicher Zuschuss von 25 000 Euro im Haushalt. Dem Vernehmen nach soll es nicht nur ums Geld gegangen sein.
Zum endgültigen Bruch kam es, als die Stadt ein Vorbestellsystem gefordert habe. „Da habe ich mich geweigert“, sagt Fischer: „Die Kinder wollen nicht vorbestellen, die wollen ihr Essen frisch aussuchen. Auch wenn das kostenintensiver ist. Mein Eindruck ist, je günstiger das Essen ist, desto besser schmeckt es gewissen Leuten.“
Die IGS wird jedenfalls ab Januar von Menütaxi aus Rostock beliefert.
Mehr Beteiligung bei ISEK
Lübecker Nachrichten vom 7. November 2008
Mehr Beteiligung bei ISEK
Bad Oldesloe – Die SPD der Kreisstadt ist unzufrieden mit den Beteiligungsmöglichkeiten am Stadtumbau West und der damit verbundenen Entwicklung der Oldesloer (Innen-)Stadt. Politischer Wille ist es, möglichst viele Bürger/innen und Vertreter von Vereinen, Initiativen, Verbänden und Unternehmen in Arbeitsgruppen zu beteiligen.
Nächsten Donnerstag (13. November), soll die „Konzeptwerkstatt“ tagen, eine erweiterte Gruppe aus Teilnehmern der Arbeitskreise und der Lenkungsgruppe ISEK (Integrierten Stadtentwicklungskonzept) aus der Verwaltung. Allerdings ist die Teilnehmerzahl auf 25 beschränkt: je zwei Repräsentanten aus den Arbeitsgruppen Umwelt, Wohnen, Wirtschaft, Einzelhandel, Verkehr, Soziales, Kultur, Sport und Energie. „Das finden wir problematisch“, erklärt die SPD-Stadtverordnete Dr. Tamara Thiesen. So fehlten Vertreter etwa der Singakademie oder des Heimatmuseums (für Kultur), von Türkspor, FFC oder Union (Sport) sowie von Haus & Grund und Mieterbund (Wohnen).
Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster erklärte dazu, es gehe nicht darum, bestimmte Teilnehmer auszuschließen, sondern den Kreis arbeitsfähig zu machen.
Von Joachim Strunk
Ideen fürs Amtsgericht? Vereine sind gefragt
Stormarner Tageblatt vom 5. November 2008
Ideen fürs Amtsgericht? Vereine sind gefragt
Kommende Woche geht es zur Sache: Vereine und Verbände sind in Bad Oldesloe aufgerufen, sich an der Entwicklung eines Nutzungskonzeptes für das Amtsgericht zu beteiligen.
Bad Oldesloe/ol
– Der Hauptausschuss hatte es beschlossen, jetzt wird es umgesetzt. Das Beteiligungsverfahren zur zukünftigen Nutzung des Amtsgerichts. Dazu lädt Bürgermeister Tassilo von Bary am Montag, 10. November, ab 18 Uhr in die IGS-Mensa ein.
Das Amtsgericht wird bekanntlich im Frühjahr kommenden Jahres geschlossen. Die Stadt will das Gebäude kaufen. Zusammen mit dem benachbarten historischen Rathaus eignet es sich nach Ansicht der Verwaltung hervorragend für die Errichtung eines Kultur- und Bildungszentrums. Über die Überlegungen, im Gericht VHS- und Musikschule unterzubringen sowie eventuell einen Saal anzubauen und die Umzugsgedanken des Heimatmuseums ins Rathaus, ist bereits ausführlich berichtet worden. Das Ganze könnte ein Impulsprojekt im Rahmen des Stadtumbaus werden – das hätte üppige Fördermittel zur Folge.
Die Nutzung der Räumlichkeiten ist noch nicht festgelegt, beschlossen ist lediglich, dass VHS- und Musikschule im Gerichtsgebäude untergebracht werden sollen. Wer wo welche Räume abbekommt, haben die Hauptausschussmitglieder bewusst offen gelassen.
Nicht, dass an der Bedeutung der VHS gezweifelt würde. Auch die Notwendigkeit eines Umzugs wird nicht in Frage gestellt. Das ehemalige Kinderheim an der Königstraße als momentaner Sitz ist viel zu eng, nicht behindertengerecht und müsste eigentlich dringend und umfassend saniert werden – da drängt sich der Umzug an den Bürgerpark regelrecht auf.
Aber dann kam die Kulturdebatte. Übungsräume für Bands und Chöre, Werkstatt und Lagermöglichkeiten für die Oldesloer Bühne. Bis hin zum zentralen Knotenpunkt und zur Anlaufstelle für ein zukünftiges Kulturnetzwerk, wurden als Ideen in den Raum geworfen. Ganz zu schweigen davon, dass beim Anbau eines Saals auch entsprechende „Betriebsräume“ wie beispielsweise ein Foyer und Garderoben benötigt würden.
Mit einem einfachen Beschluss ist es deshalb nicht getan. Ein Konzept muss her. Um das erstellen zu können, muss wiederum ermittelt werden, welche Bedürfnisse die Oldesloer Vereine eigentlich haben.
Zur ersten öffentlichen Veranstaltung in diesem Beteiligungsprozess lädt der Bürgermeister am Montag, 10. November, in die IGS-Mensa ein. Der Termin soll von 18 bis 22 Uhr gehen. Eine Fortsetzung des Beteiligungsverfahrens ist für Donnerstag, 20. November, 18 Uhr, geplant.
Zur besseren Vorbereitung wird um Rückmeldung im Bürgermeister-Vorzimmer gebeten bei Anja Strohkirch per Telefon (04531/504-501) oder per E-Mail (anja.strohkirch(at)badoldesloe.de).
Andreas Olbertz
Standpunkt
Zwickmühle Amtsgericht
Andreas Olbertz
Wenn das mal nicht nach hinten los geht ... Ein Beteiligungsverfahren für die zukünftige Nutzung von Amtsgericht und altem Rathaus ist gut und wichtig. Aber hätte das nicht zuerst gemacht werden müssen? Lange bevor Ideen wie der VHS-Umzug oder ein neues Heimatmuseum ventiliert wurden?
Man stelle sich mal vor: Nächste Woche ist der Saal voll, und es werden beispielsweise fantastische Visionen für ein Kultur- und Vereinszentrum entwickelt, in dem dummerweise kein Platz für die VHS ist. Was macht Politik dann? Entscheidet sie sich trotzdem für die VHS, wird es schnell heißen: Siehste, war doch von vornherein alles abgekaspert. Entscheidet sie gegen die VHS ... nein, daran mag man gar nicht denken – weder aus finanziellen Gründen, noch wegen der Auswirkungen auf die Volkshochschule.
Und wenn keiner kommt? Das wäre noch fataler, denn dann würden wir nie erfahren, ob es wirklich keine Bedürfnisse gibt oder ob die Vereinsvertreter schlicht schon im Vorwege kapituliert haben, weil sie befürchten, dass eh bereits alle Entscheidungen gefallen sind oder sie sich Räume im Gericht nicht werden leisten können. Ganz zu schweigen von der Botschaft, die dadurch für die Zukunft ausgesendet würde: Bürgerbeteiligung? – in Bad Oldesloe nicht nötig. Die Mühe kannst du dir sparen. Wasser auf die Mühlen all jener, die glauben, dass Bürger in der Politik nur stören.
Schlimmer könnte es kaum kommen. Mit gutem Gewissen gestartet und dann zum Rohrkrepierer geworden, der alles kaputt macht. Da hilft nur eins: Hoffen dass der Saal voll wird, sich eine überzeugende Diskussion entwickelt und am Ende wirklich alle sagen: Diese Lösung ist die beste!
Bad Oldesloe: Neuer Seniorenbeirat gewählt
Stormarner Tageblatt vom 5. November 2008
Bad Oldesloe: Neuer Seniorenbeirat gewählt
Nicht wirklich große Auswahl in der Kreisstadt mit neun Plätzen für neun Kandidaten
Bad Oldesloe/ol
– Die Amerikaner wählen ihren Präsidenten, Bad Oldesloe seinen Seniorenbeirat. 6023 Senioren waren zur Wahl aufgerufen, bis gestern 16 Uhr hatten sie Zeit, die Briefwahlunterlagen abzugeben. Bereits am frühen Nachmittag begannen die Vorbereitungen mit dem Öffnen der verschiedenen Umschläge. Rosafarbene, blaue und weiße Häufchen türmten sich auf den Tischen im Bürgerhaus. Eine Briefwahl-Auszählung ist erheblich aufwändiger, als ein „normaler“ Wahlgang. Insgesamt mussten 4610 Stimmen gezählt werden, da jeder Wähler bis zu drei Kreuze machen durfte.
Laut Satzung besteht der Beirat aus neun Mitgliedern. Mindestvoraussetzung ist ein Alter von 60 Jahren. Diese Hürde nehmen alle Kandidaten mit Leichtigkeit. Neun Freiwillige hatten sich zur Wahl gestellt – ihnen allen war damit ein Sitz quasi schon sicher. Kandidiert haben: Eva Bendrien (72), Jürgen Bryja (78), Hannelore Diercks (71), Elke Gimm (69), Gudrun Goldbach (72), Roswitha Krüger (80), Ilse Riechers-Hartmann(75), Rüdiger Siebel (75), Christine Stehn (77).
Gegenüber der Wahl vor vier Jahren ist die Beteiligung gesunken. Nur 29 Prozent der Senioren machten von ihrem Recht gebrauch. Deutliche Siegerin bei der Wahl ist die bisherige Vorsitzende Hannelore Diercks mit 1202 Stimmen, gefolgt von Jürgen Bryja (797), Eva Bendrien (744) und Christine Stehn (509).
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 1. November 2008
Wie es so läuft, und warum es nicht läuft
Der nächste Scherz bitte
Von Rolf Blase und
Andreas Olbertz
Da bogen sich alle vor lachen. Einige Wolkenweher hatten sich bei der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Bauausschuss nach den Planungen für das Brenner Moor erkundigt. Sie hätten gehört, die Pumpe solle abgestellt, das Gebiet vernässt und der Wanderweg verlegt werden. Im Prinzip richtig, kam als Antwort, aber die Planung beginne erst im kommenden Jahr, Umsetzung frühestens 2010. Die Betroffenen werden noch beteiligt, versicherten Verwaltungsvertreter. Dann fiel ein denkwürdiger Satz. „Ja, ja“, sagte die Anliegerin: „Aber mir ist gesagt worden: ‚Pass auf! Wenn die erst mal anfangen zu planen, ist eh alles zu spät.‘“ Der Brüller im Ausschuss. Aber was ist daran lustig? Das ist ein Armutszeugnis und belegt, welchen Eindruck Bürger von Politik und Verwaltung haben: Die machen eh, was sie wollen. Noch schlimmer war kürzlich so eine kleine hin genörgelte Bemerkung von Anlieger Frank Haase, als es im Bauausschuss um die Innenverdichtung Up den Pahl ging. „Man weiß ja, wie das so läuft“, sagte er über das Beteiligungsverfahren. Der Mann muss es wissen, er arbeitet im Bauamt.
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Früher war alles besser. Wenn man es warm haben wollte, hat man die Heizung aufgedreht und es wurde mollig. Heute wird alles automatisch geregelt. Nachmittags wird die IGS-Mensa nicht mehr genutzt, also runter mit der Temperatur. Und wenn sie doch belegt ist? So wie jetzt für die große Gutachtenrunde? Die Verwaltung versichert, sie habe alles Nötige in die Wege geleitet. Und was ist? Ab 21 Uhr wurde es spürbar kälter, nix mit warmer Heizung. Kurz darauf fingen die ersten an, sich ihre Jacken anzuziehen und sich die Hände warm zu rubbeln. Schöne neue Welt.
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Das waren deutliche Worte, die Gutachterin Katharina Staiger fand. Immer wieder betonte sie, die Stadt müsse Kontakt zu Expansionsleitern namhafter Unternehmen aufnehmen, müsse sich durch Werbung bekannt machen, ins Gespräch bringen, wenn die Innenstadt belebt werden soll. Und was macht Oldesloes Stadtmarketing? Organisiert den Adventsmarkt in der Stormarnhalle. Auch schön, aber ob das die Stadt wirklich voran bringt?
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Krach, bum, schepper – da hat’s in der Sitzung der Stadtvertreter mal wieder ordentlich gerappelt. Die Grünen, die das Stänkern nicht sein lassen können, ein Bürgermeister, der theatralisch ins Mikro schallt, und eine FDP, die noch Öl ins Feuer gießt, indem sie einen Besen verschenkt. Polittheater ohne Sinn und Verstand. Was war passiert? Die Grünen hatten beantragt, dem Bauhof Laubpuster und Kettensägen zu verbieten. Darüber könnte man ja diskutieren. Aber wie es so die Art des Fraktionsvorsitzenden Gerold Rahmann ist, hat er wieder dicke aufgetragen und schwadroniert von Phallussymbolen statt bei der Sache zu bleiben. Dann kam vom Fraktionskollegen Uwe Stephenson auch noch der Beitrag mit den „Bauhof-Rambos“. Nächster Akt: Auftritt des Bürgermeisters, der beim Thema Bauhof bekanntermaßen dünnhäutig reagiert. Dass Tassilo von Bary das Trenthorster Ökoinstitut – Leiter Gerold Rahmann – ins Spiel bringt, dessen Mitarbeiter durch den Kakao zieht, ist auf dem Niveau von Mittags-Talkshows. Wenn Kommunalpolitiker fürchten müssen, für ihr politisches Engagement beruflich diskreditiert zu werden, na dann „Gute Nacht“. Seit Jahrzehnten wird erfolglos am Bauhof rumgedoktert. Vielleicht sollten Politik und Verwaltung mal über radikalere Wege nachdenken: Der Bauhof soll eh von der Industriestraße weg, der Chefposten ist neu zu vergeben – soll er doch zur Außenstelle von Trenthorst werden. Dann kann Gerold Rahmann beweisen, was er auf dem Kasten hat. Was Karikaturist Götz Wiedenroth auf seine Art interpretiert.
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Eines muss in dieser Angelegenheit allerdings noch gesagt werden: Der Herbst kommt jedes Jahr um die gleiche Zeit. Ende September, Anfang Oktober geht es los. Bloß weil der Obergrüne das vergessen hat, aber vermutlich vom stinkenden Laubpuster vor seinem Haus unsanft geweckt wurde, lässt sich daraus keine besondere Dringlichkeit ableiten. Nur zur Sicherheit sei darauf hingewiesen: Am 24. Dezember ist Weihnachten (Tannen!), am 31. 12. Silvester (Brot statt Böller), erst am 1. April erwarten wir wieder einen Scherz.
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Der Basar ist eröffnet, es darf gefeilscht werden. Um 0,5 Prozentpunkte wollte der Kreis seine Umlage senken. Weil er sie erhöht hatte, da man ein dickes Minus erwartet hatte, dann aber ein Plus einfuhr. Und nun kommt durch eine andere Finanzverteilung im Land noch mehr Geld in die Kreiskassen. Da will man sich nicht lumpen lassen, und bietet schon mal eine Verdopplung auf einen Punkt an, und aus den Mehreinnahmen lässt sich auch die Nicht-Erhöhung der Sonderumlage finanzieren. Allen kann man es eh nicht recht machen: Die Gemeinden im Amt Siek haben schon gefordert, die Umlage für reichere Gemeinden auf keinen Fall zu erhöhen, während die Nordstormarner gerade diese Erhöhung für sinnvoll halten. Es kommt eben immer darauf an, auf wessen Portemonnaie man gerade schielt.
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„Gar nicht ignorieren“ – Nach diesem Motto behandelt der Landrat das Buch von Karl-Heinz Lenz über seinen Kampf gegen die Kreisverwaltung. „Die erste Auflage ist nach nur einer Woche fast vergriffen“, teilte Lenz gestern stolz mit. Für die Bestseller-Listen reicht das noch nicht. „Kalles Koppel“ ging knapp 200 Mal über die Ladentheke.
Auto-fixiert – schlechte Noten für Bus und Rad

- Der ZOB an der Hagenstraße. Hat er als zentraler Halte- und Umsteigepunkt bald ausgedient? Foto: Olbertz
Stormarner Tageblatt vom 1. November 2008
Mit seinem Verkehrsgutachten legt Planer Jens Rümenapp seine Finger in einige Wunden der Stadt. Lediglich für Autofahrer sei ausreichend gesorgt.
Bad Oldesloe/ol – Gutachten klingt eigentlich zu positiv für das, was der Verkehrsplaner Jens Rümenapp da vorstellte. Es war eher ein Katastrophenbericht. Mängel, überaltert, überlastet, unzureichend – das waren die Vokabeln die er benutzte.
Der Fuß- und Radverkehr in der Kreisstadt sei „dringend verbesserungswürdig“. Die vorrangige Ausrichtung auf den Kfz-Verkehr benachteilige Fußgänger und Radfahrer. Es gebe beispielsweise gravierende Lücken im Wegenetz, Mängel auch auf wichtigen Schulwegen, abschnittsweise keine oder nur unzureichend gesicherte Querungsmöglichkeiten.
Der nächste Schlag folgte auf dem Fuße. „ÖPNV? Mit einem attraktiven Angebot hat das nichts zu tun“, bemängelte der Diplom-Ingenieur. Dadurch, dass die Stadtlinien ringförmig angelegt seien, müssten die Nutzer oftmals große Umwege in Kauf nehmen. Außerdem sei die Qualität der Haltestellen stellenweise unzureichend. Ein dickes Lob gab es allerdings für das Anruf-Sammel-Taxi (AST). Das bewertete der Experte als sehr fortschrittlich. Das sei aber nur ein Zusatzangebot.
Das Straßennetz in der Stadt wurde als „angemessen“ bewertet. Die allgemeine Erreichbarkeit sei gut – mit dem Auto, zu Fuß oder mit dem Rad sei sie „deutlich schlechter“. Allerdings tauchen bereits erste Anzeichen für Überlastungen auf. In Spitzenzeiten gebe es Bereiche, in denen mindestens zwei Ampelphasen benötigt würden, um eine Kreuzung passieren zu können. Dies rühre von Verkehren aus den neuen Baugebieten her, aber auch von dramatisch gestiegenen Durchfahrtszahlen. Teilweise wurden Zuwächse von 70 bis 80 Prozent verzeichnet.
Die Parkplatzsituation sei hingegen gut. Ausgerechnet auf den teuersten Plätzen sei es am schwierigsten, etwas zu finden. Freien Kapazitäten finden sich nur wenige Gehminuten entfernt, die Parkraumbewirtschaftung werde von den Verkehrsteilnehmern angenommen. Aber auch hier gelte wieder: Fußgänger und Radfahrer haben es deutlich schwerer. Gerold Rahmann jubilierte, weil der Gutachter genau in die Grüne kerbe hieb. Rahmann sah sich schon genötigt, klarzustellen, dass der Fachmann nicht von seiner Partei gekauft sei.
Der Experte kritisierte allerdings nicht nur, er stellte auch erste Überlegungen an, wie die Probleme gelöst werden könnten. Für Zweiräder regte er längs den Bundesstraßen Radwege an. An allen übrigen Straßen sollten die Radler auf die Fahrbahn – eventuell kombiniert mit einem Tempolimit. Das sei weniger unfallträchtig als Radwege. Einbahnstraßen sollten für Radler in beide Richtungen frei gegeben werden und der Fachmann plädierte auch dafür, Pedalisten zumindest ein Stück weit in die Fußgängerzone fahren zu lassen. Qualität und Quantität von Fahrradabstellanlagen seien zu verbessern, für den Bahnhofsbereich schwebt ihm sogar ein reines Fahrradparkhaus vor. Die Busse sollten zukünftig sternförmig, geradlinig und möglichst ohne Schleifen in jeweils zwei Richtungen geführt werden. Zentraler Umsteigeknoten müsse der Bahnhof werden.
Andreas Olbertz
Bad Oldesloe: SPD fordert City-Manager
Hamburger Abendblatt vom 1. November 2008
SPD fordert City-Manager
Bad Oldesloe
Nach den Gutachten über den unzureichenden Ladenmix und die schlechte Buslinien (wir berichteten) wollen Oldesloes Politiker die Probleme nun in Angriff nehmen. Was genau geschehen wird, ist noch unklar. "Wir wissen, dass wir Baustellen haben", sagt CDU-Fraktionschef Horst Möller. "Bislang sind die Gutachten aber nur mündlich vorgetragen worden. Wir müssen uns erst mal angucken, was da genau drinsteht."
Tatsache sei, dass gerade Läden mit großem Flächenbedarf, zum Beispiel die Textilkette H & M, in Bad Oldesloe schwer unterzubringen seien. "Wir haben in der Innenstadt einfach kaum Flächen von rund 1000 Quadratmeter." Möller erinnert daran, dass ein Investor unlängst versucht hatte, auf dem Parkplatz hinterm Kaufhaus M & H ein Enkaufszentrum zu bauen, aber an den schwierigen Eigentumsverhältnissen gescheitert war. "Da müssen wir dann eben noch mal und noch mal versuchen, eine Einigung herbeizuführen", so Müller.
Hagen von Massenbach, der SPD-Fraktionsvorsitzende, nimmt die Gutachterschelte für die Einkaufsstadt Bad Oldesloe zum Anlass, um die Einstellung eines City-Managers zu fordern. "So einen brauchen wir. Wir müssen an das Problem ran, das ist doch gar keine Frage", sagt er. "Was nützt uns alles Marketing, wenn die Innenstadt nicht attraktiv ist."
Auch die Buslinienführung müsse man verändern. Auch das hatten - wie berichtet - die Gutachter gefordert. "Im kommenden Jahr wird der Busverkehr in Bad Oldesloe neu ausgeschrieben, dann wird das überarbeitet", sagt von Massenbach. Sein Kollege von der CDU stimmt ihm zu. "Da hat sich aus richtigen Anfängen heraus etwas fortentwickelt, was jetzt korrigiert werden muss. Wir müssen uns komplett neue Gedanken über die Streckenführung machen", sagt Horst Möller. Auch die CDU steht einem City-Manager nicht ablehnend gegenüber. "Wir müssen allerdings schauen, was uns das kostet. Eine feste Stelle in der Verwaltung ist, wenn sie erst mal da ist, schwer wieder zu streichen."
pop
Stars für die Innenstadt – aber nicht genügend Platz
Stormarner Tageblatt vom 31. Oktober 2008
Stars für die Innenstadt – aber nicht genügend Platz
Gutachterin Katharina Staiger zeichnete ein düsteres Bild des Oldesloer Einzelhandels. Die Innenstadt brauche „Stars“ wie H&M oder C&A.
Bad Oldesloe/ol
– Die Frau hat sich nicht lange mit trockenen Zahlen aufgehalten, sondern sie auch gleich mit kernigen Sätzen erläutert. Katharina Staiger stellte jetzt bei einer gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Planungsausschuss ihr Einzelhandelsgutachten vor. Das waren fast schon kleine Ohrfeigen, die sie da verteilte.
Oldesloe hat sieben Discounter. Bei 24 000 Einwohner macht das einen Schnitt von gut 3 400 Kunden pro Markt. Der Bundesschnitt liegt aber bei 3 bis 5 000 Käufern. „Unter Versorgungsgesichtspunkten wäre der Netto nicht nötig gewesen“, schrieb sie der Politik ins Stammbuch. Denn eigentlich habe die Stadt bereits drei Märkte zu viel.
Beispiel Bekleidung. Oldesloe bietet auf diesem Sektor mit 285 Quadratmetern Verkaufsfläche pro 1000 Einwohner deutlich mehr als vergleichbare Städte. Aber nur ein Drittel der Oldesloer kaufen ihre Klamotten in der Stadt, der Rest deckt sich außerhalb ein. Gutachterin Staiger holte tief Luft: „Das ist eine innerstädtische Leitbranche. Mit einem Kik oder Takko reißen Sie nichts. Ihnen fehlen die Stars.“
Klare Ansage der Expertin: „Da muss Fläche rein – also nicht nur zehn Quadratmeter.“ So genannte Impulsbringer wie beispielsweise „H&M“ oder „C&A“ benötigen 800 bis 1000 Quadratmeter. Und die kann die Oldesloer Innenstadt nun mal nicht vorweisen. Katharina Staiger: „Sie kommen aus dem Bürgerhaus und worauf schauen Sie?“ „Eine braune Wand“, kam als Antwort. Staiger rümpfte die Nase: „Für so einen absoluten Top-Standort ist das daneben.“ Das sei aber ein Objekt für einen zugkräftigen Laden.
Der Tipp der Expertin: „Nicht nur an die Vorderfront, sondern auch an die Gärten denken.“ Sie riet der Stadt dazu, Grundstücke notfalls selber zu kaufen.“ Das löste bei Uwe Rädisch Emotionen aus. „Paulsen!“, rief er in die Runde.
Seit geraumer Zeit steht das ehemalige Beerdigungsinstitut zum Verkauf. Jetzt habe der Eigentümer angeblich einen Kaufinteressenten für das lange Schlauchgrundstück bis zur Trave an der Hand. Da wurde auch die Verwaltung aktiv und formulierte in aller Eile einen Beschlussvorschlag für die Stadtverordneten am Montag. An allen Ausschüssen vorbei sollte der Bürgermeister beauftragt werden, mehr zu bieten und das Grundstück zu kaufen. Die Stadt liebäugelt auch gleich mit dem hinteren Teil des Nachbargrundstücks. Uwe Rädisch war für den Kauf, doch die Mehrheit, angeführt vom Liberalen Karl-Reinhold Wurch verwies das Thema in den Planungsausschuss.
Andreas Olbertz
Oldesloe - als Einkaufsort ein Flop
Hamburger Abendblatt vom 31. Oktober 2008
Gutachten: Kreisstadt hat zu wenig Textilgeschäfte und zu viel Discounter
Oldesloe - als Einkaufsort ein Flop
Expertisen zum Stadtumbau zeigen außerdem: Der Stadt fehlen Radwege, die Busverbindungen sind wenig attraktiv.
Von Alexander Sulanke
Bad Oldesloe -
Um Oldesloes Attraktivität als Einkaufsstadt ist es sehr schlecht bestellt. Die Politik muss dringend handeln. Zu diesem Ergebnis kommt ein Einzelhandelsgutachten der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA), das die Kreisstadt in Auftrag gegeben hat.
Und das ist nicht die einzige Klatsche, die Politik und Verwaltung am Mittwochabend bei einer gemeinsamen Sitzung von Bau- und Planungs- sowie Energie- und Umweltausschuss haben einstecken müssen. Der innerstädtische Busverkehr hat mit einem attraktiven Angebot überhaupt nichts zu tun, das Radwegenetz ist stark verbesserungsbedürftig, neuer Wohnraum wird dringend benötigt, sofern die Stadt nicht schrumpfen will: Das sind die Thesen weiterer Gutachter, ebenfalls im Oldesloer Auftrag tätig.
Die Expertisen sind vor dem Hintergrund der Oldesloer Teilnahme am Städtebauförderprogramm "Stadtumbau West" entstanden. Bis zu vier Millionen Euro Fördergelder von Bund und Land winken, sofern die Kreisstadt selbst zwei Millionen Euro in die Hand nimmt (wir berichteten). Von dem Geld soll eventuell auch der Umbau des Amtsgerichtsgebäudes zu einem Kulturzentrum finanziert werden. Bürgermeister Tassilo von Bary erläutert: "Erster Schritt ist ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, mit dem die Stadt ganzheitlich betrachtet wird."
Die Attraktivität der Innenstadt, die eng verknüpft ist mit dem Einzelhandelsangebot, hat da eine zentrale Bedeutung. Und da scheint es viele Probleme zu geben. Gutachterin Katharina Staiger: "Nur 34 Prozent der Oldesloer kaufen ihre Kleidung in der Stadt. Das ist eine Katastrophe!" Ihre Untersuchung hat ergeben, dass das Gros der potenziellen Kunden lieber nach Hamburg oder Lübeck fährt.
Die Einwohner der Kommunen rings um Bad Oldesloe herum kämen kaum noch zum Einkaufen in die Kreisstadt. Denn Lebensmittelmärkte gebe es inzwischen in immer mehr Dörfern, und Bad Oldesloe habe sonst nichts, das locken könne. Mit einer Ausnahme: "Sieben Discounter! Da sind Sie wirklich top", so Staiger. Das seien etwa doppelt so viele, wie die Stadt verkraften könne.
Die Expertin schlägt vor, sogenannte Magnetfirmen in die Stadt zu holen. "Hennes & Mauritz ist einer der Hits. Nicht die Textildiscounter", sagt sie und empfiehlt, dass sich die Verwaltung bei solchen Firmen ins Gespräch bringen sollte.
Allerdings müsse man den Ketten auch Ladenfläche anbieten. "Die Stadt sollte, wo immer möglich, innerstädtische Grundstücke aufkaufen, um planen zu können", sagt Katharina Staiger. In den Gärten hinter den Innenstadthäusern mit ihren historischen Fassaden ließen sich problemlos große Verkaufsflächen schaffen. Und in den Textteilen der Bebauungspläne lasse sich dezidiert festschreiben, welche Läden in welchen Quartieren erwünscht seien. Staiger: "Das ist rechtssicher!"
Gutachterliches Lob gibt es dagegen für die Parkplatzsituation in der Stadt. Aber: "Es hilft nicht, dass die Geschäftsleute klagen, dass es keine Parkplätze gibt. Sagen Sie lieber, was Sie haben! Sie haben nämlich genug Parkplätze", sagt Jens Rümenapp (36), der Verkehrsgutachter. Als einzige ständig besetzt seien lediglich die teuersten.
Expertisen zum Stadtumbau zeigen außerdem: Der Stadt fehlen Radwege, die Busverbindungen sind wenig attraktiv.
Rümenapp schlägt vor, die innerstädtischen Buslinien, die jetzt in großen Schleifen durchs Stadtgebiet geführt werden, gradlinig zum Ziel zu bringen. "Dafür bräuchte man aber wohl fünf bis sieben Routen. Das ist ihrer Siedlungsstruktur geschuldet, alle Baugebiete an den Außenarmen zu planen", so Rühmenapp.
Einen großen Stellenwert misst er aber auch dem Radverkehr bei und schlägt deshalb vor, dass das Radwegenetz ausgebaut wird. Außerdem müssten mehr Abstellplätze für Räder geschaffen werden, womöglich ein Fahrradparkhaus am Bahnhof.
Ob und wie auch immer die Kreisstadt ihre Attraktivität steigert - Thorsten Hühn (41) geht in seinem Gutachten zum Wohnungsmarkt davon aus, dass Oldesloe bis 2020 zwischen 520 und 1640 neue Wohnungen braucht, 400 davon als Ersatz für alte, die aus den 50er-Jahren stammen, auf bestehenden Grundstücken.
Die attestierten Mängel jetzt auch abstellen
Von Alexander Sulanke
Bad Oldesloe hatte die Gutachter selbst gerufen. Damit sie eine schonungslose Bestandsaufnahme machen und sie mit einem Strauß von Verbesserungsvorschlägen garnieren. So führt der Weg der Kreisstadt an die Fördertöpfe vom "Stadtumbau West". Einen Euro gibt Bad Oldesloe, je einen weiteren legen Land und Bund dazu: Günstiger können Kommunen heute wohl kaum in Zukunftsweisendes investieren. Bad Oldesloe träumt da schon von einem neuen kulturellen Zentrum im Amtsgerichtsgebäude. Unterdessen sind die bestellten Gutachten zu Einzelhandel und Verkehr alles andere als traumhaft geraten. Das dürfte niemanden überraschen, der die Augen offen hält. Wichtig ist, dass Oldesloes Politiker mit den nunmehr offiziell gewonnenen Erkenntnissen richtig umgehen. Nichts spricht gegen das Kulturzentrum. Doch die attestierten Mängel müssen auch abgestellt werden - damit Bad Oldesloe eine lebenswerte Stadt bleibt.
Das sagen die Oldesloer
Christiane Schuster (40), Fleischereifachverkäuferin und Mutter von vier Kindern, ist in Bad Oldesloe geboren und lebt nach wie vor in der Stadt: "Ich verstehe gar nicht, was die Leute immer alle an Bad Oldesloe zu meckern haben. Ich fühle mich hier rundum wohl. Das Angebot im Einzelhandel reicht mir vollkommen aus. Auch Kleidung kann man hier wunderbar kaufen - sogar für die Kinder. Ich muss allerdings sagen, dass ich auch nicht zu den Frauen gehöre, die sich ständig neue Schuhe und Handtaschen kaufen müssen. Vom Kneeden, wo wir wohnen, komme ich immer mit dem Auto in die Stadt. Und ich finde immer einen Parkplatz!"
Bernd Sandberg (47), Lagerarbeiter aus Pölitz: "Ich arbeite bei einer großen Firma am Stadtrand von Bad Oldesloe. Aber in die Innenstadt komme ich manchmal wochenlang nicht. Warum auch? Das macht höchstens Sinn, wenn ich mal zum Arzt oder zur Apotheke muss. Lebensmittel kaufe ich in den großen Märkten am Stadtrand. Im Zentrum gibt es ja auch gar keine Möglichkeiten. In der Fußgängerzone ist absolut tote Hose. Da fahre ich doch lieber gleich rüber nach Lübeck, das dauert gerade mal 20 Minuten. Eigentlich ist es schade, dass in Bad Oldesloe so wenig los ist, denn es gibt hier ganz schön nette Ecken, aus denen man richtig was machen könnte. Wie wäre es denn zum Beispiel mit ein paar hübschen Cafés? Nur eines bitte auf gar keinen Fall: noch eine Bäckereifiliale."
Romana Bethke (19) aus Bad Oldesloe, ist in der Berufsvorbereitung: "Ich kaufe so gut wie nichts in Bad Oldesloe ein. Es gibt hier einfach keine Läden, die mich interessieren. Die ansässigen Textildiscounter kann man vergessen. Da geht doch wirklich keiner hin.'New Yorker', 'Pimkie' oder 'H&M' wären zum Beispiel gut. Wenn es solche Filialen gäbe, kämen sicher viel mehr junge Leute nur zum Shoppen in die Stadt und sähen sich auch in den anderen Läden um. So bleibt mir nur eines: Ich fahre regelmäßig nach Lübeck oder nach Hamburg. Das ist nämlich das Tolle an der Stadt: Sie liegt so verkehrsgünstig, dass man in jede Richtung schnell weg ist von hier. Gut ist, dass ich auf dem Exer immer einen Parkplatz finde."
sul
Zu dumm zum Kühe melken, Rambos und Sensibelchen
Stormarner Tageblatt vom 29. Oktober 2008
Zu dumm zum Kühe melken, Rambos und Sensibelchen
Bad Oldesloe/rob
– Schon im Vorfeld war klar, dass die CDU den Dringlichkeitsantrag der Grünen zu Bauhof und Laub ablehnen würde. Dass die kurze Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung über dieses Thema zu einer hoch emotionalen Angelegenheit werden würde, hatte aber kaum jemand erwartet.
Die Grünen wollten eine „umgehende Stilllegung der Motorsägen und Laubpuster des Bauhofs“ und eine Einweisung der Mitarbeiter „im Einsatz manueller Technik“. Die Motor-Laubpuster, die „wie ein Phallussymbol getragen werden“, würden stinken und seien umweltschädlich, so Gerold Rahmann. Die Dringlichkeit versucht er damit zu begründen, dass „zwei Drittel der Blätter noch an den Bäumen sind“.
Das sah die CDU anders. Es sei ein „Armutszeugnis“ und die Grünen „nachhaltig begriffsstutzig“, wenn sie jetzt überrascht feststellten, dass wieder Herbst sei, so Horst Möller: „Durch solche Anträge gibt sich die Politik der Lächerlichkeit preis.“ In die gleiche Kerbe hieb Karl-Reinhold Wurch (FDP). Der Antrag hätte rechtzeitig im Umweltausschuss gestellt werden können und sei auch sachlich falsch: Nicht der Bauhof, sondern die Forstbetriebsgemeinschaft würde die meisten Bäume fällen. Und wenn die Grünen der Ansicht seien, dass Laub fegen für einen klaren Kopf sorge, sollten sie vielleicht selbst mal damit anfangen, um vernünftige Anträge zu stellen. Dieser Antrag, mutmaßte Wurch, müsse wohl beim Bier entstanden sein: „Vielleicht laden Sie mich mal ein, dann helfe ich Ihnen.“
Die Grünen wollten sich aber gar nicht helfen lassen. Entscheidend sei doch, dass der Bauhof keine Leitung habe und die „Rambos“ einfach weitermachten, setzte Uwe Stephenson noch einen drauf: „Das Spielzeug muss ihnen weggenommen werden. Der Bauhof gehört aufgeräumt.“ Was Bürgermeister Tassilo von Bary wohl endgültig auf die Palme brachte.
Die Grünen, so von Bary, würden die Mitarbeiter pauschal abqualifizieren und deren Menschenwürde mit Füßen treten, rief er ins Mikrofon. Und zu Gerold Rahmann: „Wie würden Sie denn reagieren, wenn ich sagen würde, dass die Mitarbeiter in ihren staatlich finanzierten Forschungsinstitut zu dumm sind, um Kühe zu melken.“ Aber das würde er natürlich nicht tun.
Gestern ging die Debatte über Presseerklärungen noch weiter. Er sei „irritiert“, dass von Bary den Antrag „so unsachlich und extrem emotional“ kommentiert habe, schreibt Rahmann, aber nicht auf den Antrag und die Führungsdefizite eingegangen sei. Außerdem stehe es dem Bürgermeister von Bad Oldesloe nicht zu, den Kuhstall von Trenthorst zu erwähnen. Rahmann fordert von Bary auf, den „sicher nicht beabsichtigten unsachlichen und emotionalen Ausrutscher öffentlich zurückzunehmen“.
Außerdem solle er den Bürgerworthalter über seine Pflicht zur Neutralität belehren. Mit Rainer Fehrmann war Gerold Rahmann nämlich auch aneinander geraten. Fehrmann hatte moniert, dass die Grünen den Antrag an den Bürgermeister und nicht an den Bürgerworthalter gegeben hätten, was der korrekte Weg sei. Rahmann beschwerte sich, dass Fehrmann eine Diskussion zu einem Geschäftsordnungsantrag zulasse – als solchen sah er den Dringlichkeitsantrag an.
Der Bürgerworthalter habe „als Verwaltungslaie unangemessen reagiert, indem er mehr als eine Gegenrede zugelassen“ habe, so Rahmann in einer Pressemitteilung. Und wegen der „persönlichen Aversion“ Fehrmanns gegen ihn, werde er seine Anträge auch weiterhin über den Bürgermeister der Stadt stellen.
Was natürlich eine Erklärung Rainer Fehrmanns nach sich zog, der darauf hinwies, dass „ich gerade Ihnen mehrfach in der Vergangenheit aufzeigen konnte, wer von uns beiden der Verwaltungslaie ist“. Und dass er kein Verständnis für jemanden habe, dem „für seine Kaspereien jedes Mittel recht ist“ und der dann „wie ein Sensibelchen“ reagiere.
Rolf Blase
Wenn Mitarbeiter zu dumm zum Kühe melken sind . . .
Lüber Nachrichten vom 29. Oktober 2008
Wenn Mitarbeiter zu dumm zum Kühe melken sind . . .
Laubpuster (-sauger) sind laut und vielleicht überflüssig. Doch man weiß auch, dass sie komplett harmlos sind. Dennoch entfachte dieser „neumodische Quatsch“, wie Professor Gerold Rahmann die „Blasgeräte“ bezeichnete, eine emotionsgeladene Diskussion in der Stadtverordnetenversammlung Bad Oldesloe. Sie zog noch gestern einen längeren Brief- und Telefonkontakt zwischen den Beteiligten nach sich. Und das, obwohl der betreffende Antrag nicht einmal auf die Tagesordnung kam.
Der Dringlichkeitsantrag der Oldesloer Grünen war so gestrickt, dass Karl-Reinhold Wurch (FDP) vermutete, dass bei der Abfassung wohl „Bier und Oldesloer Korn“ im Spiel gewesen sein müssten. Und seine Parteikollegin Anita Klahn beschenkte – mit den Worten „viel Spaß beim Fegen“ – den Grünen-Boss gar mit einem „Hexenbesen“ aus Reisig. Damit könne er künftig selbst zur Tat schreiten. Genau so, wie er es zuvor den Stadtverordneten empfahl.
Bis hier war die geforderte Stilllegung von Motorsägen und Laubpustern beim Bauhofs zwar zeitraubend, aber wenigstens noch ganz lustig. Doch im Antrag wurden die Mitarbeiter erneut verbal angegriffen. Rahmanns Vorwurf: Die Arbeiten des Bauhofs würden nicht immer sachgerecht, umwelt- und bürgerfreundlich geplant und durchgeführt werden.
Bäume seien unnötig gefällt worden, Belehrungen hätten nicht gefruchtet. Die Arbeiten sollten so lange gestoppt werden, bis es wieder einen Bauhofleiter gebe. (Der jetzige neue geht gerade wieder, unter anderem wegen der öffentlichen Behandlung durch die Politiker).
Grünen-Stadtverordneter Uwe Stephenson setzte mit „die Bauhof-Rambos wüten wieder“ und der Forderung, man solle ihnen „das Spielzeug wegnehmen“ noch einen drauf. Da reichte es Bürgermeister Tassilo von Bary, dass seine Mitarbeiter erneut öffentlich abqualifiziert wurden. Er warf Rahmann in scharfem Tonfall vor: „Sie treten die Menschenwürde der Mitarbeiter mit Füßen.“
Die pauschalen Vorwürfe seien das Gleiche, als wenn er behaupten würde, dass Rahmanns staatlich finanzierten Mitarbeiter auf dem Öko-Gut Trenthorst „zu dumm zum Kühemelken“ seien. In den Applaus des Publikum folgte die Ablehnung. Der Antrag schaffte es nicht auf die Tagesordnung.
Am frühen Morgen hatte Tassilo von Bary die Rahmann-Antwort im Mail-Briefkasten. „Als Bürgermeister von Bad Oldesloe steht es dir nicht zu, den „Kuhstall von Trenthorst“ zu erwähnen. Dein Kommentar war extrem emotional und sachlich unangemessen.“ Der von Rahmann ebenfalls angegriffene Bürgerworthalter Rainer Fehrmann verschickte mittags die Mail-Antwort: Auf der einen Seite sei Rahmann bei Pressepräsenz für seine Kaspereien jedes Mittel recht, auf der anderen Seite reagiere er „wie ein Sensibelchen“. sus
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 18. Oktober 2008
Von Bürgern, Schwarzkitteln und Netzwerkern
Wer fühlt sich sauwohl?
Von Rolf Blase
Zum Schwein hat der deutsche Mensch ja ein besonderes Verhältnis. Man kann Schwein haben oder ein Charakterschwein sein, man kann wie ein Schwein schwitzen oder sich sauwohl fühlen, es gibt saugut genauso wie die Sauerei, das Dreckschwein und Glücksschweine, das schweinegeile oder das Sau-Wetter.
Das Schwein taugt eben für alles, zumal es als Haus- und als Wildschwein auch noch in zwei unterschiedlichen Arten daher kommt. Die einen sieht man nicht, weil sie in Ställen versteckt werden, die anderen, weil sie sich selbst verstecken. Und das machen sie so gut, dass sie sich in den letzten Jahren immens vermehren konnten.
Leider benehmen sich die Schwarzkittel im Herbst auch wie die Wildsau. Wenn die Felder abgeerntete sind, brechen sie auf der Suche nach Essbaren die Äcker und Wiesen auf. Das ärgert die Landwirte und kann für die Jagdpächter teuer werden: Sie müssen nämlich für den Schaden aufkommen.
Da bleibt den Jägern nur eines: „Schießen, schießen, schießen“, wie es Trittaus Hegeringleiter Klaus Lorenzen formuliert. Rund 100 Schwarzkittel haben die Trittauer Jäger dieses Jahr bereits zur Strecke gebracht, insgesamt müssen es wohl 300 werden, so viele wie noch nie. Weil die Wildschweine schlaue Säue sind, machen sie es den Jägern meist saumäßig schwer, sie zu treffen. Die Schwarzkittel lieben nämlich das Schweinewetter, ihre grünberockten Verfolger hoffen dagegen auf viele helle Vollmondnächte.
Wenn das klappt, können die Jäger guten Gewissens sagen „Schwein gehabt“. Und wenn sie nicht wissen, wohin mit der Beute, sollten sie sich vielleicht mal mit den Stormarner Gastronomen zusammensetzen. Die sind doch ständig auf der Suche nach Ideen für ebenso ausgefallene wie regionale Spezialitäten. Es spricht ja nichts dagegen, dass Wildschwein viel häufiger auf der Speisekarte steht. Schließlich fühlt sich nicht nur Obelix nach gebratenen Wildschwein am Spieß sauwohl.
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Ist das Beharrlichtkeit oder Sturheit? Seit der Gründung des Oldesloer Seniorenbeirats steht ein Thema immer wieder auf der Tagesordnung: Das Fahrradfahren in der Fußgängerzone. Tagsüber sind zwar keine Radler erlaubt, aber nicht alle halten sich daran. Zugegeben: Das kann gefährlich für alle Fußgänger, vor allem Ältere und Kinder, sein. Aber von echten Unfällen hat man eigentlich nie etwas gehört. Trotzdem fordert der Beirat seit Jahren, das Radeln auch nachts zu verbieten – einfach weil man glaubt, dass diejenigen, die sich jetzt nicht an das Tagfahrverbot halten, dann gesetzestreu sein würden. Kaum verwunderlich, dass niemand ernsthaft auf den Vorschlag eingegangen ist. Weniger verständlich ist allerdings, dass auch die Bitten des Se-niorenbeirats um verstärkte Kontrollen wenig gebracht haben. Wenn das Radfahren in der Fußgängerzone so gut wie das Falsch-Parken überwacht würde, gäbe es das Problem vermutlich gar nicht.
Vielleicht sollte man aber mal in eine ganz andere Richtung denken: Störender als die vereinzelten Radler sind der Liefer- und Taxenverkehr, was der Beirat mittlerweile auch kritisiert. Wenn man Taxen und Laster schon nicht aus der Fußgängerzone verbannen kann, warum dann nicht eine „Shared Zone“ daraus machen, wie so schön neudeutsch Gebiete heißen, in denen es statt Verbotsschildern eine gemeinsame Nutzung gibt: Alle dürfen, aber alle müssen Rücksicht nehmen, vor allem die Stärkeren auf die Schwächeren.
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Zukunftswerkstatt, das war vor Jahren das Allheilmittel, um bei Planungen und Projekten die Betroffenen an den Tisch zu holen und schon im Vorfeld Konflikte möglichst auszuräumen oder zumindest Kompromissmöglichkeiten aufzuzeigen. Dass eine Zukunftswerkstatt selbst zum Konfliktfall werden kann, zeigt sich gerade in Ahrensburg. Das Plenum hat einen wesentlichen Ursprung im Protest gegen die geplante Nordtangente. Für diese Straße vom Gewerbegebiet Beimoorweg vorbei am Gartenholz nach Delingsdorf hat sich diese Woche die Wirtschaft stark gemacht. Für unverzichtbar halten WAS-Chef Norbert Leinius und VSW-Verbandsgeschäftsführer Axel Stehr die Trasse. Die Ahrensburger Firmen zahlen immerhin 24 Millionen Gewerbesteuern in die städtischen Kassen. Und die Zukunftswerkstatt: An der beteiligen sich von 30000 Einwohnern knapp 150 Menschen, 0,5 Prozent der Ahrensburger, und demokratisch legitimiert ist das Gremium auch nicht. Sowohl die Bürgermeisterin als auch die Stadtverordneten haben schon mehrfach darauf hingeewiesen, dass die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt für sie nur eine Empfehlung und nicht bindend sind. Die Frage, wozu man die Treffen und Arbeitsgruppen dann überhaupt noch braucht, ist allerdings falsch gestellt. Eine Zukunftswerkstatt hat durchaus ihren Sinn, aber sie ist eben kein Allheilmittel. Konflikte können nicht nur gelöst, sie müssen auch mal entschieden werden.
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Da war Bürgermeister Tassilo von Bary in seinem Element: Beim Treffen der Oldesloer Kulturschaffenden dirigierte und scherzte er die Teilnehmer an die Stehtische, wo lose Gruppen jeweils zehn Minuten über ein Thema diskutierten. „World Café“ nennt sich dieser Ansatz, der seine Wurzeln vermutlich im Speed-Dating hat: Beim einen wie beim anderen gibt es zwar eine klare Zielrichtung, aber man weiß nie, was dabei rauskommt. Das Konzept war aber gut geeignet, um sich kennen zu lernen und mit dem Knüpfen eines Kultur-Netzwerks zu beginnen. Das hat auch Karikaturist Götz Wiedenroth so gesehen, und Oldesloes Bürgermeister „voll in Action“ als Meister des Netzwerks gezeichnet.
Auch wenn es das viel gebrauchte Wort Netzwerk gar nicht gibt. Es ist eine wörtliche Übertragung des englischen Network, das im Deutschen einfach Netz heißt. Netzwerker: das klingt nach wichtiger Tätigkeit und richtiger Arbeit. So ein profanes deutsches Netz wird ja nur geknüpft oder gesponnen. Und Netz-Spinner – wie hört sich das denn an? Obwohl ...
Netzwerk – erste Knoten geknüpft
Stormarner Tageblatt vom 15. Oktober 2008
Netzwerk – erste Knoten geknüpft
Wie gründet man eigentlich ein Kultur-Netzwerk?
Zu Klärung dieser Frage hatte Bad Oldesloes Bürgermeister Tassilo von Bary Kulturschaffende eingeladen. Und es wurde wieder ein bunter Pinnwand-und-Blasenkärtchen-Abend.
Bad Oldesloe/ol
– Eigentlich sollte „nur“ ein Netzwerk gegründet werden, aber dann standen da doch wieder drei Pinnwände im Rathaussaal. Blasenkarten, dicke Marker – da bekamen einige schon die Krise. Aber Bürgermeister Tassilo von Bary lief zur Hochform auf: Ein kesser Spruch hier, dort etwas dirigierend eingreifend, und schon gingen die Debatten los. „World Café“ nennt sich dieser Ansatz in Moderatorenkreisen, wenn verschiedenen Menschen von Tisch zu Tisch wandern müssen, um dort jeweils zehn Minuten eine bestimmte Fragestellung zu diskutieren. So wie Speed-dating – nur anders.
Genau wie bei dem Verabredungs-Turbo stand am Ende dieses Abends auch ein Termin für ein nächstes Treffen: Am Montag, 8. Dezember, soll die Planung für ein Kulturnetzwerk in die nächste Runde gehen.
Drei Fragen hatte der Verwaltungs-Chef an die Wände geschrieben:
[] Warum brauchen wir ein Kultur-Netzwerk?
[] Wie sollte es beschaffen sein?
[] Was muss getan werden, damit es auch nachhaltig ist?
Das Warum stellte sich eigentlich gar nicht, denn dass ein Netzwerk im Kulturbereich fehlt, war bereits an verschiedenen voraus gegangenen Abenden herausgearbeitet worden. Jetzt sollte es auf Einladung des Bürgermeisters los gehen. Folglich standen auf der ersten Pinnwand keine wirklichen Neuigkeiten: Abstimmung von Terminen, einander kennen lernen, Werbung bündeln oder gemeinsame Aktionen wurden da genannt. Fazit von Tassilo von Bary: „Der Bedarf ist damit dargestellt“, aber das war ja schon vorher bekannt, schließlich waren die etwa 35 Teilnehmer nicht gekommen, um das Ob zu diskutieren, sondern um ein Netzwerk zu gründen.
Die zweite Runde wurde dann schon konkreter: Ein Koordinator werde benötigt, eine Bestandsaufnahme muss her, Anknüpfungspunkte zu Geschäftsleuten und Verwaltung müssen gefunden werden, Geld muss auch da sein, dafür wird ein Fonds benötigt.
Kontrovers wurden Fragen diskutiert, ob eine haupt- oder ehrenamtliche Kraft besser sei. Macht es mehr Sinn, eine feste Anlaufstelle zu haben oder sollten nicht lieber abwechselnde Besuche bei den jeweiligen Einrichtungen organisiert werden? Wahrscheinlich wird von beidem etwas benötigt. Der Übergang zur Frage der Nachhaltigkeit ist nahtlos, es gibt sogar Überschneidungen: Geld, Räume, Ansprechpartner – aber auch Ideen wie ein jährliches Kulturfest und große Plenumstreffen.
Bürgermeister von Bary will nun prüfen lassen, ob auf der Internetseite der Stadt schnell ein virtueller Raum für ein Kulturnetzwerk geschaffen werden kann. Zur Finanzfrage brachte er den Gedanken einer Stiftung ins Spiel, um das Netzwerk auf Dauer unabhängig von der städtischen Liquidität zu machen. Andreas Olbertz
Nächstes Treffen ist am Montag, 8. Dezember, 19 Uhr im Rathaussaal.
„Hesburger“ zieht an die Hamburger Straße
Stormarner Tageblatt vom 15. Oktober 2008
„Hesburger“ zieht an die Hamburger Straße
Bad Oldesloe/ol
– Wenn das nicht für zusätzliches Leben in der Innenstadt sorgt: In die Räume des ehemaligen Pinocchio an der Hamburger Straße zieht Hesburger ein. Die Bemühungen von Politik und Verwaltung, dort eine Spielhalle zu verhindern, sind damit offenbar von Erfolg gekrönt und ein großer Leerstand wird mit Leben gefüllt. Mitte November soll Eröffnung sein.
Hesburger? Da war doch was? Richtig. In der ehemaligen Meierei hinter der Bahnunterführung am Pölitzer Weg ist bereits eine Filiale der skandinavischen Fast-Food-Kette. „War“ muss man wohl besser sagen, denn der Laden ist seit einigen Tagen geschlossen. Die Nutzer des Space-Center scheinen alle ausgeflogen zu sein. Betreiber Derek Bull streitet jedenfalls mit seinen Vermietern vor Gericht. „Es war ein Gesamtkonzept vorgesehen – Bowlingbahnen, Kindertheater, Billard-Café und eine Disco in der Industriestraße.“ Mit diesen Einrichtungen als Umfeld hätte sich das Burger-Restaurant rechnen können. „Dann wären wir nicht von Laufkundschaft abhängig gewesen“, so Bull. Einzig das Billard-Café war eröffnet worden, soll aber nach kurzer Zeit schon wieder seine Pforten geschlossen haben. Alles andere war wohl nichts mehr als kühne Visionen. Das blühende Leben ist in den Industriebau jedenfalls nie so wirklich eingezogen – damit wurde auch der Fast-Food-Betrieb unrentabel.
„Wir haben aber in Oldesloe so viel Zuspruch erfahren, dass wir die Stadt als Standort nicht aufgeben wollten.“ Also guckte sich Derek Bull, der auch auf der Reeperbahn und in deren Umfeld bereits Hesburger-Läden betreibt, nach neuen Geschäftsräumen um. An der Hamburger Straße wurde er fündig. 32 Sitzplätze sind in dem Restaurant geplant, es wird eine Kinderecke geben und zusätzlich einen Lounge-Bereich, „wo die Leute gemütlich sitzen können“, so der Geschäftsführer. Die Lage ist strategisch günstig: Einerseits direkte Innenstadt am Ende der Fußgängerzone, andererseits das Schulzentrum einen Steinwurf entfernt. Wenn sich da mal nicht eine starke Konkurrenz für die Schul-Mensa entwickelt ...
Die Kurpark-Sanierung hat begonnen
Stormarner Tageblatt vom 14. Oktober 2008
Die Kurpark-Sanierung hat begonnen
Noch bis Ende November wird im Oldesloer Kurpark gearbeitet. Der Hauptweg wird saniert.
Bad Oldesloe/ol
– Was wurde das Thema heiß diskutiert – und jetzt wird ganz kühl gebaut. Im Kurpark regieren zurzeit die Bauarbeiter mit Baggern und Frontladern. Der Hauptweg wird saniert. Die Arbeiten haben im Bereich Salzteich begonnen. Die alte Treppe ist bereits weg, die zukünftige Rampe schon zu erahnen. Steinsetzer sind momentan dabei, auf der einen Seite Begrenzungssteine zu setzen. Sie sollen dem Weg später den nötigen Halt geben. Auf die andere Seite kommt eine Rinne, um Regenwasser abzuleiten. Vorarbeiter Ralf Below schätzt, dass diese Arbeiten in etwa zwei Wochen beendet sind, dann wird der Weg in zwei Abschnitten jeweils komplett gesperrt. Erst der Bereich vom Salzteich bis etwa zum Spielplatz, anschließend das restliche Ende.
Drei bis fünf Zentimeter der obersten Lage müssen abgetragen werden. Sie werden durch eine Tragschicht aus Betonrecycling sowie eine neue Deckschicht ersetzt. Die Arbeiten werden voraussichtlich bis Ende November andauern. „Ein paar Schlechtwettertage haben wir da schon einkalkuliert“, erklärt Bauamts-Chef Rolf Steinhoerster.
Um die Sanierung des Wegs war kurz vor der Kommunalwahl ein heftiger Streit entbrannt. Die CDU hätte am liebsten den Weg komplett pflastern lassen, obwohl das von der Unteren Naturschutzbehörde nicht genehmigt worden wäre. Zudem hätten die Arbeiten nicht professionell ausgeführt werden können. In der Konsequenz wäre keine Gewährleistung gegeben worden. Als dann die SPD den Kurpark Weg plakativ mit 500-Euro-Scheinen und Parolen pflasterte, lenkten die Christdemokraten ein. Nach der Kommunalwahl war die Fraktionsspitze der Ansicht, der Kurpark habe die Partei einen Sitz gekostet. Die Stadt wird die Wege-Sanierung voraussichtlich 125 000 Euro kosten. Diese Summe war seinerzeit jedenfalls bewilligt worden und nach Auskunft von Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster, reichen die zur Verfügung stehenden Mittel aus. Andreas OLBERTZ
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 11. Oktober 2008
Neue Variante des PPP-Modells
Pinkel-Protz-Palast
Andreas Olbertz
Am Montag um 19 Uhr soll das Kulturnetzwerk im Rathaussaal gegründet werden. Bürgermeister Tassilo von Bary rührt ordentlich die Werbetrommel – kann man nicht anders sagen. Gestern verschickte er noch mal eine Erinnerungs-Mail. Im Verteiler: zehn Politiker, 13 Verwaltungsmitarbeiter plus zwei externe Berater von Contence und doch noch 22 Kulturschaffende.
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Nein, zurzeit habe er keinen Kontakt zu Minimax räumte Bürgermeister Tassilo von Bary auf Nachfrage im Wirtschaft- und Planungsausschuss ein. Hans-Hermann Roden von der SPD hatte sich nämlich darüber geärgert, dass Minimax-Mitarbeiter der Politik vorwerfen, sie würde Arbeitsplätze gefährden. Dabei seien längst alle Beschlüsse gefasst und der Bürgermeister habe sich trotzdem nicht genötigt gesehen, das klar zu stellen? Inzwischen hat sich auch der Finanzausschuss des Themas noch mal angenommen. Dort wurde den Politikern erklärt, dass derzeit bedingt durch die angespannte Verhandlungssituation und die Darstellung in der örtlichen Presse kein Kontakt zur Firma Minimax besteht. Die böse Presse ist also wieder Schuld. Irgendwie hört sich das an, als wenn jemand seinen Kopf aus dem Bürofenster gesteckt hat, dann merkt, dass die Sonne grade nicht scheint und sich wieder hingelegt hat.
Es ist ja nicht so, dass jetzt Minimax im Regen steht. Norbert Leinius, Chef der WAS, hält den Kontakt, führt die Gespräche und müht sich um die Klärung der Grundstücksfrage. Warum das nicht in der Vorlage steht, wird ein Geheimnis der Verwaltung bleiben.
Der Finanzausschuss hat beschlossen, dass der Bauhof das Gelände schnellstmöglich räumen soll. Ein klareres Bekenntnis zu einer Minimax-Erweiterung kann es nicht geben. Wollen wir hoffen, dass die Stadt jetzt nicht auf Millionenkosten sitzen bleibt und uns Minimax die lange Nase zeigt.
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Man stelle sich mal vor, der Bauhof wäre nicht der Bauhof, sondern ein Privatunternehmen, an der Industriestraße hätte beispielsweise ein Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen seinen Sitz. Und dann kommt der Nachbar und fragt, ob er dieses Gelände nicht zwecks Expansion abkaufen könne. Was macht der GaLa-Chef dann? Er fängt an zu rechnen: Neues Grundstück, neuer Firmensitz, Umzugstrouble. Das macht Summe X. Okay, dann habe ich alles nagelneu, also ziehe ich was ab. Und dann muss der Nachbar entscheiden, ob er bereit ist, diesen Preis zu zahlen. Fragt man die Vorsitzende des Finanzausschusses, Birgit Reichardt-Mewes, warum die Stadt nicht so mit Minimax verhandelt, holt sie erst mal tief Luft. „Ja doch, so könnte man das sehen“, antwortet sie bedächtig, um dann mit einem Killersatz aufzuwarten: „Aber was passiert, wenn ein Einzelner versucht, aus seiner Situation das bestmögliche heraus zu holen, sehen wir ja am Trave-Center.“ Treffer und versenkt. Der Magnet für die Innenstadt kommt nicht, weil die Investoren nicht genügend Mieter zusammen bekommen. Er kommt aber auch nicht, weil ein Einzelner nicht bereit ist, aus seinem langfristigen Pachtvertrag auszusteigen. Ja, sowas sollten wir tunlichst vermeiden.
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180 000 Euro für eine öffentliche Toilette. Mein Gott, dafür bauen andere ein ganzes Haus und Oldesloe will sich für den Preis ein Klo kaufen? Wir haben ja sonst keine Probleme. Die Stadt Lebach hat sich ein Toilettenhäuschen für 300 000 Euro geleistet und landete damit prompt im Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes. So gesehen wird unser Klo ja ein wahres Schnäppchen. Aber warten wir mal ab bis die Schlussrechnung vorliegt.
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Da hat die Stadt für viel Geld eine Sportenwicklungsplanung in Auftrag gegeben. Jeder weiß, in ein paar Monaten bekommen wir ein dickes Konzept auf den Tisch – und trotzdem haut der Sozialausschuss vorher noch die Millionen raus, um marode Umkleiden zu sanieren. „Das ist Sanierungsstau, das muss sowieso gemacht werden“, wird argumentiert. Naja ... wenn man sich anhört, was die Gutachter zu sagen hatten, dann muss einem schon klar geworden sein, dass das klassische Stadion, wie wir es bislang haben, ein Auslaufmodell ist. Und da wäre es vielleicht sinnvoll gewesen, etwas abzuwarten und nachzudenken,bevor mit viel Geld Einrichtungen, die nicht zukunftsfähig sind, zementiert werden.
Friedhofskonzept für 800 000 Euro?
Stormarner Tageblatt vom 11. Oktober 2008
Friedhofskonzept für 800 000 Euro?
Ein Entwurf des Bauamts sieht eine Sanierung des alten Friedhofs für 800 000 Euro vor. Vor einem Beschluss wird auf Förderzusagen gewartet.
Bad Oldesloe/ol
– Das war eine Sitzungsvorlage, der man anmerkte, das viel Arbeit drin steckte. Auf mehreren Seiten hatte Giesela Drees-Schumacher den Mitgliedern des Planungsausschusses die Geschichte des historischen Friedhofs dargelegt und Möglichkeiten aufgezeigt, wie die Anlage zwischen Bahnhofstraße und Berliner Ring saniert werden könnte. Der Grüne Uwe Stephenson begeistert: „Das hat mal richtig Spaß gemacht, das zu lesen.“
Ob in der Endabrechnung jeder begeistert war, darf getrost angezweifelt werden, denn die von der Planerin vorgeschlagenen Maßnahmen summieren sich unterm Strich auf satte 801 000 Euro. Und da zog Hans-Hermann Roden ganz schnell die Notbremse. Der Ausschuss hatte zwar nichts zu beschließen, sollte das Papier aber zustimmend zur Kenntnis nehmen. Und das wollte der Sozialdemokrat nun partout nicht: „Zur Kenntnis nehmen ja, aber nicht zustimmende. Wer weiß, was da später wieder draus gemacht wird.“ Uwe Stephenson in seiner Euphorie regte an, doch wenigstens „anerkennend“ zur Kenntnis zu nehmen – wie es dann auch beschlossen wurde.
Der alte Friedhof wurde 1824 als „Neuer Friedhof“ vor dem Besttor angelegt. Ursprünglich war die Anlage von einem Wege-Kreuz in vier Quadranten geteilt. Ausgehend vom Eingangstor befanden sich links unten Familiengräber, links oben einfache Gräber von Städtern. Der rechte Teil war für Dorfbewohner vorbehalten – nicht gemischt, sondern steng nach Orten getrennt. 1921 wurde von einem Lübecker Gartenkünstler das Ehrenmal mit Rotunde zum Gedenken der Toten des Ersten Weltkriegs eingeweiht. Später wurde das Areal um eine Kriegsgräberstätte mit den Gefallenen des Zweiten Weltkriegs erweitert. In fünf Grüften von zwei Massengräbern liegen am östlichen Rand die meisten Opfer des Bombenangriffs vom April 45. 1954 wurde die Figur der Trauernden errichtet.
Einerseits handelt es sich um eine zentral gelegene Grünanlage, andererseits um einen Friedhof und eine Stätte des Gedenkens, die zudem seit 1980 unter Denkmalschutz steht. Und genau an dem „Konflikt“ entwickelte sich schnell eine lebhafte Diskussion. Hans-Hermann Roden glaubt nicht, dass eine historische Rekonstruktion angenommen wird: „Wenn wir da unser stures Kreuz hinmachen, haben wir schnell wieder Trampelpfade.“ Bestes Beispiel ist der ehemalige Aufgang aus dem Heiligen Geist. Mit viel Aufwand versucht die Stadt die Nutzung zu verhindern, doch immer wieder bahnen sich Menschen ihren Weg.
Rodens Fraktionskollegin Dr. Tamara Thiesen vertrat eine ganz andere Ansicht: „Das muss Teil des Bewustseins werden.“ Das sei nicht unbedingt über Schautafeln zu erreichen. Schnell hatte sie Visionen entwickelt, wie Schüler über Forschungsprojekte für die Gräber begeistert werden könnten. „Dass da Hunde ausgeführt werden, finde ich ganz entsetzlich“, kritisierte sie. Außerdem hielt sie den Bauhofmitarbeitern vor, für Teile der Zerstörung verantwortlich zu sein, weil sie mit ihren schweren Fahrzeugen regelrecht über die Anlage „pflügen“ würden.
Der Lieberale Frank Fiedler provozierte mit einer Radikalposition: „Ich hätte kein Problem mit einem Spielplatz da oben. Nur dann wird auch der Teil mit den Kriegsgräbern wahr genommen.“ Unbewusst rannte er damit bei Giesela Drees-Schumacher offene Türen ein. Ihr schwebt nicht unbedingt ein Spielplatz vor, aber eine Anlage mit Blüten-, Duft und Tastgärten.
Die Sanierung des Historische Friedhofs könnte mit Mitteln aus dem Stadtumbau gefördert werden. Die Anträge sind gestellt. Trotzdem mahnte Siegfried Wobig (CDU) zur Gelassenheit: „Ich meine, wir sollten nicht auf Wolke 7 abheben. Wir sollten abwarten, wie der Bescheid aus Kiel aussieht.“
Andreas Olbertz
High-Tech-Klo für 180 000 Euro am ZOB ?
Stormarner Tageblatt vom 10. Oktober 2008
High-Tech-Klo für 180 000 Euro am ZOB ?
Auch ohne die Planung für die Neugestaltung
des ZOB abzuwarten, könnte im nächsten Jahr ein Luxus-Klo an der Hagenstraße aufgestellt werden. Kostenpunkt: 180 000 Euro.
Bad Oldesloe/ol
– Da hatte die CDU gut aufgepasst und im Haushaltsentwurf, der jetzt im Planungsausschuss diskutiert worden ist, einen ungewöhnlichen Posten entdeckt: „Bedürfnisanstalten WC-Anlage Hagenstraße“. 180 000 Euro sollen dafür im kommenden Jahr ausgegeben werden.
Siegfried Wobig wunderte sich: „Wir brauchen dringend eine öffentliche Toilette, aber bislang hieß es immer, die kommt erst im Rahmen der ZOB-Umgestaltung.“ Der Busbahnhof taucht im Haushalt allerdings nicht auf, denn der soll erst angefasst werden, wenn das Verkehrsgutachten vorliegt und klar ist, welche Schlüsse daraus zu ziehen sind. Eventuell ergeben sich nämlich gänzlich neue Erfordernisse für einen ZOB wenn der Busverkehr in der Stadt neu geordnet wird.
An dieser Sichtweise hat sich auch nichts geändert, erläuterte Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster. Das neue Klo ist aber gewissermaßen ein kleines Wunderding. Es reinigt sich selbstständig, ist Vandalismus resistent.
„Dafür können wir auf dem Parkplatz einen Standort finden. Wenn der später nicht mehr passt, weil die Planung etwas Neues ergibt, kann man das Ding an den Haken nehmen und umsetzen“, erklärt Steinhoerster. Dann brauche man nur neue Leitungen zu verlegen.
In Lübeck steht das neue Wunderklo bereits. 100 Benutzungen am Tag, knapp 40 000 im Jahr – da rentiert sich der Betrieb für einen privaten Betreiber. Der Bauamts-Chef wertet diese Zahlen als ein Beleg für die Leistungsfähigkeit der Technik. Oldesloe wird diese Nutzungsfrequenz allerdings nicht vorweisen können. Deshalb rechne sich die Aufstellung für das Unternehmen nicht. Trotzdem würde die Firma der Stadt so ein Klo vermieten. 30 000 Euro jährlich, Mindestmietdauer zehn Jahre. Alternativ könne die Stadt auch eine Anlage kaufen – Kostenpunkt 180 000 Euro.
Vergangenes Jahr wurden die Kosten für eine Toilette noch mit 100 000 Euro beziffert. Es ist ja nicht so, dass Oldesloe keine Bedürfnisanstalten hätte. An der Hude gibt es Toiletten, die aber wegen Vandalismus ständig geschlossen sind. Juristische Fallstricke machen es leider nicht möglich, dass dort die Mitarbeiter des benachbarten Subway einen Blick drauf haben. Zulässig ist nämlich nur eine öffentliche Toilette. Die müsste dann rund um die Uhr geöffnet sein. Muss man sich aber vor dem Pullern einen Schlüssel im Schnellimbiss holen, handelt es sich um eine Toilette für die Öffentlichkeit – und das sieht der Mietvertrag nicht vor. Ähnlich ist die Situation in der Hagenstraße. Auch dort gibt es hinter einem kleinen Restaurant Toiletten für die Öffentlichkeit – aber eben nur, während der Öffnungszeiten. Das sorgt für Unmut. Andreas Olbertz
Schneller Bauhof-Umzug beschlossen
Stormarner Tageblatt vom 10. Oktober 2008
Schneller Bauhof-Umzug beschlossen
Finanzausschuss macht vorsorglich Weg für Minimax-Erweiterung frei
Bad Oldesloe/ol
– Der Streit um die Erweiterung von Minimax hat die Oldesloer Politik doch mächtig angefressen. Denn sie hatten alle Beschlüsse gefasst und sahen sich deshalb kürzlich bei einer Demo der Mitarbeiter zu Unrecht an den Pranger gestellt.
Jetzt stand das Thema auf der Tagesordnung im nichtöffentlichen Teil des Finanzausschusses und dort wurde Bürgermeister Tassilo von Bary mit Aufträgen eingedeckt. „Was uns da vorgelegt worden ist, war einfach unausgegoren“, klagt Sven Seligmann von der SPD: „Wir haben den Bürgermeister beauftragt: Such’ für den Bauhof schnellstmöglich einen anderen Platz.“ Ausschussvorsitzende Birgit Reichardt-Mewes von der CDU drückt es etwas blumiger aus: „Der Bauhof liegt zwischen zwei großen Konzernen. Da verdünnisiert sich die Stadt am besten. Wenn wir da jetzt blitzartig weg gehen, erwarten wir natürlich auch, dass sich der Verhandlungspartner in Bewegung setzt.“ Im Klartext: Jetzt ist Minimax mit einem Bekenntnis am Zug.
Die Verhandlungen mit Minimax führt Norbert Leinius von der WAS. Der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn gehört auch das anvisierte Zielareal – der Sandkamp. Um dort einen neuen Bauhof realisieren zu können, könnte eine europaweite Ausschreibung nötig werden. Sven Seligmann: „Dann hätten wir lange Fristen zu beachten. Wir wollten aber sofort Klarheit und haben uns deshalb für eine Zwischenlösung ausgesprochen – auch wenn das Zusatzkosten verursacht.“ Gerüchteweise sickerte durch, dass das Gelände von Schoer&Bollow am Moordamm für diese Übergangslösung eventuell in Frage kommen könnte.
Die Kosten für einen Neubau werden auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Heiko Vosgerau (FDP): „Auch der alte Standort hätte erheblichen Investitionsbedarf verursacht.“
Am Masurenweg gibt’s was aufs Dach
Stormarner Tageblatt vom 10. Oktober 2008
Am Masurenweg gibt’s was aufs Dach
Der Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe hat ein Verfahren gestartet, um zukünftig auch Satteldächer zulassen zu können.
Bad Oldesloe/ol
– Am Masurenweg in Bad Oldesloe, gegenüber den Hochhäusern, stehen Bungalows. Eigentlich eine klare Angelegenheit, denn der Bebauungsplan macht klare Vorgaben: Jeweils drei Häuser stehen versetzt zueinander in einer Reihe. Das Flachdach ist vorgeschrieben. So ergibt sich eine städtebauliche Ordnung.
Alles wäre wunderbar, wenn nicht ein Haubesitzer den Antrag gestellt hätte, sein Haus um ein Satteldach aufstocken zu dürfen. Er hat Gespräche mit seinen Nachbarn geführt – sieben von zehn hätten keine Bedenken. Daraufhin ist die Verwaltung tätig geworden und hat dem Planungsausschuss eine Änderung des B-Plans vorgeschlagen.
Das wäre wahrscheinlich relativ unspektakulär abgehandelt worden, wenn nicht die SPD-Fraktion vor der Sitzung bei den Betroffenen Zettel verteilt und sie auf eventuell bevorstehende Änderungen hingewiesen hätte. Siehe da: Plötzlich waren die Besucherplätze gut gefüllt und Jürgen Zschiegner ergriff das Wort. Er wetterte in einem Rundumschlag gegen jedwede Änderung und stellte beispielsweise in Frage, ob die vom Antragsteller gesammelten Unterschriften rechtsgültig seien. „Einige sind doch über den Tisch gezogen worden“, unterstellte Zschiegner. Er konstruierte ein Horrorszenario, dass die Querschnitte der Abwasserleitungen nicht mehr ausreichten, wenn in dem Gebiet mehr gebaut werden könne. Neue Leitungen müssten die Anlieger bezahlen, die sich dafür verschulden würden, in den Hochhäusern stiegen die Mieten um 15 Prozent. Zschiegner kündigte vorsorglich an, mit „Haus und Grund“ gegen die Änderung klagen zu wollen.
Er brachte allerdings auch nachvollziehbare Kritik: Höhere Dächer bedeuten Schattenwurf, bessere Einsehbarkeit der Nachbargrundstücke und damit Wertverlust sowie Nachbarschaftsstreitigkeiten. Ob er für mehrere Masurenwegler spricht, blieb unklar.
Ulrich Langenberg von der Planungsabteilung der Stadt hatte angeregt, eine textliche Festsetzung zu ändern und damit Flachdächer mit Winkeln zwischen 25 und 45 Grad zuzulassen. Außerdem sollte die Möglichkeit geschaffen werden, über Ausnahmeregelungen auch Überschreitungen der festgeschriebenen Baugrenzen zuzulassen.
Im Ausschuss gab es daraufhin eine lebhafte Diskussion. Zumal der Antragsteller Volker Pries deutlich machte, dass er nur eine Dachneigung von 35 Grad beantragt habe. Die Stadt aber bis auf 45 Grad hoch gehen will. Der kleinere Winkel, begründete Langenberg die Ausweitung, reiche in der Praxis oftmals nicht aus, um das Dachgeschoss sinnvoll zu nutzen.
Die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass die Anwohner mittlerweile für das Thema sensibilisiert sind. Deshalb könne in das Änderungsverfahren eingestiegen werden und die Bedenken und Anregungen anschließend abgewogen werden. Allerdings soll die Dachneigung von vornherein auf maximal 35 Grad begrenzt werden.
Andreas Olbertz
Minimax-Erweiterung: Stadt räumt alle Hindernisse
Lübecker Nachrichten vom 10. Oktober 2008
Minimax-Erweiterung: Stadt räumt alle Hindernisse
Bad Oldesloe – Bad Oldesloe macht jetzt mit Hochdruck den Weg frei für eine Erweiterung der Firma Minimax. Im Finanzausschuss fiel der einstimmige Beschluss zur Verlagerung des städtischen Bauhofes.
Bürgermeister Tassilo von Bary begrüßte diesen Beschluss. Bereits heute hat er ein erstes Gespräch zur Verlegung. Es wird jedoch eine Zwischenlösung sein. Denn auf die Schnelle lässt sich ein Neubau, der im Sandkamp angesiedelt werden soll, nicht realisieren. Ziel ist es, die Voraussetzung für die gewünschte Firmenerweiterung bis zum Ende des Jahres zu schaffen.
In der Verwaltung wird derzeit an der notwendigen Änderung des B-Plans gearbeitet. Jeden Tag wartet der Bürgermeister auf das biologische Gutachten und das wasserrechtliche Gutachten, die beide von der Stadt in Auftrag gegeben wurden. Dann muss als letztes noch das Gutachten für den Grundstückswert neu erstellt werden. Da fließen dann der Abriss der Gebäude und die Verlegung des Grabens mit ein. Sie verringern den Grundstückspreis entsprechend, der bisher per Gutachten auf 680 000 Euro festgelegt war. Die Firma wollte 275 000 Euro für das Grundstück an der Industriestraße bezahlen.
Braucht Bad Oldesloe wirklich einen Streetworker? Die SPD jedenfalls ist davon überzeugt. Deshalb stellte sie jetzt im Finanzausschuss der Stadt spontan einen Antrag auf Einrichtung einer Vollzeitstelle ab Jahresbeginn. Doch er wurde mit 5:4 Stimmen abgelehnt.
Als Begründung hatte die SPD angeführt, dass sich an einigen Stellen in Bad Oldesloe – Hude, Bahnhof, Parkhäuser – Heranwachsende, Migranten und Obdachlose versammeln würden. „Leider wird von diesem Personenkreis auch durch Alkohol-Verzehr, Graffiti, Betteleien und Vandalismus die Atmosphäre in der Stadt beeinträchtigt. Damit sind erhebliche Kosten für die Stadt verbunden“, heißt es in dem SPD-Antrag.
Durch moderne Methoden der Sozialarbeit bestehe die Möglichkeit, diesen Mitbürgern wirksam zu helfen und die negativen Folgen wie beispielsweise Vandalismus, Kleinkriminalität und Drogen zu mindern.
Mit dem Antrag auf zwei weitere Vollzeitstellen für die Schulsozialarbeit zum Beginn des Jahres scheiterte die SPD derzeit ebenso. Der Antrag auf Einstellung eines Umweltingenieurs soll erst später behandelt werden (Haushaltssitzung am 18. November). Diese Stelle kann im Zusammenhang mit dem Klimaschutzprojekt zu 80 Prozent bezuschusst werden. Doch zunächst einmal muss der Förderantrag für die Maßnahme gestellt werden.
Von Susanna Fofana
Viele Vereine, aber auch viel Egoismus
Stormarner Tageblatt vom 9. Oktober 2008
Viele Vereine, aber auch viel Egoismus
Drei Stunden dauerte allein der erste Abend – und die Arbeit kommt erst noch. Trotzdem haben sich die Teilnehmer durchweg positiv zum Start der Sportstättenplanung in Bad Oldesloe geäußert.
Bad Oldesloe/ol
– Na also, es geht doch: Die Stadt hatte zur Auftaktveranstaltung zum Sportentwicklungskonzept eingeladen, die Vereinsvertreter kamen in Scharen – und sie gingen auch zufrieden wieder nach Hause.
Schon die große Riege der Teilnehmer macht deutlich: Die Kreisstadt hat ein sehr vielfältiges Sportangebot, da ist weit mehr als die großen drei VfL, FFC oder SC Union. Neben zahlreichen Vereinen gibt es gewerbsmäßige Anbieter, Schulen, ja sogar die Kindergärten beschäftigen sich mit Sport und bringen sich in das Gutachten mit ein.
Die beauftragten Sportwissenschaftler haben bereits eine Umfrage gestartet. Ein knappes Drittel der Fragebögen ist zurück gekommen. Demnach betrachten sich etwa 63 Prozent der Oldesloer als „sportlich aktiv“. Mit diesem Wert sei die Stadt „ganz gut dabei“, so Gutachter Stefan Eckl. Weit oben auf der Liste der Aktivitäten stehen Radfahren (67,5%), Schwimmen (33,4%) und Jogging (31,3%). Als erster klassischer Vereinssport folgt Fußball (9,7%) erst auf dem achten Platz. Dementsprechend organisieren auch mehr als die Hälfte der Aktive ihren Sport selber, lediglich 18,6 Prozent sind Mitglied in einem Verein. Mit 6,7 Prozent folgen die gewerblichen Anbieter. Alles Zahlen, so die Experten, die sich durchaus im üblichen Rahmen bewegen.
Ungewöhnlich sind dafür andere Werte. Im Betrachtungszeitraum von 2003 bis 2008 hat die Zahl der Sportvereine zwar zugenommen, die Mitgliederzahl ist aber Rückläufig: Minus neun Prozent. Das sei ein „stark ausgeprägter Trend“, denn im Landesdurchschnitt hätten die Vereine nur drei Prozent verloren. Dabei gibt es in der Einzelbetrachtung gravierende Unterschiede: Der FFC ist mit einem Plus von 86 Prozent quasi explodiert, während Union seine Mitgliederzahl fast halbiert hat. Fußball als Sportart hat 5,5 Prozent an Aktiven verloren. Zu den Gewinnern zählen Schach (45 Prozent) und Radsport (32,3).
Die Umfrage hat ergeben, dass die Oldesloer den baulichen Zustand ihrer Sportanlagen deutlich schlechter einschätzen als dies in anderen Städten üblich sei.
Als Fazit brachte es Stefan Eckl auf die Formel: „Wir werden weniger, älter, weiblicher und internationaler.“ Prognosen gingen beispielsweise davon aus, dass sich der Anteil der über 80-Jährigen in den kommenden zehn Jahren verdoppeln werde.
In Kleingruppen waren die Veranstaltungsteilnehmer gefordert, Stärken und Schwächen von Oldesloe heraus zu arbeiten und zu gewichten. Demnach rangieren die Freiflächen und das viele Grün auf der Habenseite deutlich vorne. Ehrenamtliches Engagement wird ebenfalls hoch bewertet. Die Angebots-Vielfalt rangiert an dritter Stelle. Bei den Schwächen liegt der bauliche Zustand der Anlagen deutlich vorne, gefolgt von Kritik an den Belegungsplänen von Hallen sowie Freiflächen und der Kooperation mit Verwaltung und Politik. Aber auch Punkte wie die Zersplitterung von Vereinen und Egoismus wurden genannt, Überbeanspruchung attraktiver Plätze und zu wenig Sportunterricht.
Andreas Olbertz
Stimmen
Rainer Fehrmann (CDU) Bürgerworthalter:„Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass Politik so schlecht bewertet wird, wo wir doch in den vergangenen Jahren sehr viel in Sportstätten investiert haben. Es ist gut, dass alle an einem Tisch sitzen. Das brauchen wir in anderen Bereichen auch.“
Peter Stoltenberg (SPD): „Es ist herausgekommen, dass Vernetzung fehlt und durch die Art, wie die das aufgezogen haben, wurde gleich der erste Schritt in diese Richtung gemacht. Für einen Start war das eine spannende Sache, aber es kommen bestimmt noch die schwierigeren Themen.“
Thomas Heimann (FFC): „Wir haben alle die gleichen Infos, alle das gleiche Anliegen und sitzen alle an einem Tisch. Die Stimmung war konstruktiv, ein guter Anfang.“
Walter Albrecht (Union): „Ich bin mit gemischten Gefühlen hin und begeistert nach Hause gegangen. Von den Daten bin ich schwer beeindruckt. Ich werde das für unseren Club weiter begleiten.“
Horst Rohde (VfL): „Ich fand das Auditorium zu groß, aber als Auftakt war es nicht schlecht. Ich bin gespannt, ob das später auch von der Politik umgesetzt wird.“
Anita Klahn (FDP): „Das war eine tolle Veranstaltung. Es ist was Effektives dabei raus gekommen: Die Vereine sprechen miteinander. So was hätte ich mir für den Kulturbereich auch gewünscht.“
Bernd Neppeßen (VCB): „Ich stehe der Sache sehr positiv gegenüber. In der Vergangenheit ist falsch in Sportstätten investiert worden, das war Lobbyismus pur. Wenn es jetzt nicht klappt, wird es nie mehr was.“ (ol)
Oldesloes Sport auf dem Prüfstand

- Sportwissenschaftler Wolfgang Schabert erläutert die Veränderungen in unserer Gesellschaft
Lübecker Nachrichten vom 9. Oktober 2008
Oldesloes Sport auf dem Prüfstand
Bad Oldesloe - Das Projekt kann bahnbrechend für Stormarn sein: Oldesloe will mit schonungsloser Analyse des Sports, der Einbindung aller Bereiche eine Sportentwicklungsplanung auf den Weg bringen, die den Anforderungen der Zukunft gerecht wird.
Mitten in der Stadt an Beste und Trave gibt es eine bedarfsorientierte Sport-, Spiel- und Freizeitanlage. Diese vielfältig nutzbare Fläche ist Begegnungsstätte für alle Altersgruppen und unterschiedlichste Interessen. Attraktionen und aktive Bewegungsmöglichkeiten bietet die Fläche für alle Bewohner – vom Kleinstkind bis zu den Senioren. Es ist ein Bewegungsraum entstanden, der sich an den Bedürfnissen aller sowie den Neuentwicklungen des Sports orientiert. Ein Traum?
Noch gibt es diese Anlage nicht, diese Anlaufstelle für alle könnte aber – wie der ausgezeichnete JahnPark in Bad Hersfeld – entstehen.
Viel hängt davon ab, wie die Sportentwicklungsplanung von den relevanten Vertretern vorangetrieben wird. Diese kommen aus den Vereinen, Schulen, Kindertagesstätten, Politik und Verwaltung. Zur Auftaktveranstaltung waren rund 50 Bürger in die Festhalle gekommen, um eine Analyse des Sportstandortes Bad Oldesloe vorzunehmen. Zuvor stellten die Sportwissenschaftler Dr. Stefan Eckl und Wolfgang Schabert das Projekt vor und gaben einen Überblick. Ihr Institut ist von der Stadt beauftragt, das Projekt zu lenken.
Es geht darum, Antworten zu finden auf die Herausforderungen der nahen Zukunft. Wie sollen sich Sportangebote und -stätten weiterentwickeln? Welchen Einfluss hat die demografische Entwicklung? Welchen Einfluss haben Trendsportarten sowie der Ausbau von Ganztagsschulen auf die Auslastung der Sportstätten und die Nachfrage bei den Sportvereinen?
Hierbei sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Die Gesellschaft wird sich drastisch verändern. Bad Oldesloe wird älter, weiblicher und internationaler – die Anforderungen an Sport und Freizeit verschieben sich. 2020 wird sich der Anteil der über 80-Jährigen verdoppelt haben, die Altersgruppe 50 bis 64 Jahre legt um 38 Prozent zu, während bei den Sechs- bis 18-Jährigen ein Rückgang von über 13 Prozent zu beklagen sein wird.
Das Institut hat Stärken und Schwächen analysiert, 3124 Oldesloer angeschrieben. Fast 30 Prozent haben geantwortet und lassen repräsentative Rückschlüsse zu. Immerhin sind 62,3 Prozent der Oldesloer sportlich aktiv, fast jeder Fünfte ist Mitglied im Verein, doch über die Hälfte der Bevölkerung organisiert ihren Sport selbst. Radfahren (67 Prozent), Schwimmen, Joggen, Fitness und Walking (11) sind die führenden Sportarten, dann erst kommt Fußball (9,7). Die Vereine verlieren im Landesvergleich überproportional Mitglieder, insbesondere bei den 27- bis 40-jährigen Frauen (minus 40 Prozent), und sollen verstärkt gesundheitliche und freizeitorientierte Angebote haben.
Die Teilnehmer erarbeiteten in Gruppen ebenfalls Stärken und Schwächen. Lob für ein vielseitiges Angebot, aber Kritik für Belegung der Sportstätten und deren Zustand sowie für die Sportpolitik. „Wir sind bereit zur Verbesserung“, erklärte Bürgerworthalter Rainer Fehrmann.
Zwei Wochenend-Workshops schließen sich an, und Anfang Dezember rundet eine Tagesveranstaltung das Projekt ab. Nächster Treff: Freitag, 31. Oktober.
Von Harald Voss
Neue Redder–Diskussion: Brücke oder Tunnel ?
Stormarner Tageblatt vom 8. Oktober 2008
Neue Redder–Diskussion: Brücke oder Tunnel ?
Mit zwei Ja-Stimmen bei sieben Enthaltungen wurde die Planung einer Redder-Brücke knapp beschlossen.
Bad Oldesloe/ol
– Redder-planung die 270. Die FDP macht das Fass noch mal auf: Wie soll der Steinfelder Redder für Fußgänger und Radfahrer an das Stadtgebiet angebunden werden?
Bislang sieht der Bebauungsplan einen Tunnel vor. Er soll etwas oberhalb des neuen Nahversorgers unter der Bahntrasse durch führen und auf der anderen Seite in einer Parkanlage an der Gartenstraße münden. Das war von der CDU-Mehrheit in der zurückliegenden Wahlperiode so gewollt, weil die Christdemokraten bei den Bewohnen im Bereich Poggenbreeden, Hölk, Fuchsberg im Wort sehen. Für den Bereich war ein Brückenschlag diskutiert worden. „Da muss man nur ein Brett rüber legen“, hatte die Planerin seinerzeit betont. Aber die CDU wollte nicht, weil die Menschen dort keine Brücke wollten.
Jetzt starten die Liberalen einen neuen Anlauf: Stopp der Tunnelplanung, stattdessen eine Fußgängerbrücke in Höhe Poggenbreeden forderte Frank Fiedler.
An den Argumenten hat sich nichts geändert. Siegfried Wobig sagte es ganz deutlich: „Die Brückenlösung hat unbestritten Vorteile. Aber die CDU beschließt nichts gegen die Bürger.“ Das schreckte Frank Fiedler nicht. „Die CDU ist immer noch traumatisiert vom Wahldebakel in den 80ern“, frotzelte er. Der Grüne Uwe Stephenson legte noch einen nach: „Das ist feige.“ Geringere Kosten, verkehrlich sinnvoller, ganz zu schweigen davon, dass Tunnel dunkel sind, zu Vandalismus einladen, Angst verbreiten – über sachliche Argumente musste gar nicht diskutiert werden, die waren allen klar. Siegfried Wobig lehnte sich zurück und lächelte altersmilde: „Dann suchen sie sich mal eine Mehrheit.“ Frank Fiedler ist sich sicher, die in der Bevölkerung zu bekommen: „Ich denke, dass in dem Gebiet sehr gut verstanden wird, dass dort keine Autos, sondern nur Fußgänger und Radfahrer drüber sollen.“
Die SPD hielt sich vornehm zurück. Hans-Herrmann Roden forderte lediglich, den FDP-Antrag aufzusplitten und über den Tunnel-Stopp sowie das Ja zur Brücke getrennt abzustimmen. CDU-Fraktionschef Horst Möller ahnte, was passieren könnte: Am Ende gibt es weder Tunnel noch Brücke. Aber so weit kam es doch nicht. SPD, FDP und Grüne sprachen sich gegen den Tunnel aus. Als es um die Brückenfrage ging, enthielten sich CDU und SPD. Da reichten dann je eine Stimme von FDP und Grünen als „Mehrheit“. Was Uwe Stephenson mit den launigen Worten kommentierte: „Wir sind die einzigen, die Farbe bekennen.“
Mit dem Beschluss ist es nicht getan. Die Verwaltung steigt jetzt in ein Änderungs-Verfahren für den Bebauungsplan ein. Dann wird sich zeigen, wie die Meinungslage im Hölk ist.
Andreas Olbertz
Steinfelder Redder: Brücke statt Tunnel
Lübecker Nachrichten vom 8. Oktober 2008
Steinfelder Redder: Brücke statt Tunnel
Bad Oldesloe – Gleich zwei Beschlüsse fielen im Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe zum Thema Steinfelder Redder: Zum einen wurde die Grundlage dafür gelegt, dass nach der Insolvenz der Straßenbaufirma weiter am Ausbau der B 75 gebaut werden kann, zum anderen soll es statt der Bahnunterführung nun eine Brücke geben.
Schon seit 1. August ruhen die Straßenbauarbeiten an der B 75 im Bereich Steinfelder Redder, weil die von der Stadt beauftragte Tiefbaufirma Insolvenz anmeldete. Dort sind die Verbreiterung der Fahrbahn, ein kombinierter Rad- und Fußweg sowie ein Kreisel vorgesehen.
Weil Stahl-, Bitumen- und Betriebsstoffkosten mittlerweile gestiegen sind, kommt es zu Mehrkosten von rund 250 000 Euro. 106 000 Euro werden durch die Inanspruchnahme der Auftragserfüllungsbürgschaft der insolventen Firma beglichen. Damit dieses Jahr noch ein neuer Auftrag herausgehen kann, wurden die Mehrkosten im Nachtragshaushalt verankert und zugleich einer Verpflichtungsermächtigung für das nächste Jahr zugestimmt.
Mehrheit fand ein Dringlichkeitsantrag der FDP, statt des ursprünglich vorgesehenen Fußgängertunnels zur Querung der Bahnstrecke Bad Oldesloe–Bad Segeberg–Neumünster in Höhe des Discounters eine Fußgängerbrücke in Höhe Poggenbreeden zu bauen. Sie soll vorrangig Kindern einen sicheren Kindergarten- und Schulweg ermöglichen. Der Tunnel sei nicht einsehbar und werde von Kindern, Frauen, und Senioren als beängstigend empfunden. Die Brückenlösung ist zudem günstiger. Formell muss jetzt für die Brücke der gesamte B-Plan geändert werden.
Von Susanna Fofana
Oldesloe: Kein Tunnel fürs Neubaugebiet
Hamburger Abendblatt vom 8. Oktober 2008
Oldesloe: Kein Tunnel fürs Neubaugebiet
Bad Oldesloe -
Das Neubaugebiet Steinfelder Redder im Nordosten Bad Oldesloes soll entgegen früheren Planungen nicht durch einen Fußgängertunnel, der unter der Bahnstrecke Bad Oldesloe-Neumünster hindurchführt, ans Stadtgebiet angeschlossen werden. Das hat der Bauausschuss mit knapper Mehrheit beschlossen. Die Mitglieder folgten einem Antrag der FDP. Darin heißt es unter anderem zur Begründung, die Unterführung - sie sollte nur wenige Meter neben der B 75 verlaufen - biete in der dunklen Jahreszeit potenziellen Straftätern Schutz, ziehe soziale Randgruppen an und sei außerdem viel teurer als eine Fußgängerbrücke.
Eine Brücke soll nach dem Willen einer Ausschussmehrheit von FDP und Grünen (CDU und SPD enthielten sich) auf Höhe der Straßen Poggenbreeden und Fuchsberg über die Bahntrasse geschlagen werden, sobald am Steinfelder Redder mit dem dritten Bauabschnitt begonnen werde.
sul
Oldesloes Alter Friedhof wird im historischen Stil saniert
Lübecker Nachrichten vom 8. Oktober 2008
Oldesloes Alter Friedhof wird im historischen Stil saniert
Bad Oldesloe - Vandalismus und Verwitterungen haben dem Alten Friedhof in Bad Oldesloe arg zugesetzt. Jetzt wird das Kleinod der Kreisstadt saniert.
Die seit 28 Jahren unter Denkmalschutz stehende Friedhofsanlage in Bad Oldesloe soll jetzt nach historischem Vorbild wiederhergestellt werden. Die Kosten: rund 800 000 Euro. Die Stadtverwaltung hat bereits ein entsprechendes Konzept erstellt.
Das Geld für die Sanierung soll zum großen Teil (655 000 Euro) aus dem Programm „Stadtumbau West“ kommen, das eine Drittelung der Kosten für Bund, Land und Stadt vorsieht. Entsprechende Anträge für die Jahre 2009 und 2010 hat Bad Oldesloe bereits gestellt. Städtischen Ausgaben in Höhe von 100 000 für die Grundinstandsetzung der Kriegsgräberstätte im nächsten Jahr stimmte der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Bad Oldesloe jetzt zu. Finanzausschuss und Stadtverordnetenversammlung haben darüber das letzte Wort.
Den Start der Sanierungsarbeiten am Alten Friedhof bildet noch in diesem Jahr die Wiederherstellung der Rotunde (46 000 Euro). Der Auftrag ist bereits vergeben. Das Bauwerk soll gesichert, die Tafeln restauriert werden.
Der Ehrenfriedhof wurde bereits während des 1. Weltkrieges von dem bedeutenden Lübecker „Gartenkünstler“ Harry Maasz entworfen. Nischen und Pfeiler der gemauerten Rotunde tragen 34 gusseiserne Tafeln mit 388 Namen von Gefallenen aus Bad Oldesloe und Umgebung. Die Figur der Trauernden (seit 1954) im Mittelpunkt der Rotunde steht zum Gedenken an die namentlich nicht bekannten Kriegs- und Bombenopfer des 2. Weltkrieges aus Oldesloe und Umgebung.
Die Trauernde wurde bei Antikriegsdemonstrationen der vergangenen Jahre immer wieder mit Farbe übergossen. Sie stammt von dem berühmten Bildhauer Richard Kuöhl, der auch die Hamburger Davidwache mit Keramiken verzierte und Oldesloes Wahrzeichen, den Gänselieselbrunnen, schuf. Insgesamt müssen inzwischen rund 100 beschädigte und fehlerhafte Grabsteine in den Bereich ersetzt oder beschriftet werden.
Der Gesamtplan für den Oldesloer Kirchhof von 1823 stammt von dem Königlich Dänischen Artillerie-Capitain Heinrich von Justi. Der historische Teil enthält die Gräber aus dem 19. Jahrhundert, wie das des bekannten Oldesloer Arztes Dr. Hagelstein. Auch in dem Teil müssen umgestürzte Grabmale wieder aufgerichtet werden, soll ein „historischer Pfad“ eingerichtet werden.
Vorbeugende Maßnahmen gegen Vandalismus sollen auch bei der gründlichen Restaurierung des Torhauses getroffen werden. Der Backsteinbau stammt von dem Hamburger Architekten und Stadtplaner Alexis de Chateauneuf, der auch die Alsterarkaden in Hamburg schuf. Das Torhaus wurde zuletzt 1979/80 an Mauerwerk und Dach saniert. Über den Einbau eines geschmiedeten Tores wird noch nachgedacht.
Von Susanna Fofana
Babyschwimmen – auf dem Trockenen
Stormarner Tageblatt vom 7. Oktober 2008
Babyschwimmen – auf dem Trockenen
In Bad Oldesloe gibt es immer weniger Therapiebecken. Jetzt hat das Forsthaus aus Kostengründen das Wasser abgelassen – und der Familienbildungsstätte brechen attraktive, stark gefragte Kursangebote weg.
Bad Oldesloe/ol
– Da sitzen sie im wahrsten Sinne des Wortes auf dem Trockenen: Die Familienbildungsstätte (FBS) und zahlreiche andere Anbieter können keine Wassergewöhnungskurse mehr anbieten. „Das ist eine dramatische Situation für uns. Das ist ein ganz wichtiges Angebot“, bedauert FBS-Leiterin Ulrike Häussler: „Ich war ziemlich erschrocken, als der Brief kam.“ Bislang haben die Kurse immer im Forsthaus stattgefunden, doch das schließt sein Therapiebecken, weil aufgrund der gestiegenen Energiekosten ein wirtschaftlicher Betrieb nicht mehr möglich sei.
Ein Schlag ins Kontor der FBS. „Wir hatten pro Woche fünf Kurse laufen. In guten Zeiten sogar bis zu acht“, erklärt Ulrike Häussler. Hebammen hätten Eltern geraten, ihre Kinder sofort nach der Geburt anzumelden, da sie sonst keinen Platz mehr bekommen würden. Alles Geschichte. Von der Schließung sind auch die VHS, die Rheumaliga, die MS-Gesellschaft und auch die Hebammen betroffen.
Die Wassergewöhnungs-Kurse haben schon eine Odyssee hinter sich. Anfänglich konnte sie im Gemeindehaus am Masurenweg angeboten werden. Geschlossen. Über das „Haus Ingrid“ ging es dann ins Forsthaus. Doch jetzt ist auch diese Quelle versiegt.
Jessica Winter leitet seit einige Jahren die Kurse. Als Mutter hat die Diplom-Sozialpädagogin bereits an der Wassergewöhnung für ihre Kinder teilgenommen. Sie lobt die Bewegungsfreiheit für Babys, den intensiven Kontakt der Eltern zu ihrem Kind. „Es ist ganz wichtig, die Kinder rechtzeitig mit dem Element Wasser anzufreunden – es lernen heute immer weniger Kinder schwimmen“, bemängelt sie. Wenn der Nachwuchs vier Monate alt ist, können die ersten Kurse besucht werden. Viele Eltern blieben der FBS über Jahre treu. Erst wenn die Kinder fünf Jahre alt sind und an der Schwelle zum richtigen Schwimmen lernen stehen, wechseln sie zu anderen Anbietern. Jessica Winter betont: „Unser Hauptziel ist nicht das Schwimmen, sondern die Eltern-Kind-Aktion.“
Entsetzt wehrt Kursleiterin Winter ab: „Das Schwimmbad ist nicht ansatzweise diskutabel für Säuglinge.“ Vom deutschen Sportärztebund sei eine Wassertemperatur von 33 Grad empfohlen. Die habe das Becken nicht. Außerdem sei der Raum viel zu groß und zu laut. Das ängstige die Babys und lenke sie ab. Jennifer Winter: „Im Forsthaus war der Raum nicht viel größer als das Becken. Das war ideal.“
Die Suche nach Alternativen gestaltet sich schwierig. Die Asklepios-Klinik hat ein Becken. Dorthin konnte die FBS die Wassergymnastik auslagern. Wassergewöhnung wollte das Krankenhaus nicht haben, weil es entsprechende Kurse selber anbietet. Das Pflegeheim Riedel wäre eine Möglichkeit. Ulrike Häussler: „Die haben die Anlage bewusst für ihre Bewohner gebaut. Das akzeptieren wir natürlich.“ Ein weiteres Becken wäre im Sengelmann-Krankenhaus in Bargfeld-Stegen. Aber abgesehen davon, dass die FBS-Leiterin ihren Kursteilnehmern die weiter Anfahrt nicht zumuten möchte, sei diese Anlage bereits ausgebucht.
Die beiden Frauen setzen große Hoffnungen auf das im Zuge des Hallenbad-Umbaus geplante Therapiebecken. Aber wann kommt der Umbau? Bis es so weit ist, regiert das Prinzip Hoffnung. Ulrike Häussler: „Ich lebe in der Hoffnung, dass irgendwer, irgendwo auf so einem Becken sitzt und sich noch bei uns meldet.“
Andreas Olbertz
Schneller, größer, mehr ? Auftaktabend für Sportgutachten
Stormarner Tageblatt vom 7. Oktober 2008
Schneller, größer, mehr ? Auftaktabend für Sportgutachten
Stärken, Schwächen und Trends in der Kreisstadt mit Schulen, Vereinen und Politik gemeinsam herausarbeiten
Bad Oldesloe/ol
– Wie sollen sich die Sportangebote und Sportstätten in Bad Oldesloe in den kommenden Jahren entwickeln? Welchen Einfluss haben die demographische Entwicklung, neue Trendsportarten und der Ausbau von Ganztagsschulen auf die Auslastung der Sportstätten und die Nachfrage bei den Vereinen? „Das sind spannende Fragen, auf die es nun gilt, gemeinsam mit allen Beteiligten die passenden Antworten herauszuarbeiten“, sagt Bürgermeister Tassilo von Bary.
Die Stadt Bad Oldesloe hat für 45 000 Euro ein höchst umstrittenes Gutachten in Auftrag gegeben. Seinerzeit gab es großen Knatsch, weil sich die SPD von der Verwaltung belogen fühlte. Es ging um die Frage, ob das Gutachten wirklich zwingend notwendig ist oder nur ein Wunsch der Verwaltung – „unverzichtbare Fachplanung“ war der verwendete Begriff. Obendrein wurden auch Bedenken geäußert, das Institut für Kooperative Planung und Sportentwicklung (ikps) analysiere nur die aktuelle Situation und Zukunftstrends, woraus es Handlungsempfehlungen ableite. Gebraucht werde in Oldesloe aber tatkräftige Vermittlung zwischen verkrachten Vereinen und die Abschaffung alter Besitzstände. Laut Verwaltungsaussagen sei dieses Konzept so teuer, weil die geforderten Leistungen im Preis enthalten seien.
Nach Vorbetrachtungen sind heute Vertreter aller Oldesloer Sportvereine sowie interessierte Bürger ab 18 Uhr zur Auftaktveranstaltung in die Mensa des Schulzentrums, an der Olivet-Allee eingeladen. Angemeldet haben sich bereits Oldesloer Schulen, Kindertagesstätten, politische Fraktionen sowie weitere Fachleute.
Im Mittelpunkt des Abends stehen die Projektvorstellung durch das ikps sowie die gemeinsame Erarbeitung einer Stärken- und Schwächenanalyse des Sportstandorts Bad Oldesloe. Auch soll ein Blick auf die Ergebnisse der bereits durchgeführten Bevölkerungsbefragung gewährt werden, an der sich mehr als 900 Oldesloer beteiligt haben. Bis Dezember werden sich zwei Workshops sowie eine Abschlussveranstaltung anschließen. Anfang 2009 wird das Institut der Stadt dann ausgearbeitete Handlungsempfehlungen vorlegen.
Stormarner Wochenschau
Stormarner Tageblatt vom 4. Oktober 2008
Hier mitreißend, dort einschläfernd
Die nackte Wahrheit
Andreas Olbertz
Befangenheit in der Politik – was haben wir da nicht schon alles erlebt. Ein Architekt Siegfried Wobig, der in der einen Sitzung erklärt, nicht befangen zu sein, in der nächsten Sitzung dann doch den Saal verlässt, um im selben Atemzug als Sachverständiger wieder rein gerufen zu werden. Ein Hagen von Massenbach, der an den Beratungen zur Fusion mit dem Amt Bad Oldesloe Land (wo er arbeitet) nicht teilnimmt, obwohl eine Klärung ergeben habe, dass er nicht befangen sei und sich dann trotzdem anhören muss, die SPD habe ja nur wegen ihm so entschieden wie sie entschieden hat. Geschichte – da redet keiner mehr drüber.
Nun tauchte das Thema wieder auf – diesmal im Sozialausschuss. Peter Stoltenberg von der SPD soll befangen gewesen sein – weil seine Frau Giesela ja Leiterin des Kindergartens Luftballon ist. Ausschuss-Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU) hingegen ist Lehrerin an der Grundschule West. Sie ist aber nicht befangen, wenn es um Zuschüsse für die Schule geht, denn ihr Arbeitgeber ist das Land und das nehme keinen Einfluss. Nun, Peter Stoltenberg ist zwar auch Lehrer, aber offensichtlich zählt Frauchens möglicher Zorn mehr als eventuell verärgerte Schulleiter. Da blicke noch einer durch.
Und überhaupt: Ist nicht die SPD-Fraktion komplett befangen, wenn Parteifreund Fritz Wodarz, inzwischen VfL-Vorstandsmitglied, Anträge für das Travestadion stellt? Naja, wollen wir mal nicht zu kleinlich sein, sonst fällt die Verwaltung zukünftig die Entscheidungen womöglich noch im Alleingang.
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Da sind die Reinfelder ja auf eine schlaue Idee gekommen: Beim Höker vor Ort einkaufen und Karte zeigen. Dafür gibt es Rabatt, den aber nicht der Kunde bekommt, sondern die Gesamtschule. Ein pfiffiger Weg, neue Geldquellen zu erschließen. Super Idee, schade nur, dass sie notwendig ist. Im Grunde ist es doch eine Schande, dass Lehr- und Lernmittelfreiheit propagiert werden, aber Eltern immer mehr Löcher stopfen müssen: Das fängt bei Arbeitsheften an, Atlas, Wörterbuch, Zirkel und Taschenrechner, Buntstifte, Tuschkasten – wir Eltern ham’s ja. Ganz zu schweigen vom Computer, einem Instrument oder den immer üppiger werdenden Kosten für Klassenfahrten. Ja, da macht es Spaß, Kinder zu haben.
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Junge, Junge, das sind echte Kerle. Die Oldesloer Bühne feiert mit ihrem Stück „Kerle, Kerle“ einen Megaerfolg. Zwei ausverkaufte Vorstellungen in der Festhalle – damit haben fast tausend Oldesloer das Stück bereits gesehen. Und wer die Komödie auf der Dörfertour sehen will, sollte sich ran halten, denn auch da läuft der Vorverkauf prächtig. Deshalb haben die sechs Darsteller und ihr Team spontan eine weitere Aufführung eingeschoben. Am Sonnabend, 25. Oktober, werden sie auf der Bühne der Festhalle abermals alle Hüllen fallen lassen.In launiger Runde bei einem Gläschen Bier werden schon mal emanzipatorische Gleichberechtigungsforderungen laut: „Im nächsten Jahr möchte ich Weiber, Weiber auf der Bühne sehen.“ Erstaunlich, wie schnell sich da schon Freiwillige für Regie und Requisite gefunden haben . . .
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Die Aufführungen von „Kerle, Kerle“ sind schon eine heiße Angelegenheit. Da ist richtig Stimmung in der Bude. Interaktion mit dem Publikum. Das kann man von der Einwohnerversammlung diese Woche leider nicht behaupten. Vier Präsentationen ohne Pepp. Das wurde durch schiere Länge zu kompensieren versucht. Interessiert hat das nur wenige, vom Hocker gerissen eigentlich gar keinen. Ergebnis: „Wer nicht vorher abgeschaltet hat oder gegangen ist, weiß jetzt, was wir für eine gute VHS haben. Es war vorher schon weitgehend klar, dass die alten Räume in der Königstraße marode sind. Aber dass die VHS ins Amtsgericht ziehen soll, scheint eher wie eine zufällige Übereinstimmung gewesen zu sein. „Wo wird denn demnächst etwas frei? Amtsgericht? Dann bekommt ihr das eben.“ Wahrlich keine schlechte Lösung, aber ob das dann der viel zitierte Leuchtturm werden kann.Oldesloes VHS-Leiterin Karin Linnemann steckt in einer Zwickmühle: Fordert sie zu viel, wären ihre Visionen überbordend, riskiert sie, dass Politik ihr einen Vogel zeigt und sie abblitzen lässt. Bleiben ihre Vorstellungen aber so bieder und sparsam wie bislang, ist es auch nicht richtig.
Unser Karikaturist Götz Wiedenroth hat in bewährter Manier das Thema der Woche aus seiner Sicht verarbeitet.
Kampf ums Amtsgericht
Stormarner Tageblatt vom 4. Oktober 2008
Kampf ums Amtsgericht
Bad Oldesloe/ol
– Die VHS und das Amtsgericht, da wird der Ton langsam schärfer. Maria Herrmann, stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, wirft VHS-Leiterin Karin Linnemann „Brunnenvergiftung“ vor.
Was war geschehen? Der Hauptausschuss hatte beschlossen, das VHS und Musikschule ins Amtsgericht umziehen sollen. Die Worte „vorrangiger Bedarf“ und „1:1 Umsetzung des Raumkonzepts“ wurden allerdings ausdrücklich aus dem Beschluss gestrichen. Im Vorfeld der Einwohnerversammlung hatte Karin Linnemann mit einem Brief an Dozenten und Kursteilnehmer die Angst geschürt, „ob die VHS ihre Arbeit wie bisher fortsetzen kann, ist zum jetzigen Planungsstand ungewiss“. Sie forderte die Adressaten zur „regen Teilnahme an der Diskussion“ auf. Da wurde Lobbyarbeit gemacht.
Im Sozialausschuss meldete sie sich jetzt ebenfalls zu Wort und fragte an, ob der Beschluss nicht konkretisiert werden könne, da die Dozenten anfängen, sich um ihre Jobs zu sorgen. Kämmerin Mandy Treetzen und Hauptamtsleiter Malte Schaarmann sollen darauf angesprungen sein und eine erneute Beratung im Hauptausschschuss vorgeschlagen haben. Maria Herrmann kocht vor Wut: „Die beiden haben den Ausschuss an sich gerissen, wie Politiker diskutiert und wollten den Beschluss ändern. Damit haben sie ihre Kompetenzen klar überschritten.“ Ausdrücklich stellt sie klar: „Niemand hat die Absicht, die VHS runter zu fahren. Im Beschluss heißt es, sie zieht mit allen Bereichen um. Das ist eine klare Formulierung und so gut wie eine 1:1-Zusage.“ Bürgermeister Tassilo von Bary war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. In einer Mail an die SPD soll er betont haben, dass er den Beschluss des Hauptausschusses wortgetreu umsetzen werde.
Oldesloe: Spendierlaune im Sozialausschuss
Stormarner Tageblatt vom 4. Oktober 2008
Oldesloe: Spendierlaune im Sozialausschuss
Das war ein teure Sitzung, über Tausender wurde gar nicht diskutiert, der Oldesloer Sozialausschuss hat Millionen bewegt.
Bad Oldesloe/ol
– Der Kindergarten Moordamm wird umziehen. Der Kreis als Aufsichtsbehörde hat ein Machtwort gesprochen, in den bisherigen Räumen am Moordamm hätte der Kindergarten keine Betriebserlaubnis mehr bekommen. Ein Umbau des Kirchengebäudes lässt sich nicht realisieren. Also musste eine Alternative her. Die wurde auch gefunden: Die Schule am Kurpark. Dort stehen Räume leer, in die die Freikirche mit ihrer Einrichtung einziehen könnte. 600 000 Euro wird der Umbau die Stadt kosten. Statt zwei Kindergartengruppen werden dort zukünftig eine normale- und eine Krippengruppe untergebracht. Wie Schulleiterin Marianne Remé erläuterte, sei zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht absehbar, welchen Raumbedarf die Kurpark-Schule in den kommenden drei bis fünf Jahren haben werde. Für FDP-Frau Anita Klahn stellten sich am nächsten Tag Zweifel ein: „Ich habe das Gefühl, wir haben das nicht in Ruhe zu Ende diskutiert.“
Die nächsten 600 000 Euro gehen an die Stadtschule. „Erstaunlicherweise ist das ziemlich sang- und klanglos durch gegangen. Wir hatten uns schon auf eine abgespeckte Mensa eingestellt“, freut sich Jens-Pieter Friese. Gelder für die Planung der Mensa und eine Vergrößerung des Lehrerzimmers werden nächstes Jahr zur Verfügung gestellt, die Arbeiten beginnen dann 2010. „Der dringende Handlungsbedarf ist jetzt beim Tag der offenen Tür offensichtlich geworden“, erläutert Ausschuss-Vorsitzende Angela Fehrmann (CDU).
Die Sportplätze sind bereits saniert worden, jetzt kommen die Umkleiden dran. 230 000 Euro fließen ins Kurparkstadion für zwei weitere Duschen. Angela Fehrmann: „Die Notwendigkeiten, die sich aus dem Spielbetrieb ergeben, wurden einstimmig genehmigt.“ Beim Wendum und dem Travestadion taten sich die Politiker schwerer. Der Sanierungsbedarf war relativ unstrittig. Das soll an beiden Plätzen passieren. 310 000 Euro wurden pro Platz eingestellt. Darin sind auch Kosten für Erweiterungen enthalten, die aber erst 2010 frei gegeben werden, wenn das Sportentwicklungskonzept vorliegt.
Und es geht noch weiter. Satte 1,2 Millionen Euro sollen kommendes Jahr in den Bau eins Sportplatzes am Gymnasium sowie die Schulhofgestaltung im Schulzentrum investiert werden.
„Jetzt haben wir so viel Geld ausgegeben, da kommt es auf 2 oder 3 000 Euro für Frauen helfen Frauen nicht mehr an“ sagte Anita Klahn, als es um Zuschüsse für den Verein ging. In der Vergangenheit war der Frauen-Antrag immer gekürzt worden. Diesmal gingen die 20 800 Euro glatt durch.
Natürlich müssen die Summen noch vom Finanzausschuss bewilligt werden, doch da sieht Angela Fehrmann gute Chance: „Es hängt jetzt davon ab, wie gut die Einzelnen in ihren jeweiligen Fraktionen argumentieren.“
Andreas Olbertz
Bad Oldesloe: Viel Geld für Sportanlagen
Lübecker Nachrichten vom 3. Oktober 2008
Bad Oldesloe: Viel Geld für Sportanlagen
Bad Oldesloe - Die Stadt Bad Oldesloe steckt mehr als eine halbe Million Euro in die maroden Umkleiden im Travestadion, am Wendum und im Kurparkstadion. Schimmel und Co gehören bald der Vergangenheit an.
Bürgermeister Tassilo von Bary hatte die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen und ihm schoss das Wort „Abriss“ durch den Kopf, als er das Vereinshaus im Travestadion besichtigte. Das gesamte Untergeschoss ist feucht, es gibt Schimmelpilze, in den Lüftungsschächten steht Wasser, die Duschen wechseln die Temperaturen schlagartig von eiskalt zu brühend heiß.
Nun soll es Abhilfe geben. Allerdings nicht in Form eines Neubaus. „Ein Abriss ist nicht notwendig“, betonte Bauamtsleiter Rolf Steinhoerster bei der Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses. Denn der gesamte obere Bereich des 33 Jahre alten Gebäudes sei nach dem Brand aufwändig saniert worden. Nur im unteren Bereich müsse erneuert werden. Doch diese Instandsetzungsmaßnahme, so wurde während der Diskussion im Ausschuss deutlich, lässt sich auch nicht weiter aufschieben, bis der geplante Sportentwicklungsplan vorliegt. Obwohl Heike Uhlenbrok (Grüne) befand: „Der VfL neigt zum Dramatisieren.“ Knapp über 300 000 Euro kostet die angedachte Sanierung mit insgesamt vier Umkleiden.
Für die optimale Lösung (sechs Umkleiden) hätte die Stadt noch einmal 100 000 Euro draufpacken müssen. Nun will man bei der Sanierung aufpassen, dass später noch einmal eine Erweiterung möglich ist. Umgesetzt werden soll die Maßnahme in den Jahren 2009/2010.
Einstimmig fiel auch der Beschluss zur Erweiterung der Umkleiden am Kurparkstadion um zwei Umkleide- und Duschbereiche. Die Kosten: 230 000 Euro. Nach Auflösung des Pachtvertrages mit dem SC Union befindet sich das Kurparkstadion seit dem 1. Juli dieses Jahres wieder in der Verwaltung und Bewirtschaftung der Stadt Bad Oldesloe. Neue vertragliche Regelungen seien derzeit nicht in Sicht. Die Anlage wird für den Spiel- und Trainingbetrieb vom SC Union Oldesloe, vom SV Türkspor, vom Spiridon und vom FFC genutzt. Das Kurparkstadion ist Spielstätte für die 2. Frauenbundesliga (FFC). Bisher gibt es dort nur zwei Umkleidekabinen mit entsprechenden Duschbereichen.
Das Umkleidehaus am Wendum ist schon seit Jahren stark sanierungsbedürftig. Diese Umkleiden sollen jetzt nächstes Jahr für 90 000 Euro saniert werden. Eine abschließende Sanierung ist für 2010 angedacht. Denn bisher ist noch nicht klar, unter wessen Regie der Sportplatz später einmal stehen wird.
Von Susanna Fofana
Grünes Licht für den Mensabau an der Stadtschule
Lübecker Nachrichten vom 3. Oktober 2008
Grünes Licht für den Mensabau an der Stadtschule
Bad Oldesloe – Deutliche Signale in Richtung Schulmensa hatte es schon bei der letzten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses gegeben. Jetzt jedoch wurde einstimmig der Beschluss für den Bau im Jahr 2010 gefasst. Und Schulleiterin Prinz bedankte sich für die Positionierung.
Einige Ausschussmitglieder hatten den Tag der Offenen Tür der Stadtschule genutzt, um sich einmal vor Ort einen Überblick über die räumlichkeiten zu machen. Insbesondere die gewünschte Vergrößerung der Lehrerzimmers im Zuge des Umbaus hatten sie kritisch gesehen.
Doch der derzeitige enge Raum ohne Umkleiden, in dem die nassen Jacken über den Stühlen hängen und die Toilette neben der Teeküche liegt fanden sie denkbar ungeeignet. Da es ein leichtes ist, die Situation zu entschärfen, fand dies ausnahmsweise die Unterstützung des Ausschusses. Ansonsten war man der Meinung, dass Lehrerzimmer ja nur in den Pausen voll seien und die übrige Zeit meist leer stünden.
Da es im nächsten Jahr in Bad Oldesloe bereits enorme Investitionen im Bereich der Schulen und für Erhaltungsmaßnahmen gibt, wurde der eigentliche Mensabau auf das Jahr 2010 (per Verpflichtungsermächtigung) gelegt. Die Planung hingegen solle in aller Ruhe bereits im nächsten Jahr erfolgen. Von den insgesamt benötigten etwa 600 000 Euro sollen hierfür dann 60 000 Euro bereit gestellt werden. Die Gebäudebetriebskosten werden jährlich rund 11 000 Euro betragen.
Entstehen soll die Stadtschul-Mensa im Bereich der jetzigen Hausmeisterwohnung. Sie soll inklusive der Nebenräume groß genug zur Beköstigung von rund 120 Schülern sein und zudem – nach Absprache – auch vom Heimatmuseum und der Stadtbibliothek genutzt werden. Obwohl die Stadtschule in diesem Jahr 20 Schüler weniger hat und der Essenspreis von 1,50 Euro auf 1,80 Euro gestiegen ist, nehmen immer mehr Kinder am Mittagessen teil, täglich zwischen 110 und 130.
Von Susanna Fofana
Kindergarten zieht in die Schule am Kurpark
Lübecker Nachrichten vom 3. Oktober 2008
Kindergarten zieht in die Schule am Kurpark
BAD OLDESLOE – Die Kindergruppe Moordamm bekommt eine neue Bleibe: Sie zieht im Sommer 2009 aus dem Gemeindehaus in die Räume der Schule am Kurpark um. Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss gab „grünes Licht“ für den Umzug.
Zunächst soll der Kindergarten in der Förderschule zwei Räume bekommen. Je nach Bedarf soll neben der Gruppe für Drei- bis Sechsjährige eine altersgemischte Gruppe oder eine Krippe für Kinder unter drei Jahren entstehen. Die Stadt stellt dafür Investitionskosten in Höhe von 600 000 Euro in den Haushalt 2009 ein. Die Gestaltung der Außenspielfläche soll der Verein übernehmen, der im Hinblick auf den Umzug bereits eifrig gespart hatte.
Der Grund für den Umzug ist die räumliche Enge im Gemeindehaus am Moordamm, für das 1952 der Grundstein gelegt wurde. Wegen des Kindergartens mitsamt Erweiterung und neuer Bestimmungen fehlen der Gemeinde jetzt Räume. Denn die Kindergartenräume dürfen sie nicht mehr benutzen.
Zunächst waren für den Kindergarten drei Schulräume im Gespräch. Doch da noch unklar ist, wie sich die Schülerzahlen an den Förderzentren entwickeln, wollte die Schule zunächst nur zwei freigeben. Mit der Option auf eine Erweiterung in einigen Jahren, wenn die Schulentwicklung absehbar ist.
Die Klaus-Groth-Schule, in der bisher Integrationsklassen angesiedelt waren, ist der Schule am Kurpark mit dem Wegfall der Hauptschule als Partner weggebrochen. 154 Schülerinnen und Schüler werden derzeit präventiv in den Oldesloer Regelschulen von Förderschullehrern betreut.
Was vor allem in Bad Oldesloe nachgefragt ist, verrät Bürgeramts-Leiter Thomas Sobczak, sind Krippenplätze. Es vergehe kein Tag, ohne Nachfrage von Eltern in der Verwaltung. „Es sind locker 70 bis 80 Kinder auf der Warteliste“, sagt Sobczak. sus
Flucht vor Vorträgen
Stormarner Tageblatt vom 1. Oktober 2008
Flucht vor Vorträgen
Nur 15 Minuten Diskussion nach Einwohnerinfo
Bad Oldesloe/ol
– Etwa 40 Zuhörer waren zur Einwohnerversammlung gekommen. Und von denen erlebten einige das Ende der Veranstaltung nicht – sie verließen das Bürgerhaus vorzeitig.
Bürgerworthalter Rainer Fehrmann hatte zur Einwohnerversammlung eingeladen. Das sei immer dann angeraten, wenn wichtige Sachen vorgestellt oder erörtert werden sollen. Auf den Umbau des Amtsgerichts trifft das genau zu. Aber nach der Eröffnung driftete die Sitzung von Minute zu Minute weiter ab, ohne dass Fehrmann dagegen etwas hätte tun können. Seinem Gesicht war abzulesen, dass auch er mit dem Verlauf nicht glücklich war. Die Zuhörer wurden mit vier Präsentationen regelrecht zugetextet. Nach einer guten Stunde, fingen die ersten an, nervös zu werden, und sie gingen nach Hause.
Erkenntnisgewinn nach anderthalb Stunden: Der Volkshochschule „gammelt“ gewissermaßen das Dach über dem Kopf weg – das Gebäude an der Königstraße müsste dringend saniert werden. Und: Wir haben eine tolle Volkshochschule, eine tolle Musikschule und ein tolles Heimatmuseum, und wenn die umziehen, wird alles noch viel toller, weil dann endlich genügend Räume zur Verfügung stehen.
Nach den „offiziellen“ Vorträgen genehmigte Bürgerworthalter Fehrmann fünf Minuten Pause, die von etlichen zur Flucht genutzt wurde. Der Rest sparte nicht mit Kritik. Patrick Niemeier von Klangstadt: „Ich bin sauer. Ich sehe VHS und Musikschule in der Pflicht, gemeinsam mit uns Konzepte zu entwickeln. Stattdessen findet es hier nicht mal Erwähnung, was Klangstadt oder Oldesloer Bühne an Plänen haben.“ Er habe den Eindruck, dass alles schon längst abgesprochen sei. „Ich vermisse Visionen. Wenn ein zusätzlicher Kaffeeraum das einzige ist, ist das etwas sparsam“, merkte eine Zuhörerin an. Anita Klahn (FDP) bombardierte den Bürgermeister mit einer Flut von Fragen: Ist das Raumkonzept der VHS überhaupt noch zeitgemäß? Wurden Bevölkerungsstruktur und demographischer Wandel berücksichtigt? Sei es nicht sinnvoller, die Musikschule im Rathaus unter zu bringen? Lediglich Architekt Werner Tyrell – seine Frau hat die ersten Skizzen zur Gerichtsumgestaltung erstellt – warnte davor, bei den drei Hauptnutzern Kompromisse einzugehen. Nach nur 15 Minuten war die Diskussionsrunde schon vorbei.
Standpunkt
Stimmung kaputt
Andreas Olbertz
Ein groß angelegtes Beteiligungsverfahren für die Umgestaltung des Amtsgerichts – super! Oldesloe ist auf dem besten Weg. Aber nach der Einwohnerversammlung muss man wohl eher befürchten, Oldesloe ist auf dem besten Weg, es zu vergeigen.
Dass die Kreisstadt ab kommendem Jahr nicht mehr Gerichtsstandort sein wird, ist ärgerlich. Dass die Stadt aber das Gebäude kauft und dank Stadtumbau für die Umgestaltung Fördermittel bekommen kann, ist ein Glücksfall. Da tun sich enorme Möglichkeiten auf. Allein diese Hoffnung hat der vielfältigen Kulturszene neuen Schwung gegeben. Die, die bislang alleine vor sich hinwursteln, bewegen sich aufeinander zu – angetrieben von der Vision „Kultur- und Bildungszentrum“.
Die Einwohnerversammlung sollte dazu dienen, über die Lage zu informieren, sie sollte auf das folgende Beteiligungsverfahren vorbereiten. Sie sollte Lust machen, sich kreativ zu engagieren. Herausgekommen ist aber das genaue Gegenteil: Langeweile, Frust und Wut.
Einseitig und in epischer Länge wurde dargelegt, warum Musikschule und VHS umziehen müssen, wie das Heimatmuseum ins Rathaus passen würde. Wen soll das vom Hocker reißen? Da konnte bei den Zuhörern nur der Eindruck entstehen: Es ist schon alles abgekaspert, echte Beteiligung ist gar nicht erwünscht – auch wenn immer wieder das Gegenteil beteuert wird. Ist hier vielleicht mit Absicht die positive Aufbruchstimmung kaputt gemacht worden? Das wäre für das Kultur- und Bildungszentrum sehr schade.
Frustrierte Einwohner mahnen klare Konzepte an
Lübecker Nachrichten vom 1. Oktober 2008
Frustrierte Einwohner mahnen klare Konzepte an
Bad Oldesloe – Frustriert verließen etliche Besucher das Bürgerhaus, wo sie die Einwohnerversammlung bis zum Ende verfolgt hatten. Immerhin 40 Oldesloer waren gekommen, um den Projektstand zum geplanten Kultur- und Bildungszentrum zu erfahren. Geboten wurde ihnen wenig Neues sondern die Vorstellungen der Volkshochschule und der Musikschule hinsichtlich eines Umzugs in das Amtsgerichtsgebäude sowie die Visionen des Heimatmuseums, wie es das Historische Rathaus nutzen möchte.„Ich bin erstaunt, ich bin frustriert. Es gibt doch noch weitere Konzepte – beispielsweise der Oldesloer Bühne. Uns fehlt eine Gesamvision“, machte Patrick Niemeyer seinem Unmut Luft. Und Axel Hardkopf vermisste notwendige Informationen. „Wann wird festgestellt, welcher Bedarf überhaupt vorhanden ist und wer was nutzt? Und vor allem – was kostet das alles?“ Ihm wie vielen weiteren Interessierten fehlten genaue Zahlen zu den Kosten oder den Besucherzahlen. „Ich wünsche mir mehr Zusammenarbeit, alle Kulturschaffenden müssen an einen Tisch“, forderte Christian Bernardi.Dabei hatte Volkshochschul-Leiterin Karin Lindemann ihren Vortrag mit klaren Zahlen garniert – hinsichtlich der notwendigen Raumkapazitäten. Die erwarteten Summen – Einnahmen und Ausgaben der VHS sowie deren mögliche Steigerung blieben ungenannt. Alireza Zare, Leiter der Musikschule, verwies darauf, dass die seit 2003 selbständige Einrichtung dringend Räume für die musikalische Bildung benötige, insbesondere für den Elementarbereich. Diese wären im bisherigen Amtsgericht vorhanden.Petra-Maria Schark (Heimatmuseum) hatte ihr Raumkonzept für das Historische Rathaus zu langatmig angelegt – während ihres Vortrags verließen etliche Zuhörer das Bürgerhaus.Bürgermeister Tassilo von Bary („die Verwaltung hat Konzepte“) und Bürgerworthalter Rainer Fehrmann verwiesen noch darauf, dass Ende Oktober weitere Veranstaltungen folgen
Von Harald Voss









































































