Kommunalwahlprogramm 2008
1 Soziales
2 Bildung
3 Stadtplanung
4 Bürgerbeteiligung
5 Umwelt
6 Wirtschaft / Finanzen
1. Soziales
Bad Oldesloe – eine soziale Stadt
„Es bedarf einer ganzen Stadt, ein Kind ins Leben zu führen.“ Das ist das Motto der SPD für den Stellenwert der Kinder in unserer Gesellschaft. Wir wollen uns auch als eine Stadtgemeinschaft verstehen, die sozial schwache Menschen integriert.
Kinder und Jugendliche
• Wir wollen ein lokales Bündnis für Bildung und Erziehung ins Leben rufen, in dem sich Institutionen und Personen aus den Bereichen Jugend, Bildung und Sozialarbeit zusammenschließen, um die Lebenssituation von Jugendlichen und Kindern zu verbessern.
• Die Jugendarbeit muss verstärkt werden. Jugendzentren und Inihaus werden von uns gefördert.
• Sportförderung bedeutet auch Unterstützung der Jugendarbeit.
• Wir wollen Strategien zur Bekämpfung von Kinderarmut in unserer Stadt entwickeln.
• Es müssen mehr Hort- und Krippenplätze geschaffen werden. Das Essen in Kitas werden wir bezuschussen.
• Die Spielplätze müssen besser kontrolliert und unterhalten werden. Dabei könnten ehrenamtliche Patenschaften helfen.
• Vorschulische Förderung von Kindern ist wichtig für einen erfolgreichen Start ins Schulleben. Deshalb sprechen wir uns für ein kostenloses letztes Kindergartenjahr aus.
• Die SPD konnte sich mit ihrer Forderung nach einer Mensa im Schulzentrum durchsetzen. Jetzt gilt es, allen Schülerinnen und Schülern die Teilnahme am Essen zu ermöglichen. Dies darf nicht am geringen Einkommen der Eltern scheitern.
Initiativen und Netzwerke
• Das Oldesloer Spendenparlament ist ein gutes Beispiel verantwortungsvollen Bürgerengagements. Diese Arbeit werden wir weiterhin unterstützen.
• Neun Prozent der Bevölkerung haben einen Migrationshintergrund. Das Diakonische Werk leistet hier hervorragende Beratungsarbeit. Diese werden wir zukünftig wieder fördern.
• Jeder ehrenamtlichen Tätigkeit wird in der Politik der SPD ein hoher Stellenwert eingeräumt. Dabei ist es unerheblich, ob Feuerwehr, Sportverein, Frauennetzwerk oder eine andere Initiative. Wir fordern eine verbindliche Richtlinie für die Vergabe von Zuschüssen an Vereine.
• Der Senioren- sowie der Kinder- und Jugendbeirat liefern wertvolle Hinweise. Wir werden diese stets in unsere Entscheidungen einfließen lassen.
• Wir werden Vereine, die sich um die besonderen Probleme von Frauen und Alleinerziehenden bemühen, weiter unterstützen. Die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten wird ebenfalls von uns gefördert.
• Der Rat für Kriminalitätsverhütung soll zur Ergänzung dieses Konzeptes wieder eingerichtet werden. Eltern, Schulen, Polizei und Sozialpädagogen beraten sinnvolle Strategien und Hilfen für Einzelfälle.
Senioren
• Der Seniorenbeirat liefert wertvolle Hinweise. Wir werden diese in unsere Entscheidungen einfließen lassen.
• Alternative Wohnformen wie beispielsweise das dringendste Anliegen des Seniorenbeirates – bezahlbares, barrierefreies und behindertengerechtes Wohnen in stadtnahem Wohnraum – sollen stärker berücksichtigt und ermöglicht werden.
• Bei der Umgestaltung der Innenstadt werden wir Wert auf Barrierefreiheit legen.
2. Bildung
Bildungs- und Kulturstadt Bad Oldesloe
Bildung ist die Eintrittskarte ins Leben. Gute Bildung ist die Voraussetzung für beruflichen Erfolg und Selbstverwirklichung. 2007 haben wir mit der Neuausrichtung der Schulen den Grundstein für eine zukunftsfähige Entwicklung gelegt. Die SPD hat sich klar für die von den Eltern geforderten Gemeinschaftsschulen eingesetzt. Wir freuen uns, dass wir dafür in der Stadtvertretung eine Mehrheit bekommen konnten.
Schulen
Bad Oldesloe verfügt über ein umfangreiches Angebot an Grund- und weiterführenden Schulen. Zukünftig bieten wir neben dem Gymnasium, Gemeinschaftsschulen, eine Regionalschule und die Beruflichen Schulen sowie ein Förderzentrum an. Dieses breite Spektrum ist für viele junge Familien, die in unserer schönen Stadt wohnen wollen, ein wichtiger Gesichtspunkt. Ansiedlungswillige Betriebe sehen darin einen positiven Standortfaktor.
• Wir werden alle Schulen bei der Umsetzung der Schulreform fördern und unterstützen.
• In der verstärkten Zusammenarbeit aller Schulen miteinander sehen wir eine große Chance zu einer besseren Entwicklung.
• Schule ist nicht nur Bildungsort sondern wird immer mehr zum Lebensmittelpunkt. Deshalb werden wir zusätzliche Stellen für Sozialpädagogen schaffen, die zusammen mit den Lehrkräften diesen Lebensraum gestalten. Soziale Probleme können somit rechtzeitig erkannt und gemeinschaftlich gelöst werden.
Kooperation aller Bildungseinrichtungen
Natürlich findet Bildung nicht nur in der Schule statt. Neben der Familie, Freunden, den Medien widmen sich ehrenamtliche Institutionen und öffentliche Einrichtungen dem Bildungsauftrag.
• Sprache ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Bildungskarriere. Hier ist eine enge Vernetzung zwischen Vereinen, Verbänden, Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen wichtig. Wir wollen dies fördern und wir wollen es fordern, wo es sich nicht von allein entwickelt.
• Die Volkshochschule (VHS) hat sich in Bad Oldesloe zu einem wichtigen Träger, insbesondere der Erwachsenenbildung entwickelt, den es zu erhalten und auszubauen gilt. Ein Schwerpunkt sollten integrationsfördernde Sprachkurse sein.
• Die Musikschule lebt vom Engagement des Träger-, des Fördervereins und seiner Dozenten. Diese Einrichtung ist eine Bereicherung für die Stadt. Auch die vielen Chöre in unserer Stadt sind unerlässliche Pfeiler einer musikalischen Bildung. Sie werden von uns unterstützt.
• Neben dem Beitrag zu unserer Gesunderhaltung leisten die Sportvereine mit ihren zahlreichen ehrenamtlich Tätigen einen unschätzbaren Beitrag für eine positive soziale Entwicklung vieler Jugendlicher. Vereine, die sich nicht abgrenzen, bieten einen einmaligen Raum für Integration.
• Die Stadtbibliothek ist als Bildungsträger nicht mehr wegzudenken und wird von uns in vollem Umfang weiter gefördert werden.
Kultur für Bad Oldesloe
Die Förderung der Kultur ist ein essenzieller Bestandteil einer menschengerechten Stadtentwicklung und übt zugleich eine Querschnittfunktion aus, die in alle Bereiche des menschlichen Miteinanders einfließt.
Die SPD wird sich dafür einsetzen, dass die Kulturinitiativen in Bad Oldesloe weiterhin auf vielfältigste Weise unterstützt werden und die Kulturangebote auch für einkommensschwache Mitbürger und Mitbürgerinnen erschwinglich sind.
• Die SPD wird kulturelle Veranstaltungen fördern, um die Lebensqualität in Bad Oldesloe zu bereichern – dazu zählt z. B. die Belebung des Kulturhofes mit einer Bühne, um der Oldesloer Kleinkunstszene eine zentrale Spielstätte zu bieten.
• Auch hier werden wir die Vernetzung und Kooperation aller Bildungseinrichtungen und kultureller Angebote mit dem Ziel forcieren, den Austausch untereinander sowie eine optimale Nutzung der Veranstaltungsräume zu erreichen.
• Die SPD setzt sich zudem für einen jährlichen „Kulturtag“ ein, an dem sich alle Vereine und Einrichtungen, die sich mit Kultur in Bad Oldesloe befassen, vorstellen und präsentieren können.
3. Stadtplanung
Zukunftsstadt Bad Oldesloe
Bad Oldesloe ist umgeben von einer reizvollen Landschaft, hat eine optimale Verkehrsanbindung und liegt in der Metropolregion Hamburg, einem starken Wirtschaftsraum mit Zukunft. Die SPD will diese liebenswerte Stadt erhalten, weiterentwickeln und zukunftsfähig machen. Das soll behutsam erfolgen und im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern.
Stadterweiterung
Bad Oldesloe soll wachsen, aber nicht in sensible, ökologisch wertvolle Landschaftsschutzgebiete und nur mit entsprechendem Ausbau der Infrastruktur.
• Innenstadtverdichtung hat für uns Vorrang vor einer Bebauung der Außenbereiche. Es gibt im Innenstadtbereich noch Flächen, die die Eigentümer gern bebauen würden. Hier wollen wir helfen, statt Hürden aufzubauen.
• Unsere Ortsteile haben einen dörflichen Charakter. Der soll erhalten bleiben und gestaltet werden. Weitere Bebauung in Splittersiedlungen lehnen wir ab.
• Die SPD wird auch neue Baugebiete ausweisen, möglichst im Einklang mit Natur und Umwelt. Die B-Pläne sollen umweltverträgliches Bauen fördern.
• Bei der Aufstellung neuer Pläne sollen alternative Wohnformen wie bezahlbares, barrierefreies und behindertengerechtes Wohnen in stadtnahem Wohnraum stärker berücksichtigt und ermöglicht werden.
• Die Stadt soll wieder eine eigene Baulandbevorratung betreiben. Stadtentwicklung muss unabhängig von Grundstücksspekulanten bleiben.
• Die Erschließung und Vermarktung neuer Baugebiete soll wieder durch die Stadt erfolgen. Wir können nicht erkennen, warum privaten Investoren diese Gewinne zufließen sollen.
• Bei Bedarf wird ein neues Gewerbegebiet ausgewiesen.
Innenstadtentwicklung
Bad Oldesloe hat eine historische Innenstadt, in der man sich wohl fühlen kann. Sie ist jedoch in die Jahre gekommen und bedarf einer sensiblen Attraktivierung. Das sollte mit Augenmaß und in Absprache mit der Bevölkerung erfolgen.
• In der Oldesloer Fußgängerzone hält man sich gern auf und wir wollen sie noch ansprechender machen. Chrom, Stahl und teures Granitpflaster benötigen wir dazu aber nicht. Eine Belebung können wir uns beispielsweise durch eine mobile Kleinkunstbühne auf der Hude oder zusätzliche Schauvitrinen vorstellen, die örtlichen Künstlern eine Plattform bieten.
• Bei der Umgestaltung der Innenstadt werden wir Wert auf Barrierefreiheit legen.
• Für ein effektives Innenstadtmanagement brauchen Grundstückseigner und Geschäftsleute einen professionellen Ansprechpartner (City-Manager).
• Bad Oldesloe braucht ein Bürgerzentrum. Hier können Oldesloer Vereine genauso einen Platz finden wie soziale Organisationen – dies könnte zum Beispiel das Amtsgericht sein.
• Bei allen Baumaßnahmen im historischen Stadtkern muss wieder stärker die Gestaltungssatzung berücksichtigt werden.
• Viele Häuser in der Innenstadt bedürfen einer Fassadenrenovierung. Zur Erhaltung eines einheitlichen Stadtbilds werden wir im Einzelfall finanzielle Unterstützung gewähren.
• Innovative Geschäftsideen, die der Belebung der Stadt dienen, wollen wir fördern.
• Die SPD wird kulturelle Veranstaltungen fördern, um die Lebensqualität in Bad Oldesloe zu bereichern – dazu zählt beispielsweise die Belebung des Kulturhofs mit einer Bühne, um der Oldesloer Kleinkunstszene eine zentrale Spielstätte zu bieten.
Verkehr
Bad Oldesloe hat ein gut ausgebautes Straßensystem. Das gilt es zu erhalten. Um in die Innenstadt zu gelangen, bedarf es zuverlässiger Busanbindungen, aber auch einer Verbesserung des Radwegenetzes.
• Der Stillstand beim Radwegebau muss beendet werden. Ein Radwegekonzept liegt vor, die SPD wird es endlich umsetzen. Viele Radwege haben dringend eine Sanierung nötig.
• Die SPD fördert den innerstädtischen Umweltverbund (Fahrrad, Anruf-Sammel-Taxi [AST], ÖPNV) als Alternative zum motorisierten Individualverkehr.
• Wir wollen eine gerechtere Abrechnung für Parkplatzbenutzer – nur die effektiv genutzte Zeit soll bezahlt werden.
• Wer in Ruhe einkaufen will, darf nicht durch die Parkuhr unter Zeitdruck gesetzt werden.
• Zusätzliche Fahrradboxen am Bahnhof zur kostenlosen Benutzung sind dringend erforderlich. Wir werden die nötigen Mittel bereitstellen.
Sportstätten und Hallenbad
Sport ist Lebensqualität, die Sportstätten sind der Ort, an dem Vereinsleben stattfindet und viele Menschen unserer Stadt einen Teil ihrer Freizeit verbringen. Die SPD unterstützt die Vorstellungen der Bürgerinitiative zum Hallenbad. Wir wollen keinen ruinösen Spekulationspalast, sondern ein ansprechendes und finanzierbares Hallenbad.
• Das Hallenbad werden wir angemessen sanieren. Wir wollen ein Wohlfühlbad, keinen Luxustempel.
• Der Therapie- und Saunabereich sollte erweitert werden.
• Öffentliche Hallenbäder sind immer defizitär, dienen aber der Gesundheit und Lebensqualität. Eintrittspreise müssen die Kosten berücksichtigen, dürfen aber nicht sozial unverträglich sein.
• Es soll ein Konzept zum Management und der Entwicklung unserer Sportstätten erstellt werden.
• Die SPD wird dieses Konzept in Zusammenarbeit mit den Vereinen und Schulen erstellen. Wir brauchen dazu keine teuren, ortsfremden Gutachter.
• Wir werden die notwendigen Sportplätze und Hallen zur Verfügung stellen.
4. Bürgerbeteiligung
Bürgerbeteiligung – Bad Oldesloe gemeinsam gestalten
Nachdem in der Vergangenheit viele Dinge völlig unnötig hinter verschlossenen Türen diskutiert, Gutachten zur Geheimsache erklärt wurden, werden wir wieder „mehr Demokratie wagen“. Die Entscheidungsfindung muss für alle transparent sein, engagierte Bürgerinnen und Bürger sollen in diese Prozesse einbezogen werden. Es ist „Bürgergeld“, das ausgegeben wird, nicht das Geld des Bürgermeisters oder der Mehrheitsfraktion.
• Tagesordnungspunkte unter Ausschluss der Öffentlichkeit sollen zukünftig die Ausnahme sein.
• Wir wollen sogenannte „Thementische“ einrichten und wiederbeleben, an denen sich jeder beteiligen kann: Umgestaltung der Fußgängerzone, Sport, Schulen, Kultur — um nur einige Beispiele zu nennen.
• Der Marketingrat soll für engagierte Bürgerinnen und Bürger geöffnet werden und öffentlich tagen.
• Mitsprache kann auch über ein Internetforum auf der Homepage der Stadt Bad Oldesloe erfolgen.
• Wir müssen Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund mehr in unser Gemeinwesen einbeziehen. Der Verein FIT leistet dazu sehr gute Arbeit, die wir unterstützen und ausweiten wollen.
• Mit einer „Bad-Oldesloe-Card“ wollen wir den Einwohnerinnen und Einwohnern besondere Vorteile gewähren: Bei der Hallenbadnutzung, in der Stadtbücherei oder an Parkautomaten und im innerstädtischen Busverkehr könnte ein Rabatt eingeräumt werden.
5. Umwelt
Natur und Umwelt – wir sind ein Teil davon
Seit Al Gore mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist und Klimaveränderung als Folge menschlichen Verhaltens nicht mehr geleugnet wird, ist das Thema Umwelt in den politischen Vordergrund gerückt. Dennoch orientiert sich das politische Handeln immer noch nicht konsequent an der Notwendigkeit zur Nachhaltigkeit. Umweltpolitik ist eine Aufgabe, der sich alle Politikbereiche zu stellen haben.
Natur erhalten und erleben
Die These „Erst der Mensch, dann die Natur“ ignoriert die Tatsache, dass wir nur ein Teil dieser Natur sind. Für uns gilt: „Ohne eine intakte Natur und Umwelt kein menschliches Leben“.
• Wir wollen die Natur erlebbar machen, zum Beispiel durch neue Wanderwege oder Naturlehrpfade in der Wolkenweher Traveniederung. So wollen wir Zugang zur Natur schaffen, ohne diese zu zerstören.
• Es soll wieder eine praxisorientierte und bürgerfreundliche Baumschutzsatzung erlassen werden.
• In besonderen Fällen sollen Grundstückseigner bei der Baumpflege finanziell unterstützt werden.
• Der Kurpark soll für Freizeit und Erholung zur Verfügung stehen, ohne seinen jetzigen ökologischen Wert zu verlieren.
• Mit altem Baumbestand muss rücksichtsvoller umgegangen werden. Auch Totholz hat einen hohen ökologischen Wert und muss zugelassen werden.
• Die städtischen Waldflächen sollten umweltgerecht gemäß FSC-Siegel (Zertifikat nachhaltiger Forstwirtschaft) bewirtschaftet werden.
• Der Poggensee bedarf einer Grundsanierung, zu der ein Ankauf der umliegenden landwirtschaftlich genutzten Flächen gehört.
• Wir fordern die Vereinigten Stadtwerke (VSG) auf, sich an Anlagen zur Erzeugung von alternativen Energien zu beteiligen.
• Den Bau von weiteren Biogasanlagen begleiten wir kritisch.
Ökologisch planen, bauen, modernisieren
Jede Baumaßnahme stellt einen Eingriff in die Natur dar, doch sie kann gleichzeitig schonend und zum Wohle des Menschen erfolgen. Alle Maßnahmen müssen daher auf ihre Umweltverträglichkeit hin überprüft werden.
• Altbauwohnungen müssen meist energietechnisch modernisiert werden. Wir wollen dafür wieder finanzielle Anreize schaffen.
• Bebauungspläne müssen grundsätzlich nach ökologischen Kriterien aufgestellt werden. So darf beispielsweise Oberflächenwasser nur ausnahmsweise dem Gebiet entzogen werden.
• Solarkollektoren sind generell ohne zusätzliche Genehmigungsverfahren in neuen B-Plänen zuzulassen.
• Die Verwaltung sollte bei Bauanträgen grundsätzlich Beratung für ökologisches Bauen anbieten.
• Der Pflege der stadtnahen Auen, der Renaturierung der Beste, dem Brenner Moor sowie der Gewässerpflege durch den städtischen Gewässerbeauftragten wird bei der SPD besondere Bedeutung zugemessen.
Stadt als Vorbild
Im Kampf gegen den Klimawandel hat die öffentliche Hand eine besondere Vorbildfunktion. Alle städtischen Entscheidungen müssen sich am Nachhaltigkeitsprinzip orientieren.
• Die Stadt Bad Oldesloe verpflichtet sich, ein Klimaschutzprogramm aufzustellen, das verbindliche Ziele vorgibt, deren Einhaltung wir auch überprüfen werden.
• Dazu gehört besonders ein systematisches Energiemanagement für alle öffentlichen Gebäude. Das schont nicht nur die Umwelt, sondern auch den Haushalt.
• Das öffentliche Beschaffungswesen muss konsequent umweltfreundlich sein. Dazu gehört unter anderem ein Verzicht auf nicht zertifiziertes Tropenholz oder PVC als Bodenbelag.
• Öffentliche Gebäude müssen generell nach ökologischen und sozial verträglichen Kriterien gebaut oder saniert werden.
• Die Umwelt in der Stadt muss wieder mehr Bedeutung erhalten. Deshalb muss die Umweltabteilung personell aufgestockt werden.
Gemeinsam handeln
In alle umweltpolitischen Entscheidungen werden die Bürgerinnen und Bürger mehr eingebunden. Nur so kann man Verständnis erhöhen.
• Wir wollen dabei insbesondere die lokalen Umweltverbände und Initiativen mitwirken lassen.
• Wir werden eine Stelle für einen ehrenamtlichen Umweltschutzbeauftragten schaffen. Das erhöht die Kompetenz von Politik und Verwaltung. Der Umweltschutzbeauftragte hat ein Kontrollrecht bei allen umweltrelevanten Maßnahmen und Entscheidungen der Stadt Bad Oldesloe.
6. Wirtschaft und Finanzen
Bad Oldesloe liegt im Wirtschaftsraum der Metropolregion Hamburg. Durch gestiegene Steuereinnahmen konnte in den vergangenen Jahren die Verschuldung der Stadt eingedämmt werden. Die Grundprobleme bestehen aber weiterhin, und unser Ziel muss eine Finanzpolitik sein, die nicht länger unseren Kindern und Enkelkindern die Schulden von gestern und heute aufbürdet.
Wirtschaft
Politik gründet keine Unternehmen, doch kann auch die Kommunalpolitik Rahmenbedingungen schaffen, die Betriebe und Arbeitsplätze an unsere Stadt binden.
• Wir werden bei Bedarf weitere Gewerbeflächen ausweisen. Bei der Erschließung sollte jedoch mehr Rücksicht auf die Umwelt genommen werden.
• Moderne Betriebe müssen nicht umweltverschmutzend sein.
• Gute schulische und kulturelle Angebote sowie ein intaktes Wohnumfeld sind wichtige Standortfaktoren für ansiedlungswillige Betriebe. Das bietet Bad Oldesloe.
• Die Ansiedlung von Betrieben erfolgt bei uns durch die WAS (Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn). Dennoch sollte auch die Stadt sich um Investoren bemühen.
• Die SPD wird verstärkt die Attraktivierung der Innenstadt vorantreiben. Dabei müssen Geschäftsinhaber und Immobilienbesitzer einbezogen werden. Das Geschäftsleben gehört in die Innenstadt.
Finanzen
Die Finanzen der Stadt müssen langfristig und strukturell saniert werden. Das geschieht allerdings nicht durch spekulative Grundstücksgeschäfte wie am Steinfelder Redder.
• Prestigeprojekte wie das Millionengrab „Spaßbad“ wird es mit uns nicht geben.
• Die Stadt Bad Oldesloe soll ihre Baugebiete in Zukunft wieder selber erschließen und vermarkten. Es ist nicht einzusehen, dass Erschließungsgesellschaften damit Geld verdienen, das die Stadt selber erwirtschaften könnte.
• Gutachten werden wir auf das unbedingt notwendige Maß begrenzen und ihre Vergabe transparenter machen.
• Wir fordern eine verbindliche Richtlinie für die Vergabe von Zuschüssen.
• Die Stadt sollte „Fonds“ für bestimmte Sondermaßnahmen einrichten - ein noch festzulegender jährlicher Prozentsatz der Gesamteinnahmen wird bereitgestellt, um zum Beispiel den Ankauf von Naturschutzflächen zu finanzieren.
• Die Ausschöpfung von Förderprogrammen des Bundes, des Landes und der EU muss verbessert werden.
Stadtwerke
Auf Betreiben der SPD haben die Oldesloer Stadtwerke mit der Kooperation zwischen den Stadtwerken Ratzeburg und Mölln einen mutigen und zukunftsorientierten Schritt getan. Die VSG (Vereinigte Stadtwerke GmbH) behauptet sich gut am Markt und sichert den drei Städten sowie dem Umland eine preisgünstige und zuverlässige Energieversorgung. Auch die VSG ist dem Preisdiktat der großen Energiekonzerne ausgeliefert, hat sich aber durch den Erhalt der Selbstständigkeit einen gewissen Handlungsspielraum bewahren können. In diesem Rahmen wollen wir die VSG ebenfalls zur Nachhaltigkeit verpflichten.
• Auch die Stadtwerke sollen sich einer Ökozertifizierung unterwerfen, die Prozessabläufe optimiert und Kosten reduziert.
• Die Stadtwerke müssen ihre umweltverträglichen Produkte (Ökostrom) stärker bewerben, mit attraktiven Preisen ausstatten und verstärkt Beratung anbieten.
• In Bad Oldesloe haben wir sehr gutes Trinkwasser. Das soll so bleiben, und daher sollen die Stadtwerke wieder verstärkt im Wassereinzugsgebiet (z. B. Besttorritzen) Flächen aufkaufen, die nur noch ökologisch bewirtschaftet werden dürfen.
• Die Stadt sollte bestrebt sein, einen Abwasser-Zweckverband mit der VSG und den umliegenden Gemeinden zu gründen.
• Wir fordern die VSG auf, sich an Anlagen zur Erzeugung von alternativen Energien zu beteiligen.





